Samstag, 25. November 2017

Elternkurs an der Albert-Schweizer- Grundschule

Mehrsprachige Erziehung – Herausforderung und Chance

Weinheim, 23. Dezember 2014. (red/pm) Noch bevor die Rolle der Sprache fĂŒr die Integration in den Blickwinkel der aktuellen politischen Diskussion geriet, widmete sich das BildungsbĂŒro Weinheim mit seinen StĂ€rke-Kursen diesem Thema. Rektorin Jutta Wirth begrĂŒĂŸte Eltern aus unterschiedlichen HerkunftslĂ€ndern zum Kurs „Mehrsprachige Erziehung“. [Weiterlesen…]

Zweisprachige Vorlesestunde

Denn Mehrsprachigkeit ist ein Schatz

Weinheim, 26. MĂ€rz 2014. (red/pm) Das BildungsbĂŒro und die Stadtbibliothek bieten einmal im Monat eine zweisprachige Vorlesestunde an. Der nĂ€chste Termin ist am 04. April. [Weiterlesen…]

OB Bernhard ĂŒberreichte Zertifikate der VHS-Integrationskurse

„Sie machen die Stadt bunter“

Weinheim, 25. MĂ€rz 2014. (red/pm) OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard ĂŒberreichte Zertifikate der VHS-Integrationskurse an Menschen, die aus LĂ€ndern der gesamten Welt in Deutschland angekommen sind und hier im Berufsleben und der Gesellschaft Fuß fassen wollen. [Weiterlesen…]

Die Bundestagsabgeordnete Dr. Franziska Brantner ĂŒber ihren Umzug von BrĂŒssel nach Berlin

Neuanfang in der Hauptstadt

Franziska Brantner wurde am 22. September ĂŒber die Landesliste in den Bundestag gewĂ€hlt. KĂŒnftig will sie hĂ€ufiger im Wahlkreis prĂ€sent sein. Foto: Paul Blau

Franziska Brantner wurde am 22. September ĂŒber die Landesliste in den Bundestag gewĂ€hlt. KĂŒnftig will sie hĂ€ufiger im Wahlkreis prĂ€sent sein. Foto: Paul Blau

 

Berlin/Heidelberg/Rhein-Neckar, 05. November 2013. (red/ld) Am Wahlabend hatte Franziska Brantner (GrĂŒne) noch gezittert. Dann hatte es doch noch fĂŒr einen Listenplatz im Bundestag gereicht. FĂŒr die frĂŒhere Europaabgeordnete bedeutete das einen neuen Job und einen neuen Anfang in Berlin. Wie sie sich dort zurechtfindet, erzĂ€hlte sie uns im Interview. [Weiterlesen…]

Heiner Bernhard beim Sommerfest der Moschee

„UnterstĂŒtzen Sie die Demokratie“

OB beim Moscheefestb

„Die Menschen der Moschee-Gemeinde sind ein Teil der Weinheimer BĂŒrgerschaft – sie gehören zu uns, wie der Islam zu Deutschland gehört.“, sagte OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard beim Sommerfest der Moschee. Foto: Stadt Weinheim.

 

Weinheim, 25. Juni 2013. (red/pm) Der OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard lobte beim Sommerfest der Moschee die Integration der in Weinheim lebenden tĂŒrkischen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger und ermutigte sie zum politischen Engagement. [Weiterlesen…]

„Offener GesprĂ€chskreis fĂŒr Frauen“ mit Elisabeth Kramer

Neu im Mehrgenerationenhaus: Zwanglos Deutsch ĂŒben

Weinheim, 27. Februar 2013. (red/pm)  Die Deutschkenntnisse vertiefen – das ist der Wunsch vieler Frauen, die aus anderen LĂ€ndern nach Deutschland ĂŒbergesiedelt sind. Sie möchten im Alltag klar kommen und sich gut zurecht finden – ohne Hilfe. Diesen Wunsch Ă€ußerten auch die Teilnehmerinnen aus den gut besuchten Projekten des BildungsbĂŒros „Griffbereit“ und „Rucksack“. Das Team des Mehrgenerationenhauses konnte jetzt darauf eingehen – mit Hilfe von StadtrĂ€tin Elisabeth Kramer (GAL).

Information der Stadt Weinheim:

„Die Projektidee eines „Offenen GesprĂ€chskreises“ stammt von Zeliha Sahin, die seit Oktober 2012 im BildungsbĂŒro als Koordinatorin fĂŒr interkulturelle und intergenerative VerstĂ€ndigung eingesetzt ist und auch das aktuelle Projekt „Miteinander leben – voneinander lernen“ [Weiterlesen…]

Neujahrsempfang im Rathaus

„Wo das Wir mehr gilt als das Ich“

„Bas Gret und Vetter Phillp“ ĂŒberreichten eine riesige Neujahrsbrezel an BĂŒrgermeister Heiner Bernhard. Foto: Stadt Weinheim.


Weinheim, 07. Januar 2013. (red/pm) Als Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard am Dreikönigstag nach den BöllerschĂŒssen aus der Kanone beim Neujahrsempfang zu seinen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern sprach, da war seine Rede, die aus diesem Anlass traditionell etwas GrundsĂ€tzliches hat, mit Daten und Fakten gespickt. Und dennoch lag ein besonderer Schwerpunkt woanders.

Information der Stadt Weinheim:

„Der Schwerpunkt lag auf dem Miteinander in der Stadt, auf dem, was „wir in Weinheim gerne die kommunale Verantwortungsgemeinschaft nennen“ (so der OB), auf „HeimatgefĂŒhl“ und darauf „dass man fĂŒreinander da ist und fĂŒreinander einsteht“, auf einer Stadt, „in der das Wir mehr gilt als das Ich“. Dies sei es, so der OB, was „eine Stadt in ihrem Innern ausmacht“.

Kommunale Verantwortung

Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger reagierten mit spontanem Applaus – und dieses GemeinschaftsgefĂŒhl war in allen Ecken des Rathaussaals zu spĂŒren. Heiner Bernhard erklĂ€rte diesen Geist der kommunalen Verantwortung an drei Beispielen, an Begebenheiten, die er selbst in der Weihnachtszeit erlebt hatte, die ihn beschĂ€ftigt und aufgewĂŒhlt haben.

Das sei erstens die Entscheidung des Gemeinderats ĂŒber den Umgang mit ĂŒber 200 Wohnungen in der Breslauer- und der Stettiner Straße gewesen. „Die Art und Weise wie dabei die sozialen Belange der betroffenen Mieterinnen und Mieter höher gestellt wurden als das Interesse der Stadt daran, möglichst viel Geld einzunehmen, verdient großen Respekt“, findet er.

Die zweite Geschichte handelte von der Typisierungsaktion fĂŒr den leukĂ€miekranken Jacob aus Mörlenbach, an der sich Tausende Menschen beteiligt haben.

Und drittens gab es noch eine Bitte, ein großer Wunsch einer sozial schwach gestellten und kinderreichen Weinheimer Familie, bescheiden und zaghaft vorgetragen. Zwei Jungs, die sich eine Dachkammer teilen, hatten zu Weihnachten nur einen großen Wunsch: Jeder ein eigenes Bett. Bernhard beschrieb: „Meine Mitarbeiter im Rathaus haben dann sehr schnell eine Spendenaktion in Bewegung gesetzt. Die Resonanz war erfreulich groß und beeindruckend herzlich. Wir als Verwaltung haben unseren Anteil beigesteuert und bald war die Familie mit einem ansehnlichen Geldbetrag im Möbelhaus – die Betten fĂŒr die beiden Jungs standen unterm Christbaum.“

Der OB: „Ich danke Ihnen dafĂŒr, dass wir diese Idee der kommunalen Verantwortungsgemeinschaft zusammen leben können – in dieser Stadt und fĂŒr diese Stadt. Lassen Sie uns diesen Weg weiter gemeinsam gehen.“

Zuvor hatte der Rathauschef appelliert, auch in Zeiten guter Konjunktur und sprudelnder Steuerquellen nicht euphorisch zu werden. „2012 war fĂŒr Weinheim ein erfolgreicher Zeitabschnitt, ein Jahr, in dem es mit vielen Projekten entscheidend voran ging und das in mancherlei Hinsicht deutlich besser verlief als geplant, aber wir in den Kommunen dĂŒrfen nicht leichtsinnig werden und nicht vergessen, die dauerhafte Ertragskraft unserer Verwaltungshaushalte im Blick zu behalten.“

Es seien gerade die Aufgaben, zu denen sich eine Gemeinde ohne staatlichen Druck bekenne, die freiwilligen Leistungen, die das Profil eines Gemeinwesens, die LebensqualitĂ€t einer Stadt ausmachen, ihre Besonderheit: Volkshochschule, Musikschule, Stadtbibliothek, Soziale Vielfalt, Brauchtumspflege, Vereinsleben und Kultur. Bernhard: „Von den KĂŒrzungen der letzten Jahre ist da kein Bereich verschont geblieben. Aber im Bestand gefĂ€hrden wollen und sollten wir diese StĂ€rken Weinheims nicht.“

Bildung, Integration, Energieeffizienz, BĂŒrgerbeteiligung und Demographischer Wandel

Die zentralen Themen, versicherte er, bleiben auf der Agenda: Bildung, Integration, Energieeffizienz, BĂŒrgerbeteiligung und Demographischer Wandel. Vor allem das Thema Bildung genieße in Weinheim zu Recht einen hohen Stellenwert. Beispiel: Mit dem neuen Schuljahr haben – auf drei Stellen – vier neue Schulsozialarbeiterinnen ihre TĂ€tigkeit aufgenommen. Das Übergangsmanagement, also die Kommunale Koordinierung der AktivitĂ€ten rund um den Übergang von der Schule in die Berufswelt , ist jetzt dauerhafte Aufgabe der Stadt Weinheim.

Besonders erfreulich sei der kĂŒrzlich im Gemeinderat gefasste Beschluss zur Schulentwicklung Weststadt. Mit dieser Entscheidung habe man nun die einmalige Chance, Synergien herzustellen und zu nutzen und auf große und damit teure Sanierungsvorhaben in Schulen verzichten zu können. Zugleich könne die Stadt dem Stadtarchiv und der Musikschule gute Lösungen bieten und insgesamt die Zahl der stĂ€dtischen Immobilien reduzieren. Das senke unterm Strich auf Dauer die Kosten. Bernhard: „Dies wird ein Meilenstein werden hin auf dem Weg zu mehr EffektivitĂ€t und Effizienz unseres Verwaltungshandelns. Und das sogar mit verbesserten pĂ€dagogischen Rahmenbedingungen.“

Die Kommunale Energiewende werde auch in Weinheim mit Eifer vollzogen, berichtete der OB und ergĂ€nzte: „Wir kĂŒmmern uns um Klimaschutz nicht, weil das chic geworden ist. Nein, wir wollen verantwortlich fĂŒr unsere Umwelt handeln und Generationengerechtigkeit gewĂ€hrleisten.“

Bernhard bekrĂ€ftigte auch seine positive Einstellung gegenĂŒber der Beteiligung von BĂŒrgern in politischen Entscheidungsprozessen.

Wenn es auch – noch – keinen BĂŒrgerentscheid in Sachen Breitwiesen oder Hammelsbrunnen gebe, die Beratung des Themas in einem BĂŒrgerdialogverfahren, die engagierte Arbeit zufĂ€llig ausgewĂ€hlter BĂŒrgerrĂ€te, dieses Vorgehen habe die Stadt methodisch und inhaltlich bereichert.

2013 gibt es viel zu tun

Im begonnen Jahr 2013 gebe es viel zu tun. Begonnene Baumaßnahmen stĂŒnden vor der Fertigstellung, wie die Neugestaltung der FußgĂ€ngerzone und der Bau der Mensa im Werner-Heisenberg-Gymnasium. Auch werde man sich krĂ€ftig um den in die Jahre gekommenen stĂ€dtischen Immobilienbestand kĂŒmmern.

Bernhard: „Das ist reine Werterhaltung.“ Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit der Schaffung des Zentralen Omnibusbahnhofs soll nun endlich Wirklichkeit werden. Auch fĂŒr das Hallenproblem in LĂŒtzelsachsen, in Hohensachsen und in Oberflockenbach mĂŒsse eine Lösung gefunden werden. Bernhard: „ Diese kann aber nicht darin liegen, dass wir die Gesamtzahl unserer GebĂ€ude, die ohnehin schon hoch ist, immer weiter erhöhen. Dies widersprĂ€che auch Idee und Sinn der Gemeindereform von einst. „Unsere Aufgabe ist es, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, Synergien zu nutzen und bestehende Liegenschaften zur Mitfinanzierung einzusetzen. Dazu mĂŒssen die Beteiligten – irgendwann – an einen Tisch.“

Klar bekannte sich der OB auch zur Ausweisung neuer Gewerbegebiete: „Wollen wir fĂŒr eine auskömmliche Finanzausstattung Weinheims sorgen, ohne die BĂŒrger mit höheren SteuersĂ€tzen zu belasten, mĂŒssen wir zusĂ€tzliche Steuerzahler gewinnen. Dies gelingt ĂŒber die Einwohnerzahl und ĂŒber die Zahl der angesiedelten Gewerbebetriebe. DafĂŒr mĂŒssen wir dann aber auch ausreichende und passende FlĂ€chen anbieten können.“

Die Neujahrsansprache des OB war eingebettet in die traditionelle Zeremonie des Empfangs, in deren Verlauf Heiner Bernhard symbolisch den RathausschlĂŒssel an die BlĂŒtenprinzessin Yvonne I. ĂŒbergab. Die Weinheimer Innungen ĂŒberbrachten dem Rathauschef und der Bevölkerung die besten WĂŒnsche, die BlĂŒten-Symbolfiguren „Bas Gret und Vetter Phillp“ ĂŒberreichten eine riesige Neujahrsbrezel, die Stadtkapelle und das Duo „Martin und Christian“ umrahmten den Empfang musikalisch.“

Stadtjugendring bestÀtigt Vorstand und nimmt Vertreter von Boardsport e.V. als Beisitzer auf

Wolfgang Metzeltin bleibt an der Spitze

Wolfgang Metzeltin wurde erneut ins Amt des Vorsitzenden gewÀhlt

 

Weinheim, 19. Dezember 2012. (red/pm) Beim Weinheimer Stadtjugendring herrscht BestĂ€ndigkeit und Offenheit gleichzeitig: Bei der Jahreshauptversammlung wĂ€hlten die Mitglieder Wolfgang Metzeltin erneut ins Amt des Vorsitzenden und damit zu einem der Hauptverantwortlichen fĂŒr die offene Jugendarbeit in Weinheim. Auch sein Team wurde bestĂ€tigt: Zweiter Vorsitzender Jochen Sendler, GeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Holzwarth, Kassierer Guido Rauschenberger; Beisitzerin Dagmar Himmel und Beisitzer Joachim Goedelmann.

Information der Stadt Weinheim:

„Neu im Vorstand ist Michael FlĂ¶ĂŸer als Beisitzer; damit ist der neue Verein „Boardsport Weinheim e.V.“ auch im Vorstand vertreten. Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig die Aufnahme von weiteren zwei neuen Organisationen. Bei der Liebenzeller Gemeinde und der Mevlana Moschee gilt die Aufnahme allerdings noch mit Vorbehalt, da jeweils noch eine eigene Jugendsatzung vorgelegt werden muss. Das verlangen die Statuten. Wolfgang Metzeltin gratulierte den Vertretern und freute sich auf die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit.
Bernd Alber berichtete ĂŒber die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Liebenzeller.

Gemeinde in Weinheim und wies auf die Notwendigkeit von Kinder- und Jugendarbeit in der Nordstadt hin, die er zusammen mit dem Stadtjugendring weiter voranbringen möchte. Hasan Sarica informierte als Vertreter der Jugend der Mevlana Moschee ĂŒber deren Ziele der Jugendarbeit in Weinheim. Die Integration, die UnterstĂŒtzung der Bildungsarbeit und das gegenseitige VerstĂ€ndnis durch kulturelle Begegnungen können aus seiner Sicht durch die Mitgliedschaft im Stadtjugendring gefördert werden.

Die Arbeit des Stadtjugendrings wird durch ZuschĂŒsse der Stadt, des Landes, des Bundes und der EU gefördert. In der Summe waren das in 2011 rund 131 000 Euro, wie der Kassenbericht auswies. Eigenmittel ergaben sich aus TeilnehmerbeitrĂ€gen, etwa bei der Internationalen Jugendbegegnung mit Israel, sonstigen Einnahmen und Spenden in Höhe von rund 41 000 Euro.
Der Revisor des Stadtjugendrings berichtete ĂŒber den Umfang und die Ergebnisse der ausfĂŒhrlichen PrĂŒfung, die zu keinerlei Beanstandung Anlass gegeben hat. Er bestĂ€tigte dem Stadtjugendring eine ordnungsgemĂ€ĂŸe BuchfĂŒhrung.

Die Versammlung entlastete den Vorstand einstimmig. Als Revisor wurde Gerd Wachter mit großer Zustimmung wiedergewĂ€hlt. Die Delegierten genehmigten die Vorlage der Zuschussabrechnungen der JugendverbĂ€nde fĂŒr 2011/2012 und freuten sich ĂŒber die Information, dass auf Grund der Kassenlage diese ZuschĂŒsse in Höhe von rund 10 000 Euro noch in diesem Monat ausgezahlt werden. Ein wichtiges Thema war auch die Information ĂŒber den Stand der Vorbereitungen zur Wahl eines Jugendgemeinderates in Weinheim. Die JugendverbĂ€nde wollen mit Ihren Möglichkeiten einen Beitrag fĂŒr diese Form der Jugendbeteiligung leisten.“

1. Rolf-Engelbrecht-Preis verliehen

Maria Guerrero Gallego geehrt

V.l.n.r. Christoph Engelbrecht, OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard, PreistrĂ€gerin Maria Guerrero, Dr. Helga Reindel (Projekt Weinheim), Dr. Pia Gerber (Freudenberg Stiftung), Kadhja Huber (Integration Central), Dr. Adalbert Knapp (BĂŒrgerstiftung Weinheim). Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 26. November 2012. (red/aw) Die in Weinheim lebende Spanierin Maria Guerrero Gallego wurde heute fĂŒr ihre besonderen Verdienste rund um die Integration mit dem Rolf-Engelbrecht-Preis geehrt. In Gesellschaft des OberbĂŒrgermeisters und vielen WeggefĂ€hrten sowie ihrer Familie nahm sie diese erstmalig verliehene Auszeichnung im Alten Rathaus entgegen.

Von Alexandra Weichbrodt

Grundlage fĂŒr die Verleihung des Rolf-Engelbrecht-Preises ist die vorbildliche Initiative, sich fĂŒr eine demokratische Stadtgesellschaft einzusetzen, in der Menschen unabhĂ€ngig ihrer sozialen Herkunft, ihrer kulturellen und weltanschaulichen Vielfalt gleichberechtigt zusammenleben können.

Die im letzten November vom Gemeinderat beschlossene und von der Stadt Weinheim, der BĂŒrgerstiftung Weinheim und der Freudenberg Stiftung verliehene Ehrung soll Maria Guerrero Gallegos unermĂŒdlichen Einsatz fĂŒr Integration und Chancengleichheit anerkennen.

„Am Anfang war es schwer“

Maria Guerrero Gallego kam 1966 aus Madrid in Spanien nach Weinheim und hat in den letzten 46 Jahren einen vorbildlichen beruflichen und ehrenamtlichen Einsatz fĂŒr ein harmonisches Zusammenleben in Weinheim gezeigt. Die gelernte SekretĂ€rin war die treibende Kraft im Spanischen Zentrum, einer ĂŒber Jahrzehnte hinweg sehr wichtigen Anlaufstelle fĂŒr die spanische Gemeinde in Weinheim.

LangjĂ€hrige WeggefĂ€hrten: Christian Petry, Dr. Helga Reindel, Mehmet DĂŒveyki und Cristina Mendez de Vigo. (Foto: Stadt Weinheim)

Seit 1979 ist Maria Guerrero Gallego Mitarbeiterin des Projekts Weinheim. Sie war und ist der gute Geist dieser Einrichtung zur Integration von Migrantinnen und Migranten. Die heute 76-JĂ€hrige half – und hilft noch – insbesondere Jugendliche auf ihrem Weg ins Berufsleben.

Denn auch jetzt im Ruhestand ist sie „immer im Dienst“, verriet ihre langjĂ€hrige WeggefĂ€hrtin Dr. Helga Reindel. Gemeinsam mit Christian Petry, Mehmet DĂŒveyki und Cristina Mendez de Vigo erlĂ€uterte sie, was Maria Guerrero Gallego zu einem so besonderen Menschen macht.

Sie sei eine hartnĂ€ckige Frau mit viel Humor. Die, die Gabe habe auch traurige oder schwierige Situationen mit einem LĂ€cheln zu meistern. FĂŒr Mehmet DĂŒveyki ist sie

nicht nur Kollegin, sondern auch große Schwester und eine kĂ€mpferische Menschenrechtlerin.

Der Jury, bestehend aus OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard fĂŒr die Stadt Weinheim, Dr. Pia Gerber fĂŒr die Freudenberg Stiftung, Dr. Adalbert Knapp fĂŒr die BĂŒrgerstiftung Weinheim und Christoph Engelbrecht sowie Kadhja Huber (Integration Central) und Dr. Helga Reindel (Projekt Weinheim), fiel die Auswahl der PreistrĂ€gerin nicht schwer.

Rolf Engelbrecht als wĂŒrdiger Namensgeber

Christoph Engelbrecht ehrt Maria Guerrero Gallego. (Foto: Stadt Weinheim)

Im November vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat beschlossen den Rolf-Engelbrecht-Preis zu vergeben, um die „die aktive Förderung eines kulturell vielfĂ€ltigen und demokratischen Miteinanders in Weinheim” zu ehren.

Der Preis bedeutet auch eine posthume Ehrung des gebĂŒrtigen ElsĂ€ssers Rolf Engelbrecht, der von 1948 bis 1966 Weinheims erster Nachkriegs-OberbĂŒrgermeister war.

 Rolf Engelbrecht zeigte immer besonderen Einsatz fĂŒr Integration und VölkerverstĂ€ndigung,

sagte OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard ĂŒber den Namensgeber der Auszeichnung, die mit 3.000 Euro dotiert ist. Zur PreisĂŒbergabe war Engelbrechgts Sohn Christoph erschienen:

 Dieser Preis ist eine großartige Idee. Mein Vater wĂ€re sicher geehrt und gerĂŒhrt gewesen.

Sein Vater habe es immer als Aufgabe gesehen, die Stadt zu öffnen:

Integration muss keine Einbahnstraße sein.

Maria Guerrero Gallego sei das beste Beispiel und daher eine wĂŒrdige PreistrĂ€gerin.

 „Muchas Gracias“

Maria Guerrero Gallego ist sichtlich gerĂŒhrt. Die 67-JĂ€hrige kĂ€mpfte mit den TrĂ€nen. Bereits 2002 wurde sie mit der Ehrennadel der Stadt Weinheim ausgezeichnet und freut sich heute sehrÂ ĂŒber diese weitere Anerkennung ihres Schaffens.

Ich bin sehr dankbar. Dieser Preis ist eine schöne Überraschung.

Es sei immer ein Sinn ihres Lebens gewesen, anderen zu helfen, ohne dafĂŒr eine Gegenleistung zu erwarten. Auch, wenn es nicht immer einfach war. Umso selbstverstĂ€ndlicher war und ist fĂŒr sie ihr unermĂŒdliches Engagement:

Ich stehe weiter zur VerfĂŒgung.

Das hört man in Weinheim gerne. Gebraucht werden Menschen wie Maria Guerrero Gallego immer. In jeder Stadt.

Maria Guerrero Gallego fĂŒhlt sich geehrt und bedankt sich fĂŒr den Rolf-Engelbrecht-Preis. (Foto: Stadt Weinheim)

 

 

Ein Blick ĂŒber den Minarettrand

„Interkultureller und interreligiöser Dialogkreis Weinheim“ besuchte die Mannheimer Moschee

Ausflug zur Mannheimer Moschee.

 

Weinheim/Mannheim, 24. April 2012. (red/pm) Weinheim schaut in Sachen Integration und interreligiösen Austausch nach Mannheim: Positive Erfahrungen rund um die dortige Yavuz-Sulta-Moschee sollen Anregungen fĂŒr das Miteinander in Weinheim bringen.

Anm. d. Red.: Der verantwortliche Redaktionsleiter des Weinheimblog.de, Hardy Prothmann, hatte bereits 1995 ĂŒber die Mannheimer Moschee und ihre Entstehung fĂŒr DIE ZEIT berichtet: „Richtung Mekka“. Den Text können Sie hier nachlesen.

Information der Stadt Weinheim:

„Sie ist beeindruckend, fast wirkt sie wie ein MĂ€rchen aus Tausend und einer Nacht: Die große Mannheimer Moschee im Stadtteil Jungbusch, sie fasst bis zu 2500 Menschen.

Ihr Bau Mitte der 90er Jahre, die Vorgeschichte und die Stellung des islamischen Gotteshauses in der Quadratestadt, das ist auch im Nachhinein ein spannendes Kapitel Integration.

Von der Mannheimer Moschee lernen – heißt daher Integration lernen. Unter diesem Motto stand jetzt ein Besuch des „Interkulturellen und interreligiösen Dialogkreis Weinheim“.

Dieser Arbeitskreis trifft sich regelmĂ€ĂŸig, meistens in der Weinheimer Mevlana Moschee, um die jeweils andere Religion verstehen zu lernen und Themen der Integration zu besprechen. Der Arbeitskreis ist vor zwei Jahren aus der „Minarettkommission“ entstanden.

Er besteht aus etwa zwei Dutzend Teilnehmern; Sprecher ist der frĂŒhere Mannheimer AuslĂ€nderbeauftragte Helmut Schmitt, der in Gorxheimertal wohnt. Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung ist Ute Schleh im Amt fĂŒr Jugend und Soziales.

Der Arbeitskreis unternimmt auch immer wieder Exkursionen, so wie jetzt in den Mannheimer Jungbusch. Das war naheliegend, nicht nur weil die Yavuz-Sultan-Moschee der Quadratestadt eine der grĂ¶ĂŸten in ganz Deutschland ist – sie war Jahre lang sogar die grĂ¶ĂŸte. Ihr Standort direkt neben der Liebfrauenkirche ist auffĂ€llig, und dieses stĂ€dtebauliche Ensemble ist ein Sinnbild fĂŒr Integration und interreligiöse Dialogbereitschaft.

Dazu erfuhren die Teilnehmer, allen voran Mehmet Mert, der Vorsitzende des Weinheimer Moscheevereins, und seine Frau Hatice, dass es Helmut Schmitt selbst war, der in seiner Zeit als Mannheimer AuslĂ€nderbeauftragter zu den „geistigen Architekten“ der Moschee gehörten. Schmitt und Talat Kamran von der Mannheimer Moscheegemeinde erinnerten gemeinsam an die Vor- und Entstehungsgeschichte des Gotteshauses.

1972 hatte sich in Mannheim ein Islamischer Bund gegrĂŒndet, ab Mitte der 80er Jahre wurde ein Moscheebau diskutiert. 1989 bildete sich auf Anregung von Helmut Schmitt ein interkultureller GesprĂ€chskreis, der den Moscheebau vorbereitete. Die Stadt Mannheim hatte seinerzeit sogar ein Informations- und BegegnungsbĂŒro eingerichtet.

Heute, siebzehn Jahre nach der Eröffnung der Jungbusch-Moschee. weiß man, dass es eine Erfolgsgeschichte geworden ist. Kamran berichtete den Weinheimer Besuchern, dass seit 1995 mehr als 300 000 Menschen die Moschee besucht haben – darunter zahlreiche Schulklassen und andere Jugendgruppen.

„Wir sind Gotteshaus und Kommunikationszentrum“, berichtete er. So habe man es geschafft, in der Bevölkerung kein Fremdkörper zu sein sondern mittendrin und respektiert. Kamran:

Wir verstehen uns als BrĂŒcke zwischen den Menschen und den Religionen.

Interessant war auch das Zusammentreffen mit den beiden Regisseurinnen Nina GĂŒhlstorff und Dorothea Schroeder vom Nationaltheater Mannheim.

Die beiden BĂŒhnenkĂŒnstlerinnen bereiten gerade ein „dokumentarisches Theaterprojekt“ mit dem Titel „Koranschule“ vor, das die Entstehung der Moschee in Mannheim und die dadurch gewachsene Integration beleuchtet. Premiere ist am 5. Mai.

Info:

Wer sich fĂŒr den „Interkulturellen und interreligiösen Dialogkreis“ interessiert, kann sich gerne mit Ute Schleh (Amt fĂŒr Jugend und Soziales) in Verbindung setzen, unter 06201-82 376 oder per Mail: u.schleh@weinheim.de

Demografie-Woche vom 11.-18. Oktober 2012

Der demografische Wandel geht uns alle an

 

Rhein-Neckar, 02. April 2012. (red/pm) Die Bevölkerungszahl in der Metropolregion geht zurĂŒck, das durchschnittliche Alter steigt an. Die demgrafische Entschwicklung geht uns alle an – denn sie betrifft uns alle. Es wird Herausforderungen geben, aber auch viele neue Chancen. Kommunen, Unternehmen, soziale Einrichtungen, Parteien, Bildungseinrichtungen, Vereine und Kirchen haben die Möglichkeit, die Demografie-Woche aktiv zu gestalten.

Ein FĂŒlle von Informationen sind bereits heute auf der Website der Demografiewoche zu funden. Jeweils am ersten Mittwoch im Monat finden RegionalgesprĂ€che statt, so am kommenden Mittwoch von 15:00-17:00 Uhr in der Handwerkskammer Rhein-Neckar-Odenwald statt. Aktuell zu „Pflegezusatzversicherung und Sicherung der Altersvorsorge, „Das Gesetz zur Freistellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Pflegefall von Angehörigen“ und „Betriebliche Netzwerke zur Gestaltung des demografischen Wandels“.

Information des Verbands Region Rhein-Neckar:

„Das Netzwerk Regionalstrategie Demografischer Wandel (RDW) veranstaltet vom 11. – 18. Oktober 2012 in der Metropolregion Rhein-Neckar eine Demografie-Woche. Diese ist gedacht als regionsweite, dezentral organisierte Kampagne, um fĂŒr die Chancen und Herausforderungen angesichts des demografischen Wandels in der Metropolregion zu sensibilisieren. In der Aktionswoche sollen möglichst viele Veranstaltungen zu Themen stattfinden, die Wege zur erfolgreichen Gestaltung der Gesellschaft im voranschreitenden demografischen Wandel aufzeigen.

Die Demografie-Woche ist eingebunden in das „EuropĂ€ische Jahr fĂŒr aktives Altern und SolidaritĂ€t zwischen den Generationen 2012″. Das Aktionsjahr soll die Schaffung einer Kultur des aktiven Alterns in Europa erleichtern, deren Grundlage eine Gesellschaft fĂŒr alle Altersgruppen ist. Wohl wissend, dass der Begriff des demografischen Wandels noch weiter gefasst ist, glauben die Verantwortlichen der Regionalstrategie Demografischer Wandel, dass die konkreten Anregungen der EuropĂ€ischen Union zum aktiven Altern, die Ziele der Demografie-Woche unterstĂŒtzen.

Die Verantwortlichen wĂŒnschen sich, dass möglichst alle gesellschaftlichen Akteure als Veranstalter an der Demografie-Woche teilnehmen. Eine besonders gute Gelegenheit zur Darstellung haben nach EinschĂ€tzung der Organisatoren insbesondere Kommunen, Unternehmen, Die Netzwerke der Region, Freiberufler, soziale Einrichtungen (wie z.B. Seniorenheime, MehrgenerationenhĂ€user, Behindertenorganisationen, Integrationsprojekte), Politische Parteien, Schulen, Hochschulen, Vereine und Kirchen.

Organisatorisch ĂŒbernimmt die Regionalstrategie die Erstellung eines Gesamtprogramms der Veranstaltungen und bewirbt die Demografie-Woche im Allgemeinen. Auf diese Weise sollen alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der Region, Kenntnis vom Gesamtangebot erhalten. FĂŒr die Veranstalter ergeben sich dadurch ausgesprochen gute Darstellungsmöglichkeiten. Potenzielle Teilnehmer sollen aus einem möglichst großen Angebot wĂ€hlen und bei ĂŒberschaubaren Reisezeiten an sehenswerten Veranstaltungen teilnehmen können.“

„Kommunale Verantwortung gefragt“

VHS Kabarett aus Senegal

Weinheim, 6. Dezember 2011. (red/pm) Ab sofort bietet die Volkshochschule Badische Bergstraße in Weinheim interkulturelle Dialoge an. Die Veranstaltungsreihe soll den Absolventen der VHS-Integrationskurse die Möglichkeit bieten, in Kontakt zu bleiben. Die Veranstaltungen werden von der Stadt sowie der BĂŒrgerstiftung unterstĂŒtzt.

Information der Stadt Weinheim:

„Er kann sprachlich alles, sogar Hochdeutsch. Aber auch SaarlĂ€ndisch und SchwyzerdĂŒtsch. Vor allem kann sich der aus Senegal stammende Germanist Ibrahima Ndiaye – ganz undeutsch – auch mal selbst auf den Arm nehmen.

Zum Beispiel bei der Szene, in der er Schweizer Eisenbahn fĂ€hrt und die Schaffnerin kalauernd fragt, ob er Schwarzfahrer sei. Daraufhin kontert der gebĂŒrtige Afrikaner, der seit ĂŒber 20 Jahren in Deutschland lebt, hintergrĂŒndig: „Was, Sie wollen mir weismachen, ich sei Schwarzfahrer?“

Mit solchen Erlebnissen aus dem Leben eines Menschen, der auf den ersten Blick deutlich sichtbar einen Migrationshintergrund hat, gestaltet Ndiaye seine BĂŒhnenprogramme: als GeschichtenerzĂ€hler, Kabarettist aber auch Moderator bei Integrationskonferenzen.

Der „schwarze Goethe“, wie der SprachkĂŒnstler oft genannt wird, ist ein gefragter Mann – auch eine Gallionsfigur der Integration. Köstlich, wenn er Szenen nachspielt, bei denen er auf echte SaarlĂ€nder trifft, die definitiv mit dem Hochdeutsch des Afrikaners ĂŒberfordert sind.

Ndiaye gestaltete jetzt den ersten Interreligiösen Dialog, den die Volkshochschule Badische Bergstraße nun regelmĂ€ĂŸig anbietet, vor allem, um den Absolventen der VHS-Integrationskurse auch nach ihrem Abschluss öfter die Möglichkeit zu eröffnen, in Kontakt zu bleiben und die deutsche Sprache zu ĂŒben. Die Veranstaltungsreihe wird von der Stadt und von der BĂŒrgerstiftung unterstĂŒtzt.

VHS-Leiterin Dr. Cristina Ricca betonte eingangs der Auftaktveranstaltung, welche Chance es fĂŒr jede Gesellschaft sei, die Verschiedenheit unterschiedlicher Kulturen aufzunehmen, um daraus Tolerenz und Offenheit zu schöpfen.

Auch OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard, der schon einige Male Abschlusszeugnisse an die Teilnehmer von Integrationskursen verliehen hat, bekannte: „Ich bin immer wieder begeistert von der Freude dieser Menschen, die einen ersten wichtigen Schritt in Richtung einer gelungenen Integration unternommen haben. Begeistert von dem Elan und dem Ehrgeiz, den sie an den Tag legen. Begeistert von ihren Zielen und Visionen, von ihrem Mut und ihrem Vertrauen in die deutsche Gesellschaft.“

Der OB ging aber auch – zum passenden Anlass – auf die aktuellen politischen Ereignisse in Deutschland ein, und bekannte: „Ich bin dann immer sehr beeindruckt und auch gerĂŒhrt – aber gerade im Moment auch beschĂ€mt.“

Morde durch Neonazis an tĂŒrkischen MitbĂŒrgern in ThĂŒringen und Sachsen sowie die VorgĂ€nge in den Verfassungsschutzbehörden seien „ein Skandal, der uns alle aufrĂŒtteln muss“. Bernhard: „Dass es offenbar wieder deutsche Behörden gibt, die auf dem rechten Auge blind sind, macht mich frösteln. Und es macht mich wĂŒtend.“

Alle seien nun aufgerufen, den Menschen, die als Fremde nach Deutschland gekommen sind, „das Vertrauen und die Sicherheit zu geben, die sie bei uns suchen und verdient haben“, forderte Bernhard. Und weiter: „Das Bild, das die letzten Wochen entstanden ist, darf so nicht in den Köpfen bleiben. Wir sollten in der Lage sein, solche Angriffe auf die Grundfeste unserer Gesellschaft und humanistischen Kultur abzuwehren.“

Er sei davon ĂŒberzeugt, dass eine SchlĂŒsselrolle bei dieser ZurĂŒckgewinnung des Vertrauens wie der Integration insgesamt auf der kommunalen Ebene liege. Der OB: „Hier ist die kommunale Verantwortungsgemeinschaft gefragt und verantwortlich.“ Hier vor Ort gebe es die bewĂ€hrten und engagierten TrĂ€ger von Integration wie eben die Volkshochschule und andere.

Veranstaltungen wie jene der VHS seien heute umso wichtiger, um den Blick auf Menschen, ihre Besonderheiten und ihre Talente zu legen. Heiner Bernhard: „Neugier, Respekt und Toleranz sind die Basis fĂŒr Integration.“

Info: Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Interreligiöser Dialog“ unter www.vhs-bb.de. Eine Teilnahme ist jeweils kostenlos.“

Gedenken an die Pogromnacht – „Die Generation der Zeitzeugen gehe zu Ende.“

Gedenken zum 73. Jahrestag der Pogromnacht am Weihnheimer Mahnmal.

Weinheim, 11. November 2011. (red/pm) Weinheim gedachte mit einer Lesung der Pogromnacht am 9. November 1938. Gut 60 Zuhörer hatten sich im Sitzungszimmer im Weinheimer Rathaus eingefunden. In seiner Ansprache sagte OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard: „Antisemitismus ist immer noch eine Gefahr“.

„Eigentlich will Lene nur in Frieden und Freiheit leben – so wie die Eidechsen im sonnenwarmen Gras des Weinheimer Burgberges. Und doch muss sie nun immer deutlicher erkennen, dass sie und ihre jĂŒdische Familie plötzlich unerwĂŒnscht und nahezu ohne alle Rechte sind.“ So steht es in dem Buch „Lene – Damit man mich nicht sieht“, das die Wiener Journalistin Ingrid Brand in den zwei Jahren geschrieben hat, in denen sie in Weinheim wohnte. Die Geschichte, fiktiv aber realistisch, eines jĂŒdischen MĂ€dchens, das in Weinheim und Mannheim den Holocaust ĂŒberlebt hat, stand jetzt im Mittelpunkt der Weinheimer Gedenkstunde an die Pogromnacht des 9. November 1938. [Weiterlesen…]

Im Fokus Westafrika

Guten Tag!

Weinheim, 11. Oktober 2011. (red/pm) „Im Fokus Westafrika“ – eine Veranstaltungsreihe der VHS Badische Bergstraße ĂŒber die Winterzeit – Beginn fĂŒr einen interkulturellen GesprĂ€chskreis.

Information der Stadt Weinheim:

„Integration und interkulturelle VerstĂ€ndigung – das ist seit jeher ein besonderes Anliegen der Volkshochschule Badische Bergstraße mit Sitz in Weinheim. Jetzt widmet die VHS in den nĂ€chsten Wochen eine komplette Veranstaltungsreihe dem Westen Afrikas. Gleichzeitig soll die Afrika-Reihe „Im Fokus Westafrika“, die von Oktober bis Februar geht, der Startschuss fĂŒr einen neuen interkulturellen GesprĂ€chskreis unter dem Dach der Volkshochschule sein. „Der Mensch ist die beste Medizin des Menschen“, so lautet das Motto in Anlehnung an eine alte Weisheit aus Nigeria.

So begibt sich die VHS Badische Bergstraße mit den Besuchern ĂŒber die kalte Jahreszeit hinweg auf eine spannende Entdeckungsreise und wirft einen Blick auf die kulturelle VielfĂ€ltigkeit des afrikanischen Kontinents.

„Der beste afrikanische Autor Deutschlands“, so sagt man ĂŒber André Ekama – er liest am Donnerstag, 13. Oktober um 19.30 Uhr aus seinen Werken. Der Diplom-Mathematiker und Betriebswirt, der in der Region lebt, berichtet an diesem Abend von seinem Leben in Afrika und seinen EindrĂŒcken von Deutschland.

Ein einfaches Mittel der VölkerverstĂ€ndigung ist das Essen. Wer sich fĂŒr afrikanische KĂŒche interessiert, der kann am Samstag, 14. Oktober mit Ruth Matsinhe-Ruf HĂ€hnchen in Mangosoße kochen. Der nĂ€chste Kochabend folgt dann am Samstag, 18. November. Dann wandern Fisch und Garnelen aus Mosambik in den Kochtopf. Die Kochkurse findet in der Albert-Schweitzer-Schule statt.

Ausstellung: "Fazination Wasser". Kinderbilder aus Ghana.

Wasser als faszinierendes Element und notwendiges Gut zeigt die Ausstellung „Faszination Wasser“, die am Sonntag, 16. Oktober, um 16 Uhr im Saal der Volkshochschule eröffnet wird. In Kooperation mit der VHS Badische Bergstraße und dem Verein „Kofi und Amma“ brachten SchĂŒler der Grundschule LĂŒtzelsachsen und der Missionschool Akorlikope Mawuko in Ghana ihre Ideen zu Papier.

Die Ausstellungseröffnung wird musikalisch von einer Trommelgruppe der Pestalozzischule untermalt. Der Verein „Kofi und Amma“ hat in Kooperation mit der Volkshochschule im Mai schon zum fĂŒnften Mal ein solches Malprojekt angeboten. Dieses Mal stand das Thema „Wasser“ in all seinen Formen im Mittelpunkt . Es sind spannende Bilder geworden, die bis etwa 15. Dezember in der Volkshochschule ausgestellt bleiben.

Die nĂ€chste Veranstaltung ist dann am Donnerstag, 27. Oktober. Anne Herion absolvierte in Benin, einem der 15 Ă€rmsten LĂ€nder der Welt, ihr freiwilliges soziales Jahr. Sie gibt ihre EindrĂŒcke ĂŒber Land und Leute um 19.30 Uhr, wieder. Die VHS plant eine Studienreise nach Namibia und als EinfĂŒhrung zeigt der Geograph, Harald Borger, am 28. Oktober um 19.30 Uhr Bilder des Landes und seiner reichen Natur.

Ibrahima Ndiaye.

Dann kommt der Donnerstag, 1. Dezember, der zum Auftakt eines interkulturellen GesprĂ€chkreises werden soll. Ibrahima Ndiaye berichtet um 14 Uhr, ĂŒber seine ersten Erfahrungen in Deutschland. Der studierte Germanist ist in Deutschland eine Gallionsfigur gelungener Integration, unter anderem fungierte er unter seinem KĂŒnstlernamen Ibo als einer von zwei Moderatoren des Integrationskongresses „Bildung“ des saarlĂ€ndischen Ministeriums fĂŒr Bildung, Familie, Frauen und Kultur.

Dem FrĂŒhwerk des senegalesischen Autors und Filmemachers Ousmane Sembene, widmet sich dann der Abend des Freitag, 25. November, 19.30 Uhr. Der 2007 verstorbene Schriftsteller und Autodidakt beeindruckte vor allem durch die unvergesslichen Frauengestalten in seinen Filmwerken.

Den Auftakt im euen Jahr macht der Biotechnologe, Eric Nyamsi. Er gibt am Donnerstag, 12. Januar um 19.30 Uhr einen Einblick in die Waldökologie und die Folgen des Raubbaus und der Regenwaldzerstörung in Kamerun.

Die beiden Weinheimer Ärzte Dr. Elke König und Dr. Werner Schaupp gingen 2010 und erst jetzt wieder nach Ghana, um medizinische Hilfe zu leisten und junge einheimische Ärzte auszubilden. Sie berichten am Donnerstag, 19. Januar, um 19.30 Uhr von ihren Erlebnissen und Erfahrungen.

Wie erfolgreich Schulprojekte in Bukina Faso, dem fĂŒnftĂ€rmsten Land der Welt, sind und was Andrea Kirchmann dabei erlebt hat, berichtet sie am Donnerstag, 26. Januar, um 19.30 Uhr.

Almut Seiler-Dietrich beendet am 7. Februar 2012 um 19.30 Uhr den VHS-Fokus „Westafrika“. Die OberstudienrĂ€tin und Publizistin fĂŒhrt dabei in die Literaturen Schwarzafrikas ein und erlĂ€utert dabei die Rolle der Frau im Senegal.“

Info: Volkshochschule Badische Bergstraße, Luisenstraße 1, 69469 Weinheim. www.vhs-bb.de, Kontakt: 06201 / 9963 0 oder unter der Mailadresse info@vhs-bb.de.

Geprothmannt: Sie wollen Klartext reden? Kein Problem! Wie Thilo Sarrazin das Dumme in manchen Deutschen reaktioniert


Mannheim/Rhein-Neckar, 04. Juli 2011. (red) Die Wirtschaftsjunioren in der Metropolregion wollten unbedingt an Thilo Sarrazin als Redner festhalten. Angeblich, weil es Ihnen um einen „offenen Meinungsaustausch“ geht. Diesen Meinungsaustausch können die verantwortlichen Personen haben – mit einem „Klartext“. Einem offenen Brief an Thomas Steckenborn, Vorstand der Cema AG, an die Wirtschaftsjunioren in der Region Rhein-Neckar und an die Industrie- und Handelskammern.

Von Hardy Prothmann

Sehr geehrter Herr Steckenborn,
sehr geehrte Wirtschaftsjunioren,
sehr geehrte Mitglieder der Industrie- und Handelskammern,

ich schreibe Ihnen diesen offenen Brief, weil ich davon ĂŒberzeugt bin, dass Sie einen großen Fehler gemacht haben, der das Ansehen Ihrer Personen, das Ansehen Ihrer Unternehmen und das Ansehen Deutschlands enorm beschĂ€digt hat.

Analytisch betrachtet, haben Sie sich blenden lassen. Sie vermuten, dass der Autor des Buchs „Deutschland schafft sich ab“, Thilo Sarrazin, einen „latenten Diskussionsbedarf aufgegriffen und thematisiert hat“. Zumindest schreiben Sie das in Ihrer Pressemitteilung.

Sie vermuten das, weil sich das Buch des Herrn Sarrazin bislang 1,3 Millionen Mal verkauft hat. Sie schreiben: „Wenn wir Herrn Dr. Sarrazin und seine Gedanken ignorieren wĂŒrden, dann wĂŒrden wir einem, wie die Verkaufszahlen seines Buches zeigen, großen gesellschaftlichen Thema nicht gerecht“, erklĂ€rt Michael Sittek, Mitglied im GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Ausschuss der Wirtschaftsjunioren Mannheim-Ludwigshafen dazu.“

Denkfehler fĂŒhren zu falschen SchlĂŒssen

Sie erliegen leider einem eklatanten, mehrfachen Denkfehler, weil Sie, wie viele „Wirtschaftsmenschen“ zu eindimensional denken.

Ihr Denkfehler ist einer der Ausbildung. Ethik gehört nicht zu den StandardfĂ€chern der BWL, VWL oder Ingenieurswissenschaften. Und Sie bewegen sich nur zum Teil auf einem Produktmarkt (Buch) – der grĂ¶ĂŸere Teil ist der Meinungsmarkt (Inhalt).

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Wie viele Kinder haben wohl diese Unternehmerdeutschen gezeugt? 1,3 im Durschnitt?

Sie fragen, „wie es um unsere Diskussionskultur und Demokratie steht, wenn Zensur gewĂŒnscht ist“? Auch hier verstehen Sie etwas falsch. Artikel 5 Grundgesetz sagt: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Damit ist staatliche Zensur gemeint und Herr Sarrazin ist von keiner Behörde zensiert worden. Ganz im Gegenteil haben sich von der linken taz bis hin zur konservativen FAZ alle wesentlichen Medien mit seinen Thesen beschĂ€ftigt. Das Ergebnis ist eindeutig vernichtend.

Das Grundgesetz garantiert, dass Menschen ihre Meinung frei Ă€ußern können. Auch hier ist Ihre Auffassungsgabe beschrĂ€nkt. Sie machen daraus die Selbstverpflichtung, rassistische Meinungen zu befördern. Angeblich, um sich einer gesellschaftlich notwendigen Debatte zu stellen. Dabei haben Sie ausnahmsweise gar nicht mal so unrecht: Viele Deutsche haben latent rassistische Einstellungen.

Sie können so viel ĂŒber falsche ZusammenhĂ€nge und falsche Tatsachenbehauptungen diskutieren wie Sie wollen – die Falschheiten werden dadurch nicht richtiger.

Sie rufen zu Kritik und Diskussion auf. Haben Sie die Begriffe in ihrer Bedeutung verstanden. Obwohl Sie angeblich dazu eingeladen, fand dies nicht statt. Herr Sarrazin konnte lang und breit seine kruden Thesen und langweiligen Alltagsanekdoten ausbreiten, ohne sich einer Kritik und Diskussion stellen zu mĂŒssen. DafĂŒr hĂ€tte es eines Podiums bedurft. Einen jungen Mann, der sich kritisch Ă€ußerte, haben Sie durch Ordner aus dem Saal entfernen lassen.

Faszinierender Erfolg?

Sie sind fasziniert vom „Erfolg“ des Buches. Erfolg ist in Ihren Augen Masse, ist Absatz, ist Umsatz.

Doch wie verhĂ€lt sich das im „Buchmarkt“? Gelten hier die gleichen Gesetze wie fĂŒr Katzenfutter?

Warum sollte auch nur einer der rund 400 GĂ€ste im Rosengarten den Vortrag besuchen, in dem Herr Sarrazin die „Kernthesen“ des Buches vorstellte, wenn man das Buch schon gelesen hat? WĂ€re das nicht Zeitverschwendung? Oder erhofft man sich neue „Erkenntnisse“, weil man das Buch irgendwie nicht verstanden hat?

Oder wurde das Buch am Ende nur von wenigen und nicht von vielen gelesen? Herr Sarrazin beschwert sich, dass kaum einer seiner Kritiker das Buch gelesen habe. Wie kommt er auf die Idee, dass die KĂ€ufer dies getan haben?

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Pseudowissenschaftlicher Erfolgsautor: Thilo Sarrazin.

Das Fetisch-Prinzip

Vielleicht erweitert diese Information Ihren Horizont. Sie wissen sicher nicht, dass die BĂŒcher der LiteraturnobelpreistrĂ€ger mit zu den gut bis sehr gut verkauften, aber am wenigsten gelesenen gehören. Man kauft sich diese BĂŒcher, um sie wie einen Fetisch ins Regal zu stellen: „Seht her, was ich fĂŒr Literatur lese.“ Oder man verschenkt sie an Leute, die auch Regale haben. Dieses Schicksal teilen diese Autoren mit den Menschen, die an der Bibel mitgeschrieben haben.

Ganz anders Heinz G. Konsalik. Der Autor (Der Arzt von Leningrad) ist einer der kommerziell erfolgreichsten deutschen Schriftsteller mit einer Gesamtauflage von 80 Millionen BĂŒchern. Niemand ist je auf die Idee gekommen, ihm dafĂŒr den Nobel-Preis zu verleihen oder ihn in literarische Diskussionsrunden einzuladen. Der Gattungsbegriff fĂŒr seine BĂŒcher ist der Roman. Die Untergattung Trivialliteratur.

Auch er hat vor allem in den Nachkriegsjahren ein „großes gesellschaftliches Thema getroffen“: Die Sinnlosigkeit des Krieges.

Joanne K. Rowling hat von ihren „Zauber-BĂŒchern“ (Harry Potter) insgesamt mehr als 400 Millionen Exemplare verkauft. Auch sie trifft ein „großes gesellschaftliches Thema“ – in eine Welt der Fantasie und Zauberer, in den Kampf von Gut gegen Böse abtauchen zu wollen, aus der realen, anstrengenden Welt in eine der Fantasie. Man kann dem Alltag entfliehen.

Es ist ein Jugendbuch, das von vielen Erwachsene gelesen worden ist – das kann man aus der Auflage schließen. Sie wissen schon: Statistik. Wie viele Kinder gibt es im Alter zwischen 10 und 14 Jahren? Bei weitem nicht so viele, um diese Auflagen zu erreichen.

Sie als Wirtschaftsjunioren haben mit solchen BĂŒchern vermutlich nicht viel zu tun. Sie stehen auf „SachbĂŒcher“. Sie haben mit AuftrĂ€gen, mit Kostenrechnung, mit Gesetzeslagen, mit Normen mit all der BĂŒrokratie zu tun, die Ihnen das Leben schwer macht. Auch dazu gibt es viele BĂŒcher.

Und jetzt dieses „Sachbuch“ von Herrn Sarrazin, der sich ebenfalls als Zauberlehring betĂ€tigt: Er mixt Psycholgie, Neurobiologie, Gentechnik, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften zu einem Gifttrank. Er will niemanden aus dem Alltag entfĂŒhren, sondern er will vergiften.

Neue Dolchstoßlegende

Auch Herr Sarrazin bedient SehnsĂŒchte. Auch bei ihm geht es um den Kampf zwischen „Gut und Böse“. Zwischen den Intelligenten und den Dummen, zwischen denen, die aussterben und denen, die sich ungezĂŒgelt vermehren und die Intelligenten bedrohen.

Der Erfolg seines Buches zeigt, dass er ein BedĂŒrfnis befriedigt, das viele Deutsche in sich tragen. Das Ressentiment gegenĂŒber anderen. Eine tief sitzende, latente Fremdenfeindlichkeit. Die Lust an der Diffamierung. Die Neid-Neurose.

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Kann ein Herr Steckenborn seine Probleme, FachkrÀfte zu finden, mit den Sarrazinschen Thesen lösen?

Im Kern schafft er eine neue Dolchstoßlegende. Wenn es den Deutschen „schlecht geht“, muss irgendjemand anderes daran schuld sein.

In Ihrer Pressemitteilung schreiben Sie, Herr Steckenborn, die Veranstaltung sei „korrekt und mutig“. Merken Sie etwas?

So fĂŒhlen Sie sich. Mutig und korrekt. Und wenn Sie „mutig und korrekt“ sind, was sind dann die anderen?

Sie strampeln, sie mĂŒhen sich ab und es geht nicht voran.

Mit all den Instanzen von der Kapitalbeschaffung ĂŒber die politischen Kontakte, die Wissenschaft, diese verkorksten Gesetzte, diese Arbeitsvorschriften, Normen, Kontrollen – es ist zum Wahnsinnig werden.

Und dann lesen Sie ĂŒber einen, der sagt, was angeblich falsch ist und wer angeblich schuld hat. Und egal, was der sagt, der hat recht, denn es lĂ€uft so viel falsch.

Weil die Deutschen nicht daran schuld sein können, muss es eben jemand anderes sein.

Mit dieser Rhetorik hat jeder Populist schon immer genau das Dumme in den Deutschen getroffen.

Kinder oder Leistung?

Und Ihnen geht das Messer im Sack auf, wenn sie daran denken, wie viele Leute es gibt, die „Kinder produzieren“ und dafĂŒr „UnterstĂŒtzung“ erhalten, wĂ€hrend die Leute mangels Zeit oder wegen zu viel Stress oder Karriere nicht in der Lage sind, Kinder zu machen, geschweige denn, sich um sie zu kĂŒmmern.

Und zwar so, wie man sich das vorstellt, mit glĂŒcklicher Miracoli-Familie:“Hm, ist das lecker“, Lachen, Freude, Beisammensein, ErfĂŒllung. Das alles in schmeichelweißes Licht getaucht, die Frau liebevoll, der Mann trainiert, die (1,3) Kinder liebreizend glĂŒcklich, gerne darf es auch etwas Rasen geben, ein Teich, mindestens einen Audi, gerne auch einen X5, wobei der Trend bei Unternehmer-Prolls eindeutig zu AMG-Mercedes-Modellen geht. Ein Golden Retriever passt immer gut ins Bild.

Wenn der Unsinn grassiert, wird es Zeit, „Tacheles“ zu reden. ZurĂŒck zu den „Fakten“. Und die sind hart. Die bildungsfernen TĂŒrken und die Araber produzieren zu viele „KopftuchmĂ€dchen“. Zocken alle die ab, die „Gas geben“, die Deutschland voranbringen wollen.

Deutsches Unternehmertum

Kein Wort ĂŒber Unternehmer, die ins Ausland abhauen, weil sie die BĂŒrokratie in Deutschland nicht mehr ertragen. Kein Wort ĂŒber deutsche, „geachtete“ Unternehmen, die sich lĂ€ngst aus jeder sozialen Verantwortung verabschiedet haben und billiger im Ausland produzieren lassen – zu teils menschenunwĂŒrdigen Bedingungen fĂŒr die dortigen Arbeiter. Ohne jeden Skrupel. Kein Wort ĂŒber beispielsweise den „Saubermann“-Konzern Siemens, der mit arabischen und anderen GeschĂ€ftemachern ein ausdifferenziertes „Schmiergeldsystem“ perfektioniert hat.

DafĂŒr aber viele Statistiken, die „eindeutige Fakten“ versprechen – von einem Mann, der sich anmaßt, multiple Wissenschaften zu verstehen. Und jeder, der ihm beipflichtet, ist mindestens ebenso „schlau“ und hĂ€tte eigentlich auch 1,3 Millionen Mal fĂŒr seine Ansichten verkauft werden können. (Sie erinnern sich – das Nobel-PreistrĂ€ger-Buch-im-Regal-Prinzip.)

Ist die griechische Staatspleite auch auf muslimische, integrationsunfĂ€hige Einwanderer zurĂŒckzufĂŒhren? Gilt das auch fĂŒr Spanien, Portugal, Irland? Oder die USA?

LeimgÀnger

Herr Steckenborn, Sie sind, wie viele andere auch, ein LeimgĂ€nger? Ihr tĂ€glicher Frust braucht ein Ventil. Das ist verstĂ€ndlich. Aber es ist fatal, wenn sich die Leistungselite, oder die, die sich dafĂŒr hĂ€lt, nicht den StĂ€rkeren, sondern den „Abschaum“ als Vergleichsbasis sucht. Wie „mutig und korrekt“ ist das?

Ist Ihnen das eigentlich klar? Ist Ihnen klar, dass Sie sich, wenn Sie Sarrazin folgen, nicht mehr an eigener Leistung, sondern an der Abgrenzung zur „Nicht-Leistung“ orientieren? Ist Ihr Selbstbewusstsein schon derart verformt?

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Diskussionswilliger "Störer" wird entfernt.

„Die Veranstaltung „Klartext der Wirtschaftjunioren der Metropolregion“ will gerade in solch umstrittenen ZusammenhĂ€ngen als Diskussionsplattform und nicht als Forum der Stimmungsmache oder der Agitation verstanden werden“, lassen Sie in der „Pressemitteilung“ schreiben.

Als erfahrener Journalist lese ich das Gegenteil heraus. Ihren Frust. Ihre Verzweiflung. Ganz klar wollen Sie Stimmung machen. Und das kann ich sogar verstehen. Es geht Ihnen schlecht – Sie mĂŒssen „Umsatzziele“ korrigieren, weil Sie keine „Fachleute“ finden.

Glauben Sie ihm Ernst, dass Ihre unternehmerische Notlage durch die kruden Thesen eines Thilo Sarrazin erklÀrt werden könnte? Oder Sie durch die Auseinandersetzung mit dessen Thesen einen Schritt vorankommen?

Die ostasiatische Endlösung

Wenn Sie logisch denken, ist Ihr Gebrauch der Begriffe „Toleranz und Respekt“ reichlich absurd. Herr Sarrazin toleriert keine Muslime und er hat keinen Respekt vor ihnen. Und er unterstellt ihnen, dass sie weder genetisch noch kulturell in der Lage sind, sich in unsere deutsche Gesellschaft zu integrieren.

Indem Sie sich damit gemein machen, teilen Sie diese Haltung und mĂŒssen verstehen, dass Sie unter den Muslimen keine der so dringend benötigten FachkrĂ€fte bekommen werden. Denn das ist die Aussage von Herrn Sarrazin.

Hardy Prothmann: "Ein Fehler ist vor allem dann fatal, wenn er wiederholt wird."

Nur Ostasiaten könnten Ihre Probleme lösen. Die sind, laut Sarrazin, klug und fleißig. Leider so klug, dass sie nach und nach die Macht ĂŒbernehmen werden. Sagt Herr Sarrazin am Beispiel USA. Das nur als Hinweis, wie viel „deutsche Gesellschaft“ es dann noch in einigen Jahrzehnten geben wird.

Wenn die Wirtschaftsjunioren all das glauben, sollten sie den ersten „Lösungsvorschlag“ von Herr Sarrazin sofort befolgen und mit einer intelligenten deutschen Frau zur Zeugung schreiten. Die Zeit drĂ€ngt. Denn, wer heute ein Kind zeugt, kann erst in 25 Jahren fĂŒr rund 15 Jahre die „Höchstleistung ernten“. Denn Herr Sarrazin hat eindeutig erklĂ€rt, dass es danach mit den „Intelligenz“-Leistungen bergab geht. Denn laut Sarrazin verdummt Deutschland auch mit den Alten.

Man sollte nicht schwul werden, was Herr Sarrazin ja auch als Gefahr angebracht hat, sondern es lieber auf die „arabische“ Art tun, also mit möglichst vielen Frauen viele Kinder machen.

Vielleicht habe ich mit meinem offenen Brief einen kleinen Erfolg. Ganz sicher kann ich nicht erwarten, dass Sie oder andere eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben.

Aber vielleicht trÀgt dieser Brief dazu bei, dass Sie diesen Fehler nicht wiederholen. Das wÀre, so meine ganz persönliche Meinung, ein bescheidener Gewinn.

Dokumentation:
Die Pressemitteilung der Wirtschaftsjunioren als PDF.

„Der interreligiöse Dialog beginnt“


Weinheim, 10. Juni 2011. (red/pm) Neuer Arbeitskreis besuchte die Weinheimer Moschee. Auf Einladung des frĂŒheren Mannheimer AuslĂ€nderbeauftragten Helmut Schmitt und Ute Schleh vom Weinheimer Amt fĂŒr Jugend und Soziales gab es jetzt das erste Treffen des „Interreligiösen Dialogs“. Weinheimer Mevlana-Moschee bildet Dialog-Beauftragten aus.

Information der Stadt Weinheim:

Besuch in der Weinheimer Mevlana-Moschee.

 

„Es gab Tee und GebĂ€ck, aber auch gleich sehr intensive GesprĂ€che. So wie man sich einen Arbeitskreis eben vorstellt, der sich Dialog nennt. Auf Einladung des frĂŒheren Mannheimer AuslĂ€nderbeauftragten Helmut Schmitt und Ute Schleh vom Weinheimer Amt fĂŒr Jugend und Soziales gab es jetzt das erste Treffen des „Interreligiösen Dialogs“. Darin treffen sich Weinheimerinnen und Weinheimer, die sich im letzten Herbst bei der BĂŒrgerversammlung zur Beilegung des Minarett-Konflktes bereiterklĂ€rt haben, den Dialog zwischen dem Moscheeverein und den Anwohnern der Moschee in der Nordstadt verbessern zu helfen, sowie die Mitglieder der im letzten Sommer eingesetzten so genannten „Minarett-Kommission“. Auch Alexandra Raquet, die kommunale Beauftragte fĂŒr Chancengleichheit, gehört zu den GrĂŒnderinnen des Arbeitskreises.

Jene Kommission, zu denen auch Vertreter der Moschee-Gemeinde gehörten, wĂŒnschte sich in einer Resolution einen solchen „Interreligiösen Dialog“ als Nachfolge. Das erste Treffen stand unter dem Motto „Kennenlernen“. Dabei geht es um das gegenseitige Kennenlernen, aber auch die BeschĂ€ftigung mit der islamischen Religion, die in der Nordstadt gewissermaßen vor der HaustĂŒr der Nachbarn ausgeĂŒbt wird. Deshalb boten die Gastgeber dem „Dialog“ eine besondere FĂŒhrung durch die Mevlana Moschee, nachdem Mehmet Mert und Mustafa Özkan die GĂ€ste begrĂŒĂŸt hatten.

Ute Schleh, die im Amt fĂŒr Jugend und Soziales das Thema Integration betreut, betonte, dass sie bei verschiedenen Projekten und Kooperationen der letzten Zeit eine Integrationsbereitschaft des Moscheevereins gespĂŒrt habe. Unter anderem begleitet sie ein „Moscheeprojekt“ mit der Weinheimer Polizei, Integration Central und dem Stadtjugendring.

In Schautafeln im Eingangsbereich der Moschee sind Projekte und Veranstaltungen der letzten Jahre dargestellt. Der Integrationsprozess sei in Weinheim auf einem guten Wege. „Dass hier so viel passiert, muss aber von der Moschee noch deutlicher nach außen getragen werden, es ist zu wenig bekannt“, erklĂ€rte sie.
Womit sie Zustimmung bei Fatih Sahan und seiner Frau Derya Sahan fand. Fatih Sahan ist Diplom-Theologe und Dialogbeauftragter des islamischen Glaubensverbandes DITIB in Baden, seine Frau Derya ist Islamwissenschaftlerin und hat sich landesweit einen Ruf als Integrationsexpertin erworben. Sie leitete die FĂŒhrung durch die Weinheimer Moschee, erklĂ€rte die religiösen BrĂ€uche und zeigte auch Parallelen zu anderen Religionen auf. Sie berichtete auch von Entwicklungen im DITIB-Landesverband, bei denen immer mehr Dialogbeauftragte an den Moscheen vor Ort ausgebildet werden, um die Einbettung des islamischen Gotteshauses in das Umfeld zu fördern. Auch fĂŒr die Weinheimer Mevlana-Moschee und die Nordstadt soll es in Zukunft einen solchen Beauftragten geben.

Helmut Schmitt und Ute Schleh werteten das erste Treffen des „Interreligiösen Dialogs“ als einen gelungenen Auftakt und einen weiteren Baustein der Integrationsarbeit in Weinheim. Schmitt betonte auch, dass der Arbeitskreis fĂŒr weitere Mitglieder, die sich in den Dialog einbringen wollen, offen steht. Geplant sind monatliche Termine.

Das nĂ€chste Treffen findet am Donnerstag, 30. Juni, 17 Uhr, wieder in der Moschee statt. Wer Interesse hat, kann sich beim Amt fĂŒr Jugend und Soziales mit Ute Schleh, Telefon 06201-82 376, Mail u.schleh@weinheim.de, in Verbindung setzen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das weinheimblog

Nix hören, nix sehen, nix sagen – Die SPD vor Ort macht die drei Affen


Guten Tag

Heddesheim/Hirschberg/Ladenburg/Weinheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 03. Mai 2011. Wir haben verschiedene SPD-OrtsverbĂ€nde, den Kreisverband und den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck um Stellungnahmen zur Debatte um den Parteiausschluss von Thilo Sarrazin gebeten. Die Antworten sind ernĂŒchternd. Niemand hat geantwortet. Auch das ist eine Antwort. NĂ€mlich die einer angeblichen Volkspartei, fĂŒr die innerparteiliche Demokratie, Meinungsfreiheit, Integration und sozialdemokratisches Gedankengut offenbar keinerlei WertgefĂŒhl mehr hat. Oder zumindest keins, das man öffentlich Ă€ußern kann, möchte, sollte.

Von Hardy Prothmann

Hardy Prothmann ist fassungslos. Was ist aus der SPD geworden?

WĂ€hrend ĂŒberall in Deutschland Thilo Sarrazin „Thema“ ist, scheint das nicht fĂŒr unseren Raum zu gelten. Der Spiegel nannte ihn wegen seiner umstrittenen Thesen zur „Integrationsdebatte“ einen „Spalter der Nation“. Die Wogen schlugen sehr hoch, es wurde ein Parteiausschlussverfahren gegen Sarrazin beantragt und beerdigt. Thilo Sarrazin bleibt in der Partei.

Doch was denkt die Basis? Was denken die „einfachen Parteimitglieder“? Die, die die Arbeit vor Ort machen? FĂŒr ihre Partei werben, Plakate aufhĂ€ngen, Veranstaltungen organisieren, die Partei „zum Kennenlernen und Anfassen“ sind?

ErschĂŒtternde Haltungsfragen.

Welche Haltung haben SPD-Ortsverveine, der Kreisverband Rhein-Neckar, der Landtagsabgeordnete Gerhard Kleinböck zum Thema Integration und zu den sozialdarwinistischen Thesen eines Top-Beamten, der TĂŒrken und anderen AuslĂ€ndern per „Genpool“ Intelligenz und die FĂ€higkeit zur Integration abspricht?

Die Antwort ist erschĂŒttend. Sie haben genau keine Meinung.

Vielleicht haben Sie eine. Aber sie Ă€ußern sie nicht.

Unsere Umfrage stellt legitime Fragen. Einfache Fragen. Naheliegende Fragen. Doch keiner der SPD-Ortsvereine antwortet. Auch nicht der Kreisverband. Auch nicht der Abgeordnete Gerhard Kleinböck.

In Artikel 21 Absatz 1 des Grundgesetzes steht:

„Die Parteien wirken an der Bildung des politischen Willens des Volkes mit. Ihre GrĂŒndung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen GrundsĂ€tzen entsprechen. Sie mĂŒssen ĂŒber die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie ĂŒber ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.“

Hier steht nicht: „Der Bundesverband entscheidet, was die Mitglieder zu denken haben.“ Wenn dem so wĂ€re, mĂŒsste die SPD sofort als verfassungsfeindlich verboten werden.

Paragraf 2 Absatz 1 des deutschen Parteiengesetzes definiert Parteien:

„Parteien sind Vereinigungen von BĂŒrgern, die dauernd oder fĂŒr lĂ€ngere Zeit fĂŒr den Bereich des Bundes oder eines Landes auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen und an der Vertretung des Volkes im Deutschen Bundestag oder einem Landtag mitwirken wollen, wenn sie nach dem Gesamtbild der tatsĂ€chlichen VerhĂ€ltnisse, insbesondere nach Umfang und Festigkeit ihrer Organisation, nach der Zahl ihrer Mitglieder und nach ihrem Hervortreten in der Öffentlichkeit eine ausreichende GewĂ€hr fĂŒr die Ernsthaftigkeit dieser Zielsetzung bieten. Mitglieder einer Partei können nur natĂŒrliche Personen sein.“

Also Vertretung des Volkes, politische Willensbildung, Einfluss nehmen, Ernsthaftigkeit der Zielsetzung. Kann es wirklich sein, dass mehrere OrtsverbĂ€nde, ein ĂŒbergeordneter Verband und ein Landtagsabgeordneter beschließen, auf eine journalistische Anfrage zu einem Top-Thema, das die ganze Republik bewegt, genau nichts sagen?

Lokale SPD: Genau nichts. Genau keine Meinung.

Es kann nicht nur sein. Es ist so. Wir haben ĂŒber unsere Leserinnen und Leser „gute Kontakte“ in die Partei und wissen, dass sich die angesprochenen Personen ausgetauscht und beschlossen haben, unsere Fragen einfach zu ignorieren.

Keine der angesprochenen Personen innerhalb der SPD ist verpflichtet, eine Antwort zu geben. Aber kann sich die „Volkspartei“ das wirklich leisten? Ist es vorstellbar, dass ein so wichtiges Thema wie das der Integration und Fragen dazu, einfach ignoriert wird?

Glauben die verantwortlichen Personen tatsĂ€chlich, dass niemand „mitkriegt“, dass sie gefragt werden und genau zu keiner Äußerung bereit sind?

Ist diesen verantwortlichen Personen bewusst, dass die SPD rasant Mitglieder verliert? Kennen sie die „Berliner ErklĂ€rung zur Beendigung des Parteiordnungsverfahrens gegen Dr. Thilo Sarrazin“:

Viele Menschen in Berlin, in der gesamten Bundesrepublik und auch im Ausland haben kein VerstĂ€ndnis fĂŒr das Ergebnis und den Verfahrensablauf des Parteiordnungsverfahrens gegen Genossen Dr. Thilo Sarrazin. Nicht nachvollziehbar erscheint vor allem der Zickzackkurs der Partei.

Kann es sein, dass man vor Ort versucht, das Thema „auszusitzen“. Nix hören, nix sehen, nix sagen? Ist das die Haltung der heutigen SPD-Mitglieder, die wie keine sonst KĂ€mpfer fĂŒr soziale Gerechtigkeit in ihren Reihen weiß?

Die Schlagzeilen auf Bundesebene zeigen, wie dringend das Thema ist – vor Ort soll es keine Rolle spielen.

Frei nach dem Motto (Focus):
Kein Interesse an weiterer Debatte ĂŒber Thilo Sarrazin

Der stern schreibt:
Sarrazin macht der SPD Beine

Und die taz titelt:
Gabriel will Zickzack-Kurs korrigieren

Zweifel an der inneren demokratischen Verfassung der Partei.

Das Verhalten der angefragten SPD-Ortsvereine – wie soll man es bewerten? Das entscheidet jeder selbst.

FĂŒr mich steht fest, dass ich komplett enttĂ€uscht bin.

Ich denke an Dinge wie Vertretung des Volkes, politische Willensbildung, Einfluss nehmen, Ernsthaftigkeit der Zielsetzung. Genau keine Antwort zu geben stellt dies alles in Frage.

Zur Erinnerung.

Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung heißt es:

“Baden-WĂŒrttemberg ist das FlĂ€chenland mit dem höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Viele leben und arbeiten seit Jahrzehnten und in nunmehr vierter Generation in unserem Land. Ihr wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Beitrag zum Wohlstand verdient unsere Achtung und Anerkennung. Diese Vielfalt ist unsere StĂ€rke und unser Potenzial fĂŒr die Zukunft.-€

Weder Achtung, noch Anerkennung, noch Vielfalt, StÀrke und Potenzial sind zu erkennen, wenn die politischen Vertreter der SPD sich darauf einigen, lieber nix zu hören, nix zu sehen und nix zu sagen.

Dokumentation: Die Antworten der SPD-Ortsvereine auf ihre Haltung zur Causa „Sarrazin“


Guten Tag

Heddesheim/Hirschberg/Ladenburg/Weinheim/Viernheim/Rhein-Neckar, 03. Mai 2011. Wir dokumentieren die Reaktionen auf unsere Umfrage vom Abend des 28. April 2011 an die SPD-Ortsvereine in Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim und Weinheim. Auch an den Kreisverband SPD Rhein-Neckar sowie an den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck haben wir unsere Fragen verschickt und bis zum Abend des 02. Mai 2011 um Antwort gebeten.

Folgende Fragen hatten wir gestellt:

  • Sind Sie mit der Entscheidung einverstanden, dass Herr Sarrazin nicht aus der SPD ausgeschlossen worden ist? Bitte mit BegrĂŒndung.
  • Wie geht Ihrer Meinung nach die Basis der Parteimitglieder mit dieser Entscheidung um?
  • Sind Ihnen schon Austritte bekannt?
  • Welches Bedeutung hat das Thema Integration fĂŒr Sie persönlich?
  • Welches Bedeutung hat das Thema Integration fĂŒr Ihren Ortsverband?
  • WĂŒrden Sie bitte Ihre wichtigsten politischen AktivitĂ€ten in Sachen Integration aus den vergangenen zwei Jahren benennen? (Möglichst mit Link)

Folgende Antwort haben wir erhalten:

„Keine Antwort“ bedeutet, es gab ĂŒberhaupt keine Antwort. Weder einen Verweis auf kĂŒnftige Beratungen, noch ein Grund, warum die Anfrage abgelehnt worden ist.

Stimmt nicht ganz. Einen Ortsvereinsvorsitzenden haben wir zufÀllig am Montag getroffen und nach dem Stand der Dinge gefragt.

Als Auskunft erhielten wir: „Ich habe eine Meinung dazu. Wir werden aber nicht antworten, weil sich der Vorstand noch nicht mit dem Thema befasst hat.“ Wir haben entgegnet: „Dann schreiben Sie uns das doch als Antwort – das ist fĂŒr die Leser noch eher nachvollziehbar als gar keine Antwort.“ Als Antwort erhielten wir: „Ja, mal schauen.“

Eine schönen Tag wĂŒnscht
Die Redaktion

Sarrazin-„Einigung“ oder das Schweigen der LĂ€mmer an der Basis?


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 28. April 2011 (red). Vor einer Woche hat die SPD beschlossen, das umstrittende Mitglied Thilo Sarrazin doch nicht aus der Partei auszuschließen. Viele SPD-Mitglieder empören sich darĂŒber, weil die sozialdarwinistischen Thesen Sarrazins eigentlich dem Menschenbild der SPD widersprechen und die Debatte die SPD beschĂ€digt hat. Doch Thilo Sarrazin darf nun bleiben. Weil man die WĂ€hler an den rechten Stammtischen nicht verlieren will?

Von Hardy Prothmann

Die SPD hat eine lÀngste demokratische Geschichte der deutschen Parteien. Sie war einst stÀrkste Partei. Doch das ist lange vorbei.

In Rheinland-Pfalz bleibt sie und Baden-WĂŒrttemberg kommt sie an die Regierung – aber mit (deutlichen) Verlusten an WĂ€hlerstimmen.

Die Kommentare sind vernichtend. „Falscher Friede mit Sarrazin“ titelt zeit.de. Das Politikforum „Carta“ schreibt: „Die SPD schafft sich ab„. „BeschĂ€mende Feigheit“ schreibt die SĂŒddeutsche Zeitung. Ein Sozialdemokrat tĂŒrkischer Herkunft schreibt bei zeit.de: „Wie soll ich fĂŒr die SPD werben?

Empörung allerorten? Wirklich? Wie sieht es hier vor Ort aus? Wie gehen Orts- und Kreisverband mit dem Thema um? Quelle: zeit.de

Angeblich ist die SPD eine Partei der Basis – doch diese wird selten gefragt. Und die Basis Ă€ußert sich auch selten auf Basis-Ebene, sondern meist ĂŒber die „große Politik“, wenn ĂŒberhaupt.

Wie geht die SPD vor Ort mit Sarrazin um? Gar nicht?

Was bedeutet das Debakel fĂŒr die SPD? Geht es nur um den rechten Störer Sarrazin oder um die Karriere der SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles?

Geht es nicht um mehr? Um die GlaubwĂŒrdigkeit der Partei vor Ort, an der Basis? Und was tut sich da?

Nach unseren Recherchen wenig bis nichts, was die Öffentlichkeit erreicht. Auf den Homepages der SPD-Ortsvereine in den von unseren Ortsblogs betreuten Kommunen Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim und Weinheim spielen Sarrazin und das Thema Integration keine Rolle.

Keine Treffer bei den AntrÀgen und sonst auch eher Àltere Veröffentlichungen zum Thema Integration.

Die Suche nach Sarrazin hat fast keine Treffer ergeben. Das Stichwort Integration fĂŒhrte in Heddesheim zu zwei Treffern aus den Jahren 2005 und 2006, in Hirschberg zu keinem, ebenso in Viernheim, in Ladenburg zu einem, in Weinheim zu zwei Treffern aus den Jahren 2010 und 2011 – allerdings einer auf den Vorstand (2011) und einer auf die Teilnahme von Frau Stella Kirgiane- Efremidis am „AK Migration und Integration des Bundesvorstandes der SPD“ im August 2010 – Weinheim hat eine der grĂ¶ĂŸten spanischen Gemeinden in Deutschland.

Auf der Homepage der SPD Rhein-Neckar gibt es drei Treffer zu „Sarrazin“, darunter die ErklĂ€rung von Frau Nahles. Zu „Integration“ insgesamt 16 Treffer, die meisten sind aber aus den Jahren 2005-2007.

Was hat das zu bedeuten? Hat man vor Ort keine Meinung? Spielen die Sarrazin-Debatte und das Thema Integration hier keine Rolle? Heißt das Fehlen von öffentlichen Stellungnahmen, dass man Sarrazin und seine These gut heißt? Und ebenso die Entscheidung des Vorstands?

GrĂ¶ĂŸter Migrationshintergrund = keine Debatte?

Im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung heißt es:

„Baden-WĂŒrttemberg ist das FlĂ€chenland mit dem höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Viele leben und arbeiten seit Jahrzehnten und in nunmehr vierter Generation in unserem Land. Ihr wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Beitrag zum Wohlstand verdient unsere Achtung und Anerkennung. Diese Vielfalt ist unsere StĂ€rke und unser Potenzial fĂŒr die Zukunft.“

Doch die Wahrheit ist nach wie vor eine andere – Migrantenkinder sind nachweisbar nach wie vor „Bildungsverlierer“. Nicht deswegen, weil es ihnen an „genetischen“ Voraussetzungen fehlt, wie der rechtslastige Thilo Sarrazin schwadronierte, sondern weil die Chancen fehlen.

Baden-WĂŒttemberg und seine Kommunen mĂŒssten als Land mit dem „höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund“ eigentlich Vorbild bei der Integration sein. Oder gibt es das Integrationsthema in BW nicht? Ist lles gut hier? Sind die Sarrazin-Thesen ohne Bedeutung?

Keine wahrnehmbaren Stellungnahmen.

WĂ€hrend ĂŒberall in Deutschland Thilo Sarrazin mit seinen kruden Thesen diskutiert wurde und die Menschen Sarrazin durch den unglaublich „erfolgreichen“ Kauf seines dummdreisten Buches zum MillionĂ€r gemacht haben, gibt es also genau keine Stellungnahmen von örtlichen Parteimitgliedern, FunktionĂ€ren und Amtsinhabern?

Kann das sein? Es ist so. Auch auf der Seite der SPD Rhein-Neckar oder der Seite des Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck finden die Themen „Integration“ und „Sarrazin“ im Vergleich zu anderen Themen nicht statt. Stimmt nicht ganz: Bei Herrn Kleinböck gab „Integration“ einen Treffer, allerdings im Kontext „Sport“.

Wir haben deshalb eine email an die Vorsitzenden der SPD-Ortsvereine in Heddesheim, Hirschberg, Ladenburg, Viernheim und Weinheim geschickt. Auch an den Kreisverband SPD Rhein-Neckar sowie an den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck und um die Beantwortung folgender Fragen gebeten.

Offene Fragen.

  • Sind Sie mit der Entscheidung einverstanden, dass Herr Sarrazin nicht aus der SPD ausgeschlossen worden ist? Bitte mit BegrĂŒndung
  • Wie geht Ihrer Meinung nach die Basis der Parteimitglieder mit dieser Entscheidung um?
  • Sind Ihnen schon Austritte bekannt?
  • Welches Bedeutung hat das Thema Integration fĂŒr Sie persönlich?
  • Welches Bedeutung hat das Thema Integration fĂŒr Ihren Ortsverband?
  • WĂŒrden Sie bitte Ihre wichtigsten politischen AktivitĂ€ten in Sachen Integration aus den vergangenen zwei Jahren benennen? (Möglichst mit Link)

Wir haben um Beantwortung der Fragen bis zum Abend des 02. Mai 2011 gebeten. Am 03. Mai 2011 dokumentieren wir die Antworten dann im Wortlaut.

Minarettkommission zieht positives Fazit – langfristiges Integrationsprojekt angestrebt


Guten Tag!

Weinheim, 20. Dezember 2010.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Diskussion um die Treppe im Minarett der Weinheimer Moschee hat im Ergebnis auch einen positiven Effekt: Das Thema Integration ist seither in der Stadt mehr in den Fokus gerĂŒckt, ein Bedarf ist erkannt und nun kann offensiv an neuen Projekten gearbeitet werden. So lautet das Fazit der Minarettkommission, die im Sommer die nachtrĂ€gliche Genehmigung der Treppe mit GesprĂ€chen begleitet hat.

Im November hat die Minarettkommission in einer öffentlichen Info-Veranstaltung ĂŒber ihre Arbeit berichtet. Die Kommission, die vom frĂŒheren Mannheimer AuslĂ€nderbeauftragten Helmut Schmitt mit UnterstĂŒtzung der Freudenberg-Stiftung geleitet wurde, bestand aus Vertretern der Verwaltung, den Gemeinderatsfraktionen und sachkundigen BĂŒrgern, sowie Vertretern des Moscheevereins.

Bei einer abschließenden Sitzung in den RĂ€umen der Freudenberg-Stiftung bekrĂ€ftigten jetzt alle Mitglieder der Kommission, dass das Gremium auch nach der Lösung des konkreten Konfliktes um das „Minarett“ weiterhin den Integrationsprozess in der Stadt begleiten wird – dann natĂŒrlich unter einem anderen Namen. In einem gemeinsamen Fazit bewerteten die Kommissionsmitglieder ihre Arbeit und die Ergebnisse als erfolgreich und als Grundlage fĂŒr ein weiteres Engagement.

Parallel dazu soll sich ein christlich-islamischer GesprĂ€chskreis grĂŒnden. Helmut Schmitt sagte zu, dass er in den ersten beiden Monaten des Jahres 2011 die Arbeit einer Integrations-Kommission, des GesprĂ€chskreises und anderer in Weinheim im Bereich der Integration bereits tĂ€tigen Gruppen und Gremien stĂ€rker vernetzen will.

Der gelernte Sozial-PĂ€dagoge und Integrations-Experte kĂŒndigte an, im Laufe des nĂ€chsten Vierteljahres mit mehreren Partnern ein umfassendes und langfristig angelegtes Integrationsprojekt fĂŒr Weinheim in Gang zu setzen.

Mit OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard und der Freudenberg-Stiftung seien darĂŒber schon GesprĂ€che gefĂŒhrt und erste Rahmenbedingungen definiert worden. „Ich bin auf offene Ohren und großes Interesse gestoßen“, erklĂ€rte er.

Das gemeinsame Ziel sei die zunehmende Akzeptanz der tĂŒrkisch-islamischen Bevölkerung in der Stadtgesellschaft. Die Freudenberg-Stiftung und die Stadt, so Schmitts EinschĂ€tzung, haben in der Vergangenheit in Weinheim bereits Strukturen aufgebaut, die eine tragfĂ€hige Basis fĂŒr den weiteren Verlauf des Integrationsprozesses bilden.

Stiftung und Stadt unterstĂŒtzen das Projekt finanziell und personell. OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard und die Mitglieder der Kommission bestĂ€rkten Schmitt in seinen PlĂ€nen und sagten engagierte UnterstĂŒtzung zu. In einem nĂ€chsten Schritt will Helmut Schmitt weitere Stiftungen, die zustĂ€ndige Bundesbehörde und das Land als Projektpartner und – förderer gewinnen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das weinheimblog