Donnerstag, 23. November 2017

Kommentar zur Standortsuche f├╝r eine weitere Asylunterkunft

Sch├Ąmt Euch!

Weinheim/Rhein-Neckar, 23. September 2014. (red/pro) Die ablehnende Haltung von manchen gegen├╝ber Asylbewerbern ist ein Schande. Punkt. Sicher: Sorgen muss man ernst nehmen, aber nicht die immergleichen reflexhaften Unterstellungen. St├Ądte und Gemeinden und ihre B├╝rger/innen sind in der Pflicht, fremden Menschen auf der Flucht Schutz zu bieten. [Weiterlesen…]

Besinnliche Weihnacht. Zeit, sich zu besinnen: Was war, was ist und was sein soll

Auch Jesus war ein Fl├╝chtling

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Dieser Bub spielt unter Aufsicht seines Vaters im neuen „Garten auf Zeit“ – im Hintergrund sieht man Blumen, die er gerade gepflanzt hat. Die Aufnahme entstand im August 2013 in Ladenburg. Ab Mitte Januar 2014 wird die Familie aus der Alten Martinsschule ausgezogen sein und in Container in Schweztingen umgesetzt.

 

Rhein-Neckar, 24. Dezember 2013. (red/Rose) Rund 700 neu eingetroffene Asylsuchende hat der Rhein-Neckar-Kreis dieses Jahr aufnehmen m├╝ssen – auch die kreisfreien St├Ądte in unserer Region werden hunderte Menschen aufnehmen. Und es werden mehr werden, denn in Syrien tobt ein grausamer B├╝rgerkrieg, die Menschen fliehen aus Afghanistan, aus dem Irak, aus dem Sudan. Hinter den Zahlen stehen Schicksale. Menschen. Und die brauchen Hilfe. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Wie viele Stra├čen h├Ątte man mit dem Geld bauen oder reparieren k├Ânnen?

Mappus: 778 Millionen Euro zuviel f├╝r EnBW-Aktien bezahlt

Stefan Mappus bei einem Wahlkampfauftritt 2011 in Heddesheim (Montage-Video)

Stuttgart/Rhein-Neckar, 21. November 2013. (red/pm) Das Gutachten des Professors Ballwieser l├Ąsst keinen Zweifel: Der fr├╝here Ministerpr├Ąsident Stefan Mappus (CDU) hat 778 Millionen Euro zu viel beim R├╝ckkauf der EnBW-Aktien bezahlt. Das ist der gr├Â├čte Schaden aller Zeiten, den ein Ministerpr├Ąsident in Baden-W├╝rttemberg je angerichtet hat. Kann man CDU-Politiker, die die Gr├╝n-rote Regierung in Sachen Haushalt kritisieren, noch ernst nehmen oder sollte man einfach die Frage stellen, wie viele Stra├čen man ihrer Meinung nach mit diesem Geld h├Ątte bauen oder reparieren k├Ânnen? [Weiterlesen…]

Wie geht es weiter mit dem Hammelsbrunnen?

Drei Fragezeichen begleiten die Schockstarre des OB

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Am 23. September haben wir gefragt: „Wie wird sich OB Bernhard nach der Niederlage pr├Ąsentieren?“ Die Antwort: Bis heute gar nicht. Archivbild. OB Bernhard w├Ąhrend der Podiumsdiskussion im Stadthaus

 

Weinheim, 16. Oktober 2013. (red) Die Tagesordnung der heutigen Gemeinderatssitzung ist d├╝nn. Weil es keine Themen gibt? Oder weil der Saft gerade raus ist? Der Kampf um Breitwiesen hat viel Kraft gekostet. Dabei gibt es genug Themen, die teils liegengeblieben sind. Und nat├╝rlich ist das Thema Hammelsbrunnen noch lange nicht vom Tisch. [Weiterlesen…]

Klare Mehrheit entscheidet gegen den Fl├Ąchentausch Breitwiesen/Hammelsbrunnen

Breitseite f├╝r Bernhard

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Die BI feiert Party. Sie hat klar gewonnen. Breitwiesen bleibt Acker. Der Kampf um Hammelsbrunnen wird weitergehen.

Weinheim, 23. September 2013. (red) Es ist entschieden: Breitwiesen bleibt Acker. 13.144 Weinheimer/innen stimmten f├╝r den Erhalt, das entspricht 38,33 Prozent. F├╝r den Tausch stimmten 9748 Weinheimer/innen, was 28,43 Prozent entspricht. 33,24 Prozent beteiligten sich nicht. Welche Konsequenzen dieser eindeutigen B├╝rgerstimme hat ist noch unklar. Vor allem wie souver├Ąn Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard damit wird umgehen k├Ânnen. Ein Kommentar. [Weiterlesen…]

Warum ich gr├╝n und rot w├Ąhle

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Weinheimblog.de. Er macht sich echte Sorgen um Sulzbach, denn die Ereignisse verdichten sich. Foto: sap

Hardy Prothmann gibt als Chefredakteur eine Wahlempfehlung ab – sehr pers├Ânlich. Und mit der Aufforderung, sich einzubringen.

Rhein-Neckar, 22. September 2013. (pro) Das Ergebnis der Bundestagswahl soll knapp ausgehen. Keine Sorge. Mich hat niemand f├╝r meine Meinung bezahlt und mich hat auch kein Tengelmann gesponsort. Meine Meinung ist Ergebnis meiner Arbeit, meiner Erfahrungen, meiner Einstellung und vieler Einfl├╝sse mehr. So geht es uns allen. Ich finde es wichtig, sich eine Meinung zu bilden. Den ohne Meinungen gibt es keine Demokratie. [Weiterlesen…]

Das Thema Breitwiesen/Hammelsbrunnen geht nach dem B├╝rgerentscheid weiter

Es begann mit einer T├Ąuschung

Demo der Landwirte bei der GR-Sitzung im Oktober 2011 im Rolf-Engelbrecht-Haus – sie wollen das Gewerbegebiet „Breitwiesen“ verhindern. Der Gemeinderat hat mit Dreiviertelmehrheit nach langer Sitzung f├╝r den Aufstellungsbeschluss zur Ver├Ąnderung des Fl├Ąchennutzungsplans gestimmt. Egal, wie der B├╝rgerentscheid ausgeht – sehen wir in Zukunft solche Bilder ├Âfter?

 

Weinheim, 21. September 2013. (red) Morgen ist B├╝rgerentscheid. „Ja“ hei├čt kein Fl├Ąchentausch, „Nein“ hei├čt Breitwiesen wird statt Hammelsbrunnen Gewerbegebiet. Ob der B├╝rgerentscheid aber auch entscheidend ist, h├Ąngt vom Erreichen des Quorums ab. Und egal, wie die Sache ausgeht, folgen weitere Entscheidungen. Das Thema ist also noch lange nicht vom Tisch. Ebenso das der B├╝rgerbeteiligung und wie die Weinheimer Verwaltung k├╝nftig damit umgehen will. Dass die Stadtgesellschaft momentan gespalten ist – daf├╝r tr├Ągt vor allem Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard die unr├╝hmliche Verantwortung. Denn alles begann mit einer T├Ąuschung. [Weiterlesen…]

Gr├╝ne werfen Direktor des Regionalverbands Verletzung des Neutralit├Ątsgebots vor

„Kritik nicht nachzuvollziehen.“

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Aufgrund dieses Zitats wirft der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl dem Verbandsdirektor Ralph Schlusche eine Verletzung des Neutralit├Ątsgebots vor. (Quelle: Informationsbrosch├╝re der Stadt Weinheim)


Weinheim, 07. September 2013. (red/aw) Eine weitere Diskussion rund um die B├╝rgerinformtaionsbrosch├╝re zum B├╝rgerentscheid ist entbrannt, nachdem die Gr├╝nen dem Direktor des Regionalverbands Rhein-Neckar, Ralph Schlusche, die Verletzung des Neutralit├Ątsgebots vorwurf. Grund daf├╝r war eine Stellungnahme in der Brosch├╝re, die auf der Bef├╝rworter-Seite zu finden ist. Der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl kritisierte, dass die Aussage den Meinungsbildungsprozess beeinflussen k├Ânne. Ralph Schlusche selbst wurde von den Gr├╝nen zu dem Vorwurf nicht kontaktiert. Wir haben bei ihm nachgefragt. [Weiterlesen…]

Stadt und "Wir gegen rechts" wollen Nazis "ignorieren"

Quo vadis Ladenburg?

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Geht es nach B├╝rgermeister Rainer Ziegler und dem B├╝ndnis „Wir gegen rechts“ soll niemand gegen die NPD demonstrieren, sondern den Auftritt der Rechtsextremen durch „Ignoranz abstrafen“.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 30. August 2013. (red/pro) B├╝rgermeister Rainer Ziegler und das B├╝ndnis „Wir gegen rechts“ wollen eine f├╝r Samstag angek├╝ndigte NPD-Veranstaltung auf dem Dr.-Carl-Benz-Platz „ignorieren“. B├╝rger/innen sollen als „wahre Demokraten“ der Veranstaltung fern bleiben. Diese „entschlossene“ Ignoranz macht fassungslos. Der DGB und andere wollen sich dem nicht anschlie├čen.
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In eigener Sache: Neue M├Âglichkeiten f├╝r unsere Leser

Unsere neue Diskussions- und Kommentarfunktion DISQUS

Mannheim/Rhein-Neckar, 3. Juli 2013 (red/sw) Wir haben die fr├╝here WordPress-Kommentarfunktion durch das Kommentar-Tool DISQUS ersetzt, das mittlerweile viele Blogs einsetzen, da es deutlich mehr Funktionen umfasst.

Unser Ziel ist es immer, die Wertigkeit der Kommentare auf unseren Blogs zu erhalten und gleichzeitig den Respekt im Austausch der Nutzer zu st├Ąrken. Da dies manchmal aufgrund der vielen Kommentare nicht immer zu 100 Prozent gegeben war, haben wir das Kommentarsystem umgestellt.

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Viele Leser nutzen unsere Kommentarfunktion.

Als neue L├Âsung setzen wir Disqus ein. Eine L├Âsung, die einige Verbesserungen verspricht. [Weiterlesen…]

Offener Brief an den Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard

Mit Verlaub, Herr Bernhard, Sie sind ein T├Ąuscher

Weinheim, 18. Juni 2013. (red/pro) Die Stadtverwaltung Weinheim hat den Stadtr├Ąten einen Vorschlag zur inhaltlichen Gestaltung der Informationsbrosch├╝re zum B├╝rgerentscheid ├╝ber die Frage Breitwiesen oder Hammelsbrunnen ├╝bermittelt. Der Inhalt l├Ąsst nur einen Schluss zu: Heiner Bernhard will mit allen Mitteln eine anst├Ąndige B├╝rgerbeteiligung verhindern. Sein Auftreten als „B├╝rger“-Meister ist eine Farce. Das ist mehr als bedauerlich. Der Oberb├╝rgermeister besch├Ąmt damit jeden Prozess von B├╝rgerbeteiligung. [Weiterlesen…]

Familie des verungl├╝ckten Radfahrers ver├Âffentlicht privates Foto

Wenn die Verzweiflung zu gro├č ist…

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Mit diesem Foto zeigt die Polizei die nachgestellte Situation, wegen der ein 37-j├Ąhriger Familienvater in Weinheim-L├╝tzelsachsen mit dem Rad nachts schwer verungl├╝ckte und seitdem im Koma liegt. Quelle: Polizei

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 22. Mai 2013. (red) Der Fall ist tragisch. Ein 37-j├Ąhriger Familienvater verungl├╝ckt in der Nacht vom 12. Mai in der Schlossgasse mit dem Fahrrad. Eine bislang unbekannte Person hatte eine Holzpalette auf die absch├╝ssige Stra├če gezogen, der Radfahrer kollidiert damit, st├╝rzt und erleidet durch den Sturz lebensgef├Ąhrliche Kopfverletzungen. Seitdem liegt er im Koma. Die Familie setzt eine Belohnung von 5.000 Euro f├╝r Hinweise auf den T├Ąter aus. Und ver├Âffentlicht ein Foto des Vaters, seiner Frau und der beiden Kinder. Der Nutzen dieser privaten Fahndungsaktion ist ├Ąu├čerst fragw├╝rdig. [Weiterlesen…]

Beim NSU-Prozess wird auch der Journalismus verhandelt werden

T├Ąter, Opfer, Verhandlung, Berichterstattung

Beate Zsch├Ąpe (38) ist die Hauptangeklagte im "NSU-Prozess". Quelle: BKA

Beate Zsch├Ąpe (38) ist die Hauptangeklagte im „NSU-Prozess“. Quelle: BKA

Rhein-Neckar, 06. Mai 2013. (red/pro) Heute beginnt der Prozess gegen Beate Zsch├Ąpe sowie vier weitere Mitangeklagte vor dem Oberlandesgericht M├╝nchen. Der „NSU-Prozess“ hat gigantische Dimensionen, was die Zahl der Opfer und Nebenkl├Ąger, die Anklageschrift, die Zeugen oder die Zahl der Verhandlungstage angeht. Und vor allem das Interesse der Medien. Vor Gericht wird nicht ├╝ber den Journalismus verhandelt werden – aber jeder von uns wird sich ein Urteil ├╝ber die Berichterstattung der Medien machen. Zwangsl├Ąufig – denn die vertreten die ├ľffentlichkeit im Gericht. [Weiterlesen…]

Spielt die NPD mit Weinheim-Sulzbach? Was droht dem Ortsteil?

„Es k├Ânnte Methode werden…“

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Vor einer Woche zeigten bis zu 500 Demokraten in Sulzbach, was sie von den Nazis halten. Nichts.┬á Eine Woche sp├Ąter h├Ąlt die NPD ein „Veteranentreffen“ ab. Wird Sulzbach zum Spielball der Rechtsextremen?

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 29. April 2013. (red/pro) Das Ger├╝cht geht l├Ąngst durch den Ort: Kauft die NPD den Schwarzen Ochsen? Machen die Rechtsextremen Sulzbach zu ihrem St├╝tzpunkt in Nordbaden? Indizien daf├╝r gibt es reichlich. Aber wie realistisch ist diese „Horror-Vorstellung“? Die Antwort darauf ist offen – Beispiele f├╝r erpresste Kommunen und tats├Ąchliche Nazi-Zentren gibt es einige.

Kommentar: Hardy Prothmann

Mittlerweile d├╝rfte dem letzten Zweifler im Ort klar sein: Der Schwarze Ochse ist ein Nazi-Treffpunkt. [Weiterlesen…]

Das aussterbende Sch├╝lerVZ wird abgeschaltet

Ausgegruschelt

Rhein-Neckar, 11. April 2013 (red/ms) In den letzten Jahren hat das Sch├╝lerVZ mehr als vier Millionen Mitglieder verloren. Nachdem die Massen zu Facebook abwanderten, sind nur noch 200.000 Benutzer bei der Seite angemeldet. Darunter sind so viele gef├Ąlschte Profile, dass das Netzwerk von vielen als „FakeVZ“ verspottet wird. Jetzt soll dem ein Ende bereitet werden. Auf der Website verk├╝nden die Betreiber: „Wir machenÔÇÖs kurz: Es ist vorbei. sch├╝lerVZ wird am┬á30. April 2013┬ágeschlossen. F├╝r immer.

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Recherchefragen an die Weinheimer Nachrichten bleiben ohne Antwort

Wie kommen eigentlich Originalzitate in die Zeitung?

Weinheim, 08. M├Ąrz 2013. (red/pro) Die Tageszeitung Weinheimer Nachrichten ist ein sehr besonderes Medium. Der Redaktion gelingt das Unm├Âgliche: Sie berichtet mit einer Vielzahl von w├Ârtlichen Zitaten aus der vergangenen Gemeinderatssitzung – und dass, obwohl kein Mitarbeiter der Redaktion zugegen war. Ist das Voodoo, Zauberei? Oder verf├╝gen die Mitarbeiter dieses Provinzblatts ├╝ber ganz au├čerordentliche investigative F├Ąhigkeiten? Wir wollten das gerne genauer wissen und haben nachgefragt. Das Ergebnis: Intransparentes Schweigen. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Vom Lobbyismus zum Leistungsschutzrecht

„Die Mehrheit im Bundestag sind Internet-Doof-Finder“

 

Rhein-Neckar/Berlin, 04. M├Ąrz 2013. (red/pro) Am Freitag hat eine Mehrheit im Bundestag dem „Leistungschutzrecht f├╝r Presseverlage“ zugestimmt. Das Gesetz soll angeblich die „Leistungen“ von Verlagen sch├╝tzen – so d├╝rfen nur noch „einzelne Worte“ oder „kleinste Textausz├╝ge“ von Verlagsinhalten kostenfrei angezeigt werden – alles andere muss bezahlt werden. Was „kleinste Textausz├╝ge“ genau hei├čt, ist offen und muss im Zweifel vor Gericht gekl├Ąrt werden. Droht eine neue Abmahnwelle – provoziert durch die Verlegerlobby? F├╝r die gr├╝ne Medienexpertin Tabea R├Â├čner steht jetzt schon fest: „Dieses Gesetz ist der gr├Â├čte Schwachsinn aller Zeiten.“ [Weiterlesen…]

Gemeinderat beschlie├čt B├╝rgerentscheid am 22. September 2013

Weinheim entscheidet: Breitwiesen oder Hammelsbrunnen?

Weinheim, 27. Februar 2013. (red/ld/aw) „Sind Sie daf├╝r, dass im Bereich „Breitwiesen“ die Ausweisung von Gewerbefl├Ąchen unterbleibt, das hei├čt, dass die bisherige Ausweisung von Gewerbefl├Ąchen im Gebiet „Hammelsbrunnen“ erhalten bleibt?“ Dar├╝ber stimmen die Weinheimer B├╝rgerinnen und┬áB├╝rger┬ázeitgleich zur┬áBundestagswahl am 22. September ab. Das beschloss der Gemeinderat heute┬ámehrheitlich in seiner Sitzung. Im Vorfeld des B├╝rgerentscheids plant die Stadtverwaltung weitere Informationsveranstaltungen.

Von Alexandra Weichbrodt

Es ist ein erster Erfolg, den die B├╝rgerinitiative „Sch├╝tzt die Weinheimer Breitwiesen“ gegen die Ausweisung der Breitwiesen als Gewerbegebiet erreicht hat. Anfang Februar stimmte sie dem Vorschlag der Stadtverwaltung ├╝ber einen B├╝rgerentscheid und der darin gestellten Frage zu:

Sind Sie daf├╝r, dass im Bereich „Breitwiesen“ die Ausweisung von Gewerbefl├Ąchen unterbleibt, das hei├čt, dass die bisherige Ausweisung von Gewerbefl├Ąchen im Gebiet „Hammelsbrunnen“ erhalten bleibt? [Weiterlesen…]

Geprothmannt

Darf man Rechte mit Eiern bewerfen?

Rhein-Neckar, 18. Februar 2013. (red) In Mannheim haben B├╝rger/innen, Politik-Vertreter und Mitglieder der linken Szene der NPD wieder einmal gezeigt, dass sie Widerstand gegen Rechtsradikale leisten. Das ist gut so. Nicht gut sind die Begleitumst├Ąnde.

Von Hardy Prothmann

Es gibt Kommentare, die schreibt man nicht gerne. Aber sie m├╝ssen trotzdem geschrieben werden. Am Samstag hat die rechtsradikale NPD eine Kundgebung in Mannheim angemeldet. Die Partei nimmt damit ein Grundrecht unserer Verfassung wahr – ob das den Gegnern der Partei passt oder nicht. Artikel 8 Grundgesetz legt fest:

(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.
(2) F├╝r Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschr├Ąnkt werden.

„Darf man „Rechte“ mit zweierlei Ma├č messen?“ „Nein!“ findet Chefredakteur Hardy Prothmann

Grundrechte gelten grunds├Ątzlich f├╝r alle. Wer f├╝r sich diese Rechte in Anspruch nimmt, muss sie auch anderen zugestehen, ansonsten w├Ąre die Verfassung nichts wert. Die Polizei hat die Aufgabe, das Recht auf Versammlungsfreiheit abzusichern, wenn ohne diese Sicherungsma├čnahme die Versammlungsfreiheit nicht m├Âglich w├Ąre.

Selbstverst├Ąndlich hat man auch das Recht eine Gegendemonstration durchzuf├╝hren. Von diesem Recht haben die Gegner der Rechtsradikalen Gebrauch gemacht. Die Frage ist aber, wie sie das gemacht haben und ob alle Teilnehmer tats├Ąchlich Demokraten sind. Und hier fangen die Fragw├╝rdigkeiten an.

Wer Polizisten, die sich ├Ąu├čerst defensiv und deeskalierend verhalten, anp├Âbelt und provoziert, ist ein St├Ârer der ├Âffentlichen Ordnung. Wer sich vermummt und damit eine Identifizierung verhindert, begeht eine Straftat, wer geeignete Dinge mit sich f├╝hrt, um sich vermummen, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Und wer mit Eiern wirft, nimmt potenziell eine Verletzung von Personen in Kauf, mindestens eine Sachbesch├Ądigung, eventuell liegt eine Beleidigung vor. Das entscheiden bei einer Anzeige Gerichte nach der jeweiligen Situation. Und eigentlich h├Ątte die Polizei eingreifen m├╝ssen – da die Veranstaltung aber als beendet erkl├Ąrt worden war, hat sich die Polizei auch hier „ma├čvoll“ entschieden und f├╝r einen reibungslosen Abzug der Rechten gesorgt. Was, wenn die Polizei Vermummte und Eierwerfer festgesetzt h├Ątte? Dann w├Ąre ordentlich was los gewesen. Der Katalog der Vorw├╝rfe und Beschuldigungen und Beleidigungen w├Ąre immens. Und ein Wort w├╝rde sicher die Runde machen: unverh├Ąltnism├Ą├čig.

Was, wenn man sich die Situation umgekehrt vorstellt?

Jetzt stellen wir uns die umgekehrte Situation vor. Sagen wir mal, ein „B├╝ndnis f├╝r Demokratie“ meldet eine Veranstaltung an. Auf den Plan treten vermummte Rechte, die die Versammelten anp├Âbeln und mit Eiern bewerfen. Was w├╝rden die Versammelten fordern? Selbstverst├Ąndlich ein Einschreiten der Polizei und eine strafrechtliche Verfolgung.

Wer mit zweierlei Ma├č misst, f├╝r sich Verfassungsrechte in Anspruch nimmt, die er anderen nicht zugesteht, zeigt, dass er sich eigentlich nicht an das halten m├Âchte, was er vorgibt zu verteidigen und zu besch├╝tzen – die Demokratie.

Eine Zivilgesellschaft hat zivile Mittel, um sich zu positionieren. Sie kann auf einen Rechtsstaat z├Ąhlen, der f├╝r die ├Âffentliche Ordnung sorgt. Wer die ├Âffentliche Ordnung einerseits fordert und andererseits st├Ârt und verh├Âhnt, zeigt sich undemokratisch.

Der ├╝berwiegende Teil der Gegendemonstranten hat sich korrekt verhalten. Sie haben Pr├Ąsenz gezeigt und L├Ąrm gemacht. Das ist ein guter, vorbildlicher ziviler Protest.

Wie kleingeistig sich teils die Antifa-Leute zeigen, erkennt man an der Anzeige gegen den Halter des NPD-Busses, weil dieser mit einer roten Plakete in die Umweltzone der Stadt eingefahren ist. Auf Twitter und bei Facebook sowie bei der Pressemeldung des B├╝ndnisses gegen Rechts fand diese Plakete und die Anzeige dagegen reichlich Beachtung. Mal ehrlich? Wie peinlich ist das denn?

Es geht um mehr. Am liebsten um einen klaren und eindeutigen Widerstand gegen Rechtsradikale. Aber bitte vorbildhaft und respektvoll – nicht gegen├╝ber den Rechten, sondern gegen├╝ber sich selbst, der Polizei. Es geht darum, sich so zu verhalten, wie man auch von anderen erwartet, dass diese sich einem selbst gegen├╝ber verhalten.

Geprothmannt: Warum der Titel-Entzug richtig ist und weitere Konsequenzen haben sollte

Diebstahl zerst├Ârt den Glauben und die W├╝rde – nicht nur der Diebe

Rhein-Neckar, 11. Februar 2013. Karl-Theordor zu Guttenberg (CSU), Silvana Koch-Mehrin (FDP), Annette Schavan (CDU) sind ganz unterschiedliche Typen von Politiker/inen und haben doch eins gemein: Sie haben bei Erlangung der Doktorw├╝rde get├Ąuscht und geklaut oder stehen im begr├╝ndeten Verdacht, sich die geistigen Leistungen anderer zum eigenen Nutzen angeeignet zu haben. Aktuell ist Frau Schavan ihren Posten als Bundesgesundheitsministerin los. Ihr R├╝cktritt war richtig – doch vieles l├Ąuft falsch. Beispielsweise die Debatte ├╝ber ein politisches Wirken und einen „Fehler“ in der Vergangenheit. Diese „Fehler“ dauern bis heute an und es w├Ąre von Vorteil, wenn man daraus lernt und Konsequenzen zieht. Sonst bringt die Debatte nichts.

Von Hardy Prothmann

Plagiatoren stehlen die geistige Leistungen anderer und nutzen sie zum eigenen Vorteil. Immer wieder. Sofort durch Diebstahl und T├Ąuschung beim Erstellen einer „Arbeit“. Sp├Ąter immer wieder, jeden Tag, an dem sie den Titel tragen und sich beim Titel nennen lassen, den Titel als Ausweis ihrer Qualifikation f├╝r die eigene Karriere nutzen.

Plagiatoren gab es schon in der Antike

Plagiatoren gab es schon immer – sie sind Teil der Kulturgeschichte. Ein „Plagi?rius“ ist in der urspr├╝nglichen Bedeutung ein „Menschenr├Ąuber“ oder „Seelenverk├Ąufer“. Bereits in der Antike wurden Plagiatoren verachtet und es gab schon damals „Plagiatsj├Ąger“, die Diebe geistigen Eigentums ├╝berf├╝hrt haben – ebenso wie Kritiker der Plagiatsj├Ąger, die diesen „Kleingeistigkeit“ unterstellten.

Diese Argumentation, wenn der J├Ąger zum Gejagten wird, ist dumm und kennt jeder Journalist, der ├╝ber Verfehlungen anderer Menschen berichtet. Sehr oft gibt es Unterstellungen ├╝ber die „niederen Motive“ der Berichterstatter – gerne wird dabei vergessen, dass die Verfehlung vor dem Bericht dar├╝ber begangen worden ist. Aktuell wird der Plagiatsj├Ąger Martin Heidingsfelder teils in ein schlechtes Licht ger├╝ckt – l├Ąsst er sich doch teuer von „unbekannten Auftraggeber“ daf├╝r bezahlen, Promotionen auf wissenchaftliche Redlichkeit zu ├╝berpr├╝fen.

Na und? Staatsanw├Ąte werden auch bezahlt, um Informationen zu Schuld oder Unschuld eines Beschuldigten zu sammeln. Rechtsanw├Ąlte daf├╝r, Argumente f├╝r oder gegen jemanden zu finden und zu begr├╝nden. Gutachter, um festzustellen, wer der Verursacher eines Unfalls war.

Gelehrte oder Geleerte?

Fest steht, dass die Universit├Ąten Bayreuth (zu Guttenberg), D├╝sseldorf (Schavan) und Heidelberg (Koch-Mehrin) den jeweiligen Doktortitel nach Pr├╝fung entzogen haben. Wenn dagegen geklagt wird, wie aktuell durch Frau Koch-Mehrin, dient die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht nicht dazu, den Doktortitel inhaltlich zu best├Ątigen oder abzulehnen, sondern nur, ob die Universit├Ąt einen Verfahrensfehler begangen hat. Und hier wird es sehr eklig.

Die Plagiatoren haben andere gesch├Ądigt und – noch viel schlimmer – die Glaubw├╝rdigkeit derer, die sauber arbeiten. Die sich anstrengen, die korrekt zitieren, sich nicht mit fremden Federn schm├╝cken und im Sinne des Geistes der Wissenschaften f├╝r die Forschung und f├╝r die Gesellschaft eine herausragende Arbeit abliefern. Eine an die man „glauben“ kann und die geeignet ist, die „W├╝rde“ der Wissenschaft zu wahren. Beides Glaube und W├╝rdigkeit werden durch Plagiatoren dieses Kalibers – in den h├Âchsten ├ämtern unserer Demokratie oder herausragenden Parteifunktionen nachhaltig gesch├Ądigt.

Daraus entsteht ein Kollateralschaden, der zu noch mehr Politikverdrossenheit f├╝hrt:

Ich glaube keinem von denen mehr,

haben sicher sehr viele Menschen resigniert beschlossen, nachdem sie erst irritiert ├╝ber die Vorw├╝rfe waren, dann an die W├╝rde der Beschuldigten glaubten, um sp├Ąter mitzuerleben, wie w├╝rdelos und unglaubhaft sich diese „Vorzeige“-Personen pr├Ąsentierten.

Besch├Ąmung ohne Scham

Das ist besch├Ąmend. F├╝r die Wissenschaft, f├╝r die Menschen, die an Vorbilder glauben, f├╝r die bestohlenen Urheber. Die Betr├╝ger – denn nichts anderes sind Plagiatoren – verhalten sich unversch├Ąmt. Was soll man anderes erwarten? Von jemandem, der die Hochschulreife (Abitur) erlangt hat, meist ein mindestens f├╝nf Jahre langes Studium absolviert hat und dann noch eine mehrj├Ąhrige Promotionsphase hinter sich gebracht hat? Jemand, der in Summe mehr als 20 Jahre in Ausbildung bis zum „Doktor“ ist und behauptet, er habe etwas „├╝bersehen“ oder „unabsichtlich“ gehandelt, l├╝gt entweder oder beweist damit, dass er nach all der Zeit nichts verstanden hat und allein deshalb schon nicht „den Doktor“ als Titel verdient.

Es ist gut und richtig, dass diese Betr├╝ger nun zittern m├╝ssen, dass ihnen jemand auf die Schliche kommt. Und es ist gut und richtig, wenn alle „Doktoren“ ab sofort wieder zur eigentlich selbstverst├Ąndlichen, peinlichen Genauigkeit zur├╝ckfinden.

Redaktionsintern haben wir dar├╝ber diskutiert – durchaus mit unterschiedlichen Positionen. Ein Ergebnis ist aber klar: Auch die Wissenschaft als System, also die Universit├Ąten und ihre Professoren m├╝ssen auf die Plagiatorenskandale reagieren. Sie sind mit verantwortlich, genau zu pr├╝fen, ob wissenschaftliche Standards eingehalten worden sind. Sie m├╝ssen selbst das System der Plagiate abschaffen. Wie viele Professoren gibt es, die die Arbeit ihrer Studenten f├╝r „eigene Arbeiten“ „auswerten“ – ohne die Urheber zu nennen?

Klare Haltung: Ordentliche Zitation ist Pflicht

In unserer Redaktion ist es selbstverst├Ąndlich, dass die Urheber genannt werden. Auch, wenn ein Autor die Hauptarbeit macht und ein anderer in Teilen (wesentlich) mitwirkt. Die Zitation fremder Quellen ist Pflicht. Da gibt es kein Vertun, sondern die klare Ansage, dass Quellen immer ordentlich benannt werden – die einzige (seltene) Ausnahme ist, dass wir zum Schutz der Quellen diese nicht nennen oder verschleiern (m├╝ssen). Jeder Mitarbeiter wird dar├╝ber informiert, dass ein Kopieren fremder Inhalte das Ende der Mitarbeit bedeutet.

Diese redaktionelle Haltung ist nicht selbstverst├Ąndlich. Das Mediensystem ist noch viel versauter, was Plagiate angeht, als die Wissenschaft. Hier wird t├Ąglich im gro├čen Stil geklaut und get├Ąuscht. Und ausgerechnet diese Medien spielen sich als „Moralw├Ąchter“ auf. Das erinnert leider teils an absurdes Theater.

F├╝r Medien gelten andere Produktionsma├čst├Ąbe als f├╝r die Wissenschaft – wir schreiben keine Artikel mit einem Wust von Fu├čnoten mit Quellenhinweisen. Das ist auch meist nicht n├Âtig, weil die Zahl der Quellen f├╝r einen Artikel ├╝berschaubar bleibt und im Text hinreichend gekennzeichnet werden kann.

Eine Frage des Anstands

Wer wie informiert oder wer wie einen Titel anstrebt, muss sich immer die Frage der eigenen Verantwortung stellen und im Zweifel Antworten geben oder Konsequenzen ziehen. Frau Schavan hat das gemacht – sie ist zur├╝ckgetreten. Soll man sie daf├╝r respektieren? Ich finde nicht. Man nimmt das zur Kenntnis. Weder die Entwicklung bis zum R├╝cktritt noch die Anf├Ąnge ihrer Karriere als „Doktor“ begr├╝nden die Einsch├Ątzung eines „ehrvollen Verhaltens“.

Das verdienen Menschen, die sich t├Ąglich alle M├╝he geben, ihre Arbeit anst├Ąndig zu machen. Menschen, die andere Menschen als Vertreter w├Ąhlen, weil sie glauben, dass sie von diesen in W├╝rde und Verantwortlichkeit vertreten werden. Menschen, die sich niemals trauen w├╝rden, andere zu „beschei├čen“ – aus Sorge um den eigenen Ruf, den der Familie, der Kollegen, des Vereins oder f├╝r wen auch immer sie verantwortlich sind.