Sonntag, 26. Mai 2019

Kommune und Stadtwerke gleichen CO-2-Emissionen aus

Stadt heizt jetzt klimaneutral

Weinheim, 13. Mai 2014. (red/pm) Die Stadt heizt nun klimaneutral. Die Kommune und die Stadtwerke gleichen die CO2-Emissionen aus und fördern ein Ökostromprojekt im Ruhrgebiet. [Weiterlesen…]

Vereinbarung zwischen Rhein-Neckar-Kreis und dessen Kommunen

Kooperation zum Klimaschutz beschlossen

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Weinheim, 21. November 2013. (red/ld) Mit einer Enthaltung beschloss der Gemeinderat gestern die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis und den StĂ€dten ĂŒber eine abgestimmte Vorgehensweise beim Klimaschutz. Die dort aufgefĂŒhrten Pflichten der StĂ€dte sind in Weinheim bereits erfĂŒllt. Durch die Teilnahme an Arbeitssitzungen rechnet die Verwaltung mit einem höheren Arbeitsaufwand. [Weiterlesen…]

Umweltminister Franz Untersteller nimmt teil am Runden Tisch "Energie"

Energiewende: Benötigt werden Planungssicherheit und profitable Standorte

Franz Untersteller (mitte) gestern beim Treffen des Runden Tischs Energie.

Franz Untersteller (mitte) gestern beim Treffen des Runden Tischs „Energie“.

Weinheim, 28. August 2013. (red/ld) Landesumweltminister Franz Untersteller (BĂŒndnis ’90/DIE GRÜNEN) war am Dienstag zu Gast beim Treffen des Runden Tischs „Energie“ in Weinheim. Der Runde Tisch „Energie“ geht in Zukunft eigene Wege: Organisatorisch trennt sich das bĂŒrgerschaftliche Gremium zur Energiewende von der Stadtverwaltung. So könne man eigenstĂ€ndiger arbeiten, unabhĂ€ngig von Gemeinderat und Stadthaushalt, sagte Manfred Schmitt, der Initiator des Runden Tischs. [Weiterlesen…]

Neubaugebiet LĂŒtzelsachsen Ebene

Spatenstich fĂŒr Heizzentrale

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Peter KrĂ€mer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stadtwerke Weinheim, Architekt Roland TrĂ€ger, Erster BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner, Uwe Gerbich-Demmer vom Pilgerhaus, Werner Sporer vom Autohaus Sporer und Manfred MĂŒller-Jehle von der Wirtschaftsförderung der Stadt Weinheim (von Links) setzten heute den ersten Spatenstich fĂŒr die neue Heizzentrale.

 

Weinheim, 02. Juli 2013. (red/ld) Heute mittag war Spatenstich fĂŒr die neue Heizzentrale der Stadtwerke Weinheim. Sie soll im Oktober, zu Beginn der Heizperiode, in Betrieb gehen. In dem 250 Quadratmeter großen, einstöckigen GebĂ€ude soll ein Heizkessel betrieben werden, der als Reserve dienen soll. Die restliche WĂ€rmeleistung wird ĂŒber die AbwĂ€rme des Blockheizkraftwerks von Landwirt Axel Großhans bezogen. [Weiterlesen…]

Top-Themen des grĂŒnen Mitgliederentscheids: Erneuerbare Energien, Massentierhaltung, RĂŒstungsexporte

Alle Neune!

Nur zehn Prozent der Mitglieder des Kreisverbands Heidelberg warfen ihre Stimmzettel vor Ort in die Urne. Wie hoch die Wahlbeteiligung der einzelnen KreisverbÀnde tatsÀchlich ist lÀsst sich wegen der anonymen Briefwahl allerdings nicht bestimmen.

Nur zehn Prozent der Mitglieder des Kreisverbands Heidelberg warfen ihre Stimmzettel vor Ort in die Urne. Wie hoch die Wahlbeteiligung der einzelnen KreisverbÀnde tatsÀchlich ist, lÀsst sich wegen der anonymen Briefwahl allerdings nicht bestimmen.

 

Rhein-Neckar, 14. Juni 2013. (red/ld/zef) Der Strom soll bis 2030 komplett aus erneuerbaren Energien erzeugt, der Massentierhaltung ein Ende gesetzt werden und es soll einen flĂ€chendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde geben. Das ist das Ergebnis des Mitgliederentscheids von BĂŒndnis ’90/Die GrĂŒnen am vergangenen Wochenende. Es war das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass die Mitglieder einer Partei direkt ĂŒber Regierungsinhalte abstimmen durften. Bundesweit haben 16.270 von rund 60.000 Mitgliedern mitgemacht und die neun wichtigsten Ziele fĂŒr eine Regierungskoalition bestimmt. Wegen der Briefwahl lassen sich die Ergebnisse nur ungenau auf die einzelnen KreisverbĂ€nde herunterbrechen. Denn diese fand anonym statt, ohne Hinweis darauf, aus welchen KreisverbĂ€nden die Stimmzettel kommen. [Weiterlesen…]

Gemeinderat soll im Mai beraten

Klimaschutzkonzept ist auf dem Weg

Weinheim, 20. MĂ€rz 2013. (red/pm) Fast 20 Prozent weniger CO2-Emissionen sind bis 2030 möglich. Davon geht das Klimaschutzkonzept aus, das die Beratungsfirma Enerko gerade im Auftrag der Stadt erstellt – damit rĂŒckt die kommunale Energiewende in greifbare NĂ€he. [Weiterlesen…]

Kein Interesse: GrĂŒne informieren zum Thema Strompreise

“Als wĂŒrde man in der eigenen Kirche predigen”

Das Interesse der BĂŒrgerschaft zum Thema Strompreiserhöhung war eher gering. Die Informationsveranstaltung endete mit einer Art „Privatseminar“.

 

Weinheim, 07. Dezember 2012. (red/aw) Die Strompreiserhöhungen sind derzeit in aller Munde. Das BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen wollten zu dem Thema die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von Weinheim informieren. Das Interesse der Bevölkerung war gering. Informiert und diskutiert wurde trotzdem, wenn auch in kleiner Runde und hauptsĂ€chlich innerparteilich.

Von Alexandra Weichbrodt

Da hatte man wohl mit dem Termin “Pech”, mutmaßte der baden-wĂŒrttembergische Landtagsabgeordnete Uli Sckerl am Dienstagabend. In anderen Kommunen sorge dieses Thema fĂŒr volle SĂ€le. Vielleicht lag es an der spĂ€ten Uhrzeit, dass sich um 20 Uhr gerade einmal zehn Personen im Alten Rathaus in Weinheim eingefunden haben. Der Weinheimer Ortsverband BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen hatte eingeladen, um ĂŒber die, ihrer Meinung nach, wahren HintergrĂŒnde der Strompreiserhöhung zu informieren.

“Der Kunde wird in die Irre gefĂŒhrt”

Im Durchschnitt mĂŒssen Privathaushalte 2013 rund 13 Prozent mehr bezahlen. Glaubt man dem Landtagsabgeordneten Uli Sckerl (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen), wird im Zusammenhang mit der Diskussion um die Strompreiserhöhung mit falschen Karten gespielt:

Da sind Feinde der Energiewende am Werk.

Demnach sei nicht die Energiewende Schuld an der Erhöhung, sondern zu einem Großteil die Gier von Staat, Wirtschaft und Industrie. Diese seien nĂ€mlich zu einem Großteil die Profiteure der Erhöhung von 3,59 Cent/kWh auf etwa 5,3 Cent/kWh.

Dass diese jetzt dem Ausbau der erneuerbaren Energien den schwarzen Peter zuschieben, will Sckerl nicht tolerieren. Mit einer regelrechten Kampagne versuche man die Energiewende zu “torpedieren”. Der Stromkunde werde bewusst in die Irre gefĂŒhrt, wĂ€hrend sich Energieversorger sowie Bundesregierung Mehreinnahmen sichern und Industriebetriebe, aufgrund von internationalen Wettbewerbsbedingungen von ihren Energiekosten befreit werden.

Die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif

Uli Sckerl: „Die Energiewende ist der richtige Weg.“

Das wissen auch die GrĂŒnen. Die 14 Milliarden Euro EEG-Umlage, die derzeit mit einem Kostenfaktor von etwa 3,6 Cent/kWh auf die Stromverbraucher umgelegt werden, halten sie fĂŒr “vertretbar”. Schon aus â€œĂ¶konomischen GrĂŒnden, muss die Energiewende vorangetrieben werden, da Ressourcen durch Verknappung auf lange Sicht deutlich teurer werden”, sagte Sckerl.

Die Erhöhung allerdings sei nicht gerecht und schon gar nicht transparent. Laut der GrĂŒnen, setzt sich die Preiserhöhung aus vier Hauptfaktoren zusammen. Neben steigender Netzentgelte und einem eventuellen Anteil an der Offshore-Haftungsregel, sind es vor allem die Entlastungen fĂŒr Unternehmen, die der normale Stromverbraucher mittrĂ€gt.

Auch der Weinheimer Solar-Unternehmer Carsten Brinkmeier vertritt die Meinung, dass die anstehende Preiserhöhung nur wenig mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu tun hat:

Nur 27,87 Prozent der realen 100 Prozent Preiserhöhung gehen auf die EEG-Umlage zurĂŒck.

Der Rest seien Zusatzgewinne der Energieversorger und zusĂ€tzliche Steuereinnahmen des Staates. Der momentan stattfindende Kampf mit “teuren” Argumenten gegen die Energiewende, sei gezielt dazu da, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Strom nur ein Drittel der eigentlichen Energiekosten fĂŒr Verbraucher

Den grĂ¶ĂŸten Anteil an der Erhöhung trĂ€gt die steigende EEG-Umlage. Von 1,7 Prozent Strompreiserhöhung, die ihr geschuldet sind, kommen 1,1 Prozent aufgrund von Befreiungen der Industrie. Diese werden auf „normale“ Verbraucher umgelegt.

Zu den befreiten Unternehmen gehören beispielsweise die Wiesenhof GeflĂŒgel GmbH, die Bayrische Milchindustrie, aber auch die Kölner Verkehrsbetriebe. Das Argument des internationalen Wettbewerbs greift fĂŒr die GrĂŒnen bei einer Vielzahl der befreiten Unternehmen nicht. Die GrĂŒnen fordern eine transparentere Analyse der Kostensteigerungsursache sowie eine anschließende faire Verteilung der Kosten zwischen Staat, Wirtschaft und Verbraucher.

Solar-Experte Brinkmeier: „Strom ist nicht die teuerste Energie.“

Carsten Brinkmeier versucht den Anwesenden noch einmal deutlich zu machen, dass Strom nicht der Hauptfaktor fĂŒr steigende Energiekosten ist. Im Vergleich zu Heizöl und Benzin sei der Preis in den letzten Jahren noch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig moderat gestiegen:

Die Erhöhung bei Heizöl und Benzin wird in diesem Zusammenhang totgeschwiegen.

Immer sei nur von EEG die Rede. FĂŒr den Verbraucher sei der Strom noch der einzige Energiefaktor, den man im Haushalt beeinflussen könne. Etwa durch eigenstĂ€ndige Stromgewinnung. Eine gute Möglichkeit seien nach wie vor Photovoltaik-Anlagen.

Carsten Brinkmeier ist Experte in Sachen Solartechnik. Der Weinheimer GeschÀftsmann ist der Meinung, dass die Zukunft in der Gewinnung eigener Stromreserven liegt. Da sei man nach wie vor auf einem guten Weg:

Die Förderung von Photovoltaik-Anlagen brauchen wir aber nicht mehr.

Viel wichtiger sei es jetzt in Pufferanlagen zu investieren und eine unabhĂ€ngige Stromversorgung der Normalverbraucher zu gewĂ€hrleisten. Dieses alternative Modell kommt trotz alldem ja aber nur fĂŒr einen Teil der Bevölkerung in Frage. Wer zur Miete wohnt, hat hier schon wieder deutlich schlechtere Karten.

„Diskussion einfrieren, ist der bessere Kompromiss“

Alternativen also, die nicht fĂŒr alle sind. Nicht zuletzt deshalb hĂ€lt Uli Sckerl das jetzige System fĂŒr sehr ungerecht und “absolut abgezockt.” Er sieht kein Licht am Ende des Tunnels, solange die Regierungsspitze dieselbe bleibt. Das Thema werde jetzt ausgesessen bis “nach der Wahl”, weil man auf einen Regierungswechsel hoffe.

Jede Maßnahme, die die Regierung im Moment treffen wĂŒrde, wĂŒrde das Erneuerbare-Energien-Gesetz verschlechtern.

Bei den jetzigen MachtverhĂ€ltnissen sei es besser, man friere die Diskussion ein. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum nur so wenige Interessierte zum Informationsabend kamen. Wenn selbst die Berufspolitiker das Thema aussitzen, was soll sich dann der NormalbĂŒrger damit rumĂ€rgern?

Die Erhöhung ist beschlossene Sache. Ab Januar muss mehr gezahlt werden. Dann wollen auch die GrĂŒnen erneut zum Thema informieren. Mit der Mehrbelastung in der Haushaltskasse zeigt dann vielleicht auch die Bevölkerung grĂ¶ĂŸeres Interesse.

Bis dahin bleibt zu hoffen, dass das BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen ihren Kampf fĂŒr die Energiewende nicht nur auf vorĂŒbergehend auf Eis legen, sondern ihn auch rechtzeitig wiederbeleben.

Die Informationsveranstaltung fĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger war eher ein Zusammenkommen von Parteimitgliedern.

NaturvertrÀglicher Ausbau der Windenergie möglich und nötig

NaturvertrÀglicher Ausbau der Windenergie möglich und nötig

Rhein-Neckar, 13. Juli 2012. (red/pm) Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald möchte die Diskussion zur Windenergienutzung in der Region vorantreiben und hat dazu eine Studie veröffentlicht.

Information des BUND Rhein-Neckar-Odenwald:

„Auf Grundlage des Windatlas Baden-WĂŒrttemberg wurden exemplarisch windhöffige Standorte im baden-wĂŒrttembergischen Teil der Metropolregion untersucht. So sollen einerseits Standorte positiv eingebracht werden und andererseits diejenigen Standorte benannt werden, bei denen eine Umsetzung abgelehnt wird.

Richard Landenberger, Vorsitzender des BUND Rhein-Neckar-Odenwald erlĂ€utert: „Mit dem Positionspapier wollen wir einen positiven Beitrag zur Energiewende leisten. Der Ausbau der Windkraft ist dafĂŒr zentraler Bestandteil. Auch in unserer Region besteht ein erhebliches ungenutztes Potential. Der Ausbau muss aber naturvertrĂ€glich erfolgen!“ Nach Auffassung des Umweltverbandes sei aber auch klar, dass jegliche Form der Energiegewinnung Auswirkungen habe, der „ökologische Rucksack“ der Windenergie sei im Vergleich mit anderen EnergietrĂ€gern deutlich kleiner.

„Nach unserer Analyse bleiben etliche Standorte in der engeren Auswahl und lohnen eine nĂ€here Betrachtung! Das Positionspapier, das unter Mitwirkung der Aktiven vor Ort entstanden ist, soll eine Grundlage fĂŒr die weitere Diskussion sein. Es kann dabei keine umfassende Einzelfallbetrachtung ersetzen“, ergĂ€nzt Gerhard Röhner, Naturschutz-Experte beim BUND.

Das Positionspapier wird unterstĂŒtzt vom NABU Rhein-Neckar-Odenwald. Es kann kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden unter: www.bund-rhein-neckar-odenwald.de/windenergie

Der Ausbau der Windkraft ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende – die Landesregierung plant, dem Anteil bis 2020 auf mindestens zehn Prozent der Bruttostromerzeugung auszubauen. Unter den Erneuerbaren Energien gilt die Technik als weit entwickelt und weist einen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig niedrigen FlĂ€chenverbrauch, geringe Kosten und eine gute energetischer Amortisationszeit auf.

Weitere Informationen:
Positionspapier Windenergie Rhein-Neckar:
www.bund-rhein-neckar-odenwald.de/windenergie
Position des BUND-Baden-WĂŒrttemberg zur Windenergie:
www.bund-bawue.de/windenergie

Interview mit Erhard Renz, dem „SonnenflĂŒsterer“

„Photovoltaik ist die Königin“

Erhard Renz, der "SonnenflĂŒsterer", hĂ€lt einen Vortrag in Weinheim. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 27. Januar 2012. (red/pm) Interview mit Erhard Renz, dem „SonnenflĂŒsterer“, zu seinem Vortrag am 31. Januar 2012 in Weinheim .

Von Roland Kern:

„Er gilt als ebenso profunder Kenner wie unterhaltsamer Referent und hat sich in den vergangenen Jahren einen besonderen Namen gemacht: Erhard Renz aus BĂŒrstadt, in unmittelbarer NĂ€he zum Atomkraftwerk Biblis aufgewachsen, gilt als Pionier auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. Manche nennen ihn schon seit LĂ€ngerem „den SonnenflĂŒsterer“.

Auf Einladung des Energieteams der Stadt Weinheim und des Runden Tisch Energie spricht Erhard Renz, der mittlerweile selbststÀndiger Energieberater ist, am Dienstag, 31. Januar um 18.30 Uhr auch in Weinheim. Die kostenfreie Info-Veranstaltung findet im Alten Rathaus am Marktplatz statt.

Im Vorfeld fĂŒhrten wir ein Interview mit dem „SonnenflĂŒsterer“.

Herr Renz, man nennt Sie auch den „SonnenflĂŒsterer“. Könnten Sie Ihrer Sonne nicht mal ausrichten, sie habe schon lange nicht mehr geschienen?

Erhard Renz: Entgegen der landlÀufigen Meinung ist die Sonne immer da, sie ist zuverlÀssiger als jedes anderes Kraftwerk. In der Nacht wenden wir uns von der Sonne ab, im Winter entfernen wir uns und an manchen Tagen schieben sich Wolken zwischen Sonne und Erde. Die Sonne aber steht immer am selben Platz!

Aber im Ernst, so ein Wetter wie im Moment ist ja nicht gerade eine Werbung fĂŒr die effiziente Nutzung von Photovoltaik-Anlagen, oder?

Erhard Renz: Ich selbst betreibe eine Photovoltaikanlage seit mehr als elf Jahren und 2011 war das zweitbeste Sonnenjahr. Im Dezember und Januar ernten wir sowieso nur je zwei Prozent des Jahresertrages. Diese Monate sind fĂŒr die RentabilitĂ€t einer Photovoltaikanlage nicht entscheidend.

Die Bundesregierung senkt ja wieder einmal die EinspeisungsvergĂŒtung fĂŒr Strom, der aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik gewonnen wird. Verstehen Sie das?

Erhard Renz: Die Senkungen waren immer das Ziel der Branche. Wir wollen und wir werden wettbewerbsfĂ€hig werden, aber die stĂ€ndige Diskussion ĂŒber weitere Absenkungen schaden der Politik und der Branche. Ich erwarte von einem Politiker langfristige Entscheidungen und keine Windhund-MentalitĂ€t.

Ist die Energiewende Ihrer Beobachtung nach bei den Menschen angekommen?

Erhard Renz: Wir haben in Deutschland mehr als 1,2 Millionen Photovoltaikanlagen und mehr als 20 000 WindrĂ€der. Die Zustimmung zu Erneuerbaren Energien in Umfragen liegt regelmĂ€ĂŸig im Bereich von 80 bis 90 Prozent. Die Deutschen haben erkannt, dass wir keine Rohstoffe haben, sondern nur die Kraft der Sonne.

Herr Renz, man liest viel ĂŒber Energiewende und Photovoltaik, was können die Menschen bei ihrem Vortrag in Weinheim am 31. Januar erfahren, was ihnen dennoch neu sein dĂŒrfte?

Erhard Renz: In meinen VortrĂ€gen versuche ich, das komplexe Thema locker rĂŒber zu bringen, deshalb behaupte ich meine VortrĂ€ge haben einen gewissen Unterhaltungswert. Am Wochenende bin ich beim 19. Jahrestreffen der Bayrischen Solarinitiativen und werde die Neuigkeiten von den bayrischen SolarkollegInnen direkt nach Weinheim bringen. Vielleicht kann ich auch schon eines meiner „neuen Solarprojekte“ schon vorstellen. Dies entscheidet sich bei den Bayern.

In Weinheim mit seiner denkmalgeschĂŒtzten Altstadt gibt es ein Spannungsfeld zwischen PV-Nutzung und Denkmalschutz. Was sollte Ihrer Ansicht nach Vorrang haben und warum?

Erhard Renz: Deutschlandweit stehen etwa zwei Prozent der GebĂ€ude unter Denkmalschutz. Diese GebĂ€ude sind also fĂŒr eine Energiewende nicht entscheidend. Im Einzelfall sollten sich aber die EigentĂŒmer und die Denkmalschutzbehörde an einen Tisch setzen und die Interessen beider Seiten abwĂ€gen.

PV-Nutzung ist doch eher etwas fĂŒr HauseigentĂŒmer. Was kann der „kleine“ Mieter tun, um seinen Beitrag zu leisten? Welche Möglichkeiten hat er?

Erhard Renz: Wer kein eigenes Dach fĂŒr eine Photovoltaikanlage besitzt kann sich zumindest finanziell an Gesellschaften beteiligen. Bei geringen BetrĂ€gen (teilweise ab 100 Euro) empfehle ich eine Genossenschaft. Die Genossenschaft bĂŒndelt Geld und investiert in grĂ¶ĂŸere Photovoltaikanlagen auf öffentlichen (z.B. Schulen, Sporthallen) DĂ€chern. Dort hat jeder eine Stimme egal wie viel Geld er investiert hat. Dies ist die demokratischste Beteiligungsmöglichkeit.

In Weinheim denkt man im Moment ĂŒber die GrĂŒndung einer Energiegenossenschaft nach? Eine gute Idee? Und was raten Sie?

Erhard Renz: Die Genossen mĂŒssen sich im Klaren sein, dass viel ehrenamtliches Engagement zu Beginn erforderlich ist. Benötigt werden Menschen mit unterschiedlichen Talenten. Da ich bereits bei drei GrĂŒndungen engagiert war, empfehle ich Spezialisten fĂŒr die Technik, die Buchhaltung, die Öffentlichkeitsarbeit und einen Rechtsanwalt. Ausserdem gibt es Schulungen fĂŒr die GrĂŒndungsmitglieder einer Genossenschaft die ich jedem Neuling empfehlen wĂŒrde.

Ist die Photovoltaik unter den „Erneuerbaren“ die beste Variante?

Erhard Renz: Die Photovoltaik ist die Königin unter den Erneuerbaren Energien, aber wie jede andere Königin benötigt auch die Photovoltaik UnterstĂŒtzung durch einen Hofstaat. Bei den Erneuerbaren Energien sind dies die Windenergie, die Wasserkraft, Biomasse und Geothermie.

In Weinheim ist Geothermie ein großes Thema, wie sind Ihre Erfahrungen und Prognosen hierzu?

Erhard Renz: Die Geothermie ist technisch noch in den Kinderschuhen. FĂŒr BĂŒrgerliches Engagement birgt diese Technik bei der jetzigen Förderung ein zu hohes Risiko. Deshalb habe ich bisher die Finger von dieser Technik gelassen. Sollten demnĂ€chst weitere Pilotprojekte gestartet werden, wĂŒnsche ich mir eine sorgfĂ€ltigere Planung und Umsetzung als bei den bisherigen Vorzeigeprojekten.“

Info: Vortrag „Sicher in die Zukunft mit Sonnenstrom“ mit Erhard Renz am Dienstag, 31. Januar 2012, 18.30 Uhr im Alten Rathaus am Marktplatz. Eine Veranstaltung der Stadt Weinheim und des Runden Tisch Energie.

Anmerkung der Redaktion:
Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim