Dienstag, 21. November 2017

Gr√ľne werfen Direktor des Regionalverbands Verletzung des Neutralit√§tsgebots vor

„Kritik nicht nachzuvollziehen.“

Buergerentscheid_Schlusche_zitat

Aufgrund dieses Zitats wirft der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl dem Verbandsdirektor Ralph Schlusche eine Verletzung des Neutralit√§tsgebots vor. (Quelle: Informationsbrosch√ľre der Stadt Weinheim)


Weinheim, 07. September 2013. (red/aw) Eine weitere Diskussion rund um die B√ľrgerinformtaionsbrosch√ľre zum B√ľrgerentscheid ist entbrannt, nachdem die Gr√ľnen dem Direktor des Regionalverbands Rhein-Neckar, Ralph Schlusche, die Verletzung des Neutralit√§tsgebots vorwurf. Grund daf√ľr war eine Stellungnahme in der Brosch√ľre, die auf der Bef√ľrworter-Seite zu finden ist. Der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl kritisierte, dass die Aussage den Meinungsbildungsprozess beeinflussen k√∂nne. Ralph Schlusche selbst wurde von den Gr√ľnen zu dem Vorwurf nicht kontaktiert. Wir haben bei ihm nachgefragt. [Weiterlesen…]

Wahl erfolgte einstimmig

CDU Weinheim wählt Roger Schäfer erneut zum Vorstand

Weinheim, 07 Mai 201. (red/pm). Die Mitgliederversammlung des CDU Ortsverbandes Weinheim hat bei der Vorstandswahl am vergangenen Donnerstagabend Roger Sch√§fer erneut zum Vorsitzenden gew√§hlt und ihm einen mehr als deutlichen Vertrauensbeweis ausgesprochen. Die Abstimmung verlief ohne Gegenstimmen und mit einer Enthaltung. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Mit „klassischen Medien“ werden Sie aus zweiter Hand informiert. Pr√§dikat: „mangelhaft“.


Guten Tag!

07. Februar 2011. Haben Sie mitbekommen, dass in der arabischen Welt eine Revolution stattfindet? Ja? Wie haben Sie sich dar√ľber informiert? √úber ARD und ZDF? In Ihrer lokalen Tageszeitung? Dann sind Sie leider vermutlich sehr schlecht informiert. Oder haben Sie sich online informiert? Dann k√∂nnten Sie besser informiert sein, wenn Sie die richtigen Quellen kennen.

Von Hardy Prothmann

Wer sich in Deutschland √ľber die Revolution in den arabischen Staaten informieren m√∂chte, ist denkbar schlecht beraten, wenn er daf√ľr ARD und ZDF oder „seine Zeitung“ benutzt und darauf vertraut, umfassend, hintergr√ľndig und aktuell informiert zu werden.

Informationen? Klar – gibts im Ausland.

Tatsache ist: Man ist viel besser informiert, wenn man die Programme von Al Jazeera, CNN oder BBC einschaltet. Oder die Berichterstattung der amerikanischen New York Times, der spanischen El Pais, der französischen Le Monde oder des britischen Guardian verfolgt.

Das Problem dabei ist: Man muss schon einigermaßen gut Englisch können, um die Nachrichten der Sender und Zeitungen zu verfolgen. Oder ausreichend Spanisch oder Französisch. Gute arabische Sprachkenntnisse wären noch mehr von Vorteil Рdenn dann könnte man viele Originalmeldungen verstehen.

Begrenzte Globalisierung.

Das gr√∂√üte Problem: Wenn man das nicht kann, ist man auf die Angebote von ARD und ZDF oder der Lokalzeitungen im wahrsten Sinne des Wortes „begrenzt“ – und das in Zeiten der Globalisierung.

Sie k√∂nnen sicher davon ausgehen, dass weder der Mannheimer Morgen, noch die Rhein-Neckar-Zeitung und schon gar nicht die Weinheimer Nachrichten irgendeine eigene redaktionelle Leistung zur Lage anbieten wollen oder k√∂nnen. Was Sie auf den Titelseiten lesen, sind ganz √ľberwiegend „Agenturmeldungen“.

Die erscheinen auch in Dutzenden anderen Zeitungen. 1:1. Das sind Berichte, die wie industriell gefertigte Tielk√ľhlpizzen vervielf√§ltigt werden. Ohne „eigenes Rezpt“, ohne eigene „Experten“, ohne eine eigenst√§ndige Leistung der jeweiligen Redaktion.

Vor Ort ist immer lokal.

Unser Anspruch ist die lokale und regionale Berichterstattung – aber immer, wenn die Nachrichtenlage es erfordert, bringen wir auch die „Weltnachrichten“ zu unseren Leserinnen und Lesern. Denn wir alle leben vor Ort, interessieren uns aber auch daf√ľr, was woanders passiert.

Hardy Prothmann schreibt seine Meinung auf. Die ist "geprothmannt". Bild: sap

Unser Interview mit Christoph Maria Fr√∂hder, einem der erfahrensten und besten deutschen Krisenreporter der vergangenen Jahrzehnte auf dem Rheinneckarblog hat Wellen geschlagen. ARD und ZDF waren „not amused“ √ľber die klaren Worte und die eindeutige Kritik. „Intern“ haben wir erfahren, dass das ZDF „stinksauer“ auf uns ist.

„So what“, sagen wir und sind ebenfalls „stinksauer“ – √ľber die unzureichende und schlechte Berichterstattung der mit Milliarden an GEZ-Geb√ľhren „gepamperten“ Sender, von denen wir und unsere Leserinnen und Leser zu Recht mehr als diese schwachen Leistungen erwarten.

√úber das Interview mit Herrn Fr√∂hder hinaus haben wir uns um exklusive Nachrichten bem√ľht und „berichten“ anders, als das √∂ffentlich-rechtliche Sender und Zeitungen tun. Wir verlinken Quellen und kommentieren diese auf Facebook und Twitter. Zwei Internet-Dienste, die mit daf√ľr verantwortlich gemacht werden, dass die „arabische Revolution“ gegen den Terror und die Diktaturen √ľberhaupt m√∂glich geworden ist.

Es gibt durchaus eine Verbindung zwischen den arabischen L√§ndern und Deutschland. Wer sich hier wie dort auf die „klassischen Medien“ verl√§sst, erh√§lt immer nur gefilterte Nachrichten.

Zweifel an der Qualit√§t m√ľssen immer m√∂glich sein.

ARD und ZDF sind ebenso wie Lokalzeitungen sicherlich nicht mit der Rolle von staatlich gesteuerten Medien in Diktaturen zu vergleichen Рaber man darf durchaus Zweifel an der Qualität ihrer Produkte haben. Vor allem dann, wenn man vergleicht, was das Produkt, in diesem Fall Journalismus, leistet.

W√ľrde man den Journalismus vieler deutscher Medien mit der Autoindustrie vergleichen, st√§nde unumst√∂√ülich fest, dass deutsche Medien deutlich weniger Komfort, Leistung, Innovation bieten als „ausl√§ndische Anbieter“, dass das Preis-Leistungsverh√§ltnis ebenso wie die „Pannenstatistik“ und auch der „Service“ katastrophal sind und unterm Strich einfach nur ein „mangelhaft“ √ľbrig bleibt.

Das gilt selbst f√ľr den „gelben Faktor“, also die so genannte „Yellow-Press“. Alle interessanten „Nachrichten“ und „Infos“, die man hierzu in Deutschland lesen kann, sind nur ein „Ab-„Klatsch internationaler Meldungen und werden in Deutschland „wiederverwertet“. Ausnahmen liefern ab und an Bild und Bunte, die „Promis“ aus der vorletzten Reihe irgendwie „interessant“ machen.

Die Umbr√ľche in der arabischen Gesellschaft zeigen einen desastr√∂sen Zustand des deutschen Journalismus. Wo lesen, h√∂ren, sehen Sie die Berichte von vor Ort √ľber das, was Muslime hier erleben, wenn diese die Nachrichten in Tunesien und √Ągypten verfolgen? Wo sind die Berichte, wie Deutschland sich mit seiner weltweit einzigartigen „Erfindung“ des Mauerfalls als Partner f√ľr europ√§ische Nachbarl√§nder (und das sind alle Mittelmeer-Anreiner-Staaten) einsetzen k√∂nnte?

Geduld? hat die Welt nicht mehr.

Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel diskreditiert sich v√∂llig, wenn sie zur „Geduld“ mit einem Diktator wie Husni Mubarak aufruft. √úbersetzt hei√üt das: „Habt Geduld mit mir, denn ich habe keine Ahnung, wie ich mit der Situation umgehen soll.“

Was haben Tunesien und √Ągypten nun mit unserer lokalen und regionalen Berichterstattung zu tun?

Sehr viel mehr, als heute, hier und jetzt auf den ersten Blick klar sein mag.

Zuk√ľnftig werden Entscheidungen und Entwicklungen, die in Bayern oder Schleswig-Holstein fallen, auch in Nordbaden ein Rolle spielen.

Warum? Weil man hier vor Ort erfahren kann, was dort vor Ort passiert oder passiert ist.

Facebook und Twitter schaffen Demokratie. Absurd? Nein. Real.

Man kann diese Informationen verwenden, um den Schaden, der woanders entstanden ist, abzuwenden. Und noch viel besser: Man kann das, was woanders gut oder sehr gut „gelaufen ist“ einfach √ľbernehmen. Gut informiert – mit allen „problematischen“ und allen „positiven“ Erfahrungen.

Das ist ein Erfolg der „Facebook“-Generation, der freien Medien oder auch nur der „Handy-Revolution“, wie Beobachter √Ągypten einordnen. Man verbindet sich, man kommuniziert miteinander, man tauscht sich aus, man hat mehr als eine Quelle der Information.

Das ist die Basis f√ľr friedliche „Revolutionen“ – die √§gyptischen Regime-Gegner sind nicht als Brandschatzer und Gewaltverbrecher aufgefallen, sondern durch ihren Willen zur Demokratie – sehr zur Verwirrung „gepr√§gter“ Meinungen, die sich schwer tun, eine Muslim-Bruderschaft als notwendige Organisation anzuerkennen.

Das ist neu, das ist einzigartig, das gibt Hoffnung.

Von den Medien darf man erwarten, dass sie Mubarak einen alten Mann sein lassen. Der 82-j√§hrige Diktator soll sich in Heidelberg behandeln lassen d√ľrfen. Egal, was das kostet. G√∂nnen wir ihm den „goldenen Abgang“ – der Mann ist so reich und hat sein Volk so sehr betrogen. Bringt irgendein „Tribunal“ eine Besserung f√ľr seine „Untaten“?

Eher nicht.

Tunesien und √Ągypten sind beliebte Reisel√§ner der Deutschen – und mal ganz ehrlich? Lohnt es sich nicht, f√ľr einen entspannten Urlaub unter afrikanischer Sonne, ein wenig f√ľr Demokratie, gerechte L√∂hne und stabile Verh√§ltnisse einzutreten?

Der „Service“ w√ľrde sicher davon profitieren. Oder auch unserer aller Bekenntnis zur Demokratie.

Deswegen: Nutzen Sie die neue Medien. Verfolgen Sie, was passiert.

Schreiben Sie Ihre Meinung auf. Schreiben Sie an die Programmbeiräte von ARD und ZDF. Stellen Sie Forderungen. Schreiben Sie an die Zeitungen und fordern Sie mehr Informationen.

Die Menschen in √Ągypten und Tunesien und anderswo tun das auch. Weil sie gerne in einer freiheitlichen Ordnung leben w√ľrden.

Diese Menschen gehen dabei ein hohes Risiko ein – wir haben die M√∂glichkeit, ohne Risiko f√ľr Menschenrechte, Freiheit und Demokratie einzutreten.

Tun wir das nicht, wächst das Risiko, dass wir das irgendwann nicht mehr ohne Risiko können.

Anmerkung der Reaktion:
Unsere „allererste“ Aufgabe, die lokale Berichterstattung mag etwas „gelitten“ haben – wir hoffen, Sie sehen uns das nach, angesichts der Belastung. Wir sind nur ein kleines Team. Sie k√∂nnen sicher sein, dass wir an den Themen vor Ort dranbleiben.

„Geprothmannt“ erscheint im Wechsel mit anderen Kolumnen immer montags.