Samstag, 20. Oktober 2018

OB Bernhard fĂŒr den Erhalt der Kripo-Außenstelle

„Ein Affront gegen die BĂŒrger“

Weinheim/Rhein-Neckar, 03. Februar 2012. (red/pm) Weinheims OB Heiner Bernhard setzt sich fĂŒr den Erhalt der Kripo-Außenstelle in Weinheim ein. Gleichzeitig spricht sich Bernhard auch gegen eine Fusion der Polizeidirektion Heidelberg und dem PolizeiprĂ€sidium Mannheim aus.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Straftaten werden weiterhin vor Ort stattfinden, die EinbrĂŒche an der HaustĂŒr, die ÜberfĂ€lle auf der Straße, die Verbrecher werden sich bestimmt nicht zentralisieren, und die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben ein Recht darauf, dass es auch vor Ort schlagkrĂ€ftige kriminalpolizeiliche Einheiten gibt“, sagt Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard.

Er macht keinen Hehl daraus, dass er sich – gemeinsam mit seinen BĂŒrgermeisterkollegen der Bergstraße – fĂŒr den Erhalt der Kriminalaußenstelle der Polizeidirektion Heidelberg in Weinheim einsetzen wird. Die Statistik der letzten Jahre aber auch andere örtliche Bedingungen sprĂ€chen, so der OB, klar fĂŒr die Bedeutung und den Erhalt der Außenstelle in Weinheim als nördlichem Außenposten an strategisch entscheidender Stelle.

Mehr als 440 FĂ€lle seien hier allein im Jahr 2011 bearbeitet worden, dazu mehr als 40 Vermisstenfahndungen und mehr als 30 Todesermittlungsverfahren, die statistisch nicht erfasst werden.

„Mammutbehörde“ zu unflexibel

Gleichzeitig sprach sich der OB – wie seine Kollegen – vehement gegen eine von der Landesregierung ins GesprĂ€ch gebrachte Fusion der Polizeidirektion Heidelberg und dem PolizeiprĂ€sidium Mannheim aus. Eine „Mammutbehörde“ mit 2600 Beamten könne der Sicherheitslage in der Region nicht gerecht werden, sie wĂ€re viel zu unflexibel.

Der Abzug der Kripo-Außenstelle aus Weinheim werde sich direkt auf das Sicherheitsempfinden aber auch konkret negativ auf die Sicherheitslage in der Stadt
und den Nachbarkommunen auswirken.

Besonders bei RauschgiftkriminalitĂ€t, bei der AufklĂ€rung von Sexualdelikten und RaubĂŒberfallen seien Orts- und Personenkenntnis fĂŒr eine erfolgreiche Polizeiarbeit unerlĂ€sslich, so Bernhards Erfahrungen. Die Schließung wĂŒrde die PrĂ€senz deutlich verschlechtern, fĂŒrchtet der OB. Die Schutzpolizei könne dies nicht auffangen.

Gerade angesichts einer HĂ€ufung von Einbruchsdelikten in den Ortsteilen wĂ€re eine Schließung der Kripo-Außenstelle „ein Affront gegen die BĂŒrger“.

Die Fahndungserfolge der letzten Jahre hĂ€tten gezeigt, „wie wichtig es ist, wenn die Kripo die örtlichen VerhĂ€ltnisse und die Szene kennt“. Diese ĂŒber Jahre erworbenen Qualifikationen wĂŒrde man geradezu fahrlĂ€ssig verschwenden, so der OB. Die Grenzlage Weinheims mache außerdem eine funktionierende Kooperation mit Polizeidienststellen in Hessen erforderlich.

Eine zentrale Kripo in Heidelberg könne das schon aus EntfernungsgrĂŒnden nicht leisten. „Überall versuchen wir dem BĂŒrger entgegenzukommen, aber hier wĂŒrde
das Gegenteil passieren“, argumentiert Weinheims Rathauschef.  Anzeigen von Kriminaldelikten, die an der Bergstraße begangen werden, mĂŒssten in Mannheim oder Heidelberg aufgegeben werden.

Weinheimer Außenstelle arbeitet effizient

„Man wĂŒrde kleine, sehr effektiv arbeitende Organisationseinheiten ohne Not zerschlagen“, kann Bernhard nicht verstehen. Die Außenstellen der Kriminalpolizei Heidelberg hatten in den letzten Jahren mehr als die HĂ€lfte aller FĂ€lle der Kripo im Einzugsbereich der PD bearbeitet. Das beweise die Effizienz.

Der OB verweist auch auf eine sehr gute Kooperation der Stadt und ihrer Partner mit den Beamten der Kripo-Außenstelle. „Der kurze Draht ist fĂŒr uns aber zum Beispiel auch fĂŒr unsere Schulen ein entscheidender Sicherheitsfaktor“, so Bernhard.

Auch sei die Lage der Kripo am Hauptbahnhof strategisch optimal. Es sei außerordentlich verwunderlich, wie man einen solchen Standort aufgeben könne. Die Auflösung ergebe nicht mal ein Sparpotential fĂŒrs Land, da die Kripo ja im GebĂ€ude des Weinheimer Polizeireviers untergebracht sei.“