Samstag, 07. Dezember 2019

Fremdevaluationen geben Auskunft ĂŒber SchulqualitĂ€t - aber nur dem Kultusministerium

Geheime Noten fĂŒr die Schulen

Rhein-Neckar, 09. Mai 2014. (red/ld) Halten Schulen, was sie in ihren Leitbildern versprechen? Das untersuchen 90 Mitarbeiter des Landesinstituts fĂŒr Schulentwicklung in Baden-WĂŒrttemberg im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Fremdevaluation. Die Ergebnisse veröffentlicht das Kultusministerium aber nicht – um ein Schulranking zu vermeiden. [Weiterlesen…]

MdL Sckerl (GrĂŒne) und Kleinböck (SPD) kritisieren neuerliche Verunsicherung durch MdL Wacker (CDU)

Gymnasiale Standards an Gemeinschaftsschulen vorhanden

Hirschberg/Heddesheim/Rhein-Neckar, 10. September 2013. (red/pm) Die beiden Landtagsabgeordneten Uli Sckerl (GrĂŒne) und Gerhard Kleinböck (SPD) kritisieren Georg Wacker (CDU). Dieser behauptet, dass an den Gemeinschaftsschulen die gymnasialen Standards fehlen. [Weiterlesen…]

Jugendliche aus Ramat Gan sind zurzeit in Weinheim

So bleibt die Partnerschaft immer jung

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Seit 1986 gibt es offizielle Jugendbegegnungen zwischen den beiden StÀdten Ramat Gan und Weinheim. Foto: Stadt Weinheim

Weinheim, 23. Juli 2013. (red/pm) Er ist ein wichtiges Kapitel VölkerverstĂ€ndigung und ein Jungbrunnen fĂŒr die StĂ€dtepartnerschaft: Der regelmĂ€ĂŸige Austausch von Jugendlichen aus Weinheim und der israelischen Partnerstadt Ramat Gan. Im Moment hĂ€lt sich wieder einmal eine Gruppe von Jugendlichen in Weinheim auf. Der Stadtjugendring organisiert wie immer den Aufenthalt, der außerdem eng von den beiden Weinheimer Gymnasien begleitet wird. [Weiterlesen…]

SchĂŒler und Eltern der Alexander-von-Humboldt-Schule wehren sich gegen "WillkĂŒr" der Schulbehörde

Formfehler: DĂŒrfen FĂŒnftklĂ€ssler nicht nach G9 wechseln?

Die FĂŒnftklĂ€ssler der Alexander-von-Humboldt-Schule wollen erst in der 13. Klasse Abitur machen. Dieses Recht wollen sie sich jetzt vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt erstreiten.

Die FĂŒnftklĂ€ssler der Alexander-von-Humboldt-Schule wollen erst in der 13. Klasse Abitur machen. Das staatliche Oberschulamt will das nicht erlauben – dagegen wird geklagt. Jetzt muss das Verwaltungsgericht Darmstadt entscheiden.

 

Viernheim/Rhein-Neckar, 13. Juni 2013. (red/ld) Ein Jahr lĂ€nger zur Schule gehen: Das wollen die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Alexander-von-Humboldt-Schule (AvH). Im vergangenen Dezember hat die Schulleitung den Antrag fĂŒr die RĂŒckkehr zum neunjĂ€hrigen Gymnasium (G9) gestellt und darin auch beantragt, die 65 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der drei bestehenden fĂŒnften Klassen mitzunehmen. Seit der Änderung des Hessischen Schulgesetzes im Dezember 2012 ist das nicht mehr möglich. Deshalb erging der Antrag der Schulleitung vor diesem Termin. Im April dann die Entscheidung: Antrag abgelehnt, wegen eines Formfehlers. Nachreichen nicht möglich. Die Eltern sind stinksauer. Sie sehen sich einer BehördenwillkĂŒr ausgesetzt. [Weiterlesen…]

Mehrgenerationenhaus und Arbeitskreis Asyl vermitteln Lernbegleitung fĂŒr Kinder von FlĂŒchtlingsfamilien

Eine BrĂŒcke zum Leben in Deutschland

Stefanie Nier mit vier Lernbegleiter/innen. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 24. Mai 2013. (red/pm) Beim Arbeitskreis Asyl bitten immer wieder VĂ€ter und MĂŒtter, die als FlĂŒchtlinge in Weinheim leben, um Nachhilfe fĂŒr ihre Kinder in der deutschen Schule. Seit 2008 hat sich das Mehrgenerationenhaus Weinheim gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl der Aufgabe angenommen, UnterstĂŒtzung fĂŒr diese Kinder zu organisieren. [Weiterlesen…]

Öffentliche Kandidatenvorstellung am 7. MĂ€rz

24 Kandidaten fĂŒr den Jugendgemeinderat

Weinheim, 14. Februar 2013. (red/pm) Erst war das Interesse zurĂŒckhaltend, aber dann, als die Bewerbungsphase ins Finale ging, fassten sich die jungen Leute doch ein Herz – und bewarben sich im Rathaus fĂŒr einen Sitz im ersten Weinheimer Jugendgemeinderat.

Information der Stadt Weinheim:

„Der EinfĂŒhrung eines solchen Gremiums steht jetzt nichts mehr im Wege: Mit Bewerbungsfrist-Ende haben 24 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 19 Jahren ihr Interesse bekundet. Sie werden zur Wahl stehen, wenn die rund 2000 Weinheimer Jugendliche im gleichen Alter vom 8. bis 16. MĂ€rz ein solches Gremium wĂ€hlen wird; es soll den „großen“ Gemeinderat in jugendpolitischen Themen beraten. Der Jugendgemeinderat wird aus 20 Mitgliedern bestehen und etwa einmal im Monat tagen.

Besonders erfreulich ist: Das Feld der 24 Kandidaten ist bunt gemischt, was Alter, Schulzugehörigkeit, Wohnviertel und Geschlecht angeht. Es sind 13 mÀnnliche und elf weibliche junge Menschen, die sich aufstellen lassen. Nicht alle gehen in eine Weinheimer Schule.

Kandidaten fĂŒr den Jugendgemeinderat

Michael Bernhard, Jahrgang 1996, Friedrich-Realschule; Corinna Brinkmeier, 1996, Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG); Sebastian Dallinger, 1997, WHG; Julia Diesner, 1995, Friedrich-Realschule; Christiane Ernst, 1998, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG); Frieda Fiedler, 1996, WHG; Maxim FlĂ¶ĂŸer, 1995, DBG; Helge Fuchs, 1995, Martin-Luther-Schule, Rimbach; Lars Görke, 1998, Privatgymnasium Weinheim; Jannis Klemm, 1997, KurfĂŒrst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg; Lena Meyer, 1999, Dietrich Boenhoeffer-Realschule (DBR); Lena Meyer, 1995, DBG; Maximilian MĂŒller, 1994, DBG; Julius Ott, 1997, WHG; Klara Pohl, 1997, DBG; Christian Quintel, 1997, Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule; Julia Rahmann, 1996, DBG; Leon Richter, 1997, Privatgymnasium; Nicolas Rieff, 1996, WHG; Sofia Rizzi, 1995, DBG; Nils Schmitt, 1997; DBR; Paul Stohner, 1999, DBR; Özgen Yarimbiyik, 1996, DBG; Svenja zur BrĂŒgge, 1995, DBR.

Wer die Kandidaten persönlich kennenlernen will, sollte sich als Termin den Donnerstag, 7. MĂ€rz vormerken; an diesem Abend findet im Schlosskeller eine öffentliche Kandidatenvorstellung statt. Es wird aber auch einen Flyer sowie eine angemessene Internet-PrĂ€sentationen geben. Zur Wahlurne gehen die 14- bis 19-jĂ€hrigen Weinheimer Jugendlichen dann in der Woche vom 8. bis 16. MĂ€rz. GewĂ€hlt wird jeweils ein Tag an einer Schule, sowie am Samstag, 16. MĂ€rz an einem neutralen Ort. An diesem Tag sind jene Jugendlichen der Stadt zur Wahl aufgerufen, die keine Weinheimer Schule besuchen sowie jene, die unter der Woche aus irgendeinem Grund verhindert waren.“

Studentin Julia Blanco sammelt Praxiserfahrung bei der Wirtschaftsförderung

„Standortfragen faszinieren mich“

Julia Blanco ist nun bei der kommunalen Stabsstelle fĂŒr Wirtschaftsförderung als Studentin der Dualen Hochschule Mannheim tĂ€tig.

 

Weinheim, 12. Dezember 2012. (red/pm) „Ich freue mich auf gute Ideen und bin gespannt auf den Input“, sagt Weinheims Wirtschaftsförderer Manfred MĂŒller-Jehle. Im Rathaus hat er UnterstĂŒtzung bekommen und kann gleichzeitig von seinem Wissen und seiner langjĂ€hrigen Erfahrung an eine junge Kollegin weitergeben: Julia Blanco, in Weinheim aufgewachsen und verwurzelt, ist seit ein paar Wochen bei der kommunalen Stabsstelle fĂŒr Wirtschaftsförderung als Studentin der Dualen Hochschule Mannheim tĂ€tig.

Information der Stadt Weinheim:

„Das heißt, sie wird die nĂ€chsten drei Jahre ihres Studiums bis zum „Bachelor of Arts“ jeweils drei Monate lang abwechselnd an der Hochschule und in der Praxis verbringen – und die Wissenschaft jeweils mit dem TagesgeschĂ€ft ergĂ€nzen können. Die 20-jĂ€hrige Studentin kann ihre Interessen verbinden. Im Weinheimer Gymnasium hat sie bis zum Abitur hin Geographie als Leistungskurs belegt und sagt: „Standortfragen haben mich immer fasziniert.“

Gleichzeitig lebt sie gerne in Weinheim, hat hier ihren Freundeskreis, ist in Vereinen engagiert. Sie ist gespannt darauf, „wie sich die Theorie in der Praxis umsetzen lĂ€sst“. Die Duale Hochschule bietet fĂŒr junge Studierende mit diesen Interessen erstmals ein BWL-Studium mit Schwerpunkt Wirtschaftsförderung an. 21 junge Menschen aus der Region haben sich fĂŒr das erste Semester eingetragen; sie kommen aus der öffentlichen Verwaltung genauso wie aus der freien Wirtschaft. Wirtschaftsförderer sind ja unter anderem auch bei Beratungsunternehmen beschĂ€ftigt.

Gewerbeansiedlung und ArbeitsplÀtze

„Es ist gut und wichtig“, findet Weinheims Wirtschaftsförderer Manfred MĂŒller-Jehle, dass die Wirtschaftsfreundlichkeit einer Kommune jetzt auch in der Hochschul-Ausbildung einen höheren Stellenwert gewinnt“. Schließlich wĂŒrden Themen wie Gewerbeansiedlung und ArbeitsplĂ€tze vor Ort immer mehr an Bedeutung gewinnen. „Die lokale Wirtschaft trĂ€gt zur kommunalen Daseinsvorsorge bei“, sagt er.

Im ersten Monat lernte Julia Blanco die Arbeit der Wirtschaftsförderung kennen, erfuhr, wie VerkaufsgesprĂ€che fĂŒr kommunale GewerbegrundstĂŒcke und lokale Netzwerkarbeit funktionieren. Im Verlauf ihres Studiums soll sie auch an anderen wirtschaftsnahen Stellen der Stadt hospitieren, etwa beim Stadt- und Tourismusmarkting, aber auch in der freien Wirtschaft Einblicke gewinnen.

Das Studium selbst ist praxisorientiert ausgerichtet, der Fachbereichsleiter ist zum Beispiel Professor Dr. Carl-Christian Beckmann, der frĂŒhere Wirtschaftsförderer des Landkreises Bergstraße. MĂŒller-Jehle und er waren einige Jahre lang gute Kollegen. Julia Blanco ist nach den ersten Monaten des Dualen Studiums sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Sie lernt BWL und VWL, aber auch Regional- und Stadtmarketing, sowie Regionalplanung, Wirtschaftsenglisch und Wirtschaftsmathematik. Nach der aktuellen Uni-Phase kann sie ab FrĂŒhjahr 2013 das Gelernte auf die Praxis anwenden.“

Geprothmannt: Schulpolitik muss zukunftsorientiert debattiert werden

Die Ganztagesschule muss kommen – aber sie ist trotzdem ein Problem

Rhein-Neckar, 01. Oktober 2012. (red) Alles schön und gut. Die Forderung nach einer Ganztagesschule ist richtig, aber trotzdem problematisch. Aktuell wurde im Ladenburger Gemeinderat ĂŒber die EinfĂŒhrung der Ganztagesschule an der dortigen Werkrealschule diskutiert – aber die Debatte wird auch in anderen Gemeinden unseres Einzugsgebiet laufen. Und vermutlich StĂŒckwerk bleiben. Weil immer nur kurzfristig geplant wird und niemand den Mut aufbringt, mal zehn oder sogar 20 Jahre nach vorne zu schauen. Oder auch mal zurĂŒck.

Kommentar: Hardy Prothmann

Dieser Beitrag kommt ohne Zahlen aus, weil es nicht um Erbsen zÀhlen gehen soll, sondern um einen Aufruf zu einer weitsichtigen Debatte, die leider nicht stattfindet.

Baden-WĂŒrttemberg ist unbestritten ein guter Schulstandort. Aber die Zeiten Ă€ndern sich. Mit ihnen die Menschen und die Bedingungen, unter denen sie miteinander leben. Deswegen beginne ich auch mit einem Sprung zurĂŒck.

Ich bin 1966 geboren und bin nach der vierten Klasse in Frankenthal aufs Gymnasium gegangen. Mit ein paar Freunden. Andere Freunde wechselten auf die Reals- oder Hauptschule. FĂŒr die Freundschaften war das weitgehend unbedeutend. Um 13:00 Uhr lĂ€utete es, ich war um 14:00 Uhr mit Essen und meist auch mit Hausaufgaben fertig, spĂ€testens um drei ging es raus: Kicken, Rad fahren, Schwimmen gehen, Blödsinn machen, Vereinstraining. Mit meinen Freunden und anderen Kindern. Beim Abendessen war ich oft todmĂŒde, weil ausgepowert.

Gemeinsamkeit

Mit einigen meiner Freunde bin ich unabhĂ€ngig vom Schulabschluss und der spĂ€teren beruflichen „Laufbahn“ immer noch gut befreundet. Die einen arbeiten als Handwerker, andere in Heilberufen ohne Ärzte zu sein, es gibt HĂ€ndler und Dienstleister unter ihnen. Alles feine Leute, die teils mal richtig ordentlich mehr Geld verdienen als ich. Und die oft um einiges weniger arrogant sind als die, die sich fĂŒr die Elite halten.

Überhaupt diese ganze leidige Elitendiskussion: Wenn ich einem Kumpel einen französischen Text ĂŒbersetzt habe oder die Inschriften auf alten DenkmĂ€lern lesen und verstehen konnte, wusste ich, dass ich mehr weiß als mein Hauptschulfreund. Na und? DafĂŒr konnte der flitzeflink spĂ€ter Maße und Winkel berechnen, wusste immer, wo gerade die besten Preise fĂŒr was auch immer waren. Das ergĂ€nzt sich bis heute.

Zusammen, statt getrennt

Hardy Prothmann (45) fordert mehr Weitblick bei der Schulpolitik.

Damit bin ich beim Kern der Debatte: Vor meiner Zeit wurden Jungs und MĂ€dchen getrennt. Auch zu meiner Zeit wurden wir Kinder getrennt. Gemeinsames Lernen gab es nicht. Aber wir hatten neben der Schule viel Zeit fĂŒr Gemeinschaft. Heute werden die Kinder auch getrennt, aber durch die Lebenssituation vieler Eltern brauchen sie eine lĂ€ngere Betreuung. Sicher sind auch die Anforderungen in der Schule gestiegen, also auch lĂ€nger Schule.

Ich habe zwei Kinder. Der Sohn hat gerade nach dem achtjĂ€hrigen Gymnasium Abitur gemacht, die Tochter besucht die 8. Klasse. Die kennen keine Haupt- und RealschĂŒler mehr. Nicht wegen Elitegedanken – ich achte drauf, dass sie bewusst bescheiden bleiben -, sondern weil sie keine Zeit haben. Morgens um sechs Uhr aufstehen, Schule bis um 16-17:00 Uhr. Dann noch Hausaufgaben machen, lernen, etwas Sport und etwas Musik. Damit ist der Tag rum. Ab und an treffen sich „beste Freundinnen“ und das ist natĂŒrlich jemand aus der Klasse. Andere Kinder bekommen sie ja nicht zu Gesicht.

Diese Trennung der Kinder fĂŒhrt auch irgendwann zu einer Trennung der Gesellschaft. Gymnasiasten wissen nicht wie RealschĂŒler ticken und die nicht, wie HauptschĂŒler so als Menschen sind. Falsche Elitendebatten fĂŒhren zu falschen Selbstbildern bei den „Besten“ wie bei denen, die es „halt nicht geschafft haben“. Und vor allem CDU, SPD und FDP heißen diese heillosen Debatten auch noch an. Christliche Verbundenheit, soziales Miteinander oder freies FĂŒreinander fĂ€llt diesen „politischen Eliten“ nicht mehr ein. Und umgekehrt kriegen die GrĂŒnen Pickel, wenn jemand Elite sagt, obwohl man die ganz sicher ebenso braucht wie den soliden Handwerker.

Der Schultyp der Zukunft, der auch den Gemeinsinn der Menschen stĂ€rkt und der gesellschaftlichen Situation Rechnung trĂ€gt ist die gemeinsame Ganztagsschule. Damit die nachwachsenden Generationen auch fĂ€hig sind, gemeinschaftlich zu denken. Und ĂŒbereinander Bescheid wissen. NatĂŒrlich gehört auch Inklusion dazu.

Und man muss die Sportvereine in die VerÀnderungen ebenso mit einbeziehen wie Musikschulen. Wenn die Ganztags-Werkrealschule kommt, werden die Vereine erneut Kinder und Jugendliche verlieren. Ganz einfach aus dem Grund, dass nicht alle auf ein Mal im Zeitfenster 17:00-19:00 Uhr auf demselben Platz kicken oder diesselbe Halle belegen können.

Alle mĂŒssen zusammenrĂŒcken

FrĂŒher ging man nach der Schule in den Sportverein. „Nach der Schule“ ist heute spĂ€ter Nachmittag oder frĂŒher Abend. Also mĂŒssen die Vereine in die Schulen, ebenso die Musikschulen.

Das wird ein gewaltiger Umbau – denn dafĂŒr muss vieles neu gedacht werden. Von GebĂ€uden, ĂŒber PlĂ€tze, ĂŒber Mittel bis hin zur Organisation. In vielen Gemeinden reichen die HallenkapazitĂ€ten nicht mehr aus. Nicht weil die von morgens bis abens belegt sind, sondern weil immer mehr Anspruch auf diesselben Zeitfenster erheben. Wo soll das hinfĂŒhren? Dass jeder 10.000-Einwohner Ort vier Hallen und zwei KunstrasenplĂ€tze hat?

Man muss nicht nur gesellschaftlich die Schulen neu denken, sondern auch wirtschaftlich. Denn bekanntlich fehlt es an Geld zur Unterhaltun und es wird weniger Kinder geben. Ob man sich diesen Luxus, drei Schulsysteme mit entsprechenden Verwaltungen noch wird leisten können, ist heute schon fraglich. Hinzu kommt der SchĂŒlerverkehr, denn die wenigstens laufen nach der Grundschule in eine weiterfĂŒhrende Schule.

Was die HauptschĂŒler schon mitmachen mussten, Zusammenlegungen, Werkrealschulreform, erneute Zusammenlegung, jetzt Ganztagsschule wird auch auf die anderen Schultypen zukommen. Gymnasien fĂŒhren teils wieder die 9-jĂ€hrigen ZĂŒge nach der G8-Reform ein oder bieten beide ZĂŒge an. Die Realschulen haben „Sorge“, dass ihre „HomogenitĂ€t“ durch HauptschĂŒler gestört wird, da der Wegfall der Schulempfehlung nun Kindern die Realschule erlaubt, die sonst auf der Hauptschule gelandet wĂ€ren. Und die Hauptschulen, neudeutsch Werkrealschulen, mĂŒssen bangen, ob sie ĂŒberleben können.

Man könnte das Durcheinander auch als „lebendig“ bezeichnen. TatsĂ€chlich weiß ich aus vielen GesprĂ€che mit Eltern und Kindern, dass es als chaotisch begriffen wird. Eine „neue Ordnung“ kann nicht mehr Schaden anrichten als das verkorkste Herumexperimentieren der vergangenen Jahre.

Austausch mit Ramat Gan

So bleibt die Partnerschaft immer jung

AustauschschĂŒler aus Ramat Gan in Weinheim. Foto: Stadt Weinheim.


Weinheim, 21. Juli 2012. (red/pm) Jugendliche aus Ramat Gan sind zurzeit in Weinheim. Am Donnerstag, 19. Juli 2012, fand ein Empfang auf dem Rathaus statt.

Information der Stadt Weinheim:

„Er ist ein wichtiges Kapitel VölkerverstĂ€ndigung und ein Jungbrunnen fĂŒr die StĂ€dtepartnerschaft: Der regelmĂ€ĂŸige Austausch von Jugendlichen aus Weinheim und der israelischen Partnerstadt Ramat Gan.

Im Moment hĂ€lt sich wieder einmal eine Gruppe von Jugendlichen in Weinheim auf. Der Stadtjugendring organisiert wie immer den Aufenthalt, der außerdem eng von den beiden Weinheimer Gymnasien begleitet wird.

Am Donnerstag empfing OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard die israelischen GĂ€ste im Großen Sitzungssaal des Rathauses ebenso wie ihre Weinheimer Gastgeber sowie die betreuenden LehrkrĂ€fte des Werner-Heisenberg-Gymnasium und der Dietrich-Bonhoeffer-Schule.

Zwei Woche lang wohnen die Jugendlichen aus Ramat Gan in Weinheimer Gastfamilien.

In seiner BegrĂŒĂŸung erinnerte der OB an die UrsprĂŒnge der Begegnungen zwischen Ramat Gan und Weinheim, die in den 80er Jahren liegen.

Seit 1986 gibt es offizielle Jugendbegegnungen zwischen den beiden StĂ€dten. In diesen 26 Jahren lernten sich bei ĂŒber 40 gegenseitigen Besuchen fast 900 Jugendliche kennen. Damit gehört Weinheim bundesweit zu den engagiertesten Kommunen beim Thema deutsch-israelische VölkerverstĂ€ndigung, wie auch Wolfgang Metzeltin als Vorsitzender des Stadtjugendrings bestĂ€tigte.

Die Begegnungen waren auch die Keimzelle fĂŒr die offizielle StĂ€dtepartnerschaft, die seit 1999 besteht. Auch der Freundeskreis Ramat Gan unterstĂŒtzt den Austausch.

Der Stadtjugendring organisiert den Aufenthalt, sucht und findet jeweils die Mischung zwischen Gedenken, historischer Aufarbeitung und VergnĂŒgen. Auch diesmal steht ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof bei Straßburg mit anschließendem GesprĂ€ch auf dem Programm, ebenso wie Besuche in Heidelberg, Worms oder des Europaparks in Rust.“

Zehnt- und ElftklÀssler der DBS spielten im Rathaus einen Tag lang EuropÀische Union

Europapolitik im Zeitraffer

SchĂŒler debatieren ĂŒber eine EU SĂŒdosterweiterung. Bild: Stadt Weinheim.

Weinheim, 25. Juni 2012. (red/pm) Über 100 SchĂŒler nahmen am Planspiel „Fokus Balkan“ teil. Die Landeszentrale fĂŒr politische Bildung spielte mit den Zehnt- und ElftklĂ€sslern die Probleme und Möglichkeiten einer EU SĂŒdosterweiterung durch. Im Ergebnis stimmten die SchĂŒler mit dem EU-Beschluss von 2011 ĂŒberein.

Von Roland Kern

„An der Wand hing das berĂŒhmte blaue Banner mit den gelben Sternchen, auf den Tischen standen FĂ€hnchen mit den europĂ€ischen Flaggen, es wurde diskutiert, ja manchmal auch ein bisschen gestritten – das Weinheimer Rathaus wurde jetzt einen Tag lang zur „Spielwiese Europa“. Mehr als 100 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, Zehnt- und ElftklĂ€ssler, widmeten sich dort einem spannenden Planspiel: „Fokus Balkan – Planspiel zur SĂŒdosterweiterung der EuropĂ€ischen Union“.

Unter Anleitung des Historikers Dr. Stefan RappenglĂŒck, sowie Caroline Blarr und Friederike Fath von der Außenstelle Heidelberg der Landeszentrale fĂŒr politische Bildung schlĂŒpften die SchĂŒler in die Rolle der EU-Akteure, verwandelten sich in EU-Kommissare und –Abgeordnete, ein SchĂŒler ging sogar in der Rolle des RatsprĂ€sidenten sichtlich auf. Auch Pressevertreter im Umfeld des Parlementes wurden als Begleiter und

Kommentatoren politischer Entscheidungen gemimt.Wenn es auch alles ein Spiel war, es war politische Arbeit, eine praktische Simulation. „Sie erleben heute im Zeitraffer, wie die EU so tickt“, hatte RappenglĂŒck die SchĂŒler vorbereitet.

Das Thema war vorgegeben und sehr real. Welche neuen Mitgliedsstaaten im SĂŒdosten Europas sollten in die Union aufgenommen werden? Es wurde debattiert, abgewogen und verhandelt. Zwischendurch beschwerte sich auch mal die „Presse“ ĂŒber mangelnde Transparenz – wie im echten politischen Leben.

„Ein schönes Hin und Her“, beschrieb eine SchĂŒlerin bei der abschließenden Besprechung. „Ich interessiere mich jetzt deutlich mehr fĂŒr das Thema EU als vorher“, ergĂ€nzte ihre Schulfreundin. Das waren ResumĂ©es, die wiederum die verantwortlichen Politikwissenschaftler freute: „Die SchĂŒler sehen“, bestĂ€tigte Carolin Blarr, „dass die EU fĂŒr sie gar nicht so weit weg ist, wie viele denken“. Auch DBS-LehrkrĂ€fte nahmen an dem Planspiel teil; denn das Thema Europa und die EU soll im Unterricht natĂŒrlich vertieft werden.

Und interessant: Die SchĂŒler wichen mit ihrer Entscheidung – bewusst oder unbewusst – von der wirklichen Politik gar nicht ab. Nach fĂŒnf Stunden Diskussion befanden sie Kroatien durchaus reif fĂŒr einen Beitritt, weitere Balkan-Staaten allerdings nicht. Da gĂ€be es noch Hausaufgaben zu erledigen, meinten sie. „Nicht schlecht“, schmunzelte RappenglĂŒck, „die richtige EU hat sich im letzten Jahr genauso entschieden, einer Aufnahme Kroatiens im Jahre 2013 steht nichts mehr im Wege“. „

Anm. d. Red.: Roland Kern ist Pressesprecher der Stadt Weinheim

AustauschschĂŒler aus BennĂ€s wurden im Rathaus empfangen

Junge Finnen im April

SchĂŒler aus Finnland wurden in Weinheim empfangen. Foto: Stadt Weinheim.

 

Weinheim, 19. April 2012. (red/pm) AustauschschĂŒler aus BennĂ€s wurden im Rathaus empfangen. Besteigung des Roten Turms. Gegenbesuch in Finnland erfolgt im Mai.

Information der Stadt Weinheim:

„SchĂŒlerbegegnungen mit Schulen aus Finnland sind fĂŒr deutsche Lehrer immer etwas Besonderes. Das finnische Schulsystem belegt bei allen Studien eine vordere Position – von den Finnen lernen heißt also: lernen lernen.

So sieht es auch Uwe Labs, Lehrer am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und Betreuer des Austauschs mit dem Pedersöre-Gymnasium im finnischen BennÀs, der jetzt schon zum siebten Mal stattfindet.

Im Moment sind zwölf finnische SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in der Stadt, sie bleiben bis zum Sonntag. Im Mai folgt dann der Gegenbesuch der Weinheimer, die dann in Finnland durchaus auch vormittags den Unterricht besuchen. Von finnischer Seite wird der Austausch von den Lehrerinnen Monika Eklund und Katharina Barkar begleitet.

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard begrĂŒĂŸte die Gruppe am Dienstagmorgen im Rathaus und stellte den GĂ€sten die Stadt vor. Anschließend wurden die GastschĂŒler von Peter Zschippig aus dem Hochbauamt der Stadt zum Roten Turm begleitet, den sie unter Aufsicht besteigen durften. Es war ein Erlebnis.

Die Finnen gelten als sprachbegabt und interessiert an deutscher Sprache; sie selbst sprechen ĂŒbrigens ĂŒberwiegend Schwedisch, weil BennĂ€s im Grenzgebiet zu Schweden liegt.

Der Austausch steht jedes Mal unter einem Motto. Diesmal lautet es: Natur. Deshalb steht unter anderem ein Besuch des Felsenmeeres im Odenwald auf dem Programm, aber auch in Heidelberg und Frankfurt. Jedenfalls, das derzeit launische Aprilwetter bescherte schon mal das erste BergstrĂ€ĂŸer Naturerlebnis.

Wie Uwe Labs betonte, ist der SchĂŒleraustausch Weinheim/BennĂ€s sehr nachhaltig. Aus den ersten Kontakten haben sich weitere Beziehungen entwickelt und bis heute erhalten. „Wir hoffen“, sagt er, „dass auch in diesem Jahr Freundschaften geknĂŒpft werden“.