Dienstag, 17. Juli 2018

Umzug kostet etwas mehr als eine halbe Millionen Euro

STM in den RĂ€umen der Gewerkschaft

Weinheim, 26. November 2014. (red/ms) Das Stadt- und Tourismusmarketing (STM) wird ins Alte Rathaus am Marktplatz umziehen. Das bedeutet Kosten in Höhe von etwa 515.000 Euro in den nĂ€chsten zwei Jahren und dass die Gewerkschaft IG BCE dort ausziehen muss. Lohnt sich das?  [Weiterlesen…]

Kabarettauftritt im Weinheimer Schlosspark

Auch Chako heizt die PfÀnnle an

Weinheim, 19. August 2014. (red/pm) Der ist bekennender „PfĂ€lzer“ und Kabarettist Christian „Chako“ Habekost kommt am 07. September nach Weinheim zum Open-Air-Kochfestival „SWR-PfĂ€nnle“. „Chako“ serviert den „PfĂ€nnle“-Besuchern im Schlosspark einen halbstĂŒndigen Auftritt – und das bei freiem Eintritt. [Weiterlesen…]

Die Naturin Viscofan GmbH prĂ€sentiert sich gut aufgestellt fĂŒr die Zukunft

Naturin sagt „Ja“ zum Standort Weinheim

Der OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (3.v.l.) und der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner (4.v.l.) in den Arbeitshallen der Firma Weidler auf dem GelĂ€nde der Naturin Viscofan GmbH in Weinheim.

 

Weinheim, 29. November 2012. (red/aw) Es liegen ereignisreiche Jahre hinter der Naturin Viscofan GmbH: Strukturwandel, Produktionsverlagerung, EinfĂŒhrung neuer Technologien. Die Unternehmsleitung bestĂ€tigt den Standort Weinheim und investiert in die Zukunft der Kunstdarm-Produktion. Besonders im Bereich der Collagen-WursthĂŒllen ist die Naturin Viscofan GmbH am Weltmarkt erfolgreich.

Von Alexandra Weichbrodt

Im nĂ€chsten Jahr feiert die Naturin ihr 80-jĂ€hriges Bestehen am Standort Weinheim. Seit 30 Jahren ist sie fester Bestandteil der weltweit agierenden Viscofan-Gruppe. In Rahmen einer FirmenfĂŒhrung mit Presse und Stadtverwaltung bekannte sich das Unternehmen nun klar zum Standort Weinheim in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Weinheimer Traditionsunternehmen legt Wert auf zeitgemĂ€ĂŸe Produktionstechnik, um im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfĂ€hig zu bleiben.

Eine Mission und viele Visionen

Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Naturin Viscofan GmbH Bertram Trauth fĂŒhrte aus, worauf es dem Unternehmen jetzt und auch in Zukunft ankommt:

Unser Ziel ist es besser, schneller und flexibler als alle anderen zu sein.

Die Aufgabe bestehe darin, das Optimum fĂŒr den Kunden zu erreichen. Möglich wĂ€re dies nur durch die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen fĂŒr einen weltweiten Markt.

Die Basis dafĂŒr sei banal: Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter sowie eine klare und einfache Mitarbeiter-FĂŒhrung seien die Voraussetzung.

Wir arbeiten qualifiziert und leistungsorientiert. Wir sind kein MĂ€dchenpensionat.

GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bertram Trauth: „Wir sind kein MĂ€dchenpensionat.“

Ausserdem liege es im Interesse des Unternehmens Entwicklung, Produktion und Vertrieb möglichst wirtschaftlich miteinander zu vereinen. Besonders im Bereich der Collagen-Produkte wolle man in Zukunft als Kompetenzzentrum agieren.

„Strukturwandel erfolgreich geschafft“

Der Markt im Produktions-Segment der „essbaren HĂŒllen“ wĂ€chst. Die Grundlage fĂŒr das Wachstum eines Unternehmens, wie der Naturin Viscofan GmbH, sei die beste QualitĂ€t, so der Technische Leiter Wilfried Schobel.

Die Entscheidung ĂŒber die EinfĂŒhrung neuester Produktionstechnologien zur Herstellung von Collagen-Produkten fiel im Jahr 2007. Eineinhalb “heiße Jahre” spĂ€ter habe man die reibungslose FunktionalitĂ€t der neuen Anlage erreicht:

Seit 2009 verwenden wir im Bereich der essbaren HĂŒllen die modernste Technik weltweit.

Die Super Fast Edible-Technologie (SFE) wird im nÀchsten Jahr sogar um ein weiteres Modul ergÀnzt. SFE Plus ist ein neu entwickeltes Trocknungssystem, mit dem die Energie noch effizienter genutzt werden kann, indem beispielsweise Luft mehrfach verwendet wird.

Die Naturin Viscofan GmbH sieht sich fĂŒr die Zukunft daher gut aufgestellt:

Wir haben viel technologisches Potenzial unter unseren Mitarbeitern und außerdem starke Partner in der Region.

Zu den Partnern in der Region gehört auch die Firma Weidler aus Weinheim, die in den FirmengebÀuden der Naturin einen eigenen logistischen Teil in der Produktions- und Vertriebskette betreibt.

Energiekosten sind ein immer stÀrker werdender Faktor

In Zukunft wird die Naturin Viscofan GmbH vor allem im Bereich Energiegewinnung weitere Maßnahmen ergreifen, um die steigenden Ausgaben fĂŒr die benötigten Energien aufzufangen.

Man sei in Baden-WĂŒrttemberg wahrscheinlich der grĂ¶ĂŸte private Stromverbraucher ohne eigenes Kraftwerk, so Schobel. Noch sei man zum Teil EEG befreit. Auch, wenn die Grenze des Verbrauchs von 14 Prozent „schwer zu erreichen“ sei.

Bisher waren die Ausgaben der Naturin Viscofan GmbH „relativ stabil“. Allerdings sei mit Wegfall der EEG-Umlage ein deutlicher Anstieg zu erwarten. 2012 werden es noch etwa 11 Millionen Euro Energiekosten sein. Im Jahr 2013 rechnet man bereits mit Ausgaben in Höhe von 13,6 Millionen Euro.

Das Thema zwingt uns dazu, uns mit Kraft-WĂ€rme-Kopplungsanlagen auseinander zu setzen,

Hier wolle man investieren, versichert auch GeschĂ€ftsfĂŒhrer Trauth. Innerhalb der nĂ€chsten zwei Jahre soll das Projekt „Kraft-WĂ€rme-Kopplung“(KWK) in Angriff genommen werden. Wann genau eine Fertigstellung zu erwarten ist, weiß man derzeit aber noch nicht. Die Viscofan-Gruppe unterstĂŒtzt die Installation von KWK-Anlagen. In Spanien und Mexiko sind die Unternehmen zum Teil bereits damit ausgestattet.

Zahlreiche Vertreter der Stadt waren zum Informationsvortrag der GeschÀftsleitung erschienen.

Soziale Verantwortung

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard schĂ€tzt an der Naturin Viscofan GmbH besonders die „absolut hohe Identifikation des Unternehmens mit dem Standort Weinheim“:

Die Naturin ist fĂŒr uns ein Ansprechpartner ohne Schwelle.

Doch neben gemeinschaftlichem Engagement fĂŒr Kulturverantstaltungen, Schulen oder Vereinen legt das Unternehmen nach eigenen Angaben besonderen Wert auf eine „vorrausschauende Personalpolitik“.

Der Leiter der Abteilung „Personal und Soziales“ Uwe Seehaus erlĂ€uterte, dass mit ein bisschen FlexibiliĂ€t fast jeder Auszubildene ĂŒbernommen werden könne. Vielleicht nicht in seinem ursprĂŒnglich erlernten TĂ€tigkeitsfeld, aber mit einer sicheren BeschĂ€ftigung im Unternehmen.

Der OberbĂŒrgermeister lobt diese Einstellung:

Diese Art von Vorratspolitik ist aufgrund des demografischen Wandels wichtig und wird von der Naturin beeindruckend umgesetzt.

Mit einem Weiterbildungsbudget von 435.000 Euro im Jahr, werden Fachseminare, Talentprogramme, Workshops und Trainings der Mitarbeiter finanziert.

Die UnterstĂŒtzung berufsbegleitender Qualifikationen ist fĂŒr uns sehr wichtig,

betonte Seehaus. Daneben biete die Naturin Viscofan GmbH ihren 500 Arbeitnehmern in vielen Bereichen Leistungen, die „ĂŒber den tariflichen Bestimmungen“ lĂ€gen. Dazu gehöre die Bereitstellung von Arbeitskleidung und SchutzausrĂŒstung ebenso, wie die flexiblen Möglichkeiten einer Freistellung fĂŒr Mitarbeiter. Beispielsweise, wenn persönliche UmstĂ€nde eine „hĂ€uslichen Pflege“ erfordern.

Rekord-Umsatz im Jahr 2011

Mit der finanziellen Entwicklung des Unternehmens ist die GeschĂ€ftsleitung Ă€ußerst zufrieden. Die ErtrĂ€ge der Naturin Viscofan GmbH „entwickeln sich fantastisch“. Im Jahr 2011 hat das Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 140 Millionen Euro ein Rekord-Ergebnis erzielt.

Zuvor hatte man sich 2010 im Zuge des Wandels von allen Risiken, wie beispielsweise FremdwÀhrungen, befreit.

Das hat Geld gekostet,

erklĂ€rte Bernhard Kissel, der Leiter des Finanzwesens der Naturin Viscofan GmbH. Daher habe die Umsatzkurve in der Übersicht im Jahr 2010 einen deutlichen Knick. Etwa 127 Millionen Jahresumsatz konnten damals verbucht werden. Im Folgejahr dann aber bereits das Rekord-Ergebnis und auch fĂŒr die GeschĂ€ftsjahre 2013 und 2014 ist man optimistisch. Die Unternehmensleitung geht von einer weiteren Steigerung des Umsatzes auf 144 Millionen Euro im nĂ€chsten Jahr aus. FĂŒr 2014 rechnet man mit 147 Millionen Euro Gesamtumsatz.

Betrachte man den Markt der „essbaren WursthĂŒllen“, sei diese positive Entwicklung weiter fortzufĂŒhren bzw. noch auszubauen. Vertriebsleiter Alfred Bruinekool bestĂ€tigt, dass die Viscofan-Gruppe mit 32 Prozent Marktanteil im Collagen-Segment „deutlich fĂŒhrend“ ist.

Der WursthĂŒllenmarkt bestehe zur einen HĂ€lfte aus Natur- und zur anderen HĂ€lfte aus Kunstdarm-Produkten. Im Kunstdarm-Bereich sei Collagen mittlerweile ein viel verwendeter Bestandteil. Die Produktionsleistung des Weinheimer Unternehmens mit Hilfe der SFE-Technologie sei „weltweit spitze“.

Die Investionen der letzten Jahr haben sich also durchaus gelohnt,

versichert GeschĂ€ftsfĂŒhrer Bertram Trauth. Allein im Jahr 2011 investierte die Naturin Viscofan GmbH rund 15 Millionen Euro in die technische Verbesserung der Produktion. Damit habe man die:

richtige Produktion mit der weltweit modernsten Technik.

Im Zusammenspiel mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern könne man so die Kunden zufrieden stellen.

Das ermöglicht uns „Ja“ zum Standort Weinheim zu sagen. Sowohl der Standort als auch die ArbeitsplĂ€tze sind sicher.

So ganz ohne Entgegenkommen der Arbeitnehmer konnte dies allerdings nicht gewĂ€hrleistet werden. Daher schloss die Naturin Viscofan GmbH mit ihren BeschĂ€ftigten einen Standortsicherungsvertrag ab. Dieser beeinhaltet die Bereitschaft der Angestellten bis 2016 wöchentlich 39,5 statt 37 Stunden zu arbeiten. Ohne zusĂ€tzliche Bezahlung. Im Gegenzug verpflichtet sich die Naturin keine Entlassungen durchzufĂŒhren.

Ein kompletter Wegzug des Unternehmens, wie von Kritikern – nach der Verlagerung eines Produktionssegments nach Serbien im Jahr 2007 – befĂŒrchtet, ist aufgrund dieser Tatsachen eher unwahrscheinlich.

„Wir sagen „Ja“ zum Standort Weinheim.“ Diese Aussage freut nicht nur die BeschĂ€ftigten der Naturin sondern auch die Stadt.