Mittwoch, 22. November 2017

In Schriesheim und Weinheim werden Ende des Jahres B√ľrgermeister gew√§hlt

Zwei Wahlen, zwei Fristen, eine Gemeindeordnung

Landtagsabgeordneter Uli Sckerl im Gespr√§ch mit B√ľrgermeister H√∂fer. Archivbild

Schriesheim/Weinheim, 05. Juli 2013. (red/ld) Die Schriesheimer B√ľrger w√§hlen im Herbst den B√ľrgermeister. Der Weinheimer Gemeinderat einen Beigeordneten als Ersten B√ľrgermeister. F√ľr beide gilt die Gemeindeordnung und doch sind die Bewerbungsfristen unterschiedlich lang. Einen Monat lang hatte Weinheim die Stelle ausgeschrieben. In Schriesheim sind es sechs Monate; drei Monate weniger als vor der Wahl Ende 2005. Wie kommt das?

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Nach dem plötzlichen Tod von Ortsvorsteher Hans Salbinger

Heide Maser √ľbernimmt in Oberflockenbach kommissarisch das Amt

wappen_oberflockenbachWeinheim/Oberflockenbach, 17. Juni 2013. (red/aw) Nach dem tragischen Unfalltod von Hans Salbinger, muss sich der Oberflockenbacher Ortschaftsrat neu formieren. Kommissarisch wird Stellvertreterin Heide Maser das Amt der Ortsvorsteherin √ľbernehmen. Die Vorbereitungen zur Neuwahl sind aber bereits angelaufen.

Hans Salbinger war seit 2009 Ortsvorsteher von Oberflockenbach. Er hinterl√§sst seine Frau und zwei Kinder. Der 62-j√§hrige Landwirtschaftsmeister war nicht nur politisch bei den Freien W√§hlern aktiv, sondern auch engagiertes Mitglied in mehreren Vereinen. Nun muss sein Amt im Ortschaftsrat sowie der Posten des Ortsvorstehers neu besetzt werden. [Weiterlesen…]

Interview mit Bundestagsabgeordneten Lothar Binding (SPD)

„Kluge Politik nicht f√ľr die Region allein“

Lothar Binding Heidelberg Bundestag Abgeordneter Weinheim SPD_600 (2)

Lothar Binding ist seit 1998 Mitglied des Bundestages. Der gelernte Starkstromtechniker und studierter Physiker ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er engagiert sich in vielen Vereinen rund um Heidelberg und betreibt gemeinsam mit seiner Frau ein Jugendferienhaus.

 

Heidelberg/Weinheim, 04. Juni 2013. (red/ld) Von dem Streik der Stra√üenbahn- und Busfahrer bekam Lothar Binding nicht viel mit. Trotzdem setzt er sich im Bundestag f√ľr den Mindestlohn und gegen prek√§re Arbeitsvertr√§ge ein, die regelm√§√üig neu befristet werden. In der Region sei das zwar kein so dr√§ngendes Problem. Aber kluge Politik mache man ohnehin nicht mit regionalen Themen. Stattdessen projiziere man die eigenen Themen auf andere Regionen und hole sich so Unterst√ľtzung f√ľr sein Vorhaben. Das funktioniere kluge Politik, findet Lothar Binding, der im Herbst wieder f√ľr die SPD in den Bundestag einziehen¬† will. [Weiterlesen…]

Bewerbungsphase f√ľr Jugendgemeinderat auf der Zielgeraden

Motivation aus erster Hand

Die drei Vertreter des Jugendgemeinderats Ladenburg. Quelle: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 29. Januar 2013. (red/pm) Die Wahlen f√ľr den Jugendgemeinderat Weinheim sind am 08. bis 16. M√§rz. Bis Mittwoch, den 06. Februar, k√∂nnen sich noch Kandidaten bewerben. Kandidieren und w√§hlen darf jeder im 14. bis einschlie√ülich 19. Lebensjahr.

Information der Stadt Weinheim:

„‚ÄěEs hat uns Ansporn¬†gegeben, lieber einmal mehr¬†nachzuhaken als einmal zu wenig‚Äú,¬†berichtete Sophian Habel. ‚ÄěUnd¬†manchmal‚Äú, schmunzelte der¬†Vorsitzende des Ladenburger¬†Jugendgemeinderates, ‚Äěmussten¬†wir auch mal mit den Kopf durch die¬†Wand, um zu √ľberzeugen‚Äú.

Es war¬†eine fr√∂hliche und erstaunlich versierte¬†Vorstellung der drei Jugendpolitiker aus¬†dem Ladenburger Jugendgemeinderat.¬†Die R√∂merstadt war ‚Äď was ein solches¬†Jugendgremium angeht ‚Äď Pionier¬†in der Region. Gabi Lohrb√§cher-G√©rard, die im Weinheimer Rathaus¬†im Moment gerade die ersten¬†Jugendgemeinderatswahlen f√ľr¬†Weinheim vorbereitet, hatte die drei Jugendlichen aus der Nachbarstadt eingeladen: Sophian Habel, dessen Stellvertreter S√∂ren Ueberrein und¬†den Finanzverantwortlichen Francesco Iacono.

Nach wie vor √ľberzeugt und¬†√ľberzeugend berichteten sie aus ihrer Arbeit. Die Motivation war ansteckend.¬†Unter den Zuh√∂rern waren erste¬†Kandidaten¬†aus Weinheim, Gabi Lohrb√§cher-G√©rard¬†mit ihren jungen Kollegen Anne¬†K√∂ller und Thomas Fischer sowie Stadtjugendring-Gesch√§ftsf√ľhrer¬†J√ľrgen Holzwarth mit den beiden Jugend-Sozialarbeitern Elke¬†Weitenkopf und Volker Kugel.

‚ÄěWir freuen uns darauf, dass wir uns¬†jetzt auch in Weinheim auf diesen Lernprozess einlassen‚Äú, so Gabi¬†Lohrb√§cher-G√©rard.¬†Die Wahl zum Weinheimer¬†Jugendgemeinderat geht jetzt in die hei√üe Phase der Bewerbungen ‚Äď die¬†Frist endet am Mittwoch, 6. Februar.

Rund 2000 Jugendliche im Alter¬†zwischen 14 und 19 Jahren w√§hlen im M√§rz 2013 erstmals einen¬†Jugendgemeinderat als beratendes Gremium des ‚Äěgro√üen‚Äú Gemeinderates.¬†In der Satzung ist definiert: ‚ÄěDer Jugendgemeinderat vertritt die¬†Interessen der Jugendlichen gegen√ľber der Verwaltung und dem¬†Gemeinderat und seinen Aussch√ľssen. Er hat die Aufgabe, den Gemeinderat¬†der Stadt Weinheim in Fragen, die die Jugendlichen in Weinheim betreffen, zu¬†beraten. Er ist in den Aussch√ľssen in Fragen, die die Jugendlichen in¬†Weinheim betreffen, zu h√∂ren.‚Äú

Zur Teilnahme aufgerufen sind alle¬†Sch√ľlerinnen und Sch√ľler, die w√§hlbar und wahlberechtigt sind. Sie m√ľssen¬†eigentlich nur zwei Kriterien erf√ľllen: W√§hlbar und wahlberechtigt sind alle¬†Jugendlichen, die am letzten Tag des Wahlzeitraums das 14. Lebensjahr¬†aber noch nicht das 20. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens¬†drei Monaten mit Hauptwohnsitz in der Stadt Weinheim wohnen. Dann k√∂nnen¬†sie w√§hlen und gew√§hlt werden.

Der letzte m√∂gliche Tag f√ľr eine¬†Anmeldung ist der Mittwoch, 6. Februar. Jeder Kandidat muss sich auf¬†einem Anmeldebogen mit eigener Unterschrift bei den ‚ÄěRatsdiensten‚Äú¬†anmelden. Die Anmeldungen m√ľssen schriftlich¬†eingehen (Anschrift: Gabi Lohrb√§cher-G√©rard, Stadtverwaltung Weinheim,¬†Ratsdienste, Zimmer 209, Eingang A,¬†1. Obergeschoss, bei R√ľckfragen:¬†Telefon 06201 / 82 – 216, oder¬†ratsdienste@weinheim.de ).

Mit dem 7. Februar beginnt dann die¬†Zeit, in der sich die Kandidatinnen und¬†Kandidaten vorstellen k√∂nnen. Die¬†Stadt plant in Verbindung mit dem¬†Stadtjugendring auch eine pers√∂nliche¬†Vorstellungen im Stadtgebiet, aber¬†auch eine Brosch√ľre und¬†angemessene Internet-Pr√§sentationen.¬†Zur Wahlurne gehen die 14- bis 19-j√§hrigen Weinheimer Jugendlichen¬†dann in der Woche vom 8. bis 16.¬†M√§rz. Gew√§hlt wird jeweils ein Tag an¬†einer Schule, sowie am Samstag, 16.¬†M√§rz an einem neutralen Ort. An¬†diesem Tag sind jene Jugendlichen der¬†Stadt zur Wahl aufgerufen, die keine¬†Weinheimer Schule besuchen sowie¬†jene, die unter der Woche aus¬†irgendeinem Grund verhindert waren.“

Kuhn-Nachfolge: Gr√ľne Bundestagskandidaten stellten sich vor

„Wir spielen nicht auf Platz!“

F√ľnf Bewerber als Bundestagskandidaten (Dierk Helmken, Franziska Brantner, Rudolf Witzke, Caja Thimm und Jonas Jenis v.l.)

Schriesheim/Rhein-Neckar, 06. Juni 2012. (red/cr) F√ľnf Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Fritz Kuhn als Kandidat f√ľr den Bundestag. Neben der Europaabgeordneten Franziska Brantner und der Spitzenkandidatin im letzten OB-Wahlkampf in Heidelberg, Caja Thimm, sind auch drei M√§nner angetreten.

Von Christian Ruser

Bei der Kreisversammlung¬† von B√ľndnis90/Die Gr√ľnen im Schriesheimer Hotel zur Pfalz ging es um die Nachfolge von Fritz Kuhn. Von Heddesheim bis Heidelberg sind viele Parteimitglieder des Wahlkreises gekommen. Uli Sckerl ist sich ziemlich sicher, dass sich Fritz Kuhn im Oktober 2012 bei den OB Wahlen in Stuttgart durchsetzen wird. Deshalb m√∂chten die Mitglieder m√∂glichst bald einen neuen Kandidaten f√ľr die Bundestagswahlen 2013 vorstellen.

Bereits bei der Begr√ľ√üung macht Sckerl klar, dass es nicht einfach nur um das Bundestagsmandat geht. Als eine Gr√ľne Region m√∂chte er mehr:

Wir spielen nicht auf Platz.

Dies ist eine Kampfansage an die CDU und Karl Lamers.¬† Die Gr√ľnen wollen das Direktmandat und dies soll der am 18. Juli zu w√§hlende Kandidat holen. F√ľr Sckerl ist es bezeichnend, dass sich bei den Gr√ľnen nicht nur ein Bewerber findet, sondern f√ľnf Kandidaten mit unterschiedlichen Ideen antreten.

F√ľr Europa in Berlin

Franziska Brantner hat drei wichtige Gr√ľnde zu kandidieren. Sie m√∂chte f√ľr Europa eintreten. Ihrer Ansicht nach werden in Berlin bald wichtige Entscheidungen dazu anstehen. Sie stimmt J√ľrgen Trittin zu, dass Europa nicht zu retten sein wird, wenn nicht in Deutschland ein Umdenken in der Politik stattfindet. Die momentane Politik zwischen den Regierungen und am EU-Parlament vorbei ist nicht zukunftsf√§hig. Sie m√∂chte eine kritische Debatte voranbringen.

Ein weiterer Punkt ist f√ľr sie die Frauenpolitik – die soll gest√§rkt werden. Die gegenw√§rtige Familienpolitik ist ihrer Auffassung nach eine Antifamilienpolitik. Im Wahlkampf 2013 wird das einer der zentralen Punkte sein. Beispielsweise darf Kinderbetreuung nicht nur quantitativ, sondern muss auch qualitativ gesichert werden.

Auch m√ľssedas Arbeitsleben an das Familienleben angepasst werden und nicht das Familienleben an die Arbeitszeiten. In den skandinavischen L√§ndern werde es von Arbeitgebern und Kollegen als ungew√∂hnlich empfunden, wenn ein Mann abends noch in der Firma, statt bei seiner Familie ist.

Die Interessen der Region m√∂chte Frau Brantner in Berlin f√ľr die Bergstra√üe vertreten. Hier will sie sich bewusst auf den Dialog mit der Basis vor Ort festlegen.

Verfilzung zwischen Politik und Wirtschaft

Dierk¬† Helmken war Staatsanwalt und Richter am Heidelberger Landgericht. Seit 47 Jahren lebt er¬† in Heidelberg. F√ľr ihn sind aus vielen Themen zwei besonders wichtig.

Die wachsende soziale Ungerechtigkeit sei ein Problem, das die B√ľrger direkt betrifft und gegen das dringend vorgegangen werden muss. Obwohl er bei seinem Vortrag, anders als seine Vorrednerin, stark auf sein Manuskript fixiert ist, hat er das Thema interessant gestaltet und arbeitet mit Polemik, so dass es, trotz blumiger Beispiele, interessant ist, ihm zuzuh√∂ren.

Ein weiterer Punkt ist die parlamentarische Demokratie. Er spricht von einer Verfilzung zwischen Politik und Wirtschaft. Dies m√ľsse bek√§mpft werden. So fordert er, dass Politiker ausschlie√ülich vom Staat bezahlt werden. Abgeordnete sollten √ľber ihre Eink√ľnfte Rechenschaft ablegen m√ľssen. Au√üerdem m√∂chte er, dass Abgeordnete keine Nebent√§tigkeiten wahrnehmen d√ľrfen. Sie haben eine verantwortungsvolle Aufgabe und werden gut bezahlt. Der B√ľrger kann erwarten, dass sich ein Abgeordneter mit all seiner Kraft f√ľr seine Belange einsetzt.

Selbstverständlich nimmt er sich selbst von diesen Forderungen nicht aus. Sollte er gewählt werden,  möchte er nicht mehr als zwei Legislaturperioden wahrnehmen, da seiner Meinung nach Demokratie durch personellen Wandel lebt.

Die Rainbow ist das schönere Schiff

Jonas Jenis sieht sich als Pirat unter den Kandidaten. Mit seinem Slogan: „Hallo Piraten, die Rainbow ist das sch√∂nere Schiff“, m√∂chte er Junge w√§hler ansprechen. F√ľr ihn ist es ein deutliches Zeichen, dass die Piraten durch die Nutzung moderner Kommunikationsmittel, aber vielen L√ľcken im Parteiprogramm so erfolgreich sein konnten.

Auch er ist der Meinung, dass es wichtig ist, als Bundestagsabgeordneter nur eine beschr√§nkte Zeit das Mandat wahrzunehmen, um nicht den Blick auf das wesentliche zu verlieren. Deshalb w√§ren f√ľr ihn zwei Legislaturperioden das Maximum.

Als Volkswirt sieht er am Arbeitsmarkt deutlich die Diskriminierung von Frauen. Frauen seien am Markt weniger wert als M√§nner. Das kann sich Deutschland seiner Meinung nach nicht leisten. Dies ist f√ľr ihn ein Problem, dem er entgegenwirken m√∂chte.

Ein zentraler Punkt der gr√ľnen Politik und f√ľr Jenis deshalb sehr wichtig, ist die √∂kologische und soziale Nachhaltigkeit. Wohlstand sei endlich, und eine gute Ausbildung kein Garant mehr f√ľr einen Arbeitsplatz.

Energiewende, ein gr√ľnes Thema

Mit fast 30 Jahren Erfahrung als gr√ľne Politikerin ist Caja Thimm eine erfahrene Kommunalpolitikerin. Als Universit√§tsprofessorin f√ľr neue Medien kennt sie sich auch mit wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen aus. Um mit den Konzernen auf Augenh√∂he diskutieren zu k√∂nnen, ist es von Vorteil einen Kandidaten zu haben, der selbst aus der Wissenschaft kommt und deshalb mit den Themen vertraut ist.

Nachwievor ist ihrer Meinung nach die Energiewende politisch brisant. Sie ist aber das Leitthema von B√ľndnis90/Die Gr√ľnen. Politik k√∂nne nicht mehr von oben gemacht werden, sondern m√ľsse mit den B√ľrgern erfolgen. Dies zeigt auch die Energiewende.

Auch stimmt sie mit Dierk Helmken √ľberein, dass die Frage der sozialen Gerechtigkeit auch von den Gr√ľnen thematisiert werden muss. Als Expertin f√ľr neue Medien ist sie sicher,¬† das auch die Gr√ľnen ein Programm entwickeln m√ľssen, um der digitalen Revolution zu begegnen.

Das von Uli Sckerl genannte Ziel f√ľr B√ľndnis90/Die Gr√ľnen, das Direktmandat zu holen, ist f√ľr Caja Thimm auch eine pers√∂nliche Herausforderung. Im Heidelberger Stadtrat hatte sie schon oft mit Lamers zu tun und freut sich im Wahlkampf auf die Konkurrenz.

Europa rutscht zur√ľck in die Krise und droht die Welt mit sich zu rei√üen

Rudolf Witzke ist sich sicher, dass die Europakrise auch Deutschland nicht kalt lassen wird. Merkels Politik ist aus seiner Sicht gescheitert. Deshalb ben√∂tigen die Gr√ľnen kompetente Abgeordnete die kompetente Vorschl√§ge zu alternativen √∂konomischen Konzepten entwickeln k√∂nnen.

Europa rutscht zur√ľck in die Krise und droht die Welt mit sich zu rei√üen. Aus der Weltwirtschaftskrise der 1930er hat man die Lehren nicht gezogen. Er r√§umt ein, dass ihm als Altenpfleger die wirtschaftlichen Kompetenzen nicht berufsbedingt nahe stehen. Privat besch√§ftigt er sich aber seit Jahren intensiv mit wirtschaftlichen Fragen und seine Meinung wird in Fachkreisen gesch√§tzt.

Der wirtschaftliche Faktor ist f√ľr ihn die zentrale Frage der Zeit. Die politischen Pl√§ne der Gr√ľnen haben nur dann eine Chance, wenn die Krise durch Wachstumsimpulse abgewendet oder aufgehalten werden kann. Es sei nicht das Problem, dass es kein Geld gibt, sondern, dass die Deutschen mehr sparen, als wirtschaftlich vertr√§glich ist.

Was die Basis wissen will

Nach der Vorstellungsrunde folgen zwei Fragerunden, in denen sich die f√ľnf Kandidaten den Fragen des Plenums stellen. Vor allem ist die Basis an der Bildungspolitik, an Abr√ľstung und dem Kontakt zwischen Abgeordnetem und Wahlkreis interessiert.

Rudolf Witzke geht haupts√§chlich auf die Frage der Abr√ľstung ein. Er ist nicht gegen milit√§risches Engagement, wenn es notwendig ist. Die deutsche Politik k√∂nne sich nicht heraushalten, wenn Entwicklungen aus dem Ruder laufen. Als Soziologe wei√ü er, dass ein Gewaltmonopol des Staats erforderlich ist.

Caja Thimm weiß als Professorin, dass Bildungspolitik ein Thema mit vielen Baustellen ist. Da es aber in der Hoheit der Landespolitik liegt, sieht sie Schwierigkeiten in den Kompetenzen.

Einsparpotential f√ľr die Politik ist f√ľr sie im B√ľrokratieabbau und √§hnlichen Ma√ünahmen gegeben. Sollte sie als Abgeordnete in den Bundestag gehen, ist es f√ľr sie sehr wichtig ein B√ľro in der Region einzurichten, um den Kontakt zum Wahlkreis zu halten.

F√ľr Jonas Jenis ist Abr√ľstung kein Thema zum Geldsparen. Als Regierung habe man eine Verantwortung gegen√ľber der Soldaten, die man in Krisenregionen schickt. Nicht nur im Einsatz, sondern vor allem nach dem Einsatz brauchen Soldaten Hilfe, das Erlebte zu verarbeiten. Hierauf ist die Bundeswehr nicht eingestellt. Seiner Meinung nach kann man Soldaten nicht guten Gewissens in Missionen schicken, weshalb er Abr√ľstung bef√ľrwortet.

Bei der Bildung gebe es keine Patentl√∂sung. Eine Ganztagsschule mag f√ľr einige sozialschwache Kinder vorteilhaft sein, f√ľr andere aber eine unangenehmer Zwang.

Der wirtschaftlichen Problematik m√∂chte er gerne nach franz√∂sischem Vorbild begegnen. Nicht k√ľrzen ist die L√∂sung, sondern eine steuerliche Belastung der Vielverdiener und der Abbau von Subventionen.

F√ľr den Wahlkampf h√§lt er sich nicht nur wegen seiner rhetorischen F√§higkeit, sondern auch wegen der Unterst√ľtzung von Uli Sckerl gewachsen.

Bei Bildungspolitik denkt Dierk Helmken an eine neue Gesellschaftsform. Auch wenn dies in zwei Legislaturperioden nicht zu machen sein wird, m√ľsse ein Grundstein gelegt werden. Seiner Meinung nach ist die Autonomie des Einzelnen wichtiger als Hierarchie. Diese Denkans√§tze m√ľssten bereits bei der fr√ľhkindlichen Bildung vermittelt werden.

Hierzu sei es nötig, das Bild der Erzieherin zu stärken. Die Aufgabe der Kinderkrippe liegt nicht die Aufbewahrung von Kindern, sondern in der Erziehung zu jungen Demokraten. Dies sollte auch durch angemessene Löhne zum Ausdruck kommen.

Franziska Brantner will f√ľr Europa in den Bundestag.

F√ľr die Europapolitikerin¬†Franziska Brantner ist Abr√ľstung f√ľr auch eine europaweite Frage. Abr√ľstung beginnt unter anderem mit der Abr√ľstung in den Exportl√§ndern wie Griechenland. Statt Armeen sollte mehr in die Entwicklung ziviler Konfliktpr√§ventionen investiert werden.

Die momentane Wirtschaftskrise, davon ist Brantner √ľberzeugt, h√§tte nicht diese Dimensionen, wenn die Bankenaufsicht bereits vor zwei Jahren beschlossen worden w√§re. Die Spanische Krise h√§tte abwendet werden k√∂nnen.

Bildungspolitik ist f√ľr sie auch auf der bundespolitischen Ebene zu f√ľhren, auch wenn es unpopul√§r ist.

F√ľr den Wahlkampf verspricht sie sich gute Grundvoraussetzungen. Durch ihre T√§tigkeit als Europaabgeordnete ist sie bekannt und hat gute Kontakte zu vielen Kommunen der Pfalz und der Bergstra√üe.

Nach interessanten Fragen endet der Abend. Den Anwesenden wurden f√ľnf unterschiedliche Kandidaten pr√§sentiert, die in vielen Punkten aber auch √ľbereinstimmen. Sicherlich k√∂nnen Franziska Brantner und Caja Thimm als Favoriten gesehen werden, doch auch die anderen Bewerber haben ihre Ernsthaftigkeit deutlich gemacht.

Wahrscheinlich wird es aber darauf hinauslaufen, dass sich die Basis f√ľr den Kandidaten entscheidet, den man sich am besten am Rednerpult im Bundestag vorstellen kann.

Landtagswahl: Kandidaten im Netz – alle vertreten, aber…


Guten Tag!

10. Februar 2011. Die Landtagskandidaten der vier etablierten Parteien pr√§sentieren sich im Internet – das Internet ist wichtig, das haben sie verstanden. Und jeder Auftritt ist mehr als nur eine „elektronische Visitenkarte“ – aber Luft nach oben haben alle.

Von Hardy Prothmann

Den „Emo-Test“ gewinnt ohne Zweifel Gerhard Kleinb√∂ck. Ich zeige meiner Frau die vier Seiten – eine nach der anderen f√ľr einige Sekunden und dann in umgekehrter Reihenfolge: „Herr Kleinb√∂ck wirkt am authentischsten in der Ladenburger Gasse, dann Herr Sckerl, der ist sympatisch, Herr Wacker ist zu glatt und von Frau Dr. Arnold sieht man kaum was.“

Meine Pr√§ferenz unterscheidet sich: Mir gef√§llt „auf den ersten Blick“ das Angebot von Herrn Sckerl am besten, dann von Herrn Kleinb√∂ck, dann von Herrn Wacker und Frau Dr. Arnold am wenigsten.

H√§tte Herr Wacker nicht eine Extra-Startseite „vorprogrammieren“ lassen, h√§tte mir sein Blog vom ersten Gesamteindruck vor der Seite von Herrn Sckerl im Vergleich sogar am besten gefallen.

Zwei Blicke – zwei Sichtweisen. Und ich verstehe, was meine Frau mit „authentisch“ meint. Politik ist immer auch Emotion und das Foto von Herr Kleinb√∂ck (SPD) ist nicht so dominant gro√ü wie das von Herrn Wacker (CDU) und nicht zu klein wie das von Frau Dr. Arnold (FDP). Das Bild von Herrn Sckerl (B√ľndnis90/Die Gr√ľnen) ist verpixelt.

Uli Sckerl, B√ľndnis90/Die Gr√ľnen: Mit Abstand am meisten Inhalt.

Soweit zum „ersten Eindruck“. Der zweite Eindruck gilt dem „Aufbau“ der Seiten.

Hier gef√§llt mir die Blogseite von Herrn Wacker am besten – sie wirkt aufger√§umt und √ľbersichtlich.

„Zu gr√ľn“ findet meine Frau die Seite von Herrn Sckerl, was ich nachvollziehen kann.

Bei Frau Dr. Arnold stört uns die veraltet anmutende Optik. Obwohl eine Sonnenblume Farbe reinbringt, fragen wir uns, was die Sonnenblume mit der FDP zu tun hat? Die Seite ist strukturiert, aber langweilig.

Dr. Birgit Arnold, FDP: Langweilig.

Bei Herrn Kleinböck gefallen die großen Schriften, das ist leicht zu erfassen.

Die Seiten von CDU und SPD arbeiten st√§rker als die anderen beiden mit Bildern. Bei diesem Vergleich liegen die Gr√ľnen noch hinter der FDP.

Wenn es ans „Eingemachte“ geht, also an den tats√§chlichen Informationsgehalt, f√ľhrt die Seite von Uli Sckerl mit einem ganz beachtlichem Abstand vor allen anderen. Man merkt, hier wird informiert, statt nur pr√§sentiert. Es geht am wenigsten um die Darstellung der Person, sondern um aktuelle Politik und Hintergr√ľnde.

Inhaltlich entt√§uscht hingegen auf den ersten Blick die Seite der FDP am meisten, dann die der CDU. Das SPD-Angebot ist auch nicht wirklich √ľberzeugend, aber doch „informativer“ als von CDU und FDP.

Gerhard Kleinböck, SPD: Emotional authentisch.

Ganz schwach stellen sich die Angebote in Sachen Wahlkreis dar: Herr Sckerl verlinkt auf die Seiten der Gemeinden. Sonst gibt es keine „Vor-Ort“-Informationen. Herr Kleinb√∂ck pr√§sentiert Texte wie aus einer Tourismusbrosch√ľre und verlinkt auf SPD-Angebote.

Herr Wacker hat nur einen kurzen Text zum Wahlkreis, bei Frau Dr. Arnold fehlt der Punkt ganz. Das zeigt insgesamt keine besonders gro√üe Verbundenheit. Hier muss man als W√§hlerin und W√§hler erwarten k√∂nnen, das f√ľr jeden Ort die wichtigsten Themen dargestellt sind, damit man auch wei√ü, dass die Kandidaten diese „auf dem Schirm haben“.

Immerhin: Herr Kleinb√∂ck bietet auf der Seite ein Facebook-Freunde-Feature auf eine eigene Seite an, die aber mit 60 „Fans“ noch nicht sonderlich frequentiert ist. Die heutigen „Standards“ Facebook und Twitter fehlen bei CDU und FDP ganz – auch hier liegt die Gr√ľne Seite vorne, die alle Dienste im oberen Bereich anbietet. Allerdings nicht personalisiert auf die Person Sckerl, sondern auf die Gr√ľnen Baden-W√ľrttemberg.

√úber die einzelnen „Engagements“ bei Facebook braucht man nicht viel sagen – die sind entweder nicht vorhanden wie bei Herrn Wacker oder nicht ordentlich betreut.

Aber: B√ľndnis90/Die Gr√ľnen Baden-W√ľrttemberg und die SPD im Land haben gut frequentierte Facebook-Seiten – auch hier bleiben CDU und FDP chancenlos.

W√ľrde man eine Wahlprognose anhand der Internetaktivit√§ten abgeben m√ľssen, w√ľrden die G√ľnen klar st√§rkste Partei, gefolgt von der SPD. Weit abgeschlagen w√§re die FDP, die aber immerhin noch vor der CDU landen w√ľrde.

Erstaunlich ist bei allen, wie ausbaufähig die Angebote sind. Gute und informative Internetseiten sind heutzutage kein Hexenwerk mehr. Bis auf die FDP haben die Parteien auch sichtbar Energie in die Auftritte gelegt Рleider nicht sehr konsequent.

Georg Wacker, CDU: Eigentlich modern, aber inhaltsleer.

Sehr gut gef√§llt die Informationsdichte bei Uli Sckerl. Von der „Nutzbarkeit“ ist aber die Seite von Herrn Kleinb√∂ck besser. Herr Wacker gewinnt auf den ersten Blick und f√§llt dann stark ab. Frau Dr. Arnold √ľberzeugt √ľberhaupt nicht, obwohl eigentlich doch ganz ordentlich Informationen angeboten werden. Das Angebot bleibt aber zu steril, zu lustlos, zu wenig engagiert.

Zu aktuellen politischen Themen bieten nur Herr Skerl und Herr Kleinb√∂ck wirklich etwas an. Die SPD entt√§uscht aber, weil es nicht √ľber Statements hinausgeht. Sieger ist eindeutig die Seite von Herrn Skerl, der starkt auf Stuttgart21 setzt, was bei Herrn Kleinb√∂ck nicht vorkommt.

Die Angebote von CDU und FDP sind inhaltlich nicht weiter erw√§hnenswert, bis auf die Tatsache, dass Herr Wacker den Regierungsbonus voll ausspielt. Nat√ľrlich ist Ministerpr√§sident Mappus pr√§sent. Eigentlich ist die Seite „optisch“ am klarsten – sie ist aber inhaltlich am schw√§chsten.

Insgesamt ist es erstaunlich, dass sich die Kandidaten hier nicht mehr anstrengen. Im Vergleich zu klassischen „Werbemitteln“ kann eine Website viel mehr leisten – rund um die Uhr. Doch wirklich ausspielen tut das keiner, wenn auch Herr Sckerl das umfangreichste Angebot hat und am „aktuellsten“ ist, was die thematischen Schwerpunkte aus seiner Sicht angeht.

Was Web 2.0-Qualit√§ten betrifft, ist keine der Parteien √ľberzeugend am Start. Und alle Layouts lassen sich noch deutlich verbessern, wenngleich die CDU hier die Nase vorne hat. Den Vorsprung gibt sie inhaltlich aber sofort ab.

Niemand erwartet, dass hier h√∂chste „Design-K√ľnste“ umgesetzt sind. Aber Standards sollten es doch sein. Und vor allem w√ľnscht man sich mehr Inhalte. Den bieten die Gr√ľnen – aber auch die nicht „vorbildhaft“. Beispiel: Eine „Begr√ľ√üung“, die immer gleich bleibt, braucht kein Mensch. Das gilt auch f√ľr die FDP-Seite.

Aktuelle Texte und andere Informationen und Termine m√ľssen nach vorne. Politische Inhalte eben.