Montag, 16. Juli 2018

Finanzielle Mittel verbleiben im Haushalt, Stelle wird trotzdem nicht ausgeschrieben

Vorerst keine Besetzung der Stelle fĂŒr Chancengleichheit

Weinheim, 04. MĂ€rz 2013. (red/aw) Der Gemeinderat hat den Antrag von GAL und SPD ĂŒber die Wiederbesetzung der Stelle fĂŒr Chancengleichheit zurĂŒckgestellt. Nachdem in der Sitzung am 27. Februar die Stellungnahmen dazu eher verhalten ausfielen, die CDU und FDP gar die Streichung der Stelle beantragten, einigte man sich auf den Verbleib der Mittel im Haushalt, jedoch ohne eine derzeitige Ausschreibung der Stelle.  [Weiterlesen…]

„Gendertag“ in der Helen-Keller-Schule

Frauen sind anders – MĂ€nner auch

Margarete Ruoff begrĂŒĂŸt zum "Gendertag" in der Helen-Keller-Schule. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 18. Mai 2012. (red/pm) „Gendertag“ in der Helen-Keller-Schule mit Beteiligung der Stadt – „Es ist normal, verschieden zu sein“. VortrĂ€ge und Workshops zur Chancengleichheit.

Information der StadtWeinheim:

„Paul Jöst lebt als Minderheit. Der Leiter des kommunalen SchĂŒlerhorts im Rolf-Engelbrecht-Haus ist einer der wenigen mĂ€nnlichen PĂ€dagogen in der Kinderbetreuung. Deshalb war es fĂŒr ihn auch keine ungewohnte Aufgabe, als er jetzt in einer Workshop-Gruppe vor lauter jungen Frauen stand und ĂŒber Erziehungsfragen referierte.

Sein Thema lautete: „Geschlechtersozialisation – Jungen- und MĂ€dchenerziehung, Handlungsmöglichkeiten.“

Es ist auch im Jahr 2012 so, wĂ€hrend man ĂŒber Quoten und ParitĂ©-Gesetze debattiert: Erziehung ist nach wie vor Frauensache, an KiTas und Grundschulen sind MĂ€nner eine Minderheit. Umso wichtiger sei es, das sozialpsychologische Geschlecht eines Menschen, den Gendergedanken, zum Thema fĂŒr Erzieherinnen und Erzieher zu machen, erklĂ€rte jetzt Elke Helbig von der Weinheimer Helen-Keller-Schule beim „Gendertag 2012“.

Elke Helbig ist Fachabteilungsleiterin SozialpĂ€dagogik an der Berufsfachschule in der Wormser Straße. Sie plĂ€dierte fĂŒr eine „geschlechterbewusste PĂ€dagogik“, die „starke Menschen in beiden Geschlechtern hervorbringt“. Dabei bringe es keinen Erfolg, fest verankerte Rollenzuschreibungen zu ignorieren.

„Es ist normal, verschieden zu sein“

„Es ist normal, verschieden zu sein“, so zitierte die SozialpĂ€dagogin den frĂŒheren BundesprĂ€sidenten Richard von WeizsĂ€cker.

Zuvor hatte auch Schulleiterin Margarete Ruoff die SchĂŒlerinnen (darunter vereinzelte SchĂŒler) begrĂŒĂŸt und an die Gleichstellungsbewegung der Frauen seit den 68er-Jahren erinnert. Auch sie sprach sich gegen eine aufgesetzte Vereinheitlichung des Familienbildes aus.

„Jede Familie sollte das individuell gĂŒnstigste Modell leben, es ist gut, dass es eine Vielfalt gibt“, findet die erfahrene PĂ€dagogin.

Das Programm war vor ein paar Wochen noch unter Mitwirkung von Alexandra Raquet, der damaligen Weinheimer Beauftragten fĂŒr Chancengleichheit, mit entwickelt worden. Und die gelernte Erziehungswissenschaftlerin, die mittlerweile eine TĂ€tigkeit in Mannheim ausĂŒbt, informierte die angehenden Erzieherinnen ĂŒber den Hintergrund des Gendergedankens.

„Frauen sind anders, MĂ€nner aber auch“, spitzte sie zu. Allerdings mĂŒsse die Gesellschaft im Zuge des „Gender Mainstreamings“ einen chancengleichen Zugang zu den Ressourcen der Gesellschaft ermöglichen. Raquet bezeichnete den Gendergedanken als „SchlĂŒsselkompetenz der PĂ€dagogik“ und sie halte es deshalb fĂŒr sehr wichtig, dass die Helen-Keller-Schule dem Thema einen „Gendertag“ widmet.

Ganz in diesem Sinne arbeiteten die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler dann in Workshops an den Genderthemen fĂŒr Erzieherinnen und Erzieher, zu den Referenten gehörten Gender-Experten der Metropolregion, PĂ€dagogen, ein Psychotherapeut, Praktiker aus den Arbeitsfeldern der Chancengleichheit und der Erziehung.

Themen waren unter anderem: „Wie spielen Jungs, wie spielen MĂ€dchen.“, „Auswirkungen von verfestigten Rollenbildern auf die Berufswahl.“, oder: „Gendergerechte Arbeit mit MĂ€dchen.“

Alexandra Raquet schickte die angehenden Erzieherinnen mit dem Satz in die Workshops: „Sie mĂŒssen bei sich selbst anfangen, Chancengleichheit fĂ€ngt in einem selber an.“

Claudia SĂŒnder vom Landfrauenrat beim „Equal Pay Day“:

„Frauen gehört die HĂ€lfte“

Die Weinheimer Beauftragten fĂŒr Chancengleichheit, Alexandra Raquet, wurde verabschiedet. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 30. MĂ€rz 2012. (red/pm) „Frauen gehört die HĂ€lfte“ forderte Claudia SĂŒnder vom Landesfrauenrat in Weinheim. Alexandra Raquet wurde verabschiedet.

Information der Stadt Weinheim:

„Es gibt Argumente, denen können sich auch MĂ€nner nicht verschließen – selbst wenn sie von Frauen vorgetragen werden. Aber das ĂŒberzeugte dann doch die wenigen Herren, die sich jetzt auf die Weinheimer Veranstaltung zum „Equal Pay Day“ verirrt hatten.

Am Beispiel Frankreich erlĂ€uterte Claudia SĂŒnder aus dem Vorstand des Landesfrauenrates, wie gut den MĂ€nnern die Gleichstellung der Frau doch tut. Statistisch sei es erwiesen, dass dort, wo Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern umgesetzt wird, die MĂ€nner lĂ€nger leben.

„In Frankreich werden die MĂ€nner Ă€lter“, erlĂ€uterte die Kommunalpolitikerin aus dem Ostalbkreis. Und dort gebe es immerhin das so genannte „ParitĂ©-Gesetz“, das bei Kommunalwahlen nur Listen zulasse, die zur HĂ€lfte mit Frauen besetzt ist.

FĂŒr Claudia SĂŒnder und die anderen Frauen, die auf Einladung von Alexander Raquet, der Weinheimer Beauftragten fĂŒr Chancengleichheit, ins Rolf-Engelbrecht-Haus gekommen waren, steht fest: So ein Gesetz braucht Deutschland, wo die Frauenquote in den LĂ€nder- und Kommunalparlamenten bei etwa 20 Prozent dĂŒmpelt, auch.

„Wir sind eine HĂ€lfte der Bevölkerung“, forderte Claudia SĂŒnder, „und wir wollen auch die HĂ€lfte“. Der Landesfrauenrat jedenfalls werde sich in Baden-WĂŒrttemberg um ein solches Gesetz bemĂŒhen. Überhaupt lautete ihre Kampfansage: „Wir brauchen eine neue Frauenbewegung.“

Einen Vortrag, reich gefĂŒllt mit Statistik, hatte die Rednerin mit nach Weinheim gepackt. Die Republik hat ihrer Ansicht nach „beim Thema Chancengleichheit höchstens ein Vier Plus verdient“. Durchaus benutzte sie dabei auch einen volkswirtschaftlichen Ansatz.

MĂ€dchen seien heute öfter auf weiterfĂŒhrenden Schulen anzutreffen als Jungen, junge Frauen seien im Studium erfolgreicher als MĂ€nner – dennoch seien in FĂŒhrungsetagen erschreckend wenig Frauen vertreten.

„Akademisch ausgebildete Frauen als Kassierinnen im Supermarkt“

Der Staat, der einerseits FachkrĂ€fte aus dem Ausland anwerbe, leiste sich groteskerweise „akademisch ausgebildete Frauen als Kassierinnen im Supermarkt“.

Alleine in Baden-WĂŒrttemberg gebe es derzeit rund 7000 ausgebildete Ingenieurinnen, die nicht ihrem Beruf nachgehen. Schon deshalb, aber auch wegen um sich greifender Altersarmut bei Frauen, seien „VerĂ€nderungen in der Rentenlogik“ erforderlich.

Thesen, bei denen auch Martina GĂŒrkan, die Beauftragte fĂŒr Chancengleichheit der Mannheimer Arbeitsagentur, in ihrem Referat „Das Potenzial der Frauen am Arbeitsmarkt bestĂ€tigte“.

Das politische und kĂŒnstlerische Potenzial der Weinheimer Frauen zeigte die Veranstaltung in jedem Fall auf: ZunĂ€chst hatte das Weinheimer Klarinetten-Ensemble „Les Scorsonair“ den Nachmittag eröffnet, dann spielten Katja Hoger und Stella Kirgiane-Efremidis von der Theatergruppe „Holzwurm“ einen lustigen Sketch von Loriot und schließlich brachte auch der Frauenchor der WeststadtsĂ€nger den Teilnehmerinnen ein StĂ€ndchen.

Offene TĂŒren rannte Claudia SĂŒnder bei BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner ein, der Deutschland in Sachen Gleichstellung als „Entwicklungland“ bezeichnete.

„MĂ€nner haben es definitiv einfacher in höhere Gehaltsklassen zu kommen“, erklĂ€rte er. Auch innerhalb der Weinheimer Stadtverwaltung gebe es noch Nachholbedarf, nur 12,5 Prozent der FĂŒhrungspositionen im Rathaus seien von Frauen besetzt.

Fetzner besuchte die Veranstaltung nach eigenem Bekunden „mit einem kleinen lachenden und einem großen weinenden Auge“, weil es der letzte Termin mit Alexander Raquet war, die ab April in Mannheim eine neue Aufgabe ĂŒbernimmt.

„Ich finde es gut, dass Sie Ihren beruflichen Weg zielstrebig weitergehen“, bescheinigte der BĂŒrgermeister, „aber die Stadt verliert eine sehr engagierte, kompetente und liebenswĂŒrdige Mitarbeiterin“.

Gelebter Dialog der Generationen


Ministerin Karin Altpeter (3.v.l.) zu Besuch in Weinheim.

Weinheim, 02. Oktober 2011. (red/pm) Ministerin Karin Altpeter besuchte Weinheim am „Tag der Ă€lteren Generation“ und trug sich ins Goldene Buch der Stadt Weinheim ein.

Information der Stadt Weinheim:

„Hier wird der Dialog der Generationen gelebt.“ So steht es jetzt handschriftlich blau auf weiß im Goldenen Buch der Stadt Weinheim. Das Urteil floss aus berufener Feder. Karin Altpeter, baden-wĂŒrttembergische Ministerin fĂŒr Arbeit, Familie, Soziales und Senioren schrieb diesen Satz der Stadt gewissermaßen ins Stammbuch. Die SPD-Politikerin war jetzt zum „Tag der Ă€lteren Generation“ in Weinheim und sprach auf Einladung des Stadtseniorenrates. Zuvor stattete sie aber auf dem Rathaus Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard einen Antrittsbesuch ab.

Der OB begrĂŒĂŸte die Ministerin und konnte ihr gleich die aktuelle Statistik mitteilen, die aussagt, dass Weinheims BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mittlerweile einen Altersdurchschnitt von exakt 45 Jahren aufweist. „Damit gehören wir zu den Ă€ltesten StĂ€dten in Baden-WĂŒrttemberg“, teilte er mit – konnte aber im gleichen Atemzug von vielen Projekten berichten, die in Weinheim den Dialog der Generationen fördern. Unter anderem habe man bei dem Angebot an seniorengerechtem und – betreutem Wohnen in den letzten Jahren
deutliche Fortschritte gemacht.

Der Stadtseniorenrat, dessen Vorstand an dem Empfang ebenso teilnahm wie Alexandra Raquet, die kommunale Beauftragte fĂŒr Chancengleichheit, sowie Landtagsabgeordneter Gerhard Kleinböck, sei nicht nur einer der ersten in der Region gewesen, sondern sei nach wie vor einer der rĂŒhrigsten. Als jĂŒngstes Beispiel bĂŒrgerschaftlichen Engagements lobte Bernhard den Runden Tisch Demenz, der auf Anregung des Stadtseniorenrates zustande gekommen war. Ministerin Altpeter fand im Übrigen nicht nur Gefallen am „gelebten Dialog der Generationen“, sondern auch an den Reizen Weinheims als Ausflugsziel. „Vielen Dank fĂŒr einen sonnigen Nachmittag in dieser Stadt“, so steht es jetzt ebenfalls im Goldenen Buch.“

Im Leben wie im Beruf – Frauenwirtschaftstage mit vielen Veranstaltungen vom 13. bis 15. Oktober

Weinheim, 28. September 2011. (red/pm) Die diesjĂ€hrigen Frauenwirtschaftstage finden in Weinheim vom Donnerstag, 13. Oktober, bis Samstag, 15. Oktober, mit einer ganzen Reihe von Info-Veranstaltungen, VortrĂ€gen und Workshops statt. Die drei Tage sind ausgefĂŒllt mit einer ganzen Reihe von Angeboten fĂŒr Frauen, die etwas unternehmen wollen.

Information der Stadt Weinheim:

Prof. Dr. Jutta Rump, GeschĂ€ftsfĂŒhrende Leiterin des Instituts fĂŒr BeschĂ€ftigung und Employability an der FH in Ludwigshafen ist Referentin bei den Frauenwirtschaftstagen vom 13. bis 15. Oktober 2011 in Weinheim.

„Im Leben und im Beruf – Frauen unternehmen was!“ So lautet das Motto der diesjĂ€hrigen Frauenwirtschaftstage, die in Weinheim vom Donnerstag, 13. Oktober bis Samstag, 15. Oktober eine ganze Reihe von Info-Veranstaltungen, VortrĂ€gen und Workshops bĂŒndeln. Drei Tage sind ausgefĂŒllt mit einer ganzen Reihe von Angeboten fĂŒr Frauen, die etwas unternehmen wollen, Veranstaltungsorte sind die Stadtbibliothek, das Alte Rathaus am Marktplatz, die Volksbank und das Kino „Modernes Theater“.

Verantwortlich fĂŒr die Frauenwirtschaftstage ist Alexandra Raquet, die Weinheimer Beauftragte fĂŒr Chancengleichheit. Sie fĂŒhrt ein Organisationsteam an, das sich desweiteren aus der Beauftragten fĂŒr Chancengleichheit der Mannheimer Arbeitsagentur, den Netzwerkfrauen Weinheim, der Volkshochschule Badische Bergstraße und des Zonta-Clubs Weinheim zusammensetzt. Dazu kommen zahlreiche Kooperationspartner aus Weinheim und der Region. SĂ€mtliche Angebote sind kostenfrei.

Der zentrale Abend der Frauenwirtschaftstage ist der Freitag, 14. Oktober. Dazu ist es Alexandra Raquet gelungen, eine der bundesweit renommiertesten Expertinnen fĂŒr Personalwesen fĂŒr einen Vortrag zu gewinnen: Prof. Dr. Jutta Rump, sie ist aktuell GeschĂ€ftsfĂŒhrende Leiterin des Instituts fĂŒr BeschĂ€ftigung und Employability an der FH in Ludwigshafen. Ihr Referat mit dem Titel „Zukunft der Arbeit – Arbeit der Zukunft“ beginnt um 17.15 Uhr im BĂŒrgersaal im Alten Rathaus am Marktplatz, zuvor hat BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner die GĂ€ste begrĂŒĂŸt. Um 18 Uhr schließt sich Dr. Alexandra Schichtel mit einem weiteren Vortrag an. Sein Titel lautet: „Typische Wachstumskrisen von Unternehmen und ihre Lösungen.“

Der erste Tag am Donnerstag, 13. Oktober, wird wesentlich von den Weinheimer Netzwerkfrauen beeinflusst. Zwischen 10 Uhr und 18 Uhr werden in der Stadtbibliothek verschiedene Workshops angeboten, es geht unter anderem um „PR in eigener Sache“ und um den Umgang mit „Facebook&Co“. Zwischen 13 Uhr und 18 Uhr prĂ€sentieren die Netzwerkfrauen aus den unterschiedlichsten Branchen ihre TĂ€tigkeiten. Am selben Tag, zwischen 16 Uhr und 18 Uhr, lĂ€dt außerdem die Volksbank Weinheim zur ExistenzgrĂŒnderveranstaltung.

Am Freitag, 14. Oktober, hat Alexandra Raquet dann wieder in der Stadtbibliothek eine Info-Börse organisiert, bei der von 9 Uhr bis 12.30 Uhr Organisationen, Einrichtungen und VerbĂ€nde an StĂ€nden jede Menge Beratung und Kontakte anbieten. Dazwischen werden auch dabei VortrĂ€ge angeboten. Dabei geht es unter anderem um „Wege zurĂŒck in den Beruf“ und um die Internetrangebote der Agentur fĂŒr Arbeit.

„Informiert sein – handlungsfĂ€hig bleiben“. So lautet das Motto des Samstags, 15. Oktober, der ab 10 Uhr im Kino „Modernes Theater“ namhafte Referentinnen mit KurzvortrĂ€gen zu sehr konkreten Themen anbietet, federfĂŒhrend fĂŒr diesen Tag ist der Zonta-Club Weinheim e.V., dessen PrĂ€sidentin Martina Gasser gleich um 10 Uhr den Serviceclub vorstellt. Dann beschĂ€ftigt sich Ulrike Hermann von der Weinheimer Caritas-Bezirksstelle mit dem Thema „Altersarmut“, es geht im weiteren Verlauf bis 14.30 Uhr aber auch um Erbrecht, Mediation im Rechtsstreit, Regionalentwicklung und Selbstverteidigung fĂŒr Frauen.“

Info: Frauenwirtschaftstage in Weinheim vom Donnerstag, 13. Oktober bis Samstag, 15. Oktober, das gesamte Programm steht auf www.weinheim.de zum download bereit. „

Weinheim fĂŒhlen – Erste StadtfĂŒhrung fĂŒr Sehbehinderte


Weinheim, 23. September 2011. (red/pm) Am morgigen Samstag, 24. September 2011, wird in Weinheim die erste StadtfĂŒhrung fĂŒr Sehbehinderte angeboten.

Information der Stadt Weinheim:

„Wie fĂŒhlt sich der Marktplatzbrunnen an? Wie riecht die alte Zeder? Wie hört sich der Marktplatz an, wenn sich die Menschen unterhalten?

Am morgigen Samstag, 24. September 2011, findet die erste BlindenfĂŒhrung statt.

„Blinde und sehbehinderte Menschen“, sagt Alexandra Raquet, Beauftragte fĂŒr Chancengleichheit in der Stadt, „werden Weinheim anders wahrnehmen, dabei wollen wir ihnen helfen“. Ab September, das erste Mal am Samstag, 24. September, bietet das Stadt- und Tourismusmarketing eine StadtfĂŒhrung fĂŒr blinde und sehbehinderte Menschen an. Das Angebot ist auf Initiative des badischen Blinden- und Sehbehindertenvereins sowie der Beauftragten fĂŒr Chancengleichheit der Stadt Weinheim entstanden.

Zum Auftakt am 24. September um 15 Uhr (Treffpunkt am Brunnen im Schlosshof) werden die beiden StadtfĂŒhrer Matthias Wildmann und Rita Plichta eine FĂŒhrung durch die historische Altstadt und den Schlosspark anbieten. Sie werden die Teilnehmer vor allem zu den „fĂŒhlbaren“ Weinheimer SehenswĂŒrdigkeiten fĂŒhren. Man kann dann tasten, riechen, hören – Weinheim fĂŒhlen eben.“

Deutsch-tĂŒrkisches Sommerfest am 12. Juni

Integration ĂŒber gemeinsames Kochen? Warum nicht. Bild: Stadt Weinheim

Guten Tag!

Weinheim, 30.Mai 2011 (red/pm) In der Weinheimer Moschee haben die ersten Vorbereitungen fĂŒr das deutsch-tĂŒrkische Sommerfest am 12. Juni begonnen. Damit das Fest auch ein ein kulinarischer Höhepunkt wird, bereiten die tĂŒrkischen Frauen bereits die ersten tĂŒrkischen SpezialitĂ€ten vor. In diesem Jahr soll mehr als in der Vergangenheit auf nicht-tĂŒrkische GĂ€ste eingegangen werden, weitere multi-kulturelle Veranstaltungen in der Moschee sind geplant.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Weinheimer Moschee öffnet immer mehr ihre TĂŒren fĂŒr Besucher aller Kulturen und Religionen. Auch das diesjĂ€hrige Sommerfest am Sonntag, 12. Juni, soll mehr als in der Vergangenheit auf nicht-tĂŒrkische GĂ€ste eingehen. Die wichtigsten Programmpunkte, zum Beispiel ein Derwisch-Tanz, werden auf Deutsch erlĂ€utert. Darauf haben sich jetzt auch Hatice Mert von der Moschee und Alexandra Raquet, die Kommunale Beauftragte fĂŒr Chancengleichheit, in der Moschee verstĂ€ndigt.

Bei den ersten Vorbereitungen auf das Sommerfest, ließen sich die tĂŒrkischen Frauen von interessierten deutschen Hobby-Köchinnen bereitwillig ĂŒber die Schulter schauen. Alexandra Raquet aber zum Beispiel auch Barbara Ohrmundt aus dem Helferkreis des Internationalen Frauentreffs waren begeistert vom Fleiß und der Geschicklichkeit der tĂŒrkischen Hausfrauen.

Diesmal waren die Teigwaren an der Reihe. 20 Kilo Mehl verarbeiteten die Frauen mit Eiern und Wasser jeweils zu Teig, den sie auf großen runden Holzscheiben fein ausrollten, um ihn dann als kleine Taschen oder Röllchen – unter anderem mit Lammfleisch – zu fĂŒllen.

Das traditionelle Sommerfest soll fĂŒr die tĂŒrkischen und deutschen Besucher auch wieder ein kulinarischer Höhepunkt werden. Zum Gelingen des Festes und der guten VerstĂ€ndigung haben die tĂŒrkischen Frauen wieder einen großen Beitrag geleistetDie vorbereiteten Nudelspeisen wurden dann eingefroren, mindestens einmal in der Woche findet nun bis Pfingsten ein solcher Kocheinsatz statt.

Noch in diesem Jahr planen Alexandra Raquet und Hatice Mert einen gemeinsamen Kochkurs fĂŒr interessierte deutsche Frauen. Ein interessantes Projekt verspricht ein Radfahrkurs fĂŒr Frauen zu werden. „Das steigert bei vielen Frauen das SelbstwertgefĂŒhl“, erwartet Alexandra Raquet.

Am Mittwoch, 1. Juni, bekommt die Moschee Besuch: Die im letzten Jahr tagende Minarettkommission plus Interessenten an einem Interreligiösen Dialog werden gemeinsam mit Ute Schleh vom Amt fĂŒr Jugend und Soziales sowie dem Migrations-Experten Helmut Schmitt das islamische Gotteshaus besichtigen.

Am 1. Juli ist der Rote-Kreuz-Blutspendedienst erstmals in der Moschee, um dort eine Blutspendeaktion zu organisieren. Am 14. Juli fĂŒhren die Frauen des Moscheevereins beim Frauentreff der Kulturen die Ebru-Malerei vor. Geplant ist auch ein regelmĂ€ĂŸiger Flohmarkt auf dem Moschee-Parkplatz an Samstagen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das weinheimblog

Internationaler Frauentreff in der Weinheimer Moschee gut besucht

Guten Tag!

Integration, Frauen, TĂŒrken, Kultur, Religion

Frauen tauschen sich ĂŒber ihre Kulturen aus. Bild: Stadt Weinheim

Von Roland Kern

Die MĂ€rchenerzĂ€hlerin hatte es erst nicht leicht. Die mehr als 100 Frauen, die am Dienstag den Internationalen Frauentreff in der Weinheimer Moschee besuchten, sorgten fĂŒr einen stattlichen GerĂ€uschpegel.

Die Neugier auf die anderen Menschen am Tisch, auf ihre kulturelle Herkunft und ihre GebrĂ€uche war groß, der GesprĂ€chsstoff ging nicht aus. „Das ist ein Austausch mit offenen Herzen“, freute sich Alexandra Raquet, die Weinheimer Beauftragte fĂŒr Chancengleichheit, die den Ort fĂŒr den vorweihnachtlichen Frauentreff gewĂ€hlt hatte. „Ich bin sehr schnell auf offene TĂŒren und viel Freundschaft im Moscheeverein gestoßen“, erklĂ€rte sie. Im Saal der Moschee hing die tĂŒrkische Nationalflagge neben der deutschen.

Übersetzerinnen waren ĂŒbrigens nicht nötig, weder bei der BegrĂŒĂŸung durch Alexandra Raquet noch bei jener von Hatice Mert vom Weinheimer Moscheeverein. Die Frauen verstanden und verstĂ€ndigten sich sehr gut – jederzeit auf Deutsch.

Original TĂŒrkisch hingegen war das BĂŒffet, das von den Frauen aller Kulturen begeistert angenommen wurde. Tage vorher hatten die fĂŒr ihre Gastfreundschaft bekannten TĂŒrkinnen die Speisen vorbereitet und angerichtet – sie waren sichtlich glĂŒcklich, als es den GĂ€sten, darunter auch einige Weinheimer StadtrĂ€tinnen, gut schmeckte.

Auch der italiensche Verein versorgte die Frauen mit leckerem selbstgemachtem Tiramisu und weitere tolle selbstgemachte Kuchen ergĂ€nzten das BĂŒffet
Dabei war das Abendessen nach Sonnenuntergang fĂŒr viele tĂŒrkische Frauen die erste Mahlzeit des Tages. Der 7. Dezember war nĂ€mlich in diesem Jahr der Tag ihres Neujahrsfestes, und besonders glĂ€ubige Moslems fasten an diesem Tag. Dass der Neujahrstag im moslemischen Kalender nicht immer an einem Tag gefeiert wird, sondern mit der Mondphase wandert, das war auch ein GesprĂ€chsthema an den Tischen und fĂŒr die meisten Frauen eine Neuigkeit.

„Wir sind heute hier, weil wir fĂŒr ein besseres Miteinander der Kulturen einstehen“, hatte Alexandra Raquet in ihrer BegrĂŒĂŸung erklĂ€rt. „Im Rahmen des Frauentreffs wollen wir uns öffnen, auf andere Kulturen zugehen, und andere Menschen besser kennen und verstehen lernen, ja auch neue Blickwinkel und Sichtweisen entdecken“, beschrieb sie. Schon die Organisation und das Programm des Frauentreffs sei „gemeinsam auf Augenhöhe gestaltet worden“.

BĂŒffets sind immer ein Ort der Begegnung. Bild: Stadt Weinheim

Entscheidend fĂŒr den Erfolg von Integrationsprozessen sei stets die Beteiligung und Verantwortung aller Beteiligten: Der deutschen und der nicht-deutschen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von Weinheim. Und angesichts einer bunten Mischung von Frauen aller Kulturen und den vielen GesprĂ€chen zwischen deutschen und tĂŒrkischen Frauen, freute sie sich: „Wir sind eine kommunale Verantwortungsgemeinschaft.“

Der Frauentreff zeige, dass Weinheim eine gastfreundliche Stadt der Toleranz sei, in der die Grundrechte und Menschenrechte der Nicht-Diskriminierung, der gleichberechtigten Teilhabe und der Religionsfreiheit respektiert werden, so die Beauftragte. Besonders begrĂŒĂŸte sie auch verschiedene TrĂ€gerinnen von Integrationsprojekten in Weinheim wie Dr. Cristina Ricca von der VHS und Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle „Integration Central“.

FĂŒr viele nicht-tĂŒrkische Frauen war es der erste Besuch in der Weinheimer Moschee. Deshalb organisierte Hatice Mert spontan eine FĂŒhrung durch das moslemische Gotteshaus, das – wie ein Gemeindehaus einer christlichen Kirche – nicht nur ein Gebetsraum, sondern auch auch ein Ort der Gemeinschaft und Begegnung ist.

Neue Kontakte gab es einige. Und Ideen. Zum Beispiel der Auftritt eines deutschen Frauenchors in der Moschee, oder internationale Kochkurse in der Moschee, aber auch bei Gruppen anderer NationalitĂ€ten. Alexandra Raquets Fazit: „Die Frauen haben es vorgemacht, wie man aufeinander zugeht.“

Der Termin fĂŒr den nĂ€chsten Frauentreff der Kulturen steht auch schon fest, es ist der Donnerstag 22. Februar, 2011. Die Frauen der tĂŒrkischen Gemeinde haben sich schon angemeldet.

Anmerkung der Redaktion:
Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim