Sonntag, 08. Dezember 2019

StÀdte und Landkreise tagen in Freiburg

Kommunale Koordinierung ist dauerhaft notwendig

Freiburg/Weinheim, 28. Februar 2013. (red/pm) Die Kommunale Koordinierung des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt wird ein immer wichtigeres Thema. Beim diesjĂ€hrigen Jahresforum der Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ in Freiburg konnte am Freitag (1. MĂ€rz) ein besonderer Ehrengast die GrĂŒĂŸe der baden-wĂŒrttembergischen Landesregierung ĂŒberbringen: Die neue BildungsstaatssekretĂ€rin Marion von Wartenberg. An ihrem ersten Arbeitstag noch vor der offiziellen Ernennung in Stuttgart, besuchte sie die Jahrestagung. „Das ist fĂŒr uns ein wichtiges Zeichen“, freute sich Dr. Wilfried Kruse, der Koordinator der AG. [Weiterlesen…]

OB-Rede auf dem Marktplatz am 1. Mai

Bildung als SchlĂŒssel zur Arbeitswelt

Weinheim, 03. Mai 2012. (red/pm) OB Bernhard betonte am 1. Mai die Rolle der Stadt auf dem Arbeitsmarkt. Außerdem sprach Stadtrat und DGB-Vorsitzender Carsten Labudda.

Information der Stadt Weinheim

„Ökonomische Prozesse sind keine Naturgewalten. Sie sind immer eingebettet in gesellschaftliche Entscheidungen und politische Weichenstellungen“.

Als sich Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard vor dem 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“ und der DGB-Kundgebung auf dem Marktplatz auf seine Rede vorbereitete, stieß er auf dieses Zitat. Es stammt aus dem Mund von Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach, der am 1. Mai Hauptredner in Weinheim war. Außerdem sprach Stadtrat und DGB-Vorsitzender Carsten Labudda.

Da hakte der der OB gleich ein, als er den Stuttgarter Sozialethiker begrĂŒĂŸte.

Wenn „ökonomische Prozesse keine Naturgewalten sind“, so Bernhard, „dann sind sie auch beeinflussbar durch gesellschaftliche KrĂ€fte“. Diese Erkenntnis sei wichtig; denn aus ihr resultiere der Auftrag, sich zu bewegen, etwas zu verĂ€ndern. Er nahm diese Folgerung zum Anlass, die Rolle der Stadt als „kommunale Verantwortungsgemeinschaft“ auf dem Arbeitsmarkt nĂ€her zu beleuchten.

Er erinnerte daran, dass die Stadt als AnfĂŒhrer einer Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ bundesweit mit wachsender Resonanz tĂ€tig ist, damit junge Menschen nach der Schule besser den Übergang ins Berufsleben schaffen. Weinheim sei eine der fĂŒhrenden Kommunen bei der lokalen Steuerung dieses so genannten Übergangsmanagements, betonte Bernhard. Dabei gehe es um die Qualifizierung junger Menschen fĂŒr ein selbstbestimmtes Leben in der realen Arbeitswelt.

Auch bei diesem Engagement habe er im Laufe der letzten zwei bis drei Jahre deutliche VerĂ€nderungen wahrgenommen. FrĂŒher sei es darum gegangen, dass kein Jugendlicher verloren gehen darf. Bernhard, der auch Sprecher der Weinheimer Initiative ist: „Heute heißt es: Jeder wird gebraucht“.

Was den Arbeitsmarkt angeht, erlebe das Land gerade einen Paradigmenwechsel, dessen Gestaltung starke Arbeitnehmervertreter brauche. Denn fĂŒr eine kleiner werdende Gesellschaft werde es kĂŒnftig genĂŒgend Arbeit geben. Die QuantitĂ€t sei dann nicht mehr das Problem – aber die QualitĂ€t.

Mit dem Mangel an Auszubildenden und FachkrĂ€ften sei das Problem orientierungssuchender Jugendlicher keinsfalls gelöst, sondern nur verlagert. Bildung und Qualifizierung vor Ort, vor allem der chancengleiche Zugang hierzu, das sind Themen, so der OB, „die kommunal beeinflussbar sind“. Bildung und Qualifizierung seien die SchlĂŒssel fĂŒr QualitĂ€t im Arbeitsleben und damit auch fĂŒr die ProsperitĂ€t der Stadtgesellschaft.

Den Wandel zu begleiten, bedeute zum Beispiel auch, Rahmenbedingungen zu schaffen auf den Feldern, deren Arbeit und Ertrag kĂŒnftig unsere Gesellschaft ausmachen werden. Die da sind: Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildung und Erziehung oder die gewissenhafte Integration alter, auch pflegebedĂŒrftiger Menschen. Oder der ganze Bereich Klimaschutz und Energie.

Auch ArbeitsplĂ€tze vor Ort zu sichern, sei eine Anforderung an die Kommune. Angesichts stĂ€ndig steigender Energie- und MobilitĂ€tspreise seien sie gerade fĂŒr gering verdienende Arbeitnehmer unverzichtbar, von der ökologischen Wertigkeit ganz abgesehen. Unter anderem deshalb strebe die Verwaltung das Gewerbegebiet „Breitwiesen“ an der Autobahn an.

Mit Interesse verfolge er außerdem, dass im Stuttgarter Landtag gerade ein Gesetz diskutiert wird, das den Kommunen gestatten soll, bei Auftragsvergaben Firmen auszuschließen, die ihre Mitarbeiter untertariflich bezahlen – und nur deshalb das gĂŒnstigste Angebot machen können. Bernhard. „Das wĂ€re ein gutes Instrument fĂŒr eine Kommune.“