Donnerstag, 21. November 2019

Staatsbedienstete und große Parteien tun sich schwer mit demokratischem Verhalten

„Äußerste ZurĂŒckhaltung“?

Weinheim/Schriesheim/Rhein-Neckar, 29. April 2014. (red) Das NeutralitĂ€tsgebot verpflichtet Staatsbedienstete, sich in Wahlkampfzeiten neutral zu verhalten und keine Parteien oder Kandidaten zu begĂŒnstigen oder zu benachteiligen. Doch ist das immer „Auslegungssache“ und wird im Zweifel leider sehr lax gehandhabt. Das ist bedauerlich, weil sich hier bedenkliche Defizite bei der „Vorbildfunktion“ zeigen. [Weiterlesen…]

Einweihung der neuen Stadtbuslinien in die Weststadt, nach Hemsbach und Laudenbach am Sonntag

Mit dem Bus in die Innenstadt und die Stadtteile

Weinheim, 31. MĂ€rz 2014. (red/ld) Nicht nur der neue ZOB wird am kommenden Sonntag eröffnet. Drei neue Buslinien werden die Menschen kĂŒnftig von den Stadtteilen in die Innenstadt und zurĂŒck bringen. Zudem sollen die neuen Haltestellen schneller zu erreichen sein. Bei einer Pressefahrt stellten Stadtplaner Stephan Fischer, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stadtwerke Weinheim Peter KrĂ€mer und V-Bus-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan PrĂŒfer das neue Linienkonzept vor. [Weiterlesen…]

Harder droht mit Klage gegen Bebauungsplan "LĂŒtzelsachsener Straße-SĂŒd"

„Ich wĂŒrde Harder und van Almsick begrĂŒĂŸen“

Weinheim, 21. MĂ€rz 2014. (red/ld) Der Bebauungsplan LĂŒtzelsachsener Straße-SĂŒd ist beschlossen – nach einem Jahr Hin-und-Her. GrĂ¶ĂŸter Streitpunkt waren bisher die Maße eines in Hausnummer 38 geplanten Neubaus von JĂŒrgen B. Harder. Dieser hatte vor der Sitzung per anwaltlichem Schreiben mit einem juristischen Verfahren gedroht. [Weiterlesen…]

Elisabeth Kramer ist Spitzenkandidatin

GAL stellt Liste fĂŒr die Kommunalwahl auf

Weinheim, 07. MĂ€rz 2014. (red/pm) Die GrĂŒn-alternative Liste Weinheim hat ihre Kandidaten fĂŒr die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 aufgestellt. [Weiterlesen…]

Gestern tagte der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt

Zweite Phase des LĂ€rmaktionsplans auf den Weg gebracht

Die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt bleiben stur: Sie liefern keine Daten ĂŒber LĂ€rm von den Schienen. FĂŒr den LĂ€rmaktionsplan wird die Stadt nun ein eigenes Gutachten beauftragen.

Die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt bleiben stur: Sie liefern weiterhin keine Daten ĂŒber Krach von den Schienen. FĂŒr den LĂ€rmaktionsplan wird die Stadt nun ein eigenes Gutachten beauftragen.

 

Weinheim, 13. Juni 2013. (red/ld) Weil der Baugrund auf dem Friedhof ĂŒber die Jahre aufgeweicht ist, sinkt das Fundament der Friedhofskapelle und verursacht Risse, die immer grĂ¶ĂŸer werden. Der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt hat gestern beschlossen, dem ein Ende zu setzen und das GebĂ€ude mittels einer sogenannten „PfahlgrĂŒndung“ stabilisieren zu lassen. Bei der zweiten Phase der LĂ€rmaktionsplanung wollen die StadtrĂ€te nicht lĂ€nger auf die Daten der Deutschen Bahn warten. Stattdessen wird die Stadt ein eigenes Gutachten in Auftrag geben. Außerdem wird geprĂŒft, ob das SanierungsgelĂ€nde „Am Bahnhof“ um einige GrundstĂŒcke erweitert werden kann. [Weiterlesen…]

Entwurfsskizze sorgt fĂŒr Diskussion ĂŒber Bebauungsplan in der LĂŒtzelsachsener Straße

Planlos irritiert

Weinheim, 11. April 2013. (red/ld) Im Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt (ATU) sorgte gestern ein Plan fĂŒr Irritationen. Eineinhalb Stunden vor der Sitzung ging den Mitgliedern des Ausschusses gestern eine email mit ziemlich konkreten PlĂ€nen fĂŒr die LĂŒtzelsachsener Straße 38 zu: Die dort skizzierte Villa war einigen StadtrĂ€ten zu hoch, rĂŒcke zu dicht an NachbargrundstĂŒcke heran und FlachdĂ€cher wollten sie gar nicht. Stadtrat Peter LautenschlĂ€ger beantragte den Abbruch des Verfahrens. Ihm war die Zustellung der PlĂ€ne zu kurzfristig. StadtrĂ€tin Susanne Tröscher bezeichnete den Entwurf als „faschistoid.“ OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard platzte der Kragen. Derzeit gebe es weder konkrete PlĂ€ne fĂŒr die Bebauung des GrundstĂŒcks, noch einen Bauantrag, sagte der OberbĂŒrgermeister. [Weiterlesen…]

„Wichtige Komponente der Energiewende“

RĂŒckenwind vom Runden Tisch Energie

Weinheim, 30. Januar 2013. (red/pm) Mitten in einer intensiv gefĂŒhrten Debatte um die Steuerungsplanung von Windenergieanlagen in Weinheim hat die Stadtverwaltung nun RĂŒckenwind vom Runden Tisch Energie bekommen, der BĂŒrgerbeteiligungsrunde zur kommunalen Energiewende. In einem offenen Brief des Runden Tisches an BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner heißt es: „Wir möchten Ihnen hiermit unsere Anerkennung aussprechen hinsichtlich der zeitgerechten und professionellen Vorgehensweise bei der Aufstellung des genannten Teil- FlĂ€chennutzungsplans.“

Information der Stadt Weinheim:

„Der Brief ist unterzeichnet von Dr. Berthold Bunten aus der Arbeitsgruppe „Windkraft“ und von Dr. Alexander Boguslawski, der am Runden Tisch die Arbeitsgruppe Öffentlichkeit leitet. Anfang der Woche wurde das Schreiben vom
Runden Tisch Energie bei dessen erster Sitzung im neuen Jahr auf den Weg gebracht.„Die Nutzung der Windenergie ist eine wichtige Komponente auf dem Weg zur Energiewende“, betont der Runde Tisch Energie. Die Unterzeichner  konkretisieren: „Wenn sich unsere Region auch nicht durch ein optimales Wind- Dargebot auszeichnet, so vergrĂ¶ĂŸern Windenergieanlagen in unserem Gemeindegebiet doch den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch und helfen, die Transportprobleme elektrischer Energie von Nord- nach SĂŒddeutschland zu reduzieren.“

Die umfassende BĂŒrgerbeteiligung bei der Aufstellung des TeilflĂ€chennutzungsplans durch die Stadt Weinheim sei geeignet, den Ängsten in der Bevölkerung zu begegnen. Der Runde Tisch rĂ€umt ein, dass Windenergieanlagen – unbestritten – Auswirkungen auf die Menschen, die Natur und das Landschaftsbild haben. Die Information der Bevölkerung, die Vor- Ort- Termine sowie die öffentlichen Workshops seien aber wirkungsvolle Mittel, die „weit ĂŒber das absolut Notwendige hinausgehen“. Nicht zuletzt die kompetente PrĂ€sentation der Vorgehensweise durch Stadtplaner Dietmar Schmittinger und des Rathaus-Energieteams habe dazu beigetragen, Vertrauen in die bĂŒrgernahe und sachorientierte Behandlung des Themas herzustellen.

Wie Dr. Matthias SchĂŒtze, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe Windkraft aber auch der Energiegenossenschaft Hohe Waid eG, am Runden Tisch erklĂ€rte, halte er eine Installation von „drei bis sieben Windenergieanlagen mit jeweils drei Megawatt Leistung“ auf Weinheimer Gemarkung fĂŒr realistisch. Damit könnten in wenigen Jahren zehn bis 20 Prozent des Strombedarfs in Weinheim gedeckt werden. Im offenen Brief heißt es dazu: „Wenn nicht nur der TeilflĂ€chennutzungsplan mit umfangreicher Beteiligung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zustande kommt, sondern in Zukunft die Windenergieanlagen auch durch die BĂŒrger dieser Stadt und der Region betrieben werden, ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Energiewende im bĂŒrgerlichen Konsens geschafft. Wir möchten Sie und Ihre Mitarbeiter ermuntern, den eingeschlagenen Weg der umfassenden BĂŒrgerbeteiligung weiterzugehen.“

Gemeinderat verabschiedet neue Buslinien

Warten auf den Bus

Weinheim, 29. Januar 2013. (red/ld) Ab Dezember 2013 wird Busfahren attraktiver. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 23. Januar Verbesserungen fĂŒr den öffentlichen Personennahverkehr beschlossen. In den Hanglagen der SĂŒdstadt kommt man zudem schneller zum Bus. Das Neubaugebiet LĂŒtzelsachsen-Ebene bekommt eine eigene S-Bahn-Haltestelle. Als zentraler Umsteigeplatz aller Buslinien wird ab dem Winterfahrplan der Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof dienen, von dem FahrgĂ€ste in alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen können. Der Gemeinderat begrĂŒĂŸte das Konzept, kritisierte aber, dass es nicht weit genug greife. [Weiterlesen…]

Experten von BUND und NABU beurteilen TeilflÀchennutzungsplan der Stadt

Windenergie vs. Tier- und Naturschutz

Weinheim, 14. Januar 2013. (red/aw) Wenn es um Windkraftanlagen in Weinheim geht, dann ist die Bevölkerung geteilter Meinung. Die einen befĂŒrworten, die anderen kritisieren. Die Stadtverwaltung ist bemĂŒht, eine öffentliche Diskussion zu fĂŒhren und die Meinung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mit einzubeziehen. Auch die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes sind zu berĂŒcksichtigen. Bei einer Informationsveranstaltung am vergangenen Freitag wurden erste EinschĂ€tzungen von Experten prĂ€sentiert: In mehreren der ausgewiesenen Freibereiche besteht eine GefĂ€hrdung durch WindrĂ€der insbesondere fĂŒr verschiedene Vogel- sowie Fledermaus-Arten.

Von Alexandra Weichbrodt

Der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner staunte nicht schlecht als er sah, wie viele Weinheimerinnen und Weinheimer sich im BĂŒrgersaal des alten Rathauses einfanden, um der Informationsveranstaltung beizuwohnen. Die Stadtverwaltung wollte noch einmal ganz bewusst Experten und Betroffene ihre Sicht der Dinge in Sachen Windenergie erlĂ€utern lassen. Der Schwerpunkt des Abends lag auf den Erkenntnissen der Natur- und LandschaftsschĂŒtzer.

Eingeladen waren hierzu Dietmar Matt vom Naturschutzbund (NABU), Siegfried Demuth vom Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Land- und Fortswirt Philipp Jungmann. Alle drei Referenten leben in Weinheim und kennen daher die betroffenen Gebiete.

Jegliche Erzeugung von Energie greift in die Natur und Landschaft ein,

stellt Siegfried Demuth gleich zu Beginn seines Vortrages klar. Allerdings sei die Gewinnung von Energie durch Windkraftanlagen noch vergleichsweise schonend fĂŒr die Umwelt. Im Gegensatz zu anderen Formen der alternativen Energiegewinnung haben Windkraftanlagen „praktisch keine Auswirkungen auf das Weltklima“. Die Stadt Weinheim mĂŒsse nur die gĂŒnstigsten Gebiete aussuchen, unter BerĂŒcksichtigung der Natur- und Landwirtschaft versteht sich.

„Windenergie hat praktisch keine Auswirkungen auf das Weltklima.“

Im Windenergieerlass des Landes Baden-WĂŒrttemberg sind bereits einige Bedingungen fĂŒr die Aufstellung von Windkraftanlagen festgelegt. Bestimmte FlĂ€chen werden hier von vornherein als Tabuzonen ausgewiesen, etwa weil sie Naturschutzgebiete sind. Die Aufgabe des Diplom-Biologen Demuth bestand nun darin, die Freibereiche 1 bis 6 unter den Aspekten des Natur- und Umweltschutz zu begutachten und zu bewerten. Sein Ergebnis: Bei mindestens zwei Gebieten kommt es zu Problemen.

Vorentwurf der Stadt Weinheim: “FlĂ€chenanalyse zur Steuerung von Standorten fĂŒr Windenergieanlagen im Stadtgebiet”

 

Besonders die FlĂ€chen am Eichelberg in Ober-Flockenbach und rund um den Hirschkopfturm in NĂ€he der Burgen sind aus Sicht des Experten problematisch, da hier teilweise geschĂŒtze Biotope angesiedelt sind. Auch im Bereich der Bergstraßen-Rheinebene könne es zu Problemen kommen, hier wurden immer mal wieder Störche gesichtet.

Die anderen Gebiete sind aus Sicht des BUND-Ortsgruppen-Vorsitzenden „in Ordnung“. Die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf die Natur seien hier deutlich geringer. Siegfried Demuth befĂŒrwortet die Aufstellung von Windkraftanlagen grundsĂ€tzlich und nennt fĂŒr die „Problemzonen“ Alternativen.

Problemgebiete durch AlternativflÀchen ersetzen

Der Steinberg, westlich der Ursenbacher Höhe, sowie das Gebiet rund um den Weinheimer Kopf wĂŒrden sich als Alternativen anbieten.

Die Gebiete seien zum Teil bereits erschlossen und versiegelt. Im Vergleich zu den Freibereichen am Eichelberg und am Hirschkopfturm wĂŒrde hier ein vergleichsweise geringer Eingriff in die Natur erforderlich sein. DarĂŒber habe er die Stadtverwaltung informiert, mit der Bitte diese Gebiete als mögliche Standorte fĂŒr Windkraftanlagen zu prĂŒfen.

Die Referenten des Abends (v.l.n.r.): Philipp Jungmann, Siegfried Demuth, Dietmar Matt, Dietmar Schmittinger, Dr. Alexander Boguslawski.

 

Der Hobby-Ornithologe und ehemalige Vorsitzende der Ortsgruppe des NABU in Weinheim, Dietmar Matt, besichtigte die ausgewiesenen Freibereiche ebenfalls. Allerdings lag sein Augenmerk auf möglichen Folgen von Windkraftanlagen fĂŒr die Tierwelt.

Der NABU Weinheim begrĂŒĂŸt die Haltung der Stadt zur Energiewende,

stellte Matt zu Beginn klar. Allerdings beinhalte die Planung „zu viel Politik und zu wenig Biologie sowie Ökologie“. Die biologischen und ökologischen Aspekte mĂŒssten aus seiner Sicht stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden.

„Zu viel Politik, zu wenig Biologie.“

Beim Betrachten der potentiellen FlĂ€chen sei deutlich geworden, dass besonders Vögel und FledermĂ€use unter Windkraftanlagen leiden wĂŒrden. Ihre LebensrĂ€ume sowie ihre Existenz seien durch Windkraftanlagen besonders gefĂ€hrdet.

Windkraftanlagen können Vögel und FledermÀuse gefÀhrden oder vertreiben. Brut- und RastplÀtze gehen möglicherweise verloren.

Dietmar Matt brachte Anschauungsmaterial mit: Rotmilan, Weißstorch und die Baumfledermaus – diese Arten sind u.a. durch Windkraftanlagen gefĂ€hrdet.

Matt erlĂ€utert das Tiervorkommen fĂŒr alle der sechs ausgewiesenen FlĂ€chen. Überall gibt es seiner Meinung nach Tiere, auf die RĂŒcksicht genommen werden muss. So sei u.a. der Freiebereich 1 in Hemsbach und Laudenbach Nahrungshabitat fĂŒr den Greifvogel Rotmilan und BrutstĂ€tte des Weißstorchs. Im Freibereich 3 bestehe eine große Gefahr unterhalb der Vogesenschau, besonders fĂŒr die dort ansĂ€ssigen BaumfledermĂ€use.

Von Windkraftanlagen gehe fĂŒr Flugtiere ein besonderes Kollisionsrisiko aus. Durch die RotorenblĂ€tter der Anlagen sind die Tiere akut gefĂ€hrdet. Aber auch ein „Meideverhalten“ von Gebieten mit Windkraftanlagen durch andere Tiere, wie Hasen, Libellen oder KĂ€fern könne man nicht ausschließen, so Matt.

AbwÀgen, ob GefÀhrdung der Tiere zu rechtfertigen ist.

Doch man mĂŒsse eben abwĂ€gen, findet Siegfried Demuth:

Können wir die GefÀhrdung der Tiere rechtfertigen?

Ja, finden einige Anwesende. Mit dem Auto töte man ja auch tagtĂ€glich Tiere, das seien eben KollateralschĂ€den die in Kauf genommen werden mĂŒssten, findet eine Dame. Dietmar Schmittinger vom Stadtentwicklungsamt berichtet in diesem Zusammenhang von Windkraftanlagen, die ihren Betrieb auch zeitweise einstellen könnten:

Um so, in den Flugzeiten von Vögeln oder auch FledermÀusen das Risiko zu minimieren.

Ob dass dann fĂŒr den Investor noch wirtschaftlich tragbar sei, sei nicht bewertungsrelevant fĂŒr das Planungsverfahren. Ebenso wenig, wie das Windaufkommen in Weinheim. DarĂŒber mĂŒsse der Investor eigene Gutachten erstellen.

Um alle Aspekte in Bezug auf den Tierschutz berĂŒcksichtigen zu können, empfiehlt Dietmar Matt der Stadtverwaltung die Einrichtung eines Arbeitskreises fĂŒr den „Artenschutz und Windkraftanlagen“.

„Ohnehin zu wenig landwirtschaftliche FlĂ€chen“

Auch der Milchkuhbauer und Biogasanlagen-Betreiber Philipp Jungmann zeigte sich grundsĂ€tzlich aufgeschlossen gegenĂŒber Windkraftanlagen, sieht aber Probleme in der FlĂ€chenausweisung:

Ich persönlich wĂŒrde die Nutzung von ForstflĂ€chen bevorzugen, da landwirtschaftliche FlĂ€chen ohnehin rar sind.

Dies sei jedoch seine ganz persönliche Meinung. Jeder Landwirt habe da andere Interessen. FĂŒr Jungmann selbst wĂ€re wichtig, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. DafĂŒr erhĂ€lt er Applaus der Anwesenden.

Im Anschluss an die VortrĂ€ge der Referenten eröffnet Dr. Alexander Boguslawski die Diskussions- und Fragerunde. Und obwohl Dietmar Schmittinger vom Weinheimer Stadtentwicklungsamt zu Beginn die aktuelle Ausgangsituation noch einmal erlĂ€utert hatte, wurde die Frage, ob denn ĂŒberhaupt potentielle FlĂ€chen ausgewiesen werden mĂŒssen, im Laufe des Abends immer wieder thematisiert.

Diskussion endet erneut in Grundsatzfrage

Dabei ist die Frage, ob Windenergie nach Weinheim kommt lÀngst geklÀrt. Sie kommt. Es geht nun viel mehr darum wohin. Und wie die Stadt, die Standorte möglichst selbstbestimmt steuern kann. (Anm. der Red.: Wir berichteten.)

Die Diskussionsrunde wurde schnell hitzig. Allerdings nicht wegen des Tierschutzes, sondern wegen der Grundsatzfrage: Windkraft – Ja oder Nein?

 

Die Veranstaltung sollte ursprĂŒnglich dazu dienen, die von der Stadtverwaltung ausgewiesenen Freibereiche des TeilflĂ€chennutzungsplans aus Sicht der Natur- und TierschĂŒtzer zu analysieren. Es wĂ€re toll gewesen, wenn die vielen Anwesenden auch tatsĂ€chlich aus Interesse am Tier- und Naturschutz gekommen wĂ€ren. Leider war dem nicht so. Einige Wenige haben nach wie vor nicht verstanden, was die Stadtverwaltung mit ihrer Steuerungsplanung bezwecken will.

Auf VorschlĂ€ge aus dem Publikum, doch einfach alle Gebiete auszuschließen und so die gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen, musste Dr. Fetzner noch einmal erlĂ€utern, dass die Stadt in einer deutlich schlechteren Position wĂ€re, wĂŒrde sie keine FlĂ€chen finden und ausweisen.

So entsteht am Ende erneut eine hitzige Diskussion zur Grundsatzfrage „Windenergie: Ja oder Nein?“  und der Naturschutz rĂŒckt in den Hintergrund. Trotzdem sind die Erkenntnisse der Experten wichtig und werden in den Planungsprozess mit einbezogen.

Nun mĂŒssen wir anhand der Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes das fĂŒr und wider abwĂ€gen,

schloss Dr. Torsten Fetzner die Veranstaltung.

Aktive BĂŒrgerbeiteiligung vor Ort

Die BĂŒrgerbeteiligung geht wĂ€hrenddessen mit Vor-Ort-Terminen in die nĂ€chste Runde. ZunĂ€chst am Samstag, 19. Januar, an der Kolpingscheuer nahe der BertleinsbrĂŒcke von 13 Uhr bis 14.30 Uhr, dann im Ortsteil Rippenweier an der Keltensteinhalle von 15 Uhr bis 16.30 Uhr. Von beiden Orten aus kann man mögliche Standorte fĂŒr Windkraftanlagen einsehen. Vorgesehen sind die PrĂ€sentation von Visualisierungen, ErlĂ€uterungen der maßgeblichen Tabukriterien und der Ergebnisse des Artenschutzgutachtens. NatĂŒrlich stehen die Stadtplaner und Experten auch hier fĂŒr Fragen, Hinweise und Anregungen zur VerfĂŒgung. Ein Bustransfer vom Rathaus (Haltestelle Schlossparkplatz), Abfahrt 12.30 Uhr, wird kostenfrei von der Stadt Weinheim angeboten. Ankunft ist circa um 17 Uhr am Rathaus.

Den Vor-Ort-Terminen folgt eine BĂŒrgerwerkstatt am Freitag 25. Januar in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums von 16.30 Uhr bis 19 Uhr. Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse soll dort in Kleingrupppen gearbeitet werden. Bis jetzt sind folgende Themen angedacht: Schutz der Landschaft, Naturschutz, Nutzung und Eigentum, Nachbarschaft zu den FlĂ€chen, Klimaschutz und Energiewende, Projektentwickler und Investoren. Weitere Gruppen können folgen. Danach diskutieren die Vertreter der Gruppen vor dem Plenum ihre zuvor ausgearbeiteten Thesen. Die komplette BĂŒrgerwerkstatt wird protokolliert und Gemeinderat wie Verwaltung als Entscheidungsgrundlage zur VerfĂŒgung gestellt.

Die BĂŒrgerbeteiligung zur Windenergie mĂŒndet im Januar in eine „BĂŒrgerwerkstatt“

BĂŒrger mit RĂŒckenwind

Weinheim, 20. Dezember 2012. (red/pm) Die Stadt Weinheim hat fĂŒr ihre ausgiebige BĂŒrgerinformation und BĂŒrgerbeteiligung bei der aktuellen Steuerungsplanung von Windenergieanlagen großes Lob erhalten. „Sie mĂŒssen lange suchen, bis Sie so etwas finden“, teilte Rolf Pfeifer jetzt bei der öffentlichen Veranstaltung im Alten Rathaus den interessierten Zuhörern mit. Er habe so etwas „in dieser Art noch nicht erlebt“. Die groß angelegte BĂŒrgerbeteiligung komme „genau zum richtigen Zeitpunkt“.

Information der Stadt Weinheim:

„Auch fĂŒr Dr. Alexander Boguslawski, den Sprecher des Runden Tisches Energie, hat mit dem Eintritt in das Verfahren „ein langer Prozess begonnen, bei der die BĂŒrgerbeteiligung eine große Rolle einnimmt“. BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner sowie Stadtplaner Dietmar Schmittinger bekrĂ€ftigten erneut den aktuellen Planungsbedarf: Denn nur mit der Aufstellung eines sachlichen TeilflĂ€chennutzungsplanes „Windenergie“ und damit der positiven Ausweisung von Konzentrationszonen sei eine Steuerung von Standorten innerhalb der Kommune möglich. Weinheim befinde sich mit diesem Vorgehen im Zeitplan und auf gutem Wege.

„Auf andere Kommunen wird das genauso zukommen“, erklĂ€rte Dr. Fetzner. Parallel zur Einbindung der interessierten BĂŒrger fĂŒhre die Stadtverwaltung GesprĂ€che mit den Nachbarkommunen und NaturschutzverbĂ€nden. Dass der jetzige Einstieg ins Verfahren richtig war, beweise, dass bereits Investoren Interesse an Standorten in Weinheim bekundet haben. Fetzner appellierte an GrundstĂŒcksbesitzer, jetzt nicht vorzupreschen, sondern in Abstimmung mit der Stadt vorzugehen. Nur so sei ein gesteuerter Umgang mit Windenergie möglich.

Mit der bereits zweiten öffentlichen Veranstaltung zum Thema Windenergie hat die BĂŒrgerbeteiligung zum Thema Windenergie jetzt an Fahrt aufgenommen. Im Januar geht die BĂŒrgerkommunikation dann in die heiße Phase. In zwei Veranstaltungen haben die BĂŒrger Gelegenheit, sich ĂŒber die Weinheimer Gegebenheiten zu informieren und explizit zu Ă€ußern. Ziel sei, so Schmittinger, eine umfassende Information mit Hilfe von Sichtbarkeitsanalysen und Visualisierungen sowie neuesten Erkenntnissen aus der Beteiligung der Behörden und VerbĂ€nde, Einblicke in die PlanungsvorgĂ€nge sowie die Möglichkeit zur Diskussion mit Experten.

Die Stadt verspricht sich dadurch ein direktes Meinungsbild der Bevölkerung, das sie im weiteren Entscheidungsweg berĂŒcksichtigen kann. Das Ziel: Die weiteren Entscheidungen sind von den BĂŒrgern nachvollziehbar und können akzeptiert werden.

Termine

Zwei Termine werden angeboten, eingeladen sind alle, die sich mit dem Thema und seinem direkten Bezug zu Weinheim beschĂ€ftigen wollen; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. ZunĂ€chst am Samstag, 19. Januar, erst an der Kolpingscheuer nahe der BertleinsbrĂŒcke von 13 Uhr bis 14.30 Uhr, dann im Ortsteil Rippenweier an der Keltensteinhalle von 15 Uhr bis 16.30 Uhr. Die Termine finden im Freien statt. Von beiden Orten aus kann man mögliche Standorte einsehen. Vorgesehen sind PrĂ€sentation von Visualisierungen, ErlĂ€uterungen der maßgeblichen Tabukriterien und der Ergebnissen des Artenschutzgutachtens.

NatĂŒrlich stehen die Stadtplaner und Experten aber auch fĂŒr Fragen, Hinweise und Anregungen zur VerfĂŒgung. Ein Bustransfer vom Rathaus (Haltestelle Schlossparkplatz), Abfahrt 12.30 Uhr, wird kostenfrei von der Stadt Weinheim angeboten. Ankunft ist circa um 17 Uhr am Rathaus.

Den Vor-Ort-Terminen folgt eine BĂŒrgerwerkstatt am Freitag 25. Januar in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums von 16.30 Uhr bis 19 Uhr. Nach einer Zusammenfassung der Ergebnisse soll dort in Kleingrupppen gearbeitet werden. Bis jetzt sind folgende Themen angedacht: Schutz der Landschaft, Naturschutz, Nutzung und Eigentum, Nachbarschaft zu den FlĂ€chen, Klimaschutz und Energiewende, Projektentwickler und Investoren. Weitere Gruppen können folgen. Danach diskutieren die Vertreter der Gruppen vor dem Plenum ihre zuvor ausgearbeiteten Thesen. Die komplette BĂŒrgerwerkstatt wird protokolliert und Gemeinderat wie Verwaltung als Entscheidungsgrundlage zur VerfĂŒgung gestellt.“

BĂŒrgerinitiative zum GesprĂ€ch bei der Landesregierung

BahnlÀrm dringt bis nach Stuttgart

Weinheim/Stuttgart, 07. Dezember 2012. (red/pm) Schon seit einiger Zeit kĂ€mpft die BĂŒrgerinitiative „Schutz vor LĂ€rm“ gegen den BahnlĂ€rm in Weinheim, denn die Stadt fĂŒhlt sich dafĂŒr nicht verantwortlich. Die BĂŒrgerinitiative hat sich nun an den Landtagsabgeordneten der GrĂŒnen, Uli Sckerl gewandt.

Gastbeitrag von GAL Weinheim:

„Der BahnlĂ€rm, unter dem hunderte von Menschen in Weinheim tagtĂ€glich (und besonders nachts!) leiden, ist kein Problem, das die Stadt Weinheim zu verantworten hĂ€tte. Wer den BahnlĂ€rm entscheidend verringern will, muss sich mit der Deutschen Bahn AG, mit dem Eisenbahnbundesamt und mit den politisch Verantwortlichen, besonders dem Bundesverkehrsministerium auseinandersetzen. Um das Thema von Weinheim aus auf eine höhere Ebene zu heben, hat sich die „BĂŒrgerinitiative Schutz vor BahnlĂ€rm“ an den Landtagsabgeordneten der GrĂŒnen, Uli Sckerl gewandt. Dieser hat fĂŒr die Sprecher der Initiative einen Termin bei der Landesregierung in Stuttgart organisiert.

In dieser Woche kam das Treffen zustande. Die beiden Sprecher der BI, Joachim Körber und Peter Thunsdorff, fuhren in Begleitung der beiden GAL-StadtrĂ€te Elisabeth Kramer und Alexander Boguslawski zur Landesregierung. GesprĂ€chspartnerin dort war die StaatssekretĂ€rin im Verkehrsministerium, Gisela Splett, die gleichzeitig die LĂ€rmschutzbeauftragte der Landesregierung ist. Mit von der Partie waren auch zwei LĂ€rmschutz- und Bahnexperten aus dem Ministerium. Die BĂŒrgerinitiative hatte es sich zum Ziel gesetzt, der Landesregierung die Dringlichkeit des BahnlĂ€rmproblems in Weinheim deutlich zu machen und die Experten um Rat und UnterstĂŒtzung im Kampf gegen den BahnlĂ€rm zu bitten.

Joachim Körber konnte den Anwesenden sowohl die Historie, als auch die gegenwĂ€rtige Situation und die prognostizierte Entwicklung entlang der Bahnstrecke durch Weinheim hindurch eindrĂŒcklich darstellen. Auch fĂŒr die Experten in Stuttgart war der Hinweis wichtig, dass zwar viel ĂŒber den GĂŒterverkehr sĂŒdlich von Freiburg diskutiert wird und ebenso viel ĂŒber die LĂ€rmbelastung am Mittelrhein, dass es aber der Streckenabschnitt entlang der Bergstraße ist, der in ganz Deutschland die höchste Dichte an durchfahrenden GĂŒterzĂŒgen aufweist. 203 GĂŒterzĂŒge rumpeln und rattern tĂ€glich durch Weinheim, mehr als irgendwo sonst. Der dabei erzeugte LĂ€rm erreicht jedes Mal Werte, die weit ĂŒber das gesundheitlich ZutrĂ€gliche hinausgehen, besonders in den Nachtstunden.

UnterstĂŒtzung von oben

Fatal bei der Bewertung dieses LĂ€rms ist, dass die Bahn einen sogenannten „Schienenbonus“ eingerĂ€umt bekommt, dass sie also von Amts wegen mehr Krach machen darf als andere. Hier konnte die grĂŒne Landesregierung der BI UnterstĂŒtzung anbieten, weil sie sich dafĂŒr einsetzt, dass der Schienenbonus so schnell wie möglich fĂ€llt. Schwierig ist es auch, den LĂ€rm an der Quelle zu minimieren, weil dafĂŒr das Zug- und Schienenmaterial technisch verbessert werden mĂŒsste – was Zeit und Geld kostet. Eine Möglichkeit, schneller zum Erfolg zu kommen, zu der auch die Regierungsexperten den Weinheimer rieten, ist, dass unser Streckenabschnitt in das „freiwillige Sanierungsprogramm“ des Bundes aufgenommen wird bzw. dass die Trasse in Weinheim offiziell als eine besonders sensible Strecke behandelt wird.

Neben technischen Details, die fĂŒr die BI sehr wertvoll waren, haben die Vertreter der Regierung sowie auch der Abgeordnete Sckerl den Weinheimer RatschlĂ€ge zur erfolgreichen WeiterfĂŒhrung des Kampfes gegen den BahnlĂ€rm gegeben. Auf jeden Fall war der Gedankenaustausch eine Ermunterung zur FortfĂŒhrung dieses BĂŒrgerengagements, das auch bei der Stadtverwaltung hohe Anerkennung genießt.“

Lesung in der Stadtbibliothek

Neue Horizonte fĂŒr die Bergstraße

Dr. Alexander Boguslawski liest in der Stadtbibliothek. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 24. Januar 2012 (red/pm) Dr. Alexander Boguslawski liest am 2. Februar 2012 in der Stadtbibliothek Weinheim aus seinem neuen Buch „Nachts in Rothschilds Garten“.

Information der Stadt Weinheim:

„Nachts in Rothschilds Garten“ – so heißt das das neue Buch des Weinheimer Historikers, Sozialwissenschaftlers, Naturliebhabers und Autors Dr. Alexander Boguslawski. Zwei Jahre nach seinem Erstling „Weit, hoch, herrlich der Blick“ hat Boguslawski seine zweite Schrift ĂŒber die Bergstraße verfasst. Schon beim ersten Buch hat er eine große Schar von Fans gefunden, die an seinem geschliffenen Schreibstil und seinem besonderen Blick fĂŒr die Reize der Landschaft großen Gefallen gefunden haben.

Boguslwaskis BĂŒcher sind kleine LiebeserklĂ€rungen an die Kulturlandschaft Bergstraße. Aber sie sind weit entfernt von Kitsch und Klischees, sie beschreiben den Landstrich zwischen Darmstadt und Heidelberg eher mit Herz und Poesie, mitunter auch mit einem Augenzwinkern. Fast so, wie man einen guten Freund beschreibt. Sie sind eine Mischung aus Reiseroman und Kurzgeschichten, locker plaudernd im Ton, aber nie banal.

In „Nachts in Rothschilds Garten“ nimmt der Autor seine Leser mit auf die Reise entlang der Bergstraße. Er erklĂ€rt historische HintergrĂŒnde und kulturgeschichtliche ZusammenhĂ€nge.

Am Donnerstag, 2. Februar, gibt Dr. Alexander Boguslawski in Weinheim, wo er wohnt und auch kommunalpolitisch engagiert ist, ein literarisches Heimspiel und liest aus „Nachts in Rothschilds Garten“. Die Lesung findet um 20 Uhr im Saal der Weinheimer Stadtbibliothek in der Luisenstraße statt. Der Eintritt ist frei. Gerne signiert der Autor auch seine BĂŒcher.“

Personalausschuss des Gemeinderates soll externes Gutachten begleiten – Fraktionen können neu benennen

OB Bernhard reagiert auf Kritik: Gemeinderat behÀlt angeblich Steuer in der Hand

Guten Tag!

Weinheim, 13. Dezember 2011. (red/pm) Auf die in „gebotener Höflichkeit“ geĂ€ußerte Kritik von mehreren StadtrĂ€ten hat nun OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) mit einer Pressemitteilung reagiert. Und die ist interessant zu lesen.

OB Bernhard erklĂ€rt, dass die Verwaltungsvorlage eine „ungenaue Formulierung“ enthalten habe, die man durch den Ältestenrat habe „prĂ€zisieren“ wollen. Inhaltlich hĂ€lt er daran fest, dass der Personalausschuss das aus seiner Sicht geeignete Gremium sei, denn der sei „ĂŒberschaubar und kompetent“.

In der morgigen Gemeinderatssitzung darf man eine spannende Diskussion erwarten. Ebenfalls spannend wird sein, wie sich die Fraktionen gegenĂŒber den kritischen StadtrĂ€ten verhalten – ob deren Vorschlag fĂŒr ein eigenes, projektbezogenes Gremium angenommen wird oder ob die Fraktionsvorsitzenden Mehrheiten gesammelt haben, um OberbĂŒrgermeister Bernhard den RĂŒcken zu stĂ€rken.

Information der Stadt Weinheim:

„Der Gemeinderat behĂ€lt in allen Phasen der Untersuchung das Steuer in der Hand.“ Mit dieser Zusicherung hat sich Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard gestern noch einmal an die Mitglieder des Gremiums gewandt und gleichzeitig erlĂ€utert, wie die kommunale Begleitung des externen Personalgutachtens aussehen kann.

„In der Gemeinderatssitzung vom 23. November“, so der OB, „herrschte Konsens darĂŒber, dass die externe Analyse transparent und nachvollziehbar gestaltet werden soll“. Ohne EinschrĂ€nkungen stehe er zu dem Beschluss, den der Gemeinderat im November gefasst hat.

Das Gremium hatte entschieden, so der Wortlaut des Beschlusses, dass „der Gemeinderat bzw. Vertreter in den Ablauf und in die Berichterstattung des Projekts einbezogen werden“. Um diese ungenaue Formulierung zu prĂ€zisieren, sei der Ältestenrat befasst worden. In diesem Zusammenhang sei der Personalausschuss ins GesprĂ€ch gekommen, weil es sich dabei um ein bereits bestehendes und nach d’Hondt zusammengesetztes und legitimiertes Gremium des Gemeinderates handelt.

Laut der Hauptsatzung der Stadt Weinheim ist der Personalausschuss sogar ausdrĂŒcklich fĂŒr die „Beratung von wesentlichen Personalmaßnahmen und lĂ€ngerfristigen Perspektiven der Personalpolitik“ zustĂ€ndig. Der Personalausschuss sei, so der OB, als gemeinderĂ€tliches Gremium â€žĂŒberschaubar und kompetent“.

Der OB hat den Fraktionen im Gemeinderat darĂŒberhinaus gestern erneut die grĂ¶ĂŸtmögliche FlexibilitĂ€t fĂŒr eine kurzfristige Umbesetzung des Personalausschusses eröffnet. „Jede Fraktion kann im Vorgriff auf eine Gemeinderats-Entscheidung Fraktionsvertreter neu benennen“, so der OB.

So könne jede Fraktion fĂŒr sich entscheiden, ob sie den Mitgliedern der fraktionsĂŒbergreifenden Gruppe der so genannten „Personalvergleicher“ einen Sitz ĂŒberlasse, oder ob sie den Fraktionssprecher oder andere Gemeinderatsmitglieder in den Ausschuss entsende. „Diese Entscheidung sollte unserer Ansicht nach innerhalb der Fraktion getroffen werden“, so der OB.

Bernhard verwies darauf, dass es schon Fraktionen gebe, die pragmatisch auf dieses Angebot eingegangen sind. Auch könnten selbstverstÀndlich alle Mitglieder des Gemeinderates, auch wenn sie nicht im Personalausschuss vertreten sind, als GÀste an allen Sitzung teilnehmen.

FĂŒr die so genannte „Kick-Off“-Veranstaltung am 19. Dezember sei daher auch der Große Sitzungssaal des Rathauses frei gehalten. Der Termin selbst sei allerdings keineswegs fĂŒr erste Weichenstellungen oder Richtungsentscheidungen geplant, sondern stelle lediglich den Arbeitsbeginn dar. arf-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Horst Körner werde in der Sitzung sein Vorgehen darstellen.

Generell appellierte Bernhard, die Frage nach dem begleitenden Gremium nicht zum Grundsatzproblem hochzustilisieren. Jede Zwischen-Berichterstattung und jede Beschlussfassung werde natĂŒrlich stets im Gesamt-Gemeinderat erfolgen, weil der Personalausschuss ja nur ein beratendes Gremium sei. Dennoch seien alle GemeinderĂ€te, die im Personalausschuss vertreten sind, natĂŒrlich gewĂ€hlte Mitglieder und damit qualifiziert, die Interessen des Gemeinderats in vollem Umfang im Rahmen ihres Mandats zu vertreten.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das weinheimblog

Die gutachterliche PrĂŒfung der Personalausstattung der Stadtverwaltung sorgt fĂŒr Streit.

StadtrĂ€te lehnen sich „mit gebotener Höflichkeit“ gegen OB Bernhard auf

Weinheim, 09. Dezember 2011. (red) In der Novembersitzung hat der Gemeinderat beschlossen, einen Gutachter zur PrĂŒfung der Personalausstattung der Stadt zu beauftragen. Aus Sicht vieler StadtrĂ€te ist die nĂ€mlich zu ĂŒppig und damit zu teuer. Andere StĂ€dte sollen sehr viel schlanker aufgestellt sein. Die PrĂŒfung soll natĂŒrlich unabhĂ€ngig erfolgen – doch daran gibt es vermehrt Zweifel.

Von Hardy Prothmann

Ob ihm am 14. Dezember das Lachen vergeht? Verschiedene StadtrĂ€te sind ĂŒber das Vorgehen in Sachen "Personal-Gutachter" sauer auf OB Bernhard. Foto: Stadt Weinheim

Der Brief hat es in sich – auch wenn er mit „aller gebotenen Höflichkeit“ geschrieben worden ist. TatsĂ€chlich sind die Verfasser stinksauer. Die Verfasser sind StadtrĂ€te, die seit einem Jahr versucht haben, die Personalausstattung der Stadt zu prĂŒfen und wegen „einer nicht sonderlich hohen Kooperationsbereitschaft“ letztlich erreichten, dass der Gutachter per Beschluss beauftragt worden ist.

Unter dem Tagesordnungspunkt 8 wurde am 23. November der Antrag „Beauftragung eines Beratungsunternehmens“ verhandelt und bei nur einer Gegenstimme angenommen. Ein externer Gutachter (arf Gesellschaft fĂŒr Organisationsentwicklung mbH, NĂŒrnberg) soll demnach die Personalausstattung in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Verwaltung untersuchen.

Wie man aus den Reihen der GemeinderĂ€te hört, soll OberbĂŒrgermeister Bernhard zunĂ€chst ein „GefĂ€lligkeitsgutachten“ versucht haben. Dies sei am Widerstand auch des Gutachters gescheitert.

Nun wurde der Antrag beschlossen und im „Ältestenrat“ besprochen – dort wurde die „Zusammenarbeit“ an den „Personalausschuss“ delegiert. Das Problem: Der Ältestenrat kann keine BeschlĂŒsse fassen und auch niemanden beauftragen.

„Das muss weg vom Personalausschuss“, hat uns ein Stadtrat informiert, der befĂŒrchtet: „Sonst mauscheln die das wieder unter sich aus, stellen keine kritischen Fragen und am Ende ist das Geld weg, das Gutachten taugt nix und alles ist beim Alten.“

Stattdessen sollen aus dem Gemeinderat Vertreter gewĂ€hlt werden, die den Gutachter begleiten. Und obwohl es sonst teils heftige Meinungsverschiedenheiten zwischen den Fraktionen gibt, sollen Linke und Weinheim plus ausdrĂŒcklich beteiligt werden, um alle Positionen im Gemeinderat abzubilden – mit dem Personalausschuss wĂ€re das nicht der Fall.

Die StadtrĂ€te erinnern den OB in ihrem Schreiben an dessen Worte: „Der Gemeinderat ist und wird selbstverstĂ€ndlich immer Herr des Verfahrens sein“. Zudem fordern die StadtrĂ€te ein „Höchstmaß an Transparenz“.

FĂŒr OB Bernhard könnte es damit in der Sitzung vom kommenden Mittwoch ungemĂŒtlich werden: Sofern ein Viertel der Gemeinderatsmitglieder dies verlangt, können diese die Wahl eines Beratungsausschusses in der Sitzung verlangen und sich natĂŒrlich vor der Abstimmung zur Vorgehensweise des OB Ă€ußern.

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard wird dann mit Sicherheit auf seine Rolle hingewiesen: Er ist Leiter der Verwaltung und leitet die Gemeinderatssitzungen. Und er hat die BeschlĂŒsse des Gemeinderats als oberstem Gremium der Stadt umzusetzen – und nicht umgekehrt.

Dokumentation der email an den OB:

Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister,
nach der Hauptausschusssitzung am vergangenen Mittwoch wurden wir von verschiedenen Mitgliedern des Ältestenrates darĂŒber informiert, dass nach dem Willen dieses Gremiums der Personalausschuss die gemĂ€ĂŸ Beschluss vom 23.11.2011 begleitende Arbeit im Zusammenhang mit der Arbeit des Beratungsunternehmens arf erledigen solle. Dieses Vorgehen hat uns in höchstem Maße erstaunt.
Wir können den „Gremiumsfindungsprozess“, den die Verwaltung zu diesem Beschluss eingeschlagen hat, nicht nachvollziehen. Im Punkt 1 des mit großer Mehrheit (bei lediglich einer Gegenstimme) gefassten Beschlussantrages 121/11 vom 23.11.2011 eindeutig vom „Gemeinderat (bzw. Vertreter)“ die Rede. Da in der Sitzung am 23.11.2011 keine Vertreter gewĂ€hlt wurden, besteht die unverĂ€nderte Beschlusslage, dass der Gemeinderat die begleitende Arbeit erledigt oder Vertreter bestimmt. Im ĂŒbrigen haben wir mit Email vom 28.11.2011 genau auf diese Problematik hingewiesen. Es wĂ€re also noch genug Zeit gewesen, diesen Punkt auf die Tagesordnung der GR-Sitzung am kommenden Mittwoch zu setzten.
Des Weiteren wurde uns mitgeteilt, dass zwischenzeitlich schon ein Kick Off Termin, der fĂŒr den Verlauf und das Resultat der Beratung von grĂ¶ĂŸer Bedeutung ist, vereinbart wurde. Wir mĂŒssen feststellen, dass weder Zeitpunkt noch Zeitraum fĂŒr dieses sehr wichtige OrganisationsgesprĂ€ch im Einvernehmen mit dem Gemeinderat erfolgt ist. Einen Termin an einem Montag um 11.30 Uhr anzuberaumen und dafĂŒr 30 min. zu veranschlagen, steht in keinem VerhĂ€ltnis zu der Aufgabe und der Aufgabenstellung, die uns im Zusammenhang mit dieser Beratung bevorsteht.
Wir möchten in diesem Zusammenhang mit aller gebotenen Höflichkeit Ihre Worte aus der Gemeinderatsitzung vom 23.11.2011 zur Vorlage 121/11 wiedergeben: „Der Gemeinderat ist und wird selbstverstĂ€ndlich immer Herr des Verfahrens sein“. Leider können wir diesen Worten keine Taten folgen sehen, da der Ältestenrat gemĂ€ĂŸ § 4 der Hauptsatzung nur beratende Funktion hat, was Ihnen als Vorsitzender des Gemeinderates bekannt sein dĂŒrfte.
Der Beratungsprozess der arf erfordert im ĂŒbrigen ein Höchstmaß an Transparenz, damit alle Beteiligte am Ende der Beratung die aufgeworfenen Lösungen mittragen, verstehen und umsetzten können. In diesem Zusammenhang ist es auch nicht zu verstehen, warum Weinheim plus und Die Linke nicht aktiv an der Begleitung der Beratung beteiligt sind bzw. den zwei Gruppierungen eine aktive Begleitung nicht ermöglicht werden soll.
Wir möchten Sie nun dringend bitten, die oben aufgeworfenen Fragen bis Montag 12.12.2011 zu beantworten, damit wir bei den Fraktionssitzungen die Thematik besprechen können !
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Thomas Bader
Dr. Alexander Boguslawski
Christian Botz
Klaus FlĂ¶ĂŸer
Constantin Görtz
c