Donnerstag, 23. November 2017

Pilotprojekt der DLRG Ortsgruppe Weinheim

Hunde als Lebensreter

Weinheim, 12. November 2014. (red/pm) Die Ortgruppe Weinheim der Deutschen Lebensretter Gesellschaft (DLRG) setzt Hunde ein, um Leben zu retten. Dank ihres guten Geruchsinns sollen sie dabei helfen, Menschen unter Wasser, die Gefahr laufen, zu ertrinken, aufzuspĂŒren.  [Weiterlesen…]

Service fĂŒr Menschen zu Hause feiert 10-jĂ€hriges JubilĂ€um

„Da wo man uns braucht, sind wir da“

Mannheim/Weinheim, 14. Mai 2014. (red/pm) Am Anfang habe es „nur einen verrĂŒckten Haufen Zivis“ und drei hauptamtliche Mitarbeiter gegeben, die bei den „Mobilen Sozialen Diensten“ und im Hausnotruf arbeiteten, so KreisgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Christiane Springer. Nun feierte die Einrichtung „Service fĂŒr Menschen zu Hause“ im DRK-Kreisverband Mannheim ihr 10-jĂ€hriges JubilĂ€um. Heute arbeiten hier 85 Menschen. [Weiterlesen…]

Sowohl Hundebesitzer als auch Hund verletzt

Von zwei großen Hunden attackiert

Weinheim, 02. Mai 2014. (red/pm) Vergangenen Dienstagabend wurden ein 53-JĂ€hriger und sein Hund wĂ€hrend eines Spaziergangs in der Wormser Straße von zwei großen Hunden attackiert. Der SpaziergĂ€nger wurde dabei leicht verletzt, sein Tier schwer.
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Giftanschlag auf Hund nicht festellbar

Auf Hunde müssen die Halter achten wie auf ihre Kinder. Die meisten Vergiftungen passieren im Haushalt. Gezielte Giftköderanschläge gab es in den vergangenen Jahren keine.

Hunde an die Leine!, rät die Polizei. Auf sie müssen „Herrchen“ und „Frauchen“ achten wie auf ihre Kinder. Foto: Wikimedia CC-BY-SA-2.0

 

Viernheim, 19. Juni 2013. (red/ld) Es ist ein Horrorszenario für Hundebesitzer, das sich vor knapp zwei Wochen so abgespielt hat: Ein Mann aus Viernheim ist verzweifelt. Seinem Hund – ein elf Jahre alter Huskie-Mischling – geht es nicht gut: In der Nacht hatte dieser sich mehrfach erbrochen, hatte Magenkrämpfe. Was ist mit ihm los? Die Diagnose des Tierarztes ist niederschmetternd: Der Hund ist vergiftet! Der Tierarzt muss ihn einschläfern. [Weiterlesen…]

Brand in der Mannheimer Straße

Eine Tote bei KĂŒchenbrand

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Weinheim, 10. Mai 2013. (red/ld/fw/pol) Bei einem KĂŒchenbrand in der Mannheimer Straße gestern Abend, ist eine 46 Jahre alte Frau gestorben. Das Feuer war wohl im Bereich der KĂŒchenzeile ausgebrochen. Das ergab die Brandursachenuntersuchung der Polizei. Die Branduntersuchung musste am Nachmittag abgebrochen werden, da die Wohnung noch immer stark verraucht sei, hieß es bei der Polizei. Am Montag werden die Untersuchungen fortgefĂŒhrt. Zur Todesursache der Frau gibt es noch keine Ergebnisse. Die Leiche soll obduziert werden. [Weiterlesen…]

Initiative des Deutschen Tierschutzbundes

„Nimmst Du mein Tier, nehme ich Dein Tier“

Weinheim, 15. April 2013. (red/pm) „Nimmst Du mein Tier, nehme ich dein Dein Tier“ – so lautet die Initiative des Deutschen Tierschutzbundes, an dem der Tierschutzverein Weinheim und Umgebung e.V. dieses Jahr teilnimmt. Bei dieser Initiative helfen die örtlichen Tierschutzvereine bei der Vermittlung von UrlaubsplĂ€tzen fĂŒr Heimtiere. [Weiterlesen…]

Nachwuchs gesucht:

Wieder ein „Schnupperkurs“ bei der DRK Rettungshundestaffel Mannheim in Ladenburg

Der beste Freund des Menschen wird auch häufig zum Retter in der Not. Bild: DRK Rettungshundestaffel Mannheim

 

Weinheim/Ladenburg/Rhein-Neckar, 24. April 2012. (red/pm) Die DRK Rettungshundestaffel Mannheim veranstaltet am 09. Mai 2012 wieder einen „Schnupperkurs“. Dabei möchte die Rettungshundestaffel neue Kolleginnen und Kollegen gewinnen – Zweibeiner genauso wie Vierbeiner.

Information der DRK Rettungshundestaffel Mannheim:

„Dank ihres hervorragenden Geruchsinnes sind Hunde in der Lage, in relativ kurzer Zeit auch unübersichtliches und unwegsames Gelände nach menschlicher Witterung abzusuchen.

Diese Fähigkeit nutzen wir, um mit unseren Hunden nach vermissten Personen in Notsituationen zu suchen und diese zu retten. Unsere Arbeit basiert vollständig auf ehrenamtlichem Engagement und ist im Einsatzfall kostenlos.

Für diese wichtige ehrenamtliche Tätigkeit möchten wir gerne neue Kolleginnen und Kollegen gewinnen. Deshalb veranstalten wir für Interessierte mit und ohne Hund regelmäßig Schnupperkurse. Der Nächste beginnt am Mittwoch, dem 09. Mai 2012.

Der Kurs beinhaltet fünf Einheiten. Zu Beginn findet eine kurze Präsentation über die Rettungshundearbeit statt. Hier bekommt man einen umfassenden Überblick über die Ausbildung von Rettungshunden und dessen Führer.

Im Anschluss daran beginnt dann gleich für Interessierte der praktische Teil, der dann an den kommenden 3 Mittwochen fortgesetzt wird. Zusätzlich steht dann noch für die angehenden Hundeführer ein sonntägliches „Waldtraining“ auf dem Programm.

Wer Interesse hat, ist herzlich willkommen. Natürlich auch „Nichthundebesitzer“ sind eingeladen.

Der Hund sollte von mittlerer Größe und nicht älter als drei Jahre sein, und in guter gesundheitlicher Verfassung. Es spielt keine Rolle, ob es sich um einen Mischling oder Rassehund handelt. Menschenfreundlichkeit und gute Verträglichkeit mit Artgenossen werden vorausgesetzt.

Wir hoffen, Sie zu unserem Kurs begrüßen zu dürfen. Er findet um 17:00 h in Räumen des VdH Ladenburg statt.

Anmeldung (erforderlich!) und weitere Informationen:

www.rettungshunde-weinheim.de oder Tel.: 0170-20 17 17 6 bei Frau Sabine Müller“

Autofahrer schleift Hund zu Tode

1,5 Kilometer Todesqualen

Weinheim 17.Februar2012. (red/pol) Am 10. Februar gegen 21:20 Uhr erfasste der Fahrer eines schwarzen Ford KA einen SchĂ€ferhund/Labrador-Mischling. Das Tier hatte sich zuvor losgerissen und rannte noch angeleihnt zur Mannheimer Straße. Dort kam es zum Zusammenstoß. Bei der Kollision klemmte sich der Hund so im Frontbereich des Fahrzeugs ein, dass er nicht mehr frei kam.

Statt sofort anzuhalten, schleifte der Fahrer den Hund mehr als 1,5 Kilometer ĂŒber den Asphalt. Erst auf dem GelĂ€nde der Aral Tankstelle in der Stahlbergstraße stoppte er seine Fahrt, um den tödlich verletzten Hund aus dem Motorraum zu entfernen. Er ließ das sterbende Tier auf dem TankstellengelĂ€nde liegen und fuhr davon. Obwohl die Tierrettung gerufen wurde, konnte dem Hund nicht mehr geholfen werden. Er verendete noch vor Ort.

Die Polizei ermittelt gegen den Fahrer wegen Unfallflucht. Die Polizei Weinheim kann bereits erste Fahnungungserfolge verzeichnen. Der Unfallwagen, ein schwarzer Ford KA ist gefunden, doch ist der Fahrer noch unbekannt. Die Polizei bittet um Hinweise, die zur Feststellung der IdentitĂ€t des Fahrers fĂŒhren können.

Pressemitteilung der Polizeidirektion Heidelberg

„Weinheim: Am Freitagabend, gegen 21:20 Uhr, riss sich ein SchĂ€ferhund/Labrador-Mischling wĂ€hrend eines Spaziergangs von der Leine seines Herrchens in der Pappelallee los. Der Hund wurde von einem in nördlicher Richtung fahrenden Ford KA erfasst und unter der Fahrzeugfront eingeklemmt. Der Ford AK schleifte den Hund rund einen Kilometer weit mit, bis er schließlich auf dem GelĂ€nde einer Tankstelle in der Stahlbadstraße anhielt. Dort wurde das schwerstverletzte Tier liegengelassen und verstarb kurz darauf.“

„Weinheim: Die Fahndung nach dem Fahrzeug, mit dem am Freitag, den 10. Februar 2012 ein Hund nach einer Kollision zu Tode geschleift worden war, hatte Erfolg. Bei einer akribischen Absuche des westlichen Stadtgebiets entdeckten Beamte des Polizeireviers Weinheim das Auto, nach dem seit vergangenen Freitag gefahndet worden war. Unfallspuren, die von der Kollision mit dem Hund stammen dĂŒrften, wurden gesichert. Die Ermittlungen, wer zum Unfallzeitpunkt das Fahrzeug gefahren hat, dauern an.“

Hinweise an das Polizeirevier Weinheim, Tel. 06201/10030.

„Und das Licht! So gemĂŒtlich!“ – bei freiem Eintritt


Rhein-Neckar, 09. Mai 2011 (red) Marietta berichtet aus ihrem bewegten Alltag. Ihre Geschichten kosten keinen Eintritt und sind mitten aus dem Leben – manchmal geht die Phantasie mit ihr durch, aber viellicht auch nur wegen der RealitĂ€t. Doch was ist real, was phantastisch? Bei Marietta mischen sich die SphĂ€ren. Im Mittelpunkt steht der Mensch und der ist immer ĂŒberraschend. Vor allem die eigenen Eltern. Und vor allem dann, wenn FĂ€sbuk auf Schwarzwald und UrlaubstrĂ€ume trifft.

Von Marietta Herzberger

Es ist unvermeidlich. Drei- bis viermal im Jahr hat irgendeiner im ersten bis zweiten Verwandtschaftsgrad Geburtstag und man findet sich ein. Die LokalitÀt wechselt dabei stÀndig. Mal ist es die Wohnung meiner Eltern, mal unsere, mal der Balkon meiner Eltern oder unsere Terrasse.

Gelegentlich darf es auch mal ein Restaurant sein. Das kommt bei meinen Eltern aber nur in Frage, wenn das Restaurant bekannt, der Koch gut und ebenfalls bei meinem Vater bekannt ist. Die Hauptkriterien sind grundsĂ€tzlich und in jedem Fall der Preis, NĂ€he der GaststĂ€tte sowie GrĂ¶ĂŸe und Konsistenz der Schnitzel und des Kochs. Bevorzugt sind Kegelbahnen mit Anschluss an die Gastronomie und SchĂŒtzenvereine.

Wie bei de Gerda.

„Des schmeckt do fascht so gud wie bei de Gerda, sach ich. Un koschte duts beinoh nix. Do geh mer gern hi, gell Gerda!“, pflegt Hannes zu loben, wenn es geschmeckt hat, reichlich und gĂŒnstig war.

Das Schicksal legte meinen diesjĂ€hrigen Geburtstag auf einen Dienstag. Ich mag Dienstage. Nur nicht an meinem Wiegenfeste. Die obligatorische Einfindung meiner Eltern fand auf unserer Terrasse statt. Nachdem ich morgens meine Kollegen bereits mit reichlich Kuchen und GebĂ€ck beglĂŒcken durfte – selbstgekauft versteht sich, denn von einer perfekten Hausfrau bin ich ungefĂ€hr so weit weg wie Papua Neuguinea von Toiletten mit fließend Wasser – schnitt ich am Nachmittag den in der Vorwoche gekauften und frisch aufgetauten KĂ€sekuchen an.

Bitte glauben Sie nun nicht, meine Eltern wĂ€ren mir auch nur im Ansatz zuwider. Nein, im Gegenteil. Ich liebe sie, wie eine Tochter ihre Eltern nur lieben kann. Mit all ihren kleinen Fehlern und liebenswerten Macken, welche im Alter bisweilen zutage treten. Ich trenne sie nur strikt von meinem Freundeskreis, der an meinen Geburtstagen zu einem anderen Zeitpunkt geladen wird. Aus KostengrĂŒnden und um unertrĂ€gliche GesprĂ€chsspitzen zu vermeiden.

Es klingelt. Der Hund öffnet die TĂŒr. Das Kind stĂŒrzt hinterher. Mein Mann brĂŒllt: „Deine Eltern sind da!“

Schnell lege ich noch Servietten neben die Teller und bearbeite den KĂ€sekuchen leicht mit den FĂ€usten. Wirkt authentischer. Dann haste ich ebenfalls zur TĂŒr. Es ist ein heiteres Willkommen. KĂŒsschen links, KĂŒsschen rechts. Die stets selbstlose Ella will wissen, ob Opa auch ihr Geschenke mitgebracht hat, wĂ€hrend der Hund an Oma Gerda hochspringt und versucht sie abzulecken.

„Der Kuche iss awer gud.“

Mein Mann hilft seinem Schwiegervater Hannes aus der Jacke. Bei Gerda hat das der Hund schon erledigt. Ella versucht ihre Oma in ihr Zimmer zu ziehen, um ihr die neue BettwĂ€sche zu zeigen. Das Ganze spielt sich auf ungefĂ€hr 1,5 qm Flur ab. Schließlich hat jeder sein KĂŒsschen auf der Wange, die Jacke an der Garderobe, GeburtstagswĂŒnsche an mich ĂŒbermittelt und mir das jĂ€hrliche Geldgeschenk nebst Söhnlein Brillant ĂŒberreicht.

Ella ist sauer, weil keiner ihre BettwĂ€sche bewundern will. Ich seufze. Auch das geht vorĂŒber und wir an den Tisch.

„Der Kuche iss awer gud“, lobt mich Papa, „Hoscht den selwer gebagge?“

Mein Mann springt fĂŒr mich in die Bresche: „Schmeckt der wie gekauft, Hannes?“
„Ah nÀÀ, isch froog jo nur.“

„Noch Kaffee?“

„Noch Kaffee?“, lĂ€chele ich meine Mutter an.

„Nee Kind“, winkt sie ab, „du weißt doch, so spĂ€t am Nachmittag-۩dann schlaf ich wieder nicht.“

„Die vertrĂ€gt des nimmer, die Gerda. So iss des hald, wemmer ald werd“, sinniert Hannes.

Gerda nickt bedeutungsschwer: „Na ja, man muss schon auf die ErnĂ€hrung achten. Auch wenn man nicht weiß, wie lange man noch lebt-€©“

Großes Kino: „Wie war denn euer Urlaub?“

Meine Tochter Ella verdreht die Augen und kaut KĂ€sekuchen.

„Wie war denn euer Urlaub?“, wechselt mein Mann galant das Thema.

Ich habe einen guten Ehemann. Er erspĂŒrt negative Schwingungen sofort und steuert dagegen. Anders als ich. Ich steuere immer direkt drauf zu. Wir ergĂ€nzen uns. Aber ich schweife ab-۩

Der Blick, das Licht - 20 Jahre. Urlaub ist was schönes. Jeder hat eine andere Vorstellung davon. Marietta zahlt fĂŒr die Extra-Vorstellung noch nicht mal Eintritt. Bild: wikipedia/Arminia

Leider ist Gegensteuern auch nicht immer die beste Wahl. Unwissentlich gibt er damit den Startschuss fĂŒr Hannes gefĂŒrchtete Monologe.

„Mama?“, mein cleveres Kind erkennt die Situation pfeilschnell und versuchte, sich zu retten, „Darf ich raus, spielen gehen? Ich bin satt.“

„Klar“, sage ich neidvoll und entlasse sie mit einem huldvollen Wink in die Freiheit.

„Also des hĂ€dds bei uns frieher net gewwe“, entrĂŒstet sich Hannes mit erhobenem Zeigefinger, „Mir hĂ€wwe am Tisch sitze bleiwe misse, bis-€©“

„Wo wart ihr in Urlaub?“ Mein Mann beugt sich nach vorne und schaut meinen Vater interessiert an. Wie macht er das nur? Ich lehne mich zurĂŒck, schaue alles andere als interessiert und atme tief.

„Ja, wo war mer in Urlaub?!“, klĂ€fft mein Vater unglĂ€ubig, „Do wo mer immer sin. Seid zwonzisch Johr jetz schun.“

BesĂ€nftigend schiebt sich meine Mutter dazwischen: „Ach Hannes, lass doch“, und zu uns gewandt, „Beim HĂ€userwirt im Schwarzwald. Ihr wisst doch, der mit nur einer Ferienwohnung.“

Wir nicken eifrig und haben nicht den Hauch einer Ahnung.

Hannes haut begeistert mit der Hand auf den Tisch: „Also des iss Ă€ suber Wohnung!“ Kurze Pause. „Awwer pass uff! Die derfter net in FĂ€sbuk oder im Innerned oder so zeige, gell! Sunschd griehe mer die vielleicht nimmer, wenn die donn jeder will!“ Wieder eine kurze, dieses Mal jedoch mahnende Pause. Das Gewicht der Worte soll sich setzen.

„Die hot alles, die Wohnung-€©Ä Kisch mit Gscherrspielmaschien unn e riese Schlofzimmer mit Ă€m riese Bett. „Jo, allerdings…“, Hannes schaut meinen Mann taxierend an, „fer disch kenns e bissl eng werre, so um do so uff die Seit ons Bett zu kumme mit deiner Greeß und deiner Breit-€©“.

„Wie? Ich bin doch noch gar nicht breit!?“ Mein Mann ist sichtlich belustigt. Ich bin peinlich berĂŒhrt und rĂŒhre meinen Kaffee um. Das mache ich bereits seit Beginn des GesprĂ€chs.

„Ja nĂ€, ich mĂ€hn doch so vom Zugang zum Bett her und so. Isse bissl eng, aber mir reicht des.“

„Achso-€©“, allgemeines Nicken. Nur nicht nĂ€her drauf eingehen.

Er fĂ€hrt fort mit seiner Lobeshymne: „Ach, un des Wohnzimmer. So Ă€ großes Wohnzimmer. Net altmodisch. Eher-۩modern. Un Ă€ Leddersofa, eschd Kunschtledder. So Ă€ großes Ums-Eck-Sofa. Do hoscht viel Blatz unn-€©“

„Ach und das Licht“, mischt sich schwĂ€rmend meine Mutter ein, „Wenn man da das Licht anmacht, das ist ja so gemĂŒtlich, so gemĂŒtlich. Da kann man abends sitzen -۩ach, so gemĂŒtlich.“

Suttereng

Hannes pflichtet ihr begeistert bei: „Die Terrass! Die Terass. So schee. Wonn du do drausse hogscht-€©“

„Ja, so gemĂŒtlich! Und das Licht!“ Mutters Augen glĂ€nzen.

„Möchte jemand ein Bier?“, fragt mein Mann. Ich nicke benommen. Eigentlich trinke ich kein Bier. Aber die Kaffetasse ist leer und Bier ist besser als gar kein Alkohol.

„Des iss so schee, wonn du do hoggscht. Okay, die Aussicht iss net so toll, weil do de Parkplatz direkt vor de Terass iss-¾ aber-€©“

„-۩das Licht. So gemĂŒtlich“, ergĂ€nzt Mama.

Prost, ein Bier aufs Licht!

Hannes nippt am seinem Bier: „ Also-€©die Wohnung-€©so was Guudes.“

„Und das Licht!“

„In de Kisch steht-®n riese Tisch. Do konscht dro sitze.“ Hannes wackelt leicht mit dem Kopf: „Un die Leit, die am Fenschder vorbei laafe, die stere net.“
Gerda nickt zustimmend.

„Wisster, die Wohnung liegt im Suttereng, do kenne die Leit net so nei gucke, wonn se vorbei laafe. Auch net ins Schlofzimmer. Awwer mer sinn jo Friehuffsteher!“
FrĂŒhaufsteher? Was? Habe ich etwas verpasst? Kurz eingenickt?

„Wieso FrĂŒhaufsteher?“, frage ich perplex.

Vom Vogel, vom FrĂŒhaufsteher und BrieftrĂ€ger.

„Ah, weil uns donn de BrieftrĂ€ger net steert.“

Nun ist auch mein weiser, stets jeder Situation gewachsener Mann irritiert: „BrieftrĂ€ger?“

„Ei jo, weil doch die BriefkĂ€schde direkt am Schlofzimmer sin, so vun ausse, verschdehscht?“

Gerda lĂ€chelt erhaben: „Ja, wenn der BrieftrĂ€ger morgens um sechs Uhr die Briefe einwirft, dann sind wir ja schon lange wach.“

„De friehe Vogel,-€©kennt er doch, des Sprichword, gell?“

MĂŒde lĂ€chle ich meinen Vater an. Was will ich eigentlich? Andere zahlen fĂŒr so was Eintritt.

„Und das Licht! So gemĂŒtlich!“

„Gerda, mir packens. Danke fer den leckere Kuche und des Bier“, sagt mein Vater und drĂ€ngt seine Frau. Ella zeigt ihr noch schnell die BettwĂ€sche, mein Mann rĂ€umt auf.

„Un ja ned ins FĂ€sbuk stelle, sonschd gibt’s Ärscher“, sagt mein Vater noch. „Nein, Papa, bestimmt nicht.“

Marietta Herzberger.

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen ĂŒber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos ĂŒberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer kĂ€mpft, kann verlieren. Wer nicht kĂ€mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir wĂŒnschen unseren Lesern viel Lesespaß mit ihren Texten!

Mariettas Kolumne: Einmal Haustier, bitte!


Guten Tag!

4. April 2011. VerlĂ€uft das Leben gleichmĂ€ĂŸig und ohne große Überraschungen, wiegt man sich in Sicherheit. So kann es bleiben, so ist es gut. Gelegentlich jedoch wird der Mensch leichtsinnig und setzt die geliebte Ordnung aufs Spiel. Beispielsweise dann, wenn Kinder vorhanden sind und man plötzlich auf den Hund kommt.

Von Marietta Herzberger

Die grundsĂ€tzliche Aussage, welche nach zwölf Jahren tierloser Ehe zu treffen ist, und bis heute unverrĂŒckbare GĂŒltigkeit hat und von mir niemals in Frage gestellt wurde, ist folgende: Ich bin eine glĂŒckliche Ehefrau. Mein Mann ist nicht einfach nur mein Mann, sondern auch Partner, guter Freund und gelegentlich auch Leidensgenosse. Aber das ist eine andere Geschichte. Wir sind ein eingespieltes Team und stolze Eltern eines liebreizenden, gelegentlich aufmĂŒpfigen Kindes mit Namen Ella.

Wir bewohnen ein Haus im behaglichen Weinheim. Ruhige Lage und erstrebenswerte SpucknĂ€he zur Autobahn inklusive. Möchte ich mit der Straßenbahn fahren, benötigt es lediglich ein paar leichtfĂŒĂŸige Schritte rechts aus unserer HaustĂŒre heraus und —  rein ins GefĂ€hrt.

Zur Bushaltestelle wende ich mich leicht nach links. Das ist praktisch. Nur nachts nicht. Da nĂ€mlich stört das Bimmeln der OEG-Ampel-Warnanlage, das uns alle halbe Stunde mitteilt, dass die Zeit bis zum Weckerklingeln nahe rĂŒckt. Wir haben uns daran gewöhnt und schlafen mit Ohrstöpseln. Das blecherne Surren der Schranke, das ertönt, wenn sich diese herablĂ€sst und nach einigen Minuten- untermalt vom Bimmeln – wieder öffnet, versuchen wir noch irgendwie in unsere TrĂ€ume einzubauen.

TrÀume vom Transsibirien-Express

In einer dieser schlaflosen NĂ€chte hatte mein Mann die rettende Idee: „Schatz, lass uns vom Transsibieren-Express trĂ€umen. Da lĂ€sst sich das Bimmeln so schön einbetten.“ Ich fand „einbetten“ gut und passend. Seitdem steigen wir ab Einbruch der Dunkelheit beseligt ins Bett und treten unsere gemeinsame Reise an, bis es wieder hell wird.

Unsere Nachbarn sind grĂ¶ĂŸtenteils netter, aufgerĂ€umter Durchschnitt und jeder pflegt seinen kleinen Reihenhausgarten mit Hingabe ohne bieder zu sein. Nein, nicht ganz. Am Ende der Straße wohnt ein Ă€lteres Ehepaar. Dieses ist stolzer Besitzer eines ĂŒbersichtlichen, mit Inbrunst gepflegten Vorgartens, der sicherlich drei BierkĂ€sten fasst und geometrisch einwandfrei mit kleinen, akkurat rund geschnittenen BuchsbaumkĂŒgelchen bestĂŒckt ist.

Damit dieses Kunstwerk niemand zerstört, wurde ein Stahlzaun in unauffĂ€lligem Braun, welches vorzĂŒglich mit dem Altrosa des Hauses harmoniert, darum gezogen. Aber auch diese Nachbarn sind angenehm höflich und bis auf den Gartenzaun noch nicht straffĂ€llig geworden.

Kommt Zeit, kommt Wandel

Auf den Hund gekommen?

Wir sind also, wie schon gesagt, eine glĂŒckliche, kleine Familie. Ganz die Norm, nichts Außergewöhnliches. Nett, normal, beruhigend.

„Ihr seid so herrlich normal“, beneidete mich jĂŒngst eine Freundin. Ich gebe ihr Recht. Allerdings hat sie nett und beruhigend vergessen. Bei Gelegenheit werde ich sie darauf ansprechen.

Doch zu einer Zeit des Wandels bestimmte meine kleine sanfte Tochter unerwartet energisch: „Mama, ich will ein Haustier!“

So ist das eben. Wenn die Zeiten pÀdagogisch wertvollen Spielzeugs vorbei sind, sucht man nach anderen Dingen.

Diverse Forschungen belegen, dass Kinder mit Haustieren, vor allem mit Hunden, ĂŒber eine grĂ¶ĂŸere soziale Kompetenz verfĂŒgen und schneller bereit sind, Verantwortung zu ĂŒbernehmen, als Kinder ohne direkten Tierbezug.

Sie sind meist bewegungsfreudiger, zugleich ruhiger und ausgeglichener. Sie sind also zu Unzeiten gedĂ€mpft aktiv und das kann bisweilen erstrebenswert sein. Außerdem ist erwiesen: Einzelkinder können vereinzelt Defizite im Sozialverhalten aufweisen. Auch reiben sie sich nicht an Geschwistern, sondern an den Eltern, vorzugsweise an der Mutter. Im Prinzip war ich bereits ĂŒberredet.

„Und was schwebt dir da vor?“ wollte ich von meinem blauĂ€ugigen Kind wissen.
„Ein Pferd!“
„Ein Pferd ist kein Haustier!“ widersprach eine mĂ€nnliche Stimme hinter dem Computer.
„Ist es doch! Es kann im Garten leben!“

„Wie wĂ€re es mit einer Katze?“ warf ich ablenkend in die Runde. „Schatz!“, vorwurfsvoll wandte sich der Vater unserer-  Tochter mir zu, „du weißt, dass ich allergisch gegen Katzen, Hasen und Meerschweinchen bin-۩!“

„Mir egal!“ brĂŒllte es jetzt von dem tierlosen Einzelkind, „Ich (!) bin aber nicht algerisch! Papa kann ja ausziehen!“
„Ich ziehe nirgendwo hin. Soweit kommt es noch-€©!“

Schmollend pulte unser kleiner Sonnenschein mit dem großen Zeh Löcher in den Teppich. WĂ€hrend ich verzweifelt grĂŒbelte, welcher tierische Artgenosse in Frage kommen könnte, zupfte mich etwas am Ärmel.

„Wenn Papa tot ist, krieg ich dann einen Hasen?“

„Du Mama, wenn der Papa tot ist, krieg ich dann einen Hasen?“
„Ja klar, dann kriegst du einen Hasen, SĂŒĂŸe.“

Mein Herzblatt schaute mich dankbar an. Warum? Was hatte ich gerade gesagt? Was lautete noch gleich ihre Frage? Katze? Hase? Wer ist tot? „Papa?“, sĂ€uselte unser Liebchen zart, „wann stirbst du denn?“

„Du stirbst?“, irgendwie hatte ich den Faden verloren. Ella schaute ihren Vater durchdringend an. Ja, fast schon hypnotisch. Offenbar erwartete sie nun, dass ihr Erzeuger tot vom Stuhl fallen wĂŒrde. Der beschloss jedoch spontan, jetzt noch nicht abzutreten, trat stattdessen zu uns an den Tisch und gab seinem Unmut lautstark Raum: „Seid ihr noch zu retten!?“

Ich versuchte, das GesprĂ€ch weg von Tod und Teufel auf ein anderes Gleis zu lenken: „Ein Fisch wĂ€re toll, oder? So ein Nemo in einem Glas“, und lĂ€chelte gleichzeitig versöhnlich meinem Mann zu: War nicht so gemeint, verzeihst du mir?

„Nemo ist doof!“
„Eine Maus“, kam der mĂ€nnliche Vorschlag. Er zwinkerte zurĂŒck: Weiß ich doch, schon okay.
„Maus ist auch doof!“
„Hamster?“, warf ich trĂ€ge in die Runde.
„Total blöd!“

Eine Weile saßen wir uns schweigend gegenĂŒber und suchten nach Alternativen. Doch weder Fußboden, Geheimschublade noch Zimmerdecke gaben etwas Brauchbares her. Schließlich, sich endlos ziehende zweieinhalb Minuten spĂ€ter, fand unsere Tochter als erste eine neue Idee: „Ein Hund?“ Sie verblĂŒffte mich mit ihrer Raffinesse, die sie natĂŒrlich von mir hat, und richtete diese Frage mit engelsgleichem Blick an ihren Vater: „Einen Hund, Papa. Bitte, bitte, bitte.“

FĂŒnfundzwanzigtausend Mal „Bitte“

Alle „Bittes“ hier aufzuzĂ€hlen wĂŒrde zu weit fĂŒhren, also belasse ich es bei drei. Es waren aber deutlich mehr. GefĂŒhlte FĂŒnfundzwanzigtausend.

Mein Mann und ich schauten uns skeptisch an. Ein Hund. Dreimal am Tag Gassi. Fusselige Haare im ganzen Haus. Ein dreck- und fellverlierendes, sabberndes Betteltier, welches unserer klinisch reinen Ella genießerisch das Gesicht ableckt, wenn wir gerade nicht hinsehen? Konnten wir uns vorstellen, gelassen und heiter zu bleiben, wenn unser Goldlöckchen eintrĂ€chtig mit einem verfressenen KlĂ€ffer vor dem Napf sitzen wĂŒrde und die beiden sich das Trockenfutter teilen? Und ĂŒberhaupt, was so was kostet!

In stiller Übereinkunft nickten wir uns zu. Wer von uns wĂŒrde den, nach sorgfĂ€ltigem AbwĂ€gen getroffenen Beschluss dem kleinen, voll banger Erwartung erstarrten Wesen ĂŒberbringen?

Seufzend falteten wir die HĂ€nde. Ellas Augen wuchsen auf die GrĂ¶ĂŸe von Billardkugeln. Sie krallte sich in die Stuhllehne, wĂ€hrend sie heiser flĂŒsterte:“ Ein Hund-۩bitte-۩ein kleiner Hund-۩nicht viel-۩.sooo klein!“ Sie formte mit ihren HĂ€nden und Fingern sowas in der GrĂ¶ĂŸe wirklich sehr, sehr kleinen Hundes.

„Also, wenn, dann ein richtiger Hund! Mit so einer Straßenratte kann ich nichts anfangen“, brummte mein geliebter, weiser Mann und zwinkerte unserem siebenjĂ€hrigen Wonneproppen zu.

Ich richtete mich zu voller SitzgrĂ¶ĂŸe auf, um dem Begeisterungsturm standhalten zu können, der nun eigentlich folgen musste. Gespannte Vorfreude ließ uns Eltern erzittern. Gleich wĂŒrde sie uns um den Hals fallen, FreudentrĂ€nen ihre unverdorbenen Wangen benĂ€ssen.

„Ich dachte schon, ihr könnt euch nie entscheiden“, unser ausgesprochen wohlgeratener Sprössling verdrehte kurz die Augen, sprachs, stand auf und stellte ungerĂŒhrt fest: „ Ich hab Hunger. Wann gibt-€ℱs Essen?“
„Gleich!“, hauchte ich mĂŒtterlich gefasst.
„Was gibt es denn?“
„Hot Dogs!“

Marietta Herzberger.

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen ĂŒber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos ĂŒberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer kĂ€mpft, kann verlieren. Wer nicht kĂ€mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir wĂŒnschen unseren Lesern viel Lesespaß mit ihren Texten!