Freitag, 22. September 2017

FAS-Redakteurinnen haben es schwer - Versuch einer beschwichtigenden Verstehung

Der nekrophile Nihilismus der Antonia B.

 

Kreis Bergstraße/Rhein-Neckar, 03. Januar 2014. (red) Überhaupt keinen guten Start ins neue Jahr erleben die sĂŒdhessischen Orte Birkenau und Rimbach sowie der komplette Odenwald. Laut der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist der Odenwald die Hölle auf Erden und Orte wie Birkenau, Mörlenbach und Rimbach sind die „scheußlichsten Orte der Welt“. Wer hier lebt, wird angeblich „im Kopf kaputt gemacht“. Einfach so. Weil man hier lebt. Die unausweichliche Folge laut der FAS-Redakteurin Antonia Baum: Drogen und Rauchen ab dem Alter von elf Jahren, Ladendiebstahl und eine die Persönlichkeit deformierende Depression. [Weiterlesen…]

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Franziska Brantner ĂŒber ihren Umzug von BrĂŒssel nach Berlin

Neuanfang in der Hauptstadt

Franziska Brantner wurde am 22. September ĂŒber die Landesliste in den Bundestag gewĂ€hlt. KĂŒnftig will sie hĂ€ufiger im Wahlkreis prĂ€sent sein. Foto: Paul Blau

Franziska Brantner wurde am 22. September ĂŒber die Landesliste in den Bundestag gewĂ€hlt. KĂŒnftig will sie hĂ€ufiger im Wahlkreis prĂ€sent sein. Foto: Paul Blau

 

Berlin/Heidelberg/Rhein-Neckar, 05. November 2013. (red/ld) Am Wahlabend hatte Franziska Brantner (GrĂŒne) noch gezittert. Dann hatte es doch noch fĂŒr einen Listenplatz im Bundestag gereicht. FĂŒr die frĂŒhere Europaabgeordnete bedeutete das einen neuen Job und einen neuen Anfang in Berlin. Wie sie sich dort zurechtfindet, erzĂ€hlte sie uns im Interview. [Weiterlesen…]

Prof. Dr. Lothar Friedrich Krappmann spricht am Montag

Bildungsvortrag fĂŒr Erzieherinnen und Eltern

Weinheim, 16. Oktober 2013. (red/pm) Der deutsche PĂ€dagoge und Soziologe Prof. Dr. Lothar Friedrich Krappmann hĂ€lt am Montag, 21. Oktober, im Rahmen des diesjĂ€hrigen Fachtags einen Vortrag fĂŒr Erzieherinnen und Erzieher. [Weiterlesen…]

Erster Firefighter-Stairrun

Unter Atemschutz hoch hinaus

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Mit 16 kg AusrĂŒstung mussten die Feuerwehrleute 13 Stockwerke nach oben rennen. Foto: Steffen Kudras

 

Weinheim, 08. Juli 2013. (red/fw) Jeder kennt die legendĂ€ren TurmlĂ€ufe fĂŒr Feuerwehrleute aus New-York, Hamburg oder Berlin. Der erste Firefighter-Stairrun („Treppenlauf“) in der Region fand Ende Juni bei der Feuerwehr Wilhelmsfeld statt. Der 41 m hohe Teltschikturm lockte zahlreiche Vertreter der Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis nach Wilhelmsfeld. Es galt, so schnell wie möglich den ĂŒber die Baumwipfel ragenden Teltschikturm zu erklimmen – mit voller persönlichen SchutzausrĂŒstung, versteht sich. [Weiterlesen…]

Veranstalter und Organisatoren ziehen positive Bilanz

Turnfest bewegte die Metropolregion

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9.000 Aktive feierten beim großen Festzug den Beginn des Turnfestes in der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Auftakt fĂŒr sieben Tage „Leben in Bewegung“.

 

Rhein-Neckar, 28. Mai 2013. (red/aw) Erstmals in der Turnfest-Geschichte hat mit der Metropolregion Rhein-Neckar eine ganze Region die Rolle des Gastgebers ĂŒbernommen. Das Konzept ist aufgegangen: Das Turnfest hat getreu dem Motto „Leben in Bewegung“ und Dank einer guten Zusammenarbeit mit allen 22 beteiligten StĂ€dten und Gemeinden die Region sieben Tage lang in Bewegung gebracht. [Weiterlesen…]

GUB beim Bundeskongress des Bundesfamilienministeriums

„Anschwung fĂŒr frĂŒhe Chancen“

Weinheim, 07. MĂ€rz 2013. (red/pm) Die Weinheimer Gesellschaft fĂŒr Umweltbildung Baden-WĂŒrttemberg e.V. war beim Bundeskongress des Bundesfamilienministeriums in Berlin vertreten, um die Bedingungen zu schaffen, die ein Kind braucht, um seine Potenziale so frĂŒh wie möglich entfalten zu können.

Information der Gesellschaft fĂŒr Umweltbildung Baden-WĂŒrttemberg e.V.:

„Jedes Kind steckt voller Interessen und FĂ€higkeiten. Doch welche Bedingungen braucht es, um diese Potenziale zu entfalten? [Weiterlesen…]

Laut Landtagsabgeordnetem Uli Sckerl bedroht die EU die kommunale Wasserverorgung

Trinkwasser bald nur noch fĂŒr Reiche?

Schriesheim/Rhein-Neckar, 05. MĂ€rz 2013. (red/zef) Schwerpunktthema der GrĂŒnen Kreisversammlung am 28. Februar war etwas, das jeden betrifft: Die Wasserversorgung. Am 28. Juli 2010 erklĂ€rten die Vereinen Nationen den Zugang zu sauberem Wasser zu einem Menschenrecht. Das Problem ist jedoch: Dies ist gesetzlich nicht bindend. Laut Uli Sckerl, dem Vorsitzenden der GrĂŒnen Rhein-Neckar, möchte nun die EuropĂ€ische Kommission, die Regierung der EU, dieses Recht unterlaufen. Bereits 1,2 Millionen BĂŒrgerInnen der EU haben sich in einer EuropĂ€ischen BĂŒrgerinitiative (EBI) dagegen ausgesprochen. [Weiterlesen…]

Breite Front gegen den BahnlÀrm

Klare Botschaft nach Berlin

Weinheim/Berlin, 28. Februar 2013. (red/pm) Die Botschaft, die an Berlin geht, ist deutlich. Eine breite Front ist gegen den BahnlÀrm. Deswegen erhÀlt der Bundesverkehrsminister Ramsauer nun einen offenen Brief aus Weinheim.

Information der Stadt Weinheim:

„Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer weiß jetzt genau, wo Weinheim liegt – und dass es dort ein massives LĂ€rmproblem durch Bahnverkehr, insbesondere durch GĂŒterzĂŒge gibt. Dem CSU-Politiker liegt seit Kurzem ein Schreiben vor, das ihn mit beachtlicher gesellschaftlicher Bandbreite beeindrucken dĂŒrfte. In dem Offenen Brief fordert die Weinheimer BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ sofortige und nachhaltige Maßnahmen gegen die LĂ€rmbelastung. [Weiterlesen…]

43.456 Einwohner am Jahreswechsel

Weinheim wÀchst weiter 2013

Weinheim, 18. Januar 2013. (red/pm) Der Trend hĂ€lt jetzt schon ein paar Jahre an: Weinheim wĂ€chst wieder stetig. Die Zahl der Bevölkerung in der grĂ¶ĂŸten Stadt des Rhein-Neckar-Kreises steigt, nachdem sie bis etwa zur Jahrtausendwende eine Weile rĂŒcklĂ€ufig war. Zum Jahreswechsel wies das Statistische Landesamt fĂŒr Weinheim exakt 43 456 Einwohner auf – 21 110 MĂ€nner und 22 346 Frauen. Das sind etwa 120 mehr als zum 31.12. 2011, also vor einem Jahr. Und das, obwohl beim Standesamt in 2012 immerhin 549 SterbefĂ€lle registriert worden sind (gegenĂŒber 484 im Vorjahr). Hingegen wurden beim BĂŒrger- und Ordnungsamt im selben Zeitraum 365 neugeborene Kinder angemeldet.

Von Roland Kern

„Erfreulich hoch (575) ist die Zahl der Geburten am Weinheimer Krankenhaus; allerdings wirkt sich das nicht direkt auf die Bevölkerungsstatistik aus, denn diese Kinder stammen ja auch aus Familien der Nachbarkommunen – so wie Weinheimer Kinder zum Beispiel auch in Mannheim, Heidelberg oder Heppenheim zur Welt kommen. Insgesamt entspricht der Bevölkerungszuwachs dem seit Jahren anhaltenden positiven Saldo der Einwohnerschaft.

Im Monatsdurchschnitt melden sich im BĂŒrgerbĂŒro deutlich mehr Personen als neue BĂŒrger an als ab. Marie und Felix waren die beliebtesten Kindernamen. Bei den MĂ€dchen folgen Sophie und Emilia, bei den Jungen Ben und Luca.
Es ist keine Frage: Weinheims Beliebtheit als Wohnort wĂ€chst weiter. Das Bevölkerungswachstum findet vor allem in der Kernstadt statt. Dort wohnen im Moment 268 Personen mehr als vor einem Jahr, insgesamt 30 169. Den grĂ¶ĂŸten Zuwachs verzeichnet die Weststadt (+95) vor der Nordstadt (+79), der Innenstadt (+66), dem „MĂŒll“ (+21) und der SĂŒdstadt (+7). Die Weststadt bleibt mit jetzt 16 252 Bewohnern mit Abstand der grĂ¶ĂŸte Stadtteil.

Unter den Ortsteilen hat LĂŒtzelsachsen im letzten Jahr recht deutlich an Einwohnern verloren, nĂ€mlich 70 in einem Jahr. Nach einem stĂ€ndigen Zuwachs in den letzten Jahren durch das Neubaugebiet „West“ pendelt sich die Zahl bei jetzt rund 4500 ein. Allerdings, Abhilfe naht: Schon ab diesem Jahr wird die Bebauung im Neubaugebiet „LĂŒtzelsachsen Ebene“ beginnen. Rund 1300 NeubĂŒrger sollen es in ein paar Jahren dort sein – das Gebiet zielt auf Familien mit Kindern ab.

80 Personen weniger wohnen aktuell auch in Rippenweier, aber das ist mehr eine statistische Besonderheit: Das frĂŒhere Ferienheim der Evangelischen Kirche am Waldrand ist mittlerweile im Besitz eines Unternehmens, das Wohnraum fĂŒr Personen anbietet, die kurzfristig in der Region einen Arbeitsplatz gefunden haben und eine vorĂŒbergehende Wohnung suchen. Die meisten davon melden sich mit einem festen Wohnsitz an, wenn ihr Aufenthalt lĂ€nger als ein halbes Jahr dauert. Deshalb war die Zahl der in Rippenweier gemeldeten Personen in 2011 kurzzeitig deutlich angestiegen. Jetzt ist sie mit rund 1030 wieder auf Normalmaß. Sulzbach hat leicht an Einwohnern verloren (-21), Hohensachsen, Ritschweier und Oberflockenbach haben leicht zugelegt.

Hochburg des Heiratens

Weinheim bleibt im Land die Hochburg des Heiratens. Wieder haben sich 430 Paare getraut, das liegt im Schnitt der letzten Jahre. Interessant ist dabei wieder der „touristische Aspekt“, denn mehr als die HĂ€lfte der Eheschließungen wurden wieder von außerhalb angemeldet, am meisten von Mannheimern (38). 18 Viernheimer Paare gaben sich in Weinheim das Ja-Wort, elf Birkenauer, zehn Hirschberger und zehn Heidelberger. Aus Frankfurt reisten sieben Paare zum Heiraten unter die Burgen, aber jeweils eins auch aus Berlin, Hamburg und Köln. Auch aus Lima in Peru und Shanghai in China kam ein Paar nach Weinheim.

Der Trend zum spÀtentschlossenen Ja-Wort hielt auch 2012 an. Das Durchschnittsalter der MÀnner lag bei 37,5 Jahren, der Frauen bei 34,1 Jahren. Der Àlteste BrÀutigam war 85 Jahre alt, die Àlteste Braut 75. Erstmals durften 2012 im Weinheimer Rathaus auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften vollzogen werden. Zwei mÀnnliche und zwei weibliche Paare machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Die Statistik finden Sie hier.

Anm. d. Red.: Roland Kern ist Pressesprecher der Stadt Weinheim.

Strategie-Abstimmung mit der Stadt

Mit RĂŒckenwind gegen den BahnlĂ€rm

Die BĂŒrgerinitiative legt fast 500 Unterschriften zur BekrĂ€ftigung des LĂ€rmaktionsplanes vor. Foto: Stadt Weinheim.

 

Weinheim, 12. November 2012. (red/pm) Die BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ gibt keine Ruhe. Das wird auch nicht von ihr erwartet. Ganz im Gegenteil. Die Menschen in Weinheim sind offensichtlich dankbar fĂŒr diese Vertretung der BĂŒrgerschaft, und die Verwaltungsspitze im Rathaus freut sich ĂŒber den RĂŒckenwind; denn die Forderungen nach LĂ€rmschutz bei den ĂŒbergeordneten Behörden und bei der Deutschen Bahn erfordern Nachdruck. „Deshalb sind wir sehr froh ĂŒber deutliche MeinungsĂ€ußerungen aus der Bevölkerung“, erklĂ€rte jetzt BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner bei einem Treffen mit den Vertretern der BĂŒrgerinitiative.

Information der Stadt Weinheim:

„Deren Sprecher Dr. Hans Irion, Joachim Körber und Peter Thunsdorff ĂŒberbrachten dem Dezernenten an die 500 Unterschriften und Kommentare von BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern, die sich jetzt fĂŒr eine Verbesserung der LĂ€rmsituation in Weinheim ausgesprochen haben. Viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben nicht nur eine Unterschrift geleistet, sondern konkrete Anregungen gemacht, wie ein besserer LĂ€rmschutz erreicht werden könnte. Dass es in Weinheim in der NĂ€he der Bahnlinie zu laut ist – darin ist sich die BĂŒrgerinitiative mit der Stadtverwaltung einig. Das Amt fĂŒr Stadtentwicklung erarbeitet im Moment einen LĂ€rmaktionsplan. Kastor Höhn, der Stellvertretende Leiter des Fachamtes, erlĂ€uterte,
dass die Eingaben der BĂŒrger zur richtigen Zeit kommen; so können sie wĂ€hrend der Phase der Offenlage gleich in den LĂ€rmaktionsplan einfließen. Gemeinsames Ziel: Mehr LĂ€rmschutz entlang der Bahnhlinie auf der kompletten Weinheimer Gemarkung.

BĂŒrgermeister Dr. Fetzner bot regelmĂ€ĂŸige Treffen mit der Vertretern der BĂŒrgerinitiative an, um jeweils die weitere Strategie abzustimmen. Schließlich ziehe man an einem Strang – und dies sollte man auch in Berlin (im Bundesverkehrsministerium) und in Bonn (beim Eisenbahnbundesamt) spĂŒren. Irion, Körber und Thunsdorff erklĂ€rten, dass sie auf allen politischen Ebenen einen höheren Grad der Sensibilisierung wecken wollen. In der nĂ€chsten Zeit wollen sie die Fraktionen des Gemeinderates besuchen. Ihr Anliegen: Das Gremium soll die Mittel bewilligen, mit denen die Stadt auf eigene Kosten ein unabhĂ€ngiges LĂ€rmschutzgutachten erstellen lĂ€sst. Den Gutachten der Bahn, die außerdem schon einige Jahre alt sind, wolle man nicht vertrauen. Die LĂ€rmbelastung habe sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Ein eigenes Gutachten werde, so die BI, die Argumentationsbasis der Stadt und ihrer BĂŒrger verbessern. Desweiteren werde man Kontakt mit den Bundestagsabgeordneten und dem RegierungsprĂ€sidium aufnehmen. Auch der Bundestag beschĂ€ftige sich im Moment mit dem Thema BahnlĂ€rm, berichtete Joachim Körber und bestĂ€tigte: „Da ist was im Gange.“ Auch er bekrĂ€ftigte den Willen, konstruktiv mit der Stadtverwaltung zusammenzuarbeiten. „Wenn die Stadt Weinheim gewinnt, bekommen die BĂŒrger den LĂ€rmschutz, den sie verdient haben.“

Verteidigungsminister zu Guttenberg ist zurĂŒckgetreten


Guten Tag!

Rhein-Neckar/Berlin, 01. MĂ€rz 2011. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurĂŒckgetreten. Um 11:16 Uhr verkĂŒndete der wegen PlagiatsvorwĂŒrfen in Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit in die Kritik geratene CSU-Politiker seinen RĂŒckzug von allen politischen Ämtern. Kanzlerin Merkel war im Vorfeld von ihm informiert worden. FĂŒr die Landtagswahlen in Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz kommen AffĂ€re und RĂŒcktritt zur „Unzeit“.

Von Hardy Prothmann

Karl-Theodor zu Guttenberg ist am 01. MĂ€rz 2011 von seinem Amt als Verteidigungsminister zurĂŒckgetreten. Bild: wikipedia/Peter Weis

„Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens“, sagte Guttenberg bei seiner Stellungnahme zu seinem RĂŒcktritt, die per Telefon im Sender n-tv ĂŒbertragen wurde. FĂŒr eine LiveĂŒbertragung per Kamera war die AnkĂŒndigung offenbar zu plötzlich gekommen. „Ich gehe ihn nicht nur wegen der Diskussion ĂŒber meine Doktorarbeit, sondern auch wegen der Frage, ob ich die AnsprĂŒche , die ich selbst an mich stelle, noch erfĂŒllen kann“, berichtet Spiegel Online.

Offensichtlich ist der Druck auf den „Shooting-Star“ der konservativen Parteien zu groß gewesen. Die VorwĂŒrfe wiegen schwer: zu Guttenberg habe nur ein mĂ€ĂŸiges 1. Juristisches Staatsexamen abgelegt, sei dann mit „Sondergenehmigung“ zur Promotion zugelassen worden und habe dann zum einen den Parlamentarischen Dienst unzulĂ€ssiger Weise mit Recherchen beschĂ€ftigt sowie in hunderten von FĂ€llen Zitate von Quellen in seiner Doktorarbeit nicht kenntlich gemacht.

ZunĂ€chst wurde er von einer Welle der Sympathie bezĂŒglich seiner Person gestĂŒtzt. Besonders die Bild-Zeitung gab dem Minister mediale RĂŒckendeckung. Auch aus der Partei wurden zunĂ€chst alle VorwĂŒrfe als „lĂ€cherlich“ zurĂŒckgewiesen. Auch der Doktorvater, der „renommierte“ Jurist Peter HĂ€berle bezeichnete die PlagiatsvorwĂŒrfe zunĂ€chst als „absurd“, sprach dann aber von „schwerwiegenden MĂ€ngeln“.

Mehrere zehntausend Wissenschaftler hatten sich in einem offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt und sprachen von „Verhöhnung“ aller wissenschaftlicher Mitarbeiter, wenn die Behauptung aufrecht erhalten wĂŒrde, zu Guttenberg habe nicht „bewusst getĂ€uscht“.

ZunĂ€chst hatten rund 80 Professoren der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t hatten sich am 24. Februar 2011 an den Bayerischen Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) gewandt und hatten ein „klares Bekenntnis zu wissenschaftlichen Standards“ verlangt, was dieser auch unumwunden bestĂ€tigt hat.

Mehrere Initiativen und massive Kritik letztlich auch aus den Reihen der CDU und CSU haben letztlich den Druck auf Karl-Theodor zu Guttenberg am Ende so erhöht, dass er heute seinen RĂŒcktritt verkĂŒnden musste: „Ich habe die Grenzen meiner KrĂ€fte erreicht“, sagte zu Guttenberg vor der „Hauptstadtpresse“.

FĂŒr die LandtagswahlkĂ€mpfe in Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz dĂŒrfte der RĂŒcktritt deutliche Folgen fĂŒr die CDU und FDP haben. Beide Parteien haben sich kritiklos an zu Guttenberg positioniert und den Plagiator mit deutlichen Bekenntnissen gestĂŒtzt.

„Er hat einen Fehler gemacht, er hat sich entschuldigt und steht dazu“, sagte MinisterprĂ€sident Stefan Mappus (CDU) noch am Montag in Stuttgart. Das spreche fĂŒr eine gewisse GrĂ¶ĂŸe.

„Auch in stĂŒrmischen Zeiten stehen wir ganz eng zusammen“, sagte CDU-GeneralsekretĂ€r Thomas Strobl laut Medienberichten. Er freue sich auf die acht Auftritte des Verteidigungsministers im baden-wĂŒrttembergischen Wahlkampf. zu Guttenberg sei eine „herausragende Persönlichkeit“.

Politische Strategen rechnen mit Verlusten von bis zu sechs Prozent durch den RĂŒcktritt des Ministers. Besonders in Baden-WĂŒrttemberg gilt der Wahlausgang als „eng“ – in Umfragen lag eine Koalition von BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen und SPD zeitweise knapp ĂŒber der Regierungskoalition aus CDU und FDP. Diese „Prognose“ könnte sich nun deutlicher in Richtung GrĂŒn/Rot verschieben.