Donnerstag, 21. September 2017

Gemeinderat beschließt Raumprogramm und Bauweise

LĂŒtzelsachsen Ebene: KiTa-Planung in vollem Gange

Weinheim, 15. Mai 2013. (red) FĂŒr das neu entstandene Wohngebiet „LĂŒtzelsachsen Ebene“ entsteht fĂŒr die Stadt Weinheim ein zusĂ€tzlicher Bedarf an Krippen- und KindergartenplĂ€tzen. Neben der gesetzlichen Verpflichtung, bis August 2013, allen Kindern vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt einen Einrichtungsplatz zur VerfĂŒgung zu stellen, bedarf dieser „Zuwachs“ von Kindern weitere Planung im Ausbau der Kindertagespflege. Ein Neubau muss her. Rahmenbedingungen sowie die Bauweise fĂŒr diese Einrichtung wurden nun vom Gemeinderat beschlossen.

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Aachener PlanungsbĂŒro erstellt Machbarkeitsstudie fĂŒr die Schulentwicklung Weststadt

„Welche Schullösung brauchen wir?“

Weinheim, 15. Mai 2013. (red) Die Schulentwicklung in der Weinheimer Weststadt beschĂ€ftigt den Gemeinderat seit geraumer Zeit. Einen entscheidenen Schritt in Richtung Schul- und Kulturzentrum soll nun eine modulĂ€re Machbarkeitsstudie machen. Der Auftrag wurde vom Gemeinderat mehrheitlich an das Aachener ArchitekturbĂŒro Hausmann erteilt. Dieses soll nun die Machbarkeit fĂŒr das, von der Verwaltung erarbeitete Szenario, prĂŒfen sowie die Baukosten und Folgekosten unter BerĂŒcksichtigung aller Synergien ermittelt. [Weiterlesen…]

Gemeinderat verabschiedet Haushaltsplanung fĂŒr 2013

Der Plan: Große Investitionen, ohne neue Schulden

Weinheim, 04. MĂ€rz 2013. (red/aw) Der Weinheimer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 27. Februar die Haushaltsplanung 2013 verabschiedet. Die Planung sieht große Investitionen fĂŒr Schulen, Kultur und Vereine vor und soll trotzdem ohne neue Schulden auskommen. Insgesamt hat sich die finanzielle Lage der grĂ¶ĂŸten Stadt im Rhein-Neckar-Kreis verbessert. Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Gemeinderat dem Beschlussantrag der Stadtverwaltung zu. [Weiterlesen…]

OB Bernhard besuchte St. Marien und bedankte sich bei ehrenamtlichen Helfern

Mittagstisch wÀrmt auch die Herzen

 

Weinheim, 26. Februar 2013. (red/pm) Beim Nachschlag wurde es diesmal schon ein bisschen knapp und kurz vor halb eins mussten noch mehr Tische und StĂŒhle in den großen Saal des Gemeindehauses von St. Marien getragen werden. „Der Andrang wird immer grĂ¶ĂŸer“, berichtete Manfred Schertler von der katholischen Gemeinde in der Weinheimer Weststadt. Beim „Weinheimer Mittagstisch“ bekommen bedĂŒrftige Menschen zur Winterzeit kostenlos Essen.

Information der Stadt Weinheim:

„In der Tat: Der „Weinheimer Mittagstisch“, bei dem bedĂŒrftige Menschen zur Winterzeit kostenlos ein warmes Mittagessen bekommen, wird rege nachgefragt. [Weiterlesen…]

Jahresinterview mit OB Bernhard

HamsterrĂ€der, Großprojekte, Energiewende

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard und seine Verwaltung haben 2013 jede Menge Arbeit vor sich.

 

Weinheim, 25. Februar 2013. (red/pro/ae/ld) OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard stand uns fĂŒr ein umfangreiches „Jahresinterview“ zur VerfĂŒgung – mit einem Blick zurĂŒck, aber wichtiger, einem nach vorne. Top-Themen hat das Jahr 2013 genug: Der BĂŒrgerentscheid zu Breitwiesen soll gleichzeitig zu den Bundestagswahlen stattfinden, die Energiewende sorgt beim Thema Windenergie fĂŒr Aufregung, die Schulentwicklung Weststadt ist ein Megaprojekt und das Ringen um eine Sporthalle fĂŒr die Ortsteile noch lĂ€ngst nicht entschieden.

Interview Hardy Prothmann

Herr OberbĂŒrgermeister Bernhard, wie ist denn der Stand in Sachen Verkauf der 209 Wohnungen an die Familienheime?

Heiner Bernhard: Diese Sache mit den 209 Wohnungen hat uns wirklich unvorbereitet erwischt. Mich persönlich hat das sehr belastet. Wir haben die Sache relativ gerÀuschlos behandeln und sozialvertrÀglich abwickeln können. Jetzt muss der Vertrag ausgehandelt werden, dann geht man zum Notar. Das steht unmittelbar bevor.

Wie fĂŒhlt man sich, wenn ein „großer Brocken“ erledigt ist?

Bernhard: Mir fehlt leider oft die Möglichkeit, innezuhalten und zu sagen: „Freunde, das haben wir jetzt auch erledigt.“ Dies tun zu können, macht ein StĂŒck LebensqualitĂ€t aus.

Hamsterrad und Mitarbeitermotivation

ErklÀren Sie das genauer.

Bernhard: Das Hamsterrad dreht sich stĂ€ndig weiter und es bleibt keine Zeit, sich zurĂŒckzulehnen. Wir versuchen, bei wirklich wichtigen Dingen das Engagement der Mitarbeiter mit WertschĂ€tzung zu belohnen. Mir persönlich ist das noch zu wenig, besser wĂ€re es, wenn man sich zusammen setzt, kurz innehĂ€lt und das Projekt Revue passieren lĂ€sst. Da mĂŒssen wir uns wirklich etwas einfallen lassen, denn solche großen Themen werden immer mehr, was zu einer grĂ¶ĂŸeren Belastung der Mitarbeiter fĂŒhrt.

Gibt es ein Thema, das ihnen im vergangenen Jahr am meisten Spaß gemacht hat?

Bernhard: Mich hat am meisten gefreut, dass der Moderationsprozess „Schulentwicklung Weststadt“ ĂŒberraschende Ergebnisse gebracht hat. Insbesondere die Kombination „Grundschule-Förderschule“ hatte ich nicht erwartet. Insgesamt freue ich mich darĂŒber sehr, weil wir vor drei Jahren bereits zu einem Moderationsprozess eingeladen hatten und damals gescheitert sind.

Chefredakteur Hardy Prothmann im GesprÀch mit OB Bernhard.

 

Wie erklÀren Sie sich das?

Bernhard: Das Thema Inklusion hat dazu gefĂŒhrt, dass ĂŒber dieses Thema offener gesprochen wird. Zusammen leben und zusammen lernen von Kindern mit Handicap und ohne wird immer wieder thematisiert. Und dass wir jetzt eine Lösung haben, die uns in die Lage versetzt in Zukunft drei Immobilien abzustoßen, fĂŒr deren Unterhalt die Stadt sehr viel Geld zahlt, das ist eine enorme Entlastung.

Die GrundstĂŒcke und Immobilien gehören der Stadt?

Bernhard: Zwei gehören der Stadt: Die Bach-Schule, die jetzige Förderschule, und die Albert-Schweizer Schule. Die Musikschule in der Bismarckstraße ist ein Mietobjekt, das der Firma Freudenberg gehört . Wenn der Neubau am Rolf-Engelbrecht Haus realisiert wird, dann haben wir diese drei Kostenfaktoren nicht mehr.

Großprojekt Schulentwicklung Weststadt

Wie hoch sind die Kosten?

Bernhard: Das habe ich wirklich noch nicht gerechnet. Um das alles zu ermitteln und Synergien zu berechnen, wird eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das wird in den nÀchsten Wochen passieren.

Der energetische Zustand ist vermutlich eine totale Katastrophe.

Bernhard: Beim Rolf-Engelbrecht-Haus ist die Energiesituation eine völlige Katastrophe. Bei den beiden anderen Schulen auch. Da werden wir uns erheblich besser aufstellen, wenn wir neu bauen.

Wenn die verschiedenen Schulen jetzt zusammengehen, heißt das nicht, dass es nur ein Rektorat gibt. Das sind schon zwei verschiedene Schultypen. Das ist anders als man es bei einer Grund- oder Hauptschule machen kann.

Bernhard: Ja, aber sie können zum Beispiel mit einem Sekretariat arbeiten. Was die Raumnutzung angeht, ist das sicherlich besser, als wenn man zwei getrennte Schulen hat. Und dann ist die Inklusion bei uns noch in den Kinderschuhen. Ich glaube, dass es nie möglich sein wird, die Förderschule komplett aufzugeben. Aber ich bin sicher, dass sich die Anzahl der SchĂŒler im Laufe der Jahre reduzieren wird, weil mehr Inklusion stattfinden wird. Durch Beschulung dieser Kinder mit Handicap in „normalen“ Klassen.

Sporthalle als Dauerthema

In der vergangenen Hauptausschusssitzung hat die Freude einen DĂ€mpfer erhalten, mit diesem Abzug der zwei Millionen Euro aus dem 20 Millionenpaket.

Bernhard: Ich glaube, wir können mit den verbleibenden 18 Millionen Euro zumindest das Schulprojekt realisieren. Unsere mittelfristige Finanzplanung ist ja vom Volumen her gleichgeblieben und das wird vom RegierungsprĂ€sidium auch geprĂŒft. Die Hallen-Thematik wird uns noch Jahre beschĂ€ftigen.

Wie lief der Prozess denn bisher ab?

Bernhard: Ich habe in den letzten acht Jahren versucht, eine Diskussion in Gang zu bringen, die allen Akteuren verdeutlichen sollte, dass nicht alles geht, was man sich wĂŒnscht. Das hat nicht funktioniert, und deshalb wĂŒnscht sich jeder nach wie vor alles. Wir, die Verwaltung, haben eigentlich nie artikuliert, was wir fĂŒr eine sinnvolle Lösung hielten, weil wir die Lösung nicht kaputt machen wollten. Jetzt, wo tatsĂ€chlich alles möglichst auf einmal gemacht werden soll, mĂŒssen wir agieren. Da werden wir im ersten Halbjahr im Gemeinderat eine Entscheidung treffen mĂŒssen.

Sechs Millionen Euro soll der Verkauf der 209 Wohnungen in der Stettiner und Breslauer Straße bringen. OberbĂŒrgermeister Bernhard war fassungslos ob der unĂŒberlegten Äußerung von GĂŒnter Breiling. Einige StadtrĂ€te schielen begehrlich auf das Geld fĂŒr eine neue Sporthalle – die Verwaltung braucht es aber fĂŒr Sanierungen.

 

Worum geht es in dieser Entscheidung genau?

Bernhard: Wie es mit dem Hallenbad Hohensachsen weitergeht, wird entscheidend sein. Mit dieser Frage werden wir uns nach der Beschlussfassung des Haushaltes wieder einmal beschĂ€ftigen. Wir werden den Ausschuss fĂŒr Sport und Freizeit einberufen. Der hat in meiner Amtszeit noch nie getagt. Dann werden wir die Ergebnisse der KosteneinschĂ€tzung vorstellen und einen Vorschlag machen fĂŒr das weitere Vorgehen. Das wird eines der großen Themen im Jahr 2013.

Mir ist aber aufgefallen, dass die Ortsteile nicht integriert sind. Wollen sie sich nicht integrieren? Was ist das Problem? Kommen aus den Ortsteilen SonderwĂŒnsche, die mit dem Gesamtwesenkörper Weinheim oft nicht harmonisieren?

Bernhard: Ich habe das GefĂŒhl, dass man sich ĂŒber Jahrzehnte hinweg keine Gedanken ĂŒber dieses VerhĂ€ltnis gemacht hat. Es ist in jeder einzelnen Ortschaft mehr geschehen seit der Eingemeindung als in den Stadtteilen der Kernstadt Weinheims. Das hat aber niemand so richtig auf dem Schirm, weil da ein Integrationsbewusstsein fehlt. Wenn ich nur als Oberflockenbacher oder Rippenweirer denke, ist es viel leichter, mich benachteiligt zu fĂŒhlen, als mich mit der Stadt zu identifizieren. Daran hĂ€tten wir arbeiten mĂŒssen. Das ist aber keine Aktion, die wir jetzt nachholen können. Denn dann wĂŒrden wir ja wirklich aufrechnen.

Es wird ja stÀndig aufgerechnet.

Bernhard: Es kann nicht unsere Aufgabe sein, aufzurechnen, was wir alles schon fĂŒr die Stadtteile gemacht haben. Ich habe die EingemeindungsvertrĂ€ge wirklich alle sehr grĂŒndlich gelesen: Von einer Halle in Oberflockenbach steht da nichts drin. Wenn man ĂŒber 40 Jahre danach ĂŒber Inhalte des Eingemeindungsvertrags diskutiert, dann ist irgendetwas falsch gelaufen. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich habe in der Zeit, in der ich kommunalpolitisch noch nicht unterwegs war, keine Diskussion erlebt, in der es um die Ortschaften und die Kernstadt ging. Man hat das jahrzehntelang nicht als Problem wahrgenommen.

Wann sind die Probleme aufgekommen und warum?

Bernhard: Das Thema ist erst mit dem Hallenbad Hohensachsen vor zehn Jahren aufgekommen, als wir mit dem einstimmigen Hauptausschussbeschluss, das Hallenbad zu schließen, in den Gemeinderat gegangen sind. Der stimmte dann geschlossen gegen die Schließung.

Wie geht das?

Bernhard: Das frage ich mich auch. Nach dem Bekanntwerden dieser Vorentscheidung gab es AktivitĂ€ten. Und innerhalb dieser Woche ist das gekippt. Ich habe das vorher nicht erlebt. Es war mein erstes Jahr als OberbĂŒrgermeister. Dann haben wir dieses GrundstĂŒck in Oberflockenbach gekauft – fĂŒr die Halle. Vorher ist bei dem ganzen Thema eigentlich nichts passiert, 30 Jahre lang. Dann haben wir die Feuerwehr gebaut, obwohl in einer ersten Konzeption eigentlich nicht klar war, ob wir ein neues GebĂ€ude ĂŒberhaupt brauchen, von der Entfernung her, von den Wegen her. Das war der Kontext, in dem das Thema Ortseile versus Stadt hochkam.

Überraschungen

Dass die Entscheidung vom Gemeinderat innerhalb einer Woche kippt, ist doch außergewöhnlich. Ich habe meistens den Eindruck, dass Sie sich mit den Fraktionsspitzen sehr gut verstehen und im Vorfeld von Entscheidungen verhandelt haben.

Bernhard: Die Absprachen sind weniger geworden; auch deswegen, weil sich die Position der Fraktionsvorsitzenden innerhalb ihrer Fraktion gravierend verĂ€ndert hat. FrĂŒher war es berechenbarer. Das hat aber auch Vorteile. Ich muss nicht strategisch vorgehen, so dass ich immer weniger belastet in solche schwierigen Abstimmungsprozesse rein gehe. Ich muss dann einfach reagieren und sehen wie’s lĂ€uft. Teilweise ist das schon sehr anstrengend, die einzelnen Gedanken einzusammeln und zu formulieren, die sich fĂŒr einen durchsetzbaren Beschluss eignen. Toi, toi, toi, bis jetzt gelingt es. FrĂŒher waren Abstimmungsergebnisse schon vorher klarer – heute gibt es immer weniger Absprachen.

Wie gehen Sie damit um?

Bernhard: Wir beschĂ€ftigen uns viel weniger mit Sitzungsvorbereitungen als frĂŒher. DafĂŒr aber viel intensiver mit der Vorlage. Das kostet jede Menge Zeit. Je nachdem wie die Ämter agieren, bekommt man eine Vorlage zu einem komplizierten Thema oft ein paar Wochen vorher als ersten Entwurf. Je nachdem wie das in den Zeitplan passt, kann man das in der Lagebesprechung diskutieren. Das tut eigentlich gut, weil man dann die Materie recht gut kennt, ohne dass man die Vorlage davor so intensiv studiert hat.

In der Haushaltsitzung Anfang Januar war vor allem GĂŒnter Breiling sehr aktiv mit Fragen. Wie empfinden Sie das? Es könnten alle 43 StadtrĂ€te so viele Fragen stellen wie er, dann hĂ€tten sie wirklich lange Sitzungen. Ich habe das GefĂŒhl, dass die Fragen berechtigt waren, aber ich habe auch das GefĂŒhl, dass er sie Ă€rgern oder vorfĂŒhren wollte. Empfinden Sie das auch so?

Bernhard: Ich empfinde das nicht so. Ich kenne Herrn Breiling schon sehr lange. Er hat seine Ansichten, und ist ein sehr akribischer Mensch. Deshalb ist er mit Sicherheit besser vorbereitet als der Durchschnitt der Mitglieder des Gemeinderats. Er liest sehr intensiv und ĂŒberlegt, rechnet nach und macht sich Gedanken. Was mich ab und zu Ă€rgert, ist, dass er die Fragen stellt, die er davor schon Verwaltungsmitgliedern gestellt hat und beantwortet bekam oder dass in teilweise sehr langen Telefonaten Dinge durchgesprochen werden und er sie anschließend erneut in Sitzung fragt. Das ist nicht ökonomisch. Ich möchte mir nicht anmaßen, solches Verhalten zu kritisieren. Das ist seine Art, und ich finde, dass er sich sehr gut auskennt. Er ist fĂŒr mich auch den gelegentlich ein GesprĂ€chspartner, mit dem ich hochkomplexe Dinge vorbesprechen kann. Ich habe z.B. das Thema Wohnungen mit ihm vorher besprochen. Weil ich einfach wusste, dass ich ihm vertrauen kann. Manchmal ist es auch gut, wenn man Leute ins Vertrauen zieht. Das schafft VerbĂŒndete in bestimmten Themen.

Wohin mit dem Geld?

Aber ausgerechnet GĂŒnter Breiling hat die sechs Millionen Euro Verkaufserlös öffentlich gemacht. Ihr Blick dabei war filmreif: Zwischen Erstaunen, Entsetzen und UnglĂ€ubigkeit.

Bernhard: Ich konnte mit der Situation nicht umgehen. Deswegen bin ich auch rausgelaufen. Ich sehe das wirklich als Ausrutscher bei ihm. Das kann einmal passieren.

Er hat ihnen ja den Schwarzen Peter zugeschoben.

Bernhard: Das ist wirklich schade. Damit verkauft er sich unter Wert.

Die Stadt braucht das Geld aber fĂŒr die eigenen stĂ€dtischen Wohnungen, da es dort einen Sanierungsstau gibt.

Bernhard: Richtig. Wir haben in den Wohnungen einen Sanierungsstau.

In den Wohnungen, die ja wieder Geld bringen, wenn sie saniert sind. Im Gegensatz zu einer Halle, die nur kostet.

Bernhard: Das Geld dafĂŒr einzusetzen, ist vernĂŒnftig. Wir werden das als RĂŒcklage einstellen und zusehen, dass wir im Laufe der Zeit unser GebĂ€udeunterhaltungsprogramm aufstocken. Was aber auch nicht mit einem Schlag geht. Man muss ja auch in der Lage sein, das abzuarbeiten. Wenn der Haushalt beschlossen ist, werden wir das Geld vernĂŒnftig einplanen.

Stichwort Haushalt: dieses Jahr sieht es ganz gut aus. Die zwei kommenden Jahre darauf 2014 /15 ist die Haushaltslage, sagen wir mal, ĂŒberhaupt nicht mehr lustig.

Bernhard: Das ist eine Konsequenz aus dem Finanzausgleich. Wenn wir ein anderes Finanzierungssystem hĂ€tten, wĂ€re das auch nicht so krass, weil durch diese Steuerkraft unsere Zuweisungen in 2014 und 15 geringer werden. Trotzdem ist ja auch bekannt, dass den Kommunen von den höheren Gewerbesteuereinnahmen ungefĂ€hr 25 Prozent bleiben. Der Rest geht ĂŒber die Umlagesystematik wieder weg. Das ist ein altes System, das nur dann Mucken zeigt, wenn die Schwankungen hoch sind. Und das sind sie leider zunehmend.

Angespannte Haushaltslagen

Schauen Sie auch auf andere Gemeinden, beispielsweise Ladenburg vor zwei Jahren? Dort war die Situation „von heute auf morgen“ dramatisch.

Bernhard: SelbstverstĂ€ndlich schauen ich auf die Gemeinden in der Nachbarschaft, aber auch weiter. Wenn man so einen Blick ins Land hat, dann misst man das auch mit anderen MaßstĂ€ben. Sindelfingen hat vor zwei Jahren unterm Strich keine Einnahmen, keine Gewerbesteuereinnahmen mehr gehabt. Jetzt stehen sie wieder gut da. Da wird das System absurd. Ich halte das aktuelle Gewerbesteuersystem fĂŒr falsch. Aber es ist das beste, was wir haben. Weil alles andere, das man bisher gehört hat, nicht in dem Sinn funktioniert, dass die Gemeinden ausreichend finanziert werden.

Sie haben in der Sitzung gesagt, mit Hinweis auf Begehrlichkeiten, dass die Ampel irgendwie auf hellrot umschaltet, wenn zu viel verlangt wird vom Haushalt in den kommenden Jahren. Ab wann wird die Ampel rot vom RegierungsprÀsidium aus? Sehen Sie schon einen Amtsverweser anklopfen?

Bernhard: So viele Amtverweser gibt es gar nicht, wie man sie in deutschen Kommunen brauchen wird. Schauen Sie mal nach Rheinland-Pfalz, gucken Sie mal nach Nordrhein-Westfalen: Da haben viele Kommunen einen viel heftigeren Verschuldungsstand.

Was wird stattdessen passieren?

Bernhard: Ich halte es fĂŒr realistisch, dass irgendwann die Rechtsaufsicht sagt: Hört zu, ihr wollt jetzt x-Millionen Schulden machen, dĂŒrft aber bloß y. Dieses Delta muss dann halt verkraftet werden. So wird das in der Praxis laufen. Wir werden jetzt bei dem Haushalt 2013 nur den Hinweis darauf erhalten, dass ĂŒber die weitere Verschuldungsentwicklung noch mal intensiv nachgedacht werden muss. Es gab schon eine Entspannung beim Haushalt 2012 verglichen mit den Vorjahren. Ich weiß aus GesprĂ€chen mit dem RegierungsprĂ€sidium, dass man unsere KonsolidierungsbemĂŒhungen sehr anerkennt. Wenn ich mir aber anschaue, wie verschieden im Gemeinderat PrioritĂ€ten diskutiert werden, dann wird deutlich, dass das noch ein schwieriger Weg ist, einerseits konkrete Entwicklungen anzustoßen und andererseits WĂŒnsche fĂŒr die Zukunft zu formulieren, die auch realistisch sind.

Die Stadt wĂŒrde als Zukunftssicherung gerne die Breitwiesen entwickeln. Ob das möglich sein wird, soll ein BĂŒrgerentscheid klar machen. Wann wĂ€re der beste Termin – eventuell zur Bundestagswahl im Herbst? Das wĂŒrde eine große Beteiligung bringen und Kosten sparen.

Bernhard: Den September-Termin werden wir dem Gemeinderat vorschlagen.

BĂŒrgerentscheid Breitwiesen

In Bayern werden viele große Projekte ĂŒber BĂŒrgerentscheide entschieden – wenn ich mir so anschaue, was unser Partnerblog Tegernseer Stimme berichtet, sprechen sich die BĂŒrger/innen meist fĂŒr die Projekte aus. Sind die Bayern uns voraus?

Bernhard: Dort gibt es ausgeprĂ€gtere plebiszitĂ€re Traditionen. Aber offensichtlich auch Klarheit, wo das Geld herkommt – aus der Wirtschaft. Wir sind eine Stadt, die strukturell unterfinanziert ist. Wir haben eine Infrastruktur fĂŒr eine Stadt mit 60.000 Einwohnern, die auch von Birkenau und Gorxheimertal genutzt wird. Damit ich jetzt nicht falsch verstanden werde: Alle sind herzlich willkommen – aber wir haben die Kosten. Das muss man im Blick haben.

Protest der Bauern gegen Breitwiesen.

 

Daran können Sie aber nicht viel Àndern, wenn die Birkenauer nach Weinheim zu Baden kommen.

Bernhard: Ich kann versuchen, mehr Einwohner nach Weinheim zu holen, wie jetzt in LĂŒtzelsachsen Ebene und auf den freiwerdenden SchulgelĂ€nden – ideale Standorte fĂŒr den Wohnungsbau.

Welche Art von Wohnungsbau? Oder können Sie sich auch Gewerbe vorstellen?

Bernhard: Eher Wohnungsbau und auch ĂŒber betreutes Wohnen muss nachgedacht werden.

Nochmal zum Thema Breitwiesen – Amazon war ja mal im GesprĂ€ch, können Sie sich auch kleinteiligere Entwicklungen vorstellen?

Bernhard: Ja klar. Wir haben fĂŒr das GelĂ€nde Interessenten. Das sind MittelstĂ€ndler mit einer extrem hohen Arbeitsplatzdichte und einer Expansionsstory in der Entwicklung ihrer ArbeitsplĂ€tze, die ĂŒberzeugt. Da spielt Amazon jetzt gar keine Rolle. Manche Unternehmen, die in Weinheim ihren Standort haben, wollen expandieren. Am liebsten in Weinheim, weil natĂŒrlich ihre Mitarbeiter da sind. Wenn Sie aber keine Möglichkeit haben, dann ziehen sie weg. Das ist unsere Leitlinie: Bestehende Weinheimer Unternehmen und andere in der Region angesiedelte Unternehmen könnten auf das Gebiet kommen. Da ist kein FlĂ€chenfraß Ă  la Amazon oder Pfenning denkbar. Deshalb denke ich, dass wir sehr gut aufgestellt sind und das Interesse groß ist.

Das Interesse hÀngt sicher von Zusagen ab.

Bernhard: Hier kriegt niemand etwas geschenkt, aber selbstverstĂ€ndlich hören wir uns WĂŒnsche an. Aber auch wenn der BĂŒrgerentscheid pro Breitwiesen ausfĂ€llt, ist da noch eine Menge zu tun.

Wird er denn pro Breitwiesen ausfallen?

Bernhard: Ich bin da sehr optimistisch, weil ich immer wieder aus der Bevölkerung höre: „Macht weiter! Wir brauchen das.“ Was leider noch zu wenig klar ist: Wenn Breitwiesen nicht entwickelt wird, dann wird es der Hammelsbrunnen sein. Das werden wir immer wieder deutlich machen mĂŒssen.

Es gibt auch diese Position: Niemand zwingt die Stadt eines der beiden Gebiete zu entwickeln.

Bernhard: Hammelsbrunnen steht als Gewerbegebiet im FlĂ€chennutzungsplan. Deswegen muss man den Leuten sagen, wenn ihr gegen die Entwicklung von Hammelsbrunnen seid, dann seid Ihr fĂŒr den FlĂ€chentausch mit Breitwiesen.

Wie schĂ€tzen Sie die Mehrheit fĂŒr einen BĂŒrgerentscheid im Gemeinderat ein?

Bernhard: Wir werden in der Februarsitzung entscheiden. Im Vorfeld habe ich mir von der notwendigen Mehrheit schriftlich versichern lassen, dass ein BĂŒrgerentscheid gewĂŒnscht ist. Es kann jetzt wohl nicht sein, dass fĂŒr diesen BĂŒrgerentscheid weniger StadtrĂ€te stimmen, als ich Unterschriften habe.

Dem Weinheimer Gemeinderat ist alles zuzutrauen.

Bernhard: Damit rechne ich jetzt wirklich nicht. Die Art und Weise wie man sich jetzt besonnen hat, gibt mir schon Vertrauen, dass diejenigen, die unterschrieben haben, auch dafĂŒr stimmen werden.

Windkarte Weinheim. Quelle: Stadt Weinheim

 

BĂŒrgerbeteiligung und Windkraft

Mit dem Thema Breitwiesen kam auch das Thema BĂŒrgerbeteiligung – was haben Sie daraus gelernt?

Bernhard: Unsere reprĂ€sentative Demokratie wird immer stĂ€rker von politisch-aktiven Gruppen von außen dominiert. Das Thema Breitwiesen hat uns frĂŒher als geplant gezwungen, uns damit zu befassen. Wir hatten eigentlich vor, im Jahr 2012 eine Gemeinderatsklausur zur BĂŒrgerbeteiligung zu machen. Ich habe, was das BĂŒrgerratsthema und die Auswahl ĂŒber den Zufallsgenerator angeht, eine entscheidende Sache gelernt, die ich sehr interessant finde: Dass man Leute, die sich vorher fĂŒr die Weltpolitik oder den Euro interessierten, aber nicht fĂŒr einen Bebauungsplan, aktiv in die Stadtpolitik zurĂŒckbekommt. Wenn man diese Leute in die Verantwortung nimmt, dann entwickeln sie Ideen, die man gar nicht erwartet hĂ€tte.

Wie zum Beispiel?

Bernhard: Ich bin neulich am Bahnhof Weinheim ausgestiegen. Da spricht mich jemand an und sagt: Hallo, ich bin einer von den BĂŒrgerrĂ€ten. Was wird denn damit jetzt? Ein Mann, der in Baden-WĂŒrttemberg als Kaufmann unterwegs ist. Jemand, der lokal vorher nichts wahrgenommen hat und der sozusagen politisch aktiviert wurde. Das ist sehr gut, denn wir brauchen die Mitwirkung der BĂŒrger/innen.

Die bringen sich zur Zeit auch ordentlich in Sachen Energiewende, sprich Windenergie ein. Wie beurteilen Sie das?

Bernhard: Hier gibt es viel Streitpotenzial und das haben wir der GrĂŒn-Roten Landesregierung zu verdanken, die die ZustĂ€ndigkeit auf die kommunale Ebene herunter delegiert hat. Aber sie mĂŒssen sich mal vorstellen, was das fĂŒr ein Verwaltungsakt und Kostenaufwand ist, das alles die Kommunen machen zu lassen. Das halte ich fĂŒr falsch. Weil das unnötigerweise dazu fĂŒhrt, dass ĂŒber diese Art der Energiegewinnung negativ diskutiert wird. Jetzt haben wir haben den schwarzen Peter und mĂŒssen durch die Untersuchung von Gebieten aktiv steuern. Wenn ich keine Gebiete ausweise, lĂ€sst der Gesetzgeber die Nutzung ĂŒberall zu, das wollen wir vermeiden.

Was wÀre besser gewesen?

Bernhard: In Rheinland-Pfalz gefĂ€llt mir die Lösung der Windenergie sehr gut: Da ist keine Verspargelung der Landschaft in Sicht, weil sie es einfach konzentriert haben. Warum machen Sie das bei uns nicht? In Rheinland-Pfalz wurde das in der Landesplanung gemacht. Wir hĂ€tten das wenigstens ĂŒber Regionalplanung machen sollen. Aber der Zug ist abgefahren. Das lĂ€uft jetzt nicht mehr.

Experten von BUND und NABU beurteilen TeilflÀchennutzungsplan der Stadt

Windenergie vs. Tier- und Naturschutz

Weinheim, 14. Januar 2013. (red/aw) Wenn es um Windkraftanlagen in Weinheim geht, dann ist die Bevölkerung geteilter Meinung. Die einen befĂŒrworten, die anderen kritisieren. Die Stadtverwaltung ist bemĂŒht, eine öffentliche Diskussion zu fĂŒhren und die Meinung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mit einzubeziehen. Auch die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes sind zu berĂŒcksichtigen. Bei einer Informationsveranstaltung am vergangenen Freitag wurden erste EinschĂ€tzungen von Experten prĂ€sentiert: In mehreren der ausgewiesenen Freibereiche besteht eine GefĂ€hrdung durch WindrĂ€der insbesondere fĂŒr verschiedene Vogel- sowie Fledermaus-Arten.

Von Alexandra Weichbrodt

Der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner staunte nicht schlecht als er sah, wie viele Weinheimerinnen und Weinheimer sich im BĂŒrgersaal des alten Rathauses einfanden, um der Informationsveranstaltung beizuwohnen. Die Stadtverwaltung wollte noch einmal ganz bewusst Experten und Betroffene ihre Sicht der Dinge in Sachen Windenergie erlĂ€utern lassen. Der Schwerpunkt des Abends lag auf den Erkenntnissen der Natur- und LandschaftsschĂŒtzer.

Eingeladen waren hierzu Dietmar Matt vom Naturschutzbund (NABU), Siegfried Demuth vom Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Land- und Fortswirt Philipp Jungmann. Alle drei Referenten leben in Weinheim und kennen daher die betroffenen Gebiete.

Jegliche Erzeugung von Energie greift in die Natur und Landschaft ein,

stellt Siegfried Demuth gleich zu Beginn seines Vortrages klar. Allerdings sei die Gewinnung von Energie durch Windkraftanlagen noch vergleichsweise schonend fĂŒr die Umwelt. Im Gegensatz zu anderen Formen der alternativen Energiegewinnung haben Windkraftanlagen „praktisch keine Auswirkungen auf das Weltklima“. Die Stadt Weinheim mĂŒsse nur die gĂŒnstigsten Gebiete aussuchen, unter BerĂŒcksichtigung der Natur- und Landwirtschaft versteht sich.

„Windenergie hat praktisch keine Auswirkungen auf das Weltklima.“

Im Windenergieerlass des Landes Baden-WĂŒrttemberg sind bereits einige Bedingungen fĂŒr die Aufstellung von Windkraftanlagen festgelegt. Bestimmte FlĂ€chen werden hier von vornherein als Tabuzonen ausgewiesen, etwa weil sie Naturschutzgebiete sind. Die Aufgabe des Diplom-Biologen Demuth bestand nun darin, die Freibereiche 1 bis 6 unter den Aspekten des Natur- und Umweltschutz zu begutachten und zu bewerten. Sein Ergebnis: Bei mindestens zwei Gebieten kommt es zu Problemen.

Vorentwurf der Stadt Weinheim: “FlĂ€chenanalyse zur Steuerung von Standorten fĂŒr Windenergieanlagen im Stadtgebiet”

 

Besonders die FlĂ€chen am Eichelberg in Ober-Flockenbach und rund um den Hirschkopfturm in NĂ€he der Burgen sind aus Sicht des Experten problematisch, da hier teilweise geschĂŒtze Biotope angesiedelt sind. Auch im Bereich der Bergstraßen-Rheinebene könne es zu Problemen kommen, hier wurden immer mal wieder Störche gesichtet.

Die anderen Gebiete sind aus Sicht des BUND-Ortsgruppen-Vorsitzenden „in Ordnung“. Die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf die Natur seien hier deutlich geringer. Siegfried Demuth befĂŒrwortet die Aufstellung von Windkraftanlagen grundsĂ€tzlich und nennt fĂŒr die „Problemzonen“ Alternativen.

Problemgebiete durch AlternativflÀchen ersetzen

Der Steinberg, westlich der Ursenbacher Höhe, sowie das Gebiet rund um den Weinheimer Kopf wĂŒrden sich als Alternativen anbieten.

Die Gebiete seien zum Teil bereits erschlossen und versiegelt. Im Vergleich zu den Freibereichen am Eichelberg und am Hirschkopfturm wĂŒrde hier ein vergleichsweise geringer Eingriff in die Natur erforderlich sein. DarĂŒber habe er die Stadtverwaltung informiert, mit der Bitte diese Gebiete als mögliche Standorte fĂŒr Windkraftanlagen zu prĂŒfen.

Die Referenten des Abends (v.l.n.r.): Philipp Jungmann, Siegfried Demuth, Dietmar Matt, Dietmar Schmittinger, Dr. Alexander Boguslawski.

 

Der Hobby-Ornithologe und ehemalige Vorsitzende der Ortsgruppe des NABU in Weinheim, Dietmar Matt, besichtigte die ausgewiesenen Freibereiche ebenfalls. Allerdings lag sein Augenmerk auf möglichen Folgen von Windkraftanlagen fĂŒr die Tierwelt.

Der NABU Weinheim begrĂŒĂŸt die Haltung der Stadt zur Energiewende,

stellte Matt zu Beginn klar. Allerdings beinhalte die Planung „zu viel Politik und zu wenig Biologie sowie Ökologie“. Die biologischen und ökologischen Aspekte mĂŒssten aus seiner Sicht stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden.

„Zu viel Politik, zu wenig Biologie.“

Beim Betrachten der potentiellen FlĂ€chen sei deutlich geworden, dass besonders Vögel und FledermĂ€use unter Windkraftanlagen leiden wĂŒrden. Ihre LebensrĂ€ume sowie ihre Existenz seien durch Windkraftanlagen besonders gefĂ€hrdet.

Windkraftanlagen können Vögel und FledermÀuse gefÀhrden oder vertreiben. Brut- und RastplÀtze gehen möglicherweise verloren.

Dietmar Matt brachte Anschauungsmaterial mit: Rotmilan, Weißstorch und die Baumfledermaus – diese Arten sind u.a. durch Windkraftanlagen gefĂ€hrdet.

Matt erlĂ€utert das Tiervorkommen fĂŒr alle der sechs ausgewiesenen FlĂ€chen. Überall gibt es seiner Meinung nach Tiere, auf die RĂŒcksicht genommen werden muss. So sei u.a. der Freiebereich 1 in Hemsbach und Laudenbach Nahrungshabitat fĂŒr den Greifvogel Rotmilan und BrutstĂ€tte des Weißstorchs. Im Freibereich 3 bestehe eine große Gefahr unterhalb der Vogesenschau, besonders fĂŒr die dort ansĂ€ssigen BaumfledermĂ€use.

Von Windkraftanlagen gehe fĂŒr Flugtiere ein besonderes Kollisionsrisiko aus. Durch die RotorenblĂ€tter der Anlagen sind die Tiere akut gefĂ€hrdet. Aber auch ein „Meideverhalten“ von Gebieten mit Windkraftanlagen durch andere Tiere, wie Hasen, Libellen oder KĂ€fern könne man nicht ausschließen, so Matt.

AbwÀgen, ob GefÀhrdung der Tiere zu rechtfertigen ist.

Doch man mĂŒsse eben abwĂ€gen, findet Siegfried Demuth:

Können wir die GefÀhrdung der Tiere rechtfertigen?

Ja, finden einige Anwesende. Mit dem Auto töte man ja auch tagtĂ€glich Tiere, das seien eben KollateralschĂ€den die in Kauf genommen werden mĂŒssten, findet eine Dame. Dietmar Schmittinger vom Stadtentwicklungsamt berichtet in diesem Zusammenhang von Windkraftanlagen, die ihren Betrieb auch zeitweise einstellen könnten:

Um so, in den Flugzeiten von Vögeln oder auch FledermÀusen das Risiko zu minimieren.

Ob dass dann fĂŒr den Investor noch wirtschaftlich tragbar sei, sei nicht bewertungsrelevant fĂŒr das Planungsverfahren. Ebenso wenig, wie das Windaufkommen in Weinheim. DarĂŒber mĂŒsse der Investor eigene Gutachten erstellen.

Um alle Aspekte in Bezug auf den Tierschutz berĂŒcksichtigen zu können, empfiehlt Dietmar Matt der Stadtverwaltung die Einrichtung eines Arbeitskreises fĂŒr den „Artenschutz und Windkraftanlagen“.

„Ohnehin zu wenig landwirtschaftliche FlĂ€chen“

Auch der Milchkuhbauer und Biogasanlagen-Betreiber Philipp Jungmann zeigte sich grundsĂ€tzlich aufgeschlossen gegenĂŒber Windkraftanlagen, sieht aber Probleme in der FlĂ€chenausweisung:

Ich persönlich wĂŒrde die Nutzung von ForstflĂ€chen bevorzugen, da landwirtschaftliche FlĂ€chen ohnehin rar sind.

Dies sei jedoch seine ganz persönliche Meinung. Jeder Landwirt habe da andere Interessen. FĂŒr Jungmann selbst wĂ€re wichtig, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. DafĂŒr erhĂ€lt er Applaus der Anwesenden.

Im Anschluss an die VortrĂ€ge der Referenten eröffnet Dr. Alexander Boguslawski die Diskussions- und Fragerunde. Und obwohl Dietmar Schmittinger vom Weinheimer Stadtentwicklungsamt zu Beginn die aktuelle Ausgangsituation noch einmal erlĂ€utert hatte, wurde die Frage, ob denn ĂŒberhaupt potentielle FlĂ€chen ausgewiesen werden mĂŒssen, im Laufe des Abends immer wieder thematisiert.

Diskussion endet erneut in Grundsatzfrage

Dabei ist die Frage, ob Windenergie nach Weinheim kommt lÀngst geklÀrt. Sie kommt. Es geht nun viel mehr darum wohin. Und wie die Stadt, die Standorte möglichst selbstbestimmt steuern kann. (Anm. der Red.: Wir berichteten.)

Die Diskussionsrunde wurde schnell hitzig. Allerdings nicht wegen des Tierschutzes, sondern wegen der Grundsatzfrage: Windkraft – Ja oder Nein?

 

Die Veranstaltung sollte ursprĂŒnglich dazu dienen, die von der Stadtverwaltung ausgewiesenen Freibereiche des TeilflĂ€chennutzungsplans aus Sicht der Natur- und TierschĂŒtzer zu analysieren. Es wĂ€re toll gewesen, wenn die vielen Anwesenden auch tatsĂ€chlich aus Interesse am Tier- und Naturschutz gekommen wĂ€ren. Leider war dem nicht so. Einige Wenige haben nach wie vor nicht verstanden, was die Stadtverwaltung mit ihrer Steuerungsplanung bezwecken will.

Auf VorschlĂ€ge aus dem Publikum, doch einfach alle Gebiete auszuschließen und so die gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen, musste Dr. Fetzner noch einmal erlĂ€utern, dass die Stadt in einer deutlich schlechteren Position wĂ€re, wĂŒrde sie keine FlĂ€chen finden und ausweisen.

So entsteht am Ende erneut eine hitzige Diskussion zur Grundsatzfrage „Windenergie: Ja oder Nein?“  und der Naturschutz rĂŒckt in den Hintergrund. Trotzdem sind die Erkenntnisse der Experten wichtig und werden in den Planungsprozess mit einbezogen.

Nun mĂŒssen wir anhand der Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes das fĂŒr und wider abwĂ€gen,

schloss Dr. Torsten Fetzner die Veranstaltung.

Aktive BĂŒrgerbeiteiligung vor Ort

Die BĂŒrgerbeteiligung geht wĂ€hrenddessen mit Vor-Ort-Terminen in die nĂ€chste Runde. ZunĂ€chst am Samstag, 19. Januar, an der Kolpingscheuer nahe der BertleinsbrĂŒcke von 13 Uhr bis 14.30 Uhr, dann im Ortsteil Rippenweier an der Keltensteinhalle von 15 Uhr bis 16.30 Uhr. Von beiden Orten aus kann man mögliche Standorte fĂŒr Windkraftanlagen einsehen. Vorgesehen sind die PrĂ€sentation von Visualisierungen, ErlĂ€uterungen der maßgeblichen Tabukriterien und der Ergebnisse des Artenschutzgutachtens. NatĂŒrlich stehen die Stadtplaner und Experten auch hier fĂŒr Fragen, Hinweise und Anregungen zur VerfĂŒgung. Ein Bustransfer vom Rathaus (Haltestelle Schlossparkplatz), Abfahrt 12.30 Uhr, wird kostenfrei von der Stadt Weinheim angeboten. Ankunft ist circa um 17 Uhr am Rathaus.

Den Vor-Ort-Terminen folgt eine BĂŒrgerwerkstatt am Freitag 25. Januar in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums von 16.30 Uhr bis 19 Uhr. Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse soll dort in Kleingrupppen gearbeitet werden. Bis jetzt sind folgende Themen angedacht: Schutz der Landschaft, Naturschutz, Nutzung und Eigentum, Nachbarschaft zu den FlĂ€chen, Klimaschutz und Energiewende, Projektentwickler und Investoren. Weitere Gruppen können folgen. Danach diskutieren die Vertreter der Gruppen vor dem Plenum ihre zuvor ausgearbeiteten Thesen. Die komplette BĂŒrgerwerkstatt wird protokolliert und Gemeinderat wie Verwaltung als Entscheidungsgrundlage zur VerfĂŒgung gestellt.

SV 1948 Rippenweier e.V. will Kunstrasen-Platz

Werden Sie Platzpate

Weinheim, 11. Dezember 2012. (red/aw) Beim SV Rippenweier soll es weiter eine aktive Fußballabteilung geben. Doch dazu wird dringend ein Kunstrasen-Platz benötigt. Um diesen zu finanzieren, hat der SV Rippenweier eine ungewöhnliche Aktion gestartet.  Über die Internetplattform www.platzpate.de können Privatpersonen oder Firmen Rasen-Parzellen erwerben.

Das Ziel ist klar: Rippenweier braucht und will einen Rasenplatz fĂŒr seine Fußballer. Das Niveau im Fußball steigt stetig, auch im Amateur-Bereich. Daher ist es fĂŒr die Vereine wichtig, Spielern und Mitgliedern attraktive Bedingungen zu bieten. Speziell im Fußball reiche ein Hartplatz heutzutage nicht mehr aus, um „Menschen den Spaß an diesem Mannschaftssport nĂ€her zu bringen“, heißt es in der Projektbeschreibung des SV Rippenweier. Rippenweier sei als einer der letzten Vereine in der Region ohne Kunstrasen.

Ein Kunstrasen-Platz ist selbst fĂŒr Amateur-Vereine mittlerweise Standard. (Foto: Wikipedia/Drguttorm)

Bei der demographischen Entwicklung des Ortes sei es unabdingbar, bei der Jugend und im Seniorenbereich vermehrt auf Spieler aus der Umgebung zurĂŒckzugreifen. Die problematische Lage am Stadtrand und die Situation als einzige OdenwĂ€lder Mannschaft im Fußballkreis Mannheim erschwere die Lage zusĂ€tzlich. Auch einheimische Kinder und Jugendliche wĂŒrden bereits das Training auf einem Kunstrasenplatz in der Umgebung bevorzugen. Die hiesigen Talente wechselten nicht zuletzt deswegen, in den letzten Jahren vermehrt zu anderen Vereinen. Dort herrschen einfach die besseren Trainingsbedingungen. Die derzeitigen VerhĂ€ltnisse auf dem 1968 fertiggestellten Sportplatz sind alles andere als modern.

Als Platzpate die örtlichen Kicker unterstĂŒtzen

Doch so ein Kunstrasen-Platz kostet Geld, etwa 250.000 Euro. Neben ZuschĂŒssen von der Stadt Weinheim und des Badischen Sportverbandes hofft der SV Rippenweier vor allem auf Spenden sowie Patenschaften aus der Bevölkerung. Um diese so richtig in Gang zu bringen, bedient man sich auch modernster Mittel. Seit dem 01. Dezember 2012 bietet der SV Rippenweier im Internet seine zukĂŒnftigen Rasen-Parzellen zum Erwerb an.

Ab 25 Euro sind die noch virtuellen Rasen-Parzellen zu haben. Jeder Pate hat zudem die Möglichkeit seinen „Bereich“ des Platzes im Internet selbst zu gestalten. Sei es durch Text, eine Grafik oder Farbe des Platzteils. So können beispielsweise Firmen mit einer Platzpatenschaft mit der UnterstĂŒtzung der örtlichen Kicker auch ein wenig Werbung machen. NatĂŒrlich kann auch jeder Pate im stillen bleiben. Dann wird lediglich darĂŒber informiert, dass der Teil des Platzes schon vergeben ist.

Derzeit sind fĂŒnf Felder des neuen Platzes des SV Rippenweier reserviert. Besonders begehrt sind hier natĂŒrlich Elfmeter- und Anstoßpunkt. Es werden aber noch zahlreiche UnterstĂŒtzer benötigt, damit die Zukunft der Fußballer in Rippenweier gesichert ist.

 

 

 

Feuerwehrhaus und Keltensteinhalle

Ökologische WĂ€rme fĂŒr Rippenweier

Weinheim-Rippenweier, 29. November 2012. (red/pm) Feuerwehrhaus und Keltensteinhalle werden jetzt von einer Holzheizung versorgt – Stadtwerke prĂŒfen WĂ€rmenetz fĂŒr den Ort.

Pressemitteilung der Stadt Weinheim:

Das Feuerwehrhaus und die Keltensteinhalle in Rippenweier werden jetzt durch eine Holzheizung versorgt. Foto: Stadt Weinheim.

„Energetisch betrachtet, ist die Keltensteinhalle im Weinheimer Ortsteil Rippenweier jetzt das wohl umweltfreundlichste und innovativste GebĂ€ude in der ganzen Stadt. Im Sommer wurde auf dem Dach eine BĂŒrgersolaranlage installiert, die seither ordentlich Strom produziert. Und seit dem heutigen Donnerstag (29. November) wird die Halle mitsamt dem benachbarten Feuerwehrhaus ĂŒber eine NahwĂ€rmeversorgung aus einer Holzheizung im Ort versorgt.

Das ist fĂŒr die beiden öffentlichen GebĂ€ude ein großer Fortschritt, betonte jetzt Weinheims BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner, denn bislang musste dort mit Nachtspeicheröfen elektrisch geheizt werden. Die Stromkosten waren in den letzten Jahren stĂ€ndig gestiegen. Eine Umstellung auf Gas war nicht möglich, weil in Rippenweier kein Gasleitungsnetz zur VerfĂŒgung steht.

Jetzt hat die Stadt gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Durch die Umstellung auf die NahwĂ€rme heizt sie CO2-neutral und damit deutlich ökologischer, sie spart rund 10 000 € Heizkosten im Jahr (was eine rasche Amortisation der Investitionskosten ermöglicht) und sie bewahrt die Wertschöpfung vor Ort. Denn die Holzhackschnitzel- und Scheitholzheizung steht beim örtlichen Forstunternehmen Werner Bitsch. Von dort werden bereits neben seinem eigenen Wohnhaus zwei weitere GebĂ€ude mit WĂ€rme aus nachwachsenden Rohstoffen versorgt.

Die WĂ€rme fĂŒr die beiden stĂ€dtischen GebĂ€ude wird durch eine 300 Meter lange WĂ€rmeleitung zum Feuerwehrhaus gefĂŒhrt. Dort steht ein Pufferspeicher mit 5000 Liter Speichervolumen. Von dort wird die WĂ€rme ĂŒber WĂ€rmetauscher auf die beiden GebĂ€ude verteilt. Die alten Nachtspeicheröfen wurden entfernt und durch wassergefĂŒhrte Heizkörper ersetzt. Die LĂŒftungsanlage und die Fußbodenheizung in der Keltensteinhalle wurden ebenfalls an das wassergefĂŒhrte Heizsystem angeschlossen. Werner Bitsch und Dr. Torsten Fetzner unterzeichneten am Donnerstag einen Vertrag ĂŒber die WĂ€rmelieferung. Beantragt ist ein Zuschuss aus dem Landesprogramm „Klimaschutz Plus“.

Und Werner Bitsch plant noch mehr: Gemeinsam mit seinem Partner Peter Quintel will er im Ortskern ein WĂ€rmenetz aufbauen. Die Stadtwerke Weinheim, selbst engagierte Verfechter von Nah-und FernwĂ€rme, stehen dem Projekt aufgeschlossen gegenĂŒber: „Wir können uns vorstellen, Juniorpartner des Projekts zu sein“, sagt Peter KrĂ€mer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stadtwerke Weinheim dazu. „Wir wĂŒrden als Stadtwerke unser Know-how beim Aufbau von WĂ€rmenetzen einbringen; die Herrn Bitsch und Quintel den Brennstoff und die RĂ€umlichkeiten fĂŒr die WĂ€rmezentrale“, fĂŒhrt er weiter aus.

Ob sich ein WĂ€rmenetz allerdings wirtschaftlich in Rippenweier realisieren lĂ€sst, hĂ€nge davon ab, wie viele Hausbesitzer und Bauherren kĂŒnftig tatsĂ€chlich WĂ€rme beziehen wollen. Im ersten Schritt wollen die drei jetzt zunĂ€chst das Interesse der Anlieger und die Machbarkeit prĂŒfen.“

Stadt erneuert BallfangzÀune an Bolz- und SportplÀtzen

Nicht nur Maschendrahtzaun

Stadt erneuert BallfangzÀune. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 19. Oktober 2012. (red/pm)Stadt erneuert BallfangzÀune an Bolz- und SportplÀtzen in den Ortsteilen.

Information der Stadt Weinheim:

„Ein Bolzplatz ohne ordentlichen Ballzaun außenherum ist kein gescheiter Bolzplatz. Jeder Ball, der nicht im Tor landet, fliegt in den Nachbarsgarten oder den nĂ€chsten HĂŒgel hinunter. In der Stadt und in den Ortsteilen sind einige der BallfangzĂ€une in die Jahre gekommen, deshalb lĂ€sst das GrĂŒnflĂ€chenamt sie jetzt erneuern. Als Erstes war jetzt Hohensachsen an der Reihe; dort liegt der Bolzplatz praktisch direkt neben der Grundschule. Aber eben auch mitten in der Bebauung. Fast 30 Jahre alt war der dortige Ballfangzaun aus Maschendraht und wegen der erfreulich guten Nutzung verbeult, verrostet und angeknackst. Jetzt ist alles wieder neu.

17 000 Euro hat die Stadt in den neuen Zaun investiert, der nun an den kurzen Seiten sogar als sechs Meter hoch verzinkter Stabgitterzaun erstellt worden ist. Die LĂ€ngsseiten wurden erneut mit staibilen Metallpfosten und Maschendrahtzaun abgesichert. In Hohensachsen ist schon wieder gut Bolzen, die Fachfirma setzt ihre Arbeit jetzt zunĂ€chst in Rippenweier fort, dann ist die nĂ€chste Station LĂŒtzelsachsen.“

Ortsmittelpunkt verschönert

Der gute Berg von Ritschweier

Ortschaftsrat verschönert Ortsmittelpunkt. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim-Ritschweier, 19. Oktober 2012. (red/pm) Ortschaftsrat verschönerte mit Hilfe des örtlichen Malermeisters den Ortsmittelpunkt.

Information der Stadt Weinheim:

„So bunt kann eine Dorfgemeinschaft sein: Mit vereinten KrĂ€ften widmeten sich jetzt die vier OrtschaftsrĂ€te aus Weinheims kleinstem Ortsteil Ritschweier der Verschönerung des BuswartehĂ€uschens und der ParkbĂ€nke rund um den Dorfteich und den Ortsmittelpunkt. AngefĂŒhrt von Ortsvorsteher Alfred Paluszkiewicz rĂŒckten die Orstpolitiker Claudia Seiberling, Erika Schimitschek und Karl-Friedrich Kippenhan zunĂ€chst der HolzhĂŒtte zu Leibe. Sie war in die Jahre gekommen, die Farbe abgeblĂ€ttert, nicht mehr ansehnlich. Dass die Arbeit mit Eimer und Pinsel sehr langwierig sein wĂŒrde, hatte sich Ortsvorsteher Paluszkiewicz gedacht. Da besann er sich, dass Peter Berg, Malermeister und Chef des Weinheimer Handwerksbetriebes, ein BĂŒrger Ritschweiers ist – und das gemĂŒtliche Wohnen im Odenwald schĂ€tzt. Er sprach ihn an; und Berg griff den ehrenamtlichen Anstreichern mit Rat und Tat, aber auch mit einem Kleinkompressor unter die Arme, so dass die Arbeit leicht von der Hand ging.

Nach dem WartehĂ€uschen hatten die OrtschaftsrĂ€te noch so viel Zeit und Spaß, dass sie gleich die Sitzgruppe am See ebenfalls renovierten.

Online-Vermarktung des Biogas-Wohngebietes LĂŒtzelsachsen Ebene

Mit einem Klick zum Eigenheim

Weinheim, 27. September 2012. (red/pm) Schön wĂ€re es, mit einem Klick zum Eigenheim zu kommen. Das ist tatsĂ€chlich komplizierter. Aber auf dem Weg dahin wird es etwas einfacher durch einen neuen Service. Die Stadt Weinheim und die Stadtwerke gehen bei der Vermarktung des Biogas-Wohngebietes LĂŒtzelsachsen Ebene zukĂŒnftig auch online neue Wege:

Information der Stadtverwaltung Weinheim:

„Die Internetseite heißt schlicht www.luetzelsachsen.de, aber sie steckt voller Überraschungen. Mit einem Klick kommt der Benutzer sozusagen direkt zum Eigenheim. Das ist technisch möglich, weil die Weinheimer Internet-Agentur „WebQ“ ein Luftbild des Neubaugebietes komplett mit den Daten der kommunalen GrundstĂŒcke hinterlegt hat. So kann der mögliche Kunde sehr rasch die Lage, die VerfĂŒgbarkeit, die genaue GrĂ¶ĂŸe, den Zuschnitt, den Preis und mögliche Nebenkosten erkennen.

Per Luftbild direkt zum Eigenheim

So innovativ passe die neue Internetseite genau richtig zum Gesamtkonzept des Neubaugebietes, betonten jetzt Weinheims Stadtwerke-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peter KrĂ€mer und Weinheims BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner. Denn ModernitĂ€t und Umweltbewusstsein bestimmen auch die Energieversorgung und das ganze kĂŒnftige Leben im Neubaugebiet, mit dem die Stadt vor allem Familien mit Kindern ansprechen will. Das Areal nördlich der Bachwiesenstraße, zwischen B3 und der Bahnlinie gehört mit seinem HeizwĂ€rmekonzept zu den innovativsten der Region. Die WĂ€rme kommt ĂŒber ein Rohrleitungssystem von der Biogasanlage des in Sichtweite gelegenen Bauernhofs der Familie Großhans.

Nur zu Spitzenlastzeiten wird ein mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk zugeschaltet. Das Konzept und die Versorgung werden von den Weinheimer Stadtwerken umgesetzt, die in den letzten Jahren mit modernen Fern- und NahwÀrmelösungen einen neuen GeschÀftszweig aufgebaut haben.

Das „Biogas-Wohngebiet“ habe einen klaren ökologischen Aspekt, betonten KrĂ€mer und Fetzner. Aber auch einen sozialen, denn die Bewohner seien durch die WĂ€rme aus nachwachsenden Rohstoffen von kĂŒnftig wohl weiter steigenden Energiepreisen teilweise abgekoppelt. Die Stadtwerke gaben zumindest fĂŒr die nĂ€chsten vier Jahre eine Preisgarantie ab.

„Das erhöht die AttraktivitĂ€t fĂŒr junge Familien noch mehr“

schĂ€tzt Hartmut Neumann, der Leiter des Weinheimer Amtes fĂŒr Immobilienwirtschaft. Die gĂŒnstigen GrundstĂŒckspreise dĂŒrften ein weiteres Argument sein. Die Stadt kann 54 WohnbaugrundstĂŒcke anbieten in einer GrĂ¶ĂŸe zwischen 172 und 730 Quadratmeter. Der Verkaufspreis fĂŒr die ĂŒberwiegende Anzahl, die mit zwei Vollgeschossen realisierbar sind, betrĂ€gt 260 Euro (plus Erschließungskosten und Abwasserbeitrag). FĂŒr einige wenige WohnbaugrundstĂŒcke, die dreigeschossig genutzt werden können, wird der Verkaufspreis bei 280 Euro liegen – das ist der Spitzenplatz unter vergleichbaren Wohngebieten an der Bergstraße.

Mit einer KindertagesstĂ€tte und der doppelten Anbindung an den regionalen Schienenverkehr, findet Neumann, sei das Gebiet fĂŒr junge Familien ideal. Die Homepage informiert ausfĂŒhrlich auch ĂŒber die VorzĂŒge des Wohnstandortes Weinheim mit seinen Schwerpunkten Freizeit, LebensqualitĂ€t und Bildung.

Wohngebiet ist geradezu ideal fĂŒr junge Familien

Rechtzeitig zum Weinheimer Energietag am Sonntag, 30. September am LĂŒtzelsachsener Autohaus Sporer, geht die neue Homepage fĂŒr das familien- und umweltfreundliche Neubaugebiet „LĂŒtzelsachsen Ebene“ an den Start. Die Freischaltung und die PrĂ€sentation ist gleichzeitig der Startschuss fĂŒr die Vermarktung der kommunalen GrundstĂŒcke. Reichlich Nachfrage gibt es schon. Bald kann es an die Vergabe der GrundstĂŒcke gehen. Mit der interaktiven Internetseite geht die Stadt neue Wege – mit dem Energiekonzept auch.

Mehr Infos auf www.luetzelsachsen.de (ab 28.September), auf www.weinheim.de und am Sonntag, 30. September beim Weinheimer Energietag am Autohaus Sporer von 11 Uhr bis 17 Uhr.

Dabei ist auch eine Besichtigung der Biogasanlage möglich.“

Top-WasserqualitĂ€t im Waidsee durch Öko-Reiniger gesichert

„See-Staubsauger“ vermindern den Phosphatgehalt

Weinheim, 27. September 2012. (red/pm) Es war wieder so richtig dreckig, die „Pelikane“ im Weinheimer Waidsee hatten in den letzten Jahren mal wieder gierig verschlungen, was ihnen an Phosphat in den Filter kam. Jetzt war wieder – wie alle drei Jahre – ein Granulatwechsel fĂ€llig.

Information der Stadtverwaltung Weinheim:

„Aus jedem der fĂŒnf „Pelikane“ konnte der Biologe Dr. AndrĂ© Stelling mit Hilfe der Bademeister und einem Team des Badisch-UnterlĂ€nder Angelvereins rund 900 Kilo mit Phosphat vollgesaugtes Granulat auswechseln. Stelling begleitet das Weinheimer „Pelikan“-Projekt seit Anfang an.

Das sind jetzt zehn Jahre. Seit 2002 erhĂ€lt die Stadt mit Hilfe der Phosphat-Eliminations-Kompakt-Anlagen (die Anfangsbuchstaben ergeben das Wort „Peilikan“) die Top-WasserqualitĂ€t im Waidsee – und damit das BadegewĂ€sser im Baggersee. Die Weinheimer „Pelikane“ sind nimmersatte Wesen. Rund 330 Kilo Phosphate haben sie in den letzten zehn Jahren aus dem Weinheimer Waidsee gefiltert. Das ist sogar mehr als damals geplant.

Damals ging man noch von 25 Kilo im Jahr aus – aber man sollte die „Pelikane“ nicht unterschĂ€tzen. Die „See-Staubsauger“ arbeiten rund um die Uhr, um das GewĂ€sser von jenen NĂ€hrstoffen zu befreien, die zum Beispiel Algen wachsen lassen. „Das ist fĂŒr einen Baggersee lebenswichtig“, beschreibt Weinheims Umweltbeauftragter Roland Robra. Eine Winterpause bekommen die fĂŒnf Anlagen keine.

Außerdem hat die beauftragte Fachfirma Stellings mit den Bademeistern eine Art FrĂŒhwarnsystem eingefĂŒhrt, so dass ein technischer Defekt immer sehr schnell behoben werden kann. WĂ€hrend in den ersten drei Jahren zumindest eine Eröhung des Phosphatgehaltes verhindert werden konnte, hat sich die WasserqualitĂ€t im Jahr 2005 erstmals verbessert.

„Ein Riesenerfolg“

freut sich der Umweltberater. Das wirkt sich natĂŒrlich in diesen heißen und viel frequentierten Tagen auch in der BadewasserqualitĂ€t aus. Bei den monatlichen Messungen des Gesundheitsamtes ergab sich neulich ein Messwert der so genannten coliformen Keime, der nicht mehr als ein Hundertstel des zugelassenen Wertes betrĂ€gt. Robra: „Das ist mittlerweile wirklich ein blauer See.“

Hoffest und FackelfĂŒhrung am 29. September

Wo KurfĂŒrst Friedrich IV. und Goethe einkehrten

Der Rodensteinbrunnen. Foto: Stadtmarketing Weinheim.

Weinheim, 24. September 2012. (red/pm) Hoffest und FackelfĂŒhrung im Ă€ltesten Weinheimer Stadtteil am 29. September. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Information des Stadtmarketings Weinheim:

„Der Rundgang entfĂŒhrt in die in die spannende historische Vergangenheit des Ă€ltesten Weinheimer Stadtteils, wo berĂŒhmte Zeitgenossen wie der trinkfeste KurfĂŒrst Friedrich IV., Liselotte von der Pfalz, Georg I. (spĂ€terer König von Großbritannien) sowie J. W. von Goethe ihr Quartier aufschlugen und ihre Spuren hinterlassen haben.

Im romantischen Licht der beleuchteten Burgen und zĂŒngelnder Fackeln gilt es in dem gut eineinhalbstĂŒndigen Rundgang, den Rodensteinbrunnen mit seinen Sagengestalten, den Domhof, die Alte Postgasse, die BoxerbrĂŒcke, den NachtwĂ€chterpfad und die Nördliche Hauptstrasse (das frĂŒhere HinnergĂ€sser Viertel) zu erkunden. Auch die „Untere HildebrandÂŽsche MĂŒhle“ und die Neumaurerpforte sowie der „Alte Friedhof“ sind ein Thema.

Nicht zu vergessen die Peterskirche, deren Vor-VorgĂ€ngerbau bereits 861 n. Chr. erstmals erwĂ€hnt wurde. Anekdoten der Bockwirtin, KurfĂŒrst Friedrich IV. und Goethe garantieren einen spannenden, interessanten Abend. Franz Piva ist ĂŒberzeugt: „Manche werden den Ă€ltesten Stadtteil kĂŒnftig aus einer ganz neuen Perspektive sehen“.

Info: Die öffentliche FĂŒhrung findet am Samstag, den 29. September, um 20:00 Uhr statt. Treffpunkt ist am Rodensteinbrunnen. Die FĂŒhrung dauert ca. 1,5 Stunden und kostet 4,- Euro pro Person. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Diese FĂŒhrung kann auch individuell fĂŒr Gruppen (ab 15 Personen) zu jedem gewĂŒnschten Termin gebucht werden, sowohl ab Rodensteinbrunnen oder Marktplatzbrunnen. Weitere Informationen beim Stadt- und Tourismusmarketing Weinheim unter Telefon 06201 874450 oder info@weinheim-marketing.de.

Neuer Radweg ab September

Sicherer rollen durchs Birkenauer Tal

Weinheim, 01. August 2012. (red/pm) Stadt richtet im September einen neuen Radweg ein. Weitere Verbesserungen sind in Vorbereitung.

Information der Stadt Weinheim:

So soll der Radweg nach Weinheim kĂŒnftig aussehen - Fotomontage. Bild: Stadt Weinheim.

„Gute Nachrichten fĂŒr Radler und Pendler aus den Nachbarorten des Weschnitztals: Die Stadt macht das Radfahren von Birkenau nach Weinheim in der Birkenauer Talstraße sicherer und leichter. Im September wird ein neuer Radfahrstreifen auf der nördlichen Seite der Straße eingerichtet, also bergab.

Der Streifen wird etwa 1.90 Meter – also breit genug fĂŒr FahrrĂ€der und mit einer deutlichen durchgezogenen weißen Linie von der Fahrbahn abgetrennt sein. Piktogramme mit dem Radsymbol auf dem Asphalt kennzeichnen den Weg außerdem deutlich. „Mit dieser Art der Markierung konnte in der besonders beengten Situation in der Birkenauer Talstraße eine fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer funktionierende und tragfĂ€hige Lösung gefunden werden“, erklĂ€rt Dietmar Schmittinger, Verkehrsplaner im Weinheimer Amt fĂŒr Stadtentwicklung.

Die Birkenauer Talstraße sei breit genug fĂŒr einen solchen Radfahrstreifen, der ausschließlich fĂŒr die bergab fahrenden Radfahrer reserviert ist; dafĂŒr steht die durchgezogene Linie. Die Radfahrer seien
allerdings auch verpflichtet, bergab den Radweg zu benutzen. Diese sind, da sie sich im direkten Sichtfeld der Autofahrer befinden, gut zu sehen und werden dadurch beachtet.

Besonders komfortabel ist: Radfahrer brauchen von Birkenau bis zur Weinheimer Peterskirche und zukĂŒnftig auch im weiteren Verlauf Richtung Stadthalle nicht die Straßenseite zu wechseln. Damit beseitigt die Stadt ein Sicherheitsproblem. Denn bislang war es Praxis, dass der sĂŒdliche Geh- und Radweg auch von den Radlern aus Birkenau genutzt wurde. Dadurch kam es aber immer zu gefĂ€hrlichem Gegenverkehr, außerdem gibt es auf dieser Straßenseite einige Ausfahrten, an denen es immer wieder zu kritischen Situationen und UnfĂ€llen gekommen war.

Die Verkehrsplanung sieht vor, dass der neue Radfahrstreifen in Weinheim ab dem Ortseingang in einen so genannten Schutzstreifen ĂŒbergeht. Dieser ist dann nur noch mit einer unterbrochenen Linie markiert und etwa 1,25 Meter breit, denn im Bereich bis zur B 3 reicht die Fahrbahnbreite nicht aus, um einen echten Radfahrstreifen zu markieren. Diese Schutzstreifen werden gerne in geschlossenen Ortschaften verwendet, um den fließenden Autoverkehr einerseits nicht zu stören, den Radfahrern andererseits aber mehr Aufmerksamkeit und damit mehr Sicherheit zukommen zu lassen. Die Autos können im Bedarfsfall den Schutzstreifen mitnutzen, wenn er von Radfahrern frei ist.

Mit diesem Verfahren von Radfahr- und Schutzstreifen will die Stadt – wie auch mittlerweile viele andere StĂ€dte in Deutschland – in den nĂ€chsten Monaten weitere Hauptverkehrsstraßen fĂŒr Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen sicherer machen. Eine weitere Planung fĂŒr die B3 zwischen Stadthalle und Hauptfriedhof ist durch Verkehrsplaner Schmittinger schon in Vorbereitung und wurde in der Verkehrsbesprechung, insbesondere auch unter Beteiligung der Polizei, bereits vorabgestimmt.

Sven-Patrick Marx, Leiter des Amtes fĂŒr Stadtentwicklung, sagt: „Ziel ist eine einheitliche und fĂŒr alle begreifbare Fahrbahnaufteilung auf den Weinheimer Hauptverkehrsstraßen.“

Einweihung der BĂŒrgersolaranlage

Die Sonne scheint fĂŒr Rippenweier

Einweihung der BĂŒrgersolaranlage auf dem Dach der Keltensteinhalle. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim-Rippenweier, 31. Juli 2012. (red/pm) BĂŒrgersolaranlage auf dem Dach der Keltensteinhalle in Betrieb – Einsparung von 30 Tonnen CO 2 im Jahr.

Information der Stadt Weinheim:

„Es hĂ€tte kein besserer Tag sein können. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel auf den Weinheimer Odenwaldstadtteil herab. „Der ZĂ€hler dreht sich ganz gewaltig“, vermeldete Weinheims BĂŒrgermeister und Technik-Dezernent Dr. Torsten Fetzner. Die Sonne schien fĂŒr Rippenweier und dort fĂŒr die neue BĂŒrgersolaranlage auf dem Dach der Keltensteinhalle, deren offizielle Einweihung am Freitag gefeiert wurde – in Betrieb ist sie schon im Mai gegangen und liefert seither blitzsauberen Solarstrom.

„Was einer nicht schafft, das schaffen viele.“ Mit diesem Zitat Friedrich Wilhelm von Raiffeisen begrĂŒĂŸte JĂŒrgen Steinle die Rippenweierer BĂŒrger, die sich im Sinne des Genossenschaftsgedankens an dem Solardach beteiligt haben. Schon zu seiner Zeit habe Raiffeisen auf NotstĂ€nde und besondere gesellschaftliche Anforderungen reagiert – was durchaus mit der heute erforderlichen Energiewende vergleichbar sei. Wieder sei die Gesellschaft – ökologisch gesehen – in einem Notstand, den keiner alleine beheben könne.

Dies sei auch die Intention der Energiegenossenschaft Hohe Waid, die auf dem Dach der Keltensteinhalle ihre AktivitĂ€ten von Hirschberg aus erstmals nach Weinheim ausgeweitet hat. Steinle erinnerte daran, dass im letzten Jahr in Deutschland 80 neue Energiegenossenschaften gegrĂŒndet worden sind.

Daraus schließt er: „Jeder BĂŒrger kann seinen Beitrag zur Energiewende leisten.“ Die Energiewende sei möglich, findet Steinle. „Wer hĂ€tte vor 20 Jahren gedacht“, verglich er, „dass im Jahr 2012 in jeder Wohnung ein Computer steht“.
Wie Berthold Bunten, der Projektleiter Weinheim der Hohen Waid, erklÀrte, liefern auf dem Dach der Halle 170 Solarmodule einen Jahresertrag von rund 34 000 Kilowattstunden Strom, das entspricht in etwa dem Stromverbrauch von 40 Personen und einer CO 2-Einsparung von 30 Tonnen im Jahr.

Die EG Hohe Waid hat von der Stadt das Dach ĂŒberlassen bekommen, die Solaranlage selbst wurde von der Hemsbacher Firma SunPeak errichtet. Die Sprecher der Genossenschaft lobten ausdrĂŒcklich die engagierte Kooperation des Energieteams der Weinheimer Stadtverwaltung.

BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner bezeichnete Rippenweier als „Weinheims derzeit innovativsten Ortsteil“. Die BĂŒrgersolaranlage sei nur ein Beispiel fĂŒr modernes Energiemanagement vor Ort. Als nĂ€chstes sei eine NahwĂ€rmeversorgung der Halle und einen Baugebietes durch eine Holzhackschnitzelheizung geplant. Ingesamt sei Weinheim beim Thema Energiewende und Klimaschutz auf einem sehr guten Weg, betonte Fetzner.

Rippenweiers Ortsvorsteher GĂŒnter Volkmann erinnerte daran, dass sich der Ortschaftsrat bereits vor sieben Jahren mit einem Antrag auf eine Solarnutzung der DachflĂ€che befasst habe. Im Nachhinein sei klar, dass die anfĂ€ngliche Skepsis am Ort nicht falsch war. Volkmann: „HĂ€tten wir damals einem kommerziellen Anbieter den Zuschlag gegeben, dann hĂ€tten wir jetzt keine BĂŒrgersolaranlage.“

BĂŒrgerschaftliches Engagement

Ritschweiers Weiher wieder in Schuss

Die Dorfgemeinschaft sÀuberte den Weier. Foto: Stadt Weinheim.

 

Weinheim-Ritschweier, 13. Juli 2012. (red/pm) Ehrenamtliche „Teichgruppe“ sĂ€uberte den Dorfteich – Entenfamilie hat sich angesiedelt.

Information der Stadt Weinheim:

„Alfred Paluszkiewicz wurde wieder einmal bestĂ€tigt. „Bei uns auf dem Dorf, da stimmt die Gemeinschaft“, bekrĂ€ftigte der Ortsvorsteher von Ritschweier, dem kleinsten Weinheimer Ortsteil, jetzt nach einer gelungenen Aktion bĂŒrgerschaftlichen Engagements.

Eine Gruppe engagierter Ritschweierer BĂŒrger, unter Leitung von Helmut Jeschor, erfahren in der Betreuung von Biotopen, sĂ€uberte einen Vormittag lang den idyllischen Dorfweiher – ehrenamtlich versteht sich.

Am frĂŒhen Morgen fingen die fleißigen Helfer an, das kleine GewĂ€sser von Schlamm und Algen zu befreien. „Es ist doch schön, wenn man sich gegenseitig hilft“, freute sich Ortsvorsteher Alfred Paluszkiewicz.

Diesmal gingen die Wasser- und NaturschĂŒtzer noch sorgsamer zu Werke als sonst. Ein Grund: Seit FrĂŒhjahr ist eine Entenfamilie auf dem Dorfteich zuhause; vor einigen Wochen schlĂŒpften sogar kleine Entchen und machten das Idyll in der Ortsmitte perfekt.

Die Enten sind mittlerweile so zahm, dass sie sich von den SĂ€uberungsarbeiten nicht aus der Ruhe bringen ließen. Sie warteten im geschĂŒtzten Schilf, bis die Teichgruppe ihre Arbeit beendet hatte, dann zogen sie ihre Bahnen durch das frisch gesĂ€uberte Wasser.

Auch auf anderes kleines Getier wurde geachtet. „Es ist nicht das erste Biotop, an dem diese Leute arbeiten“, bescheinigte der Ortsvorsteher.“

Sechs-MĂŒhlen-Tag: Eigene Spur fĂŒr Radler

Sicherheit fĂŒr Radfahrer wird verbessert

Weinheim, 04. Juli 2012. (red/pm) Die Stadt Weinheim verbessert Sicherheit und Komfort fĂŒr ihre Radfahrer im Straßennetz. Das Amt fĂŒr Stadtentwicklung hat jetzt ein neues Konzept erarbeitet und dem Gemeinderats-Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt vorgestellt.

Information der Stadt Weinheim:

„Als erstes soll die Radwegverbindung im Sechs-MĂŒhlen-Tal zwischen Weinheim und Birkenau ertĂŒchtigt werden. Vor allem soll es auch auf der Nordseite der Landesstraße 3408 (also in Richtung Weinheim) einen abmarkierten Radfahr-Streifen geben, der an der Bebauung in einen Schutzstreifen ĂŒbergeht. Diese Abmarkierung soll den Fahrradfahrern einen Raum von rund eineinhalb Metern einrĂ€umen.

Die Fahrbahn fĂŒr Autos wird dann schmaler. Desweiteren sollen einige Gefahrenstellen auf der SĂŒdseite des Tals, entlang der MĂŒhlen, entschĂ€rft werden. Radfahren soll dann sicherer und damit auch hĂ€ufiger werden. OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard kĂŒndigte weitere Verbesserungen im Stadtgebiet an, etwa an der Bergstraße und in der Grundelbachstraße.

Die Maßnahmen seien alle mit der Polizei- und Straßenverkehrsbehörde abgestimmt.“

Ein Film ist entstanden

„Kids Club“ ist jetzt ein „Teenie“

Weinheim, 30. Juni 2012. (red/pm) Schultreffs des Stadtjugendring Weinheim feiern in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. Film ĂŒber die Geschichte und aktuelle Entwicklung des „Kids Club“ kann auf Homepage angeschaut werden.

Information der Stadt Weinheim

„Du bist aber groß geworden!“ Sigi Groß vom Weinheimer Stadtjugendring kann es manchmal selbst kaum fassen. Sie ist bei den „Kids Clubs“ von Anfang an dabei.

Die offenen Freizeitangebote des Stadtjugendrings in der Nord- und Weststadt gibt es jetzt seit zehn Jahren. Der „Kids Club“ ist also ein „Teenie“. Er war in der Stadt Vorreiter fĂŒr eine Nachmittagsbetreuung an Schulen.

Wie fing alles an? Maßgeblich beteiligt waren damals neben Sigi Groß und Stadtjugendring-GeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Holzwarth noch Christina EitenmĂŒller, Schulleiterin der Friedrich-Grundschule und der mittlerweile pensionierte Heinz-Hermann Metz von der Albert-Schweitzer-Grundschule.

Sie alle können sich noch gut daran erinnern, wie es war, als die gemeinsame Idee aufkam, die Schulen am Nachmittag zu öffnen: Offene Freizeitangebote fĂŒr die Kinder in der Weinheimer Nord- und Weststadt wurden unter der Regie des SJR und mit großem Engagement der Schulen, LehrkrĂ€fte, Ehrenamtlichen und Sportvereine in ein vielseitiges Programm gefasst, bei dessen Planung die Kinder selbst immer beteiligt sind und mitbestimmen sollen.

Der Kids Club Nord (Friedrich-Grundschule) und der Kids Club West (Albert-Schweitzer-Grundschule) waren geboren und werden bis heute von rund 100 Kindern pro Schule regelmĂ€ĂŸig genutzt.

Grund genug, die Geschichte und aktuelle Entwicklung der Kids Clubs filmisch zu dokumentieren, dachten sich die Kids Club-GrĂŒnder.

Viele kleine Interviews mit AG-Leitungen und Teilnehmern sowie actionreiche Einblicke in die verschiedenen AGs, sowie viele Erinnerungen stellen in dem Streifen „10 Jahre Kids Club – der Film“ vor, was aus der damaligen Idee geworden ist, und wie vielseitig sich Programm und Teilnehmer des Kids Clubs entwickelt haben.

Da traf es sich gut, dass der talentierte Kamermann und Jungfilmer Robert Bogs beim Stadtjugendring gerade seinen „Bundesfreiwilligendienst“ ableistet.

Er hat nicht nur den Film gedreht und geschnitten hat. Er gibt auch mit unerschöpflichem Einsatz seinen Sport „Parkour“ und seine Begeisterung dafĂŒr an Kinder und Jugendliche in AGs und Workshops weiter, bescheinigt Sigi Groß.

Der Film wurde der Öffentlichkeit erstmals auf dem Weststadtfest vorgefĂŒhrt, der SJR beteiligte sich aber auch am BĂŒhnenprogramm mit der Tanz-AG der Albert-Schweitzer-Schule und bot zur Feier des JubilĂ€ums kreative und sportliche AktivitĂ€ten fĂŒr Kinder und Jugendliche an: Der Skaterverein Boardsport e.V. und der Parkourverein Movement Mannheim sorgten mit coolen VorfĂŒhrungen und Workshops fĂŒr Action und Bewegung.

Auch in der Weinheimer Nordstadt sollte das JubilĂ€um gebĂŒhrend gefeiert werden. Auf dem Sommerfest der Mevlana Moschee gab es neben dem bunten BĂŒhnenprogramm und den kulinarischen Köstlichkeiten, die der Moscheeverein jedes Jahr organisiert, auch hier den Kids Club- Film des SJR zu sehen und viele kreative Angebote mit der Leitung der Bastel-AG der Friedrich-Grundschule Luitgard Kaub und sportliche AktivitĂ€ten zum Mitmachen.

Der Film und die aktuellen Kids Club Programme sind auf der Homepage des Stadtjugendring Weinheim e.V. www.stadtjugendring-weinheim.de zu finden oder auf der Weinheimer Facebook-Seite www.facebook.com/weinheim.

Sigi Groß: „Wir bedanken uns fĂŒr die tolle Zusammenarbeit in den letzten zehn Jahren bei den Schulen und allen Kooperationspartnern, vor allem aber bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmen der Kids Clubs Nord und West.“

Gemeinderat beschließt Übergangslösung

UnbĂŒrokratische Lösung fĂŒr LĂŒtzelsachsens SchĂŒler

Weinheim, 30. Juni 2012. (red/pm) Übergangslösung fĂŒr die Nachmittagsbetreuung der LĂŒtzelsachsener GrundschĂŒler im Gemeinderat beschlossen.

Information der Stadt Weinheim

„Um der LĂŒtzelsachsener Grundschule den Weg zur Ganztagesschule zu erleichtern, nutzt die Weinheimer Schulverwaltung unbĂŒrokratische Lösungen.

Weil es in der Schule fĂŒr eine Nachmittagsbetreuung zu eng wird, wird die kommunale Grundschulbetreuung außerhalb des Unterrichts kĂŒnftig in einem benachbarten Wohnhaus stattfinden.

Die Stadt mietet zunĂ€chst fĂŒr drei Jahre das derzeit leerstehende Haus mit rund 100 Quadratmeter WohnflĂ€che an, um dort die Betreuung anzubieten.

LĂŒtzelsachsens Ortsvorsteherin Doris Falter hatte diese Lösung ins GesprĂ€ch gebracht. Der Weinheimer Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Mittwoch fĂŒr diese Übergangslösung ausgesprochen.

Wenn die LĂŒtzelsachsener Grundschule voraussichtlich ab 2013 formal als Ganztagesschule gefĂŒhrt wird, können mit Hilfe eines Schulbauförderprogramms des Landes am SchulgebĂ€ude Erweiterungen vorgenommen werden.“

Beschluss des Gemeinderates

GrĂŒnes Licht fĂŒr neue Buslinien

Weinheim, 30. Juni 2012. (red/pm) Neue Buslinien wurden im Gemeinderat verabschiedet. Betrieb startet Ende 2013.

Information der Stadt Weinheim

„Ein neues Busliniennetz wird ab Ende 2013, wenn der neue Zentrale Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof in Betrieb ist, die Ortsteile besser an die Innenstadt anschließen, sowie OEG und S-Bahn besser vernetzen.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwoch endgĂŒltig dem neuen LinienbĂŒndel zugestimmt, nachdem es zuvor noch Nachbesserungen in den Ortsteilen LĂŒtzelsachsen und Hohensachsen gegeben hatte.

In den sĂŒdlichen Ortsteilen werden die Busse nun nicht direkt die dicht bebauten Ortskernstraßen befahren. Stattdessen fĂŒhrt die Linie ĂŒber die Weinheimer Straße und die Muckensturmer Straße zur B 3 und zum neuen S-Bahn-Halt im Neubaugebiet „LĂŒtzelsachsen Ebene“; die Linie erschließt auf dem Weg außerdem den Anet-Platz in Hohensachsen.

Dadurch wird auch eine Überquerung der OEG-Schienen vermieden. Verwaltung und Gemeinderat waren auf diese Variante nach entsprechenden Anregungen aus der BĂŒrgerschaft eingeschwenkt.“