Mittwoch, 24. April 2019

Filme über das Älterwerden – für Alt und Jung

Rhein-Neckar, 04. August 2014. (red/pm) Beim 5. Europäischen Filmfestival der Generationen, das vom 07. – 10. Oktober stattfindet, gibt es fĂĽr Alt und Jung wieder Filme ĂĽber das Ă„lterwerden. Programmhefte fĂĽr das Event sind erhältlich. [Weiterlesen…]

10 Jahre DRK Service fĂĽr Menschen zu Hause

„Wir werden älter, bunter und weniger“

Rhein-Neckar, 08. April 2014. (red/pm) „Wir werden älter, bunter und weniger“ Mit diesen drei Adjektiven umschreibt die Weinheimerin Christiane Springer, GeschäftsfĂĽhrerin des DRK KV Mannheim e.V. den demografischen Wandel. Auch wenn sich Zeitablauf und AusmaĂź des Wandels in den einzelnen Kommunen unterschiedlich darstellen, mĂĽssen sich doch alle mit den Bedingungen einer alternden Gesellschaft intensiv auseinandersetzen. [Weiterlesen…]

Wahlrecht ab 16

Die Qual der Wahl

buergerentscheid

Weinheim, 08. August 2013. (red/ae) Bei den Kommunalwahlen 2014 dĂĽrfen Unter-18-Jährige zum ersten Mal wählen. Am 06. November 2012 beschloss das Kabinett der grĂĽn-roten Landesregierung eine Ă„nderung des Kommunalwahlrechts: Das Mindestwahlalter bei kommunalen Wahlen wurde von 18 auf 16 Jahre gesenkt. Der eingereichte Gesetzesentwurf wurde am 11. April im Landtag mit grĂĽn-roter Mehrheit verabschiedet. Während die SPD und die GrĂĽnen sich dem Ziel näher sehen, Jugendliche an die Politik heranzufĂĽhren, sind die Oppositionsfraktionen CDU und FDP skeptisch. [Weiterlesen…]

Neujahrsempfang im Rathaus

„Wo das Wir mehr gilt als das Ich“

„Bas Gret und Vetter Phillp“ überreichten eine riesige Neujahrsbrezel an Bürgermeister Heiner Bernhard. Foto: Stadt Weinheim.


Weinheim, 07. Januar 2013. (red/pm) Als Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard am Dreikönigstag nach den Böllerschüssen aus der Kanone beim Neujahrsempfang zu seinen Bürgerinnen und Bürgern sprach, da war seine Rede, die aus diesem Anlass traditionell etwas Grundsätzliches hat, mit Daten und Fakten gespickt. Und dennoch lag ein besonderer Schwerpunkt woanders.

Information der Stadt Weinheim:

„Der Schwerpunkt lag auf dem Miteinander in der Stadt, auf dem, was „wir in Weinheim gerne die kommunale Verantwortungsgemeinschaft nennen“ (so der OB), auf „HeimatgefĂĽhl“ und darauf „dass man fĂĽreinander da ist und fĂĽreinander einsteht“, auf einer Stadt, „in der das Wir mehr gilt als das Ich“. Dies sei es, so der OB, was „eine Stadt in ihrem Innern ausmacht“.

Kommunale Verantwortung

Die BĂĽrgerinnen und BĂĽrger reagierten mit spontanem Applaus – und dieses GemeinschaftsgefĂĽhl war in allen Ecken des Rathaussaals zu spĂĽren. Heiner Bernhard erklärte diesen Geist der kommunalen Verantwortung an drei Beispielen, an Begebenheiten, die er selbst in der Weihnachtszeit erlebt hatte, die ihn beschäftigt und aufgewĂĽhlt haben.

Das sei erstens die Entscheidung des Gemeinderats über den Umgang mit über 200 Wohnungen in der Breslauer- und der Stettiner Straße gewesen. „Die Art und Weise wie dabei die sozialen Belange der betroffenen Mieterinnen und Mieter höher gestellt wurden als das Interesse der Stadt daran, möglichst viel Geld einzunehmen, verdient großen Respekt“, findet er.

Die zweite Geschichte handelte von der Typisierungsaktion für den leukämiekranken Jacob aus Mörlenbach, an der sich Tausende Menschen beteiligt haben.

Und drittens gab es noch eine Bitte, ein großer Wunsch einer sozial schwach gestellten und kinderreichen Weinheimer Familie, bescheiden und zaghaft vorgetragen. Zwei Jungs, die sich eine Dachkammer teilen, hatten zu Weihnachten nur einen großen Wunsch: Jeder ein eigenes Bett. Bernhard beschrieb: „Meine Mitarbeiter im Rathaus haben dann sehr schnell eine Spendenaktion in Bewegung gesetzt. Die Resonanz war erfreulich groß und beeindruckend herzlich. Wir als Verwaltung haben unseren Anteil beigesteuert und bald war die Familie mit einem ansehnlichen Geldbetrag im Möbelhaus – die Betten für die beiden Jungs standen unterm Christbaum.“

Der OB: „Ich danke Ihnen dafür, dass wir diese Idee der kommunalen Verantwortungsgemeinschaft zusammen leben können – in dieser Stadt und für diese Stadt. Lassen Sie uns diesen Weg weiter gemeinsam gehen.“

Zuvor hatte der Rathauschef appelliert, auch in Zeiten guter Konjunktur und sprudelnder Steuerquellen nicht euphorisch zu werden. „2012 war für Weinheim ein erfolgreicher Zeitabschnitt, ein Jahr, in dem es mit vielen Projekten entscheidend voran ging und das in mancherlei Hinsicht deutlich besser verlief als geplant, aber wir in den Kommunen dürfen nicht leichtsinnig werden und nicht vergessen, die dauerhafte Ertragskraft unserer Verwaltungshaushalte im Blick zu behalten.“

Es seien gerade die Aufgaben, zu denen sich eine Gemeinde ohne staatlichen Druck bekenne, die freiwilligen Leistungen, die das Profil eines Gemeinwesens, die Lebensqualität einer Stadt ausmachen, ihre Besonderheit: Volkshochschule, Musikschule, Stadtbibliothek, Soziale Vielfalt, Brauchtumspflege, Vereinsleben und Kultur. Bernhard: „Von den Kürzungen der letzten Jahre ist da kein Bereich verschont geblieben. Aber im Bestand gefährden wollen und sollten wir diese Stärken Weinheims nicht.“

Bildung, Integration, Energieeffizienz, BĂĽrgerbeteiligung und Demographischer Wandel

Die zentralen Themen, versicherte er, bleiben auf der Agenda: Bildung, Integration, Energieeffizienz, Bürgerbeteiligung und Demographischer Wandel. Vor allem das Thema Bildung genieße in Weinheim zu Recht einen hohen Stellenwert. Beispiel: Mit dem neuen Schuljahr haben – auf drei Stellen – vier neue Schulsozialarbeiterinnen ihre Tätigkeit aufgenommen. Das Übergangsmanagement, also die Kommunale Koordinierung der Aktivitäten rund um den Übergang von der Schule in die Berufswelt , ist jetzt dauerhafte Aufgabe der Stadt Weinheim.

Besonders erfreulich sei der kürzlich im Gemeinderat gefasste Beschluss zur Schulentwicklung Weststadt. Mit dieser Entscheidung habe man nun die einmalige Chance, Synergien herzustellen und zu nutzen und auf große und damit teure Sanierungsvorhaben in Schulen verzichten zu können. Zugleich könne die Stadt dem Stadtarchiv und der Musikschule gute Lösungen bieten und insgesamt die Zahl der städtischen Immobilien reduzieren. Das senke unterm Strich auf Dauer die Kosten. Bernhard: „Dies wird ein Meilenstein werden hin auf dem Weg zu mehr Effektivität und Effizienz unseres Verwaltungshandelns. Und das sogar mit verbesserten pädagogischen Rahmenbedingungen.“

Die Kommunale Energiewende werde auch in Weinheim mit Eifer vollzogen, berichtete der OB und ergänzte: „Wir kümmern uns um Klimaschutz nicht, weil das chic geworden ist. Nein, wir wollen verantwortlich für unsere Umwelt handeln und Generationengerechtigkeit gewährleisten.“

Bernhard bekräftigte auch seine positive Einstellung gegenüber der Beteiligung von Bürgern in politischen Entscheidungsprozessen.

Wenn es auch – noch – keinen Bürgerentscheid in Sachen Breitwiesen oder Hammelsbrunnen gebe, die Beratung des Themas in einem Bürgerdialogverfahren, die engagierte Arbeit zufällig ausgewählter Bürgerräte, dieses Vorgehen habe die Stadt methodisch und inhaltlich bereichert.

2013 gibt es viel zu tun

Im begonnen Jahr 2013 gebe es viel zu tun. Begonnene Baumaßnahmen stünden vor der Fertigstellung, wie die Neugestaltung der Fußgängerzone und der Bau der Mensa im Werner-Heisenberg-Gymnasium. Auch werde man sich kräftig um den in die Jahre gekommenen städtischen Immobilienbestand kümmern.

Bernhard: „Das ist reine Werterhaltung.“ Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit der Schaffung des Zentralen Omnibusbahnhofs soll nun endlich Wirklichkeit werden. Auch für das Hallenproblem in Lützelsachsen, in Hohensachsen und in Oberflockenbach müsse eine Lösung gefunden werden. Bernhard: „ Diese kann aber nicht darin liegen, dass wir die Gesamtzahl unserer Gebäude, die ohnehin schon hoch ist, immer weiter erhöhen. Dies widerspräche auch Idee und Sinn der Gemeindereform von einst. „Unsere Aufgabe ist es, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, Synergien zu nutzen und bestehende Liegenschaften zur Mitfinanzierung einzusetzen. Dazu müssen die Beteiligten – irgendwann – an einen Tisch.“

Klar bekannte sich der OB auch zur Ausweisung neuer Gewerbegebiete: „Wollen wir für eine auskömmliche Finanzausstattung Weinheims sorgen, ohne die Bürger mit höheren Steuersätzen zu belasten, müssen wir zusätzliche Steuerzahler gewinnen. Dies gelingt über die Einwohnerzahl und über die Zahl der angesiedelten Gewerbebetriebe. Dafür müssen wir dann aber auch ausreichende und passende Flächen anbieten können.“

Die Neujahrsansprache des OB war eingebettet in die traditionelle Zeremonie des Empfangs, in deren Verlauf Heiner Bernhard symbolisch den RathausschlĂĽssel an die BlĂĽtenprinzessin Yvonne I. ĂĽbergab. Die Weinheimer Innungen ĂĽberbrachten dem Rathauschef und der Bevölkerung die besten WĂĽnsche, die BlĂĽten-Symbolfiguren „Bas Gret und Vetter Phillp“ ĂĽberreichten eine riesige Neujahrsbrezel, die Stadtkapelle und das Duo „Martin und Christian“ umrahmten den Empfang musikalisch.“

Landtagsabgeordnete begegnen VorwĂĽrfen und GerĂĽchten

„Realschulen sind die geborenen Gemeinschaftsschulen“

Lokalpolitiker, Eltern und Lehrer beschäftigt die Veränderung der Schullandschaft – nicht nur wie hier beim Infoabend in Hemsbach.

 

Hemsbach/Rhein-Neckar, 03. Dezember 2012. (red/ld) Die Landtagsabgeordneten Uli Sckerl (BĂĽndnis ’90/Die GrĂĽnen) und Gerhard Kleinböck (SPD) wollen mit „GerĂĽchten und Spekulationen ĂĽber den Schulentwicklungsprozess aufräumen“. Der CDU-Abgeordnete Georg Wacker hatte im Vorfeld behauptet, Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe eine „Zerschlagung der Realschulen“ vor. Bei einem Informationsgespräch im Alten Rathaus stellten sich Sckerl und Kleinböck den Fragen von Gemeinderäten, Lehrern und Eltern, auch aus den umliegenden Gemeinden. Dabei betonten sie, dass die Unterrichtsform der  Gemeinschaftsschule in vielen Realschulen bereits Praxis sei.

Von Lydia Dartsch

Die Entwicklung zu einer Gemeinschaftsschule sei freiwillig und zöge keine Benachteiligung für Realschulen nach sich, betonten Sckerl und Kleinböck. Auch fordere der Handwerkstag seit langem längeres gemeinsames Lernen. Sie hatten sich durch die Äußerungen des CDU-Abgeordneten Georg Wacker zu diesem Schritt genötigt gesehen:

Wir haben uns bewusst aus dem Moderationsprozess rausgehalten. Da ist kein Platz fĂĽr Parteipolitik.

sagte Sckerl. Wacker hatte auf seiner Internetseite sowie in den Weinheimer Nachrichten verlautbart, die Landesregierung plane die Zerschlagung der Realschulen. Er behauptet weiter, das von der Landesregierung vorangetriebene Modell der Gemeinschaftsschule benachteilige Realschüler sowie deren Eltern und Lehrer. Der Wirtschaft würde durch dieses Schulmodell der qualifizierte Fachkräftenachwuchs entzogen.

Das ist eine wissentliche Falschaussage.

empörte sich Sckerl. Eine Schulreform von oben sei nicht beabsichtigt. Die Gemeinden und Bürger sollen selbst entscheiden, ob sie eine Gemeinschaftsschule wollen oder nicht. Sollten sie sich dafür entscheiden, Real- und Hauptschulen beizubehalten, erwachse den Schulen dadurch allerdings keine Nachteile.

Realschulen werden weiterhin gefördert wie bisher.

Uli Sckerl (links) und Gerhard Kleinböck stellen sich Fragen und weisen „ZerschlagungsvorwĂĽrfe“ als absurd zurĂĽck.

versicherte Sckerl. Die Empfehlungen aus dem Hemsbacher Moderationsprozess würden ernst genommen und soweit wie möglich umgesetzt.

Eine neue Unterrichtsform

Wie soll das funktionieren, wenn Schüler mit verschiedenen Lernniveaus in einer Klasse unterrichtet werden, ist eine zentrale Frage der Eltern und Lehrer. Seit 2011 würden dafür Fortbildungen für Lehrer angeboten, sagt Kleinböck. Dabei lernen sie eine neue Form des Unterrichts, in dem Schüler entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten gefördert würden.

Realschulen erfüllen bereits jetzt viele Voraussetzungen, die für eine Gemeinschaftsschule nötig sind:

Realschulen sind die geborenen Gemeinschaftsschulen.

betonte Kleinböck immer wieder.

Ein Experiment an Kindern sei das, wirft ein Zuhörer in die Diskussion ein. Dem sei nicht so, erklären Sckerl und Kleinböck: Die bereits bestehenden Gemeinschaftsschulen hätten diese Art des gemeinsamen Lernens schon vor längerem in die Praxis umgesetzt und festgestellt, dass es funktioniere. Deshalb habe man auch keinen Schulversuch mit diesem Modell unternehmen müssen.

Chance, den Schulstandort zu halten

Zudem wĂĽrden Gemeinschaftsschulen immer beliebter bei Eltern und jungen Lehrern, die diese neue Unterrichtsform bereits in ihrer Ausbildung gelernt haben.

Viele junge Lehrer bewerben sich direkt bei Schulen in den ländlichen Gebieten, weil sie längst als Gemeinschaftsschule arbeiten.

sagte Kleinböck. Zudem sei dieses Schulmodell gerade in Gemeinden eine Chance, trotz sinkender Schülerzahlen ihren Schulstandort zu halten und alle Abschlüsse der weiterführenden Schulen anzubieten.

Wie der Abbau von Lehrerstellen dazu passe, wollte ein Besucher der Runde wissen. Schließlich müsse die Betreuung durch die Lehrer doch intensiver werden. Lehrer würden nicht entlassen, sagte Kleinböck. Jedoch würden nicht alle in Zukunft frei werdenden Lehrerstellen wieder besetzt. Bei weniger Schülern brauche man auch weniger Lehrer. Zudem würden die Lehrerdebutate für die Gemeinschaftsschulen um sechs Stunden pro Woche aufgestockt, um den größeren Betreuungsaufwand zu stemmen. Davon können die Schulen auch Hilfslehrer und Sozialarbeiter anstellen, so Kleinböck.

Abitur an G9 möglich

Am Ende müsse man überlegen, was das beste für die Kinder sei, gab er zu bedenken. So wünschten sich 80 Prozent der Eltern von Gymnasiasten eine Rückkehr zu G9, was in einer Gemeinschaftsschule möglich sei. Zudem seien an der IGMH 40 Prozent der Abiturienten mit einer Hauptschulempfehlung von der Grundschule gekommen.

Das muss uns zu denken geben.

sagte Kleinböck.

Wie es im Schulentwicklungsprozess in Hemsbach weiter geht, wird im März in einer Grundsatzentscheidung beschlossen. Bereits am 19. Dezember tritt die Bildungsplankommission für Baden-Württemberg zusammen. Rund 120 Anträge für Gemeinschaftsschulen aus dem gesamten Bundesland seien bereits eingegangen. Nun muss geprüft werden, ob die Standorte die Kriterien dafür erfüllen.

Die Debatte ĂĽber die zukĂĽnftigen Schulformen wird ĂĽberall im Wahlkreis Weinheim gefĂĽhrt – statt Parteipolemik sind pragmatische Lösungen angesagt, denn nur das bringt die Schulen und die Kinder weiter.

Geprothmannt

Demografie – eine unglaubliche Herausforderung

Rhein-Neckar, 30. Oktober 2012. (red) Der sechste Demografie-Kongress war einer der bestbesuchtesten. Das Thema beschäftigt immer mehr Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft. Und das ist auch dringend nötig, denn der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten und die Folgen werden uns in fünfzehn bis zwanzig Jahren einholen.

Von Hardy Prothmann

Deutschland 2032. Es fehlen sechs Millionen Arbeitskräfte. Das sind rund 15 Prozent weniger als 2012. Es fehlen spezialisierte Fachkräfte, Experten. Ist es möglich, Wirtschaft und Verwaltungen ohne „Ausfälle“ zu betreiben? Was, wenn es zu Ausfällen kommt? Zieht das weitere Ausfälle von weiteren Wirtschaftszweigen nach sich? Bleiben Verwaltungsaufgaben liegen, weil Fachkräfte in den Abteilungen fehlen?

Im Jahr 2032 werde ich 66 Jahre alt sein. Auf dem Weg in die Ruhestand. Muss ich weiterarbeiten, weil meinen Job keiner macht? Die Frage werden sich viele stellen mĂĽssen. Viele werden die Frage gestellt bekommen.

Vielleicht gibt es auch schon viele Antworten auf Fragen, die man sich heute stellt. Wenn man heute konsequent beginnt, Lösungen zu suchen, wird der demografische Wandel vielleicht keine verheerenden Wirkungen entfalten. Vielleicht.

2012 noch jung – 2032 im Rentenalter. Hardy Prothmann, Chefredakteur, sieht die Demografie als eine der größten Herausforderungen, die Deutschland in der Zukunft bewältigen muss.

Wenn man sich anschaut, wie wenig präsent die Demografie in der aktuellen Politik ist, kann man durchaus Zweifel haben, ob das Problem und die daraus resultierden Folgeprobleme auch nur ansatzweise verstanden worden sind. Bis 2032 gehen noch zwanzig Jahre ins Land – aber die Zeit rennt, weil es immer mehr Alte und immer weniger Junge gibt.

Arbeitnehmermarkt

FĂĽr junge, gut ausgebildete Menschen werden das hervorragende Zeiten werden. Es wird ein Arbeitnehmermarkt – die Angestellten bestimmen die Konditionen, weil der Markt so eng ist. FĂĽr Unternehmen kann die Demografie existenzbedrohend werden, wenn sie nicht mehr genug qualifizierte Menschen fĂĽr die zu erledigende Arbeit finden. Das ist letztlich schlecht fĂĽr alle – denn was, wenn zwar weiter Autos gebaut werden, aber der Zulieferer fĂĽr wichtige Bauteile mit der Produktion nicht nachkommt, weil ihm von der Herstellung bis zum Vertrieb die Leute fehlen?

Wer heute schon über Fachkräftemangel klagt, macht sich noch keine Vorstellung, was ab 2027 los sein wird. Menschen, die heute mit 55 Jahren keine Arbeit mehr finden, weil sie zu alt sind, werden wild umworben werden, gute Angebot erhalten, weil man sie mit einem Male doch braucht.

Ende 2012 ist klar: Welche Auswirkungen die Demografie letztlich hat, weiĂź noch niemand genau. Was man weiĂź ist, sie werden gewaltig sein.

Wichtiger Beitrag des VRRN

Insofern hat der Verband Region Rhein-Neckar (VRRN) einen sehr wichtigen Beitrag geleistet, die Demografiewoche in unseren Raum zu holen. Gerade vor dem Hintergrund, dass bislang unsere Bevölkerungszahlen einigermaĂźen stabil sind. Trotzdem geht auch bei uns die Schere zwischen Alt und Jung auseinander. Auch uns wird die Demografie treffen. Und deshalb war diese Demografiewoche sehr wichtig – als Start eines bewussten Umgangs mit den kĂĽnftigen Herausforderungen, die schon bald mehr und mehr deutlich werden.

Schade ist, dass die kleineren Gemeinden sich nur wenig beteiligt haben. Vielleicht, weil hier die Probleme noch nicht so sehr drücken, wie das in den Städten schon erkennbar ist. Fast jeder Ort in unserem Berichtsgebiet hat noch die wichtigste Infrastruktur im Ort, mindestens ein Nahversorger ist überall vorhanden. In Mannheim haben bereits 60.000 Menschen keine Nahversorgung mehr in der unmittelbaren Umgebung. Das sind Heddesheim, Ladenburg, Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen und Schriesheim zusammengenommen.

Gemeinsame Lösungen vs. Alleingänge

Die Gemeinden werden in Sachen Demografie unweigerlich mehr zusammenarbeiten mĂĽssen, wenn sie die Herausforderungen stemmen wollen. Und sie mĂĽssen die Demografie in ihre Agenden aufnehmen. Man wird mehr tun mĂĽssen, als ein, zwei Altenheime zu bauen.

Von unserer Seite aus begleiten wir den Prozess auch in Zukunft. Aktuell haben wir in den vergangenen vier Monaten ĂĽber 60 Artikel zur Demografie in unseren Blogs veröffentlicht. Auch das war eine Herausforderung – aber eine, die wir gerne annehmen, weil sie wichtig ist.

Anm. d. Red.: Normalerweise ist Montag unser Kolumnentag – wegen organisatorischer GrĂĽnde musste der Text leider einen Tag später erscheinen.

Regionaldirektor Ralph Schlusche im Interview

Demografiewoche startet heute

Interview 2 from Robert Schrem on Vimeo.

Rhein-Neckar, 11. Oktober 2012. (red/fluegel.tv) Wie geht die Gesellschaft mit dem demografischen Wandel um? Das ist ein Thema, dass uns alle betrifft. Heute startet die Demografie-Woche mit rund 450 Veranstaltungen. Unternehmen, Vereine, Initiative, Netzwerke, Verbände laden die Bevölkerung, Unternehmer, Arbeitnehmer, ein, sich mit dem außerordentlich bedeutenden Thema zu beschäftigen.

Der demografische Wandel geht jeden etwas an! Soviel steht fest. Entsprechend steigen derzeit sowohl das Interesse in der Bevölkerung als auch die Nachfragen zu den organisatorischen Details dieser sogar bundesweit beachteten Veranstaltungsreihe in der Metropolregion Rhein-Neckar. Heute startet die Demografie-Woche mit einer „Ăś90“-Party in Landau.

Das Programmheft ist in jedem Rathaus und bei den Landratsämtern erhältlich. Außerdem bei allen, die eine Veranstaltung durchführen sowie in der Verwaltung des Verbandes Region Rhein-Neckar. Mittlerweile sind rund 450 Aktionen angemeldet. Leider waren bis zur Drucklegung des Programmheftes nicht alle Planungen abgeschlossen, so dass in dieser Broschüre etwa 400 Angebote gelistet sind. Den Gesamtüberblick finden Sie im Internet unter www.demografie-mrn.de/demografie-woche

„Ein großartiger Erfolg der Demografie-Woche ist sicherlich, dass die Einbindung sowohl der städtischen als auch der ländlichen Räume an Rhein und Neckar gelungen scheint“, so Verbandsdirektor Ralph Schlusche. Der Netzwerkmanager der Regionalstrategie Demografischer Wandel Frank Burkard ergänzt: „Auch die Teilräume der Metropolregion sind ausgeglichen vertreten. Es finden 243 Aktionen auf baden-württembergischer Seite, 71 im hessischen Landkreis Bergstraße sowie 122 Veranstaltungen in der Pfalz statt.“

Auch der Demografie-Kongress entwickelt sich zum Publikumsmagneten. Das hoch moderne Konzept soll konkrete Beispiele für Unternehmen, Kommunen und Institutionen aufzeigen sowie die Rahmenbedingungen zur Anbahnung von Geschäftskontakte und Projekten herstellen. Auf diese Weise sollen die derzeitigen Demografie-Aktivitäten eine Nachhaltigkeit entfalten.

Wir werden redaktionell einige der Veranstaltungen besuchen und berichten – bei der groĂźen Anzahl mĂĽssen mir eine Auswahl treffen. Wer uns seine Erfahrungen und EindrĂĽck schildern möchte, egal ob als BĂĽrger/in oder Unternehmer/Dienstleister, ist herzlich eingeladen, uns Informationen zu senden. redaktion (at) rheinneckarblog.de

Anm. d. Red.: Das Interview ist mit technischer UnterstĂĽtzung unseres Kooperationspartners http://fluegel.tv in Weinheim/Hutter im Schloss produziert worden.

Claus Hofmann ist neuer Leiter des Amts fĂĽr Jugend und Soziales

Ein Mann fĂĽr alle Generationen

Claus Hofmann – Der neue Leiter des Weinheimer Rathausamtes fĂĽr Jugend und Soziales

Weinheim, 29. September 2012. (red) Das Soziale liegt ihm am Herzen, egal ob nach außen oder nach innen. Wenn Claus Hofmann, der neue Leiter des Weinheimer Rathausamtes für Jugend und Soziales, von den Schwerpunkten seiner Arbeit spricht, dann kommt er schnell auf die Kolleginnen und Kollegen. „Wir sind ein super Team, jeder schätzt den anderen und wir helfen uns gegenseitig“, sagt er. Seine Wertschätzung ist hoch: „Meine Leute haben eben meistens mit Menschen zu tun, denen es – zumindest vorübergehend – nicht gut geht, und diese Aufgabe meistern sie ausgezeichnet, jeden Tag.“

Von Roland Kern

„Meine Leute“ – so kann er es nun ausdrücken, denn der 53-jährige Diplom-Verwaltungswirt im Range eines „Stadtoberamtsrats“ ist in dieser Woche im Weinheimer Gemeinderat zum neuen Leiter des Amtes für Jugend und Soziales gewählt worden – verbunden mit viel Lob und Anerkennung für das bisher Geleistete.

Denn Claus Hofmann ist in Verwaltung und Kommunalpolitik beleibe kein unbeschriebenes Blatt. Schon seit 1985 war er Leiter der Abteilung Jugendamt und seit einigen Jahren Stellvertreter von Amtsleiter Heiner Amann, der im FrĂĽhjahr in den Ruhestand getreten ist.

Mit seiner ruhigen und überlegten Art hat er sich im Amt und bei seinen Partnern in der Stadtgesellschaft in den letzten Jahren hohes Ansehen erworben. Zu seinen Aufgabengebieten gehörten bislang schon so zentrale Jugendamtsbereiche wie die Führung von Amtsvormundschaften, die wirtschaftliche Jugendhilfe und die Prozessführung in Amtshilfeverfahren.

Hofmann, der in Weinheim das Wirtschaftsabitur ablegte und in Birkenau wohnt, steht seit zwei Jahren als Person aber auch für die Wahrnehmung wachsender Aufgaben im Fachamt, das sich durch die Abgabe der Jugendhilfeverwaltung an den Landkreis strukturell verändert hat. Im Zuge des voranschreitenden Demografischen Wandels sind weitere Tätigkeiten hinzugekommen. So ist Hofmann aktuell auch kraft Amtes beratendes Mitglied im Stadtseniorenrat. „Es geht darum, in einer Stadt, das soziale Miteinander der Generationen zu stärken“, beschreibt er.

Der neue Amtschef gehört außerdem zu den Akteuren des Runden Tisch Demenz, des Runden Tisch Demografie in der Weststadt und Gründungsmitglied eines gerade erst ins Leben gerufenen Fördervereins Alzheimer. Auch bei der Organisation des nächsten Weinheimer Demenztages am Sonntag, 14. Oktober, ist er mittendrin. Ohne, wie er betont, die anderen Protagonisten der Stadtgesellschaft – die Jugend – aus den Augen zu lassen.

Angedockt an seinem Amt sind auch der Stadtjugendring und das Mehrgenerationenhaus. Ist der Spagat nicht zu groß? „Nein“, sagt Claus Hofmann, „das ist die Chance, die Generationen zu verbinden und füreinander Verständnis zu wecken.“

Anmerkung der Redaktion: Roland Kern ist Pressesprecher der Stadt Weinheim.

Zahl der Kinder und Jugendlichen im Wahlkreis Weinheim aber rückläufig

Ilvesheim legt bei den Einwohnern am stärksten zu – auch bei den Kindern

Nicht nur den Kommunen, auch den Vereinen gehen die Kinder aus.

 

Rhein-Neckar/Heidelberg, 23. März 2012. (red/cr) Nach einer Information des Landratsamts leben immer weniger Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Rhein-Neckar-Kreis. Am wenigsten Kinder und Jugendliche gibt es im Stadtkreis Heidelberg mit lediglich nur noch 13 Prozent. Wir haben uns die Zahlen fĂĽr die Kommunen im Wahlkreis 39, Weinheim, besorgt. Danach fĂĽhrt Ilvesheim beim Kinderzuwachs sehr deutlich in absoluten Zahlen – Schlusslicht ist Weinheim.

Der Wahlkreis Weinheim umfasst die Gemeinden Dossenheim, Heddesheim, Hemsbach, Ilvesheim, Ladenburg, Laudenbach, Schriesheim, Weinheim, Edingen-Neckarhausen und Hirschberg.

Die Einwohnerzahl des Wahlkreises Weinheim ist, nach Unterlagen des Statistischen Landesamts Baden-WĂĽrttemberg in den Jahren 2007 bis 2010 um 1.737 Einwohner gestiegen. Die Zahl der Kinder unter 18 Jahren hingegen ist um 105 Personen zurĂĽckgegangen.

Von den zehn Gemeinden im Wahlkreis können lediglich vier einen Zuwachs verbuchen – sowohl bei der Gesamteinwohnerzahl, als auch bei Kindern und Jugendlichen. Vier Gemeinden haben eine wachsende Einwohnerzahl, aber immer weniger Kinder. In sechs Gemeinden leben weniger Kinder als noch vor ein paar Jahren. In Laudenbach und Weinheim ist sowohl die Einwohnerzahl, als auch die Zahl der Kinder rĂĽckläufig.

Entwicklung der Gemeinden von 2007 bis 2010 im Ăśberblick:

Gemeinde Kinder Gesamt
01. Ilvesheim 236 703
02. Dossenheim 107 499
03. Hirschberg 52 134
04. Edingen-Neckarhausen 19 252
05. Heddesheim -64 65
06. Hemsbach -54 60
07. Schriesheim -34 53
08. Ladenburg -24 40
09. Laudenbach -72 -59
10. Weinheim -271 -10

Alle Gemeinden befinden sich im Wettbewerb um junge Familien – so sind in den vergangenen Jahren einige Neubaugebiete entstanden, die neue Einwohner anlocken sollen. Allerdings sind Kinder fĂĽr die Gemeinden durch ZuschĂĽsse zu Betreuungskosten auch ein Kostenfaktor. Insgesamt geht man aber bei den Gemeinden davon aus, dass man ZuzĂĽge braucht, um durch Steuereinahmen die Gemeindekasse aufzubessern.

Auch die Vereine brauchen Nachwuchs und haben durch die Entwicklung teils groĂźe Probleme, ausreichend Nachwuchs zu finden.

Durchschnittsalter im Rhein-Neckar-Kreis steigt weiter: Bevölkerung im Schnitt 43,2 Jahre alt

Guten Tag!

Ladenburg/Rhein-Neckar, 14. März 2011. (pm) Die Bevölkerung im Rhein-Neckar-Kreis wird immer älter. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes Baden-WĂĽrttemberg waren die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises zum Jahresende 2009 im Durchschnitt 43,2 Jahre alt. Während seit Mitte der 1990er-Jahre der jährliche Anstieg bei etwa 0,2 Jahren lag, fiel die Zunahme gegenĂĽber dem Vorjahr um 0,3 Jahre etwas höher aus. [Weiterlesen…]