Donnerstag, 21. September 2017

Ehrenamtliche und Sportvereine stellen sich im „Kids Club Nord“ vor

Sportlich ins neue Schuljahr

Weinheim, 16. Oktober 2014. (red/pm) Das „Kids-Club“-Programm des Stadtjugendring Weinheim e.V. mit der Friedrich-Grundschule und vielen kooperierenden Vereinen stellte sich jetzt in den Klassen 2 bis 4 vor. Damit die SchĂŒler/innen die Sportarten, aber auch die Trainer kennenlernen konnten, durften sie alle Angebote ausprobieren. [Weiterlesen…]

Vier neue KrÀfte teilen sich drei Stellen

Weinheim baut Schulsozialarbeit aus

Die vier neuen Sozialarbeiterinnen an Weinheims Schulen (v.l.): Nalini Menke, Monika Heckmann, Judith Iwanowitsch und Marie Antoinette Mayer mit OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard.

 

Weinheim, 05. Oktober 2012. (red/la) OB Bernhard wirkt erleichtert, als er die vier neuen Sozialarbeiterinnen vorstellt. Der Gemeinderat hatte trotz klammer Kassen die drei Stellen bewilligt. Dass es fĂŒr die neuen KrĂ€fte dringenden Bedarf gab, hatten die Vier bereits in den ersten Tagen gemerkt. Die AnnĂ€herung an SchĂŒler wie Lehrer verlief jedoch recht unterschiedlich. Die Lehrer empfingen sie mit offenen Armen. Bei den SchĂŒlern reichten die Reaktionen von verstohlenen Blicken bis zum „Heiratsantrag“. 

Von Reinhard Lask

Drei Stellen teilen sich die vier neuen Schulsozialarbeiterinnen Weinheims, die OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard am Dienstag erleichtert vorstellt.

Ich bin froh, dass das gelungen ist.

Erleichtert, weil der Gemeinderat nach langem Ringen „Ja“ gesagt hat. Die Freude in der Verwaltung und auch an den Schulen war groß, dass die „VerstĂ€rkung“ bewilligt wurde. „Es war höchste Zeit, dass sich wieder war tut“, klang unterschwellig bei den Grußworten der Beteiligten durch. Bald laufe die Finanzierung von Projekten wie dem „Kommunalen Übergangsmanagement Schule Beruf“ aus, erklĂ€rte Bernhard.

Mit vier frischen KrĂ€ften, die sich die drei vom Gemeinderat bewilligten Stellen teilen ist es möglich die Schulsozialarbeit weiterzuentwickeln. Monika Heckmann, Judith Iwanowitsch, Marie Antoinette Mayer und Nalini Menke heißen die Neuen, die Benjamin Schmidt bei der Schulsozialarbeit an Weinheimer Schulen unterstĂŒtzen werden.

FĂŒr den OB soll das nicht das „Ende der Fahnenstange“ sein:

Wir mĂŒssen stĂ€rker aktiv werden. Die vier Köpfen auf drei Stellen werden wir nun in höchstmöglicher Effizienz einsetzen. Dabei muss man berĂŒcksichtigen, dass Realschulen und Gymnasien keine Inseln der Seeligen sind. Daher bin dem Gemeinderat fĂŒr seinen großen Akt der SolidaritĂ€t sehr dankbar.

Die vier Neuen haben die ersten Arbeitstage gut hinter sich gebracht. Monika Heckmann ist gemeinsam mit Marie Antoinette Mayer an der Dietrich-Bonnhöfer-Schule. Bereits „im Alltag angekommen“ ist Diplomsoziologin Heckmann:

Wir haben schon mit vielen engagierten Lehrern und SMV-SchĂŒler gesprochen und sind mit offenen Armen empfangen worden. Auch die ersten SchĂŒler haben bereits den Weg von sich aus zu uns gefunden.

Marie Antoinette Mayer zufolge verlaufe die „Wegfindung“ noch etwas schĂŒchtern.

Auf dem Gang in der NĂ€he unseres Raums gibt es Nischen mit Spiegeln. Hier tun einige MĂ€dchen dann so, als wĂŒrden sie sich schminken, aber eigentlich wollen sie schauen, was wir so tun. Es ist eine schĂŒchterne AnnĂ€herung – aber man nĂ€hert sich.

Judith Iwanowitsch fĂŒhlt sich an der Friedrich-Grund- und Realschule ebenfalls herzlich aufgenommen:

Schulsozialarbeit ist immer auch Beziehungsarbeit.

Nalini Menke hat im Gegensatz zu ihren Kolleginnen einen Spagat zu leisten. Sie ist fĂŒr die Albert-Schweitzer-Schule und die Karrillon-Schule zustĂ€ndig. Doch dafĂŒr hat man die junge SozialpĂ€dagogin im sehr wörtlichen Sinne „herzlich“ aufgenommen: Von einem GrundschĂŒler habe sie bereits einen Heiratsantrag bekommen. Die grĂ¶ĂŸte Schwierigkeit fĂŒr sie sei es, dass Lehrer wie SchĂŒler beider Schulen am liebsten in Vollzeit prĂ€sent haben wĂŒrden.

Es sind zwei tolle Schulen und ich habe dort tolle SchĂŒler kennengelernt. In den ersten 15 Stunden habe ich gelernt, dass es Bedarf gibt.

Die Zusammenarbeit mit den Lehrern laufte gut, sagt Monika Heckmann:

Die Lehrer kommen zu uns zu, sagen Hallo und man kommt ins GesprĂ€ch. Dabei weisen sie uns auf AuffĂ€lligkeiten bei den SchĂŒlern hin.

Kollegin Marie Antoinette Mayer hatte bereits ein GesprĂ€ch mit einem jungen MĂ€dchen, dass sich gemobbt fĂŒhlte.

Gerade die Streitschlichtung wird viel Potenzial haben.

Doch als Allheilmittel sehen sich die Schulsozialarbeiterinnen nicht. Heckmann setzt daher auf das Netzwerk an Partnern:

Wenn wir meinen, dass da jemand besser helfen kann, vermitteln wir an weitere Experten. Es wird viel zu tun sein. Wir wollen im Lehrerzimmer genauso wie auf dem Pausenhof vor Ort sein und PrÀsenz zeigen.

Marie Antoinette Mayer ergÀnzt:

Wenn die SchĂŒler merken, dass jemand da ist und der auch hilft, dann kommen die auch.

„Kein Grund hoffnungslos zu sein“


Guten Tag!

Rhein-Neckar/Weinheim, 27. Oktober 2011. (red/pm) Übergangsmanagement gibt gute Beispiele fĂŒr erfolgreiche Berufswege von WerkrealschĂŒlern.

Information der Stadt Weinheim:

Das Projekt „Azubis informieren SchĂŒlerInnen“.

„Die meisten Lebenswege fĂŒhren nicht geradeaus. Sabrina Kadel zum Beispiel ließ sich nach ihrem Abschluss an der Werkrealschule ĂŒberreden, eine Ausbildung als Zahnarzthelferin anzutreten. Aber schon nach ein paar Monaten spĂŒrte sie: „Das ist nichts fĂŒr mich.“ Sie hat nochmal von vorne angefangen und ist heute im zweiten Lehrjahr zur Restaurantfachfrau im feinen „Hutter im Schloss“. „Ich will nie mehr etwas anderes machen“, sagt sie.

Oder Kerim Arici, ehemaliger HauptschĂŒler der Karrillon-Schule und BVJ-Absolvent der Hans-Freudenberg-Schule. „FrĂŒher wollte ich nie etwas arbeiten“, erzĂ€hlt er. Dann wurde er vom Weinheimer UnterstĂŒtzerkreis Berufsstart an der Hand gepackt. Bei einem Kletterkurs fiel den MĂ€nnern vom WUB auf, dass der drahtige TĂŒrke absolut schwindelfrei ist. Ob er nicht Dachdecker werden wolle, fragten sie und vermittelten gleich einen Praktikumsplatz. Mittlerweile ist Kerim bei der Firma Schilling im zweiten Lehrjahr beschĂ€ftigt, verdient Geld, um damit in Urlaub zu reisen und hat sogar schon die Zusage fĂŒr eine Übernahme als Geselle. „Die finden mich dort gut“, strahlte er jetzt in mehr als 20 neugierige Gesichter in der Karrillon-Werkrealschule.

Schon zum dritten Mal an einer Weinheimer Haupt- und Werkrealschule setzte das Kommunale Übergangsmanagement Schule-Beruf Weinheim das dort entwickelte Projekt „Azubis informieren SchĂŒlerInnen“ um. Dieses hat sich so gut bewĂ€hrt, dass es im nĂ€chsten Jahr als Regelangebot von „Job Central“ ĂŒbernommen wird: Jeweils drei mittlerweile im Berufsleben gefestigte Jugendliche mit einer Schullaufbahn an Haupt- oder Werkrealschule, berichten in Schulklassen. „Das sind GesprĂ€che auf Augenhöhe“, hat Sabine Perlick beobachtet, die fĂŒr das Übergangsmanagement das das Projekt koordiniert. Die jungen „Azubis“ können stets authentisch und glaubhaft ihren Weg schildern und den SchĂŒlern Mut machen.

„Es gibt ĂŒberhaupt keinen Grund, hoffnungslos zu sein“, findet auch Susanne Amler, die Rektorin der Karrillon-Schule, die das Projekt ebenso begleitete wie die beiden Lehrerinnen der neunten Klassen, Jeanette Bode und Elfriede Brönner-Werner und Judith Iwanowitsch, sie arbeitet fĂŒr Job Central als KÜM-Lotsin an der Karrillon-Schule.

„Es ist einfach ein gutes GefĂŒhl, selbststĂ€ndig zu sein und eigenes Geld zu verdienen“, bestĂ€tigte Kerim Arici. Allesamt berichteten von sorgfĂ€ltiger und geduldiger Ausbildungsarbeit in den Betrieben. „Mein Chef Jan Hutter“, erzĂ€hlt die angehende Restaurantfachfrau Sabrina Kadel, „setzt sich nach Feierabend mit mir hin und hilft mir beim Lernen fĂŒr die Berufsschule“. Höfliches Auftreten, Interesse und VerlĂ€sslichkeit seien oft sogar wichtiger als gute Noten. „Mit einer Drei könnt-€ℱ Ihr schon was anfangen“, so der Insider-Tipp. Praktika seien auf dem Weg zur Lehrstelle wichtig, empfahlen sie.

Nurcan Bas, ehemalige Karrillon-SchĂŒlerin, ist so direkt zur Lehrstelle gelangt. Im Marktkauf kam die gepflegt aussehende 17-JĂ€hrige gleich gut an und wurde nach zwei Wochen Praktikum ĂŒbernommen. „Es ist sehr abwechslungsreich und macht viel Spaß“, berichtete sie jetzt und hatte jedem SchĂŒler mit den besten GrĂŒĂŸen vom Arbeitsplatz eine FrĂŒhstĂŒckstĂŒte mitgebracht. Auch Nurcan wird ihren Weg machen. Wie möglichst viele der heutigen NeuntklĂ€ssler auch. Sabrina Kadel brachte es am Ende dieser besonderen Schulstunde auf den Punkt: „Jetzt liegt es an Euch.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das weinheimblog