Samstag, 16. Dezember 2017

PKWs stark beschÀdigt

Unwetter trifft auf Weinheim

Weinheim, 11. August 2014. (red/pm) Am gestrigen Abend des Kerwesonntags besuchte ein kurzes aber heftiges Unwetter, mit heftigen Starkregen die Zweiburgenstadt Weinheim und die umliegenden Nachbargemeinden. [Weiterlesen…]

Am Wochenende mehr Verbindungen, am Abend ein paar weniger

Neue FahrplÀne: Licht und Schatten

Rhein-Neckar, 07. Dezember 2013. (red/pm) Der Fahrgastverband Pro Bahn stellt die Änderungen in den neuen FahrplĂ€nen vor. Diese werden ab dem 15. Dezember gelten. Erfreulich sei das verbesserte Angebot an Wochenenden, dagegen entfallen wichtige Abendverbindungen im Fernverkehr. [Weiterlesen…]

Übung am Ausbildungszug der Deutschen Bahn

BrandschĂŒtzer bei Gefahrgutausbildung

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Die Deutsche Bahn stellte der Feuerwehr Weinheim einenAsubildungszug zur VerfĂŒgung. Foto: Feuerwehr Weinheim

 

Heidelberg/Weinheim, 31. Oktober 2013. (red/fw) Die BrandschĂŒtzer der Feuerwehr Weinheim nutzen den Stopp des Ausbildungszuges Gefahrgut der Notfalltechnik der Deutschen Bahn in Heidelberg um neues Wissen zu den Gefahrguttransporten und Möglichkeiten des Transportes zu lernen bzw. ihr Wissen zu vertiefen. [Weiterlesen…]

Schwierigster Baubereich der gesamten Stadt

Der „ZOB“ kommt gut voran

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Der Bau des Zentrale Omnibusbahnhof kommt voran. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 22. Oktober 2013. (red/pm) Die Baustelle war zwischenzeitlich sehr schwierig – dennoch kommt der Bau des „ZOB“ gut voran. Die Asphaltarbeiten beginnen am 22. Oktober. [Weiterlesen…]

Unwetter ĂŒber Weinheim

65 Menschen in Zug eingeschlossen

Weinheim, 21. Juni 2013. (red/pm) Der starke Regen und der heftige Wind fĂŒhrten in Weinheim gestern zu zahlreichen EinsĂ€tzen der Feuerwehren und Polizei. WĂ€hrend eines Einsatzes musste die Feuerwehr 65 Menschen aus einem Zug evakuieren. [Weiterlesen…]

GrĂŒne kritisieren

Kompromissfindung zum BahnlĂ€rm hat keine Auswirkung fĂŒr Weinheim

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2016 sollte der sogenannte „Schienenbonus“ wegfallen, hatte der Bundestag beschlossen. Der Bundesrat war dagegen. Nach dem Vermittlungsverfahren fĂ€llt er schon 2015. FĂŒr die Weinheimer Ă€ndert das aber nichts an der LĂ€rmsituation.

 

Weinheim, 07. Mai 2013. (red/pm) Die Belastung durch BahnlĂ€rm wird so schnell nicht weniger. Am vergangenen Freitag, 03. Mai, hatten sich Bundestag und Bundesrat darauf geeinigt, den sogenannten „Schienenbonus“ bereits 2015 wegfallen zu lassen, statt wie vom Bundestag beschlossen 2016.
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Gemeinderat vergibt den Auftrag an SchifferstÀdter Firma

Zweiter Bauabschnitt am Fachmarktzentrum kann beginngen

Weinheim, 14. MĂ€rz 2013. (red/aw/ms) Der Gemeinderat vergab gestern in seiner Sitzung den Auftrag ĂŒber den zweiten Abschnitt der Kanalarbeiten am Weinheimer Tor. Diesen sicherte sich die Heberger GmbH aus Schifferstadt aufgrund des „wirtschaftlichsten Angebots“. Obwohl die Kosten höher ausfallen als zunĂ€chst gedacht. [Weiterlesen…]

BĂŒrgerinitiative "Schutz vor BahnlĂ€rm" und die Stadt ziehen am selben Strang

Gemeinsam gegen den BahnlÀrm

Weinheim, 21. Dezember 2012. (red/aw) Weinheim ist zu laut. Davon ist nicht nur die BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm östlich und westlich der Bergstraße“ ĂŒberzeugt, sondern auch die Stadtverwaltung. Gemeinsam wollen sie nun mit erhöhtem Einsatz gegen die LĂ€rmbelastung in Weinheim vorgehen. Der Gemeinderat schloss sich diesem Engagement an und bewilligte den „LĂ€rmaktionsplan der 1. Stufe“.

Mit ĂŒber 60.000 ZĂŒgen und einem Verkehrsaufkommen von 60 Millionen Kraftfahrzeugen ist Weinheim in Sachen LĂ€rm ganz vorne mit dabei. Die Darstellung des LĂ€rms anhand von LĂ€rmkarten zeigt, dass in Weinheim eine erhebliche LĂ€rmbelastung durch Verkehr besteht. Diese Feststellung war die Grundlage fĂŒr den Beschluss einer LĂ€rmaktionsplanung der Stufe eins. Inhaltlich soll der LĂ€rmaktionsplan die Entwicklung und Beurteilung von einzelnen LĂ€rmminderungsmaßnahmen analysieren und rĂ€umlich verorten.

Eine sinnvolle Umsetzung der Maßnahmen zum Schutz vor BahnlĂ€rm sind aber nur in Zusammenarbeit mit den LĂ€rmverursachern möglich. Daher hat der Gemeinderat die Verwaltung noch einmal explizit beauftragt auf die Hauptverursacher des LĂ€rms zuzugehen und die notwendigen Maßnahmen einzufordern.

LĂ€rmverursacher stellen

Ansprechpartner sind hier vor allem die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt. Denn der ZuglĂ€rm ist ein wesentlicher Bestandteil des LĂ€rmproblems in Weinheim. Bisher war die Kommunikation mit der Deutschen Bahn allerdings eher schwierig. Hinter dem Schutzschild „Bestandsschutz“ hat sich die Deutsche Bahn in der Vergangenheit immer wieder aus der Verantwortung herausgeredet. Auch deswegen riet der Gemeinderat der Stadtverwaltung und BĂŒrgerinitivative, hiesige Bundestagsabgeordnete in die Diskussion mit einzubringen.

Wichtig fĂŒr die Lösung der Belastung der Weinheimer BĂŒrgerschaft durch LĂ€rm, wĂ€re auch ein eigenes Gutachten. Bisherige Daten und Erkentnisse sind unvollstĂ€ndig und veraltet. Ob die benötigten Mittel fĂŒr ein unabhĂ€ngiges Gutachten der Stadt Weinheim zur VerfĂŒgung gestellt werden, muss im Zuge der Haushaltsberatungen entschieden werden.

Die BĂŒrgerinititative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ und auch der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner wĂŒrden diesen Beschluss begrĂŒĂŸen. Die BĂŒrgerinitivative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ fordert bereits seit eineinhalb Jahren geeignete Schutzmaßnahmen der LĂ€rmverursacher. (Anm. d. Red.: Ein ausfĂŒhrliches Interview mit der BĂŒrgerinitivative finden Sie hier)

GesprÀch mit StaatssekretÀrin

Weinheimer BI gegen BahnlÀrm von Uli Sckerl eingeladen

Weinheim/Stuttgart, 29. November 2012. (red/pm) Die BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ hat Erfolg: Auf Einladung des Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl können die Sprecher der Initiative ihr Anliegen in Stuttgart der StaatssekretĂ€rin Dr. Gisela Splett vortragen.

Pressemitteilung von Hans-Ulrich Sckerl:

„Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GrĂŒnen Uli Sckerl hat den Vorstand der Weinheimer BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ zu einem Meinungsaustausch in den Stuttgarter Landtag eingeladen. Dieser findet am kommendem Montag, 3.12.2012 statt. An dem GesprĂ€ch wird auch die StaatssekretĂ€rin im Verkehrsministerium Dr. Gisela Splett teilnehmen. Splett ist die LĂ€rmschutzbeauftragte der grĂŒn-roten Landesregierung, die dem LĂ€rmschutz eine neue Bedeutung und Aufmerksamkeit zukommen lĂ€sst.

Die beiden GrĂŒnen-Politiker wollen sich mit den berechtigten Anliegen der BI auseinandersetzen und gemeinsam ĂŒberlegen, wie die Bahn AG zu einer Modifizierung ihres LĂ€rmaktionsplanes in Weinheim gebracht werden kann. Angesichts von rund 60.000 die Stadt jĂ€hrlich durchfahrenden GĂŒterzĂŒgen – mit steigender Tendenz aufgrund des grundsĂ€tzlich wĂŒnschenswerten Ausbau des Anteils des GĂŒterverkehrs auf der Schiene – ist fĂŒr Uli Sckerl „dringender Handlungsbedarf gegeben“. Da der Bund derzeit die Abschaffung des sog. „Schienenbonus“ angekĂŒndigt hat, aufgrund dessen der Bahn bisher höhere LĂ€rmwerte zugebilligt worden waren, gibt es unter UmstĂ€nden demnĂ€chst auch eine gesetzliche Handhabe fĂŒr besseren LĂ€rmschutz“, meinte er im Vorfeld des Besuchs.“

Erster BĂŒrgermeister bezieht Stellung zur Forderung der BĂŒrgerinitiative "Schutz vor BahnlĂ€rm"

„Wir ziehen am selben Strang“

Dr. Torsten Fetzner steht mit der BĂŒrgerinitiative in regelmĂ€ĂŸigem Kontakt.

Weinheim, 28. November 2012. (red/aw) Die BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm östlich und westlich der Bergstraße” hofft auf die UnterstĂŒtzung des Gemeinderats, um finanzielle Mittel fĂŒr ein unabhĂ€ngiges Gutachten des BahnlĂ€rms in Weinheim erstellen zu lassen. Auch der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner bezieht Stellung und wĂŒrde einen solchen Beschluss begrĂŒĂŸen.

Interview: Alexandra Weichbrodt

Herr Dr. Fetzner, die BĂŒrgerinitiative ist guter Hoffnung, dass der Gemeinderat die finanziellen Mittel fĂŒr ein eigenstĂ€ndiges Gutachten der Stadt Weinheim bewilligt. Wie schĂ€tzen Sie die Wahrscheinlichkeit eines positiven Beschlusses ein?

Dr. Torsten Fetzner: Ich kann mir vorstellen, dass der Gemeinderat ein eigenes Gutachten in Auftrag gibt. Auch gehe ich davon aus, dass neue Messungen im Rahmen des Gutachten schlechtere LÀrmimmissionswerte ergeben werden. Von daher wÀre das kein rausgeworfenes Geld.

Ich wĂŒrde ein eigenes Gutachten begrĂŒĂŸen.

Sie wĂŒrden sich die UnterstĂŒtzung durch den Gemeinderat also wĂŒnschen?

Fetzner: Ja, ich wĂŒrde einen solchen Beschluss begrĂŒĂŸen. Der Weg dahin muss aber im Detail noch mit der BĂŒrgerinitiative diskutiert werden. Hier gibt es mehrere mögliche Wege.

Wie können Sie aus Sicht der Stadtverwaltung die Zusammenarbeit mit den zustÀndigen Verhandlungspartnern beschreiben?

Fetzner: Die Bahn bewegt sich bei diesem Thema praktisch nicht. Daher könnte die Vorlage gutachterlich abgesicherter Zahlen eine gute Grundlage fĂŒr erneute Verhandlungen mit der Deutschen Bahn bieten.

Wie beurteilen Sie das Engagement der BĂŒrgerinitiative in Weinheim?

Fetzner: Die Zusammenarbeit mit der BĂŒrgerinitiative ist konstruktiv, kooperativ und stets sachbezogen. Wir ziehen am selben Strang.

 

Hintergrund:
Die BĂŒrgerinitiative  „Schutz vor BahnlĂ€rm östlich und westlich der Bergstraße” und die Stadtverwaltung haben ein gemeinsames Ziel: Mehr LĂ€rmschutz entlang der Bahnhlinie auf der kompletten Weinheimer Gemarkung.

Im weinheimblog.de-Interview berichteten die Köpfe der BĂŒrgerinitiative Dr. Hans Irion, Joachim Körber und Peter Thunsdorff ĂŒber ihren ehrenamtlichen Einsatz, ihre BeweggrĂŒnde und Hoffnungen. Sie fordern aktiven LĂ€rmschutz von den ĂŒbergeordneten Behörden und der Deutschen Bahn.

Am 12. November 2012 ĂŒbergaben sie Dr. Torsten Fetzner rund 500 Unterschriften, um den Handlungsbedarf zu verdeutlichen. Nach SchĂ€tzungen der BĂŒrgerinitiative sind etwa 5.000 bis 6.000 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in Weinheim vom BahnlĂ€rm betroffen.

Interview mit den Köpfen der BĂŒrgerinitiative "Schutz vor BahnlĂ€rm"

„Wir brennen fĂŒr unser Projekt“

Die MĂ€nner der BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ (v.l.n.r.): Joachim Körber, Peter Thunsdorff und Dr. Hans Irion.

 

Weinheim, 28. November 2012. (red/aw) Der Kampf um ein leiseres Weinheim ist noch nicht beendet. Die BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ kĂ€mpft fĂŒr ein unabhĂ€ngiges Gutachten, dass aufzeigen soll, wie problematisch die Situation in Weinheim wirklich ist. Die Köpfe hinter der BĂŒrgerinitiative Dr. Hans Irion, Peter Thunsdorff und Joachim Körber sprachen im Interview mit uns ĂŒber ihre Motivation und Ziele. Sie ĂŒben deutliche Kritik an der Kooperationsbereitschaft der Deutschen Bahn und hoffen auf UnterstĂŒtzung vom Gemeinderat.

Interview: Alexandra Weichbrodt

Herr Dr. Irion, Sie haben vor fast eineinhalb Jahren die BĂŒrgerinitivative „Schutz vor BahnlĂ€rm östlich und westlich der Bergstraße” ins Leben gerufen? Was war der Auslöser?

Dr. Hans Irion: Ich hatte gehört, dass das GelĂ€nde des ehemaligen GĂŒterbahnhofs an einen Investor verkauft wurde. Am 01. Juni 2011 habe ich daraufhin an die Fraktionsvorsitzenden, den OberbĂŒrgermeister und die Zeitungen geschrieben, mit der Bitte um Schließung der LĂŒcken zwischen den GebĂ€uden mit Hilfe von LĂ€rmschutzzĂ€unen.

Weil Sie sich durch den BahnlĂ€rm gestört fĂŒhlten?

Irion: In erster Linie habe ich nicht aus eigenem Interesse gehandelt. Ich kann zwar nicht bei offenem Fenster schlafen, aber ich komme mit dem LĂ€rm zurecht. Ich dachte mir: Weinheim ist eine dermaßen verlĂ€rmte Stadt, da muss man einfach was tun. Als BĂŒrger dieser Stadt wollte ich etwas dagegen tun.

Unser eigentlich vierter Mann Herr Köferl, der in der Zwischenzeit leider verstorben ist, las in der Zeitung davon und meldete sich damals bei mir. Er sagte: „Wenn Sie hier etwas erreichen wollen, mĂŒssen Sie eine BĂŒrgerinitiative grĂŒnden“. Er hatte Erfahrungen in diesem Bereich. So ist die BĂŒrgerinitiative entstanden. Kurz darauf sind Herr Thunsdorff und Herr Körber zu uns gestoßen und haben unser Team optimal ergĂ€nzt. Wir alle sind mehr oder weniger vom BahnlĂ€rm betroffen.

„LĂ€rm zunehmend unertrĂ€glich“

Peter Thunsdorff: Das stimmt. Ich wohne in der Lortzingstraße und die Schienen sind von meinem Balkon genau 185 Meter entfernt. Ich messe auf meinem Balkon einen Spitzenpegel von 75 bis 80 Dezibel, wenn Nachts die GĂŒterzĂŒge vorbei rollen. Bedenkt man, dass der medizinisch anerkannte Aufwach-Wert bei 45 Dezibel liegt, dann können Sie sich denken, wie viel erholsamer Schlaf möglich ist.

Ich habe bereits vor 12 Jahren LÀrmschutzfenster in mein Haus eingebaut, weil ich den LÀrm als zunehmend unertrÀglich empfand. Als ich das Rundschreiben von Herrn Irion und Herrn Köferl im Briefkasten fand, habe ich ein bisschen im Internet recherchiert und ihnen ein paar Informationen zukommen lassen. Daraufhin fragten sie mich, ob ich nicht Lust hÀtte mich dort mit einzubringen.

Joachim Körber: Das Engagement war im ersten Moment natĂŒrlich recht egoistisch. Auch in wohne östlich der Bahnlinie. Als ich von den PlĂ€nen der Bebauung hörte, dachte ich es sei vielleicht ein guter Moment, um dieses Thema mal anzupacken. Ich wollte herauszufinden, ob der Investor – der ja östlich der Bahnschienen baut – bereit ist etwas fĂŒr uns zu tun.

Auf dem GelĂ€nde des ehemaligen GĂŒterbahnhofs entsteht derzeit ein Fachmarktzentrum. Der Investor zeigte sich den Anliegen der BĂŒrgerinitiative gegenĂŒber sehr einsichtig.

 

Sie haben vom Hamburger Immobilieninvestor AVW LÀrmschutzwÀnde gefordert, die er dann auch auf freiwilliger Basis zugesichert hat. Klingt im Nachhinein einfach. War es das denn auch?

Körber: Nun gut, so ganz freiwillig gibt man ja nicht Tausende von Euro aus. Das war uns schon klar und dafĂŒr haben wir auch VerstĂ€ndnis. Wir hatten daher vorsorglich Einspruch erhoben. Die Stadt hat sich unser Forderung gegenĂŒber sehr aufgeschlossen gezeigt und gesagt: „Wir haben nichts dagegen, wenn Sie direkt mit dem Investor sprechen. Wenn Ihnen das gelingt, haben Sie einen Orden verdient.“

Der Investor hat sich dann tatsĂ€chlich den GesprĂ€chen gestellt. AVW hat unwahrscheinlich fair gehandelt und es war fĂŒr uns kein allzu großer Kampf. Uns wurde zugesichert die LĂŒcken ĂŒberlappend mit LĂ€rmschutzwĂ€nden zu schließen. Daraufhin haben wir den Einspruch zurĂŒckgezogen.

Das war der erste Erfolg fĂŒr Ihre BĂŒrgerinitiative. Wie sind Sie denn ĂŒberhaupt an das Thema rangegangen? Welche Schritte waren nötig?

Thusndorff: Wir mussten uns natĂŒrlich alle erst einmal in das Thema reinarbeiten. Was sind Dezibel? Wie misst man sie? Ich habe MessgerĂ€te gekauft, um die Messungen ordentlich durchfĂŒhren zu können. Mit jedem Schritt, den wir durch unsere Informationen weiterkamen, haben wir allerdings festgestellt: Es ist nicht nur unser StĂŒck – entlang des jetzt entstehenden Fachmarktzentrums –  betroffen. Es ist eigentlich ganz Weinheim, das unter dieser LĂ€rmsituation leidet. Die Weststadt und LĂŒtzelsachsen ebenso, wie die Waid, das Gebiet hoch zum Schlosspark und weiter nach Sulzbach. Überall gehen die Werte ĂŒber 60 Dezibel hinaus.

„Ganz Weinheim ist davon betroffen“

Körber: Wir haben uns dann also relativ schnell nicht mehr nur auf „unsere“ Seite konzentrieren können. Die Resonanz und Zuschriften der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger hat das bestĂ€tigt.

Wie viele Weinheimerinnen und Weinheimer sind denn konkret von einem „gesundheitsgefĂ€hrdenden LĂ€rm“ betroffen?

Körber: Insgesamt haben uns mehr als 500 Unterschriften erreicht. Wenn wir davon ausgehen, dass in jedem Haushalt durchschnittlich drei Personen leben, dann wĂŒrde ich schĂ€tzen, dass mindestens 1.500 Menschen so direkt betroffen sind, dass sie sich bei uns melden und aktiv werden wollen.

Die LĂ€rmkartierung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) in Bonn zeigt, dass die Bahnlinie einen extremen Schallpegel abgibt, der im Mittelwert grĂ¶ĂŸer ist als 75 dB(A) (Schallpegel). Dieser breitet sich links uns rechts der Bahnstrecke aus. Er zieht auf der einen Seite im Westen in die Ebene und nach Osten den Hang hinauf. Der Schallpegel baut sich erst mit Entfernung ab. Das heißt, das ganze Wohngebiet ist von einer LĂ€rmbelastung ĂŒber 60 Dezibel im Mittelwert, also im gesundheitsgefĂ€hrdeten Bereich, betroffen. In Spitzenwerten geht das bis auf 85 dB(A) hoch.

Entlang der Weinheimer Strecke sind das nach unseren SchÀtzungen etwa 5.000 bis 6.000 Menschen. Am schlimmsten betroffen sind aber wohl die 500 Unterschriftengeber und ihre Familien

Ihr Engagement mit der BĂŒrgerinitiative kostet Sie eine Menge Geld. Wie finanzieren Sie Ihren Aufwand?

Irion: Ja, zunÀchst einmal aus eigenen Mitteln. Wir sind alle drei mehr als ehrenamtlich tÀtig. Herr Thunsdorff hat beispielsweise seine MessgerÀte selbst gekauft und auch die ersten InformationsblÀtter haben wir aus eigener Tasche finanziert.

In einem Info-Blatt haben wir dann darauf hingewiesen, dass wir auchÂ ĂŒber eine finanzielle UnterstĂŒtzung dankbar wĂ€ren. Daraufhin haben wir tatsĂ€chlich einiges an Spendengelder einnehmen können. Dieses gespendete Geld wird natĂŒrlich ausschließlich fĂŒr die BĂŒrgerinitiative verwendet.

Der Zupruch der Bevölkerung gibt RĂŒckhalt

Thunsdorff: Die Spanne der Spendensummen liegt zwischen 5 und 500 Euro. Wir sind ĂŒberrascht gewesen, mit welcher Bereitschaft uns Spenden zukamen. Denn wir können keine Spendenquittung ausstellen, da wir kein eingetragener Verein fĂŒr gemeinnĂŒtzige Zwecke sind. Wir hoffen ja, dass unsere BemĂŒhungen bald ein Ende haben und wir keine dauerhafte Gruppierung, wie einen Verein benötigen. Trotzdem sind die BĂŒrger bereit ihr Portemonnaie aufzumachen, das ist sehr dankenswert.

Körber: Wir hören öfter: Ihre Arbeit ist mir die Spende wert. Das Interesse an unserer TĂ€tigkeit ist erfreulich groß, was uns natĂŒrlich auch wieder ein bisschen Kraft und RĂŒckhalt gibt.

Sie investieren neben Geld auch eine Menge Zeit, oder?

Körber: Ja, da stecken viele Stunden drin. Wenn sie einen offiziellen Brief schreiben, beispielsweise an eine hochgestellte Persönlichkeit, dann kommt es auf ProfessionalitÀt an. Unsere Arbeit muss seriös sein.

Thunsdorff: Wir haben auch den Anspruch nicht polemisch oder emotional zu sein. Obwohl die Versuchung manchmal natĂŒrlich sehr groß ist, wenn man mit arroganten SprĂŒchen abgespeist wird. Da kommt der Groll schon mal hoch.

Irion: Es stimmt also schon, dass es viel Arbeit ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein Gewinn fĂŒr unser persönliches Leben. Wir haben neue Freunde gefunden. Wir diskutieren und arbeiten uns in neue Themenfelder ein. Das hĂ€lt uns geistig rege und fit. Außerdem haben wir das GefĂŒhl wir tun etwas, dass der Allgemeinheit hilft.

Was steht denn aktuell auf der Agenda der BĂŒrgerinitiative?

Auf ihrer Internetseite www.bl-w.de informiert die BĂŒrgerinitiative ĂŒber Daten, Fakten und Geschehnisse der aktuellen Diskussion.

Körber: Ganz klar die Erstellung eines eigenen Gutachtens ĂŒber die LĂ€rmsituation in Weinheim. Wir stellten uns die Frage, ob die im Jahr 2005 abgeschlossenen Maßnahmen der Deutschen Bahn auf einem geeigneten Gutachten aufgebaut waren.

Wir haben recherchiert und die Stadt nach dem genauen Inhalt des Gutachten gefragt. Die Stadt war Ă€ußerst kooperativ. Der Inhalt des Gutachtens war fĂŒr uns dann wirklich verblĂŒffend. Das Gutachten war eingegrenzt bis auf wenige Meter – bis westlich der Rosenbrunnenstraße – von den Gleisen entfernt.

Da haben wir uns gedacht: Das kann doch nicht wahr sein. Wir haben uns an das Eisenbahn-Bundesamt gewandt und nachgefragt, wie das denn zu beurteilen sei. Da wurden wir auf eigene, aktuellere PlÀne von 2008 verwiesen. Das Gutachten war von 2002. Aber wir haben ja heute viel mehr LÀrm als damals.

Gemeinsam mit der Stadt haben wir daraufhin die Beauftragten der Bahn nach Weinheim eingeladen. Da kamen auch zwei, die uns klar gemacht haben, dass diese Strecke „Bestandsschutz“ habe und mit den Maßnahmen von 2005 die Arbeit in Sachen Sanierung abgeschlossen sei.

Irion: Basta.

Thunsdorff: Zitat des Bahnmitarbeiters: “Einmal saniert, fĂŒr immer saniert.“ Diese Aussage war schon heftig.

Ihre EinwÀnde haben bei den ZustÀndigen also kein Gehör gefunden?

Körber: Unsere Argumentation, dass der Verkehr und die Zugzahl zugenommen haben, wurde bestĂ€tigt. Das sei alles richtig, auch die Prognosen. Die eigenen Berechnungen des EBA liegen auch weit ĂŒber dem, was im Jahr 2002 berechnet wurde. Aber die Strecke habe Bestandsschutz und daher mĂŒssten die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger die Zunahme des Verkehrs einfach aushalten.

„Einmal saniert, fĂŒr immer saniert“

Nach dieser Aussage waren wir schon etwas geladen. Ich bezeichne diese Argumentation mit dem Bestandsschutz ganz bewusst als „bösartig“. Das ist eine Verachtung der BĂŒrger. Eine Verachtung des grundgesetzlich geschĂŒtzten Rechts der Unversehrbarkeit der Menschen.

Wir haben das EBA gebeten, diese Werte neu zu berechnen. Das EBA hat sich zunĂ€chst auch der Aufgabe gestellt, hat dann aber wohl einen Hinweis bekommen, als nachgeschaltete Behörde des Verkehrsministeriums, die Arbeit nicht fortzufĂŒhren.

Wissen Sie warum?

Körber: Nein, das wissen wir nicht und möchten da auch keine Vermutungen anstellen. Wir wissen nur, dass unser OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard vom PrĂ€sidenten des EBA einen Brief bekommen hat, in dem der PrĂ€sident mitteilte, dass die Strecke unter Bestandsschutz falle.

Da waren wir in einer Situation, in der wir ĂŒberlegt haben, ob das jetzt das Ende unserer BĂŒrgerinitiative ist und wir aufhören sollen.

Haben Sie aber nicht.

Körber: Nein, denn die Gemeinden sind offiziell aufgefordert einen LĂ€rmaktionsplan zu erarbeiten. Im Rahmen der Erarbeitung dieses LĂ€rmaktionsplans hat die Stadt Weinheim das Gutachten eingeholt und festgestellt, dass sie fĂŒr den Schienenverkehr keinen Plan erstellen kann, da in diesem Gutachten wichtige Daten vorenthalten wurden. Das EBA hat Daten, wie z.B. die Zahl der betroffenen BĂŒrger nicht genannt.

Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir ein eigenes Gutachten brauchen. Diese Situation ist nach wie vor aktuell. So ein eigenstĂ€ndiges Gutachten nur fĂŒr Weinheim kostet natĂŒrlich Geld. Wir haben im Rahmen der LĂ€rmaktionsplanung der Stadt Weinheim die Frage gestellt, ob sie denn das Gutachten in Auftrag geben könnte. Die Antwort des Ersten BĂŒrgermeisters Dr. Torsten Fetzner war: „Wir haben dafĂŒr kein Geld.“

Alle Hoffnungen ruhen auf dem Gemeinderat

Diese Antwort des BĂŒrgermeisters war vollkommen in Ordnung. Es stimmt. Aber der Gemeinderat könnte das Geld ja bewilligen. Das heißt, der Gemeinderat ist aufzufordern, dieses Gutachten zu bewilligen und die Verwaltung zu autorisieren dieses anzufordern.

Das ist derzeit Ihre Stratgie?

Thunsdorff: Ja. Wir sind grade dabei die Fraktionen im Gemeinderat der Stadt Weinheim anzusprechen, um deren Bezug zur Problematik festzustellen. Wir können bis dato vermelden, dass die kleineren Parteien – die GrĂŒnen und die FDP – sehr aktiv mitziehen. Sie haben direkt auf unser Anliegen reagiert. Bei der CDU, SPD und den Freien WĂ€hlern zeigt man eine, bisher fĂŒr uns noch nicht ganz nachvollziehbare, ZurĂŒckhaltung. Wobei wir doch davon ausgehen, dass wir eine Initiative verfolgen, die zum Wohle aller ist.

Woran könnte diese ZurĂŒckhaltung liegen?

Körber: Ich möchte den Parteien zu Gute halten, dass der Gemeinderat sich ja wirklich mit vielen, vielen unterschiedlichen Themenbereichen befasst. Dass die StadtrĂ€te jetzt auf allen Gebieten, die fĂŒr die BĂŒrger von Interesse sind, sofort höchste SensibilitĂ€t haben, kann man nicht erwarten.

Thunsdorff: Wir sind daher guter Dinge, dass die großen Fraktionen sich auch noch melden. Wir mĂŒssen noch ein paar Tage Geduld haben.

Irion: Auch, wenn uns das Warten manchmal schwer fĂ€llt, weil wir so fĂŒr unser Projekt brennen. Wir haben gelegentlich nur wenig VerstĂ€ndnis fĂŒr Leute, die nicht genauso begeistert sind wie wir, um dieses Projekt voranzutreiben.

FĂŒr wie wahrscheinlich halten Sie die Bewilligung der Mittel in der nĂ€chsten Gemeinderatsitzung?

Körber: Wir gehen davon aus, dass auf der nĂ€chsten Gemeinderatsitzung die entsprechenden Mittel zur Finanzierung dieses Gutachtens in das Budget der Stadt fĂŒr 2013 aufgenommen werden. Bis zu dieser Gemeinderatsitzung werden wir auch hoffentlich ein Angebot der Firma Möhler und Partner aus MĂŒnchen mit genauen Zahlen vorlegen können. Diese hat ĂŒbrigens auch die Bundesregierung im Jahr 2011 ĂŒber die LĂ€rmschutzsituation in Deutschland unterrichtet.

Mit diesem eigenen Gutachten wollen wir dann an die Öffentlichkeit, denn mit dem Stichwort „Bestandsschutz“ sind wir nicht zufrieden. Wir stellen die ganz klare Forderung, dass im Rahmen dieser freiwilligen LĂ€rmsanierungsaktion der DB Netz, das Weinheim-Thema erneut aufgegriffen wird. Es kann nĂ€mlich nicht sein, dass man auf einer Strecke den Verkehr bis weit ĂŒber die Leistungsgrenze hochfĂ€hrt und dann alle Betroffenen im Regen stehen lĂ€sst.

Irion: Dazu kommt, dass die Gemeinden nördlich von uns in Hessen, vollstÀndig saniert sind. Der LÀrmschutz endet direkt vor Weinheim, an der Grenze von Hemsbach.

Egal, ob westlich oder östlich der Bahnschienen: Zu laut ist es ĂŒberall in Weinheim. Besonders in der Nacht.

 

Woran liegt das? An der Landesregierung?

Körber: Nein, die Landesregierung hat darauf gar keinen Einfluss. Auch bei der Bahn muss man differenzieren. ZunÀchst dachten wir auch: Klar, Ansprechpartner ist die Deutsche Bahn. Wer ist der Vorsitzende? Den schreiben wir an. Aber das ist viel differenzierter.

Nach der Privatisierung 1992 haben wir ja folgende Situation: Die Strecken, die Trassen und die GrundstĂŒcke auf der die Bahnen fahren, gehören der Bundesrepublik Deutschland. Vertreten werden sie durch das Bundesverkehrsministerium. Dieses hat die DB Netz beauftragt die Strecken in Stand zu halten und zu vermieten.

Durch Weinheim fahren also rund 200 verschiedene Verkehrsunternehmer, die meisten privater Natur. Die rollen hier durch die Nacht und verlegen den LĂ€rmteppich ĂŒber Weinheim. WĂŒrden wir versuchen direkt an den LĂ€rmverursacher gehen, dann mĂŒssten wir uns mit 200 Unternehmen rumschlagen und diese bitten, Wagen einzusetzen die nicht so viel Krach machen. Da sind wir auf verlorenem Posten.

„Es kann nicht sein, dass man die Betroffenen im Regen stehen lĂ€sst“

Also ĂŒben Sie anderweitig Druck aus?

Körber: Ja und die öffentliche Meinung sowie die aktuelle Diskussion kommt uns mittlerweile entgegen. In der Schweiz haben wir momentan den Fall, dass in Zukunft nur noch leise GĂŒterzĂŒge zugelassen werden sollen. Dort soll eine gesetzliche Bestimmung einfĂŒhrt werden. Das erhöht den Druck auf den internationalen Eisenbahnverkehr. Davon spĂŒren wir hier in Weinheim aber derzeit noch nichts. Also machen wir weiter.

Unser Ziel ist es den BahnlĂ€rm zu reduzieren, wo immer es möglich ist. Viele UnterstĂŒtzer schreiben uns, machen VorschlĂ€ge und geben Anregungen. So hatte uns eine Dame geschrieben, die darĂŒber klagte, dass der BahnlĂ€rm plötzlich noch lauter als bisher ist. Herr Thunsdorff hat sich die Stelle und das Problem angeschaut und festgestellt, dass  die Schienen nur gefrĂ€st, statt geschliffen wurden. Das ist gĂŒnstiger und spart Geld, ist aber auch deutlich lauter im Betrieb. Auf unsere Initiative hin, hat das Eisenbahn-Bundesamt sofort die DB Netz angewiesen das Problem zu beheben. Binnen zwei Wochen waren die Schienen dann geschliffen.

Das ist doch mal ein positives Beispiel fĂŒr die Kooperationsbereitschaft der Behörden.

Körber: Ja, ein positives Erlebnis mit der Aufsichtsbehörde des Eisenbahn-Bundesamts. Mit der Deutschen Bahn hat das aber nicht viel zu tun. Ich finde, dass die Bahn sich hinter ihren juristischen Möglichkeiten versteckt. Besonders beim Thema Bestandsschutz. Die Bahn ist von sich aus nicht bereit etwas zu tun, weil sie immer den PrĂ€zedenzfall scheut. WofĂŒr ich VerstĂ€ndnis habe. Wenn sie es fĂŒr Weinheim tut, muss sie es vielleicht auch fĂŒr 50 andere Ortschaften in Deutschland tun. Das hat ja immer eine Kettenwirkung. Aber da wir in der Belastung, gleich hinter dem Rheintal kommen, muss man bei uns ebenfalls handeln. Denn auch die Rheintalstrecke stand unter Bestandsschutz. Das kann also nicht lĂ€nger das Argument sein. (Anm. d. Red.: Alles zur Initiative gegen BahnlĂ€rm im Rheintal finden Sie hier)

Wir sind der Meinung, dass man den Verursacher des Krachs stellen muss. Nach unserem juristischen VerstĂ€ndnis ist das die DB Netz. Da diese aber von sich aus nichts tun möchte oder kann, sind wir bereit den politischen Druck auf DB Netz zu erhöhen. Wir sind im GesprĂ€ch mit dem RegierungsprĂ€sidium in Karlsruhe, mit der Landesregierung und LĂ€rmschutzbeauftragten in Stuttgart, mit dem Verkehrsministerium und dem EBA. Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass die gegenseitige Information der verschiedenen Stellen dazu fĂŒhrt, dass sich Einzelne nicht aus der Verantwortung ziehen können. Das setzt sie unter Druck und das wollen wir, denn dann tun die auch was.

Wie wĂŒrden Sie sich jetzt den zukĂŒnftigen Verlauf dieser Geschichte wĂŒnschen?

Körber: Wir stellen klare Forderungen und sollten diese erfĂŒllt werden, ist die Sache fĂŒr uns erledigt.

Wie sehen diese Forderungen aus?

Körber: Die BĂŒrger von Weinheim sind nicht bereit sich den Strapazen des BahnlĂ€rms weiter auszusetzen. Sie fordern den grundgesetzlichen Schutz der körperlichen Unversehrtheit und ihres Eigentums. Im Detail sind die Forderungen innerhalb der Gemarkung Weinheim, die Reduzierung der Geschwindigkeit fĂŒr GĂŒterzĂŒge auf 50 km/h Kilometer bis zum Abschluss der Erstellung eines geeigneten Schallschutzes; eine sofortige Realisierung geschlossener SchallschutzwĂ€nde, im Rahmen des freiwilligen LĂ€rmsanierungsprogramms der Bundesregierung Deutschland und keine weiteren Beschlichtungsversuche mit dem Ă€ußerst zweifelhaften Argument des Bestandsschutzes.

Wir wĂŒnschen uns, dass nun auch die Fraktionen diesen Gedanken mittragen und die Verwaltung entsprechend beauftragen.

Thunsdorff: Sollten Fraktionen dabei sein, die unseren Plan nicht unterstĂŒtzen, hĂ€tten wir eine neue Situation und mĂŒssten erneut darĂŒber nachdenken. Aber damit wollen wir uns im Moment noch nicht beschĂ€ftigen.

Von der Stadtverwaltung und auch ihrem Ansprechpartner BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner sehen Sie aber die UnterstĂŒtzung Ihrer Anliegen?

Körber: Ja, auf jeden Fall. Auch der OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard hat sich sehr ausfĂŒhrlich mit uns auseinander gesetzt und ich hatte den Eindruck der Herr Bernhard ist ausgesprochen dankbar fĂŒr unser Engagement.

Der Blick von der BarbarabrĂŒcke auf das Wohngebiet rund um die Rosenbrunnenstraße. In Zukunft werden hier LĂ€rmschutzwĂ€nde den Krach ein wenig eingrenzen.

 

Info:
Dr. Hans Irion hat die letzten 25 Jahre seines Berufslebens als Leiter fĂŒr Forschung und Entwicklung im Agrarbereich der SĂŒdzucker AG gearbeitet. Peter Thunsdorff ist Mathematiker und Volkswirt. Er war u.a. als selbststĂ€ndiger Unternehmensberater tĂ€tig. Joachim Körber ist studierter Elektroningenieur und hat hauptsĂ€chlich in der Bahnindustrie gearbeitet. U.a. war er GeschĂ€ftsfĂŒhrer im Verband der deutschen Bahnindustrie.

 

 

Kinder lasen Senioren vor - Geschichten zum Sich-Erinnern und Schmunzeln

Rollentausch am bundesweiten Vorlesetag

Weinheim, 23. November 2012. (red/pm)  „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand

“
Wer kennt sie nicht, die bekannten EingangssĂ€tze der Ballade von Theodor Fontane? Das Gedicht hörte man oft in der Runde der Schulkinder und Senioren, die sich letzte Woche in verschiedenen Pflege- und Seniorenheimen in Weinheim trafen. Allerdings lasen nicht wie ĂŒblich die Erwachsenen den Kindern vor, die Rollen waren dieses Mal vertauscht: SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der 3. und 4. Klasse der Wald-, Friedrich- und Albert-Schweitzer-Schule gingen in die Einrichtungen in der NĂ€he ihrer Schule und lasen den Heimbewohnern Geschichten und MĂ€rchen zum Sich-Erinnern und Schmunzeln vor, sagten Gedichte auf und sangen der Jahreszeit entsprechende Lieder wie: „Bunt sind schon die WĂ€lder

“

Information der Stadt Weinheim:

„Aus Anlass des bundesweiten Vorlesetags, der von der ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn ins Leben gerufen wurde, gibt es jedes Jahr im November in ganz Deutschland verschiedene Aktionen rund ums Vorlesen. Unter der FederfĂŒhrung des BildungsbĂŒros/Integration Central beteiligte sich dieses Jahr auch Weinheim daran und hatte sich diesen ganz besonderen Rollentausch ausgedacht.

Die Organisation hatte Elke König, die im BildungsbĂŒro fĂŒr das Ehrenamt zustĂ€ndig ist, ĂŒbernommen und zusammen mit den ehrenamtlichen Lesepatinnen, die schon seit einigen Jahren regelmĂ€ĂŸig in Kita und Schulen vorlesen, die Aktionen begleitet. Elke König: „Ich möchte, dass auch einmal die Kinder erfahren, wie andere sich freuen, vorgelesen zu bekommen.“ Ihr besonderes Anliegen ist es zudem, alte und junge Menschen zusammenzubringen und ihnen RĂ€ume und Möglichkeiten zum Austausch und zu gemeinsamen AktivitĂ€ten zu geben. Die ganze Woche gab es Vorleseaktionen in verschiedenen Einrichtungen wie dem Bodelschwingh-Heim, dem Haus Pamina des Deutschen Roten Kreuzes, dem GRN (Gesundheitszentrum Rhein-Neckar) und der Arbeiterwohlfahrt. Die Kinder, die von ihren Lehrerinnen gut vorbereitet wurden, hatten sich ĂŒberlegt, womit sie Ă€ltere Menschen erfreuen können. Frau von Hirschheydt von der Waldschule: „Wir haben schon vor einigen Wochen begonnen, im Unterricht diesen Lesetag vorzubereiten und gemeinsam Textpassagen ausgesucht und geprobt.“

Als es dann endlich soweit war, waren die GrundschĂŒler sehr aufgeregt: Sie durften AuszĂŒge aus ihren LieblingsbĂŒchern lesen – eine Herausforderung fĂŒr die Kinder, denn hier kam es darauf an, fĂŒr die Senioren besonders deutlich zu sprechen. Den Kindern machte das Vorlesen sichtlich Spaß, betont lasen sie ihre Lieblingsgeschichten oder Gedichte vor, die sie lange vorher im Unterricht geĂŒbt hatten. Die Senioren hörten interessiert zur und sparten nicht mit Beifall. Besonders aufmerksam aber wurden sie bei Geschichten, die sie kannten, wie die vom Fischer und seiner Frau „Ilsebill, die keiner will“ oder dem „Fliegende Robert“, und bei den bekannten Liedern sah man einige Senioren mitsingen.
Die SchĂŒler der ASS konnten im Haus Pamina des DRK mit dem MĂ€rchen „Dornröschen“ erfreuen. Die betagten Zuhörer in dem kleinen Aufenthaltsraum im Heim des DRK lauschten gespannt und waren fast ein wenig verwundert, wie fließend und betont die Neun- und ZehnjĂ€hrigen vorlesen konnten. Über das Vorlesen hinaus gab es spontane Pantomime (3. Klasse der Friedrichschule im GRN), Bewegungslieder (3. Klasse der Waldschule im Bodelschwingh-Heim), einen englischen Song (4. Klasse der Waldschule bei der AWO) und vieles mehr.

Aber auch die Einrichtungen hatten sich gut vorbereitet, das Bodelschwingh-Heim hatte sogar ein Podest und ein Mikrofon fĂŒr die kleinen Akteure bereitgestellt – und in allen HĂ€usern hatten die Leiterinnen dafĂŒr gesorgt, dass als Dankeschön fĂŒr die Kinder Saft, GummibĂ€rchen und etwas SĂŒĂŸes fĂŒr den Nachhauseweg bereit stand. Überall wurde der Wunsch laut, diese Aktion zu wiederholen! Auch die Kinder wollten unbedingt wiederkommen – und nicht nur wegen der Urkunden und den Buchgeschenken, die sie vom BildungsbĂŒro zum Dank erhielten.
Diesen Wunsch möchte Elke König sehr gerne aufgreifen. Nach den guten Erfahrungen in der vergangenen Woche plant sie, diese generationsĂŒbergreifenden Begegnungen zwischen Jung und Alt regelmĂ€ĂŸig und im Rahmen des Programms des Mehrgenerationenhauses fortzufĂŒhren. Elke König: „Diese Begegnungen unterstĂŒtzen nicht nur die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder, sie beleben auch den Alltag der Senioren und schaffen eine AtmosphĂ€re gegenseitiger Achtung und WertschĂ€tzung.“

Die Arbeit der Fachstelle „Ehrenamt in der Weinheimer Bildungskette“ des BildungsbĂŒros/Integration Central wird von der Freudenberg Stiftung, dem Generali Zukunftsfonds sowie vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Programm „MehrgenerationenhĂ€user II“ gefördert.“

Strategie-Abstimmung mit der Stadt

Mit RĂŒckenwind gegen den BahnlĂ€rm

Die BĂŒrgerinitiative legt fast 500 Unterschriften zur BekrĂ€ftigung des LĂ€rmaktionsplanes vor. Foto: Stadt Weinheim.

 

Weinheim, 12. November 2012. (red/pm) Die BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm“ gibt keine Ruhe. Das wird auch nicht von ihr erwartet. Ganz im Gegenteil. Die Menschen in Weinheim sind offensichtlich dankbar fĂŒr diese Vertretung der BĂŒrgerschaft, und die Verwaltungsspitze im Rathaus freut sich ĂŒber den RĂŒckenwind; denn die Forderungen nach LĂ€rmschutz bei den ĂŒbergeordneten Behörden und bei der Deutschen Bahn erfordern Nachdruck. „Deshalb sind wir sehr froh ĂŒber deutliche MeinungsĂ€ußerungen aus der Bevölkerung“, erklĂ€rte jetzt BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner bei einem Treffen mit den Vertretern der BĂŒrgerinitiative.

Information der Stadt Weinheim:

„Deren Sprecher Dr. Hans Irion, Joachim Körber und Peter Thunsdorff ĂŒberbrachten dem Dezernenten an die 500 Unterschriften und Kommentare von BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern, die sich jetzt fĂŒr eine Verbesserung der LĂ€rmsituation in Weinheim ausgesprochen haben. Viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben nicht nur eine Unterschrift geleistet, sondern konkrete Anregungen gemacht, wie ein besserer LĂ€rmschutz erreicht werden könnte. Dass es in Weinheim in der NĂ€he der Bahnlinie zu laut ist – darin ist sich die BĂŒrgerinitiative mit der Stadtverwaltung einig. Das Amt fĂŒr Stadtentwicklung erarbeitet im Moment einen LĂ€rmaktionsplan. Kastor Höhn, der Stellvertretende Leiter des Fachamtes, erlĂ€uterte,
dass die Eingaben der BĂŒrger zur richtigen Zeit kommen; so können sie wĂ€hrend der Phase der Offenlage gleich in den LĂ€rmaktionsplan einfließen. Gemeinsames Ziel: Mehr LĂ€rmschutz entlang der Bahnhlinie auf der kompletten Weinheimer Gemarkung.

BĂŒrgermeister Dr. Fetzner bot regelmĂ€ĂŸige Treffen mit der Vertretern der BĂŒrgerinitiative an, um jeweils die weitere Strategie abzustimmen. Schließlich ziehe man an einem Strang – und dies sollte man auch in Berlin (im Bundesverkehrsministerium) und in Bonn (beim Eisenbahnbundesamt) spĂŒren. Irion, Körber und Thunsdorff erklĂ€rten, dass sie auf allen politischen Ebenen einen höheren Grad der Sensibilisierung wecken wollen. In der nĂ€chsten Zeit wollen sie die Fraktionen des Gemeinderates besuchen. Ihr Anliegen: Das Gremium soll die Mittel bewilligen, mit denen die Stadt auf eigene Kosten ein unabhĂ€ngiges LĂ€rmschutzgutachten erstellen lĂ€sst. Den Gutachten der Bahn, die außerdem schon einige Jahre alt sind, wolle man nicht vertrauen. Die LĂ€rmbelastung habe sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Ein eigenes Gutachten werde, so die BI, die Argumentationsbasis der Stadt und ihrer BĂŒrger verbessern. Desweiteren werde man Kontakt mit den Bundestagsabgeordneten und dem RegierungsprĂ€sidium aufnehmen. Auch der Bundestag beschĂ€ftige sich im Moment mit dem Thema BahnlĂ€rm, berichtete Joachim Körber und bestĂ€tigte: „Da ist was im Gange.“ Auch er bekrĂ€ftigte den Willen, konstruktiv mit der Stadtverwaltung zusammenzuarbeiten. „Wenn die Stadt Weinheim gewinnt, bekommen die BĂŒrger den LĂ€rmschutz, den sie verdient haben.“

Nicht abreißende Kritik an den Wartezeiten in der Nordstadt

Die Stadt hakt bei der Bahn nach

Weinheim, 31. Oktober 2012. (red/pm) Die Stadtverwaltung hat wiederholte Kritik zu den „sinnlosen“ Wartezeiten an den Schranken der Bahnlinie Weinheim – FĂŒrth erneut zum Anlass genommen, bei der Deutschen Bahn um ErklĂ€rung zu bitten, warum es Wartezeiten an geschlossenen Schranken gibt, ohne dass ein Zug kommt, bevor die Schranke wieder öffnet. Der Leiter des Tiefbauamtes Karl-Heinz Bernhardt machte dabei deutlich, dass die technische Abnahme der Schrankenanlagen durch die Stadt Weinheim noch nicht erfolgt sei, weil fĂŒr ihn gerade diese grundsĂ€tzliche Frage noch nicht abschließend und verbessert geklĂ€rt ist. „Eine modernisierte Anlage darf prinzipiell nicht zur Verschlechterung der Verkehrssituation in Weinheim fĂŒhren“, so Bernhardt.

Information der Stadt Weinheim:

„Die DB Netz AG erklĂ€rt die Wartezeiten mit der neuen BahnĂŒbergangssicherungstechnik: Bei herannahendem Zug wird das Schließen der Schranke ausgelöst. Wesentliche Bestandteile der neuen Technik sei dabei jeweils eine „Gefahrraumfreimeldung mittels Radar“ (GFR), die mit Aufleuchten des Rotlichtes aktiv wird.

Werde dieses vorsĂ€tzlich oder fahrlĂ€ssig ignoriert oder gar der BahnĂŒbergang bei geschlossenen Schranken gequert, meldet das GFR eine Belegung des BahnĂŒbergangs, wodurch der herannahende Zug keine Signalfreigabe erhĂ€lt. Dies wiederum bedeutet dann stets lĂ€ngere Wartezeiten, weil sich durch den inzwischen abgebremsten oder auch zum Halten gekommenen Zug die Fahrzeit verlĂ€ngert. Weil der Zug auf Signal fĂŒr freie Fahrt warten muss und er den BahnĂŒbergang nicht in der vorgeschrieben „Scanzeit“ von 68 Sekunden quert, öffnen sich die Schranken wieder. Erst danach löst der wartende Zug erneut das Schließen der Schranken aus. Dazu kommt, dass diese Kettenreaktion auch eintritt, wenn einer der benachbarten BahnĂŒbergĂ€nge Alte Landstraße, Bergstraße oder Gunterstraße ĂŒberquert wird, denn diese sind aufgrund ihrer gegenseitigen NĂ€he miteinander geschaltet.

DB Netz teilt mit, dass eine stichprobenartige Auswertung der in der BahnĂŒbergangssicherungsanlage an der Bergstraße gespeicherten Daten den Schluss zuließen, „dass im Mittel etwa 3x tĂ€glich wegen des Erkennens einer Belegung des BahnĂŒbergangs durch die GFR die Schrankenschließung zumindest verzögert wird.“ Um zusĂ€tzliche verlĂ€ngerte Schrankenschließzeiten weitgehend auszuschließen, bittet DB Netz darum, auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer in geeigneter Weise Einfluss zu nehmen. Bernhardt: „Wir bitten deshalb insbesondere FußgĂ€nger und Radfahrer eindringlich, das Rotlicht und natĂŒrlich die geschlossenen Schranken immer zu respektieren, um unnötige Wartezeiten fĂŒr den Kfz-Verkehr, aber auch fĂŒr die FahrgĂ€ste der Weschnitztalbahn zu vermeiden – vorrangig aber natĂŒrlich fĂŒr die eigene Sicherheit.“

Mit der ErklĂ€rung der DB Netz ist die Stadt aber nicht zufrieden. Stadt- und Verkehrsplaner Stephan Fischer hĂ€lt die Rotlicht- und Schließzeit der Schranken fĂŒr zu lang, weil das unberechtigte Queren letztendlich hierdurch erst verursacht werde. Jeder könne beobachten, dass die Bahn hier nur sehr geringe Geschwindigkeiten fĂ€hrt. „Scheinbar wurde hier eine höhere Geschwindigkeit zugrunde gelegt“, meint Fischer. Das Tiefbauamt hat deshalb nochmals dringlich um ein GesprĂ€ch mit DB Netz gebeten. Der Auslösezeitpunkt fĂŒr das Rotlicht und fĂŒr den Schließvorgang der Schranke muss erneut ĂŒberprĂŒft werden, insbesondere fĂŒr den Zug aus Richtung Bahnhof, der nur sehr langsam in Richtung Weschnitztal fĂ€hrt. Fischer: „Es mĂŒssen Wartezeiten erreicht werden, die zumindest gegenĂŒber dem Zustand vor der Erneuerung nicht als lĂ€nger empfunden werden.“

Bundesgerichtshof wird sich mit Rechtsbeschwerde der Stadt beschÀftigen

Rechtsstreit wegen „Per“ am Bahnhof

Weinheim, 18. Oktober 2012. (red/pm) Ist die Stadt Weinheim Anfang der 1970er Jahre ihrer Überwachungspflicht ausreichend nachgekommen, als eine Textil-Reinigung am Bahnhof ihren Hausanschluss an den kommunalen Kanal angebunden hat – mangelhaft, wie man heute weiß? Mit dieser Frage soll sich jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) beschĂ€ftigen. DarĂŒber haben die Verwaltung und der beauftragte Rechtsanwalt Axel SchĂŒssler am Mittwochabend den Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt informiert.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Mitglieder des Gremiums bestĂ€rkten die Verwaltung in diesem Schritt. SchĂŒssler ergĂ€nzte, dass ein Erkenntnisverfahren vor dem Oberlandesgericht Karlsruhe zwar bereits abgeschlossen sei. Nun wurde im Prozess mit der deutschen Bahn allerdings Rechtsbeschwerde eingelegt, damit der BGH eine Revision zulĂ€sst. Gleichzeitig konnte BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner in der Sitzung Entwarnung geben, was die drohende finanzielle Belastung der Stadt angeht. Der Badische Gemeinde-Versicherungsverband BGV habe sich bereiterklĂ€rt, den im Urteil des Landgerichtes Mannheim ausgewiesenen und vom Oberlandesgericht Karlsruhe bestĂ€tigten Zahlungsbetrag (inklusive Verzinsung) in Höhe von rund 231 000
Euro zu tragen und in Vorlage zu treten bis zum endgĂŒltigen Abschluss des Verfahrens.

In der Tat, so der Tenor im Ratssaal, ist der seit Jahren schwelende Rechtsstreit zwischen der Stadt und der Bahn um die Kostenbeteiligung wegen der Bodenverunreinigungen am Bahnhof kompliziert. Rechtsanwalt SchĂŒssler zeichnete in der Sitzung den Vorgang nach: Es beginnt 1951, in diesem Jahr verpachtete die Deutsche Bahn das GrundstĂŒck sĂŒdlich des BahnhofsgebĂ€udes an einen Investor, derdort eine Ladenzeile errichtete – unter anderem eine Textil-Reinigung. Die Bahn ist immer EigentĂŒmer des GrundstĂŒcks geblieben. SpĂ€testens seit den frĂŒhen 1970er Jahren leitete die Textil-Reinigung – ohne Wissen der Stadt und gegen die rechtskrĂ€ftigen Regeln der Abwassersatzung, also illegal – den giftigen Chlorkohlenwasserstoff Perchlorethylen, kurz „Per“, durch den Hausanschluss in den stĂ€dtischen Kanal.

In den 1990er Jahren wurde die Verunreinigung bekannt, das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar- Kreises ordnete daraufhin eine Altlastensanierung an. So geschah es auch. Wie es sich spÀter herausstellte, waren der Hauskanal und der Anschluss an den kommunalen Sammler mangelhaft. So war das giftige Abwasser ins Erdreich geraten. Die Sanierung ging weiter.
Es war im Jahr 2005 da flatterte beim Tiefbauamt plötzlich eine Rechnung auf den Tisch. Darin hieß es, die Stadt habe sich an den Erkundungskosten zu beteiligen. Hintergrund: Eine Klage gegen den frĂŒheren Reinigungsbetreiber war ins Leere gelaufen; die Firma gab es nicht mehr. Die Stadt war sich keiner Schuld bewusst und verweigerte die Zahlung. Daraufhin wurde sie von der Bahn verklagt – der Beginn des seit damals schwelenden Rechtsstreites.

Nun geht es darum, ob die Stadt seinerzeit, als die Reinigung ihren Anschluss vorgenommen hat, ihrer Überwachungspflicht genĂŒgend nachgekommen ist oder nicht. Weil der Rechtsstreit vor dem BGH noch anhĂ€ngig ist, der Versicherungsverband hinsichtlich der Kosten nun in Vorlage getreten ist und der Stadt zunĂ€chst keine weiteren Kosten entstehen, war in der Sitzung des Ausschusses fĂŒr Technik und Umwelt noch keine Beschlussfassung erforderlich.

Vertreter des Gremiums beschwerten sich ĂŒber mangelhafte inhaltliche Information im Vorfeld der Sitzung. BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner rĂ€umte in diesem Zusammenhang VersĂ€umnisse ein und versprach Besserung.“

Offenlage fĂŒr Jedermann bis 6. November in der Stadtbibliothek

Im LÀrmaktionsplan Gehör verschaffen

Weinheim, 12. Oktober 2012. (red/pm) Die Einigkeit ist groß, die Botschaft klar: Wer heutzutage etwas gegen den anwachsenden VerkehrslĂ€rm unternehmen will, der muss sich bei den Behörden bis ganz oben Gehör verschaffen – vielleicht auch mal laut werden, um sich durchzusetzen.

Information der Stadt Weinheim:

„In Weinheim hat sich die Stadt gemeinsam mit der sehr engagierten BĂŒrgerinitiative „Schutz vor BahnlĂ€rm östlich und westlich der Bergstraße“ auf den Weg gemacht. Dieser fĂŒhrte bislang wenigstens schon mal zum Eisenbahnbundesamt in Bonn. Die Vertreter der BĂŒrgerinitiative und OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard wurden dort gemeinsam vorstellig. Die Bahn ist einer der Hauptverursacher von VerkehrslĂ€rm in Weinheim.

Das Amt fĂŒr Stadtentwicklung arbeitet schon geraume Zeit an einem LĂ€rmaktionsplan in dem die Belastungsschwerpunkte identifiziert werden, um dann Lösungen zu deren EntschĂ€rfung entwickeln zu können. Nachdem der Gemeinderat im April einen Offenlagebschluss fĂŒr den LĂ€rmaktionsplan getroffen hat, geht die Öffentlichkeitsbeteiligung nun in
eine wichtige Phase; sie hat jetzt mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung begonnen. Bis zum 6. November liegt der Planentwurf jetzt fĂŒr Jedermann im Foyer der Stadtbibliothek in der Luisenstraße aus. Stellungnahmen können vorgebracht werden.

In der sehr gut besuchten Info-Veranstaltung versicherten BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner und Kastor Höhn vom Amt fĂŒr Stadtentwicklung, dass die Stadtverwaltung auch weiterhin auf die zustĂ€ndigen Behörden zugehen werde, auch wenn die Kommune selbst nur teilweise oder einen eingeschrĂ€nkten Einfluss auf die Umsetzung von Maßnahmen habe.
Im Moment stehe das RegierungsprĂ€sidium in Karlsruhe auf dem Standpunkt, dass fĂŒr Weinheim keine weiteren LĂ€rmschutzwĂ€nde vorgesehen sind, auch die Projektbau GmbH der Deutschen Bahn habe bei weiteren AnsprĂŒchen auf LĂ€rmsanierung abgewunken. BĂŒrgerinitiative und Stadtverwaltung versicherten aber auch, in ihrem BemĂŒhen nicht nachzulassen. Dazu sei es ausgesprochen hilfreich, wenn auf zahlreiche Stellungnahme aus der betroffenen Bevölkerung verwiesen werden könnte. Die Stadtverwaltung bittet daher die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, sich wĂ€hrend der Offenlage des LĂ€rmaktionsplans aktiv einzubringen.

Parallel zur Offenlage werden jetzt auch die Behörden beteiligt, am 19. Dezember soll der Plan vom Gemeinderat beschlossen werden. Info: Der LĂ€rmaktionsplan (Entwurf) liegt bis zum 6. November im Foyer Stadtbiliothek aus und steht im Internet unter http://www.weinheim.de/servlet/PB/menu/1308511/index.html. . . . zum Download bereit. WĂ€hrend der Auslegungsfrist können Stellungnahmen vorgebracht werden.“

Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt

Omnibusbahnhof ZOB nimmt jetzt Fahrt auf

Weinheim, 20. April 2012. (red/pm) Der DĂŒrreplatz vor der Weinheim Galerie wird neu gestaltet. FĂŒr rund 70.000 Euro werden nun die ersten GebĂ€ude, Verkehrsanlagen, Informationssysteme und BussteigdĂ€cher fĂŒr den neuen Zentralen Omnibusbahnhof geplant.

Information der Stadt Weinheim:

„Im Jahr 2013 wird der Öffentliche Personennahverkehr in Weinheim neu geordnet, Busse und Bahnen werden besser miteinander vernetzt – der DĂŒrreplatz an der Weinheim Galerie wird neu gestaltet.

Erste Stufe hierzu, ist der Bau eines neuen Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) am Hauptbahnhof.

Und auf diesem Weg nimmt die Stadt jetzt Fahrt auf, wie auch OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard im Gemeinderatsschuss fĂŒr Technik und Umwelt bestĂ€tigte.

Nach zunĂ€chst langwierigen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn sei man jetzt auf einem guten Weg, so der OB. Die Weichen stellte jetzt das Gremium, in dem er erste Planungsleistungen an ein FachingenieurbĂŒro vergab.

FĂŒr rund 70 000 Euro können nun GebĂ€ude, Verkehrsanlagen, Informationssysteme und BussteigdĂ€cher geplant werden.“

Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt

Plan gegen den LĂ€rm

Weinheim, 20. April 2012. (red/pm) Der von der Stadt und dem Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt geplante „LĂ€rmaktionsplan“ soll der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Stadt möchte die HauptlĂ€rmquellen analysieren und durch entsprechende Maßnahmen den stĂ€ndig steigenden LĂ€rmpegel wieder absenken.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Stadt Weinheim will organisiert und unter Beachtung möglichst exakter Daten gegen steigende LĂ€rmbelĂ€stigung in der Stadt vorgehen.

Der Gemeinderats-Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt hat jetzt einen weiteren Schritt zu einem so genannten „LĂ€rmaktionsplans“ beschlossen. Der Plan soll nun in der Öffentlichkeit breit diskutiert werden. OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard warnte davor, zu große Erwartungen in den Plan zu setzen.

Die Stadt könne den Zustand analysieren, habe aber bei den HauptlĂ€rmquellen – zum Beispiel der Bahn, den Bundesstraßen und Autobahnen – keine Handhabe einzugreifen.

Auch wenn MissstĂ€nde festgestellt werden, könne die Stadt die verantwortlichen Behörden und Unternehmen nicht zur Behebung zwingen. Im Gremium herrschte VerĂ€rgerung ĂŒber das Verhalten der Deutschen Bahn, die im Planverfahren ihre Emissionsdaten zurĂŒckhĂ€lt.

Allerdings zeigt der „LĂ€rmaktionsplan“ auch im aktuellen Stand eine Reihe von AnsĂ€tzen auf, die von der Stadt beeinflusst werden können, zum Beispiel eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf den Einfallsstraßen. Um solche Maßnahmen wird es unter anderem im weiteren Verfahren gehen.“

Konsens bei Stadtverwaltung und BĂŒrgerinitiative BahnlĂ€rm

Beim LĂ€rmschutz initiativ sein

Ehemaliger GĂŒterbahnhof. Foto; Stadt Weinheim.

Weinheim, 20. MĂ€rz 2012. (red/pm) Stadtverwaltung und BĂŒrgerinitiative verfolgen beim Kampf gegen den BahnlĂ€rm einen gemeinsamen Ansatz.

Information der Stadt Weinheim und der BĂŒrgerinitiative BahnlĂ€rm Weinheim

„Beim Schutz gegen BahnlĂ€rm und seine Auswirkungen auf die Weinheimer „SĂŒdstadt“ haben die BĂŒrgerinitiative und die Stadt Weinheim einen gemeinsamen Ansatz entwickelt. Sie treten fĂŒr mehr „Schutz gegen BahnlĂ€rm“ ein.

In diesem Zusammenhang herrscht Konsens darĂŒber, dass die Bebauung mit einem Fachmarktzentrum am ehemaligen GĂŒterbahnhof insgesamt eine leichte Verbesserung der LĂ€rmsituation – insbesondere in Bezug auf den BahnlĂ€rm – fĂŒr die SĂŒdstadt bedeutet. Die BĂŒrgerinitiative, vertreten durch ihre beiden Sprecher Hans-Oskar Köferl und Dr. Hans Irion, steht mit dem Investor in intensivem Austausch ĂŒber zusĂ€tzliche und freiwillige Baumaßnahmen, die einen Linderungseffekt bezĂŒglich des durch die Bahn hervorgerufenen LĂ€rms bewirken können.

Geplantes Fachmarktzentrum schirmt LĂ€rm ab

Es sei zwar unstrittig, dass mit dem geplanten Fachmarktzentrum eine neue LÀrmquelle hinzukomme. Die stÀdtebauliche Planung sei aber so optimiert worden, dass die neuen GebÀude die östlich gelegene Wohnbebauung vor der LÀrmquelle Bahn eher abschirmt.

Die Stadtverwaltung hat zudem darauf bestanden, dass die neuen LĂ€rmemissionen – isoliert fĂŒr sich betrachtet – gesunden WohnverhĂ€ltnissen in der Nachbarschaft nicht entgegenstehen und es insgesamt nicht zu einer Verschlechterung der LĂ€rmsituation kommt. Diese Ziele konnten in enger Abstimmung mit dem Investor erreicht werden. Der Bebauungsplan begrenzt daher die gewerblichen Emissionen in Form einer so genannten LĂ€rmkontingentierung.

„Damit wird es am Prankelhang durch die neue Bebauung am ehemaligen GĂŒterbahnhof insgesamt nicht lauter, sondern nachts sogar wahrnehmbar leiser“, hat LĂ€rmgutachter Dr. Frank Schaffner festgestellt.

Nach einer intensiven Befassung mit dem Thema LĂ€rmschutz, stellt Hans-Oskar Köferl von der BI fest: „Wir haben hier viel gelernt.“ Die Stadtverwaltung hat gegenĂŒber der BI bestĂ€tigt, dass es zu keiner von den BĂŒrgern befĂŒrchteten „Umwidmung“ von einem reinen in ein allgemeines Wohngebiet durch die Planungen am GĂŒterbahnhof kommt. Baurechtlich bleibt in der SĂŒdstadt alles beim Alten.

Stadt und BĂŒrgerinitiative haben sich darĂŒber hinaus auf ein gemeinsames Vorgehen verstĂ€ndigt. Die „BĂŒrgerinitiative BahnlĂ€rm Weinheim“ setzt dabei bewusst auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard begrĂŒĂŸte diese Haltung ausdrĂŒcklich: „Dass Sie gerade nicht als WutbĂŒrger auftreten, hat es uns möglich gemacht, dieses Thema gemeinsam sachlich anzugehen, um den Verursacher des SchienenlĂ€rms – die Deutsche Bahn – stĂ€rker in die Verantwortung zu nehmen“.

„Die Bahn muss Verantwortung ĂŒbernehmen.“

Stadt und BĂŒrgerinitiative wollen aber mehr erreichen. Ziel ist es, die Bahn zu weiteren LĂ€rmschutzmaßnahmen in Weinheim zu bewegen. Auch fĂŒr Dr. Hans Irion ist noch lange nicht Schluss: „Wir sehen im LĂ€rmaktionsplan die geeignete Plattform zur Verankerung von weiteren Maßnahmen zur Verringerung des BahnlĂ€rms im gesamten Stadtgebiet. Die Bahn muss Verantwortung ĂŒbernehmen.“ Die BĂŒrgerinitiative bringt sich daher intensiv in den laufenden Prozess zur Aufstellung des LĂ€rmaktionsplanes ein und ruft alle betroffenen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zur Mitarbeit auf.

Stadtverwaltung und BĂŒrgerinitiative gehen nun gemeinsam auf die Deutsche Bahn zu und fĂŒhren weitere GesprĂ€che, wie die Bahn ihrer Verantwortung fĂŒr die Menschen nachkommen will. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, ob die bereits 2002 bis 2005 durch die Bahn durchgefĂŒhrte LĂ€rmsanierung an der Schienenstrecke vollstĂ€ndig und nach den gesetzlichen Maßgaben erfolgt ist.

Die gemeinsame Fahrtrichtung ist klar. Im Amt fĂŒr Stadtentwicklung heißt es: „Der LĂ€rm der GĂŒterzĂŒge auf der Main-Neckar-Bahn stellt fĂŒr viele Weinheimer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger eine sehr große Belastung dar.“ Politik, Stadtverwaltung und BĂŒrger sind sich einig: Entlang der Bahnstrecke ist es vor allem nachts deutlich zu laut, weshalb unbedingt etwas gegen den BahnlĂ€rm zu unternehmen ist. Es besteht also noch weiterer Handlungsbedarf.“

Mit großem Aufwand musste die Feuerwehr ein Kind aus einem GepĂ€ckförderband am Bahnhof retten.

Feuerwehr befreit eingeklemmtes Kind aus Notlage

Aus diesem Transportband am Bahnhof musste ein 12-jÀhriges MÀdchen gerettet werden. Bild: Feuerwehr Rhein-Neckar-Kreis

Weinheim, 11. Dezember 2011. (rd/fw) Kurz nach 21 Uhr wurde die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt am Samstagabend in den Weinheimer Bahnhof gerufen. Ein 12jĂ€hriges MĂ€dchen war aus bisher ungeklĂ€rter Ursache, mit ihrem Fuß in ein GepĂ€ckförderband beim Aufstieg zwischen Gleis 2 und 3 geraten.

Information der Feuerwehr Weinheim:

„Die Weinheimer Feuerwehr unter der Einsatzleitung von Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht war mit dem RĂŒstzug und 24 EinsatzkrĂ€ften vor Ort, um das Kind aus der misslichen Lage zu befreien. Auch Kreisbrandmeister Peter Michels und sein Stellvertreter Axel Schuh waren an die Einsatzstelle gekommen um die Einsatzleitung der Weinheimer Feuerwehr zu unterstĂŒtzen.

Nach der ersten Lageerkundung durch die Feuerwehr, war schnell klar, dass eine umfangreiche technische Rettung notwendig ist um das eingeklemmte Kind zu befreien.

Durch das Deutsche Rote Kreuz Weinheim wurde das Kind notĂ€rztliche und medizinisch versorgt und fĂŒr die Rettung vorbereitet. Die Bundespolizei und das Polizeirevier Weinheim sperrten den Aufstieg zu den Gleisen.

Aufwendige Rettung

Rettungsdienst und Feuerwehr arbeiteten Hand in Hand und entschieden sich dafĂŒr das Kind mit schwerem GerĂ€t zu befreien. Eine Demontage der Anlage wĂ€re eine zu zeitaufwendige und fĂŒr die Patientin nicht zumutbare Rettung geworden. Die Rettung gestaltet sich als schwierig, da es nicht möglich war durch den Einsatz von Hydraulikzylindern mit handbetriebener Hydraulikpumpe und Zubehör den Fuß zu befreien.

Auch der Einsatz mit Hilfe von Schere und Spreitzer brachte nur minimale Erfolge, da die großen Stahlrollen des GepĂ€ckförderbandes ein Problem darstellten. Daher musste die Feuerwehr Trennschleifer einsetzen und konnte so die patientengerechte Rettung einleiten.

Mit Handwerkzeugen und Meisel wurde das GepĂ€ckförderband um den Fuß, vorsichtig StĂŒck fĂŒr StĂŒck abgetragen. WĂ€hrend der kompletten Rettungsmaßnahme wurde das Kind von FeuerwehrmĂ€nnern auf dem GepĂ€ckband stabilisiert und medizinisch durch die Weinheimer RettungssanitĂ€ter und den Notarzt versorgt.

Ein Notfallseelsorger der Weinheimer Feuerwehr kĂŒmmerte sich parallel dazu um die Eltern des Kindes, beruhigte Sie und erklĂ€rte die getroffenen Maßnahmen. Nach einer dreiviertel Stunde konnte eine Öffnung geschaffen und der Fuß der Patientin befreit werden.

Zur weiteren Versorgung wurde das Kind in die Kinderchirurgie nach Heidelberg gebracht.“

Mit großem Aufwand musste ein Kind aus einem Koffer-Transportband im Weinheimer Bahnhof befreit werden. Bild: FFW Weinheim