Donnerstag, 19. September 2019

Feuerwehr nimmt neues Plasmaschneidegerät in Betrieb

Lastwagen schleudert in Mittelleitplanke

Weinheim, 01. Oktober 2014. (red/pm) Die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt wurde am frĂĽhen Montagmorgen gegen 5:30 Uhr zu einem Lkw-Unfall auf die A5 in Höhe des Weinheimer Kreuz gerufen. Ein Lastkraftwagen war nach ersten Erkenntnissen der Polizei in Richtung Frankfurt gefahren und durch einen geplatzten Reifen ins Schleudern geraten. [Weiterlesen…]

Stadt und Verkehrsbetriebe reagieren auf KundenwĂĽnsche

Nachbesserungen bei den Schulbussen

Weinheim, 02. Mai 2014. (red/pm) Die Stadt und die Verkehrsbetriebe reagieren auf die KundenwĂĽnsche und verbessern die Anbindung zu den Schulen. [Weiterlesen…]

„Poetry Slam“ im Weinheimer Schloss

Dichterschlacht wie’s singt und kracht

Weinheim, 17. Februar 2014. (red/pm9 Dem Fasching zum Trotz findet am 25. Februar im Weinheimer Schloss ein „Poetry Slam“ statt. [Weiterlesen…]

Null Toleranz fĂĽr weibliche GenitalverstĂĽmmelung

Rhein-Neckar, 05. Februar 2014. (red/pm) Kreisvorstandsmitglied der GrĂĽnen,  Heidi Besas, wurde in den Vorstand des Europäischen Netzwerkes gegen FGM gewählt. [Weiterlesen…]

Schwierigster Baubereich der gesamten Stadt

Der „ZOB“ kommt gut voran

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Der Bau des Zentrale Omnibusbahnhof kommt voran. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 22. Oktober 2013. (red/pm) Die Baustelle war zwischenzeitlich sehr schwierig – dennoch kommt der Bau des „ZOB“ gut voran. Die Asphaltarbeiten beginnen am 22. Oktober. [Weiterlesen…]

200.000 Euro Schaden durch Einbrecherbande verursacht

Fünfköpfige Einbrecherbande geschnappt

Weinheim/Mannheim/Heppenheim/Viernheim, 17. April 2013. (red/pol) Eine Ermittlungsgruppe der Weinheimer Polizei hat eine fünfköpfige Einbrecherbande überführt. Die fünf Männer zwischen 18 und 29 Jahren sollen für insgesamt 43 Straftaten verantwortlich sein. Außerdem wurden 13 weitere Tatverdächtige ermittelt. Der Schaden, den die Gruppe verursacht haben soll, wird auf rund 200.000 Euro geschätzt. [Weiterlesen…]

Sieben Fahrzeuge zum Teil schwer beschädigt

Massenkarambolage auf der A5

Zu einer Massenkarambolage kam es letzten Sonntag auf der A5. Foto: Ralf Mittelbach

 

Weinheim, 11. Februar 2013. (red/fw) Am Sonntag, den 10. Februar 2013 wurde die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt gegen 13 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf die Bundesautobahn 5 Richtung Frankfurt zwischen gerufen. Vor Ort stellte sich heraus das mehrere Fahrzeuge beteiligt waren, in den Leitplanken hingen und teilweise entgegen der Fahrtrichtung zum stehen gekommen waren. Da dieser Unfall zu diesem Zeitpunkt nicht der einzige war, sondern es auf der A5 noch weitere Unfälle gab, waren die Rettungskräfte der Region bereits stark gebunden.

Von David Kunerth

Auch die Autobahnpolizei, daher wurde zusätzlich das THW Ladenburg zu dem Einsatz gerufen, die am Samstag Autobahndienst hatten und die Einsatzstelle sichern sollten. Auch eine Streife des Polizeirevier Weinheim unterstützte die Unfallaufnahme bis zum Eintreffen der Autobahnpolizei. Der Massencrash ereignet sich zwischen dem Weinheimer Kreuz und der Anschlussstelle Hemsbach. Auf einer Strecke von circa 300 Meter waren die Fahrzeuge verteilt. Die Feuerwehr Weinheim stellte den Brandschutz sicher und kümmerte sich um die auslaufenden Flüssigkeiten. Die Betriebsmittel wie Öl und Kraftstoff wurden abgestreut und gebunden. Um eine Brandgefahr bei den demolierten Fahrzeugen zu verhindern, wurde die Fahrzeugbatterie abgeklemmt.

Die Feuerwehrsanitäter unterstützten den Notarzt, der sich in der Erstphase zunächst alleine um die Verletzten kümmern musste, bis weitere Rettungswagen eintrafen. In einem von der Feuerwehr nachgeforderten Mannschaftstransportwagen, wurde die Verletzten erstversorgt. Die meisten Unfallbeteiligten kamen mit dem Schrecken davon, trotzdem mussten drei Personen versorgt werden und zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Bei einem Unfallfahrzeug handelte es sich um ein Taxi, das so stark beschädigt war, das die Feuerwehr mit einem hydraulischen Rettungsgerät, einem sogenannten Spreizer den Kofferraum öffnen musste um an das Gepäck der Fahrgäste zu kommen.

Während der Unfallaufnahme war die A5 für bis fast 14 Uhr zwischen dem Weinheimer Kreuz und der Anschlussstelle Hemsbach voll gesperrt. Nachdem die Einsatzkräfte der Feuerwehr Weinheim und des THW Ladenburg die Trümmerteile soweit von der Straße geräumt hatten, konnte zunächst eine Fahrspur wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die A5 konnte erst ab 14:30 Uhr komplett wieder befahren werden.

Anm. d. Red.: David Kunerth ist Mitglied im Presseteam der Feuerwehr Weinheim

43.456 Einwohner am Jahreswechsel

Weinheim wächst weiter 2013

Weinheim, 18. Januar 2013. (red/pm) Der Trend hält jetzt schon ein paar Jahre an: Weinheim wächst wieder stetig. Die Zahl der Bevölkerung in der größten Stadt des Rhein-Neckar-Kreises steigt, nachdem sie bis etwa zur Jahrtausendwende eine Weile rückläufig war. Zum Jahreswechsel wies das Statistische Landesamt für Weinheim exakt 43 456 Einwohner auf – 21 110 Männer und 22 346 Frauen. Das sind etwa 120 mehr als zum 31.12. 2011, also vor einem Jahr. Und das, obwohl beim Standesamt in 2012 immerhin 549 Sterbefälle registriert worden sind (gegenüber 484 im Vorjahr). Hingegen wurden beim Bürger- und Ordnungsamt im selben Zeitraum 365 neugeborene Kinder angemeldet.

Von Roland Kern

„Erfreulich hoch (575) ist die Zahl der Geburten am Weinheimer Krankenhaus; allerdings wirkt sich das nicht direkt auf die Bevölkerungsstatistik aus, denn diese Kinder stammen ja auch aus Familien der Nachbarkommunen – so wie Weinheimer Kinder zum Beispiel auch in Mannheim, Heidelberg oder Heppenheim zur Welt kommen. Insgesamt entspricht der Bevölkerungszuwachs dem seit Jahren anhaltenden positiven Saldo der Einwohnerschaft.

Im Monatsdurchschnitt melden sich im Bürgerbüro deutlich mehr Personen als neue Bürger an als ab. Marie und Felix waren die beliebtesten Kindernamen. Bei den Mädchen folgen Sophie und Emilia, bei den Jungen Ben und Luca.
Es ist keine Frage: Weinheims Beliebtheit als Wohnort wächst weiter. Das Bevölkerungswachstum findet vor allem in der Kernstadt statt. Dort wohnen im Moment 268 Personen mehr als vor einem Jahr, insgesamt 30 169. Den größten Zuwachs verzeichnet die Weststadt (+95) vor der Nordstadt (+79), der Innenstadt (+66), dem „Müll“ (+21) und der Südstadt (+7). Die Weststadt bleibt mit jetzt 16 252 Bewohnern mit Abstand der größte Stadtteil.

Unter den Ortsteilen hat Lützelsachsen im letzten Jahr recht deutlich an Einwohnern verloren, nämlich 70 in einem Jahr. Nach einem ständigen Zuwachs in den letzten Jahren durch das Neubaugebiet „West“ pendelt sich die Zahl bei jetzt rund 4500 ein. Allerdings, Abhilfe naht: Schon ab diesem Jahr wird die Bebauung im Neubaugebiet „Lützelsachsen Ebene“ beginnen. Rund 1300 Neubürger sollen es in ein paar Jahren dort sein – das Gebiet zielt auf Familien mit Kindern ab.

80 Personen weniger wohnen aktuell auch in Rippenweier, aber das ist mehr eine statistische Besonderheit: Das frühere Ferienheim der Evangelischen Kirche am Waldrand ist mittlerweile im Besitz eines Unternehmens, das Wohnraum für Personen anbietet, die kurzfristig in der Region einen Arbeitsplatz gefunden haben und eine vorübergehende Wohnung suchen. Die meisten davon melden sich mit einem festen Wohnsitz an, wenn ihr Aufenthalt länger als ein halbes Jahr dauert. Deshalb war die Zahl der in Rippenweier gemeldeten Personen in 2011 kurzzeitig deutlich angestiegen. Jetzt ist sie mit rund 1030 wieder auf Normalmaß. Sulzbach hat leicht an Einwohnern verloren (-21), Hohensachsen, Ritschweier und Oberflockenbach haben leicht zugelegt.

Hochburg des Heiratens

Weinheim bleibt im Land die Hochburg des Heiratens. Wieder haben sich 430 Paare getraut, das liegt im Schnitt der letzten Jahre. Interessant ist dabei wieder der „touristische Aspekt“, denn mehr als die Hälfte der Eheschließungen wurden wieder von außerhalb angemeldet, am meisten von Mannheimern (38). 18 Viernheimer Paare gaben sich in Weinheim das Ja-Wort, elf Birkenauer, zehn Hirschberger und zehn Heidelberger. Aus Frankfurt reisten sieben Paare zum Heiraten unter die Burgen, aber jeweils eins auch aus Berlin, Hamburg und Köln. Auch aus Lima in Peru und Shanghai in China kam ein Paar nach Weinheim.

Der Trend zum spätentschlossenen Ja-Wort hielt auch 2012 an. Das Durchschnittsalter der Männer lag bei 37,5 Jahren, der Frauen bei 34,1 Jahren. Der älteste Bräutigam war 85 Jahre alt, die älteste Braut 75. Erstmals durften 2012 im Weinheimer Rathaus auch gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften vollzogen werden. Zwei männliche und zwei weibliche Paare machten von dieser Möglichkeit Gebrauch.

Die Statistik finden Sie hier.

Anm. d. Red.: Roland Kern ist Pressesprecher der Stadt Weinheim.

Wechsel in der Pflegedienstleitung der GRN-Klinik Weinheim

Der Patient steht im Mittelpunkt

Weinheim/Rhein-Neckar, 22. Dezember 2012. (red/pm) Mit dem 1. Januar 2013 beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der GRN-Klinik Weinheim: Sonja Schmitt (63), seit 2002 Pflegedienstleiterin der Klinik (ehemals Kreiskrankenhaus), geht in den Ruhestand. Im Rahmen einer internen Abschiedsfeier Mitte Dezember übergab sie den Stab an Marie-Luise Schmitz (46), die sich bereits seit dem ersten November auf ihre neue Aufgabe in Weinheim vorbereitet. Rüdiger Burger, Geschäftsführer der GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH, Markus Kieser, Klinik-Betriebsleiter, und Dr. med. Werner Schaupp, Ärztlicher Direktor der GRN-Klinik Weinheim, bedankten sich – gemeinsam mit zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – bei Sonja Schmitt für die jahrelange angenehme und fruchtbare Zusammenarbeit. Burger verlieh ihr darüber hinaus im Namen von Landrat Stefan Dallinger die Silberne Ehrenmedaille des Rhein-Neckar-Kreises und hieß ihre Nachfolgerin im GRN-Team herzlich willkommen.

Information der GRN-Klinik Weinheim:

„Herr Kieser, wenn ich dazu noch etwas anmerken dürfte?“ Mit diesem Zitat illustrierte der Betriebsleiter der GRN-Klinik eine von Sonja Schmitts herausragenden Eigenschaften: Sie habe immer für ihre Überzeugungen eingestanden und diese lebhaft in die Diskussion eingebracht. Doch gleichzeitig, und hier war sich Markus Kieser mit den anderen Rednern einig, war sie stets kompromissbereit und äußerst kooperativ. Geschäftsführer Burger ergänzte: „Sie legen Wert auf eine korrekte Ordnung, ein klares System und transparente Strukturen.

Der Pflegedienst war unter Ihrer Leitung immer wirtschaftlich organisiert, und Sie haben immer wieder neue Konzepte zur Entlastung des Fachpersonals umgesetzt.“ Dr. Werner Schaupp hob zwei weitere Persönlichkeitsmerkmale seiner Kollegin im Klinik-Leitungsteam hervor: „Sie waren immer kreativ und dynamisch bis zum Schluss!“ In der Praxis bedeutete das: Neben einer effizienten Organisation der Pflege, wie sie beispielsweise in einer kontinuierlichen qualifizierten Aus- und Weiterbildung, klarer Aufgabenverteilung und einem vorbildlichen Dokumentationssystem zum Ausdruck kam, war ihr stets auch eine ansprechende Gestaltung der Räumlichkeiten sowie die umfassende Information der Patienten ein Anliegen. Denn, so die angehende Pensionärin, ein schön geschmückter Christbaum in der Adventszeit mache beispielsweise einen ebenso guten Eindruck wie eine klar strukturierte und gut verständliche Patientenbroschüre – und beides wirke sich positiv auf den Genesungsprozess aus.

Nach all dem verwundert nicht, dass beiden Seiten der Abschied nicht leicht fiel. Sonja Schmitt selbst – die übrigens vor ihrer Tätigkeit in der Pflegedienstleitung unter anderem als Krankenschwester auf einer Diabetikerstation und in der Psychiatrie gearbeitet hatte – betonte, wie sehr sie die vertrauensvolle und loyale Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geschätzt habe, die sie stets auch bei Veränderungen und Umstrukturierungen unter­stützt hätten.

Darüber hinaus bedankte sie sich auch bei allen anderen, mit denen sie in und außerhalb der Klinik zusammen gearbeitet hat: bei den Grünen Damen, der Seelsorge, der Hospizhilfe, dem Stadtseniorenrat, dem Pflegestützpunkt Rhein-Neckar sowie vielen weiteren, die sich der GRN-Klinik verbunden fühlten und fühlen. Für die Zukunft hat sich die Mutter einer Tochter und Oma einer Enkelin vorgenommen, zwei Gänge zurückzuschalten, nach dem Motto Mahatma Gandhis: „Es gibt Wichtigeres im Leben als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“

Neues Leitungsteam

Geschwindigkeit aufnehmen hingegen wird Marie-Luise Schmitz, die ab Januar 2013 gemeinsam mit Markus Kieser und Dr. Werner Schaupp dem Leitungsteam der GRN-Klinik Weinheim angehören wird. Die am Universitätsklinikum Frankfurt ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin hat bereits eine beeindruckende Karriere hinter sich: Unter anderem bildete sie sich zur Fachschwester für Anästhesie und Intensivmedizin fort, absolvierte erfolgreich einen Stationsleiterkurs und studierte schließlich berufsbegleitend Pflegemanagement an der Katholischen Fachhochschule Freiburg, wo sie sich schwerpunktmäßig mit Personal- und Organisationsentwicklung auseinandersetzte.

28 Jahre Berufspraxis führten sie von der Intensivpflege – in der sie unter anderem eine große herzchirurgische Intensivstation aufbaute – über das Projektmanagement in einer Stabsstelle des Klinikums der Universität Köln und die Pflegedienstleitung mehrerer Abteilungen des Städtischen Klinikums Braunschweig zu ihrer neuen Aufgabe als Pflegedienstleiterin der GRN-Klinik Weinheim. Hier hat sich die gebürtige Rheinländerin, die gerne wieder in den Süden der Republik zurückkehrt, vorgenommen, die Kompetenzen der Pflege in Anlehnung an die neuesten Erkenntnisse der Pflegewissenschaft und -forschung weiterzuentwickeln. Auch hofft sie, der Begeisterung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren Beruf durch ein neues Personalentwicklungs­konzept neue Impulse geben zu können.

Eine strukturierte Herangehensweise, Durchsetzungsfähigkeit und Zielstrebigkeit sind drei Eigenschaften, die Marie-Luise Schmitz schon nach ihrer kurzen Einarbeitungszeit bescheinigt werden und die sie mit ihrer Vorgängerin Schmitt verbinden. Insofern werden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich nicht umstellen müssen. Dass nicht „alles beim Alten“ bleibt, liegt in der Natur der Sache: „Wir erhoffen uns von Ihnen neue Anregungen für die Pflege und das gesamte Haus“, drückte es der Ärztliche Direktor in seiner Begrüßungsrede aus. Die Erwartungen sind also hoch, doch Schmitz nimmt die Herausforderung gerne an.

Eine Hospitanz in einem so genannten „Magnethospital“ – ein Krankenhaus, das aufgrund seiner vorbildlichen Pflege wie ein Magnet sowohl auf Patienten als auch auf pflegerisches Fachpersonal wirkt – hat sie in dem Vorhaben bestärkt, „eine gute Arbeitsorganisation für die Pflegefachkräfte zu ermöglichen und diese durch einen partizipativen Führungsstil zu erreichen“. Um dieses Prinzip im Arbeitsalltag umzusetzen, wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Pflegebereich ein großes Mitspracherecht bei organisatorischen Entscheidungen eingeräumt, aber ein ebenso hohes Maß an Eigenverantwortung zugesprochen. Bei alldem gilt es, das Ziel der Pflege im Auge zu behalten: Der Patient steht im Mittelpunkt aller Bemühungen – spätestens an dieser Stelle knüpft die neue Pflegedienstleiterin unbedingt an die Arbeit ihrer Vorgängerin an! Auch privat ist Marie-Luise Schmitz neugierig auf unbekannte Terrains und liebt die Herausforderung: In ihrer Freizeit bereist sie gerne mit dem Rucksack ferne Länder und strebt es als passionierte Läuferin an, in absehbarer Zeit an einem Marathon teilzunehmen.

„Stuttgart 21 bremst die S-Bahn in der Region aus“

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Stuttgart, 15. November 2011. In Stuttgart und anderswo streitet man sich auf allen möglichen Ebenen, Sinn und Unsinn, Kosten und Nutzen werden gegeneinander aufgewogen. Und natürlich ist der Großraum Stuttgart am meisten betroffen. Doch Stuttgart 21 hat schon jetzt konkrete negative Wirkungen in unsere Region. Und wenn Stuttgart 21 kommt, werden die Nachteile für uns vor Ort noch größer, sagt Michael Löwe, Experte des Fahrgastverbands Pro Bahn, im Interview. Am 27. November sind die Bürger zur Volksabstimmung aufgerufen.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Löwe, hat Stuttgart 21 direkte Auswirkungen auf die Region Nordbaden?

Michael Löwe: Ganz sicher. Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen.

Tun Sie das.

Löwe: Es gibt verschiedene Finanzierungstöpfe fĂĽr Eisenbahnprojekte. Einer davon sind die sog. BSchwAG-Mittel (Mittel gemäß dem Bundesschienenwegeausbaugesetz, die zur Finanzierung der Projekte des Bundesverkehrswegeplans – BVWP – dienen). Wie alle Mittel können diese natĂĽrlich nur einmal ausgegeben werden. Es gibt etwa 80 BVWP-Schienen-Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 46 Milliarden Euro. Rund 1,5 Milliarden Euro werden jährlich aus diesem BSchwAG-Topf ausgegeben. Die 5-600 Millionen Euro, die fĂĽr Stuttgart 21 eingesetzt wĂĽrden, fehlen dann natĂĽrlich bei anderen Projekten, beispielsweise der geplanten Neubaustrecke (NBS) zwischen Frankfurt und Mannheim.

„Die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim kommt nicht vor 2025.“

Das heiĂźt konkret?

Bahn-Experte Michael Löwe - Privatfoto von einer Norwegenreise 2011: "Wir waren nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, das war toll."

Löwe: Es gibt einige Projekte, die aktuell im Gang sind, die bekommen das Geld zuerst, damit diese fertig gestellt werden können, beispielsweise Nürnberg-Erfurt bis 2017. Hier fließen also große Summen ab, die für andere Projekte nicht mehr zur Verfügung stehen. Dann werden Prioritätslisten neu erstellt und aktuell ist die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim aus der Prioritätsliste 1 in die zweite oder dritte Reihe gerutscht.

Aber die ersten Planungen laufen doch schon seit 1998?

Löwe: Richtig. Aber der Bundesverkehrsminister lässt aktuell das Projekt neu ausschreiben, dann müssen Pläne und Gutachten gemacht werden und das wird dauern.

Wann könnte diese für unsere Region wichtige Linie fertig sein?

Löwe: Im optimalen Fall bis 2023, eher aber 2025 und das nur, wenn alles wie am Schnürchen klappt. Berücksichtigen muss man dabei, dass dies ein relativ einfaches Projekt wäre, weil es nicht viele Tunnels braucht und das Gelände in der Ebene verläuft.

Hat Stuttgart 21 Einfluss darauf?

Löwe: Sicher, wenn Stuttgart 21 kommt, fehlen über mehrere Jahre mehrere hundert Millionen Euro. Die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim würde nach Schätzungen der Bahn gut zwei Milliarden Euro kosten, also viel mehr als in einem Jahresbudget für alle Bahnprojekte in Deutschland vorhanden ist. Und jeder woanders ausgegebene Euro fehlt hier, z.B. übrigens auch für die S-Bahn.

„Das Argument des Zeitgewinns  durch S21 ist regional gesehen Quatsch.“

Wieso die S-Bahn?

Löwe: Weil auch hier das Geld fehlt, beispielsweise für den Ausbau der Strecke Mannheim-Heidelberg, die zu 40 Prozent aus dem BSchwAG-Topf bezuschusst werden muss. Dieser Abschnitt wird für alle S-Bahn-Linien benötigt und muss drei-, bzw. viergleisig ausgebaut werden. Nur dann können z.B. die S-Bahn-Linien von Eppingen und Aglasterhausen wie geplant bis Worms, bzw. Mainz durchgebunden werden. Heute muss man in Heidelberg umsteigen und verliert Zeit. Das gilt übrigens auch für die Debatte um Stuttgart 21 und die Zeitvorteile.

Was meinen Sie?

Löwe: Das Argument der S21-Befürworter, der Bahnhofsumbau würde Zeitvorteile bringen, ist Quatsch. Diese könnte man jetzt schon haben. Man hat sie aber nicht, weil man in dem vorwiegend als Regionalbahnhof genutzten Hauptbahnhof kaum Regional-Züge „durchfahren“ lässt. Man muss umsteigen, hier wird die Zeit verloren. Würden die Züge ein- und weiterfahren, wäre ein ähnlicher Zeitvorteil zu gewinnen. Der einzig echte Zeitvorteil entsteht durch die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, doch überwiegend für Durchreisende in Richtung München. Der Umbau des Bahnhofs ist nicht entscheidend.

„Ich befĂĽrchte durch S21 eine deutliche Verzögerung fĂĽr die S-Bahn Rhein-Neckar.

Nochmal zurĂĽck zur zweiten Ausbaustufe der S-Bahn. BefĂĽrchten Sie, dass die nicht kommt?

Löwe: Sie kommt, aber sicher nicht so, wie das viele behaupten. Die Bahnen fahren, aber die Frage ist, ob man durchfahren kann oder umsteigen muss. Das ist zeitrelevant. Der „Knoten Mannheim“, das Herzstück der S-Bahn rutscht auch durch S21 nach hinten bei den Prioritäten.

In einer aktuellen Umfrage haben wir die Bürgermeister im Wahlkreis 39 Mannheim befragt, ob S21 Vor- oder Nachteile bringt. Alle sagten, „keine Meinung, haben wir uns noch nicht mit befasst.“

Löwe: Das hängt wohl von der Perspektive ab. Sicher gibt es auf kommunaler Ebene keine direkten Verbindungen – aber im Gesamtzusammenhang schon. Und wenn Gelder für den Knoten Mannheim fehlen, ist die Leistungsfähigkeit der S-Bahn enorm eingeschränkt. Sie fährt, aber eben weit unter ihren Möglichkeiten. Wer das erkennen will, tut das, wer nicht, schaut weg.

Was kostet dieser Ausbau?

Löwe: Rund 213 Millionen Euro. 40 Prozent muss die DB Netz tragen, 60 Prozent werden übers Gemeindeverkehrswegefinanzierungsgesetz geregelt. Somit tragen dann Bund und Land 80 Prozent, Kreise und Kommunen 20 Prozent.

„Vielleicht ist man hier froh ĂĽber die Verzögerung.“

Wie hoch ist der Anteil auf kommunaler Ebene konkret?

Löwe: Gut 42 Millionen Euro für Kreise und Kommunen – wenn die Finanzierung klappt. Wohlgemerkt nur für den Abschnitt Mannheim – Heidelberg, wobei nach einem komplizierten Schlüssel nicht nur die direkten Anlieger zahlen sollen, sondern auch die weiter entfernten, da die dort verkehrenden S-Bahn-Linien ja auch vom Ausbau Mannheim-Heidelberg profitieren.

Könnte das der Grund sein, aus dem die Kommunen gar nicht so traurig sind, wenn der Ausbau hier vor Ort nicht kommt, weil sie das Geld nicht haben?

Löwe: Das haben Sie jetzt vermutet. Man sollte dazu die Entscheidungsträger fragen. Ich vermute eher, dass man die S-Bahn schon will, aber über eine zeitliche Streckung ganz froh ist. Dass ein Ausbau stattfindet, wie jetzt der neue Haltepunkt „Arena-Maimarkt“ im Dezember 2011 ist unbestritten – aber er wird zusehends langsamer und ich befürchte durch Stuttgart 21 eine weitere, deutliche Verzögerung.

Wie ist die Haltung von Pro Bahn zu Stuttgart 21 und wie werden Sie abstimmen?

Löwe: Die Verbandshaltung ist klar gegen Stuttgart 21 und ich stimme auch für den Ausstieg. Gerade für unsere Region gibt es wichtigere Projekte und der Bahnhofsumbau bringt den Reisenden in der Großregion Stuttgart keine erkennbar wesentlichen Vorteile.

Zur Person:
Michael Löwe (57 Jahre) wohnt seit 16 Jahren in Weinheim, ist Diplom-Mathematiker und war von 1997-2007 Vorsitzender des Regionalverbands Pro Bahn Rhein-Neckar, einer Untergliederung von Pro Bahn Baden-Württemberg e.V..
Der gemeinnützige Fahrgastverband hat bundesweit rund 5.000 Mitglieder und findet durch seine konstruktive Zusammenarbeit und durchdachten Vorschläge zur Entwicklung der Bahn hohe Anerkennung.
Als Verband, der sich für die Verbesserung der Zugverkehre einsetzt, ist er politisch unverdächtig, eine Parteilinie zu verfolgen.