Dienstag, 19. September 2017

Stadt vergibt BauplĂ€tze in Lorscher Straße

GrĂŒnes Licht fĂŒr „Biotikon“ und „Neofol“

Weinheim, 16. Januar 2013. (red/ld) Mit dem NahrungsergĂ€nzungsmittelhersteller „Biotikon“ und dem Verpackungshersteller „Neofol“ siedeln sich zwei weitere Unternehmen im Gewerbegebiet Viernheimer Straße an. Die beiden Firmen teilen sich das 3.758 Quadratmeter große GrundstĂŒck in der Lorscher Straße 8, das sie fĂŒr insgesamt 565.175,90 Euro von der Stadt kaufen. Der Gemeinderat beschloss gestern den Verkauf des GrundstĂŒcks einstimmig. [Weiterlesen…]

Gegen das geplante Asylbewerber-Heim formiert sich Widerstand

„nicht die Existenz von 100 Weinheimer Familien zerstören“

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck baut der Landkreis ein Asylbewerberheim fĂŒr 200 Personen.

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck wird der Landkreis einen Wohnkomplex fĂŒr 200 Asylbewerber bauen – jetzt regt sich Widerstand bei Anwohnern und Gewerbetreibenden.

 

Weinheim, 12. Dezember 2013. (red/pro/ld) Die geplante Unterbringung von 200 Asylbewerbern in einem noch zu bauenden Komplex an der Heppenheimer Straße sorgt fĂŒr Ärger. Dirk Ahlheim, Anwohner in der Kolpingstraße, verteilte Handzettel in der gestrigen Gemeinderatssitzung. Und die Botschaft ist eindeutig – man will die Asylbewerber auf keinen Fall vor der eigenen HaustĂŒr haben. [Weiterlesen…]

Landkreis baut vierteiligen GebĂ€udekomplex fĂŒr 200 Personen bis Herbst 2015

Asylbewerber-Unterkunft in Heppenheimer Straße

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck baut der Landkreis ein Asylbewerberheim fĂŒr 200 Personen.

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck wird der Landkreis einen Wohnkomplex fĂŒr 200 Asylbewerber bauen.

 

Weinheim/Rhein-Neckar/Ladenburg, 03. Dezember 2013. (red/ld) Rund 200 Asylbewerber sollen ab Herbst 2015 (wir hatten zunĂ€chst 2014 berichtet in Weinheim untergebracht werden. Zu diesem Zweck wird der Landkreis einen vierteiligen GebĂ€udekomplex auf einem stĂ€dtischen GrundstĂŒck an der Heppenheimer Straße neu bauen. Das verkĂŒndeten OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) und Landrat Stefan Dallinger (CDU) heute bei einer Pressekonferenz im Rathaus.) [Weiterlesen…]

Machen Sie mit

Geben Sie uns Ihre Ansichten, Erfahrungen und Argumente

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Weinheimblog.de. Er macht sich echte Sorgen um Sulzbach, denn die Ereignisse verdichten sich. Foto: sap

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Weinheimblog.de. Foto: sap

Weinheim, 18. September 2013. (red) Haben Sie schon eine Meinung zum BĂŒrgerentscheid? Welche GrĂŒnde haben Sie dafĂŒr sich mit Ja oder Nein zu entscheiden? Wir sind an Ihren Ansichten, Erfahrungen und Argumenten interessiert. Am kommenden Freitag stellen wir nochmals wichtige Stationen vor – wĂ€gen die Argumente ab. Wir schreiben BĂŒrgerbeteiligung groß – denn wir sind seit dem Start des ersten Blogs in Heddesheim stĂ€ndig mit den BĂŒrger/innen in Kontakt und erhalten wertvolle Hinweise fĂŒr die journalistische Arbeit.

Von Hardy Prothmann

Nicht nur die Politik ist im Wandel – auch der Journalismus. Das Modell: Einer sendet – viele empfangen ohne RĂŒckkanal ist zunehmend am Verschwinden. Moderner Journalismus ist offen und im Dialog mit den Mediennutzern. Klassische journalistische Techniken haben nach wie vor ihre Berechtigung – vor allem das Bewusstsein der Dienstleistung. Menschen mĂŒssen sich in den Medien wiederfinden. Informationen mĂŒssen nĂŒtzlich sein und helfen, sich eine Meinung zu bilden. [Weiterlesen…]

Die heiße Phase vor dem BĂŒrgerentscheid am 22. September lĂ€uft

Von wegen „Wir-GefĂŒhl“: BĂŒrgerentscheid spaltet die Stadt

Weinheim, 03. September 2013. (red/aw) Mittlerweile mĂŒsste jeder Wahlberechtigte in Weinheim die InformationsbroschĂŒre zum BĂŒrgerentscheid erhalten haben. Die Stadt hat somit ihre Pflichtbeitrag zur öffentlichen Meinungsbildung erfĂŒllt. Bald also sind Sie dran. Am 22. September bestimmen Sie die weitere Gewerbeentwicklung in Weinheim mit. Sie sind noch unentschlossen? Kein Wunder, denn seit Monaten hauen sich BefĂŒrworter und Gegner des FlĂ€chentauschs die Argumente um die Ohren. Mit dem Ergebnis, dass die Stadt zweigeteilter ist denn je. Auch innerhalb der Fraktionen brodelt es inzwischen. [Weiterlesen…]

CDU GemeinderĂ€tin Susanne Tröscher: „Ich distanziere mich von dieser Jungen Union“

JU noch nicht trocken hinter den Ohren?

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Susanne Tröscher (links) hĂ€lt die Veröffentlichung der JU zum Thema BĂŒrgerentscheid mit dem Titel „Die Breitwiesen wĂ€re ideal“  fĂŒr törricht und unqualifiziert. Auf dem Foto zu sehen sind des weiteren Fritz Pfrang und Elisbeth Kramer.

 

Weinheim, 31. August 2013. (red/pm) Ist es jugendlicher Leichtsinn oder ein knallharter Affront? Der Text der Jungen Union unter Vorsitz des Stadtrats Sascha Pröhl hat „reingehauen“ – vor allem innerhalb der CDU. Es gibt auch innerhalb der Partei ein „verstĂ€ndnisloses KopfschĂŒtteln“ ĂŒber die Inhalte, wie uns hinter vorgehaltener Hand ĂŒbermittelt wird. Die CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher, Mitglieder BI zum Erhalt der Breitwiesen, glaubt, dass Sascha Pröhl und die Junge Union sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. [Weiterlesen…]

Junge Union ist fĂŒr „NEIN“ beim BĂŒrgerentscheid

Pröhl: Hammelsbrunnen muss erhalten bleiben

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Jeder, der nicht fĂŒr den Tausch stimmt, zerstört damit das Naherholungsgebiet Hammelsbrunnen, sagt der Vorsitzende der Jungen Union Sascha Pröhl. Foto: CDU Weinheim

 

Weinheim, 31. August 2013. (red/pm) Der Text hat es in sich: Die Junge Union Weinheim sieht Bauern als abhĂ€ngige SubventionsempfĂ€nger, die sonst nicht „ĂŒberlebensfĂ€hig“ seien. Hat der Text das Potenzial, nicht etwa fĂŒr die Entwicklung der Breitwiesen zu werden, sondern im Gegenteil einen großen Teil StammwĂ€hler der CDU auf die Palme zu bringen? Lesen Sie selbst, wir dokumentieren den Text in voller LĂ€nge.

Information der Jungen Union Weinheim:

„In der momentanen Debatte um den möglichen Tausch des Gebietes Hammelsbrunnen mit dem Gebiet Breitwiesen als Gewerbegebiet wirbt die Junge Union fĂŒr den FlĂ€chentausch. Jeder Weinheimer BĂŒrger, der nicht fĂŒr diesen Tausch stimmt, zerstört damit das Naherholungsgebiet Hammelsbrunnen, welches sich direkt am Weinheimer Krankenhaus und in unmittelbarer NĂ€he zum Wohngebiet in der Weststadt befindet, sagte der Vorsitzende der Jungen Union und Gemeinderatsmitglied Sascha Pröhl. [Weiterlesen…]

BĂŒrgerinitiative will Hammelsbrunnen und Breitwiesen erhalten

Weder noch? Dann „Ja“ beim BĂŒrgerentscheid

Die BĂŒrgerinitiative Breitwiesen wirbt fĂŒr ein "Ja" beim BĂŒrgerentscheid.

Die BĂŒrgerinitiative Breitwiesen wirbt fĂŒr ein „Ja“ beim BĂŒrgerentscheid.

 

Weinheim, 29. August 2013. (red/ld) Die BĂŒrgerinitiative „Rettet die Breitwiesen“ will weder den Hammelsbrunnen noch die Breitwiesen als Gewerbegebiet verwirklicht sehen. DafĂŒr sprĂ€chen ökologische, landwirtschaftliche und wirtschaftliche GrĂŒnde. Ihre politische Strategie lĂ€uft darauf hinaus, den Hammelsbrunnen als Gewerbegebiet im FlĂ€chennutzungsplan zu belassen. Ihn zu erschließen ist schwieriger und ungewisser. Dazu bedarf es der Zustimmung des neuen Gemeinderates, der im Mai 2014 gewĂ€hlt wird. [Weiterlesen…]

Der Kampf um die Stimmen hat begonnen: Alle KommunikationskanÀle werden bedient

Endspurt fĂŒr den BĂŒrgerentscheid „Breitwiesen“

Weinheim, 19. August 2013. (red/aw) Es ist nur noch gut einen Monat Zeit bis zum BĂŒrgerentscheid und die Stadtverwaltung nimmt in ihrer Informationskampagne Fahrt auf. YouTube-Videos, Facebook-Chat und Co. sollen dazu dienen, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu einem „Nein“ am Wahltag zu bewegen. Die BĂŒrgerinitiative „Rettet die Breitwiesen“ hĂ€lt krĂ€ftig dagegen. Erst am vergangenen Samstag lud sie zu einer Kundgebung auf dem Weinheimer Marktplatz und fĂŒhrte Interessierten anschaulich vor, dass „Schafe nun mal keinen Beton fressen“. Der Kampf um die Stimmen fĂŒr oder gegen ein neues Gewerbegebiet in Weinheim ist damit endgĂŒltig eröffnet. [Weiterlesen…]

Eine Studie gibt Einblick, welche BĂŒrger protestieren und Beteiligung verlangen

Zeit, Wissen und eine gut gefĂŒllte Kriegskasse

Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Breitwiesen bei der Übergabe von mehr als 5.000 Überschriften. Der Lohn: Der Bürgerentscheid am 22. September 2013. Ganz links: OB Bernhard, Mitte: Fritz Pfrang.

 

Weinheim/Heddesheim/Ilvesheim/Ladenburg/Rhein-Neckar, 07. März 2013. (red/zef/tegernseerstimme.de) Egal, ob die aktuellen Debatte um den Neubau der Neckarbrücke an der L597 oder die Proteste gegen den Bau eines Logistiklagers der Firma Pfenning in Heddesheim oder die Auseinandersetzung um die Weinheimer Breitwiesen. Schaut man sich die Veränderungen der letzten Jahre in der Lokalpolitik an, wird eines offensichtlich: Es gibt vermehrt Protest. Die spannende Frage, die sich dahinter verbirgt: Wer sind die Bürger, die protestieren und was bezwecken sie? [Weiterlesen…]

Transparenz Fehlanzeige

Breitwiesen: BĂŒrgerrĂ€te haben getagt

Weinheim, 25. Juni 2012. Aktualisiert. (red) Die Organisatoren des BĂŒrgerdialogs informieren per „Pressemitteilung“ ĂŒber die „Ergebnisse“ der BĂŒrgerrĂ€te, die im Wochenende getagt haben. Inhaltlich ist die ErklĂ€rung Ă€ußerst dĂŒrftig.

Angeblich soll das Verfahren ja transparent sein – tatsĂ€chlich erfĂ€hrt die Öffentlichkeit so gut wie nichts ĂŒber die Inhalte und Argumente der „BĂŒrgerrĂ€te“, die sich am Wochenende zusammengefunden hatten. Wir dokumentieren die Pressemitteilung:

Information der „BĂŒrgerrĂ€te“:

„Mit großer Ernsthaftigkeit tagten am Wochenende zwei unabhĂ€ngig voneinander tagende BĂŒrgerrĂ€te zur Frage der zukĂŒnftigen Nutzung der Gewanne „Breitwiesen“ und „Hammelsbrunnen“. Trotz des sommerlichen Wetters diskutierten 37 Weinheimerinnen und Weinheimer, die ihre Teilnahme zugesagt hatten – mehr als die erwarteten 30 Teilnehmenden – vom frĂŒhen Morgen bis zum Abend. „Die Tatsache, dass alle BĂŒrgergutachterinnen und – gutachter diesen Marathon durchgestanden haben, zeigt das große Maß an Verantwortungsbewusstsein und Ernsthaftigkeit, das die Weinheimerinnen und Weinheimer fĂŒr ihre Stadt empfinden“, so Alexandra Ehlers und Mark Schwalm, die als Projektleiter der Forschungsstelle BĂŒrgerbeteiligung das Weinheimer Verfahren organisieren.

In fĂŒnf Arbeitseinheiten hörten die BĂŒrgergutachterinnen und –gutachter insgesamt 12 verschiedene Experten zu den Themen Gewerbe- und Landwirtschaft, Wirtschaftsstruktur und –entwicklung, Ökologie und Umwelt, Stadtplanung, Tourismus und LebensqualitĂ€t.

In einer Vielzahl jeweils neu zusammen gesetzten Kleingruppensitzungen erarbeiteten die BĂŒrgerrĂ€te ĂŒber 400 Argumente, die danach jeweils im Plenum begutachtet wurden.

Kritische Fragen an die Politik

Wichtige KlĂ€rungen ergaben sich in der Politikeranhörung am spĂ€ten Sonnabend. Stadtspitze, erschienene Fraktionssprecher und zwei Mitglieder der BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen“ stellten sich kritischen Fragen der BĂŒrgerrĂ€te. Kritisch hinterfragt wurde einerseits die Annahme der BĂŒrgerinitiative, dass „Hammelsbrunnen sich selbst schĂŒtzt“, dass also bei einem Verzicht auf den FlĂ€chentausch Hammelsbrunnen / Breitwiesen als Gewerbegebiet an beiden Standorten kein Gewerbe errichtet werde.

Andererseits wurde auch die Ernsthaftigkeit der Suche nach Alternativen durch die Stadt kritisch hinterfragt. Die BĂŒrgerrĂ€te waren sich der Verantwortung bewusst, dass die Umweltprobleme bei der Entwicklung weiterer Gewerbegebiete und die zukĂŒnftige Arbeitsplatzentwicklung ernsthaft gegeneinander abgewogen werden mĂŒssen.

(Anm. d. Red.: Die folgenden AbsĂ€tze wurden per der Erstveröffentlichung ĂŒbersehen – wir bitten das VersĂ€umnis zu entschuldigen)

Ergebnisvorstellung am 20. Juli

Die Argumente, die in den beiden tagenden BĂŒrgerrĂ€ten erarbeitet wurden, mĂŒssen nun in ein gemeinsames BĂŒrgergutachten zusammengefĂŒhrt werden. Dies erfolgt in den kommenden vier Wochen durch die UniversitĂ€t Wuppertal unter Zustimmung eines Redaktionsteams der BĂŒrgerrĂ€te. Erst danach werden die Empfehlungen im Detail im nĂ€chsten Dialogforum am 20. Juli der BĂŒrgerinitiative und den ĂŒbrigen Teilnehmenden vorgestellt.

Die Empfehlungen nehmen keine Entscheidung fĂŒr oder gegen „Breitwiesen“ vorweg. Das Gutachten mĂŒndet auch nicht in eine einstimmige Empfehlung fĂŒr eine der Alternativen im nach der Sommerpause möglichen BĂŒrgerentscheid. Vielmehr fassen sie die Informationen, die in dieser Breite und Vielfalt bislang nicht zusammengetragen worden sind, in Form von Empfehlungen zusammen.

„Wir wĂŒnschen uns, dass alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger Weinheims das Gutachten lesen, um ihre eigene Entscheidung mit dem gleichen breiten Informationsstand zu treffen, den wir hier in den vergangenen Tagen erarbeiten konnten“, so ein viel geĂ€ußerter Wunsch der Teilnehmenden.“

Landwirtschaft und BĂŒrgerbeteiligung sind die Themen

Spaziergang in die Breitwiesen

Strahlender Sonnenschein in den Breitwiesen und zahlreiche SpaziergÀnger: Die Natur soll erhalten bleiben! Quelle: Privat.

 

Weinheim, 20. Juni 2012. (red/pm) Neues Gewerbegebiet in der Feldflur? Fragen und Antworten zum Thema Naturschutz und dem aktuell von der Stadt Weinheim geplanten Gewerbegebiet wurden den zahlreichen interessierten SpaziergĂ€ngern bei der Begehung im Hammelsbrunnen und in den Breitwiesen nĂ€her gebracht. Bauern und Mitglieder der BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen‘“ klĂ€rten auf – die Fertigstellung des helfenden „BĂŒrgergutachtens“ indes lĂ€sst noch auf sich warten.

Von Elisabeth Kramer

Die Mitglieder der BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen‘“ strahlten mit der Sonne um die Wette: Über 80 SpaziergĂ€ngerInnen waren gekommen, um sich im Hammelsbrunnen und in den Breitwiesen umzusehen und ErlĂ€uterungen dazu zu hören. Schließlich will die Spitze der Stadt Weinheim ein Gewerbegebiet in der Feldflur ermöglichen, und das wiederum missfiel der Gruppe beim Wandern immer mehr.

Landwirtschaft und Brutraum vs. neue ArbeitsplÀtze?

Viele Fragen gab es und reichlich Antworten von den Bauern Karl BĂ€r und Fritz Pfrang, war doch die Landwirtschaft das große Thema. Der Unterschied zwischen Körner- und Silomais hat sich zwar nicht allen erschlossen, deutlich war aber die Vielfalt der Feldflur, wo neben diesen ĂŒppigen GrĂ€sern auch GrĂŒnland, Weizen, Luzerne, Gerste und Hafer (siehe Foto) zu bewundern war. ErklĂ€rt wurde, warum in Weinheim nirgends bewĂ€ssert werden muss: Die hochwertigen Böden der ehemaligen Weschnitz-Aue halten die Feuchtigkeit besser als die Sandböden der Umgebung. Und genau diese guten Böden sind sowohl im Hammelsbrunnen, wie in den Breitwiesen zu finden, wobei letztere dank der Flurbereinigung die grĂ¶ĂŸeren AckerflĂ€chen bieten und damit leichter zu bewirtschaften sind. Auch der Naturschutz kam zu Wort: Siegfried Demuth erklĂ€rte, warum nicht nur der Hammelsbrunnen schĂŒtzenwert sei, also die FlĂ€che mit den vielen GĂ€rten direkt am Krankenhaus.

Erhöht das Gewerbegebiet wirklich die Weinheimer LebensqualitÀt? Quelle: Privat.

 

So bieten die großflĂ€chigen Felder in den Breitwiesen unter anderem der Feldlerche Brutmöglichkeiten. Und ĂŒberhaupt zieht der Naturschutz sogar intensive Landwirtschaft einem Gewerbegebiet vor. Dann hĂ€tte die Natur hier gar keine Chance mehr. Beim Gang durchs GelĂ€nde kam auch das große Inserat des Dr. Peter Schuster zur Sprache. Warum setzt sich ein Mitglied der Familie Freudenberg so vehement ein fĂŒr ein Gewerbegebiet in den Feldern? Warum beklagt er den Verlust von Weinheimer ArbeitsplĂ€tzen, wenn dies doch hauptsĂ€chlich im Bereich eben dieser Firma geschah? Wie kann er nur behaupten, dass die LebensqualitĂ€t in Weinheim erhöht werde – ausgerechnet durch ein Gewerbegebiet in den Breitwiesen?

Auch das weitere Verfahren der BĂŒrgerbeteiligung war natĂŒrlich ein Thema. Verwundert nahm das große Publikum zur Kenntnis, dass erst Mitte Juli eine Kurzfassung des „BĂŒrgergutachtens“ fertig sein soll, die ausfĂŒhrliche Fassung dann am 24. August. Dabei hĂ€tten wir schon lĂ€ngst einen BĂŒrgerentscheid und damit unseren Frieden haben können!

Durchhaltevermögen zeigte sich aber schon beim Weg durch die Felder: Der gemĂŒtliche Gang bei schönsten Wetter schien alle nur zu bestĂ€rken, weiterhin auf dem Schutz der Feldflur zu bestehen. Es gibt Alternativen. Falls wirklich FlĂ€chen gebraucht werden, mĂŒssen endlich die vorhandene Potentiale genutzt werden – statt den leichten Weg zu gehen und uns Beton vor die Stadt zu setzen.

BĂŒrgerentscheid fĂŒr den Naturfrieden: Vorraussichtlich erst Ende August eine ausfĂŒhrliche Entscheidung. Quelle: Privat.

 

Anm. d. Red.: Elisabeth Kramer ist eine der Sprecherinnen der BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen“ sowie StadtrĂ€tin der GAL Weinheim.

 

„Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten“


Der Sprecher des Weinheimer Bauernverbands, Fritz Pfrang (2. von links), kritisiert den FlĂ€chenfraß.

Guten Tag!

Heddesheim/Weinheim, 21. Oktober 2011 (red) Der Heddesheimer Gemeinderat und UmweltschĂŒtzer Kurt Klemm prangert in seinem Gastbeitrag die Verantwortungslosigkeit Heddesheimer Landwirte an und lobt die Entschlossenheit Weinheimer Bauern, ihr Land zu verteidigen. Er fĂŒhlt sich bei der Entwicklung „Breitwiesen“ in Weinheim an „Pfenning“ in Heddesheim erinnert. Seit Fazit: „Beton kann man nicht essen.“

Leserbrief: Kurt Klemm

Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten, die den rigorosen FlĂ€chenverbrauch in unserer Region anprangern. Die Worte von Fritz Pfrang, Weinheimer Bauernverband, dass man sich nicht der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten berauben lassen will und man sich der Verantwortung fĂŒr die nĂ€chste Generation durchaus bewusst ist, muss in den Ohren einiger Heddesheimer Bauern und besonders der Spitze des Bauernverbandes, wie blanker Hohn klingen.

Gerade in einem Dorf wie Heddesheim, wo landwirtschaftliche Tradition Hunderte von Jahren zurĂŒckreicht, wird mit angeblich halbherzigem Bedauern, bestes Ackerland einer Gemeinde und damit ungewisser Zukunft geopfert.

Versprechungen von 1.000 ArbeitsplĂ€tzen, hohen Gewerbesteuern und vieles mehr sind seit ĂŒber einem Jahr nur Traumgespinste von CDU, SPD und FDP und eines BĂŒrgermeisters.

Selbst die Weinheimer CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher sieht die Ansiedelung von Pfenning auf Heddesheimer Grund als eine Investition auf wackeligen FĂŒĂŸen. Ob sie recht hat?

Erinnerungen an die AnfĂ€nge der Pfenninggeschichte, als eine Heddesheimer CDU-GemeinderĂ€tin den immensen FlĂ€chenverbrauch anprangerte und prompt Ärger mit der eigenen Fraktion bekam, kommen da wieder.

Bleibt zu hoffen, dass dieser tapferen Frau aus Weinheim nicht gleiches widerfÀhrt. Bauer Fritz Pfrang prangerte die VorgÀnge als einen ruinösen Wettkampf der Gemeinden, zulasten ihrer FlÀchen an, ja sogar von undurchsichtiger Politik innerhalb der Verwaltung ist die Rede. Wie sich doch die Praktiken der Kommunen gleichen.

Ich hoffe nur, dass dieser Protest nicht nur in Weinheim wahrgenommen wird, denn alle, die gegen diesen sinnlosen Verbrauch bester AckerflĂ€chen sind, sollten sich angesprochen fĂŒhlen.

Beton kann man noch nicht essen.

Dokumentation:
Vor der Sitzung des Weinheimer Gemeindrats fuhren 23 Landwirte vor dem Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den FlĂ€chenfraß“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hielt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine kĂ€mpferische Rede: „Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Zur Zeit steht in Heddesheim die erneute Aufgabe von Ackerland zur Debatte – Edeka plant ein neues GetrĂ€nkelager, Dutzende von Hektar Ackerland werden dieser zum Opfer fallen. Der Rat hat dafĂŒr den Weg frei gemacht.

Im Heddesheimer Gemeinderat sitzen zwei Vollerwerbslandwirte, Reiner Hege und Volker Schaaf (beide CDU), die die Entwicklung begrĂŒĂŸen. Kritik am FlĂ€chenverbrauch Ă€ußern die Heddesheimer Landwirte nicht. Angst um ihre Zukunft scheinen sie auch nicht zu haben. Mehrere andere Gemeinderatsmitglieder haben familiĂ€r einen landwirtschaftlichen Hintergrund – auch hier ist keine Kritik zu hören.

Ganz im Gegenteil Ă€ußerte sich einer der beiden CDU-Landwirte gestern in der Pause der Gemeinderatssitzung in Heddesheim im GesprĂ€ch: „Wenn einer schon 150 Wohnungen hat, dann kĂ€mpft es sich leicht fĂŒr irgendsoeinen Acker. Ich sage jetzt nicht, dass das so ist, ich kenne die VerhĂ€ltnisse nicht, aber das kann man ja annehmen, dass das so sein könnte. Man muss das immer im VerhĂ€ltnis sehen.“

Fast 400 Artikel zu „Pfenning“ finden Sie hier.

Dokumentation: Die Rede des Fritz Pfrang gegen den FlĂ€chenfraß „Breitwiesen“ – „Der OberbĂŒrgermeister beleidigt die BĂŒrger.“


Landwirt Fritz Pfrang (mitte) ist stinksauer - er und seine Kollegen wollen ihre Äcker nicht aufgeben. "Wir sind nicht bereit zu verkaufen. Wir bezichten bewusst auf ein einmaliges, vermeintlich lukratives GeschĂ€ft, weil der Schaden nicht zu verantworten wĂ€re."

Guten Tag!

Weinheim, 20. Oktober 2011. (red) Die Weinheimer Bauern sind auf Konfrontation eingestellt. Sie wollen, so der Sprecher Fritz Pfrang gestern vor der Gemeinderatssitzung im Rolf-Engelbrecht-Haus, unter keinen UmstĂ€nden ihre Äcker preisgeben. Immerhin 7,93 Hektar im Gewann Breitwiesen gehören den Bauern, also ein gewichtiger Teil von rund 18 Prozent der FlĂ€che, die zum Gewerbegebiet werden soll. Was die Bauern fordern und weswegen sie das Land nicht preisgeben wollen, haben wir im ungeschnittenen Video dokumentiert.

23 Landwirte fuhren mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den FlĂ€chenfraß“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hilt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine kĂ€mpferische Rede.

„Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das Weinheimblog.de

Kommentar: Der Gemeinderat wird – egal wie – zum Thema Breitwiesen falsch entscheiden


Guten Tag!

Weinheim, 19. Oktober 2011 (red) Wenn heute der Gemeinderat zum Thema „Breitwiesen“ eine Entscheidung fĂŒr eine VerĂ€nderung des FlĂ€chennutzungsplans trifft oder eine dagegen, ist jede Entscheidung falsch. So falsch wie das kĂŒnstlich im Vorfeld erzeugte Dilemma: Entwicklung gegen Natur. Gesunder Menschenverstand und BĂŒrgerbeteiligung könnten einen Ausweg zeigen – doch die Hoffnung darauf darf als utopisch gelten.

Von Hardy Prothmann

Ich nehme die Entscheidung klar vorweg: Nach unseren Kenntnisstand wird der Gemeinderat die Verschiebung der EntwicklungsflĂ€che vom Gewann „Hammelsbrunnen“ zum Gewann „Breitwiesen“ heute beschließen. Damit wird die Mehrheit des Gemeinderats die 8. Änderung eines FlĂ€chennutzungsplans abnicken.

Die erste Frage, die aufkommt und auch vom Landwirt Fritz Pfrang gestellt worden ist: Welche GĂŒltigkeit hat eigentlich so ein FlĂ€chennutzungsplan, wenn man ihn stĂ€ndig neu beschließen kann? Die Antwort ist einfach: Keine. Stimmt nicht ganz – eher so: Keine, die man nicht neu definieren kann.

Der FlĂ€chennutzungsplan ist eine Farce – klopft ein Unternehmen an und signalisiert ArbeitsplĂ€tze und Gewerbesteuer, die zwei großen Zauberwort-Mantras der Kommunalpolitik, Ă€ndert sich alles ganz schnell, was vorher ganz anders war. Die jeweiligen BĂŒrgermeister sehen „Notwendigkeiten“, denen „muss man sich stellen“, selbstverstĂ€ndlich „alternativlos“ und so weiter.

Hier werden Dilemmata kĂŒnstlich erzeugt. Hoffnungen und Ängste beschworen. Dazwischen gibt es nichts. Keinen Ausweg, keine Alternative. Nur entweder-oder. Nur Fortschritt oder Stillstand.

Was die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger davon halten? Die werden nicht gefragt. Man hat ja schließlich gewĂ€hlte Volksvertreter. Die sind zwar vollkommen ĂŒberfordert, aber sie sollen entscheiden. Also: Bist Du fĂŒr Fortschritt oder Stillstand? Entscheide Dich. Jetzt! Es gibt keine Alternative.

So laufen viele Entscheidungen in den Kommunen ab und auch das ist ein Farce. Weil die WĂ€hler vor der Wahl nicht wissen, was hinterher als „Plan“ durchgezogen wird, welche Interessen bedient werden. Und weil selbst unabhĂ€ngige GemeinderĂ€te meist vor vollendete Tatsachen gestellt werden – ohne Zeit, sich zumindest ausreichend einzuarbeiten.

Dem OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard habe ich anlĂ€sslich der UnterschriftenĂŒbergabe empfohlen, tatsĂ€chlich fortschrittlich zu agieren. Folgt er meinem Vorschlag, kostet ihn das kaum Geld und nur ein wenig MĂŒhe.

Vorbemerkung
Klar ist, dass die geplante Umwidmung und die Ansiedlung eines Logistikbetriebs von Amazon (der Investor wurde uns gegenĂŒber bestĂ€tigt) viele Gegner hat. Klar ist auch, dass sich die Verwaltung von der Ansiedlung viel verspricht.

Unklar ist, ob die Zweifel der Gegner wirklich begrĂŒndet ist. Nur in einer Sache nicht: Das Ackerland wird unwiederbringlich verloren sein. Das steht fest.

Unklar ist aber auch, ob eine solche Ansiedlung tatsĂ€chlich ein „Gewinn“ fĂŒr die „ZukunftsfĂ€higkeit“ Weinheims ist. Braucht man wirklich die ArbeitsplĂ€tze, die vermeintlich im Niedriglohnsektor angesiedelt sind? Fließt wirklich Gewerbesteuer?

Es gibt noch zahlreiche andere Fragen, die noch vollkommen offen sind und geklĂ€rt werden mĂŒssen.

Und es gibt einen erkennbaren Widerstand in der Bevölkerung: 2.000 Unterschriften gegen die Planung sind eine Ansage, die man nicht einfach ignorieren kann.

Im Land sind GrĂŒne und SPD angetreten, eine Politik auf Augenhöhe mit den BĂŒrgern zu vertreten.

OB Heiner Bernhard ist kein Regierungsmitglied, aber verantwortlich fĂŒr die Entwicklung Weinheims. Dazu gehört mehr, als GewerbeflĂ€chen auszuweisen. Dazu gehört auch, eine neue Politik zu beschreiten, die Kompetenz der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mit einzubeziehen.

Dazu gehört auch, im Vorfeld klug und umsichtig zu agieren und nicht einfach nur Fakten zu schaffen.

Vorschlag
In Bayern werden die meisten großen Bauvorhaben mittlerweile fast standardmĂ€ĂŸig per BĂŒrgerbegehren oder BĂŒrgerentscheid entschieden. Und das trĂ€gt sehr zur Entspannung bei statt zur Konfrontation. Ist die BĂŒrgerschaft fĂŒr oder gegen ein Projekt, ist die Linie klar.

Im Fall der Zustimmung ist alles Handeln einfacher – im Fall der Ablehnung erspart man sich jede Menge Ärger.

In Heddesheim haben BĂŒrgermeister Michael Kessler und die knappe Mehrheit des Gemeinderats Unfrieden und Spaltung ĂŒber den Ort gebracht. Die geplante „Pfenning“-Ansiedlung hat das Gemeinwesen im Ort vergiftet. War das es das wert?

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard wĂ€re sehr gut beraten, wenn er den Tagungsordnungspunkt 5 von der Liste streicht und alternativ vorschlĂ€gt, dass man den Gegnern der geplanten VerĂ€nderung Raum und Zeit gibt, sich zu organisieren und ihre Argumente vorzutragen.

Erreichen die Gegner ein BĂŒrgerbegehren und wĂ€re das Ergebnis eindeutig gegen ein Gewerbegebiet Breitwiesen, wĂ€re die Sache entschieden. Erreichen sie es nicht, kann der Gemeinderat auf Basis aller Gegenargumente immer noch dafĂŒr entscheiden und wĂ€re um die Gegenargumente, deren BerĂŒcksichtigung und deren Lösung reicher. Somit hĂ€tten die BefĂŒrworter einen Gewinn – aber auch die Gegner.

Die RealitÀt

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard wird diesen Weg nicht beschreiten, denn vermutlich fehlt ihm die Einsicht in diese Form von aktiver BĂŒrgerbeteiligung. Er wird das Dilemma zwischen Fortschritt und Stillstand skizzieren und eine Entscheidung fordern.

In vollem Bewusstsein, dass es zwar Widerstand gibt, dieser aber bis zur nÀchsten Wahl kaum Möglichkeiten hat, Einfluss zu nehmen. Und wenn dann gewÀhlt wird, muss man sich zwischen Teufel und Beelzebub entscheiden. Und damit bleibt alles beim alten.

Die Hoffnung

Wenn der OberbĂŒrgermeister aber wirklich in sich geht und sich die katastrophal niedrige Wahlbeteiligung bei seiner Wiederwahl ohne ernstzunehmenden Gegenkandidaten vor Augen fĂŒhrt und seine politische Verantwortung fĂŒhlt, kann er nicht anders, als neue Wege zu beschreiten und die Menschen tatsĂ€chlich damit ĂŒberraschen, dass er nicht Fakten schafft, sondern Raum fĂŒr Beteiligung gibt.

Er wĂŒrde enorm viel gewinnen, denn er wĂ€re einer von wenigen BĂŒrgermeistern, die soviel Vertrauen und Verantwortung an die BĂŒrgerschaft geben.

Sollte diese die Möglichkeit nutzen, wĂ€re das ein Gewinn fĂŒr die Verwaltung und fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger.

Sollte diese die Möglichkeit nicht nutzen, wĂ€re es immerhin noch ein Gewinn fĂŒr den BĂŒrgermeister. Er könnte mit Fug und Recht sagen, dass er die Chance gegeben hat, diese aber nicht genutzt wurde. Also muss er allein mit dem Gemeinderat entscheiden.

Die Tatsache

Was fĂŒr den BĂŒrgermeister gilt, gilt auch fĂŒr den Gemeinderat. Auch die Fraktionen haben die Möglichkeit, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu beteiligen und damit den Willen zu echter, direkter Demokratie in Verbindung mit der notwendigen reprĂ€sentativen Demokratie zu zeigen.

Auch hier könnten beide Seiten gewinnen. TatsÀchlich muss man davon ausgehen, dass dies nicht der Fall sein wird. Die Umwidmung wird beschlossen werden. Zukunftschancen werden beschworen, Gegenargumente werden vorgebracht. Und bei der nÀchsten Wahl werden noch weniger WÀhler zur Urne gehen. Und die Legitimation der Gremien wird immer fraglicher.

Wenn das so gewollt ist, dann wird es so kommen.

Wenn Weinheim ein Vorbild sein will, könnte es auch anders laufen. Wohlgemerkt: „könnte“.

Man wĂŒrde rund drei bis vier Monate verlieren. Soviel Zeit bleibt nie bei kĂŒnstlich erzeugten Dilemmata.

Deswegen wird der Gemeinderat falsch entscheiden – egal, ob dafĂŒr oder dagegen.

In den Köpfen regiert das Dilemma – alternatives Denken ist nicht im Ansatz entwickelt.

Dokumentation: Fast 2.000 Unterschriften gegen „Breitwiesen“ – Stellungnahmen


Susanne Tröscher (CDU), Fritz Pfrang (Bauernverband), Elisabeth Kramer (GAL) bei ihrer Pressekonferenz zum Thema "Gewerbegebiet Breitwiesen" - im Anschluss haben die drei Gegner rund 2.000 gesammelte Unterschriften an OB Heiner Bernhard ĂŒberreicht.

Weinheim, 19. Oktober 2011. Am Montag haben Gegner der Breitwiesen-Ansiedlung zunĂ€chst in einer Pressekonferenz Argumente vorgestellt und im Anschluss rund 2.000 Unterschriften gegen die geplante Ausweisung als Gewerbegebiet an den OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard ĂŒberreicht.

Die StadtrĂ€tinnen Elisabeth Kramer (GAL) und Susanne Tröscher (CDU) sowie der Landwirt und Vorsitzende des Bauernverbands Fritz Pfrang prĂ€sentierten am Montag bei einer Pressekonferenz ihre Argumente gegen die von der Stadtverwaltung angestrebte Entwicklung der „Breitwiesen“ als Gewerbegebiet.

Fritz Pfrang bemĂ€ngelte den Verlust von AckerflĂ€chen und Zukunftsperspektiven fĂŒr die verbliebenen 15 Vollerwerbsbauern. Frau Trescher bezeichnete die Planung als „Verrat an der Schöpfung“, Frau Kramer sieht trotz der Schuldenlast kein Argument fĂŒr die Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen „auf Teufel komm raus“: „Wir haben eine deutlich niedrige Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent in Weinheim.“

Im Anschluss an die Pressekonferenz ĂŒbergaben die drei Gegner rund 2.000 Unterschriften an OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard, der diese zur Kenntnis nahm und auf die Unterzeichner „beizeit“ zugehen wolle. Die Unterschriften wurden innerhalb von gut fĂŒnf Wochen gesammelt.

Wir dokumentieren die ErklĂ€rungen wĂ€hrend der Übergabe.

OB Heiner Bernhard

StadtrÀtin Elisabeth Kramer

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Bio-WĂ€rme fĂŒr „LĂŒtzelsachsener Ebene“

Guten Tag

Hirschberg, 2. Dezember 2010. (pm) Das Neubaugebiet „LĂŒtzelsachsen Ebene“ soll deshalb mit WĂ€rme aus einer nahegelegenen Biogasanlage versorgt werden. DarĂŒber haben die Stadtwerke am 30. November den Gemeinderat informiert. LĂŒtzelsachsen Ebene soll ab Mitte des Jahres 2011 erschlossen werden. Der erste Spatenstich wird am Dienstag, 7. Dezember, vollzogen. In das Projekt werden zwei Millionen Euro investiert.

Gemeisame Pressemitteilung Stadt Weinheim und Stadtwerke Weinheim:

„Im SĂŒdwesten der Stadt ist auf 18 Hektar ein Wohngebiet fĂŒr rund 550 bis 600 junge Familien geplant. Ein kleiner Teil ist als Gewerbegebiet ausgewiesen, in dem sich kleinere Betriebe ansiedeln sollen.

Die WĂ€rme fĂŒr das gesamte Neubaugebiet wollen die Stadtwerke Weinheim von Bauer Axel Großhans beziehen. Die Familie Großhans betreibt in der Waidallee seit 2006 eine Biogasanlage und ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das Strom und WĂ€rme erzeugt. Bislang speist der Bauer nur die erzeugte elektrische Energie ins Netz ein, die entstehende WĂ€rme dagegen wird ungenutzt in die AtmosphĂ€re geblasen.

Die 45 HĂ€user im Neubaugebiet "LĂŒtzelsachsen Eben" sollen durch diese Biogasanlage gewĂ€rmt werden. Bild: Stadt Weinheim

„Schon bald wird diese AbwĂ€rme die Neubauten im Gebiet LĂŒtzelsachsen Ebene beheizen“, informiert Peter KrĂ€mer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stadtwerke Weinheim. „Dadurch steigern wir den Wirkungsgrad des Blockheizkraftwerks weiter – und wir vermeiden zusĂ€tzliche Kohlendioxid-Emissionen, weil wir ein bestehendes Heizkraftwerk nutzen können.

In das Projekt investieren die Stadtwerke rund zwei Millionen Euro. Darin enthalten sind eine 800 Meter lange FernwĂ€rmeleitung zur Biogasanlage der Familie Großhans, die Erschließung des Neubaugebiets mit WĂ€rmeleitungen und der Bau einer Reserve-WĂ€rmezentrale.

„Wir setzen konsequent auf Umweltschutz, Energieeffizienz und RegionalitĂ€t“, sagt Peter KrĂ€mer. „Alle drei Faktoren tragen entscheidend dazu bei, die hohe LebensqualitĂ€t im Großraum Weinheim auf Dauer halten zu können.“

Die WĂ€rmeversorgung des Gebiets LĂŒtzelsachsen Ebene mit FernwĂ€rme aus Biogas hat sich im Vergleich als gĂŒnstigste Alternative erwiesen. Neben der Versorgung mit einem Biogas-Blockheizkraftwerk wurden vier weitere Varianten geprĂŒft: Geothermie, Holzhackschnitzel-Heizwerk, Rapsöl-BHKW und Gas-Brennwertthermie in Kombination mit solarer Warmwasserbereitung.

Die Biogas-BHKW-Variante hat mit 75 Prozent den höchsten Anteil an regenerativen Energien, den niedrigsten Kohlendioxidausstoß und liegt bei der Gesamtkostenbetrachtung gemeinsam mit der klassischen Kombination von Erdgas und Solarthermie auf dem gĂŒnstigsten Platz. „Die ursprĂŒnglich favorisierte WĂ€rmeversorgung ĂŒber die Geothermieanlage des Thermalbads Miramars wĂ€re hingegen deutlich teurer und nur auf einen regenerativen Anteil von etwa 30 Prozent gekommen“, resĂŒmiert Peter KrĂ€mer. „Die RestwĂ€rmemengen – also das WĂ€rmepotenzial abzĂŒglich des Eigenbedarfs des Miramars – hĂ€tten fĂŒr die Versorgung des Neubaugebiets nicht ausgereicht.“

Der WĂ€rmeliefervertrag zwischen den Stadtwerken und der Familie Großhans ist seit Anfang des Jahres unterschrieben. Er hat eine Laufzeit von zehn Jahren mit VerlĂ€ngerungsoptionen. Die Familie Großhans hat ihre Biogasanlage bereits auf die erforderliche Leistung von 550 Kilowatt erweitert. Als Rohstoff fĂŒr ihr Biogas setzt sie nachwachsende Rohstoffe und RindergĂŒlle ein.

Um die Sicherheit der WĂ€rmeversorgung auch bei einem Ausfall der Biogasanlage oder in extremen KĂ€ltephasen abdecken zu können, wollen die Stadtwerke Weinheim eine Reserve-WĂ€rmezentrale mit einem Erdgas-Spitzenlastkessel direkt im Neubaugebiet LĂŒtzelsachsen Ebene errichten. Dort verfĂŒgt die Stadt ĂŒber eigene FlĂ€chen.

Entscheidend fĂŒr den wirtschaftlichen Betrieb der FernwĂ€rmeversorgung ist die Anschlussdichte. „Das Biogas-Blockheizkraftwerk arbeitet dann wirtschaftlich, wenn mindestens 60 Prozent der geplanten Wohn- und Gewerbeeinheiten angeschlossen sind“, informiert Peter KrĂ€mer. „Deshalb ist es wichtig, dass das Neubaugebiet zĂŒgig besiedelt wird.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 eine Anschlussdichte von 80 Prozent erreicht ist. In diesem Fall lĂ€ge unsere Rendite bei circa fĂŒnf Prozent vor Steuern.“ Das Risiko, termingerecht eine wirtschaftliche Anschlussdichte zu erreichen, sei erheblich, betont Peter KrĂ€mer.

Dennoch lohne sich das Engagement in solche Projekte. „FĂŒr die Vermarktung von NeubauflĂ€chen spielt die zukunftsorientierte Bereitstellung von umweltschonender, regenerativer Energie eine immer wichtigere Rolle“, sagt der SWW-Chef. „Regionale Projekte, die Rohstoffe und das Klima schonen, haben bei KĂ€ufern die Nase vorn. Unser innovatives FernwĂ€rmekonzept fĂŒr LĂŒtzelsachsen Ebene erfĂŒllt all diese Kriterien. Das ist beispielhaft und zukunftsweisend.“

Der Rohstoff fĂŒr das Biogas stammt aus der nĂ€heren Umgebung, Gas und WĂ€rme werden von einem lokalen Bauern erzeugt, die Stadtwerke Weinheim ĂŒbernehmen die Versorgung mit FernwĂ€rme – das bedeutet, dass fast die gesamte Wertschöpfung in der Region bleibt.

Die Stadtwerke realisieren im Gebiet LĂŒtzelsachsen Ebene ein regionales, preisgĂŒnstiges und ökologisch höchst anspruchsvollen Konzept mit hoher Versorgungssicherheit. Erst vergangenes Jahr haben sie ein anderes effizientes FernwĂ€rmekonzept in Weinheim umgesetzt. Das modernisierte Blockheizkraftwerk im Schwimmbad HaWei beheizt das neue Wohngebiet Unter den Burgen sowie GebĂ€ude der Wohnbaugenossenschaft in der Mannheimer Straße mit.

„Der Verkauf und Anschluss an die FernwĂ€rmeversorgung der 45 WohnhĂ€user des Neubaugebietes erfolgte in der Rekordzeit von nur eineinhalb Jahren“, freut sich der GeschĂ€ftsfĂŒhrer. „Wir haben die Leitung durch die SaarbrĂŒckener Straße gefĂŒhrt. Jeder Hausbesitzer kann sich auch in dieser Straße schnell und gĂŒnstig an das FernwĂ€rmenetz anschließen lassen.“

Durch ihre Investitionen in klimaschonende FernwĂ€rme wollen die Stadtwerke Weinheim jedes Jahr den Ausstoß von Kohlendioxid in der Region weiter reduzieren.“

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