Dienstag, 19. September 2017

Stadt will eine Lösung für die Situation an der Engstelle gefunden haben

„Mehr Sicherheit in der Breslauer Straße“

Weinheim, 26. November 2014. (red/pm) Laut Angaben der Stadtverwaltung gebe für die Breslauer Straße in Höhe der Engstelle (nahe der Metzgerei Kadel und der Kreuzung mit der Königsberger Straße) eine Lösung, „die allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird“. Dies sei das Ergebnis „einer genauen Betrachtung“, die von den Verkehrsplanern im Weinheimer Amt für Stadtentwicklung vorgenommen worden ist. [Weiterlesen…]

OB Bernhard verspricht frühestmögliche Beteiligung der Anwohner

Zweite Flüchtlingsunterkunft in der Weststadt möglich

Rhein-Neckar, 17. Juni 2014. (red/pm) Der Rhein-Neckar-Kreis und die Stadt Weinheim priorisieren für die Flüchtlingsunterkunft des Kreises ein Grundstück an der Theodor-Heuss-Straße. Der Gemeinderat berät sich am 25. Juni. [Weiterlesen…]

Stadt und Verkehrsbetriebe reagieren auf Kundenwünsche

Nachbesserungen bei den Schulbussen

Weinheim, 02. Mai 2014. (red/pm) Die Stadt und die Verkehrsbetriebe reagieren auf die Kundenwünsche und verbessern die Anbindung zu den Schulen. [Weiterlesen…]

Neue Fahrpläne für Ruftaxis

Was noch alles anders fährt…

Weinheim, 04. April 2014. (red/pm) Auch für das Ruftaxi gelten ab dem 06. April neue Fahrpläne. [Weiterlesen…]

Wie viele Radständer sollen an den ZOB?

Mit dem Fahrrad zum Bahnhof

Weinheim, 29. November 2013. (red/pm) Die Baumaßnahmen am neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Weinheimer Hauptbahnhof gehen voran. In der Planung sollen auch Fahrradabstellanlagen entstehen. Die Anzahl der Abstellplätze, deren Errichtung und die Notwendigkeit einer Überdachung der Fahrradständer haben zu Diskussionen geführt. Um die Bürger/innen davon zu überzeugen, laden der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und das Amt für Stadtentwicklung zu einer Informationsveranstaltung ein. Sie findet am Freitag, 29. November, um 18:00 Uhr im Bahnhofscafé „Mildners“ statt. Die Stadtverwaltung wird die Pläne und Überlegungen präsentieren und sich der Diskussion stellen. Die Teilnehmer sollen aber selbst zu Wort kommen und Ihre Bedürfnisse äußern.

Stadt lädt zum „Spaziergang“ durch den Straßenlärm

Mannheimer Straße zu laut

Weinheim, 06. November 2013. (red/pm) In der Mannheimer Straße ist es laut – zu laut. Wie schlimm es wirklich ist, auch mess- und nachweisbar und wie man diesen Zustand verbessern kann, darüber will die Stadt Weinheim mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. [Weiterlesen…]

Umweltminister Franz Untersteller nimmt teil am Runden Tisch "Energie"

Energiewende: Benötigt werden Planungssicherheit und profitable Standorte

Franz Untersteller (mitte) gestern beim Treffen des Runden Tischs Energie.

Franz Untersteller (mitte) gestern beim Treffen des Runden Tischs „Energie“.

Weinheim, 28. August 2013. (red/ld) Landesumweltminister Franz Untersteller (Bündnis ’90/DIE GRÜNEN) war am Dienstag zu Gast beim Treffen des Runden Tischs „Energie“ in Weinheim. Der Runde Tisch „Energie“ geht in Zukunft eigene Wege: Organisatorisch trennt sich das bürgerschaftliche Gremium zur Energiewende von der Stadtverwaltung. So könne man eigenständiger arbeiten, unabhängig von Gemeinderat und Stadthaushalt, sagte Manfred Schmitt, der Initiator des Runden Tischs. [Weiterlesen…]

Delegation der Stadtverwaltung diskutierte mit Landesregierung über Windenergie

Stuttgart lässt keinen Ausschluss zu

Weinheim, 19. Juni 2013. (red/pm) „Wir haben intensiv diskutiert und in einigen Punkten ein offenes Ohr gefunden, aber in der Sache hat das Land einen klaren Standpunkt, und wir haben erfahren, dass hiervon nicht abgewichen werden soll.“ Mit dieser Einschätzung sind Weinheims Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner und Sven-Patrick Marx, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, von einem Gesprächstermin in Stuttgart zurückgekehrt. [Weiterlesen…]

Arbeiten am ZOB gehen weiter

Bahnhof: Die Ruhe vor dem Bau

Weinheim, 28. März 2013. (red/pm) Die derzeitige Ruhe an der Baustelle für den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Hauptbahnhof trügt. Diese Zeit wird planmäßig genutzt, wie das Weinheimer Amt für Stadtentwicklung jetzt mitteilte. [Weiterlesen…]

Bürgerinitiative “Rettet den Wachenberg” froh über das Urteil des VGH

„Ein Sieg für die Demokratie“ vs. Trumpf der Angst

Die Kuppe des Wachenbergs sollte durch weiteren Gesteinsabbau abgetragen werden. „Nicht mit uns“, dachten sich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Birkenau und Weinheim und gründeten die Bürgerinitiative „Rettet den Wachenberg“.

 

Weinheim/Hirschberg/Schriesheim, 11. Februar 2013. (red/aw) Elisabeth Kramer, Gisela Schmitt, Gunda Krichbaum und Willy Welti sind erleichtert. Ihr ehrenamtliches Engagement zur Rettung des Wachenbergs hat sich ausgezahlt. Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg vom 29. Januar 2013 haben sie einen Meilenstein zur „Rettung des Wachenbergs“ erreicht. Es war ein langer Weg bis zu diesem Punkt, doch am Ziel sind sie noch nicht.

Von Alexandra Weichbrodt

Das Urteil ist glasklar und grandios,

findet Elisabeth Kramer, Weinheimer Stadträtin und ehrenamtlich Engagierte der Bürgerintitaitve „Rettet den Wachneberg“. Das VGH urteilte:

Der Flächennutzungs- und Bebauungsplan der Stadt Weinheim über das Gebiet des Steinbruchs sind zulässig.

Alles dokumentiert: Bereits Anfang der 90er wurden Unterschriften zum Erhalt des Wachenbergs gesammelt.

Ein Präzedenzfall, denn hier werden Bauleitpläne zum Schutz vor Veränderungen aufgestellt und genehmigt. Die Stadt Weinheim darf die Landschaft ihrer Bergstraßen-Silhoutte mit einem Bebauungsplan schützen.

Bereits seit den 80er Jahren stehen Auseinandersetzungen mit den Pophyrwerken im Raum. Elisabeth Kramer berichtet und dokumentiert seit über drei Jahrzehnten die Arbeitsweise im Steinbruch am Wachenberg. Anfang der 90-er Jahre wurden schon einmal Unterschriften gegen einen erweiterten Abbau des bekannten Wahrzeichens Weinheims gesammelt. Nach Ansicht der Bügerinitiative wurden die industriellen Bedürfnisse lange Zeit mehr berücksichtigt als die Anliegen der Bevölkerung.

Anstoß der Initiative kam aus Birkenau

Willy Welti hält das Urteil für:

Einen Sieg für die Demokratie.

Das Urteil zeige, dass auch Bürger zu ihrem Recht kommen können. Willy Welti war es damals, vor über acht Jahren, der das Thema auf die Agenda brachte.

Er ist Mitglied im Ortsverein des BUND (Bund für Umewelt und Naturschutz in Deutschland) in Birkenau, und hörte damals von den Vorhaben der Porphyrwerke. Nach einem Hangrutsch im Jahr 2003 hatten die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim einen Antrag auf „Hangsicherung“ gestellt, der eine Abbaufläche von insgesamt 7,2 Hektar innerhalb von 30 Jahren vorsah. Ein Vorhaben, welches Willy Welti nicht ohne weiteres durchgehen lassen wollte. Er wand sich mit über 20 offenen Fragen an die Birkenauer Gemeindevertretung und stieß auf offene Ohren.

Im Rahmen der Agenda21, einem Arbeitskreis für Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Naturschutz, fand eine erste öffentliche Anhörung statt. Das Interesse der Bevölkerung war groß. Auch Weinheimer Bürgerinnen und Bürger nutzen die Gelegenheit sich zu informieren. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Birkenau hatte es damals einfacher, denn sie waren nicht an der Planung beteiligt oder in der Verantwortung. Dort sagte man einfach: Unsere Landschaft soll erhalten werden.

Weinheim hingegen war in einem gewissen Zwiespalt. Die Stadt wollte den Unternehmern zunächst natürlich auch das Recht auf Ressourcenabbau gewähren. Grundstückseigentümer war die Stadt ohnehin nicht, das ist die Gemeinde Hirschberg. Diese verpachtet das Gelände an die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim.

Deckmantel „Hangsicherung“ – Trumpf der Angst

Nach der Großrutschung im Jahr 2003 spielten die Porphyrwerke dann den Trumpf der Angst aus. Aus Sicht der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim sei der Ausbau nötig, um Sicherheitsmaßnahmen gegen Felseinstürze vorzunehmen. Gisela Schmitt erkennt darin Kalkül: „Diese Großrutschung kam den Porphyrwerken sehr gelegen. Zu diesem Zeitpunkt wäre die Abbaugenehmigung von 1983 nämlich eigentlich ausgelaufen. Durch die Rutschung aber hatten sie die nötigen Argumente für eine weitere Sicherung und Abbautätigkeit.“

Das ist ein bekanntes Druckmittel von Pophyrwerken,

weiß auch Willy Welti. So wolle man der Bevölkerung weiß machen, dass der ganze Berg runterkommen könne und kein Weg an der Hangsicherung vorbei führe. Die ersten Zweifel daran kamen aber schnell als man sah, dass die Mitarbeiter nach wie vor – in dem ja eigentlich so Einsturz gefährdetem – Steinbruch arbeiteten.

Die haben sogar noch gesprengt. So gefährlich konnte es also nicht sein,

erinnert sich Gunda Krichbaum, die in unmittelbarer Nähe zum Steinbruch in Höhe der Fuchs’che Mühle wohnt. Aussagen und Handlungsweise der Steinbruch-Betreiber waren also äußerst widersprüchlich.

„Landratsamt ist seiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen.“

Widersprüche gab es auch zwischen den in der Abbaugenehmigung von 1983 erteilten Auflagen und den tatsächlich durchgeführten Maßnahmen. Lange Zeit war der genaue Inhalt der Abbaugehnehmigung der Bürgerinitiative nicht bekannt. Erst nach dem Fund der Original-Genehmigung aus dem Jahr 1983, hatte die Initiative etwas in der Hand, mit der sie die Handlungen der Porphyrwerke beim Landratsamt abmahnen konnte. Dort zeigten sich die Zuständigen allerdings nur wenig kooperativ.

Die Aufsichtsbehörde, das Landratsamt, hat es unseres Erachtens nach versäumt genügend Aufsicht zu betreiben. Da gab es starke Auseinandersetzungen zwischen uns und dem Landratsamt,

kritisiert Elisabeth Kramer. „Dort arbeiten ja auch keine Spezialisten für Gesteinsabbau“, ergänzt Willy Welti. Bereitgestellte Informationen von Seiten der Bürgerinitiative wurden allerdings auch nicht wirklich in die Thematik einbezogen. Viele Auflagen seien nachweisbar nicht eingehalten worden. Der Hinweis darauf wurde von Seiten des Landratsamt aber nur wenig beachtet oder bagatellisiert:

Die Reaktionen vom Landratsamt waren schon arrogant. Immer, wenn wir auf die Differenzen zwischen der Genehmigung und den wirklichen Tätigkeiten hingewiesen haben, wurden wir abgewatscht. Das sei doch alles nicht so schlimm.

Das ganze ging dann soweit, bis man eine offizielle Beschwerde über das Landratsamt eingereicht habe, so Kramer.

Wendepunkt im Mai 2007

Von Anfang an mit dabei: Elisabeth Kramer und Willy Welti.

Nach dem Großrutsch 2003, dem Antrag zur Hangsicherung 2005 und der anschließend gegründeten Bürgerintitiative dauerte es noch einmal gute zwei Jahre, bevor ein beschlussfähiger Antrag vor dem Gemeinderat der Stadt Weinheim vorgebracht werden sollte. Die erste Fassung des Antrags mit einer Abbaufläche von 7,2 Hektar, war bereits vom Landratsamt abgelehnt worden, nachdem die Bürgerinitiative rund 2.400 Einwendungen bei der Stadtverwaltung vorbrachte und diese sich daraufhin gegen den Ausbau aussprach. Ein darauffolgender Antrag, mit einer Abbaufläche von 4,8 Hektar, sollte 2007 den Erhalt der Kammkuppe garantieren.

Die Bürgerinitiative traute der Sache nicht und prüfte den Antrag genauer. „Vorsätzliche Täuschung“, habe man da festgestellt, denn die Kammkuppe wäre bei einer solchem Flächenabbau auf keinen Fall zu halten gewesen. Auch diesem Antrag wollte die Bürgerinititative also so nicht durchgehen lassen.

„Geniale Arbeit vom Amt für Stadtentwicklung“

Sie begannen die breite Öffentlichkeit zu informieren, traten an Gemeinderäte, Parteien und Abgeordnete heran. Sie aktivierten noch einmal die Bevölkerung, sammelten Unterschriften und Einwendungen. Über 3.000 Dokumente konnten im Frühsommer 2007 an die Stadtverwaltung übergeben werden. Doch die Beschlusskraft hatte der Gemeinderat. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Die Gemeinderatsstitzung im Mai 2007 war wohl die spannendenste in meiner Geschichte als Stadträtin. Der Beschlussvorschlag las sich zunächst sehr „Pro“ Porphyrwerke. Doch am Sitzungsabend präsentierte die Stadtverwaltung kurzfristig einen neuen Beschlussantrag. Einen, der unserem Anliegen vollkommen nachkam.

Das, in letzter Minute, ausgearbeitete Konzept der Stadtverwaltung sei „genial“ gewesen. Die Mitarbeiter vom Amt für Stadtentwicklung konnten anhand eines Bebauungsplans einen Ausbau der Abbautätigkeiten verhindern. Der Beschlussantrag fiel zu Gunsten der Bürgerinitiative aus und verhinderte die Zustimmung des gestellten Antrags der Porpyhrwerke.

Sven-Patrick Marx hat hervorragend reagiert. Mit Hilfe des Bebauungsplans konnte die Stadt festlegen, wo abgebaut werden darf und wo nicht.

Ab diesem Zeitpunkt „gemeinsam aktiv“

Bis dahin war es ein langer Prozess, immer wieder musste sich die Bürgerinitiative Gehör verschaffen und ein Bewusstsein für ihr Anliegen schaffen. Nur mit kontinuierlicher Bearbeitung habe man das erreicht. Da steckte viel Arbeit drin, es wurden viele Klinken geputzt. Manch einer dachte sich bestimmt:

Da kommen wieder die nervigen Weiber von der Bürgerinititative,

beschreibt Gunda Krichbaum das langjährige Engagement.

Aber es sollte sich am Ende auszahlen. Nach der Ablehung des Antrags im Gemeinderat wusste die Bürgerinititative nun auch die Stadtverwaltung auf ihrer Seite. Die anschließende Zusammenarbeit mit der Stadt und ihrem Ämtern sei „hervorragend“ und „toll“ gewesen, so Krichbaum. Auch der Erste Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner habe sich nach seinem Amtsantritt stets sehr für die Anliegen der Initiative eingesetzt.

Doch so ausgefuchst die Idee, mit einem Bebauungsplan den weiteren Abbau zu verhindern, auch war, die Porpyhrwerke wollten sich nicht so einfach geschlagen geben. Denn ein gewisses Risiko ging man mit dem Bebauungsplan, der eigentlich ein Verhinderungsplan war, schon ein. Denn ein solcher Verhinderungsplan ist laut dem Bundesemissionsschutzgesetz nicht zulässig. Eine Tatsache, die Willy Welti nicht verstehen kann:

Das Bundesemissionsschutzgesetz ist sehr industriefreundlich. Doch so machen wir unsere Natur kaputt.

Die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim reichen gemeinsam mit der Gemeinde Hirschberg Klage gegen den Bebauungsplan der Stadt Weinheim ein. Es kommt zum Showdown vor Gericht. Der wohl nervenaufreibenste Höhepunkt in acht Jahren Engagement für die Bürgerinitiative.

Beim Prozess haben wir richtig gebibbert. Wir wussten bis zuletzt nicht wie es ausgeht,

schildert Gunda Krichbaum ihre Empfindungen. Das sei „richtig spannend“ gewesen. Man habe schon „gezittert“, wie das Gericht den Bebauungsplan der Stadt nun bewertet. Hätten sie ihn als Verhinderungsplan anerkannt, wären die Bemühungen der Bürgerinitiative sowie der Stadtverwaltung umsonst gewesen. Waren sie aber nicht. Das Gericht wies die Klage ab.

Das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu schützen ist zulässig.

Der Plan der Stadt, das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu schützen, sei

zulässig, wirksam und verwirklichbar,

urteilte der 3. Senat des VGH in Mannheim. Das Amt für Stadtentwicklung hat zudem über ein Fachgutachten nachweisen können, dass die Erhaltung des Landschaftsbildes einer Sicherung des Steinbruchhanges nicht entgegen stehe. Die Planung sei daher den Anforderungen für eine fehlerfreie Abwägung der öffentlichen und privaten Belangen gerecht geworden. Ohne jedoch die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens unangemessen zu kürzen.

Neben der Bürgerinitiative zeigt sich auch die Stadtverwaltung erleichtert über das Urteil. Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner begrüßte die Entscheidung:

Heute ist ein guter Tag für Weinheim, denn unsere bekannte Berglinie mit den beiden Wahrzeichen, unseren Burgen, kann erhalten werden.

Momentan ist das Urteil des VGH nur bedingt rechtskräftigt. Denn gegen die Nichtzulassung der Revision kann binnen vier Wochen nach Zustellung des Urteils Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden. Diese würde jedoch nur erfolgreich sein, wenn beispielsweise Verfahrensfehler festgestellt werden oder unrichtige richterliche Entscheidungen nachgewiesen werden können. Erfolgt keine Beschwerde von den Porphyrwerken Weinheim-Schriesheim sowie der Gemeinde Hirschberg ist das Urteil nach Ablauf der vier Wochen engültig rechtskräftig und in Stein gemeißelt.

Werden auch in Zukunft ein wachsames Auge auf die Arbeiten am Steinbruch haben: Gisela Schmitt, Willy Welti, Gunda Krichbaum und Elisabeth Kramer. (v.l.n.r.)

 

Die Arbeit der Bürgerinitiative ist noch längst nicht zu Ende.

Das Urteil bedeutet nicht, dass der Abbau eingestellt wird, sondern lediglich, dass keine Veränderungen an der Kuppe vorgenommen werden dürfen. Weiter wird das Unternehmen über Jahre hinweg Renaturierungsmaßnahmen betreiben müssen. Dass diese auch tatsächlich durchgeführt werden, bleibt weiterhin zu beobachten. Denn die Bürgerinitiative kennt die Arbeitsweise des Porpyhrwerks Weinheim-Schriesheim nach jahrelanger Beobachtung nur allzu gut.

Hier müssen wir weiter wachsam sein und die Einhaltung der Auflagen kontrollieren,

formuliert Gisela Schmitt die weitere Vorgehensweise der Bürgerinitiative. Auch das bereits im Gründungsprotokoll vom 21. Februar 2005 formulierte Ziel, eine „Stillegung des Steinbruchs“ zu erreichen, sei nach wie vor aktuell. Steinbrüche würden überall in Deutschland stillgelegt, warum nicht auch in Weinheim?

Wir feiern das Urteil, weil es eine ganz wichtige Station auf dem Weg zu unserem Ziel ist. Aber unsere Arbeit ist noch nicht beendet,

verspricht Elisabeth Kramer. Denn so lange der Wachenberg durch Gesteinsabbau gefährdet ist, machen sie weiter. Zum Schutz der Natur, der Anwohner und des Landschaftsbildes.

Windenergie

Noch länger Zeit für Bürger-Anregungen

Weinheim, 30. Januar 2013. (red/pm) Wegen des unverändert großen Interesses am Verfahren zur Steuerung von Windenergieanlagen hat die Stadt Weinheim die Phase der Bürgerbeteiligung, die ohnehin schon zwei Monate länger ist als üblich, um weitere zwei Wochen verlängert. „Trotz des hohen Maßes an Öffentlichkeit“, erklärt Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner, „melden sich immer wieder neue Bürgerinnen und Bürger mit Fragen und Anregungen an uns“.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Phase der „frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit“, die seit November bereits läuft, endet nun erst am Freitag, 22. Februar. Die Planunterlagen können bis zum 22. Februar im Foyer der Stadtbibliothek, Luisenstraße 5/1, während der Öffnungszeiten eingesehen werden. Weitergehende Auskünfte zum sachlichen Teilflächennutzungsplan Windenergie werden von Dietmar Schmittinger im Amt für Stadtentwicklung unter der Telefonnummer 06201/82-365 erteilt. Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen abgegeben werden. Alle Infos auch auf www.weinheim.de/Bauen und Wohnen/Bürgerbeteiligungen. Dort steht auch ein „Onlineformular“ zur Verfügung, sowie die Visualisierungen der möglichen Standorte.“

Weinheim darf seine Bergstraßen-Silhouette schützen – Planer haben sorgfältig gearbeitet

„Ein guter Tag für Weinheim“

Jetzt ist es „amtlich“ – der VGH Mannheim bestätigte heute per Urteil die Bauleitplanung der Stadt Weinheim: Im Ergebnis heißt es weiterhin „Finger weg von der Kuppe“ des Wachenbergs. Quelle: Stadt Weinheim

 

Weinheim/Hirschberg/Schriesheim, 29. Januar 2013. (red/pm/pro) Das Urteil ist rechtsgültig und eine Revision wird nicht zugelassen: Sowohl der Flächennutzungs- als auch der Bebauungsplan der Stadt Weinheim über das Gebiet des Pophyr-Steinbruchs sind zulässig. Damit hat der Verwaltungsgerichtshof Mannheim (VGH) einen Präzedenzfall entschieden, über den Bauleitpläne auch zum Schutz vor Veränderungen aufgestellt werden können.

Der Wachenberg in Weinheim darf so bleiben wie er ist, denn die Stadt Weinheim darf mit einem Bebauungsplan die Landschaft ihrer Bergstraßen-Silhouette schützen.

Der erste Satz der Mitteilung der Stadt zeigt die Erleichterung und die Freude über das Urteil des 3. Senat des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg, das heute am Nachmittag bekannt gegeben worden ist.

Mit dieser Entscheidung wies der VGH die Klagen der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim und der Nachbargemeinde Hirschberg zurück. Beide wollten den Bebauungsplan rückgängig machen, um weiter Gestein im Hangbereich abbauen zu können. Die Pophywerke als wirtschaftlicher Nutzer und die Gemeinde Hirschberg ebenfalls aus wirtschaftlichen Gründen – verpachtet sie doch ihren Grundbesitz auf Weinheimer Gemarkung an das Unternehmen. Nach unseren Informationen kommen hier jährlich gut 30.000 Euro in die Gemeindekasse. Bei einer vermuteten Abbauzeit von gut 20 Jahren kommt also eine gute halbe Million Euro zusammen.

Die Pläne des Unternehmens sahen eine Abflachung des Steinbruchhanges vor – das hätte die Kammlinie zwischen der Wachenburg und der Wachenbergkuppe verändert. Die Planungskonzeption der Stadt, die das Landschaftsbild nun in der jetzigen Form schützt, sei „zulässig, wirksam und verwirklichbar“, urteilte der VGH:

Die beiden Bauleitpläne schaffen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Schutz des Landschaftsbildes und – als dessen Bestandteil – den Erhalt der Kuppe des Wachenbergs sowie der Sicherheit vor weiteren großflächigen Hangabrutschungen.

Das Weinheimer Amt für Stadtentwicklung habe über Fachgutachten nachweisen können, dass die Erhaltung des Landschaftsbildes einer Sicherung des Steinbruchhanges nicht entgegenstehe, so die Stadt. Der vorsitzende Richter führte aus:

Die Planung ist den Anforderungen an eine fehlerfreie Abwägung der öffentlichen und privaten Belange gerecht geworden.

Die wirtschaftlichen Interessen der Porphyrwerke seien „nicht unangemessen verkürzt“. Der Senat hat keine Revision zugelassen. Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner kommentierte:

Heute ist ein guter Tag für Weinheim, denn unsere bekannte Berglinie mit den beiden Wahrzeichen, unseren Burgen, kann erhalten bleiben.

Dr. Fetzner verwies auf den großen Konsens in der Weinheimer Politik und in der Bevölkerung. „Diese bekannte Ansicht liegt den Weinheimern am Herzen“, schilderte er und betonte, dass die Stadt bei diesen Interessen auch sehr eng und kooperativ mit einer Bürgerinitiative zusammenarbeite. Die klare Haltung des Senats, sei zudem auch eine „hohe Wertschätzung“ für das Fachamt für Stadtentwicklung, das diesem Verfahren sehr akribisch und professionell zur Rechtsbeständigkeit verholfen habe, so die Stadt in einer Pressemitteilung.

Das Gericht sieht ferner die wirtschaftlichen Belange der Porphywerke Weinhei-Schriesheim ausreichend berücksichtigt. Das Urteil bedeutet nicht, dass der Abbau eingestellt wird, sondern lediglich, dass keine Veränderungen an der Kuppe vorgenommen werden dürfen. Weiter wird das Unternehmen über Jahre hinweg Renaturierungsmaßnahmen betreiben müssen. Porphyrstein wird als Werkmaterial vor allem im Straßenbau für Schotter und Splitt verwendet, aber auch als Dekostein, beispielsweise Küchen-Arbeitsplatten.

Entwurf des Teil-Flächennutzungsplans liegt zur Bürgerbeteiligung offen

Aktive „Windenergie“

Vorentwurf der Stadt Weinheim: „Flächenanalyse zur Steuerung von Standorten für Windenergieanlagen im Stadtgebiet“

 

Weinheim, 09. November 2012. (red/aw) Am gestrigen Abend trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rolf-Engelbrecht-Haus, um sich von der Stadtverwaltung über mögliche Standorte für Windenergieanlagen informieren zu lassen. Die Meinungen der Weinheimer dazu sind gespalten. Ab heute liegt der Teil-Flächennutzungsplan „Windenergie“ offen. Erster Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner bittet um aktive Stellungnahmen der Bevölkerung.

Von Alexandra Weichbrodt

Rund 90 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um zu erfahren, wo eventuelle Windenergieanlagen in Weinheim angesiedelt werden könnten. Und obwohl Bürgermeister Dr. Fetzner gleich zu Beginn der Veranstaltung klar machte, dass noch „keine Entscheidung gefallen ist“, sondern lediglich „erste Vorschläge gemacht werden“, musste diese Tatsache noch einige Male im Laufe des Abends wiederholt werden.

Sechs potenzielle Flächen ausgewählt

Außer Frage steht, ob Weinheim regenerative Energiegewinnung durch Windanlagen will oder braucht. Nur wie und wo, muss noch geklärt werden. Nach Änderung des Landesplanungsgesetz (PDF) durch die grün-rote Landesregierung in Stuttgart, liegt diese Entscheidung jetzt bei den Kommunen. Diese können die Platzierung von Windenergieanlagen selbst steuern oder eben nicht. Weinheim hat sich für die aktive Variante entschieden, erklärt Dietmar Schmittinger vom Weinheimer Stadtentwicklungsamt:

Würden wir auf das Aufstellen eines Teil-Flächennutzungsplanes „Windenergie“ verzichten, könnten bei einem konkreten Vorhaben weder die Verwaltung noch die Bürger direkt Einfluss auf die Planung nehmen.

Die Aufstellung des Teil-Flächennutzungsplanes „Windenergie“ mit Freibereichen sei durchaus komplex und umfangreich, erklärte Stadtplaner Dietmar Schmittinger. Es gehe unter anderem um Abstände zur Wohnbebauung, zu Straßen und anderen Verkehrstrassen, um Umwelt- sowie um Tier- und Landschaftsschutzaspekte. „Ob, wann und wo wirklich gebaut wird, ist noch nicht absehbar“, versichert auch der Leiter des Amts für Stadtentwicklung Sven-Patrick Marx.

Standen Rede und Antwort (v. l. n. r.): Dietmar Schmittinger, Sven-Patrick Marx, Dr. Torsten Fetzner, Julian Adler, Frank Buchholz.

 

Gemeinsam mit dem Planungsbüro Fischer aus Linden (Mittelhessen) hat das Amt für Stadtentwicklung nun Standortuntersuchungen in Weinheim durchgeführt und den ersten Entwurf des Teil-Flächennutzungsplan erstellt. In diesem Plan sind sechs Nutzungsflächen unterschiedlicher Größe aufgeführt, an denen nach ersten Untersuchungen Windenergieanlagen theoretisch möglich wären.

„Lediglich ein erster Planungsschritt“

Julian Adler vom Planungsbüro Fischer erklärt: „Das hier vorgestellte Planungskonzept zeigt Freibereiche und Potenzialflächen, die nach einheitlichen Kriterien des Windenergieerlass des Landes Baden-Württemberg (PDF) ermittelt wurden.“  Kriterien sind unter anderen gewisse Schutzabstände, also eine Entfernung zu beispielsweise Wohnbauflächen von 700 Metern. Auch Naturschutzflächen und tierökologische Untersuchungen werden bei der Planung berücksichtigt. Hier liegen zwar noch nicht alle abschließenden Gutachten vor, aber bisher sei Weinheim auch nur beim „ersten Planungsschritt“.

(Anm. d. Red.: Die ermittelten Freibereiche finden Sie mit weiteren Informationen am Ende dieses Artikels in der Galerie.)

Um möglichen Konflikten vorzubeugen, will die Stadt Bürgerinnen und Bürger bei der Aufstellung des Teil-Flächennutzungsplan „Windenergie“ so gut mitnehmen, wie es nur geht. Dafür wurde das „Team Ewen“ aus Darmstadt mit in das Projekt „Bürgerbeteiligung“ geholt. Die Experten auf dem Gebiet des Prozess- und Konfliktmanagements im Bereich Planung, Technik und Umwelt sollen dazu beitragen, dass „ein guter Dialog“ zustande kommt.

Frank Buchholz stellte das Angebot für intressierte Bürgerinnen und Bürger im Planungsprozess vor:

Im Januar 2013 finden Vor-Ort-Termine statt, bei denen die  Entwickler Rede und Antwort stehen.

Außerdem gäben diese Besichtigungen eine gute Gelegenheit das Thema zu visualisieren und der Frage „Wie passt so ein Windrad in das Landschaftsbild?“ nachzugehen. Zudem wird eine „Bürgerwerkstatt“ veranstaltet, bei der Gegner und Befürworter von Windenergieanlagen Argumente vorbringen können, um auf dieser Grundlage gemeinsam einen Lösungsweg zu finden.

Meinungen zur „Windenergie“ gehen auseinander

Bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern konnte man klar zwei Gruppen unterscheiden: Windenergie-Befürworter und Windenergie-Gegner. Beide Seiten brachten Argumente und Einwände vor, die entweder mit Applaus, Bravorufen oder spöttischem Gelächter und Kopfschütteln kommentiert wurden.

Viele interessierte Weinheimer Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um sich über die Steuerung der Windenergieanlagen zu informieren.

Großen Zuspruch fand der Einwand eines Herrn, warum die Bürgerbeteiligung jetzt erst beginne, wo doch die Flächen bereits ausgewiesen sind. Er fühle sich „verkackeiert, denn die Würfel sind doch bereits gefallen“.

Woraufhin Sven-Patrick Marx erneut darauf hinweisen musste, dass im bisherigen Entwicklungsprozess lediglich eine Grundlage zur Diskussion geschaffen wurde:

Zu einem früheren Zeitpunkt hätten wir über potenzielle Flächen debattiert, die vielleicht ohnehin nicht in Frage kämen. Jetzt haben wir mit dem Standortgutachten eine fundierte Diskussionsgrundlage für die Öffentlichkeit geschaffen, über die gemeinsam entschieden werden kann.

Der Stadtverwaltung wurde aber auch von beiden Lagern Dank dafür ausgesprochen, dass diese sich dem Thema aktiv angenommen hat und so gewährleistet, dass nicht ausgewiesene Flächen auch tatsächlich anlagenfrei bleiben. Auch, wenn nicht für alle nachvollziehbar war, warum grade diese bestimmten Gebiete als Nutzungsfläche empfohlen werden. „Im Tal ist der Wind ja nicht allzu stark“, war unter anderem zu hören. Aber der Wind wurde auch noch nicht untersucht. Diese Untersuchung sei finanziell sehr aufwendig, sagte Julian Adler vom Planungsbüro Fischer. Und Bürgermeister Torsten Fetzner ergänzte:

Wir planen auch nicht für die Energieversorger oder Investoren. Die Berechnungen der Wirtschaftlichkeit liegt am Ende bei dem Betreiber der Windenergieanlagen. Wir stellen nur fest, wo diese potenziell gebaut werden könnten.

Bürgerbeteiligung ausdrücklich erwünscht

Bis zum endgültigen Teil-Flächennutzungsplan ist es noch ein langer Weg. Bis zum 09. Februar 2013 können Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen abgeben, die zum Bestandteil des Verfahrens werden.

Wir brauchen Sie und bitten Sie, sich am Planungsprozess zu beteiligen,

appelliert Dr. Torsten Fetzner. Alle Unterlagen zum Teil-Flächennutzungsplan finden Sie ab heute auf der Internetseite der Stadt Weinheim oder als Auslage im Foyer der Stadtbibliothek Weinheim. Sämtliche Stellungnahmen der Bürgerschaft werden in die Auswertung der Konzentrationsflächen einfließen. Über den überarbeiteten Entwurf entscheidet im April 2013 dann der Weinheimer Gemeinderat. Anschließend wird der Beschluss noch einmal offengelegt und die Bevölkerung hat erneut die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Da es sich um Windenergieanlagen handelt, die eine Gesamthöhe von bis zu 200 Metern haben, unterliegt die endgültige Genehmigung den Bestimmungen des Bundesimmissionsschutzgesetz (PDF) bei der Immissionsschutz-Behörde Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg. Erst dann ist die rechtskräftige Genehmigung durch das Regierungspräsidium möglich. Ziel der Stadtverwaltung Weinheim ist es, einen rechtskräftigen Flächennutzungsplan bis zum Inkrafttreten des einheitlichen Regionalplanes 2013/2014 zu erarbeiten.

Terminhinweis: Laut aktuellem Planungsstand werden am Samstag, den 26. Januar 2013 Vor-Ort-Begehungen durchgeführt. Zunächst treffen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger um 13 Uhr an der Weinheimer Kolpingscheuer, um anschließend (gegen 15 Uhr) mit einem Shuttlebus in den Ortsteil Rippenweiher an die Keltensteinhalle zu fahren. Die „Bürgerwerkstatt“ findet voraussichtlich am 26. Januar zwischen 16:30 und 19:00 Uhr, in der Aula des Werner-Heisenberg-Gymnasiums statt. (Änderungen vorbehalten)

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Runder Tisch Energie begrüßt die Pläne der Stadt

Für frischen Wind bei der Energiewende

Weinheim, 06. November 2012. (red/pm) Der Runde Tisch Energie begrüßt die Bemühungen der Stadt, künftig Planungen von Windenergie-Anlagen kommunal zu steuern. Das bedeute jeweils eine vor Ort abgewogene Standortentscheidung in engem Kontakt zur Bürgerschaft, finden die Mitglieder des Runden Tisches und verweisen auf die Bürger- Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung am Donnerstag, 8. November, 18.00 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus. [Weiterlesen…]

Vorbildliches Projekt in der Grundschule Lützelsachsen

Immer mehr Kinder gehen zu Fuß

Kleine Kinder ganz groß: Die Kinder gehen zu Fuß nach Hause. Zur Belohnung gibts Obst

Weinheim, 25. Oktober 2012. (red/pm) Es gab Stunden in den letzten Tagen, da waren die Schüler der Grundschule Lützelsachsen mehr in den Straßen ihrer Ortschaft unterwegs als in den Klassenzimmern. Da wurden Schulwege abgelaufen, Kreidefüße an gefährliche Übergänge gemalt, Luftballons an Haustüren gepinnt und Fotos vor der Haustür aufgenommen.

Information der Stadt Weinheim:

„Auf groß kopierten Ortsplänen hatten die Schüler der einzelnen Klassen ihre Schulwege eingezeichnet und diese Pläne in den Fluren der Schule aufgehängt. Das hatte seinen Grund.
Seit zwei Jahren laufen immer mehr Weinheimer Grundschüler zu Fuß zur Schule. Das ist in den ersten vier Klassen wegen der Einteilung in Schulbezirke meistens gut möglich – es ist auch gesund, sozial, sicherer und umweltfreundlich, wie jetzt Stephan Fischer, Stadt- und Verkehrsplaner im Amt für Stadtentwicklung betonte. Fischer koordiniert die Projekte „Kinderraupe“ und „Zu Fuß zur Schule“. In Lützelsachsen geht man geradezu vorbildlich mit dem Thema um, das Kollegium dort hat den laufenden Schulbesuch zum richtigen Projekt gemacht. „Absolut lobenswert“, findet Fischer.

Konkret sieht es so aus: Alle acht Klassen, insgesamt 160 Schüler, nutzen einen groß kopierten Stadtplan. Auf diesem wurden die Wohnorte der einzelnen Schüler gesucht, eingetragen und mit Klebepunkten markiert, so dass die Schulwege auf den ersten Blick erkennbar sind. Es gibt auch einen Plan, auf dem jede Klasse jeden Tag eingetragen hat, wieviele Kinder zu Fuß und wieviele Kinder mit dem Auto gekommen sind. Die Umsetzung erfolgt altersgemäß. Die Klassen Eins und Zwei sind beispielsweise die Schulwege der Kinder abgelaufen, haben vor den Haustüren der Kinder Fotos gemacht und diese in den Stadtplan eingeklebt. Außeredem wurden beim Ablaufen der Wege an Straßenüberquerungspunkten oder an gefährlichen Stellen Kinderfüße mit Straßenkreide aufgemalt. Andere Klassen bezogen den Lehrplan des Fächerverbands „Mensch-Natur-Kultur“ mit dessen Inhalten „Sicherer Schulweg, Verhalten im Straßenverkehr“ ein.

Zum Projekabschluss waren jetzt die Pläne aller Klassen im Flur der Schule aufgehängt, so dass alle Schüler die Fußwege oder Wohnorte ihrer Mitschüler sehen konnten. Schließlich wurde sogar ein Wettbewerb daraus, weil jede Klasse durch das Erlaufen ihrer Schulwege Punkte sammeln konnte. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung lobte Schulleiterin Sabine Keuthen-Brandt die teilnehmenden Kinder, aber auch deren Eltern und die engagierten Lehrerinnen. Als Belohnung erhielt jede Klasse eine gesunde, gut gefüllte Obstkiste – gesponsert von der Firma Marktkauf.

Das Projekt macht in Weinheim immer mehr Schule. „Erfreulich, dass sich dieses Jahr erstmals auch an der Eltern bereit gefunden haben, eine Kinderraupe zu organisieren“, so Stephan Fischer. Vom neuen Wohngebiet Elserstraße über die Cavaillonstaße und die Fußgängerbrücke sind es insgesamt zehn Kinder, die in wechselnder Besetzung und jeweils von einer anderen Mutter begleitet, eine Laufgruppe bilden. Kinderraupen gibt es außerdem an der Albert-Schweitzer-Schule, an der Pestalozzischule, aber auch an den anderen Schulen sind es inzwischen mehr als 70 Prozent der Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen. Fischer: „Sie tun sich damit etwas Gutes, weil es gesund ist und sie im Schulunterricht konzentrationsfähiger sind. Darüber hinaus entlasten sie damit ihre Eltern und die Umwelt, weil sie nicht mit dem Auto fahren.“

Offenlage für Jedermann bis 6. November in der Stadtbibliothek

Im Lärmaktionsplan Gehör verschaffen

Weinheim, 12. Oktober 2012. (red/pm) Die Einigkeit ist groß, die Botschaft klar: Wer heutzutage etwas gegen den anwachsenden Verkehrslärm unternehmen will, der muss sich bei den Behörden bis ganz oben Gehör verschaffen – vielleicht auch mal laut werden, um sich durchzusetzen.

Information der Stadt Weinheim:

„In Weinheim hat sich die Stadt gemeinsam mit der sehr engagierten Bürgerinitiative „Schutz vor Bahnlärm östlich und westlich der Bergstraße“ auf den Weg gemacht. Dieser führte bislang wenigstens schon mal zum Eisenbahnbundesamt in Bonn. Die Vertreter der Bürgerinitiative und Oberbürgermeister Heiner Bernhard wurden dort gemeinsam vorstellig. Die Bahn ist einer der Hauptverursacher von Verkehrslärm in Weinheim.

Das Amt für Stadtentwicklung arbeitet schon geraume Zeit an einem Lärmaktionsplan in dem die Belastungsschwerpunkte identifiziert werden, um dann Lösungen zu deren Entschärfung entwickeln zu können. Nachdem der Gemeinderat im April einen Offenlagebschluss für den Lärmaktionsplan getroffen hat, geht die Öffentlichkeitsbeteiligung nun in
eine wichtige Phase; sie hat jetzt mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung begonnen. Bis zum 6. November liegt der Planentwurf jetzt für Jedermann im Foyer der Stadtbibliothek in der Luisenstraße aus. Stellungnahmen können vorgebracht werden.

In der sehr gut besuchten Info-Veranstaltung versicherten Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner und Kastor Höhn vom Amt für Stadtentwicklung, dass die Stadtverwaltung auch weiterhin auf die zuständigen Behörden zugehen werde, auch wenn die Kommune selbst nur teilweise oder einen eingeschränkten Einfluss auf die Umsetzung von Maßnahmen habe.
Im Moment stehe das Regierungspräsidium in Karlsruhe auf dem Standpunkt, dass für Weinheim keine weiteren Lärmschutzwände vorgesehen sind, auch die Projektbau GmbH der Deutschen Bahn habe bei weiteren Ansprüchen auf Lärmsanierung abgewunken. Bürgerinitiative und Stadtverwaltung versicherten aber auch, in ihrem Bemühen nicht nachzulassen. Dazu sei es ausgesprochen hilfreich, wenn auf zahlreiche Stellungnahme aus der betroffenen Bevölkerung verwiesen werden könnte. Die Stadtverwaltung bittet daher die Bürgerinnen und Bürger, sich während der Offenlage des Lärmaktionsplans aktiv einzubringen.

Parallel zur Offenlage werden jetzt auch die Behörden beteiligt, am 19. Dezember soll der Plan vom Gemeinderat beschlossen werden. Info: Der Lärmaktionsplan (Entwurf) liegt bis zum 6. November im Foyer Stadtbiliothek aus und steht im Internet unter http://www.weinheim.de/servlet/PB/menu/1308511/index.html. . . . zum Download bereit. Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen vorgebracht werden.“

Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer in Weinheim

Mit Schutzstreifen auf der „richtigen Seite“

Weinheim, 05. September 2012. (red/pm) Wie bereits im August angekündigt, wird ab heute ein Radfahrstreifen entlang der Birkenauer Talstraße markiert. Ziel der Ummarkierung ist es künftig die Radfahrer aus Birkenau auf der „richtigen“ Seite nach Weinheim zu führen.

Information der Stadt Weinheim:

So soll der Radweg nach Weinheim künftig aussehen – Fotomontage. Bild: Stadt Weinheim.

„Die problematische Führung auf dem Gehweg in beide Richtungen gehört damit der Vergangenheit an. Immer wieder kam es aufgrund der Ausfahrten und beengten Platzverhältnisse zu Konflikten und auch schweren Unfällen. Die überbreite Fahrbahn der L3408 im Bereich zwischen Birkenau und Weinheim macht eine Markierung eines Radfahrstreifens in der notwendigen Mindestbreite möglich. Dieser mit einer durchgehenden Linie begrenzte Streifen ist allein den Radfahrern vorbehalten. Die verbleibende Fahrbahnbreite ist für den motorisierten Verkehr weiterhin ausreichend.

Am Ortseingang von Weinheim wird aufgrund der engeren Platzverhältnisse auf die Markierung eines so genannten Schutzstreifens gewechselt. Dieser ist durch eine gestrichelte Linie zu erkennen. Der Schutzstreifen ist zwar grundsätzlich für den Radverkehr vorgesehen, kann aber im Bedarfsfalle vom motorisierten Verkehr mitbenutzt werden. Der Schutzstreifen soll in das Stadtgebiet hinein bis zur Stadthalle geführt werden. Ein erster Abschnitt wird bis zur Peterskirche wird jetzt markiert.

Schutzstreifen werden inzwischen in vielen Städten als bewährtes Mittel zur Führung des Radverkehrs eingesetzt. „Wir sind uns sicher, dass die Radstreifen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer deutlich erhöhen werden“ sagt der Verkehrsplaner Dietmar Schmittinger vom Weinheimer Amt für Stadtentwicklung.

Die Stadtverwaltung hat einen Informations-Flyer zu der neuen Verkehrsregelung erstellt. Dieser kann im Bürgerbüro und auch auf der Internetseite der Stadt Weinheim bezogen werden.“

Neuer Radweg ab September

Sicherer rollen durchs Birkenauer Tal

Weinheim, 01. August 2012. (red/pm) Stadt richtet im September einen neuen Radweg ein. Weitere Verbesserungen sind in Vorbereitung.

Information der Stadt Weinheim:

So soll der Radweg nach Weinheim künftig aussehen - Fotomontage. Bild: Stadt Weinheim.

„Gute Nachrichten für Radler und Pendler aus den Nachbarorten des Weschnitztals: Die Stadt macht das Radfahren von Birkenau nach Weinheim in der Birkenauer Talstraße sicherer und leichter. Im September wird ein neuer Radfahrstreifen auf der nördlichen Seite der Straße eingerichtet, also bergab.

Der Streifen wird etwa 1.90 Meter – also breit genug für Fahrräder und mit einer deutlichen durchgezogenen weißen Linie von der Fahrbahn abgetrennt sein. Piktogramme mit dem Radsymbol auf dem Asphalt kennzeichnen den Weg außerdem deutlich. „Mit dieser Art der Markierung konnte in der besonders beengten Situation in der Birkenauer Talstraße eine für alle Verkehrsteilnehmer funktionierende und tragfähige Lösung gefunden werden“, erklärt Dietmar Schmittinger, Verkehrsplaner im Weinheimer Amt für Stadtentwicklung.

Die Birkenauer Talstraße sei breit genug für einen solchen Radfahrstreifen, der ausschließlich für die bergab fahrenden Radfahrer reserviert ist; dafür steht die durchgezogene Linie. Die Radfahrer seien
allerdings auch verpflichtet, bergab den Radweg zu benutzen. Diese sind, da sie sich im direkten Sichtfeld der Autofahrer befinden, gut zu sehen und werden dadurch beachtet.

Besonders komfortabel ist: Radfahrer brauchen von Birkenau bis zur Weinheimer Peterskirche und zukünftig auch im weiteren Verlauf Richtung Stadthalle nicht die Straßenseite zu wechseln. Damit beseitigt die Stadt ein Sicherheitsproblem. Denn bislang war es Praxis, dass der südliche Geh- und Radweg auch von den Radlern aus Birkenau genutzt wurde. Dadurch kam es aber immer zu gefährlichem Gegenverkehr, außerdem gibt es auf dieser Straßenseite einige Ausfahrten, an denen es immer wieder zu kritischen Situationen und Unfällen gekommen war.

Die Verkehrsplanung sieht vor, dass der neue Radfahrstreifen in Weinheim ab dem Ortseingang in einen so genannten Schutzstreifen übergeht. Dieser ist dann nur noch mit einer unterbrochenen Linie markiert und etwa 1,25 Meter breit, denn im Bereich bis zur B 3 reicht die Fahrbahnbreite nicht aus, um einen echten Radfahrstreifen zu markieren. Diese Schutzstreifen werden gerne in geschlossenen Ortschaften verwendet, um den fließenden Autoverkehr einerseits nicht zu stören, den Radfahrern andererseits aber mehr Aufmerksamkeit und damit mehr Sicherheit zukommen zu lassen. Die Autos können im Bedarfsfall den Schutzstreifen mitnutzen, wenn er von Radfahrern frei ist.

Mit diesem Verfahren von Radfahr- und Schutzstreifen will die Stadt – wie auch mittlerweile viele andere Städte in Deutschland – in den nächsten Monaten weitere Hauptverkehrsstraßen für Radfahrer und Autofahrer gleichermaßen sicherer machen. Eine weitere Planung für die B3 zwischen Stadthalle und Hauptfriedhof ist durch Verkehrsplaner Schmittinger schon in Vorbereitung und wurde in der Verkehrsbesprechung, insbesondere auch unter Beteiligung der Polizei, bereits vorabgestimmt.

Sven-Patrick Marx, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, sagt: „Ziel ist eine einheitliche und für alle begreifbare Fahrbahnaufteilung auf den Weinheimer Hauptverkehrsstraßen.“

Dürreplatz-Wettbewerb: 200, 300, 500 Euro für die besten Ideen

Guten Tag

Weinheim, 03. Dezember 2010. (red, pm) Wer bis heute Abend 19:00 Uhr noch eine Idee zur Gestaltung des Dürreplatzes einreicht, hat die Chance auf einen Geldpreis in Höhe von 200, 300 oder sogar 500 Euro.

Bis Stand 11:30 Uhr am heutigen Freitag sind 30 Vorschläge von der „formulierten Idee bis hin zu computergezeichneten Entwürfen eingegangen“, sagte Stadt- und Verkehrsplaner Stephan Fischer auf Anfrage: „Vom Grundschulkind bis zum Rentner sind alle Altersklassen dabei.“

Ursprünglich wollte man noch vor Weihnachten entscheiden, da die erste Resonanz aber schwach war, wurde der Termin zur Abgabe verlängert. Bis heute Abend 19:00 Uhr können Entwürfe noch im Bürgerbüro abgegeben werden: „Und wer bis um 24 Uhr am 04. Dezember 2010 eine email schickt, ist auch noch dabei“, sagte Herr Fischer.

Am 13. Januar 2011 wird die Jury dann die drei besten Vorschläge prämieren: Das Preisgeld von 200, 300 oder 500 Euro ist angesichts der eingereichten Zahl der Vorschläge „leicht“ zu gewinnen.

Darum gehts:

200, 300 oder 500 Euro für die besten Ideen zur Neugestaltung des Dürreplatzes sind ausgelobt. Foto: Stadt Weinheim

Die Stadt setzt auf die Kreativität ihrer Bürger: Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes sollen möglichst viele Weinheimerinnen und Weinheimer erklären, wie sie sich den Dürreplatz vor der Weinheim Galerie am liebsten vorstellen.

Die Aufgabenstellung des Wettbewerbs verlangt keine großen Fachkenntnisse, betont Fischer. Sie lautet: „Zwischen Hauptstraße, Dürrestraße und Weinheim Galerie soll ein zum Verweilen einladender, repräsentativer Stadtplatz mit Ruhe und Spielmöglichkeiten entstehen, der die Belange mobilitätsbehinderter Personen (auch Blinde/ Sehbehinderte) berücksichtigt und Event- Veranstaltungen ermöglicht.“

Ergänzend sind Rahmenbedingungen genannt, damit man weiß, was die Stadt beim Ausbau des Platzes noch beachten muss. Gesucht sind jedoch, so die Stadtplaner, „pfiffige Ideen, wie man die obere Platzebene des Dürreplatzes und die tiefer gelegene Fläche auf dem Parkhaus neu gestalten könnte und welche Nutzung sich die Bürger hier vorstellen können“. Auch Ideen für Teilbereiche des Platzes seien willkommen. Hierbei reicht eine einfache halbwegs maßstabsgerechte Bleistiftzeichnung.

Der Gemeinderat hatte im September 2010 einen Bürgerwettbewerb mit drei ersten Preisen in Höhe von 500 Euro, 300 Euro und 200 Euro für die besten Dürreplatz-Idee ausgeschrieben. Die Aufgabenstellung wird auch über die städtische Internetseite veröffentlicht (www.weinheim.de, „Bürgerwettbewerb Dürreplatz“).

Ansprechpartner in der Stadtverwaltung ist Stadt- und Verkehrsplaner Stephan Fischer, der im Weinheimer Amt für Stadtentwicklung Ansprechpartner für den Bürgerwettbewerb ist (Telefon 06201-82 200 oder per Mail st.fischer@weinheim.de.)

Einen schönen Tag wünscht
Das weinheimblog