Freitag, 24. November 2017

In eigener Sache: Neue Möglichkeiten fĂŒr unsere Leser

Unsere neue Diskussions- und Kommentarfunktion DISQUS

Mannheim/Rhein-Neckar, 3. Juli 2013 (red/sw) Wir haben die frĂŒhere WordPress-Kommentarfunktion durch das Kommentar-Tool DISQUS ersetzt, das mittlerweile viele Blogs einsetzen, da es deutlich mehr Funktionen umfasst.

Unser Ziel ist es immer, die Wertigkeit der Kommentare auf unseren Blogs zu erhalten und gleichzeitig den Respekt im Austausch der Nutzer zu stÀrken. Da dies manchmal aufgrund der vielen Kommentare nicht immer zu 100 Prozent gegeben war, haben wir das Kommentarsystem umgestellt.

Screenshot RNB-20130703Screenshot Kommentare

Viele Leser nutzen unsere Kommentarfunktion.

Als neue Lösung setzen wir Disqus ein. Eine Lösung, die einige Verbesserungen verspricht. [Weiterlesen…]

EU Förderprogramm “Europa fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger” von KĂŒrzungen bedroht

Vereintes Europa: Fördermittel schwer gemacht

Europa ist nÀher als viele Menschen in der Region denken. TatsÀchlich wird hier umgesetzt, was dort beschlossen wird. Bild: Sébastien Podvin CC BY-SA 2.0

Ein Europa, in dem sich die verschiedenen Kulturen und Menschen nĂ€her kommen, wĂ€re schön. Die Umsetzung solcher Begegnungen kosten allerdings Geld. Das ohnehin schon knappe Budget fĂŒr solche Projekte soll nun auch noch gekĂŒrzt werden. Bild: SĂ©bastien Podvin CC BY-SA 2.0

 

Rhein-Neckar, 08. Juni 2013. (red/aw) Die Vorstellung eines vereinten Europas, ohne kulturelle Grenzen und Vorurteile, wird vielleicht noch lange Wunschvorstellung bleiben. Denn die Förderung eines solchen interkulturellen Dialogs soll ab 2014 um 23 Prozent gekĂŒrzt werden. Aus dem ohnehin nicht ĂŒbergroßen Topf von 215 Millionen Euro, bleiben nach aktuellen Vorstellungen im Haushaltsplan der EU-Kommission nur noch knapp 165 Millionen Euro ĂŒbrig. Die Aussicht auf eine Förderung von transnationalen Projekten sinkt fĂŒr Kommunen damit erheblich. Und das obwohl der Aufwand zum Erhalt solcher Fördermittel so riesig ist, dass viele Gemeinden und StĂ€dte gar nicht erst einen Antrag stellen. [Weiterlesen…]

Interview zu Social Media in Kommunen

Hölderle & Fuchs: „Die wirkliche Einbindung der BĂŒrger wird noch zu selten vorgenommen“

Weinheim, 27. Oktober 2012. (red/cm) Brauchen Kommunen eine Social Media PrĂ€senz und worauf muss dabei geachtet werden. Wir haben uns mit Martin Fuchs & Jona Hölderle von „BĂŒrger & Freunde“ ĂŒber den Einsatz von Social Media in Kommunen und dessen Möglichkeiten unterhalten.

Von Christian MĂŒhlbauer

Damit sich unsere Leser ein Bild machen können: Was genau versteht man eigentlich unter Social Media fĂŒr Kommunen? Ist damit nur eine Facebook-Fanseite gemeint?

Hölderle & Fuchs: „Facebook ist zwar mit knapp 1 Milliarde weltweit angemeldeter Nutzer mit Abstand das grĂ¶ĂŸte soziale Netzwerk – aber nicht alles. Es gibt zusĂ€tzlich noch regionale Netzwerke (z.B. wer-kennt-wen.de), Business-Netzwerke (Linked-In, XING), auf bestimmte Services spezialisierte Netzwerke (z.B. flickr fĂŒr Fotos) und vieles Mehr. Zudem kann auch die Verwaltung eigene soziale Medien bereitstellen wie z.B. ein Beschwerdemanagement (MĂ€rker Brandenburg), Blogs oder Wikis.

(Hinweis zur Übersicht auf Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_social_networking_websites oder zum bekannten Social Media Prisma von ethority: http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma/)

Allgemein versteht man unter Social Media digitale Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.
Also die Abkehr von den Massenmedien, die man „nur“ konsumieren“ kann hin zu medialen Diensten in denen jeder Nutzer selber Produzent werden kann.

Beim Einsatz ist immer entscheidend fĂŒr was man die Netzwerke nutzen möchte. Erst wenn geklĂ€rt ist, welche Strategie man umsetzen möchte und welche Zielgruppe erreicht werden sollen kann man entscheiden ob und welche Netzwerke man nutzen möchte. Dies gilt fĂŒr jeden Nutzer und speziell fĂŒr Kommunen. Oft entsteht aktuell der Eindruck, dass die Verantwortlichen erst aktiv werden (weil es gerade Trend ist) und dann ĂŒberlegen fĂŒr was man die Netzwerke nutzen kann.“

Wenn eine Stadt oder Gemeinde im Bereich Social Media prÀsent sein will, ist das doch sicherlich aufwÀndig? Welche Kosten können da entstehen?

Hölderle & Fuchs: Die Frage nach den Kosten ist schwer zu beantworten. Die alleinige Nutzung der Dienste ist in den meisten FĂ€llen fĂŒr StĂ€dte und Kommunen kostenfrei. SelbstverstĂ€ndlich benötigt man personelle Ressourcen fĂŒr die Betreuung der Netzwerke und eventuell Beratung und (technischen) Support.

In den meisten deutschen Kommunen wir Social Media bisher von der Pressestelle oder dem Stadtmarketing mit betreut. FĂŒr eine erfolgreiche PrĂ€senz einer Kommune rechnen wir von 1-2 Stunden am Tag bei einem Basisangebot bis zur Schaffung einer eigenen Stelle bei der umfangreichen Nutzung von sozialen Netzwerken.

Die Facebook-PrĂ€senz der Stadt Mannheim dient nahezu ausschließlich Werbezwecken. BĂŒrgerdialog muss man suchen.

UnabhĂ€ngig der Kostenfrage geht es natĂŒrlich auch um den Nutzen einer Social Media PrĂ€senz fĂŒr StĂ€dte und Gemeinden. Wie nĂŒtzlich kann so ein Auftritt ganz allgemein sein? Wie nĂŒtzt er der Stadt/Gemeinde und den BĂŒrgern im speziellen?

Einfach mal in den BĂŒrger „hineinhören“

Hölderle & Fuchs: Auch hier gilt: Was will ich mit der PrÀsenz in den Netzwerken als Stadt erreichen?

Neben zusĂ€tzlichen Effekten fĂŒr die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, bieten die Netzwerke die Chance mit Zielgruppen in Kontakt zu kommen, die die traditionellen kommunalen Kommunikationsangebote (Stadtanzeiger, BĂŒrgersprechstunde) nicht erreichen. So z.B. mobile Einwohner, Jugendliche, Touristen (weltweit), Investoren oder auch Personengruppen die nie persönlich in ein Rathaus gekommen wĂ€ren.

Der Verwaltung bieten die Netzwerke zudem die kostengĂŒnstige Möglichkeit in die „BĂŒrgerschaft“ hineinzuhöhren. Also was bewegt die Einwohner meiner Stadt, was wĂŒnschen diese sich von der Verwaltung. Welche Ideen kommen aus der BĂŒrgerschaft, die die Stadt lebenswerter machen?

Die Effekte können abhÀngig von der Strategie vielfÀltig sein:

  • Lokale IdentitĂ€tsstiftung und verstĂ€rkter Zusammenhalt.
  • Erhöhung des Servicefreundlichkeit, durch eine einfache Kontaktaufnahme zu Verwaltung und ErklĂ€rung des Verwaltungshandeln.
  • Interne Vernetzung der Akteure einer Stadt.
  • Einbindung von BĂŒrger in Entscheidungen.
  • Vorbereitung von Beteiligung

Umdenken in der gesamten Verwaltung – nicht nur beim BĂŒrgermeister

Betrachtet man diverse Social Media Auftritte von Kommunen sind es hĂ€ufig kostenlose WerbeflĂ€chen. Ist dass das SelbstverstĂ€ndnis des Social Media Einsatzes fĂŒr Kommunen? Was sollten StĂ€dte & Gemeinden hier anbieten?

Die Stadt Weinheim zeigt, dass es auch anders geht. Werben fĂŒr eigene Projekte, aber auch den Dialog suchen.

Hölderle & Fuchs: Der erste Schritt vieler Kommunen ist in der Tat oft von der Pressearbeit getrieben. Die Netzwerke werden dabei als weiterer Kanal fĂŒr die Botschaften einer Stadt genutzt. Das spannende an Social Media ist aber der RĂŒckkanal. Also was kann ich aus dem Feedback meiner „Fans“ und „Follower“ lernen.

Die reine BeschrÀnkung auf das teilen von Inhalten, die an anderer Stelle (z.B. auf der Webseite) schon existieren greift zu kurz und blendet viele Möglichkeiten des Dialoges aus.

FĂŒr den richtigen Dialog erfordert es allerdings Mut und gelebter kultureller Wandel auf Seiten der Stadt. Die Kommune muss sich daran gewöhnen, dass via Social Media eine Kommunikation auf Augenhöhe erfolgt. Und dies erfordert ein Umdenken nicht nur beim BĂŒrgermeister.

Wenn wir ĂŒber Kommunen reden, geht es um Gemeinden mit wenigen Tausend aber auch um StĂ€dte mit 40.000 Einwohnern. Gibt es hier einen Unterschied beim Angebot und der Betreuung des Social Media Angebots? Worin unterscheiden sich kleine von großen StĂ€dten im Bereich Social Media?

Hölderle & Fuchs:Die GrĂ¶ĂŸe einer Kommune ist im Grunde egal fĂŒr die Gestaltung des Angebotes. Einziger Unterschied kann allerdings die QuantitĂ€t des auflaufenden Feedbacks sein, das von den Betreuern eines sozialen Netzwerkes bearbeitet werden muss.

Man wird aber auch ĂŒber das grĂ¶ĂŸte und meist genutzte Netzwerk immer nur einen Teil seiner BĂŒrger erreichen. Und man erreicht im Zweifelsfall auch nur die wirklich aktiven BĂŒrger einer Gesellschaft. Dies können in einer kleinen Stadt nur wenige 100 Menschen sein, aber diese sind die Impulsgeber mit denen die Verwaltung im Dialog stehen sollte. Aus unserer Sicht ist eine kleine Community mit sehr aktiven BĂŒrgern immer besser als eine Facebookseite mit 1 Million „GefĂ€llt mir“, die aber nicht mit der Stadt interagiert.

Im Einzugsgebiet der Rheinneckarblogs befindet sich auch die Stadt Mannheim oder Ludwigshafen. Deren Facebook-PrĂ€senzen (Mannheim, Ludwigshafen) werden von einem Stadtmarketing-Verein gesteuert. Ist das die ĂŒbliche Vorgehensweise oder wĂ€re es sinnvoller, wenn die Stadtverwaltung solche Angebote selbst betreibt?

BĂŒrgereinbindung noch viel zu selten

Hölderle & Fuchs:Wenn der Fokus der Facebook-PrĂ€senzen auf dem reinen Stadtmarketing liegt ist dies der richtige Ansatz die PrĂ€senzen dort anzusiedeln. Sobald aber auch Themen wie BĂŒrgerbeteiligung, Ansprache der eigenen BĂŒrger und Aktivierung bestimmter Zielgruppen via Facebook angegangen werden sollen empfehlen wir den Aufbau eines Redaktionsteams, dass möglichst breit im Rathaus verwurzelt ist. Gerade das RĂŒckspielen der Themen von Facebook in die eigene Verwaltung und die Umsetzung bestimmter Diskussionsergebnisse wird erleichtert wenn die betreffenden Mitarbeiter der Stadt bereits in die Facebook-Kommunikation eingebunden sind.

Wie steht es um die Entwicklung von Social Media in Kommunen?

Hölderle & Fuchs:Immer mehr Kommunen starten eigene Angebote in sozialen Netzwerken. Dabei steht oft das Stadtmarketing im Vordergrund. Die wirkliche Einbindung der BĂŒrger wird auch unserer Sicht noch zu selten vorgenommen.

Durch die Diskussionen rund um die Frage nach einem Datenschutzkonformen Einsatz sozialer Medien insbesondere innerhalb der Verwaltung sind einige Angebote dabei erst verzögert gestartet.

Auf Pluragraph.de (https://pluragraph.de/categories/kommunen) haben wir ein tagesaktuelles quantitatives Ranking mit ĂŒber 700 Kommunen in sozialen Netzwerken aufgelistet. Viele Kommunen haben aber gerade erst gestartet und sind noch dabei ihren Weg zu finden.
Es gibt aber in jedem Bundesland positive Beispiele.

Information: Martin Fuchs & Jona Hölderle arbeiten als Berater bei „BĂŒrger & Freunde„. Dabei handelt es sich um einen der ersten Beratungsdienste, die sich auf Social Media im öffentlichen Sektor spezialisiert hat.