Mittwoch, 11. Dezember 2019

Am 01. Februar lĂ€uft der elektronische Zahlungsverkehr ĂŒber SEPA

„Enormer Aufwand“ fĂŒr zwei Ziffern mehr

Foto: Deutsche Bundesbank

FĂŒr Privatpersonen sind es zwei Ziffern mehr zu merken. FĂŒr Gemeindekassen, Unternehmen und Vereine bedeutet die Umstellung auf SEPA einen hohen Aufwand. Foto: Deutsche Bundesbank

 

Rhein-Neckar,09. Januar 2014. (red/ld/al) WĂ€hrend sich Privatpersonen kĂŒnftig nur zwei neue Ziffern fĂŒr ihre IBAN merken mĂŒssen, hatten Gemeindeverwaltungen, Unternehmen und Vereine in den vergangenen Monaten mehr Aufwand. Grund ist SEPA – die Vereinheitlichung des EU-weiten elektronischen Zahlungsverkehrs. Stichtag ist der 01. Februar. Sie sind vorbereitet. [Weiterlesen…]

BĂŒndnis zur kommunalen Berufsförderung Tagt in Kiel

OberbĂŒrgermeister Bernhard eröffnet Jahresforum der „Weinheimer Initiative“

OB Bernhard (mitte) und Dr. Susanne Felger mit Dr. Wilfried Kruse, dem wissenschaftlichen Koordinator der Stiftung. Bild: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 01. Februar 2012 (red/pm) Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard eröffnete heute in Kiel das Jahresforum der bundesweit vernetzten „Weinheimer Initiative“. Die Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Bildungsfragen besteht aus Bildungsexperten aus sĂ€mtlichen Bereichen von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Auf der Tagung diskutieren die Teilnehmer ĂŒber weitere Wege zur kommunalen Förderung von Aus- und Weiterbildung.

Information der Stadt Weinheim:

Ich davon ĂŒberzeugt, dass dieses Jahresforum von Kiel 2012 ein Meilenstein in der jetzt fĂŒnfjĂ€hrigen Geschichte der Weinheimer Initiative sein wird.

Mit diesen Worten hat Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard am Mittwoch das Jahresforum der „Weinheimer Initiative“ in Kiel eröffnet und rund 170 Bildungsexperten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft begrĂŒĂŸt.

Die „Weinheimer Initiative“ ist eine bundesweit vernetzte Arbeitsgemeinschaft aus StĂ€dten und Landkreisen, die den Übergang ihrer Jugendlichen ins Berufsleben kommunal steuern. Sie fußt auf einer „Weinheimer ErklĂ€rung“, die 2007 von der Freudenberg-Stiftung angestoßen worden ist. OB Bernhard ist einer der Sprecher. Er nimmt an der Jahrestagung gemeinsam mit Dr. Susanne Felger, der Leiterin des Kommunalen Übergangsmanagements, teil.

In diesem Jahr beschĂ€ftigt sich das Jahresforum mit einem akuten Thema. Der FachkrĂ€ftemangel kommt ĂŒber Deutschland. Jeder vierte Betrieb konnte im letzten Jahr seine AusbildungsplĂ€tze nicht komplett besetzen, weil ihm die Auszubildenden fehlen.

Gleichzeitig liegt die Quote der jungen Menschen, die nach der Schule keinen Übergang ins Berufsleben finden, weiterhin bei ĂŒber 20 Prozent.

„Es gibt immer noch zu viele Jugendliche, die definitiv nicht in der Arbeitswelt ankommen“, bestĂ€tigte Gerwin Stöcken, zustĂ€ndig fĂŒr Bildung und Arbeit im Rathaus der Landeshauptstadt Kiel, bei einer Pressekonferenz vor der Tagung.

Die Botschaft der „Weinheimer Initiative“ lautet: Eine kommunale Steuerung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben kann effektiv gegen den Mangel an Auszubildenden und FachkrĂ€ften helfen. „Das Ankommen in der Arbeitswelt ist ein ganz akutes Thema aus der Sicht der Kommunen“, bekrĂ€ftigte Dr. Wilfried Kruse eingangs der Tagung. Kruse ist Sozialforscher an der TU Dortmund und wissenschaftlicher Koordinator der „Weinheimer Initiative“.

Die Kommunale Koordinierung des Berufseinstiegs werde zum entscheidenden Faktor fĂŒr die Zukunft eines Standortes, betonte Kruse. „Es ist entscheidend, aus schwachen Menschen starke zu machen“, beschrieb der Kieler OberbĂŒrgermeister Torsten Albig, der die hochkarĂ€tig besetzte Arbeitsgemeinschaft ebenso in Kiel begrĂŒĂŸte wie der schleswig-holsteinische Arbeitsminister Dr. Heiner Garg.

Die Landeshauptstadt Kiel ist seit letztem Jahr Mitglied in der „Weinheimer Initiative“ und steuert die Berufsorientierung junger Menschen – wie Weinheim auch – mit einem BĂŒro im Rathaus.

„Eine zentrale kommunale Aufgabe unserer Zeit“, so Albig. In Kiel ist es nach Angaben von Gerwin Stöcken gelungen, die Zahl der SchĂŒler ohne Berufsanschluss innerhalb eines Jahres von rund 27 Prozent auf rund 20 Prozent zu verringern.

Damit spare die Stadt unterm Strich einen Millionenbetrag an sozialen Transferleistungen. Die Kieler Jahrestagung steht im Zeichen der Vernetzung der Weinheimer Initiative mit Vertretern der Wirtschaft. „Die Sicherung von FachkrĂ€ften ist zum zentralen Thema in den Betrieben geworden“, bestĂ€tigte auch Hans Joachim Beckers, GeschĂ€ftsbereichsleiter der IHK Kiel. FĂŒr Heiner Bernhard ist klar:

FĂŒr mich ist es jetzt nicht nur verstĂ€ndlich, sondern eine SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass die wachsende Zahl an Partnern aus Bildung und Wirtschaft die kommunale Koordinierung erfordert.

Die „Weinheimer Initiative“, so der OB in Sichtweite zur Kieler Förde, sei mit dieser ManövrierfĂ€higkeit auf dem richtigen Kurs. Mit der Hinwendung zum Thema FachkrĂ€ftesicherung, mit der ErgĂ€nzung des frĂŒheren Mottos: „Niemand darf verloren gehen“ durch „Jeder wird gebraucht“ erweitere man auch die politische Dimension der Diskussion. Bernhard:

Damit verzahnen wir endgĂŒltig den bildungs- und sozialpolitischen Ansatz mit dem wirtschaftspolitischen. Wir wollen damit die Chance wahrnehmen, mit unseren Erkenntnissen und Zielen weitere Kreise zu ziehen und damit Aufmerksamkeit und Wirksamkeit zu erhöhen.

Jedes zweite Unternehmen wolle sich stĂ€rker in der Ausbildung engagieren, allerdings seien Auszubildende mit der nötigen Reife zu schwer zu finden. Sowohl in den Schulen mĂŒsse die Berufsorientierung gestĂ€rkt werden als auch in den Betrieben, fĂŒr die Dr. Kruse eine „bessere Willkommenkultur“ forderte. Der Wissenschaftler:

Klar ist auch, dass beim Ankommen in der Arbeitswelt die Kommunale Koordinierung noch stĂ€rker als bisher auf enge Kooperation mit Betrieben, Kammern, Gewerkschaften, mit Berufsschulen und der Agentur fĂŒr Arbeit angewiesen ist.

Die „Kieler ErklĂ€rung“ der Arbeitsgemeinschaft bringe dies unmissverstĂ€ndlich zum Ausdruck. Darin heißt es:

Kommunale Koordinierung und Berufsausbildung und deren Gremien hatten bisher zumeist wenig miteinander zu tun. Dies muss sich Ă€ndern – von beiden Seiten.

Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf


Guten Tag!

Weinheim, 11. Oktober 2011. (red/pm) Bei den Frauenwirtschaftstagen wird am 14. Oktober eine Infobörse eingerichtet – Beratung und Kontakte.

Information der Stadt Weinheim:

„In der Stadtbibliothek Weinheim finden vom 13. bis 15. Oktober die Frauenwirtschaftstage statt. Ein besonders interessanter Punkt ist das Angebot der Infobörse am 14. Oktober von 9 Uhr bis 12.30 Uhr. Hier ist unter anderem die Agentur fĂŒr Arbeit vertreten, die Beratung zum Wiedereinstieg, der beruflichen Neuorientierung und Informationen fĂŒr Frauen mit Migrationshintergrund anbietet. Speziell fĂŒr Frauen mit Migrationshintergrund wird das Interkulturelle Bildungszentrum Mannheim anwesend sein. Daneben ist auch die Deutsche Angestellten-Akademie vor Ort, die Tipps fĂŒr Bewerbungsmappen und VorstellungsgesprĂ€che gibt. Die Firma Douglas wird sogar Schminktipps fĂŒr Bewerbungen anbieten.

Einzelberatung und Gruppenberatung werden von der Diakonie-Gruppe „Wiedereinsteigerinnen Gruppe 45plus“ angeboten, wĂ€hrend die Diakonie ihr Patenmodell vorstellt, bei dem ehrenamtliche Paten Arbeitssuchende beratend begleiten. Auch vertreten ist der Verband tĂŒrkischer Unternehmer (TID), der sein Netzwerk und sein Engagement vorstellen wird. ExistenzgrĂŒnder und Interessenten von KleingrĂŒndungen können sich am Stand der IHK informieren.

Die Familiengenossenschaft bietet einen Überblick ĂŒber Qualifizierungskurse fĂŒr TagesmĂŒtter und -vĂ€ter, Familienassistenten oder auch Pflegeassistenten. Der Computerclub wird auch vor Ort sein, um Interessenten die Möglichkeiten der Jobsuche im Internet nĂ€her zu bringen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Leihopas und -omas werden, wĂ€hrend der Veranstaltung kostenlos die Kinderbetreuung ĂŒbernehmen und wer sein berufliches Weiterkommen vom GlĂŒck abhĂ€ngig macht, der kann auch vor Ort am GlĂŒcksrad drehen und tolle Preise gewinnen.“

Geprothmannt: Sie wollen Klartext reden? Kein Problem! Wie Thilo Sarrazin das Dumme in manchen Deutschen reaktioniert


Mannheim/Rhein-Neckar, 04. Juli 2011. (red) Die Wirtschaftsjunioren in der Metropolregion wollten unbedingt an Thilo Sarrazin als Redner festhalten. Angeblich, weil es Ihnen um einen „offenen Meinungsaustausch“ geht. Diesen Meinungsaustausch können die verantwortlichen Personen haben – mit einem „Klartext“. Einem offenen Brief an Thomas Steckenborn, Vorstand der Cema AG, an die Wirtschaftsjunioren in der Region Rhein-Neckar und an die Industrie- und Handelskammern.

Von Hardy Prothmann

Sehr geehrter Herr Steckenborn,
sehr geehrte Wirtschaftsjunioren,
sehr geehrte Mitglieder der Industrie- und Handelskammern,

ich schreibe Ihnen diesen offenen Brief, weil ich davon ĂŒberzeugt bin, dass Sie einen großen Fehler gemacht haben, der das Ansehen Ihrer Personen, das Ansehen Ihrer Unternehmen und das Ansehen Deutschlands enorm beschĂ€digt hat.

Analytisch betrachtet, haben Sie sich blenden lassen. Sie vermuten, dass der Autor des Buchs „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin, einen „latenten Diskussionsbedarf aufgegriffen und thematisiert hat“. Zumindest schreiben Sie das in Ihrer Pressemitteilung.

Sie vermuten das, weil sich das Buch des Herrn Sarrazin bislang 1,3 Millionen Mal verkauft hat. Sie schreiben: „Wenn wir Herrn Dr. Sarrazin und seine Gedanken ignorieren wĂŒrden, dann wĂŒrden wir einem, wie die Verkaufszahlen seines Buches zeigen, großen gesellschaftlichen Thema nicht gerecht“, erklĂ€rt Michael Sittek, Mitglied im GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Ausschuss der Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen dazu.“

Denkfehler fĂŒhren zu falschen SchlĂŒssen

Sie erliegen leider einem eklatanten, mehrfachen Denkfehler, weil Sie, wie viele „Wirtschaftsmenschen“ zu eindimensional denken.

Ihr Denkfehler ist einer der Ausbildung. Ethik gehört nicht zu den StandardfĂ€chern der BWL, VWL oder Ingenieurswissenschaften. Und Sie bewegen sich nur zum Teil auf einem Produktmarkt (Buch) – der grĂ¶ĂŸere Teil ist der Meinungsmarkt (Inhalt).

img_6849

Wie viele Kinder haben wohl diese Unternehmerdeutschen gezeugt? 1,3 im Durschnitt?

Sie fragen, „wie es um unsere Diskussionskultur und Demokratie steht, wenn Zensur gewĂŒnscht ist“? Auch hier verstehen Sie etwas falsch. Artikel 5 Grundgesetz sagt: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Damit ist staatliche Zensur gemeint und Herr Sarrazin ist von keiner Behörde zensiert worden. Ganz im Gegenteil haben sich von der linken taz bis hin zur konservativen FAZ alle wesentlichen Medien mit seinen Thesen beschĂ€ftigt. Das Ergebnis ist eindeutig vernichtend.

Das Grundgesetz garantiert, dass Menschen ihre Meinung frei Ă€ußern können. Auch hier ist Ihre Auffassungsgabe beschrĂ€nkt. Sie machen daraus die Selbstverpflichtung, rassistische Meinungen zu befördern. Angeblich, um sich einer gesellschaftlich notwendigen Debatte zu stellen. Dabei haben Sie ausnahmsweise gar nicht mal so unrecht: Viele Deutsche haben latent rassistische Einstellungen.

Sie können so viel ĂŒber falsche ZusammenhĂ€nge und falsche Tatsachenbehauptungen diskutieren wie Sie wollen – die Falschheiten werden dadurch nicht richtiger.

Sie rufen zu Kritik und Diskussion auf. Haben Sie die Begriffe in ihrer Bedeutung verstanden. Obwohl Sie angeblich dazu eingeladen, fand dies nicht statt. Herr Sarrazin konnte lang und breit seine kruden Thesen und langweiligen Alltagsanekdoten ausbreiten, ohne sich einer Kritik und Diskussion stellen zu mĂŒssen. DafĂŒr hĂ€tte es eines Podiums bedurft. Einen jungen Mann, der sich kritisch Ă€ußerte, haben Sie durch Ordner aus dem Saal entfernen lassen.

Faszinierender Erfolg?

Sie sind fasziniert vom „Erfolg“ des Buches. Erfolg ist in Ihren Augen Masse, ist Absatz, ist Umsatz.

Doch wie verhĂ€lt sich das im „Buchmarkt“? Gelten hier die gleichen Gesetze wie fĂŒr Katzenfutter?

Warum sollte auch nur einer der rund 400 GĂ€ste im Rosengarten den Vortrag besuchen, in dem Herr Sarrazin die „Kernthesen“ des Buches vorstellte, wenn man das Buch schon gelesen hat? WĂ€re das nicht Zeitverschwendung? Oder erhofft man sich neue „Erkenntnisse“, weil man das Buch irgendwie nicht verstanden hat?

Oder wurde das Buch am Ende nur von wenigen und nicht von vielen gelesen? Herr Sarrazin beschwert sich, dass kaum einer seiner Kritiker das Buch gelesen habe. Wie kommt er auf die Idee, dass die KĂ€ufer dies getan haben?

img_6904

Pseudowissenschaftlicher Erfolgsautor: Thilo Sarrazin.

Das Fetisch-Prinzip

Vielleicht erweitert diese Information Ihren Horizont. Sie wissen sicher nicht, dass die BĂŒcher der LiteraturnobelpreistrĂ€ger mit zu den gut bis sehr gut verkauften, aber am wenigsten gelesenen gehören. Man kauft sich diese BĂŒcher, um sie wie einen Fetisch ins Regal zu stellen: „Seht her, was ich fĂŒr Literatur lese.“ Oder man verschenkt sie an Leute, die auch Regale haben. Dieses Schicksal teilen diese Autoren mit den Menschen, die an der Bibel mitgeschrieben haben.

Ganz anders Heinz G. Konsalik. Der Autor (Der Arzt von Leningrad) ist einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Schriftsteller mit einer Gesamtauflage von 80 Millionen BĂŒchern. Niemand ist je auf die Idee gekommen, ihm dafĂŒr den Nobel-Preis zu verleihen oder ihn in literarische Diskussionsrunden einzuladen. Der Gattungsbegriff fĂŒr seine BĂŒcher ist der Roman. Die Untergattung Trivialliteratur.

Auch er hat vor allem in den Nachkriegsjahren ein „großes gesellschaftliches Thema getroffen“: Die Sinnlosigkeit des Krieges.

Joanne K. Rowling hat von ihren „Zauber-BĂŒchern“ (Harry Potter) insgesamt mehr als 400 Millionen Exemplare verkauft. Auch sie trifft ein „großes gesellschaftliches Thema“ – in eine Welt der Fantasie und Zauberer, in den Kampf von Gut gegen Böse abtauchen zu wollen, aus der realen, anstrengenden Welt in eine der Fantasie. Man kann dem Alltag entfliehen.

Es ist ein Jugendbuch, das von vielen Erwachsene gelesen worden ist – das kann man aus der Auflage schließen. Sie wissen schon: Statistik. Wie viele Kinder gibt es im Alter zwischen 10 und 14 Jahren? Bei weitem nicht so viele, um diese Auflagen zu erreichen.

Sie als Wirtschaftsjunioren haben mit solchen BĂŒchern vermutlich nicht viel zu tun. Sie stehen auf „SachbĂŒcher“. Sie haben mit AuftrĂ€gen, mit Kostenrechnung, mit Gesetzeslagen, mit Normen mit all der BĂŒrokratie zu tun, die Ihnen das Leben schwer macht. Auch dazu gibt es viele BĂŒcher.

Und jetzt dieses „Sachbuch“ von Herrn Sarrazin, der sich ebenfalls als Zauberlehring betĂ€tigt: Er mixt Psycholgie, Neurobiologie, Gentechnik, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften zu einem Gifttrank. Er will niemanden aus dem Alltag entfĂŒhren, sondern er will vergiften.

Neue Dolchstoßlegende

Auch Herr Sarrazin bedient SehnsĂŒchte. Auch bei ihm geht es um den Kampf zwischen „Gut und Böse“. Zwischen den Intelligenten und den Dummen, zwischen denen, die aussterben und denen, die sich ungezĂŒgelt vermehren und die Intelligenten bedrohen.

Der Erfolg seines Buches zeigt, dass er ein BedĂŒrfnis befriedigt, das viele Deutsche in sich tragen. Das Ressentiment gegenĂŒber anderen. Eine tief sitzende, latente Fremdenfeindlichkeit. Die Lust an der Diffamierung. Die Neid-Neurose.

img_6834

Kann ein Herr Steckenborn seine Probleme, FachkrÀfte zu finden, mit den Sarrazinschen Thesen lösen?

Im Kern schafft er eine neue Dolchstoßlegende. Wenn es den Deutschen „schlecht geht“, muss irgendjemand anderes daran schuld sein.

In Ihrer Pressemitteilung schreiben Sie, Herr Steckenborn, die Veranstaltung sei „korrekt und mutig“. Merken Sie etwas?

So fĂŒhlen Sie sich. Mutig und korrekt. Und wenn Sie „mutig und korrekt“ sind, was sind dann die anderen?

Sie strampeln, sie mĂŒhen sich ab und es geht nicht voran.

Mit all den Instanzen von der Kapitalbeschaffung ĂŒber die politischen Kontakte, die Wissenschaft, diese verkorksten Gesetzte, diese Arbeitsvorschriften, Normen, Kontrollen – es ist zum Wahnsinnig werden.

Und dann lesen Sie ĂŒber einen, der sagt, was angeblich falsch ist und wer angeblich schuld hat. Und egal, was der sagt, der hat recht, denn es lĂ€uft so viel falsch.

Weil die Deutschen nicht daran schuld sein können, muss es eben jemand anderes sein.

Mit dieser Rhetorik hat jeder Populist schon immer genau das Dumme in den Deutschen getroffen.

Kinder oder Leistung?

Und Ihnen geht das Messer im Sack auf, wenn sie daran denken, wie viele Leute es gibt, die „Kinder produzieren“ und dafĂŒr „UnterstĂŒtzung“ erhalten, wĂ€hrend die Leute mangels Zeit oder wegen zu viel Stress oder Karriere nicht in der Lage sind, Kinder zu machen, geschweige denn, sich um sie zu kĂŒmmern.

Und zwar so, wie man sich das vorstellt, mit glĂŒcklicher Miracoli-Familie:“Hm, ist das lecker“, Lachen, Freude, Beisammensein, ErfĂŒllung. Das alles in schmeichelweißes Licht getaucht, die Frau liebevoll, der Mann trainiert, die (1,3) Kinder liebreizend glĂŒcklich, gerne darf es auch etwas Rasen geben, ein Teich, mindestens einen Audi, gerne auch einen X5, wobei der Trend bei Unternehmer-Prolls eindeutig zu AMG-Mercedes-Modellen geht. Ein Golden Retriever passt immer gut ins Bild.

Wenn der Unsinn grassiert, wird es Zeit, „Tacheles“ zu reden. ZurĂŒck zu den „Fakten“. Und die sind hart. Die bildungsfernen TĂŒrken und die Araber produzieren zu viele „KopftuchmĂ€dchen“. Zocken alle die ab, die „Gas geben“, die Deutschland voranbringen wollen.

Deutsches Unternehmertum

Kein Wort ĂŒber Unternehmer, die ins Ausland abhauen, weil sie die BĂŒrokratie in Deutschland nicht mehr ertragen. Kein Wort ĂŒber deutsche, „geachtete“ Unternehmen, die sich lĂ€ngst aus jeder sozialen Verantwortung verabschiedet haben und billiger im Ausland produzieren lassen – zu teils menschenunwĂŒrdigen Bedingungen fĂŒr die dortigen Arbeiter. Ohne jeden Skrupel. Kein Wort ĂŒber beispielsweise den „Saubermann“-Konzern Siemens, der mit arabischen und anderen GeschĂ€ftemachern ein ausdifferenziertes „Schmiergeldsystem“ perfektioniert hat.

DafĂŒr aber viele Statistiken, die „eindeutige Fakten“ versprechen – von einem Mann, der sich anmaßt, multiple Wissenschaften zu verstehen. Und jeder, der ihm beipflichtet, ist mindestens ebenso „schlau“ und hĂ€tte eigentlich auch 1,3 Millionen Mal fĂŒr seine Ansichten verkauft werden können. (Sie erinnern sich – das Nobel-PreistrĂ€ger-Buch-im-Regal-Prinzip.)

Ist die griechische Staatspleite auch auf muslimische, integrationsunfĂ€hige Einwanderer zurĂŒckzufĂŒhren? Gilt das auch fĂŒr Spanien, Portugal, Irland? Oder die USA?

LeimgÀnger

Herr Steckenborn, Sie sind, wie viele andere auch, ein LeimgĂ€nger? Ihr tĂ€glicher Frust braucht ein Ventil. Das ist verstĂ€ndlich. Aber es ist fatal, wenn sich die Leistungselite, oder die, die sich dafĂŒr hĂ€lt, nicht den StĂ€rkeren, sondern den „Abschaum“ als Vergleichsbasis sucht. Wie „mutig und korrekt“ ist das?

Ist Ihnen das eigentlich klar? Ist Ihnen klar, dass Sie sich, wenn Sie Sarrazin folgen, nicht mehr an eigener Leistung, sondern an der Abgrenzung zur „Nicht-Leistung“ orientieren? Ist Ihr Selbstbewusstsein schon derart verformt?

img_6922

Diskussionswilliger "Störer" wird entfernt.

„Die Veranstaltung „Klartext der Wirtschaftjunioren der Metropolregion“ will gerade in solch umstrittenen ZusammenhĂ€ngen als Diskussionsplattform und nicht als Forum der Stimmungsmache oder der Agitation verstanden werden“, lassen Sie in der „Pressemitteilung“ schreiben.

Als erfahrener Journalist lese ich das Gegenteil heraus. Ihren Frust. Ihre Verzweiflung. Ganz klar wollen Sie Stimmung machen. Und das kann ich sogar verstehen. Es geht Ihnen schlecht – Sie mĂŒssen „Umsatzziele“ korrigieren, weil Sie keine „Fachleute“ finden.

Glauben Sie ihm Ernst, dass Ihre unternehmerische Notlage durch die kruden Thesen eines Thilo Sarrazin erklÀrt werden könnte? Oder Sie durch die Auseinandersetzung mit dessen Thesen einen Schritt vorankommen?

Die ostasiatische Endlösung

Wenn Sie logisch denken, ist Ihr Gebrauch der Begriffe „Toleranz und Respekt“ reichlich absurd. Herr Sarrazin toleriert keine Muslime und er hat keinen Respekt vor ihnen. Und er unterstellt ihnen, dass sie weder genetisch noch kulturell in der Lage sind, sich in unsere deutsche Gesellschaft zu integrieren.

Indem Sie sich damit gemein machen, teilen Sie diese Haltung und mĂŒssen verstehen, dass Sie unter den Muslimen keine der so dringend benötigten FachkrĂ€fte bekommen werden. Denn das ist die Aussage von Herrn Sarrazin.

Hardy Prothmann: "Ein Fehler ist vor allem dann fatal, wenn er wiederholt wird."

Nur Ostasiaten könnten Ihre Probleme lösen. Die sind, laut Sarrazin, klug und fleißig. Leider so klug, dass sie nach und nach die Macht ĂŒbernehmen werden. Sagt Herr Sarrazin am Beispiel USA. Das nur als Hinweis, wie viel „deutsche Gesellschaft“ es dann noch in einigen Jahrzehnten geben wird.

Wenn die Wirtschaftsjunioren all das glauben, sollten sie den ersten „Lösungsvorschlag“ von Herr Sarrazin sofort befolgen und mit einer intelligenten deutschen Frau zur Zeugung schreiten. Die Zeit drĂ€ngt. Denn, wer heute ein Kind zeugt, kann erst in 25 Jahren fĂŒr rund 15 Jahre die „Höchstleistung ernten“. Denn Herr Sarrazin hat eindeutig erklĂ€rt, dass es danach mit den „Intelligenz“-Leistungen bergab geht. Denn laut Sarrazin verdummt Deutschland auch mit den Alten.

Man sollte nicht schwul werden, was Herr Sarrazin ja auch als Gefahr angebracht hat, sondern es lieber auf die „arabische“ Art tun, also mit möglichst vielen Frauen viele Kinder machen.

Vielleicht habe ich mit meinem offenen Brief einen kleinen Erfolg. Ganz sicher kann ich nicht erwarten, dass Sie oder andere eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben.

Aber vielleicht trÀgt dieser Brief dazu bei, dass Sie diesen Fehler nicht wiederholen. Das wÀre, so meine ganz persönliche Meinung, ein bescheidener Gewinn.

Dokumentation:
Die Pressemitteilung der Wirtschaftsjunioren als PDF.

Bildungsregion Weinheim will QualitÀt im Praktikum stÀrken


Guten Tag

Weinheim/Rhein-Neckar, 03. Mai 2011. (red/pm) FĂŒr den „QualitĂ€tsrahmen Praktikum Werkrealschulen“ wurde ein Leitfaden erarbeitet, in dem einheitliche QualitĂ€tsstandards fĂŒr Praktika definiert sind. Diese Vereinbarung wird demnĂ€chst von den Kooperationspartnern unterzeichnet. Zu ihnen gehören neben den fĂŒnf Werkrealschulen im Raum Weinheim unter anderem das Staatliche Schulamt, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Agentur fĂŒr Arbeit, die regionale Jugendagentur Job Central, der DGB sowie Ämter und Einrichtungen der Stadt Weinheim.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Bildungsregion Weinheim nimmt ein neues Projekt in Angriff. Gemeinsam mit Partnern setzen die Akteure der Bildungsregion einen „QualitĂ€tsrahmen Praktikum Werkrealschulen“ in Kraft. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt erfuhr am Mittwochabend aus erster Hand von den bereits sehr konkreten Zielen des Projektes, das am 23. Mai offiziell gestartet werden soll.

FĂŒr den „QualitĂ€tsrahmen Praktikum Werkrealschulen“ wurde ein Leitfaden erarbeitet, in dem einheitliche QualitĂ€tsstandards fĂŒr Praktika definiert sind. Diese Vereinbarung wird demnĂ€chst von den Kooperationspartnern unterzeichnet. Zu ihnen gehören neben den fĂŒnf Werkrealschulen im Raum Weinheim unter anderem das Staatliche Schulamt, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Agentur fĂŒr Arbeit, die regionale Jugendagentur Job Central, der DGB sowie Ämter und Einrichtungen der Stadt Weinheim.

Wie Dr. Susanne Felger vom kommunalen Übergangsmanagement in der Sitzung berichtete, wird der „QualitĂ€tsrahmen“ als eine Selbstverpflichtung der Beteiligten verstanden. Die Nachfrage nach Praktika habe sich mit der Berufsorientierung vervielfĂ€ltigt; das mache die Festlegung von Standards erforderlich. Gleichzeitig sei der „QualitĂ€tsrahmen“ besonders im Hinblick auf einen bevorstehenden FachkrĂ€ftemangel ein probates Mittel fĂŒr die Wirtschaft.

Der Leitfaden bezieht sich auf die Vorbereitung, auf die DurchfĂŒhrung und die Nachbereitung von Praktika und gibt den Akteuren sehr konkrete Anleitungen. Neben den SchĂŒlern, Schulen und Betrieben sollen auch die Eltern in die QualitĂ€tssicherung der Praktika eingebunden werden. Ein solcher „QualitĂ€tsrahmen“ sei in dieser Form in Deutschland bislang einzigartig.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das weinheimblog