Donnerstag, 21. September 2017

Die Stadt Weinheim ist in der Pflicht, sich ordentlich gegen Rechtsradikale aufzustellen

Es reicht

Weinheim/Rhein-Neckar, 20. November 2014. (red/pro) Wie lange soll das Chaos-Theater noch aufgefĂŒhrt werden? Gibt es ein Bewusstsein fĂŒr die Peinlichkeiten, die sich OberbĂŒrgermeister und Gemeinderat in Sachen NPD/Rechtsradikale leisten? Ist die Schmerzgrenze erreicht oder kann man sich auf weitere Überraschungen gefasst machen? [Weiterlesen…]

Gemeinderat lehnt Verbot parteipolitischer Veranstaltungen in der Stadthalle und dem Rolf-Engelbrecht-Haus entschieden ab

„Keine EinschrĂ€nkung der eigenen Politik durch eine unbedeutende Partei“

Weinheim, 20. November 2014. (red/ms) In der gestrigen Gemeinderatsitzung wurde ĂŒber ein mögliches Verbot parteipolitischer Veranstaltungen in der Stadthalle Weinheims abgestimmt. Hintergrund war der Bundesparteitag der NPD, welcher dort am 01. und 02. November abgehalten wurde. Das Ergebnis war eindeutig: Lediglich OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) stimmte fĂŒr den Antrag, alle StadtrĂ€te lehnten ihn entschieden ab. Der Konsens: Man wolle sich nicht durch eine so kleine und unbedeutende Partei einschrĂ€nken lassen.  [Weiterlesen…]

Initiativen gegen Rechts muss ein regionales BĂŒndnis werden

NPD-Bundesparteitag – die Weinheimer Niederlage muss Folgen haben

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Am Samstag und Sonntag demonstrierten jeweils höchstens 400 Demonstranten gegen den Parteitag der NPD in der Weinheimer Stadthalle – von einem breiten BĂŒndnis fĂŒr ein buntes Weinheim war nichts zu sehen.

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 03. November 2014. (red/pro) Aktualisiert. Der zivile Widerstand gegen den Bundesparteitag der rechtsextremen NPD in Weinheim war eine Katastrophe. Wer was anderes behauptet, lĂŒgt sich und anderen in die Tasche. Das Problem liegt in der Struktur – denn die gibt es nicht. WĂ€hrend eine Partei mit gerade mal etwas ĂŒber 5.000 Mitgliedern bundesweit wieder einmal lokal fĂŒr Aufregung sorgt, schafft es eine Stadt mit 44.000 Einwohnern und eine Region mit einer Million Einwohnern nicht, sich entschieden und eindeutig gegen den brauen Mob zu stellen. Das ist eine politische BankrotterklĂ€rung. [Weiterlesen…]

Debattenbeitrag: Statt Lippenbekenntnissen braucht es tatsÀchlich engagierte Arbeit - auch zwischen Bundesparteitagen der NPD in Weinheim

Wer ist das BĂŒndnis fĂŒr ein buntes Weinheim?

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Jan Jaeschke ist Weinheimer. Und ein Nazi. Ein sehr aktiver. Er hat zum zweiten Mal hintereinander den NPD-Bundesparteitag nach Weinheim geholt. Jetzt sogar in die Stadthalle. Der 24-jĂ€hrige Rechtsextreme treibt die Stadtgesellschaft vor sich her. Die will „bunt und nicht braun“ sein. Doch mehr als Reaktion statt Aktion ist bislang nicht erkennbar.

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 31. Oktober 2014. (red/pro) Vergangenes Jahr saß der Schreck tief – Bundesparteitag der NPD im beschaulichen Sulzbach. Mit einem Mal war Weinheim bundesweit in den Medien – als Veranstaltungsort der rechtsextremen Partei. Weinheim war schon frĂŒher bundesweit in den Medien – wegen dem Altnazi GĂŒnter Deckert. Ehemaliger Lehrer und bis heute aktiver Volksverhetzer. In Weinheim lebt der Kreisvorsitzende Rhein-Neckar, Jan Jaeschke, ebenfalls Mitglied des Landesvorstands. Nach dem Parteitag grĂŒndete sich ein „BĂŒndnis fĂŒr ein buntes Weinheim“ – doch außer Lippenbekenntnissen scheint man nichts „geschafft“ zu haben. [Weiterlesen…]

Staatsgerichtshof hebt Entscheidung des VGH Mannheim auf - Rechtsradikale dĂŒrfen am Wochenende in die Stadthalle

NPD-Bundesparteitag findet in Weinheim statt

Weinheim/Rhein-Neckar, 31. Oktober 2014. Der Staatsgerichtshof Stuttgart hat in einer Eilentscheidung die Stadtverwaltung Weinheim gestern verpflichtet, der NPD die Stadthalle fĂŒr eine zweitĂ€tige Veranstaltung zu ĂŒberlassen. Die Stadt hat der NPD als Termin den 1. und 2. November genannt. Die Veranstaltung beginnt morgen voraussichtlich um 10 Uhr – ob es eine Gegendemonstration gibt und wie groß diese sein wird, ist noch offen. Über’s Internet organisieren Mitglieder vom „BĂŒndnis fĂŒr ein buntes Weinheim“ und der Jugendgemeinderat eine Kundgebung. [Weiterlesen…]

Jan Jaeschke als "Gast" beim Neujahrsempfang

NPD besucht die GrĂŒnen

Der rechte NPD-FunktionÀr Jan Jaeschke (Weinheim) bei einer Kundgebung Anfang Mai 2012 am Neckarauer Marktplatz (Mannheim).

 

Weinheim, 10. Februar 2014. (red) Die NPD bei den GrĂŒnen – nicht vorstellbar? Ist aber so. Der NPD-Kreisvorsitzende Jan Jaeschke hat den Neujahrsempfang der GrĂŒnen besucht und mischte sich unter die GĂ€ste. Angeblich sollen ihm auch mehrere grĂŒn-alternative FunktionstrĂ€ger die Hand geschĂŒttelt haben, weil sie nicht wussten, wen sie vor sich hatten. [Weiterlesen…]

Kommunalwahl 2014

NPD plant Listen fĂŒr mehrere StĂ€dte

Rhein-Neckar, 29. Januar 2014. (red) Die NPD Rhein-Neckar will nach unseren Informationen in mehreren StĂ€dten mit Kandidaten zur Kommunalwahl 2014 antreten. Die rechtsextreme Partei, gegen die im Dezember 2013 ein Verbotsverfahren durch den Bundesrat beim Bundesverfassungsgericht eingereicht worden ist, hat unter der Leitung des Weinheimer Kreisvorsitzenden Jan Jaeschke in den vergangenen drei Jahren einige AktivitĂ€t durch Demonstrationen gezeigt und will die Gunst der Stunde nutzen: Die steigende Zahl von Asylbewerbern könnte ihre Chancen verbessern. [Weiterlesen…]

"BĂŒrgernĂ€he schamlos ausgenutzt"

OB Bernhard distanziert sich von Foto

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OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD). Fotot: Stadt Weinheim

Weinheim, 20. Dezember 2013. (red/pm) OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) handelt zĂŒgig und distanziert sich unmissverstĂ€ndlich mit einer persönlichen Stellungnahme von einem Foto, das ihn zusammen mit dem NPD-Kreisvorsitzenden und Weinheimer BĂŒrger Jan Jaeschke zeigt. Wir dokumentieren die Stellungnahme. [Weiterlesen…]

OB Bernhard als NPD-Kumpel?

Braunes „Weihnachtsgeschenk“ als billige Propaganda

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Links der NPD-Kreisvorsitzende Jan Jaeschke, rechts der OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD). Das Foto wurde auf der Facebook-Seite des Rechtsradikalen veröffentlicht.

 

Weinheim, 19. Dezember 2013. (red) Der rechtsradikale NPD-Kreisvorstand Jan Jaeschke hat dem OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) gestern ein braunes Weihnachtsgeschenk gemacht. Es basiert auf TĂ€uschung und soll Denunziation erzeugen. Heiner Bernhard umarmt den Rechten kumpelhaft und lacht zusammen mit ihm in die Kamera. [Weiterlesen…]

Platzwunden und KnochenbrĂŒche

NPD-Kreisvorsitzender wurde zusammengeschlagen

Weinheim/Mannheim/Rhein-Neckar, 17. Dezember 2013. (red) Der NPD-Kreisvorsitzende Jan Jaeschke ist in der Weinheimer Nordstadt am 24. Oktober 2013 gegen 20 Uhr zusammengeschlagen worden, wie uns die Staatsanwaltschaft Mannheim auf Nachfrage bestĂ€tigt hat. [Weiterlesen…]

Standort beim Krankenhaus

Ab 2014 leben 200 Asylbewerber in Weinheim

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Begegnung zwischen Bevölkerung und Asylsuchenden beim Asylcafé in Ladenburg.

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 29. November 2013. (red) Weinheim wird im kommenden Jahr rund 200 Asylbewerber aufnehmen. Geplant ist nach unseren Informationen die Unterbringung im Umfeld des Krankenhauses. Am kommenden Dienstag informieren Landrat Stefan Dallinger (CDU) und OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) ĂŒber die PlĂ€ne. [Weiterlesen…]

Fast ĂŒberall höhere Stimmanteile fĂŒr die rechtsradikale Partei in Gemeinden mit Asylbewerbern

NPD punktet mit Fremdenfeindlichkeit

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Rhein-Neckar, 02. Oktober 2013. (red/ld) Sie schĂŒrten Angst vor einer Asylbewerberschwemme und gingen damit auf Stimmenfang – mit Erfolg. In Sinsheim, wo die meisten Asylbewerber im Rhein-Neckar-Kreis zentral untergebracht sind, konnte die rechtsextreme Partei ihr Ergebnis im Vergleich zu 2009 deutlich steigern. Der Stimmenanteil lag hier sogar doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. [Weiterlesen…]

Bundestagswahl 2013

CDU auch in Weinheim stÀrkste Partei

Weinheim, 23. September 2013. (red/sw) 75,9 Prozent der Weinheimer nahmen am Sonntag ihr Wahlrecht wahr und gingen zur Urne. Die Weinheimer sind fleißige WĂ€hler, bundesweit lag die Wahlbeteiligung bei 71,5 Prozent. In 50 Wahlbezirken verteilt auf 23 GebĂ€ude konnte fĂŒr die Wahl zum Deutschen Bundestag abgestimmt werden. Direktkandidat Dr. Karl A. Lamers (CDU) hat klar gewonnen – FDP-Kandidat Dirk Niebel auch hier brachial verloren. [Weiterlesen…]

Sechs NPD-Kundgebungen- vier Gegendemos - keine ZwischenfÀlle

Engagement gegen Nazis – aber auch Ignoranz und Lethargie

Laut und friedlich demonstrierten die Menschen heute auf der NPD-Wahlkampftour. In Weinheim mussten sie von ihrem angemeldeten Platz weichen.

Laut, aber friedlich demonstrierten die Menschen gegen die NPD auf Wahlkampftour – bis auf Angelbachtal und Rauenberg, wo die Rechtsextremen auf keinen Widerstand durch Gegendemonstranten gestoßen sind. In Weinheim hingegen sogar erreichten sie noch nicht mal den angemeldeten Platz bei der „Reiterin“.

 

Ladenburg/Weinheim/Hemsbach/Rhein-Neckar, 01. September 2013. (red/ld/zef/pro/local4u) Es herrscht Wahlkampf in Deutschland – auch fĂŒr die rechtsextreme NPD. In sechs Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises hielt die verfassungsfeindliche Partei am Samstag Kundgebungen ab: In Rauenberg, Angelbachtal, Schwetzingen, Ladenburg, Weinheim und Hemsbach. Zwischen 100 und 150 Menschen stellten sich jeweils in Schwetzingen, Ladenburg und Weinheim mit Demonstrationen gegen die rechtsextreme Partei. In Rauenberg, Angelbachtal und Hemsbach waren keine Gegendemonstrationen angemeldet. In Hemsbach kamen trotz „Lethargie“ wenigstens knapp 60 Anwohner und Passanten zu einer spontanen Gegenkundgebung zusammen. [Weiterlesen…]

Sulzbach: Erneut eine Neonazi-Veranstaltung im "Schwarzen Ochsen"

NPD lĂ€dt zur „BĂŒrgersprechstunde“ – GrĂŒne und SPD halten dagegen

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Zum „braunen“ Ochsen in Sulzbach – seit Monaten treffen sich hier Neonazis immer wieder. Im April kam es zu „Nazis raus“-Schmierereien, die ĂŒberspachtelt worden sind.

 

Weinheim, 11. Juni 2013. (red/pro) Aktualisiert. Die GaststĂ€tte „Zum schwarzen Ochsen“ heißt im Volksmund lĂ€ngst „brauner Ochse“, weil seit Monaten immer wieder Veranstaltungen der rechtsextremen NPD hier abgehalten werden. Die neonazistische Splitter-Partei lĂ€dt am kommenden Donnerstag zum „BĂŒrgergesprĂ€ch“ nach Sulzbach – GrĂŒne und SPD halten dagegen und bieten fast zeitgleich eine Informationsveranstaltung zu „Rechtsradikalen in unserer Region“ an.

Update, 12. Juni 2013, 10:37 Uhr: Die NPD hat auf ihrer Internetseite das „BĂŒrgergesprĂ€ch“ abgesagt. Als BegrĂŒndung fĂŒhrt der Kreisverband an, der öffentliche Druck auf den Wirt sei zu hoch, man befĂŒrchte weitere „AnschlĂ€ge“ auf das Lokal. Auf Nachfrage bestĂ€tigte die Polizei, dass sie trotzdem zur Sicherung der Lage vor Ort sein werde, weil auch eine „Finte“ nicht auszuschließen sei. Man wisse aus Erfahrung, dass man sich grundsĂ€tzlich kaum auf die Aussagen der Rechtsextremen verlassen könne.

Update, 12. Juni 2013, 15:30 Uhr: Die Kundgebung an der Alten Schule wurde abgesagt – die Infoveranstaltung findet statt. [Weiterlesen…]

Spielt die NPD mit Weinheim-Sulzbach? Was droht dem Ortsteil?

„Es könnte Methode werden…“

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Vor einer Woche zeigten bis zu 500 Demokraten in Sulzbach, was sie von den Nazis halten. Nichts.  Eine Woche spĂ€ter hĂ€lt die NPD ein „Veteranentreffen“ ab. Wird Sulzbach zum Spielball der Rechtsextremen?

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 29. April 2013. (red/pro) Das GerĂŒcht geht lĂ€ngst durch den Ort: Kauft die NPD den Schwarzen Ochsen? Machen die Rechtsextremen Sulzbach zu ihrem StĂŒtzpunkt in Nordbaden? Indizien dafĂŒr gibt es reichlich. Aber wie realistisch ist diese „Horror-Vorstellung“? Die Antwort darauf ist offen – Beispiele fĂŒr erpresste Kommunen und tatsĂ€chliche Nazi-Zentren gibt es einige.

Kommentar: Hardy Prothmann

Mittlerweile dĂŒrfte dem letzten Zweifler im Ort klar sein: Der Schwarze Ochse ist ein Nazi-Treffpunkt. [Weiterlesen…]

Rechtsextremes Zentrum in Sulzbach?

„NPD-Veteranentreffen“ im Schwarzen Ochsen

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Nur eine Woche nach dem Bundesparteitag treffen sich rund 80 Teilnehmer zu einem „NPD-Veteranentreffen“ im Schwarzen Ochsen – die Polizei reagiert auf Hinweise besorgter Anwohner und kontrolliert Personen.

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 28. April 2013. (red) Sulzbach kommt nicht zur Ruhe – seit geraumer Zeit hat die rechtsextreme NPD sich den Weinheimer Vorort ausgewĂ€hlt, um hier ZusammenkĂŒnfte abzuhalten. Vom 20.-21. April hielt die NPD hier ihren Bundesparteitag ab, angeblich gab es schon vorher Treffen im Schwarzen Ochsen, heute Abend fand ein „Veteranentreffen“ mit 80 Personen statt. [Weiterlesen…]

Rund 250 Gegendemonstranten - starke PolizeikrÀfte im Einsatz

NPD fĂŒhrt Bundesparteitag in Weinheim durch

Weinheim/Rhein-Neckar, 20. April 2013. (red/pro) Rund 170 von 230 geladenen Delegierten sind zum Bundesparteitag der NPD in Weinheim-Sulzbach eingetroffen. Gegen Mittag begann die Veranstaltung in der GaststĂ€tte „Zum schwarzen Ochsen“. Die Polizei hat den Veranstaltungsort weitrĂ€umig abgeschirmt. Rund 250 Gegendemonstranten brachten ihren Unmut zum Ausdruck. [Weiterlesen…]

Gegendemos geplant - Polizei bereitet Großaufgebot vor

Plant NPD Parteitag in Weinheim-Sulzbach?

Weinheim/Rhein-Neckar, 19. April 2013. (red) Nach Informationen der Polizei plant die NPD ihren Bundesparteitag möglicherweise in Weinheim-Sulzbach abzuhalten. Antifa-Gruppen sowie Politiker von Grünen, SPD und Die Linke rufen zu einer Gegendemo auf. [Weiterlesen…]

Weinheimer Nachrichten und NPD nutzen sich wechselseitig in der "Pröhl-Kampagne"

NPD fĂŒhlt sich durch die WN „nicht in den wesentlichen Punkten“ wiedergegeben

Weinheim, 04. Februar 2013. (red) Die Weinheimer Nachrichten (WN), sonst vollstĂ€ndig unverdĂ€chtig, sich durch investigative Recherche im politischen Raum hervorzutun, machen weiter Front gegen den 27-jĂ€hrigen CDU-Stadtrat Sascha Pröhl. In einem kurzen Bericht, der im wesentlichen nur bereits bekannte Informationen zusammenfasst, thematisiert die Zeitung, dass die rechtsextreme NPD sich „solidarisch“ mit Sascha Pröhl im Zusammenhang mit der ihm vorgeworfenen „Rechtslastigkeit“ erklĂ€rt habe. Die Botschaft: „NPD steht zu Pröhl“. Ist das eine Nachricht? Die rechtsextreme Partei erklĂ€rt auf Nachfrage, dass die Zeitung den Inhalt einer kurzen Pressemitteilung „nicht im wesentlichen wiedergegeben“ habe. Das ist eigentlich auch keine Nachricht. Aber Anlass, Fragen zu stellen und Einordnungen zu treffen.

Von Hardy Prothmann

Was ist los mit dieser Zeitung? Tut die kolportierte NĂ€he einzelner Redaktionsmitglieder mit der SPD nicht gut? Wie uns zugetragen worden ist, sollen der WN-Redakteur Sandro Furlan und Stella Kirgiane-Efremidis, Vorsitzende der „linken“ SPD, einen neudeutsch guten „Link“ haben. Macht man sich deshalb zum Komplizen einer politischen Kampagne? Oder gibt es persönliche Aversionen? Oder hat man sonst nichts zu tun?

Grundlage fĂŒr die Kampagne in den Weinheimer Nachrichten ist eine in der Weinheimer Politik unbekannte Person namens Julian Christ, der zugleich seit 2012 Beirat im SPD-Vorstand des Ortsvereins ist, als auch Mitglied der Jusos – bis heute ist unklar, ob Christ auf eigene Faust oder mit Wissen der VorstĂ€nde von Jusos und SPD gehandelt hat.

Im Visier der „RĂŒckendeckung“

Die Zielperson ist der CDU-Stadtrat Sascha Pröhl. Im Namen der Jusos forderte Julian Christ, dass Sascha Pröhl von einer Funktion als Delegierter im Stadtjugendring zurĂŒcktreten soll, die er gar nicht inne hat. Auch die SPD meldet sich nach Meldungen der Zeitung in der Position der SPD-Vorsitzenden Stella Kirgiane-Efremidis zu Wort, die die VorwĂŒrfe prĂŒfen will und dann schweigt. Auch Schweigen kann beredsam sein.

Und am Samstag legt die Zeitung nach:

Pröhl verzichtet auf RĂŒckendeckung,

heißt die Überschrift zu einem Text, in dem Sascha Pröhl die SolidaritĂ€tsbekundungen der NPD in einem Satz auf „Nachfrage“ der Weinheimer Nachrichten zurĂŒckweisen darf.

Keine PrĂŒfungen, dafĂŒr aber Korrekturen

Handelt es sich hier noch um „seriösen Journalismus“ oder wird hier frei von Recherchen versucht, etwas herbeizuschreiben, was irgendwie nach einem Skandal klingt? Oder ist die Aktion am Ende eine zwischen Jusos, SPD und Redakteuren der Weinheimer Nachrichten verabredete Kampagne? Die Frage muss man stellen, denn eine ordentliche PrĂŒfung der „rechtslastigen“ AnwĂŒrfe an Stadtrat Pröhl ist in der Berichterstattung nicht erkennbar. Die Zeitung hat sich selbst schon korrigiert, da die kolportierten Informationen, die rechte Zeitung „Junge Freiheit“ werde „vom Verfassungsschutz beobachtet“ schlicht und ergreifend falsch waren. Das hindert die WN aber nicht, die Kampagne gegen Pröhl weiterzufĂŒhren.

Auf welcher Recherchebasis? Auf genau keiner. Und das wiederholt ungenau. Der NPD-Kreisverband Rhein-Neckar hat der Zeitung eine Mitteilung zukommen lassen. Daraus zitiert die Zeitung folgendermaßen:

Der NPD-Kreisverband Rhein-Neckar zeigt sich in einer Pressemitteilung „solidarisch mit dem in die Schusslinie geratenen Stadtrat Pröhl.“

Auf Nachfrage hat uns die NPD die Mitteilung zukommen lassen. Dort steht im Original:

Der NPD-Kreisverband Rhein-Neckar zeigt sich solidarisch mit dem in die Schusslinie des „Kampfes gegen Rechts“ geratenen Stadtrat Pröhl (CDU). Der selbsternannte „Antifaschismus“ scheint einmal mehr gegen alles vorzugehen, was nicht der eigenen Meinung entspricht. Mittel fĂŒr dieses Vorgehen ist immer wieder die berĂŒchtigte „Nazikeule“. Mit Meinungsfreiheit hat dies lĂ€ngst nichts mehr zu tun.

Der Weinheimer NPD-Vorsitzende Jan Jaeschke betont in seinem Antwortschreiben an uns:

Leider haben die Weinheimer Nachrichten diese (Mitteilung, Anm. d. Red.) nicht in ihren wesentlichen Punkten wieder gegeben. Wir betonen ausdrĂŒcklich, dass Herr Pröhl in keinerlei Verbindung zu uns steht.

In der Mitteilung der rechtsextremen Partei wird weiter betont, dass die CDU „viel zu weit nach links gerĂŒckt“ sei. Die AnwĂŒrfe gegen Pröhl bezeichnet der Kreisverband der rechtsextremen Partei als „lĂ€cherlich“, sieht „große Schichten der Bevölkerung kriminalisiert“ und hofft, dass die „CDU standhaft bleiben möge und nicht vor den Anschuldigungen von SPD und JuSo einknicken“ soll.

Solche akklamatorischen „Pressemitteilungen“ erreichen uns stĂ€ndig. Von allen Parteien, von BĂŒndnissen, von Initiativen – alle halten sich fĂŒr wichtig. Sind sie es auch? Professioneller Journalismus sortiert aus, ordnet ein und reicht dann nach eigener (subjektiv/objektiver) EinschĂ€tzung fĂŒr die Leser/innen wichtige Informationen weiter. Wie die Sortierung, Ordnung und Gewichtung passiert, macht die QualitĂ€t des Mediums aus.

Schweinejournalismus als Steigerung von Bratwurstjournalismus

Der Schweinejournalismus, wie ihn der Redakteur der Weinheimer Nachrichten, Sandro Furlan, betreibt, folgt dem Prinzip, „eine Sau durch’s Dorf zu treiben“. Schweinejournalismus ist eine andere Spielart von Bratwurstjournalismus, bei der „Wettergötter den GĂ€sten gnĂ€dig“ sind, der „kĂŒhle Gestensaft in Strömen fließt“ und die „Luft erfĂŒllt ist vom Duft leckerer BratwĂŒrste“. Mit einem Wort: Nicht-Nachrichten, inhaltslose Leere wird durch Pseudo-Informationen aufgepumpt. Statt Journalismus wird Blabla produziert. Der Unterschied zwischen Bratwurstjournalismus und Schweinejournalismus ist: Bratwurstjournalismus langweilt, Schweinejournalismus schĂ€digt.

Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum die SolidaritĂ€tsbekundung der NPD in der Zeitung thematisiert wird. Denn diese besteht auch ĂŒberwiegend aus dem Pumpen leerer Luft. Die NPD hat den Streit um die AnwĂŒrfe einer „Rechtslastigkeit“ bei Sascha Pröhl als willkommene Steilvorlage gewĂ€hlt, um sich zu Ă€ußern. Und sie hat ihr Ziel erreicht – die Weinheimer Nachrichten, die sonst ihre Leser/innen vollstĂ€ndig nicht informieren, dass der zur Zeit umtriebigste politische Vertreter der rechtsextremen NPD der Weinheimer BĂŒrger Jan Jaeschke ist, verwendet diese NPD-„Mitteilung“, um die Kampagne gegen Sascha Pröhl voranzutreiben.

Wann haben die Abonnenten der Weinheimer Nachrichten zuletzt etwas ĂŒber den NPD-StĂŒtzpunkt Weinheim lesen können? Allein im vergangenen Jahr gab es fĂŒnf Demos der Ultrarechten im Raum – quasi vor der HaustĂŒr, in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen. Immer mit dabei: Jan Jaeschke aus Weinheim. Eine zumindest nachrichtliche Berichterstattung in den „WN“? Fehlanzeige. Deren Slogan ist aber: „Die Region ist unsere Welt“.

NPD in Weinheim kein Thema – „Rechtslastigkeit“ von Pröhl schon

Man nutzt also lieber den braunen Beelzebub um den schwarzen Teufel auszutreiben? Das erinnert an Biedermann und die Brandstifter. Vor allem, wenn es durch eine rostig-rote Erinnerung an etwas getrieben ist, was immer weniger oft vorkommt: Inhaltliche Relevanz. Welche Rolle spielen die Jusos in der Weinheimer Nachwuchspolitik? Keine? Die Kolportierung der Jusos-VorwĂŒrfe ist ein bedauerliches StĂŒck journalistischer Desorientierung und redaktioneller Unverantwortlichkeit. Der Journalist Sandro Furlan und diese Zeitung schaffen es sogar in dieser Mitteilung, den Namen Jaeschke und seine Verbindung zu Weinheim zu verschweigen. Warum? Weil Sascha Pröhl als der Rechtsextremist in Weinheim aufgebauscht werden soll?

Die ErwĂ€hnung von Sascha Pröhl in der Mitteilung der NPD hat ungefĂ€hr denselben Wert wie das Posten eines Beitrags der Weinheimer Nachrichten auf dem Facebook-Portal der NPD Rhein-Neckar. Dort werden stĂ€ndig BeitrĂ€ge aus der Zeitung gepostet. Soll man daraus die Schlagzeile basteln: „Weinheimer Nachrichten dulden Artikel-Postings der NPD – wie rechts ist die Zeitung wirklich?“. Auch die „Heute-Show“ wird dort gepostet. Folgt daraus die Schlagzeile: „Wie rechts ist Oliver Welke, dass er der NPD Postings erlaubt?“

Der CDU-Stadtrat Sascha Pröhl hat keine Chance, sich gegen diese Schweinejournalismus-Kampagne zu wehren. Die Unterstellung einer politischen Gesinnung ist nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts durch die Meinungsfreiheit erlaubt. Eine Gegendarstellung kann er nicht durchsetzen, weil nicht er, sondern die NPD zitiert wird.

Schweinsgalopp und am Ende kein „Arsch in der Hose“

Die einzige Chance, die bleibt, ist, dass der WN-Redakteur einen Rest – und hier werde ich umgangssprachlich – „Arsch in der Hose“ hat, seinen Schweinsgalopp zu beenden und sich in der Zeitung von seiner Berichterstattung und der seines Kollegen Carsten Propp zu distanzieren. Außer, er liefert knallharte Fakten, die die AnwĂŒrfe gegen Sascha Pröhl stichhaltig untermauen.

Bedauerlich ist, dass sowohl die Hoffnung auf den „Arsch in der Hose“ als auch die knallharten Fakten ziemlich unbegrĂŒndet sein dĂŒrften.

Meine persönliche Meinung dazu? Ich Ă€rgere mich immens ĂŒber diese Art von schlechtem Journalismus, weil alle, die den Job gut und verantwortlich machen, durch die Schweinejournalisten mit durch’s Dorf getrieben werden. Journalisten? Die lĂŒgen doch eh alle. Kleine Kostprobe?

Vielmehr ist dieses Verhalten der Meinungsfreiheit hinderlich.

Das teilt die NPD in ihrer „Pressemitteilung“ mit. Die rechtsextreme Partei liegt damit (bewusst?) falsch – Meinungsfreiheit heißt nicht, dass man nicht frei ist, Blödsinn zu Ă€ußern. Die Folgen aber sind fatal. Die GlaubwĂŒrdigkeit von Medien wird nachhaltig geschĂ€digt – durch Leute wie Furlan und Zeitungen wie die Weinheimer Nachrichten.

Selbstverteidigung

Leider lesen immer weniger Menschen Zeitungen – weil sie zu bratwurstig oder schweinejournalistisch sind. Und leider interessieren sich immer weniger Menschen fĂŒr Politik. Und leider sind dafĂŒr viele Medien selbst mit verantwortlich, weil sie ein schlechtes Produkt mit minderwertigen Inhalten anbieten.

Leser/innen, die unsere Berichterstattung verfolgen, wissen, dass wir immer wieder minderwertige journalistische Fehlleistungen bei anderen „problematisieren“. Gerne tun wir das nicht, aber „gerne“ wird uns und vor allem mir persönlich unterstellt, ich nutzte das fĂŒr eine „Skandalisierung“ aus.

Dieser Vorwurf ist ebenfalls falsch. Ich habe die Hoffnung, dass durch das „den Finger in die Wunde legen“ der Schmerzpegel steigt und ebenso der Wille zur Heilung. Eine Distanzierung von schlechtem Journalismus ist eine Art Selbstverteidigung gegenĂŒber dem verwahrlosten Zustand in Teilen der Branche. Wer bis hier gelesen hat, fĂ€ngt wieder vorne beim Texteinstieg an zu lesen und fragt sich: „Was ist lost mit dieser Zeitung?“

Ja, Herr Furlan, Sie zuallererst. Und gerne auch Herr Propp.