Freitag, 14. Dezember 2018

Gemeinderat beschließt Mehrausgaben fĂŒr Sanierung in LĂŒtzelsachsen

Fachwerk schlummert unter Rathausputz

Weinheim, 21. MĂ€rz 2014. (red/ld) Das Rathaus in LĂŒtzelsachsen ist ĂŒber 320 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Die jĂŒngste Fassadensanierung gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Jetzt werden knapp 850.000 Euro in die Hand genommen, um das „ortsbildprĂ€gende GebĂ€ude“, wie es der OberbĂŒrgermeister bezeichnet, zu erhalten. [Weiterlesen…]

Mit Montage der Rathaus-Uhr ist Sanierung abgeschlossen

Am Marktplatz schlÀgt wieder die Stunde

Die prachtvolle Rathaus-Uhr kann nun wieder schlagen. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 20. Februar 2013. (red/pm) Um zehn Uhr morgens am vergangenen Montag stand am Weinheimer Marktplatz fĂŒr einen kleinen Moment die Zeit still. Die Zeiger verharrten kurz in Wartestellung, bis David Kloft von der SchwarzwĂ€lder Turmuhrenfirma Schneider den richtigen Knopf drĂŒckte. Dann schlug die Stunde wieder am Alten Rathaus. Die Rathaus-Uhr ist wieder an Ort und Stelle und gleichsam ein Zeichen fĂŒr die nun (fast) abgeschlossene Sanierung des Alten Rathauses am Weinheimer Marktplatz.

Von Roland Kern

Nach einer ausgiebigen Innensanierung vor zehn Jahren, war in den letzten Monaten die Fassade an der Reihe. Nun strahlt das markante GebĂ€ude in hellem weiß, der rote Sandstein bildet den Kontrast.

An Klofts Seite fuhr Thomas Neitzel im Drehleiterkorb der Feuerwehr nach oben, der Veranstaltungstechniker und Hausmeister des Alten Rathauses, drunten standen die Kunsthistorikerin Josephine Zopf-Weber und Christian Szillinsky vom Amt fĂŒr Immobilienwirtschaft der Stadt Weinheim; beide haben die Sanierung in den letzten Monaten fachlich betreut.

Das elektrisch angetriebene Uhrwerk der etwa 50 Jahre alten Uhr, wurde in Schonach im Schwarzwald von der Fachfirma Schneider auf neuesten Stand gebracht, die aus Metall bestehenden Bestandteile des Zifferblattes und die Zeiger wurden in Weinheim von der Schlosserei Lenz und des Malerbetriebes Haring hergerichtet, wegen der bedeutsamen Maßnahme teilweise sogar gespendet.

Nicht nur Farbe – Blattgold muss es sein

Die Arbeiten waren aufwĂ€ndig. Die Zeiger sind nicht etwa angemalt, sondern wurden mit 24-Karat-Blattgold ĂŒberzogen. „Alles andere lĂ€sst die Denkmalschutzbehörde bei so einem Projekt nicht zu“, erklĂ€rt Josephine Zopf-Weber. Jetzt folgen im FrĂŒhjahr noch Arbeiten am Balkon. „Aber das ist mit Mitteln der Bauunterhaltung zu schaffen“, beschreibt Christian Szillinsky. Die eigentlichen Investitionen seien abgeschlossen – und besser gelaufen als gedacht.

Mit wenig Mehrkosten sei es gelungen, neben der Marktplatzfassade auch die Neben- und RĂŒckfassade zu sanieren. Eine deutlich grĂ¶ĂŸere FlĂ€che konnte einbezogen werden; die Kosten stiegen von ursprĂŒnglich vorgesehenen 100.000 Euro auf 110.000 Euro. Saniert wurden außerdem der Dachreiter und das TĂŒrmchen, es folgten Putzausbesserungs- und Malerarbeiten, auch an den Fenstern und Portalen. An den FenstergewĂ€nden wurde der Sandstein ausgebessert.

Nebenbei wurden noch Verfugungsarbeiten an den Dachzinnen sowie diverse Spengler- und Schlosserarbeiten ausgefĂŒhrt. Damit wurde das markanteste MarktplatzgebĂ€ude zum richtigen Zeitpunkt herausgeputzt. Denn 2013 ist in der Region das „Wittelsbacher Jahr“. Die Region der historischen Kurpfalz wirbt mit so bedeutenden Anlagen wie den Schlössern in Mannheim und Schwetzingen sowie dem Heidelberger Schloss – aber auch mit den Hinterlassenschaften der Wittelsbacher in Weinheim.

Das Alte Rathaus am Marktplatz als eingetragenes Kulturdenkmal mit besonderer Bedeutung gehört dazu. Denn vieles spricht dafĂŒr, dass der damalige KurfĂŒrst Ottheinrich den Bau angeordnet hat, möglicherweise ist der bĂ€rtige Mann auf dem Steinbildnis am Haus sogar ein Abbild des Wittelsbachers.