Sonntag, 22. Oktober 2017

Offizielle Einweihung der neuen Mensa am Weinheimer Werner-Heisenberg-Gymnasium

„Schule ist auch ein StĂŒck Heimat“

Weinheim, 28. Mai 2014. (red/pm) Das Weinheimer Werner-Heisenberg-Gymnasium ist durch die neue Mensa im neuen Erweiterungsbau deutlich aufgewertet worden. „Sie ist richtig schön geworden“, bescheinigte Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard am Freitag bei der offiziellen Einweihungsfeier in Anwesenheit auch von Architekt Martin Weber. [Weiterlesen…]

Höhere EEG-Umlage wirkt sich weniger aus

Stadtwerke senken Netto-Arbeitspreis fĂŒr Strom

Weinheim, 29. Oktober 2013. (red/pm) Die Stadtwerke senken ihren Netto-Arbeitspreis fĂŒr den Strom. Der Weinheimer Versorger gibt niedrigere Einkaufspreise an seine Haushaltskunden weiter – somit wirkt sich die höhere EEG-Umlage geringer aus. [Weiterlesen…]

Belastungen fĂŒr Stromkunden steigen 2014 auf 23,6 Milliarden Euro

Über die HĂ€lfte des Strompreises sind Steuern

Der Strompreis steigt im kommenden Jahr mit der Anhebung der EEG-Umlage. Dabei ist der Strompreis an der Börse deutlich niedriger.

Der Strompreis steigt im kommenden Jahr mit der Anhebung der EEG-Umlage. Dabei ist der Strompreis an der Börse deutlich niedriger.

Rhein-Neckar, 15. Oktober 2013. (red/pm) Aus der heutigen Bekanntgabe der EEG-Umlage 2014 wird deutlich, dass die Belastungen fĂŒr Stromkunden 2014 auf 23,6 Milliarden Euro steigen. Der Anteil von Steuern und Abgaben liegt mittlerweile bei rund 52 Prozent des Haushaltsstrompreises. [Weiterlesen…]

Interview mit Dirk Niebel, Bundesminister fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

„Wer einen Plan B hat, verfolgt Plan A nicht konsequent genug“

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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP): „Die FDP kommt sicher in den nĂ€chsten Bundestag.“ Foto: Photothek.net

 

Heidelberg/Rhein-Neckar, 18. Juni 2013. (red/pro/ld) Der Heidelberger FDP-Bundestagsabgeordnete Dirk Niebel ist Minister fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesregierung und Spitzenkandidat auf der FDP-Landesliste. Die Umfragewerte seiner Partei liegen derzeit zwischen vier und sechs Prozent. Im Interview zeigte sich der Kandidat sicher, dass er auch in der nĂ€chsten Legislaturperiode Minister wird. [Weiterlesen…]

Unterschriftenlisten fĂŒr europaweite BĂŒrgeinitiative Right2Water im Rathaus und auf Homepage

Gemeinderat stellt sich gegen Wasserliberalisierung

Weinheim, 23. April 2013. (red/ld) Der Gemeinderat hat sich geschlossen gegen die Liberalisierung der kommunalen Trinkwasserversorgung ausgesprochen. Wie auch in den umliegenden Gemeinden, befĂŒrchten die StadtrĂ€te, dass sich die TrinkwasserqualitĂ€t verschlechtert, wenn die Versorgung an private Unternehmen ausgeschrieben werden mĂŒsse. Seit Monaten wird auf Internetseiten um Unterschriften geworben, um die Entscheidung der EU zu kippen. Zwar seien die nötigen Unterschriften in Deutschland bereits zu Stande gekommen, sagte Uli Sckerl, jedoch fehlen noch Unterschriften in zwei weiteren EU-LĂ€ndern und in BrĂŒssel warte man auf eine Stellungnahme aus Berlin. Doch die Bundesregierung schweige sich aus. [Weiterlesen…]

Wasser darf kein Spekulationsobjekt werden

Trinkwasser muss Menschenrecht bleiben

Weinheim, 20. Februar 2013. (red/pm) Wird Wasser demnĂ€chst zum Spekulationsobjekt? Laut der EuropĂ€ischen Union (EU) sollen die Kommunen ihren Trinkwasserverbrauch demnĂ€chst europaweit ausschreiben. [Weiterlesen…]

Pflichten fĂŒr GĂŒterhĂ€ndler gesetzlich verschĂ€rft - Strafen bis 100.000 Euro möglich

Vom Immobilienmakler zum „IM Makler“

Der Immobilienverband Deutschland informiert seine Mitglieder derzeit intensiv ĂŒber das GeldwĂ€schegesetz und die damit einhergehenden Pflichten. (Quelle: ivd.net)

 

Rhein-Neckar, 13. Dezember 2012. (red/aw) Die Bundesregierung hat Ende 2011 das GeldwĂ€schebekĂ€mpfungsrecht mit einem “Gesetz zur Optimierung der GeldwĂ€scheprĂ€vention” verschĂ€rft. Davon betroffen sind „GĂŒterhandler“ wie Steuerberater, AnwĂ€lte, TreuhĂ€nder und auch Immobilienmakler. Mit fragwĂŒrdigen Verpflichtungen sollen diese Berufsgruppen die Bundesregierung im Kampf gegen Terrorismusfinanzierung und GeldwĂ€sche unterstĂŒtzen.

Besonders die Immobilienmakler haben mit den Auflagen des GeldwĂ€schegesetzes (GWG) zu kĂ€mpfen. Laut dem GWG sind Makler dazu verpflichtet “angemessene geschĂ€fts- und kundenbezogene Sicherungssysteme und Kontrollen zu entwickeln, diese zu dokumentieren und fortlaufend zu aktualisieren”. Was soviel bedeutet wie: Der Makler soll den potenziellen Kunden bereits im ersten Kontakt „ausspionieren“.

Tut er dies nicht, begeht er eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 100.000 Euro Bußgeld bestraft werden kann. Der Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und SachverstĂ€ndigen e.V. (IVD) kritisiert vor allem den frĂŒhen Zeitpunkt der Identifizierung. Nicht wenige Kunden werden von dem ungewohnten Interesse an persönlichen Informationen beim ersten Kontakt abgeschreckt.

Verweigert der Kunde die Informationen oder kommt dem Makler etwas seltsam am Verhalten des Kunden vor, etwa weil der Befragte ausweichend antwortet, dann ist er verpflichtet eine Verdachtsmeldung bei der zustĂ€ndigen Behörde abzugeben. Es ist davon auszugehen, dass durch dieses Verfahren eine Vielzahl von unbescholtenen Personen auf den schwarzen Listen der Behörden landen, nur weil diese sich wie auch immer „nicht normal“ verhalten haben.

Baden-WĂŒrttemberg ist bei der Durchsetzung dieser Pflicht fĂŒr Immobilienmakler deutschlandweit ganz vorne. Bereits seit Februar 2011 werden Makler-BĂŒros verstĂ€rkt ĂŒberprĂŒft, um zu gewĂ€hrleisten, dass sie ihrer Nachweispflicht nachkommen.

Den vollstÀndigen Bericht von unserer Autorin Alexandra Weichbrodt lesen Sie auf unserem Regionalportal Rheinneckarblog.de.

Kein Interesse: GrĂŒne informieren zum Thema Strompreise

“Als wĂŒrde man in der eigenen Kirche predigen”

Das Interesse der BĂŒrgerschaft zum Thema Strompreiserhöhung war eher gering. Die Informationsveranstaltung endete mit einer Art „Privatseminar“.

 

Weinheim, 07. Dezember 2012. (red/aw) Die Strompreiserhöhungen sind derzeit in aller Munde. Das BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen wollten zu dem Thema die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von Weinheim informieren. Das Interesse der Bevölkerung war gering. Informiert und diskutiert wurde trotzdem, wenn auch in kleiner Runde und hauptsĂ€chlich innerparteilich.

Von Alexandra Weichbrodt

Da hatte man wohl mit dem Termin “Pech”, mutmaßte der baden-wĂŒrttembergische Landtagsabgeordnete Uli Sckerl am Dienstagabend. In anderen Kommunen sorge dieses Thema fĂŒr volle SĂ€le. Vielleicht lag es an der spĂ€ten Uhrzeit, dass sich um 20 Uhr gerade einmal zehn Personen im Alten Rathaus in Weinheim eingefunden haben. Der Weinheimer Ortsverband BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen hatte eingeladen, um ĂŒber die, ihrer Meinung nach, wahren HintergrĂŒnde der Strompreiserhöhung zu informieren.

“Der Kunde wird in die Irre gefĂŒhrt”

Im Durchschnitt mĂŒssen Privathaushalte 2013 rund 13 Prozent mehr bezahlen. Glaubt man dem Landtagsabgeordneten Uli Sckerl (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen), wird im Zusammenhang mit der Diskussion um die Strompreiserhöhung mit falschen Karten gespielt:

Da sind Feinde der Energiewende am Werk.

Demnach sei nicht die Energiewende Schuld an der Erhöhung, sondern zu einem Großteil die Gier von Staat, Wirtschaft und Industrie. Diese seien nĂ€mlich zu einem Großteil die Profiteure der Erhöhung von 3,59 Cent/kWh auf etwa 5,3 Cent/kWh.

Dass diese jetzt dem Ausbau der erneuerbaren Energien den schwarzen Peter zuschieben, will Sckerl nicht tolerieren. Mit einer regelrechten Kampagne versuche man die Energiewende zu “torpedieren”. Der Stromkunde werde bewusst in die Irre gefĂŒhrt, wĂ€hrend sich Energieversorger sowie Bundesregierung Mehreinnahmen sichern und Industriebetriebe, aufgrund von internationalen Wettbewerbsbedingungen von ihren Energiekosten befreit werden.

Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif

Uli Sckerl: „Die Energiewende ist der richtige Weg.“

Das wissen auch die GrĂŒnen. Die 14 Milliarden Euro EEG-Umlage, die derzeit mit einem Kostenfaktor von etwa 3,6 Cent/kWh auf die Stromverbraucher umgelegt werden, halten sie fĂŒr “vertretbar”. Schon aus â€œĂ¶konomischen GrĂŒnden, muss die Energiewende vorangetrieben werden, da Ressourcen durch Verknappung auf lange Sicht deutlich teurer werden”, sagte Sckerl.

Die Erhöhung allerdings sei nicht gerecht und schon gar nicht transparent. Laut der GrĂŒnen, setzt sich die Preiserhöhung aus vier Hauptfaktoren zusammen. Neben steigender Netzentgelte und einem eventuellen Anteil an der Offshore-Haftungsregel, sind es vor allem die Entlastungen fĂŒr Unternehmen, die der normale Stromverbraucher mittrĂ€gt.

Auch der Weinheimer Solar-Unternehmer Carsten Brinkmeier vertritt die Meinung, dass die anstehende Preiserhöhung nur wenig mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu tun hat:

Nur 27,87 Prozent der realen 100 Prozent Preiserhöhung gehen auf die EEG-Umlage zurĂŒck.

Der Rest seien Zusatzgewinne der Energieversorger und zusĂ€tzliche Steuereinnahmen des Staates. Der momentan stattfindende Kampf mit “teuren” Argumenten gegen die Energiewende, sei gezielt dazu da, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Strom nur ein Drittel der eigentlichen Energiekosten fĂŒr Verbraucher

Den grĂ¶ĂŸten Anteil an der Erhöhung trĂ€gt die steigende EEG-Umlage. Von 1,7 Prozent Strompreiserhöhung, die ihr geschuldet sind, kommen 1,1 Prozent aufgrund von Befreiungen der Industrie. Diese werden auf „normale“ Verbraucher umgelegt.

Zu den befreiten Unternehmen gehören beispielsweise die Wiesenhof GeflĂŒgel GmbH, die Bayrische Milchindustrie, aber auch die Kölner Verkehrsbetriebe. Das Argument des internationalen Wettbewerbs greift fĂŒr die GrĂŒnen bei einer Vielzahl der befreiten Unternehmen nicht. Die GrĂŒnen fordern eine transparentere Analyse der Kostensteigerungsursache sowie eine anschließende faire Verteilung der Kosten zwischen Staat, Wirtschaft und Verbraucher.

Solar-Experte Brinkmeier: „Strom ist nicht die teuerste Energie.“

Carsten Brinkmeier versucht den Anwesenden noch einmal deutlich zu machen, dass Strom nicht der Hauptfaktor fĂŒr steigende Energiekosten ist. Im Vergleich zu Heizöl und Benzin sei der Preis in den letzten Jahren noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig moderat gestiegen:

Die Erhöhung bei Heizöl und Benzin wird in diesem Zusammenhang totgeschwiegen.

Immer sei nur von EEG die Rede. FĂŒr den Verbraucher sei der Strom noch der einzige Energiefaktor, den man im Haushalt beeinflussen könne. Etwa durch eigenstĂ€ndige Stromgewinnung. Eine gute Möglichkeit seien nach wie vor Photovoltaik-Anlagen.

Carsten Brinkmeier ist Experte in Sachen Solartechnik. Der Weinheimer GeschÀftsmann ist der Meinung, dass die Zukunft in der Gewinnung eigener Stromreserven liegt. Da sei man nach wie vor auf einem guten Weg:

Die Förderung von Photovoltaik-Anlagen brauchen wir aber nicht mehr.

Viel wichtiger sei es jetzt in Pufferanlagen zu investieren und eine unabhĂ€ngige Stromversorgung der Normalverbraucher zu gewĂ€hrleisten. Dieses alternative Modell kommt trotz alldem ja aber nur fĂŒr einen Teil der Bevölkerung in Frage. Wer zur Miete wohnt, hat hier schon wieder deutlich schlechtere Karten.

„Diskussion einfrieren, ist der bessere Kompromiss“

Alternativen also, die nicht fĂŒr alle sind. Nicht zuletzt deshalb hĂ€lt Uli Sckerl das jetzige System fĂŒr sehr ungerecht und “absolut abgezockt.” Er sieht kein Licht am Ende des Tunnels, solange die Regierungsspitze dieselbe bleibt. Das Thema werde jetzt ausgesessen bis “nach der Wahl”, weil man auf einen Regierungswechsel hoffe.

Jede Maßnahme, die die Regierung im Moment treffen wĂŒrde, wĂŒrde das Erneuerbare-Energien-Gesetz verschlechtern.

Bei den jetzigen MachtverhĂ€ltnissen sei es besser, man friere die Diskussion ein. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum nur so wenige Interessierte zum Informationsabend kamen. Wenn selbst die Berufspolitiker das Thema aussitzen, was soll sich dann der NormalbĂŒrger damit rumĂ€rgern?

Die Erhöhung ist beschlossene Sache. Ab Januar muss mehr gezahlt werden. Dann wollen auch die GrĂŒnen erneut zum Thema informieren. Mit der Mehrbelastung in der Haushaltskasse zeigt dann vielleicht auch die Bevölkerung grĂ¶ĂŸeres Interesse.

Bis dahin bleibt zu hoffen, dass das BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen ihren Kampf fĂŒr die Energiewende nicht nur auf vorĂŒbergehend auf Eis legen, sondern ihn auch rechtzeitig wiederbeleben.

Die Informationsveranstaltung fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger war eher ein Zusammenkommen von Parteimitgliedern.

Lebensmittel. Klarheit.de?


Rhein-Neckar, 21. Juli 2011. (red) Vielleicht gut gemeint. TatsĂ€chlich ein GAU. „Lebensmittelklarheit“. Dokumentiert.

So sieht Lebensmittelklarheit.de aus. Total klar. Die Website ist kollabiert. Peinlicher gehts nimmer.

Über das Portal „lebensmittelklarheit.de“ sollen Verbraucher „TĂ€uschungen“ melden können. Es soll Transparenz möglich sein. Kontrolle.

TatsĂ€chlich ist die Seite erstmal „abgeschmiert“.

Vielleicht fand sich die Regierung bĂŒrgernah.

Das Ergebnis zeigt, dass die Regierung keine Ahnung hat, was die BĂŒrger beschĂ€ftigt.

Leugnen hilft nicht – die BĂŒrger wollen gesunde und gute Lebensmittel.

Und sie wollen gut informiert sein.

Mietet Euch endlich einen Server, der funktioniert.

Billig-Scheiß-Lebensmittel gibt es genug.

Wir brauchen nicht noch einen billig-scheiß-server, der nur „klare VerhĂ€ltnisse“ darstellt.

Einen schönen Tag wĂŒnscht Ihnen
Das rheinneckarblog.de

In der Metropolregion steht die Atomgefahr „im Vorgarten“


Guten Tag!

Rhein-Neckar/Metropolregion, 15. MĂ€rz 2011. Wo ist nochmal Biblis, wo Philippsburg? FĂŒr viele wahrscheinlich „weit weg“. TatsĂ€chlich liegen Nordbaden und SĂŒdhessen im direkten Einzugsbereich in der „Gefahrenzone A“ von den alten Kernkraftwerden Biblis A und Philippsburg I. Und sie liegen in einer Zone, in der auch starke Erdbeben möglich sind.

In Japan weht der Wind derweil eine radioaktive Wolke vom havarierten Kernkraftwerk Fukushima in Richtung Tokio – das liegt 240 Kilometer vom Atomunfallsort entfernt.

Von Hardy Prothmann

Übersichtkarte deutsche Atomkraftwerke. Klicken Sie auf die Grafik fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung. Quelle: Wikipedia/Lencer

Das Abschalten von alten Atomkraftwerken in Deutschland wird auf der politischen Ebene unter dem Eindruck der bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-WĂŒrttemberg und Rheinland-Pfalz von der Bundesregierung vorangetrieben.

Die CDU/FDP-Regierungskoaltion spricht plötzlich von „ÜberprĂŒfung“ der Sicherungssysteme und will sogar sieben alte Atommeiler, darunter Biblis A und Philippsburg I in KĂŒrze still legen.

Erstaunlich, hatte diese Regierung doch gegen den Widerstand der Opposition im vergangenen Herbst die Laufzeit dieser Reaktoren erheblich verlĂ€ngt. Damals war die „Welt noch in Ordnung“ und Atomkraftwerke angeblich sicher.

Auch der baden-wĂŒrttembergische MinisterprĂ€sident Stefan Mappus (CDU) gilt als Hardliner in Sachen Atompolitik. Bis zum Unfall in Japan hat er aus seiner bedingungslosen UnterstĂŒtzung der Atomwirtschaft nie einen Hehl gemacht.

Die Siedewasserreaktoren in Biblis und Philippsburg sind immer wieder durch „ZwischenfĂ€lle“ aufgefallen und Ă€hnlich konstruiert wie die im japanischen Fukushima, in denen aktuell eine Kernschmelze droht oder bereits eingesetzt hat. Hinzu kommt, dass beide Atomkraftwerke durchaus in einer Erbebenregion stehen, wie Spiegel online berichtet. Hier können Erdbeben bis zu einer StĂ€rke von 8 auftreten – ob deutsche AKW erdbegensicher sind, stellt der Bericht in Frage. In Deutschland gibt es oft Beben, 1992 wurden in der Niederrheinischen Bucht ein Beben mit der StĂ€rke 5,9 gemessen.

Wie trĂŒgerisch „Entfernungen“ und Sicherheitszonen sind, zeigt die Lage in Japan.

Dort wurde „klassisch“ eine 20-Kilometer-Zone eingerichtet. Laut Medienberichten ist die Strahlenbelastung der Menschen in der Umgebung aber enorm. Wie viele Menschen bereits lebensgefĂ€hrlich oder -bedrohlich verstrahlt wurden, ist bislang nicht bekannt.

Die Belastung im Umkreis des AKW Fukushima soll bis zu 400 Millisievert pro Stunde betragen. Menschen können bereits ab 250 Millisievert Opfer einer Strahlenkrankheit werden.

In Tokio, also 240 Kilometer vom UnglĂŒcksort entfernt wird sei die Strahlung bereits etwa 22-mal höher als ĂŒblich, berichtete der japanische Fernsehsender NHK am Dienstag. Als Grund wird ein leichter Wind genannt, der die atomare Wolke mit einer Geschwindigkeit von 10-20 Kilometern pro Stunde ĂŒber Land trĂ€gt. Zudem droht Regen, der den Fall-Out noch beschleunigen wĂŒrde.

Experten halten eine Evakuierung der 35-Millionen-Einwohner-Metropole Tokio fĂŒr vollkommen ausgeschlossen.

Unsere Übersicht zeigt die Luftlinienentfernung von Atomkraftwerken fĂŒr einen Radius bis zu 300 Kilometern an. Messpunkt ist Mannheim.

Land Kraftwerk Reaktoren Entfernung Zone
D Philippsburg 2 25 A
D Biblis 2 26 A
D Neckarwestheim 2 70 F
D Grafenrheinfeld 1 135
F Cattenom 4 165
D Gundremmingen 2 177
F Fessenheim 2 188
CH Leibstadt 1 210
CH Beznau 2 215
CH Goesgen 1 240
B Tihange 3 256
F Chooz 2 273
D Grohnde 1 291
CH MĂŒhleberg 1 293
D Isar 2 295

Mitarbeit: lokal4u