Dienstag, 11. Dezember 2018

Hochwasser: Die Lage an der Weschnitz hat sich vorerst entspannt


Guten Tag!

Weinheim/Rhein-Neckar, 14. Januar 2011. (red) Am Abend hat sich die Situation entlang der Weschnitz in Weinheim leicht entspannt. Der Höchststand war nach 17:00 Uhr mit 2,22 Meter erreicht worden und liegt nun unterhalb von zwei Metern. Das Rekordhochwasser von 1970 hatte einen Pegelstand von 2,26 Metern. Gegen 23:00 Uhr sind rund 100 EinsatzkrÀfte der Feuerwehr, des Bauhofs, des THW und der DLRG vor Ort und sichern den Weschnitzdamm auf einer LÀnge von rund einem Kilometer ab.

Von Hardy Prothmann, Fotos: local4u

„Der Damm ist sehr weich geworden“, sagt Einsatzleiter Patrick MĂŒller von der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim, „hier und da ist klares Wasser ausgetreten. Diese Stellen sichern wir jetzt mit Kies, Folien und SandsĂ€cken ab.“

Überdimensionale "Pflaster" fĂŒr den Damm, der aufgeweicht ist. Foto: local4u

Klares Wasser ist ein gutes Zeichen. WÀre es schmutzig, wÀre das ein Hinweis darauf, dass Material abgetragen wird. Das wÀre kein gutes Zeichen.

Wir stehen auf einem BauhofgelĂ€nde in der Weidsiedlung. Hinter Einsatzleiter MĂŒller zieht sich der Damm. Feuerwehr und THW haben ĂŒberall Lichtquellen installiert und leuchten die Einsatzstelle aus. Die Dieselaggregate brummen vor sich hin.

Bagger und Lkw mit SchĂŒttgut rangieren und bringen das Material aus. Mit anderen Fahrzeugen werden die SandsĂ€cke an die Stellen gefahren, an denen der Damm butterweich geworden ist.

Wenn man drauf lĂ€uft, merkt man, wie vollgesogen das Erdreich ist. Es schmatzt beim Laufen und man sinkt leicht ein. Über die Straße rinnt das Wasser auf den daneben gelegenen Acker.

Strömungsretter“ der DLRG Rhein-Neckar stehen bereit, falls oben auf dem Damm gearbeitet werden muss. Sie sichern dann die anderen HilfskrĂ€fte ab.

Die Weschnitz selbst ist gegen 21:00 Uhr nur weniger als einen Mater von der Deichkrone entfernt. Die Fließgeschwindigkeit ist sehr schnell. Das Wasser rast gleichsam durch den Kanal. Es stehen ein paar Schulustige herum.

ZunĂ€chst gingen die EinsatzkrĂ€fte davon aus, dass sie gegen Mitternacht fertig mit den Sicherungsarbeiten sein könnten. „Wenn wir Pech haben, dauert das die ganze Nacht“, sagt Patrick MĂŒller, Abteilungskommandant der Abteilung Stadt.

Bis 20.30 Uhr hatte die Feuerwehr mit weiteren HilfskrÀften der DLRG, des stÀdtischen Bauhofs und des THW im Stadtgebiet 17 EinsÀtze zu bewÀltigen, insgesamt waren dabei rund 50 Personen im Einsatz.

Die Weschnitz in der Stadt - tobendes Wasser. Foto: local4u

GlĂŒcklicherweise ist es nicht kalt und es regnet nur leicht. Trotzdem ist die Arbeit mit den SandsĂ€cken krĂ€ftezehrend. Immer wieder wird der Damm von EinsatzkrĂ€ften abgelaufen, die mit Handlampen nachschauen, wo die Rinnsale aus dem Damm herauslaufen.

Auf dem GelÀnde des Bauhofs hat die Feuerwehr ihre Einsatzleitung im AB-Mehrzweck (AbrollbehÀlter Mehrzweck) eingerichtet. Hier wird koordiniert und die EinsatzkrÀfte werden versorgt.

Sobald die Lkw das Material abgeladen haben, wird es mit einem Bagger verteilt. Grobes Material, braun und schmutzig. Auf dem Feldweg stehen die SchlammpfĂŒtzen.

Das-  Material wird gut 20 Zentimeter dick angedrĂŒckt und wirkt wie schmutzige Pflaster auf den Wunden des Damms. Vor allem im unteren Bereich wird es ausgebracht, um den vollgesogenen Damm zu beschweren. Der muss gerade viel aushalten. Die Wassermassen drĂŒcken.

Zwischendurch mĂŒssen die MĂ€nner warten, bis der nĂ€chste Laster anrĂŒckt und seine Ladung ablĂ€dt. So wird das noch Stunden gehen. Die Fahrzeuge können nicht wenden, sie wĂŒrden im ebenfalls komplett aufgeweichten Acker einsinken.

Immerhin ist soviel sicher: Das Weschnitzhochwasser ist zurĂŒckgegangen, der Pegelstand liegt gegen 23:00 Uhr unter zwei Meter. „Damit entspannt sich die Lage deutlich“, sagt Einsatzleiter Patrick MĂŒller und stiefelt davon. Er will sich-  einen aktuellen LageĂŒberblick verschaffen.

Fotostrecke: local4u

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