Sonntag, 24. September 2017

N√§chster Bauabschnitt wie geplant abgeschlossen ‚Äď neue Toiletten und Fahrradboxen stehen schon

Mehr Service rund um den Bahnhof

Weinheim, 18. November 2014. (red/pm) In Weinheim kommt man als Reisender mit Bus und Bahn immer besser an. Beim Ausbau des Bahnhofsumfeldes ist die Stadt jetzt wieder einen guten Schritt weitergekommen. [Weiterlesen…]

Von wegen z√ľgig - das Prestigeprojekt lahmt und das auch noch richtig teuer

S-Bahn hat mindestens drei Jahre Verspätung

Rhein-Neckar, 25. September 2014. (red/ld) Die Planfeststellungsverfahren f√ľr die neuen S-Bahnh√∂fe in Laudenbach, Heddesheim/Hirschberg, Ladenburg und Schwetzingen sind derzeit in der Offenlage. In Weinheim fiel der Beschluss im Juli vergangenen Jahres. Bis Ende 2017 will die Deutsche Bahn die Strecke in Betrieb nehmen. Doch weder ist sicher, ob der Zeitplan eingehalten werden kann, noch ob die Kosten sich nicht nochmals steigern. [Weiterlesen…]

Abrissarbeiten des Toilettenhäuschens am Bahnhof

Marode Toiletten kommen weg

Weinheim, 05. August 2014. (red/pm) Der Ausbau des Bahnhofsvorplatzes am Weinheimer Hauptbahnhof geht z√ľgig voran. Noch in dieser Woche beginnen die Abrissarbeiten des Toilettenh√§uschens im n√∂rdlichen Bereich des Bahnhofs (gegen√ľber Polizeirevier), das wegen seines maroden Zustands zuletzt sowieso h√§ufig geschlossen war. Vor√ľbergehend stellt die Stadt mobile Toiletten auf, von denen eine auch behindertengerecht ist. Im Herbst wird dann eine komplett neue und moderne Toilettenanlage geliefert, die im s√ľdlichen Bereich (fr√ľher Blumenpavillon) platziert wird.

Ab 08. Juni wird sonntags wieder st√ľndlich zu den Weinheimer Burgen gefahren

Zwei-Burgen-Bus startet wieder

Weinheim, 02. Juni 2014. (red/pm) Der Zwei-Burgen-Bus startet wieder: Ab dem 08. Juni wird sonntags wieder st√ľndlich zu den Weinheimer Burgen gefahren. [Weiterlesen…]

Stadt und Verkehrsbetriebe lösen nach Anfangs-Probleme

Neues Busliniensystem läuft besser

Weinheim, 02. Mai 2014. (red/pm) Die Stadt und die Verkehrsbetriebe l√∂sen nach und nach die Anfangs-Probleme. Die Versp√§tungen sind laut dem Stadt- und Verkehrsplaner Stephan Fischer nur noch die Ausnahme. [Weiterlesen…]

Rede der GAL zur Haushaltsplanung 2014

„Selbst die j√ľngsten Mehreinnahmen reichen nicht“

Weinheim, 12. M√§rz 2014. (red/pm) Zu viel vor, zu wenige Einnahmen und falsch gewichtete Dringlichkeiten mahnte die Fraktionsvorsitzende der GAL, Elisabeth Kramer, in ihrer Haushaltsrede am 26. Februar an. Die Stadt lasse auch eine klarere Ausrichtung zur Energiewende. Wir dokumentieren die Haushaltsrede: [Weiterlesen…]

Wie viele Radständer sollen an den ZOB?

Mit dem Fahrrad zum Bahnhof

Weinheim, 29. November 2013. (red/pm) Die Bauma√ünahmen am neuen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Weinheimer Hauptbahnhof gehen voran. In der Planung sollen auch Fahrradabstellanlagen entstehen. Die Anzahl der Abstellpl√§tze, deren Errichtung und die Notwendigkeit einer √úberdachung der Fahrradst√§nder haben zu Diskussionen gef√ľhrt. Um die B√ľrger/innen davon zu √ľberzeugen, laden der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und das Amt f√ľr Stadtentwicklung zu einer Informationsveranstaltung ein. Sie findet am Freitag, 29. November, um 18:00 Uhr im Bahnhofscaf√© ‚ÄěMildners‚Äú statt. Die Stadtverwaltung wird die Pl√§ne und √úberlegungen pr√§sentieren und sich der Diskussion stellen. Die Teilnehmer sollen aber selbst zu Wort kommen und Ihre Bed√ľrfnisse √§u√üern.

Gestern tagte der Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt

Zweite Phase des Lärmaktionsplans auf den Weg gebracht

Die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt bleiben stur: Sie liefern keine Daten √ľber L√§rm von den Schienen. F√ľr den L√§rmaktionsplan wird die Stadt nun ein eigenes Gutachten beauftragen.

Die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt bleiben stur: Sie liefern weiterhin keine Daten √ľber Krach von den Schienen. F√ľr den L√§rmaktionsplan wird die Stadt nun ein eigenes Gutachten beauftragen.

 

Weinheim, 13. Juni 2013. (red/ld) Weil der Baugrund auf dem Friedhof √ľber die Jahre aufgeweicht ist, sinkt das Fundament der Friedhofskapelle und verursacht Risse, die immer gr√∂√üer werden. Der Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt hat gestern beschlossen, dem ein Ende zu setzen und das Geb√§ude mittels einer sogenannten „Pfahlgr√ľndung“ stabilisieren zu lassen. Bei der zweiten Phase der L√§rmaktionsplanung wollen die Stadtr√§te nicht l√§nger auf die Daten der Deutschen Bahn warten. Stattdessen wird die Stadt ein eigenes Gutachten in Auftrag geben. Au√üerdem wird gepr√ľft, ob das Sanierungsgel√§nde „Am Bahnhof“ um einige Grundst√ľcke erweitert werden kann. [Weiterlesen…]

Arbeiten am ZOB gehen weiter

Bahnhof: Die Ruhe vor dem Bau

Weinheim, 28. M√§rz 2013. (red/pm) Die derzeitige Ruhe an der Baustelle f√ľr den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Hauptbahnhof tr√ľgt. Diese Zeit wird planm√§√üig genutzt, wie das Weinheimer Amt f√ľr Stadtentwicklung jetzt mitteilte. [Weiterlesen…]

Interview mit den K√∂pfen der B√ľrgerinitiative "Schutz vor Bahnl√§rm"

„Wir brennen f√ľr unser Projekt“

Die M√§nner der B√ľrgerinitiative „Schutz vor Bahnl√§rm“ (v.l.n.r.): Joachim K√∂rber, Peter Thunsdorff und Dr. Hans Irion.

 

Weinheim, 28. November 2012. (red/aw) Der Kampf um ein leiseres Weinheim ist noch nicht beendet. Die B√ľrgerinitiative „Schutz vor Bahnl√§rm“ k√§mpft f√ľr ein unabh√§ngiges Gutachten, dass aufzeigen soll, wie problematisch die Situation in Weinheim wirklich ist. Die K√∂pfe hinter der B√ľrgerinitiative Dr. Hans Irion, Peter Thunsdorff und Joachim K√∂rber sprachen im Interview mit uns √ľber ihre Motivation und Ziele. Sie √ľben deutliche Kritik an der Kooperationsbereitschaft der Deutschen Bahn und hoffen auf Unterst√ľtzung vom Gemeinderat.

Interview: Alexandra Weichbrodt

Herr Dr. Irion, Sie haben vor fast eineinhalb Jahren die B√ľrgerinitivative „Schutz vor Bahnl√§rm √∂stlich und westlich der Bergstra√üe‚ÄĚ ins Leben gerufen? Was war der Ausl√∂ser?

Dr. Hans Irion: Ich hatte geh√∂rt, dass das Gel√§nde des ehemaligen G√ľterbahnhofs an einen Investor verkauft wurde. Am 01. Juni 2011 habe ich daraufhin an die Fraktionsvorsitzenden, den Oberb√ľrgermeister und die Zeitungen geschrieben, mit der Bitte um Schlie√üung der L√ľcken zwischen den Geb√§uden mit Hilfe von L√§rmschutzz√§unen.

Weil¬†Sie sich durch¬†den¬†Bahnl√§rm gest√∂rt f√ľhlten?

Irion:¬†In erster Linie habe ich nicht aus eigenem Interesse gehandelt. Ich kann zwar nicht bei offenem Fenster schlafen, aber ich komme mit dem L√§rm zurecht. Ich dachte mir: Weinheim ist eine derma√üen verl√§rmte Stadt, da muss man einfach was tun. Als B√ľrger dieser Stadt wollte ich etwas dagegen tun.

Unser eigentlich vierter Mann Herr K√∂ferl, der in der Zwischenzeit leider verstorben ist, las in der Zeitung davon und meldete sich damals bei mir. Er sagte: ‚ÄěWenn Sie hier etwas erreichen wollen, m√ľssen Sie eine B√ľrgerinitiative gr√ľnden“. Er hatte Erfahrungen in diesem Bereich. So ist die B√ľrgerinitiative entstanden. Kurz darauf sind Herr Thunsdorff und Herr K√∂rber zu uns gesto√üen und haben unser Team optimal erg√§nzt. Wir alle sind mehr oder weniger vom Bahnl√§rm betroffen.

„L√§rm zunehmend unertr√§glich“

Peter Thunsdorff: Das stimmt. Ich wohne in der Lortzingstra√üe und die Schienen sind von meinem Balkon genau 185 Meter entfernt. Ich messe auf meinem Balkon einen Spitzenpegel von 75 bis 80 Dezibel, wenn Nachts die G√ľterz√ľge vorbei rollen. Bedenkt man, dass der medizinisch anerkannte Aufwach-Wert bei 45 Dezibel liegt, dann k√∂nnen Sie sich denken, wie viel erholsamer Schlaf m√∂glich ist.

Ich habe bereits vor 12 Jahren Lärmschutzfenster in mein Haus eingebaut, weil ich den Lärm als zunehmend unerträglich empfand. Als ich das Rundschreiben von Herrn Irion und Herrn Köferl im Briefkasten fand, habe ich ein bisschen im Internet recherchiert und ihnen ein paar Informationen zukommen lassen. Daraufhin fragten sie mich, ob ich nicht Lust hätte mich dort mit einzubringen.

Joachim K√∂rber: Das Engagement war im ersten Moment nat√ľrlich recht egoistisch. Auch in wohne √∂stlich der Bahnlinie. Als ich von den Pl√§nen der Bebauung h√∂rte, dachte ich¬†es sei vielleicht¬†ein guter Moment, um dieses Thema mal¬†anzupacken. Ich wollte herauszufinden, ob¬†der Investor – der ja √∂stlich der Bahnschienen baut – bereit ist etwas f√ľr uns zu tun.

Auf dem Gel√§nde des ehemaligen G√ľterbahnhofs entsteht derzeit ein Fachmarktzentrum. Der Investor zeigte sich den Anliegen der B√ľrgerinitiative gegen√ľber sehr einsichtig.

 

Sie haben vom Hamburger Immobilieninvestor AVW Lärmschutzwände gefordert, die er dann auch auf freiwilliger Basis zugesichert hat. Klingt im Nachhinein einfach. War es das denn auch?

K√∂rber: Nun gut, so ganz freiwillig gibt man ja nicht Tausende von Euro aus. Das war uns schon klar und daf√ľr haben wir auch Verst√§ndnis. Wir hatten daher vorsorglich Einspruch erhoben. Die Stadt hat sich unser Forderung gegen√ľber sehr aufgeschlossen gezeigt und gesagt: ‚ÄěWir haben nichts dagegen, wenn Sie direkt mit dem Investor sprechen. Wenn Ihnen das gelingt, haben Sie einen Orden verdient.‚Äú

Der Investor hat sich dann tats√§chlich den Gespr√§chen gestellt. AVW hat unwahrscheinlich fair gehandelt und es war f√ľr uns kein allzu gro√üer Kampf. Uns wurde zugesichert¬†die L√ľcken √ľberlappend mit L√§rmschutzw√§nden zu schlie√üen. Daraufhin haben wir den Einspruch zur√ľckgezogen.

Das war der erste Erfolg f√ľr Ihre B√ľrgerinitiative. Wie sind Sie denn √ľberhaupt an das Thema rangegangen? Welche Schritte waren n√∂tig?

Thusndorff: Wir mussten uns nat√ľrlich alle erst einmal in das Thema reinarbeiten. Was sind Dezibel? Wie misst man sie? Ich habe Messger√§te gekauft, um die Messungen ordentlich durchf√ľhren zu k√∂nnen. Mit jedem Schritt, den wir durch unsere Informationen weiterkamen, haben wir allerdings¬†festgestellt: Es ist nicht nur unser St√ľck ‚Äď entlang des jetzt entstehenden Fachmarktzentrums –¬† betroffen. Es ist eigentlich ganz Weinheim, das unter dieser L√§rmsituation leidet. Die Weststadt und L√ľtzelsachsen ebenso, wie die Waid, das Gebiet hoch zum Schlosspark und weiter nach Sulzbach. √úberall gehen die Werte √ľber 60 Dezibel hinaus.

„Ganz Weinheim ist davon betroffen“

K√∂rber: Wir haben uns dann also relativ schnell nicht mehr nur auf „unsere“ Seite konzentrieren k√∂nnen. Die Resonanz und Zuschriften der B√ľrgerinnen und B√ľrger hat das best√§tigt.

Wie viele Weinheimerinnen und Weinheimer sind denn konkret von einem „gesundheitsgef√§hrdenden L√§rm“ betroffen?

K√∂rber: Insgesamt haben uns mehr als 500 Unterschriften erreicht. Wenn wir davon ausgehen, dass in jedem Haushalt durchschnittlich drei Personen leben, dann w√ľrde ich sch√§tzen, dass mindestens 1.500 Menschen¬†so direkt¬†betroffen sind, dass sie sich bei uns melden und aktiv werden wollen.

Die¬†L√§rmkartierung des¬†Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) in Bonn zeigt, dass die Bahnlinie einen extremen Schallpegel abgibt, der im Mittelwert gr√∂√üer ist als 75 dB(A) (Schallpegel). Dieser breitet sich links uns rechts der Bahnstrecke aus. Er zieht auf der einen Seite im Westen in die Ebene und nach Osten den Hang hinauf. Der Schallpegel baut sich erst mit Entfernung ab. Das hei√üt, das ganze Wohngebiet ist von einer L√§rmbelastung √ľber 60 Dezibel im Mittelwert, also im gesundheitsgef√§hrdeten Bereich, betroffen.¬†In¬†Spitzenwerten geht das bis auf 85¬†dB(A) hoch.

Entlang der Weinheimer Strecke sind das nach unseren Schätzungen etwa 5.000 bis 6.000 Menschen. Am schlimmsten betroffen sind aber wohl die 500 Unterschriftengeber und ihre Familien

Ihr Engagement mit der B√ľrgerinitiative kostet Sie eine Menge Geld. Wie finanzieren Sie Ihren Aufwand?

Irion: Ja, zunächst einmal aus eigenen Mitteln. Wir sind alle drei mehr als ehrenamtlich tätig. Herr Thunsdorff hat beispielsweise seine Messgeräte selbst gekauft und auch die ersten Informationsblätter haben wir aus eigener Tasche finanziert.

In einem Info-Blatt haben wir dann darauf hingewiesen, dass wir auch¬†√ľber eine finanzielle Unterst√ľtzung dankbar w√§ren. Daraufhin haben wir tats√§chlich einiges an Spendengelder einnehmen k√∂nnen. Dieses gespendete Geld wird nat√ľrlich ausschlie√ülich f√ľr die B√ľrgerinitiative verwendet.

Der Zupruch der Bev√∂lkerung gibt R√ľckhalt

Thunsdorff: Die Spanne der Spendensummen liegt zwischen 5 und 500 Euro. Wir sind √ľberrascht gewesen, mit welcher Bereitschaft uns Spenden zukamen. Denn wir k√∂nnen keine Spendenquittung ausstellen, da wir kein eingetragener Verein f√ľr gemeinn√ľtzige Zwecke sind. Wir hoffen ja, dass unsere Bem√ľhungen bald ein Ende haben und wir keine¬†dauerhafte Gruppierung, wie einen Verein ben√∂tigen. Trotzdem sind die B√ľrger bereit ihr Portemonnaie aufzumachen, das ist sehr dankenswert.

K√∂rber: Wir h√∂ren √∂fter: Ihre Arbeit ist mir die Spende wert. Das Interesse an unserer T√§tigkeit ist erfreulich gro√ü, was uns nat√ľrlich auch wieder ein bisschen Kraft und R√ľckhalt gibt.

Sie investieren neben Geld auch eine Menge Zeit, oder?

Körber: Ja, da stecken viele Stunden drin. Wenn sie einen offiziellen Brief schreiben, beispielsweise an eine hochgestellte Persönlichkeit, dann kommt es auf Professionalität an. Unsere Arbeit muss seriös sein.

Thunsdorff: Wir haben auch den Anspruch nicht polemisch oder emotional zu sein. Obwohl die Versuchung manchmal nat√ľrlich sehr gro√ü ist, wenn man mit arroganten Spr√ľchen abgespeist wird. Da kommt der Groll schon mal hoch.

Irion: Es stimmt also schon, dass es viel Arbeit ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein Gewinn f√ľr unser pers√∂nliches Leben. Wir haben neue Freunde gefunden. Wir diskutieren und arbeiten uns in neue Themenfelder ein. Das h√§lt uns geistig rege und fit. Au√üerdem haben wir das Gef√ľhl wir tun etwas, dass der Allgemeinheit hilft.

Was steht denn aktuell auf der Agenda der B√ľrgerinitiative?

Auf ihrer Internetseite www.bl-w.de informiert die B√ľrgerinitiative √ľber Daten, Fakten und Geschehnisse der aktuellen Diskussion.

K√∂rber: Ganz klar die Erstellung eines eigenen Gutachtens √ľber die L√§rmsituation in Weinheim. Wir stellten uns die Frage, ob die im Jahr 2005 abgeschlossenen Ma√ünahmen der Deutschen Bahn auf einem geeigneten Gutachten aufgebaut waren.

Wir haben recherchiert und die Stadt nach dem genauen Inhalt des Gutachten gefragt. Die Stadt war √§u√üerst kooperativ. Der Inhalt des Gutachtens war¬†f√ľr¬†uns dann wirklich verbl√ľffend. Das¬†Gutachten war eingegrenzt bis auf wenige Meter ‚Äď bis westlich der Rosenbrunnenstra√üe ‚Äď von den Gleisen entfernt.

Da haben wir uns gedacht: Das kann doch nicht wahr sein. Wir haben uns an das Eisenbahn-Bundesamt gewandt und nachgefragt, wie das denn zu beurteilen sei. Da wurden wir auf eigene, aktuellere Pläne von 2008 verwiesen. Das Gutachten war von 2002. Aber wir haben ja heute viel mehr Lärm als damals.

Gemeinsam mit der Stadt haben wir daraufhin die Beauftragten der Bahn nach Weinheim eingeladen. Da kamen auch zwei, die uns klar gemacht haben, dass diese Strecke „Bestandsschutz“ habe und mit den Ma√ünahmen von 2005 die Arbeit in Sachen Sanierung abgeschlossen sei.

Irion: Basta.

Thunsdorff: Zitat des Bahnmitarbeiters: ‚ÄúEinmal saniert, f√ľr immer saniert.‚Äú Diese Aussage war schon heftig.

Ihre Einwände haben bei den Zuständigen also kein Gehör gefunden?

K√∂rber: Unsere Argumentation, dass der Verkehr und die Zugzahl zugenommen haben, wurde best√§tigt. Das¬†sei alles richtig, auch die¬†Prognosen. Die eigenen Berechnungen des EBA liegen auch weit √ľber dem, was im Jahr¬†2002 berechnet wurde. Aber die Strecke habe Bestandsschutz und daher m√ľssten die B√ľrgerinnen und B√ľrger die Zunahme des Verkehrs einfach aushalten.

„Einmal saniert, f√ľr immer saniert“

Nach dieser Aussage¬†waren wir schon etwas geladen. Ich bezeichne diese Argumentation mit dem Bestandsschutz ganz bewusst als „b√∂sartig“. Das ist eine Verachtung der B√ľrger. Eine Verachtung des grundgesetzlich gesch√ľtzten Rechts der Unversehrbarkeit der Menschen.

Wir haben das EBA gebeten, diese Werte¬†neu zu berechnen. Das EBA hat sich zun√§chst auch der Aufgabe gestellt, hat dann aber wohl einen Hinweis bekommen, als nachgeschaltete Beh√∂rde des Verkehrsministeriums, die Arbeit nicht fortzuf√ľhren.

Wissen Sie warum?

K√∂rber: Nein, das wissen wir nicht und m√∂chten da auch keine Vermutungen anstellen. Wir wissen nur, dass unser Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard vom Pr√§sidenten des EBA einen Brief bekommen hat, in dem der Pr√§sident mitteilte, dass die Strecke unter Bestandsschutz falle.

Da waren wir in einer Situation, in der wir √ľberlegt haben, ob das jetzt das Ende unserer B√ľrgerinitiative ist und wir aufh√∂ren sollen.

Haben Sie aber nicht.

K√∂rber: Nein, denn die Gemeinden sind offiziell aufgefordert einen L√§rmaktionsplan zu erarbeiten. Im Rahmen der Erarbeitung dieses L√§rmaktionsplans hat die Stadt Weinheim¬†das Gutachten eingeholt und festgestellt, dass sie f√ľr den Schienenverkehr keinen Plan erstellen kann, da in diesem Gutachten¬†wichtige Daten vorenthalten wurden. Das EBA hat Daten, wie z.B. die Zahl der betroffenen B√ľrger nicht genannt.

Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir ein eigenes Gutachten brauchen.¬†Diese Situation ist nach wie vor aktuell. So ein eigenst√§ndiges Gutachten nur f√ľr Weinheim kostet nat√ľrlich Geld. Wir haben im Rahmen der L√§rmaktionsplanung der Stadt Weinheim die Frage gestellt, ob sie denn das Gutachten in Auftrag geben k√∂nnte. Die Antwort des Ersten B√ľrgermeisters Dr. Torsten Fetzner war: ‚ÄěWir haben daf√ľr kein Geld.‚Äú

Alle Hoffnungen ruhen auf dem Gemeinderat

Diese Antwort des B√ľrgermeisters war vollkommen in Ordnung.¬†Es stimmt. Aber der Gemeinderat k√∂nnte das Geld ja bewilligen. Das hei√üt, der Gemeinderat ist aufzufordern, dieses Gutachten zu bewilligen und die Verwaltung zu autorisieren dieses anzufordern.

Das ist derzeit Ihre Stratgie?

Thunsdorff: Ja. Wir sind grade dabei die Fraktionen im Gemeinderat der Stadt Weinheim anzusprechen, um deren Bezug zur Problematik festzustellen. Wir k√∂nnen bis dato vermelden, dass die kleineren Parteien ‚Äď die Gr√ľnen und die FDP ‚Äď sehr aktiv mitziehen. Sie haben direkt auf unser Anliegen reagiert. Bei der CDU, SPD und den Freien W√§hlern zeigt man eine, bisher f√ľr uns noch nicht ganz nachvollziehbare, Zur√ľckhaltung. Wobei wir doch davon ausgehen, dass wir eine Initiative verfolgen, die zum Wohle aller ist.

Woran k√∂nnte diese Zur√ľckhaltung liegen?

K√∂rber: Ich m√∂chte den Parteien zu Gute halten, dass der Gemeinderat sich ja wirklich mit vielen, vielen unterschiedlichen Themenbereichen befasst. Dass die¬†Stadtr√§te jetzt auf allen Gebieten, die f√ľr die B√ľrger von Interesse sind, sofort h√∂chste Sensibilit√§t haben, kann man nicht erwarten.

Thunsdorff: Wir sind daher¬†guter Dinge, dass die gro√üen Fraktionen sich auch noch melden. Wir m√ľssen noch ein paar Tage Geduld haben.

Irion: Auch, wenn uns das Warten manchmal schwer f√§llt, weil wir so¬†f√ľr unser Projekt brennen. Wir haben gelegentlich nur wenig Verst√§ndnis f√ľr Leute, die nicht genauso begeistert sind wie wir, um¬†dieses Projekt voranzutreiben.

F√ľr wie wahrscheinlich halten Sie die Bewilligung der Mittel in der n√§chsten Gemeinderatsitzung?

K√∂rber: Wir gehen davon aus, dass auf der n√§chsten Gemeinderatsitzung die entsprechenden Mittel zur Finanzierung dieses Gutachtens in das Budget der Stadt f√ľr 2013 aufgenommen werden. Bis zu dieser Gemeinderatsitzung werden wir auch¬†hoffentlich ein Angebot der Firma M√∂hler und Partner aus M√ľnchen mit genauen Zahlen vorlegen k√∂nnen. Diese hat √ľbrigens auch die Bundesregierung im Jahr 2011 √ľber die L√§rmschutzsituation in Deutschland unterrichtet.

Mit diesem eigenen Gutachten wollen wir dann an die √Ėffentlichkeit, denn mit dem Stichwort „Bestandsschutz“ sind wir nicht zufrieden. Wir stellen die ganz klare Forderung, dass im Rahmen dieser freiwilligen L√§rmsanierungsaktion der DB Netz, das Weinheim-Thema erneut aufgegriffen wird. Es kann n√§mlich nicht sein, dass man auf einer Strecke den Verkehr bis weit √ľber die Leistungsgrenze hochf√§hrt und dann alle Betroffenen im Regen stehen l√§sst.

Irion: Dazu kommt, dass die Gemeinden nördlich von uns in Hessen, vollständig saniert sind. Der Lärmschutz endet direkt vor Weinheim, an der Grenze von Hemsbach.

Egal, ob westlich oder √∂stlich der Bahnschienen: Zu laut ist es √ľberall in Weinheim. Besonders in der Nacht.

 

Woran liegt das? An der Landesregierung?

Körber: Nein, die Landesregierung hat darauf gar keinen Einfluss. Auch bei der Bahn muss man differenzieren. Zunächst dachten wir auch: Klar, Ansprechpartner ist die Deutsche Bahn. Wer ist der Vorsitzende? Den schreiben wir an. Aber das ist viel differenzierter.

Nach der Privatisierung 1992 haben wir ja folgende Situation: Die Strecken, die Trassen und die Grundst√ľcke auf der die Bahnen fahren, geh√∂ren der Bundesrepublik Deutschland. Vertreten werden sie¬†durch das Bundesverkehrsministerium. Dieses hat die DB Netz beauftragt die Strecken in Stand zu halten und zu vermieten.

Durch¬†Weinheim fahren also¬†rund 200 verschiedene Verkehrsunternehmer, die meisten privater Natur. Die rollen hier durch die Nacht und verlegen den L√§rmteppich √ľber Weinheim. W√ľrden wir versuchen direkt an den L√§rmverursacher gehen, dann m√ľssten wir uns mit 200 Unternehmen rumschlagen und diese bitten, Wagen einzusetzen die nicht so viel Krach machen. Da sind wir auf verlorenem Posten.

„Es kann nicht sein, dass man die Betroffenen im Regen stehen l√§sst“

Also √ľben Sie anderweitig Druck aus?

K√∂rber: Ja und die √∂ffentliche Meinung sowie die aktuelle Diskussion¬†kommt uns mittlerweile entgegen. In der Schweiz haben wir momentan den Fall, dass in Zukunft nur noch leise G√ľterz√ľge zugelassen werden sollen. Dort soll eine gesetzliche Bestimmung einf√ľhrt werden. Das erh√∂ht den Druck auf den internationalen Eisenbahnverkehr. Davon sp√ľren wir hier in Weinheim aber derzeit noch nichts. Also machen wir weiter.

Unser Ziel ist es den Bahnl√§rm zu reduzieren, wo immer es m√∂glich ist. Viele Unterst√ľtzer schreiben uns, machen Vorschl√§ge und geben Anregungen. So hatte uns eine Dame geschrieben, die dar√ľber klagte, dass der Bahnl√§rm pl√∂tzlich noch lauter als bisher ist. Herr Thunsdorff hat sich die Stelle und das Problem angeschaut und festgestellt, dass ¬†die Schienen nur gefr√§st, statt geschliffen wurden. Das ist g√ľnstiger und spart Geld, ist aber auch deutlich lauter im Betrieb. Auf unsere Initiative hin, hat das Eisenbahn-Bundesamt sofort die DB Netz angewiesen das Problem zu beheben. Binnen zwei Wochen waren die Schienen dann geschliffen.

Das ist doch mal ein positives Beispiel f√ľr die Kooperationsbereitschaft der Beh√∂rden.

K√∂rber: Ja, ein positives Erlebnis mit der Aufsichtsbeh√∂rde des Eisenbahn-Bundesamts. Mit der Deutschen Bahn hat das aber nicht viel zu tun. Ich finde, dass die Bahn sich hinter ihren juristischen M√∂glichkeiten versteckt. Besonders beim Thema Bestandsschutz. Die Bahn ist von sich aus nicht bereit etwas zu tun, weil sie immer den Pr√§zedenzfall scheut. Wof√ľr ich Verst√§ndnis habe. Wenn sie es f√ľr Weinheim tut,¬†muss sie es vielleicht auch f√ľr 50 andere Ortschaften in Deutschland tun. Das hat ja immer eine Kettenwirkung. Aber da wir in der Belastung, gleich hinter dem Rheintal kommen, muss man bei uns ebenfalls handeln. Denn auch die Rheintalstrecke stand unter Bestandsschutz. Das kann also nicht l√§nger das Argument sein. (Anm. d. Red.: Alles zur Initiative gegen Bahnl√§rm im Rheintal finden Sie hier)

Wir sind der Meinung, dass man den Verursacher des Krachs stellen muss. Nach unserem juristischen Verst√§ndnis ist das die DB Netz. Da diese aber von sich aus nichts tun m√∂chte oder kann, sind wir bereit den politischen Druck auf DB Netz zu erh√∂hen. Wir sind im Gespr√§ch mit dem Regierungspr√§sidium in Karlsruhe, mit der Landesregierung und L√§rmschutzbeauftragten in Stuttgart, mit dem Verkehrsministerium und dem EBA. Wir sind davon √ľberzeugt, dass die gegenseitige Information der verschiedenen Stellen dazu f√ľhrt, dass sich Einzelne nicht aus der Verantwortung ziehen k√∂nnen. Das setzt sie unter Druck und das wollen wir, denn dann tun die auch was.

Wie w√ľrden Sie sich jetzt den zuk√ľnftigen Verlauf dieser Geschichte w√ľnschen?

K√∂rber: Wir stellen klare Forderungen und sollten diese erf√ľllt werden, ist die Sache f√ľr uns erledigt.

Wie sehen diese Forderungen aus?

K√∂rber: Die B√ľrger von Weinheim sind nicht bereit sich den Strapazen des Bahnl√§rms weiter auszusetzen. Sie fordern den grundgesetzlichen Schutz der k√∂rperlichen Unversehrtheit und ihres Eigentums. Im Detail sind die Forderungen innerhalb der Gemarkung Weinheim, die Reduzierung der Geschwindigkeit f√ľr G√ľterz√ľge auf 50 km/h Kilometer bis zum Abschluss der Erstellung eines geeigneten Schallschutzes; eine sofortige Realisierung geschlossener Schallschutzw√§nde, im Rahmen des freiwilligen L√§rmsanierungsprogramms der Bundesregierung Deutschland und keine weiteren Beschlichtungsversuche mit dem √§u√üerst zweifelhaften Argument des Bestandsschutzes.

Wir w√ľnschen uns, dass nun auch die Fraktionen diesen Gedanken mittragen und die Verwaltung entsprechend beauftragen.

Thunsdorff: Sollten Fraktionen dabei sein, die unseren Plan nicht unterst√ľtzen, h√§tten wir eine neue Situation und m√ľssten erneut dar√ľber nachdenken. Aber damit wollen wir uns im Moment noch nicht besch√§ftigen.

Von der Stadtverwaltung und auch ihrem Ansprechpartner B√ľrgermeister Dr. Torsten Fetzner sehen Sie aber die Unterst√ľtzung Ihrer Anliegen?

K√∂rber: Ja, auf jeden Fall. Auch der Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard hat sich sehr ausf√ľhrlich mit uns auseinander gesetzt und ich hatte den Eindruck der Herr Bernhard ist ausgesprochen dankbar f√ľr unser Engagement.

Der Blick von der Barbarabr√ľcke auf das Wohngebiet rund um die Rosenbrunnenstra√üe. In Zukunft werden hier L√§rmschutzw√§nde den Krach ein wenig eingrenzen.

 

Info:
Dr. Hans Irion hat die letzten 25 Jahre seines Berufslebens als Leiter f√ľr Forschung und Entwicklung im Agrarbereich der S√ľdzucker AG gearbeitet. Peter Thunsdorff ist Mathematiker und Volkswirt. Er war u.a. als selbstst√§ndiger Unternehmensberater t√§tig. Joachim K√∂rber ist studierter Elektroningenieur und hat haupts√§chlich in der Bahnindustrie gearbeitet. U.a. war er Gesch√§ftsf√ľhrer im Verband der deutschen Bahnindustrie.

 

 

Die Busse werden an den Bahnhof verlegt – Gestaltung des D√ľrreplatzes bis 2013?

Weinheim, 24. November 2011. (red/pm) Die Umbauarbeiten im Umfeld des Weinheimer Hauptbahnhofs k√∂nnen beginnen ‚Äď und damit r√ľckt die Verlegung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) vom D√ľrreplatz hin zum Hauptbahnhof in greifbare N√§he. Die Verlegung gilt als Voraussetzung daf√ľr, dass der D√ľrreplatz vor der Weinheim Galerie im Jahr 2013 neu gestaltet werden kann.

Information der Stadt Weinheim:

„Der Gemeinderat machte mit einer Entscheidung in dieser Woche den Weg frei f√ľr den Abbruch einer alten Ladenzeile, die f√ľr den Omnibusbahnhof weichen soll. Diese Entscheidung wurde von allen als Startschuss f√ľr eine der wichtigsten Stadtentwicklungsma√ünahmen der Stadt gesehen. Der ZOB wird direkt an die Bahnschienen heranr√ľcken.

Wie Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard berichtete, waren die Grundst√ľcksverhandlungen zwischen Bahn und Stadt „von Schwierigkeiten“ begleitet. Eigentlich wollte die Stadt die abbruchreife Ladenzeile kaufen.

Doch es stellte sich heraus, dass unter der Ladenzeile alte Kabelanlagen vorkommen, deren Entfernung die Stadtverwaltung h√§tte bezahlen m√ľssen.

So fand man die zweckm√§√üige L√∂sung, dass die Bahn der Stadt das Grundst√ľck mit einer formalen Gestattung langfristig √ľberl√§sst. Damit steht dem Abriss als Beginn der ZOB-Verlegung nichts mehr im Wege.

Nach einer jetzt erfolgenden Ausschreibung, k√∂nnen im Fr√ľhjahr 2012 schon die Bagger rollen. Auch wenn die Stadt den Abriss mit 100.000 Euro selbst bezahlen muss, gab der Gemeinderat gr√ľnes Licht.“

„Stuttgart 21 bremst die S-Bahn in der Region aus“

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Stuttgart, 15. November 2011. In Stuttgart und anderswo streitet man sich auf allen m√∂glichen Ebenen, Sinn und Unsinn, Kosten und Nutzen werden gegeneinander aufgewogen. Und nat√ľrlich ist der Gro√üraum Stuttgart am meisten betroffen. Doch Stuttgart 21 hat schon jetzt konkrete negative Wirkungen in unsere Region. Und wenn Stuttgart 21 kommt, werden die Nachteile f√ľr uns vor Ort noch gr√∂√üer, sagt Michael L√∂we, Experte des Fahrgastverbands Pro Bahn, im Interview. Am 27. November sind die B√ľrger zur Volksabstimmung aufgerufen.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Löwe, hat Stuttgart 21 direkte Auswirkungen auf die Region Nordbaden?

Michael Löwe: Ganz sicher. Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen.

Tun Sie das.

L√∂we: Es gibt verschiedene Finanzierungst√∂pfe f√ľr Eisenbahnprojekte. Einer davon sind die sog. BSchwAG-Mittel (Mittel gem√§√ü dem Bundesschienenwegeausbaugesetz, die zur Finanzierung der Projekte des Bundesverkehrswegeplans ‚Äď BVWP – dienen). Wie alle Mittel k√∂nnen diese nat√ľrlich nur einmal ausgegeben werden. Es gibt etwa 80 BVWP-Schienen-Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 46 Milliarden Euro. Rund 1,5 Milliarden Euro werden j√§hrlich aus diesem BSchwAG-Topf ausgegeben. Die 5-600 Millionen Euro, die f√ľr Stuttgart 21 eingesetzt w√ľrden, fehlen dann nat√ľrlich bei anderen Projekten, beispielsweise der geplanten Neubaustrecke (NBS) zwischen Frankfurt und Mannheim.

„Die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim kommt nicht vor 2025.“

Das heißt konkret?

Bahn-Experte Michael Löwe - Privatfoto von einer Norwegenreise 2011: "Wir waren nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, das war toll."

L√∂we: Es gibt einige Projekte, die aktuell im Gang sind, die bekommen das Geld zuerst, damit diese fertig gestellt werden k√∂nnen, beispielsweise N√ľrnberg-Erfurt bis 2017. Hier flie√üen also gro√üe Summen ab, die f√ľr andere Projekte nicht mehr zur Verf√ľgung stehen. Dann werden Priorit√§tslisten neu erstellt und aktuell ist die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim aus der Priorit√§tsliste 1 in die zweite oder dritte Reihe gerutscht.

Aber die ersten Planungen laufen doch schon seit 1998?

L√∂we: Richtig. Aber der Bundesverkehrsminister l√§sst aktuell das Projekt neu ausschreiben, dann m√ľssen Pl√§ne und Gutachten gemacht werden und das wird dauern.

Wann k√∂nnte diese f√ľr unsere Region wichtige Linie fertig sein?

L√∂we: Im optimalen Fall bis 2023, eher aber 2025 und das nur, wenn alles wie am Schn√ľrchen klappt. Ber√ľcksichtigen muss man dabei, dass dies ein relativ einfaches Projekt w√§re, weil es nicht viele Tunnels braucht und das Gel√§nde in der Ebene verl√§uft.

Hat Stuttgart 21 Einfluss darauf?

L√∂we: Sicher, wenn Stuttgart 21 kommt, fehlen √ľber mehrere Jahre mehrere hundert Millionen Euro. Die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim w√ľrde nach Sch√§tzungen der Bahn gut zwei Milliarden Euro kosten, also viel mehr als in einem Jahresbudget f√ľr alle Bahnprojekte in Deutschland vorhanden ist. Und jeder woanders ausgegebene Euro fehlt hier, z.B. √ľbrigens auch f√ľr die S-Bahn.

„Das Argument des Zeitgewinns ¬†durch S21 ist regional gesehen Quatsch.“

Wieso die S-Bahn?

L√∂we: Weil auch hier das Geld fehlt, beispielsweise f√ľr den Ausbau der Strecke Mannheim-Heidelberg, die zu 40 Prozent aus dem BSchwAG-Topf bezuschusst werden muss. Dieser Abschnitt wird f√ľr alle S-Bahn-Linien ben√∂tigt und muss drei-, bzw. viergleisig ausgebaut werden. Nur dann k√∂nnen z.B. die S-Bahn-Linien von Eppingen und Aglasterhausen wie geplant bis Worms, bzw. Mainz durchgebunden werden. Heute muss man in Heidelberg umsteigen und verliert Zeit. Das gilt √ľbrigens auch f√ľr die Debatte um Stuttgart 21 und die Zeitvorteile.

Was meinen Sie?

L√∂we: Das Argument der S21-Bef√ľrworter, der Bahnhofsumbau w√ľrde Zeitvorteile bringen, ist Quatsch. Diese k√∂nnte man jetzt schon haben. Man hat sie aber nicht, weil man in dem vorwiegend als Regionalbahnhof genutzten Hauptbahnhof kaum Regional-Z√ľge ‚Äědurchfahren‚Äú l√§sst. Man muss umsteigen, hier wird die Zeit verloren. W√ľrden die Z√ľge ein- und weiterfahren, w√§re ein √§hnlicher Zeitvorteil zu gewinnen. Der einzig echte Zeitvorteil entsteht durch die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, doch √ľberwiegend f√ľr Durchreisende in Richtung M√ľnchen. Der Umbau des Bahnhofs ist nicht entscheidend.

„Ich bef√ľrchte durch S21 eine deutliche Verz√∂gerung f√ľr die S-Bahn Rhein-Neckar.

Nochmal zur√ľck zur zweiten Ausbaustufe der S-Bahn. Bef√ľrchten Sie, dass die nicht kommt?

L√∂we: Sie kommt, aber sicher nicht so, wie das viele behaupten. Die Bahnen fahren, aber die Frage ist, ob man durchfahren kann oder umsteigen muss. Das ist zeitrelevant. Der ‚ÄěKnoten Mannheim‚Äú, das Herzst√ľck der S-Bahn rutscht auch durch S21 nach hinten bei den Priorit√§ten.

In einer aktuellen Umfrage haben wir die B√ľrgermeister im Wahlkreis 39 Mannheim befragt, ob S21 Vor- oder Nachteile bringt. Alle sagten, ‚Äěkeine Meinung, haben wir uns noch nicht mit befasst.‚Äú

L√∂we: Das h√§ngt wohl von der Perspektive ab. Sicher gibt es auf kommunaler Ebene keine direkten Verbindungen ‚Äď aber im Gesamtzusammenhang schon. Und wenn Gelder f√ľr den Knoten¬†Mannheim fehlen, ist die Leistungsf√§higkeit der S-Bahn enorm eingeschr√§nkt. Sie f√§hrt, aber eben weit unter ihren M√∂glichkeiten. Wer das erkennen will, tut das, wer nicht, schaut weg.

Was kostet dieser Ausbau?

L√∂we: Rund 213 Millionen Euro. 40 Prozent muss die DB Netz tragen, 60 Prozent werden √ľbers Gemeindeverkehrswegefinanzierungsgesetz geregelt. Somit tragen dann Bund und Land 80 Prozent, Kreise und Kommunen 20 Prozent.

„Vielleicht ist man hier froh √ľber die Verz√∂gerung.“

Wie hoch ist der Anteil auf kommunaler Ebene konkret?

L√∂we: Gut 42 Millionen Euro f√ľr Kreise und Kommunen ‚Äď wenn die Finanzierung klappt. Wohlgemerkt nur f√ľr den Abschnitt Mannheim ‚Äď Heidelberg, wobei nach einem komplizierten Schl√ľssel nicht nur die direkten Anlieger zahlen sollen, sondern auch die weiter entfernten, da die dort verkehrenden S-Bahn-Linien ja auch vom Ausbau Mannheim-Heidelberg profitieren.

Könnte das der Grund sein, aus dem die Kommunen gar nicht so traurig sind, wenn der Ausbau hier vor Ort nicht kommt, weil sie das Geld nicht haben?

L√∂we: Das haben Sie jetzt vermutet. Man sollte dazu die Entscheidungstr√§ger fragen. Ich vermute eher, dass man die S-Bahn schon will, aber √ľber eine zeitliche Streckung ganz froh ist. Dass ein Ausbau stattfindet, wie jetzt der neue Haltepunkt ‚ÄěArena-Maimarkt‚Äú im Dezember 2011 ist unbestritten ‚Äď aber er wird zusehends langsamer und ich bef√ľrchte durch Stuttgart 21 eine weitere, deutliche Verz√∂gerung.

Wie ist die Haltung von Pro Bahn zu Stuttgart 21 und wie werden Sie abstimmen?

L√∂we: Die Verbandshaltung ist klar gegen Stuttgart 21 und ich stimme auch f√ľr den Ausstieg. Gerade f√ľr unsere Region gibt es wichtigere Projekte und der Bahnhofsumbau bringt den Reisenden in der Gro√üregion Stuttgart keine erkennbar wesentlichen Vorteile.

Zur Person:
Michael L√∂we (57 Jahre) wohnt seit 16 Jahren in Weinheim, ist Diplom-Mathematiker und war von 1997-2007 Vorsitzender des Regionalverbands Pro Bahn Rhein-Neckar, einer Untergliederung von Pro Bahn Baden-W√ľrttemberg e.V..
Der gemeinn√ľtzige Fahrgastverband hat bundesweit rund 5.000 Mitglieder und findet durch seine konstruktive Zusammenarbeit und durchdachten Vorschl√§ge zur Entwicklung der Bahn hohe Anerkennung.
Als Verband, der sich f√ľr die Verbesserung der Zugverkehre einsetzt, ist er politisch unverd√§chtig, eine Parteilinie zu verfolgen.

Volksabstimmung zu Stuttgart 21: Wenn Ja Nein und Nein Ja bedeutet – der Abstimmungszettel im Detail


Guten Tag!

Heddesheim, 08. November 2011. (red) Am 27. November k√∂nnen alle Wahlberechtigten B√ľrger Baden-W√ľrttembergs √ľber das „Gesetz √ľber die Aus√ľbung von K√ľndigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen f√ľr das Bahnprojekt Stuttgart 21“ abstimmen. Es gibt nur zwei Antwortm√∂glichkeiten. F√ľr oder gegen das Gesetz. Im nachfolgenden m√∂chten wir den Stimmzettel kurz anhand einer Animation erl√§utern.

Von Christian M√ľhlbauer

„Stimmen Sie der Gesetzesvorlage ‚Gesetz √ľber die Aus√ľbung von K√ľndigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen f√ľr das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S21-K√ľndigungsgesetz)‘ zu?

Wer am 27. November im Zuge der Volksabstimmung zur Wahl geht, wird sich dieser Frage gegen√ľbersehen. Die Antwortm√∂glichkeiten sind dabei klar gefasst: Ja oder Nein.

Klingt einfach – ist es aber nicht, denn Ja bedeutet Nein zu Stuttgart 21 und Nein bedeutet Ja zu Stuttgart 21.

Abstimmung – Ja? Nein?

Wer sein Kreuz bei Ja macht, stimmt daf√ľr, dass das „S21-K√ľndigungsgesetz“ auf den Weg gebracht wird. Ein Ja-Votum ist also eine Stimme gegen Stuttgart 21.

Wer sein Kreuz bei Nein macht, stimmt gegen das „S21-K√ľndigungsgesetz“. Ein Nein-Votum ist also eine Stimme f√ľr Stuttgart 21.

Ungeachtet des Votums ist es notwendig, dass im Rahmen der Volksabstimmung ein Quorum erreicht wird. Das bedeutet, dass mindestens ein Drittel der wahlberechtigten Bev√∂lkerung mit Ja abstimmen m√ľssen. Das sind laut Angaben des Landeszentrale f√ľr politische Bildung Baden-W√ľrttemberg etwa 2,5 Millionen Menschen. Ist dies nicht der Fall, kommt es zum „unechten Scheitern“, weil das „Quorum“ nicht erf√ľllt worden ist.

Ob dies erreicht werden kann, ist indes offen. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2011 erhielten die Gr√ľnen „nur“ 1,2 Millionen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei knapp √ľber 5 Millionen W√§hlern.

Unser animierter Stimmzettel zeigt, wie es geht:

Der Stimmzettel zur Volksabstimmung √ľber Stuttgart 21

Der Stimmzettel zur Volksabstimmung √ľber Stuttgart 21

Frau kollidiert mit Zug Рlebensgefährlich verletzt


Eine Frau ist heute in Weinheim unter einen Zug geraten - Polizei und Rettungskräfte schirmen die Unfallstelle ab.

Guten Tag!

Weinheim, 26. Juli 2011. (red: aktualisiert) Heute ist eine 63-jährige Frau aus einem kleinen Ort im Odenwald am Weinheimer Bahnhof nach einer Kollission mit einer Regionalbahn lebensgefährlich verletzt worden. Die Frau wurde gerettet und im Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Der Vorfall ereignete sich kurz vor 14:30 Uhr an Gleis 3 im Bahnsteigbereich. Die Frau konnte von der Feuerwehr unter dem Zug heraus gerettet werden und wurde auf dem Bahnsteig notärztlich erstversorgt.

Die Feuerwehr Weinheim informierte sp√§ter: „Um besser an die Verletzte Person heranzukommen wurde der Zug etwas nach vorne bewegt, bis ein Zugang m√∂glich war. Au√üerdem wurde der Zug gesichert und der komplette Bahnhof f√ľr den Zugverkehr gesperrt. Notarzt, Rettungsassistenten, Feuerwehrsanit√§ter und Polizeibeamte des Reviers Weinheim √ľbernahmen die medizinische Erstversorgung und bereitet die Rettung unter dem Zug vor.“

Feuerwehr und Polizei errichteten ein Sichtschutz und die Unfallstelle weiträumig abgesperrt. Mit Hilfe einer Schaufeltrage konnte die Person unter dem Zug gerettet und zur weiteren Behandlung auf den Bahnsteig gebracht werden. Hier wurde die Person weiter medizinisch betreut und versorgt, bis der Transport zum Rettungswagen möglich war, berichtet die Feuerwehr weiter.

Zwischenzeitlich wurde auch der Rettungshubschrauber Christoph 53 nachgefordert. Polizei und Feuerwehr bereiteten die Landung auf der Wiese am Busbahnhof vor dem Bahnhofsgelände vor.

Der Rettungshubschrauber landete auf dem Gelände des Busbahnhofs und transportierte die Frau, die unter anderem lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitten hat, ins Mannheimer Klinikum. Nach derzeitigem Informationsstand lebt die Frau.

Zum Unfallhergang konnte die Bundespolizei noch keine genauen Angaben machen – es ist unklar, ob es sich um einen Unfall oder einen Selbstt√∂tungsversuch handelt. „Wir ermitteln selbstverst√§ndlich ergebnisoffen“, sagte der Pressesprecher der Karlsruher Beh√∂rde, Bernd Herlan, auf Anfrage. Ob es Zeugen gibt, ist bislang unklar.

Die lebensgefährlich verletzte Frau wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Mannheimer Klinikum geflogen.

Wer den Vorgang beobachtet hat, kann Angaben bei jeder Polizeidienststelle machen, vorzugsweise aber an die zuständige Bundespolizei in Mannheim, Telefon 0621/40049-0.

Die Feuerwehr Weinheim war unter der Einsatzleitung von Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht mit drei Fahrzeugen und zehn Mann vor Ort im Einsatz und wurde vom stellvertretenden Kreisbrandmeister Axel Schuh beratend unterst√ľtzt.

Anmerkung der Redaktion:
Gestern wurde am Bahnhof Heddesheim/Hirschberg ein 72 Jahre alter Mann durch eine Kollision mit einem G√ľterzug get√∂tet. Hierbei handelte es sich um einen Unfall. Der Mann aus Worms hatte versucht, die Gleise zu √ľberqueren. Siehe unseren Bericht vom 25. Juli 2011 dazu.

Tödlicher Unfall am Bahnhof


Tödlicher Unfall am Heddesheimer Bahnhof - Rettungskräfte und Polizei im Einsatz

Heddesheim/Hirschberg, 25. Juli 2011. (aktualisiert) Heute Abend ist kurz vor 22:00 Uhr ein 72-j√§hriger Mann aus Worms auf den Gleisen des Bahnhofs Heddesheim/Hirschberg t√∂dlich verungl√ľckt. Die Polizei und die Rettungskr√§fte sind noch vor Ort und haben den Bahnhof weitr√§umig abgesperrt.

Zun√§chst war unklar, ob es sich um eine Selbstt√∂tung oder einen Unfall handelt: „Das ist f√ľr uns vor Ort und in der K√ľrze der Zeit kaum feststellbar“, sagte Polizeihauptkommissar Daniel Neideck, der Regionalgruppenleiter der Bundespolizei Mannheim.

Die Feuerwehr Großsachsen im Einsatz.

„Der Zugf√ľhrer ist nat√ľrlich mitgenommen von dem Vorfall, hat aber eindeutig ausgesagt, dass der Mann von links, also der Hirschberger Seite, die Gleise √ľberqueren wollte“, sagte Herr Neideck uns gegen√ľber: „Der Beschreibung nach gehen wir von einem tragischen Unfall aus.“

Der G√ľterzug konnte nicht mehr rechtszeitig stoppen und erfasste den-¬† 72-j√§hrigen Mann, der an der Unfallstelle verstorben ist: „F√ľr den Zugf√ľhrer ist das eine ausweglose Situation, selbst wenn er einige hundert Meter zuvor die Gefahr erkennt, kann er den Zug nicht mehr rechtzeitig stoppen.“

„Leider versuchen immer wieder Menschen Gleise zu √ľberqueren“, so Herr Neideck: „Es ist und bleibt eine t√∂dliche Gefahr.“ So wie man eben schnell mal √ľber die Gleise will, Z√ľge sind oft schneller da, als „man denkt“. Wer beim Gleis√ľberqueren erwischt wird, dem droht ein Bu√ügeld von 25 Euro: „Es gibt keinen direkten Weg zum Abk√ľrzen √ľber die Gleise. Jeder Umweg ist besser und sicherer.“

Die Deutsche Bahn hat eigene "Unfallmanager" bei Personenschäden im Einsatz.

Im Einsatz ist die Feuerwehr Gro√üsachsen/Hirschberg, da die Alarmierung der Leitstelle auf die „Gro√üsachsener“ Seite wies. Tats√§chlich passierte der Unfall auf der Heddesheimer Seite des gemeinsamen Bundesbahnhofs.

Nach Angaben des „Unfallmanagers“ der Deutschen Bahn vor Ort und des Bahnpersonals war dies der erste Unfall im Bahnhof. Am Bahnhof wurde kurz nach 22:00 Uhr ein n√§chster Personenzug erwartet. Ein aufmerksamer Leser hat uns per email informiert, dass es am 09. April 2008 in der N√§he des Bahnhofs einen t√∂dlichen Unfall gegeben hat.-¬† Wobei damals von „Personenschaden“ die Rede war, was auf Selbstt√∂tung hindeutet.

Die Strecke Weinheim √ľber Heddesheim Richtung Mannheim wurde gesperrt, bis die Bergungsarbeiten abgeschlossen waren und der Zug weiterfahren konnte. Nach unseren Informationen kam der G√ľterzug aus Frankfurt und wollte √ľber Mannheim-Friedrichsfeld weiter nach Saarbr√ľcken. Der Tritteinstieg wurde besch√§digt, der Zug konnte nach Personaltausch aber die Fahrt fortsetzen.

S-Bahn: Gemeinderat stimmt Mehrkosten zu – Stadt muss mindestens 1,24 Millionen Euro f√ľr Bahnhofumbau zahlen


S-Bahn der Linie S1 in Mannheim. Archivbild. Quelle: wikipedia/LosHawlos

Guten Tag!

Weinheim, 20. Juli 2011. (red) So deutlich hat sich bislang kaum ein Gemeinder√§t √ľber die skandal√∂se Kostenexplosion der Bahnhofsumbauten im Zuge des S-Bahn-Projekts ge√§u√üert: „Erpressung“, „Rotz“, „Schlamperei“, „dreist“, „unerh√∂rt“, „√§rgerlich“. Im Gemeinderat gibt es heute „rund“. Man ist stinksauer auf die Deutsche Bahn und f√ľhlt sich √ľbervorteilt. Trotzdem stimmt die Mehrheit f√ľr die Kosten√ľbernahme zum Ausbau des Bahnhofs.

Von Hardy Prothmann

„Und pl√∂tzlich hei√üt es, ihr kommt hier nicht mehr raus. Das wirkt wie Erpressung auf mich“, sagt Carsten Labudda (Die Linke) und bekommt sogar „Tischklopfapplaus“ von der CDU und anderen Stadtr√§ten. „Wenn wir uns anschauen, wie die Bahn plant, sage ich nur Stuttgart21. Das ist eine Kostenexplosion, die die √∂ffentliche Hand tragen soll. Auf mich macht das den Eindruck, dass der Begriff Schlamperei „vorsichtig“ zu gebrauchen ist, angesichts dieser Entwicklung. Die ersten Kalkulationen sind g√ľnstig und der dicke Hammer kommt zum Schluss. Das hat Methode.“

FDP-Stadtrat G√ľnter Breiling bezeichnete die „Vorplanung“ gar als „Rotz“. CDU-Stadtr√§tin Dr. Elke K√∂nig sagt: „Wir finden die Umbauma√ünahmen alle gut. Es ist gut, in die Z√ľge zu gehen. Aber jetzt werden wir erpresst, dass an uns vorbeigefahren wird und wir sind die b√∂sen Buben und M√§dels. Das ist ein unfaires, untragbares Verhalten der Bahn. Warum fragen wir nicht unsere B√ľrger? Wollen die wirklich die S-Bahn? In den n√§chsten zehn Jahren ist sowieso keine bessere Taktung gegeben.“

Die Unmuts√§u√üerungen sind deutlich und wahrlich keine gute Werbung f√ľr die Bahn und ihre Projektbautochter. So wird die S-Bahn zum „ungeliebten“ Projekt.

Gefechtslagen

Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard sagt: „Wir bezahlen ein Zehntel der Umbaukosten. Ohne das bleibt alles beim alten. Die Bahn sagt, wir bauen um, gebt das Geld, sonst machen wir das nicht. Das ist die Gefechtslage.“ Und: „Das sage ich mal f√ľr alle Emp√∂rer. Damit kann man sich nichts kaufen. Ich will, dass die S-Bahn kommt und wir dabei sind.“

Freie W√§hler-Stadtrat Gerhard Mackert sagt: „Man kann nicht √ľber die Planung schimpfen, sondern nur √ľber die Vorplanung.“

GAL-Stadtrat Dr. Alexander Boguslawski sagt: „Sind 1,2 Millionen Euro ein angemessener Beitrag f√ľr einen behindertengerechten Bahnhof? Ja, abgesehen von diesen sicherlich unverst√§ndlichen Kostenplanungen. In der Summe sollten wir uns das leisten.“

Dem entgegnet Herr Labudda: „Was bringt uns die S-Bahn? Der entscheidende Vorteil ist der barrierefreie Umbau unseres Bahnhofs. In Stuttgart bekommen die B√ľrger nach Protesten Stuttgart21 plus, wir kriegen S-Bahn21 minus. Glauben Sie, Herr Boguslawski wirklich, dass es bei diesen Kosten bleibt? Ich nicht.“

Widerstand zwecklos?

Dann schaltet sich der erste B√ľrgermeister Dr. Torsten Fetzner ein: „Was so √§rgerlich ist, ist dass nach der Vorstudie 2006 auch 2008 ebenso nachkalkuliert wurde und wir auf mehrere Nachfragen immer best√§tigt bekommen haben, dass die vier Bahnsteige drin sind und die Kosten bleiben. Die Presse schreibt das immer wieder falsch auf. Dagegen wehre ich mich. Die Kosten sind nicht durch die Bahnsteige gestiegen, sondern durch die mangelhafte Vorplanung.“

Und dann sagt B√ľrgermeister Fetzner das, was fast alle umtreibt: „Ich bin √ľberzeugt, dass bei einer Ablehnung das Projekt scheitert. Da bringt uns der Mut zum Widerstand nichts, wenn man die Folgen bedenkt.“

W√ľrde die Bahn tats√§chlich auf den Ausbau an der Bergstra√üe verzichten? Auf diese Gefahr hatte der Verkehrsverbund Rhein-Neckar im Vorfeld der Sitzung hingewiesen und nochmal direkt in der Sitzung durch den Gesch√§ftsf√ľhrer Werner Schreiner: Bei einem Weinheimer R√ľckzug aus der teurer gewordenen Investitionen stehe auch die gesamte Bergstra√üen-Strecke auf dem Spiel.

Man d√ľrfe die Einf√ľhrung der wohl wichtigsten Infrastruktur-Ma√ünahme der n√§chsten zehn Jahre nicht gef√§hrden. Es gehe schlie√ülich um die Zukunft des Standorts Weinheim und die Infrastruktur der Metropolregion Rhein-Neckar, betonten einige Stadtr√§te.

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Learning Factory

Die 2006 auf 3,5 Millionen Euro gesch√§tzten Kosten waren bei einer jetzt vorgelegten Vorplanung f√ľr die Bergstra√üenstrecke auf rund sieben Millionen Euro gestiegen. F√ľr Weinheim bedeutet dies eine Erh√∂hung des Anteils von zun√§chst 740 000 Euro auf aktuell rund 1,24 Millionen Euro. Trotz Einsparungen, die vom Weinheimer Stadtplanungsamt selbst f√ľr die Bahn erarbeitet worden sind.

Ob diese „Einspar-Rechnungen“ allerdings durchkommen, ist noch nicht sicher. Das bedarf von einer „√úberpr√ľfung“.

Der Gemeinderatsbeschluss enth√§lt auf Vorschlag der Verwaltung daher die Klausel, dass jede weitere Zustimmung zur Planung davon abh√§ngig gemacht wird, dass die Projektbeteiligten alles daf√ľr tun, s√§mtliche m√∂glichen Kosteneinsparungen im maximalen Umfang zu realisieren.

Tatsächlich kann man davon ausgehen, dass der Gemeinderat auch weiteren Kostensteigerungen zustimmen wird. Was soll das Gremium denn tun, außer sich der Erpressung zu ergeben?


Anmerkung der Redaktion:
Wir berichten „live“ aus dem Gemeinderat – sprich, wir protokollieren auf unserer Facebook-Seite die Beratungen mit.

„Drei Glocken“ mit st√§dtebaulichem Vertrag


Guten Tag!

Weinheim, 15. Dezember 2010. (pm) Das k√ľnftige Einkaufs- und Freizeitcenter ‚ÄěDrei Glocken‚Äú in der N√§he des Weinheimer Bahnhofs nimmt konkrete Formen an. Der Weinheimer Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten einen St√§dtebaulichen Vertrag mit der Century Beteiligungsgesellschaft geschlossen, die vom Investor Michael Rihm vertreten wird.

Information der Stadt Weinheim:

„In dem Vertrag werden so genannte Ordnungsma√ünahmen festgelegt, also die Abrissarbeiten an den Geb√§uden der fr√ľheren Nudelfabrik. Nach Angaben des Investors betragen die Kosten f√ľr den Abriss rund 1,6 Millionen Euro.

In dem Städtebaulichen Vertrag verpflichtet sich der Investor, die städtebaulichen Ziele einzuhalten. Im Gegenzug sichert die Stadt Fördermittel aus einem Sanierungsprogramm von zunächst 450 000 Euro zu.

Hier soll "Drei Glocken" entstehen. Bild: Stadt Weinheim

Die fr√ľhere Nudelfabrik ‚ÄěDrei Glocken‚Äú wird in ein modernes Einkaufs- und Freizeitzentrum umgebaut. Der Weinheimer Gemeinderat hatte den Satzungsbeschluss eines entsprechenden Bebauungsplanes bereits im September gefasst und au√üerdem ihr Einzelhandelskonzept angepasst.

„Ende Abstimmung“.

In diesem Konzept ist das Drei-Glocken-Areal des Weinheimer Unternehmers Michael Rihm jetzt Рin Bahnhofsnähe neben der City Рals weiteres Hauptzentrum ausgewiesen. Damit stand dem Bebauungsplan nichts mehr im Wege. Dieses Vorgehen hat die Stadt eng mit den Regionalplanern im Regierungspräsidium und der Metropolregion Rhein-Neckar abgestimmt.

In dem Bebauungsplan ist eine Verkaufsfl√§che von 13 000 Quadratmeter festgelegt, zentrenrelevantes Sortiment ist auf 9000 Quadratmeter begrenzt. Ausreichend Fl√§che, n√§mlich 2250 Quadratmeter, sind f√ľr einen Elektromarkt vorgesehen. Der Investor plant auch die Nutzung von Parkh√§usern, B√ľrogeb√§uden, Gastronomie, Anlagen f√ľr kulturelle und sportliche Zwecke und Wohnungen.

Nach eigenen Angaben des Investors soll die Entwicklungsma√ünahme an der ehemaligen Nudelfabrik schon bald beginnen.“

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das weinheimblog