Mittwoch, 22. November 2017

Die heiße Phase vor dem BĂŒrgerentscheid am 22. September lĂ€uft

Von wegen „Wir-GefĂŒhl“: BĂŒrgerentscheid spaltet die Stadt

Weinheim, 03. September 2013. (red/aw) Mittlerweile mĂŒsste jeder Wahlberechtigte in Weinheim die InformationsbroschĂŒre zum BĂŒrgerentscheid erhalten haben. Die Stadt hat somit ihre Pflichtbeitrag zur öffentlichen Meinungsbildung erfĂŒllt. Bald also sind Sie dran. Am 22. September bestimmen Sie die weitere Gewerbeentwicklung in Weinheim mit. Sie sind noch unentschlossen? Kein Wunder, denn seit Monaten hauen sich BefĂŒrworter und Gegner des FlĂ€chentauschs die Argumente um die Ohren. Mit dem Ergebnis, dass die Stadt zweigeteilter ist denn je. Auch innerhalb der Fraktionen brodelt es inzwischen. [Weiterlesen…]

CDU GemeinderĂ€tin Susanne Tröscher: „Ich distanziere mich von dieser Jungen Union“

JU noch nicht trocken hinter den Ohren?

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Susanne Tröscher (links) hĂ€lt die Veröffentlichung der JU zum Thema BĂŒrgerentscheid mit dem Titel „Die Breitwiesen wĂ€re ideal“  fĂŒr törricht und unqualifiziert. Auf dem Foto zu sehen sind des weiteren Fritz Pfrang und Elisbeth Kramer.

 

Weinheim, 31. August 2013. (red/pm) Ist es jugendlicher Leichtsinn oder ein knallharter Affront? Der Text der Jungen Union unter Vorsitz des Stadtrats Sascha Pröhl hat „reingehauen“ – vor allem innerhalb der CDU. Es gibt auch innerhalb der Partei ein „verstĂ€ndnisloses KopfschĂŒtteln“ ĂŒber die Inhalte, wie uns hinter vorgehaltener Hand ĂŒbermittelt wird. Die CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher, Mitglieder BI zum Erhalt der Breitwiesen, glaubt, dass Sascha Pröhl und die Junge Union sich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. [Weiterlesen…]

Der Kampf um die Stimmen hat begonnen: Alle KommunikationskanÀle werden bedient

Endspurt fĂŒr den BĂŒrgerentscheid „Breitwiesen“

Weinheim, 19. August 2013. (red/aw) Es ist nur noch gut einen Monat Zeit bis zum BĂŒrgerentscheid und die Stadtverwaltung nimmt in ihrer Informationskampagne Fahrt auf. YouTube-Videos, Facebook-Chat und Co. sollen dazu dienen, die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu einem „Nein“ am Wahltag zu bewegen. Die BĂŒrgerinitiative „Rettet die Breitwiesen“ hĂ€lt krĂ€ftig dagegen. Erst am vergangenen Samstag lud sie zu einer Kundgebung auf dem Weinheimer Marktplatz und fĂŒhrte Interessierten anschaulich vor, dass „Schafe nun mal keinen Beton fressen“. Der Kampf um die Stimmen fĂŒr oder gegen ein neues Gewerbegebiet in Weinheim ist damit endgĂŒltig eröffnet. [Weiterlesen…]

Dieses Jahr mit Motto

Im MĂ€rzen der Bauernmarkt . . .

Weinheim, 26. MĂ€rz 2013. (red/pm) Auf dem Marktplatz gibt es jetzt wieder jeden Samstag frische Sachen und neue Ideen, denn am Weinheimer Bauernmarkt werden wieder frische Waren geboten. [Weiterlesen…]

Landwirtschaftsminister informierte sich zum Stand des „ILEK-Projektes“

Vom Breisgau ĂŒber die Bergstraße nach BrĂŒssel

Landwirtschaftsminister Alexander Bonde. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 29. Januar 2013. (red/pm) Besser vorbereitet kann ein Landwirtschaftsminister eigentlich nicht nach BrĂŒssel kommen, der Behördenhauptstadt Europas. LĂŒtzelsachsener Wein im GepĂ€ck, eine bunt mit touristischen Attraktionen gefĂŒllte Info-Mappe von der Bergstraße, gestĂ€rkt mit badisch-spanischen Tapas aus dem „CafĂ© Florian“ am Weinheimer Marktplatz und mit erfreulichen Infos von der „BlĂŒhenden Bergstraße“.

Information der Stadt Weinheim:

„Alexander Bonde (38) aus Freiburg, grĂŒner Landwirtschaftsminister der grĂŒn-roten Regierung in Stuttgart, legte am Sonntag – auf Einladung seines Parteifreundes Uli Sckerl – auf seiner Fahrt vom Breisgau ĂŒber die Bergstraße nach BrĂŒssel in Weinheim eine informelle Mittagsrast ein. „Es war die passende Gelegenheit, einen direkten Kontakt mit dem Minister herzustellen“, freute sich Sckerl, MdL und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der GrĂŒnen-Fraktion im Landtag, bei seiner BegrĂŒĂŸung. Es passte in der Tat gut, denn Bondes Ministerium und die Bergstraße im Rhein-Neckar-Kreis – zwischen Heidelberg und der hessischen Grenze – haben aktuell ein gemeinsames Thema: Das Integrierte Landschaftsschutzprojekt ILEK; das ist eine konzertierte Aktion von Kommunen, Behörden und VerbĂ€nden, die sich den Erhalt der BlĂŒhenden Bergstraße als Kulturlandschaft auf die Fahnen geschrieben haben. Einfach ausgedrĂŒckt: Durch eine Organisation der Pflege von GrundstĂŒcken und Wegen soll die Verbuschung der Bergstraße verhindert werden. Es soll weiterhin Wiesen, GĂ€rten und Weinberger geben.

„Wir sind sehr dankbar dafĂŒr, dass es dieses tolle Projekt gibt“, lobte Landrat Stefan Dallinger, der ebenso wie Weinheims BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner ein bekennender Fan von Bergstraßen-Wanderungen ist. Land, Landkreis und Kommunen seien sich einig, und man wisse vor Ort die finanzielle Beteiligung des Landes, zum Beispiel an Personalkosten, durchaus zu schĂ€tzen. Fetzner informierte den Minister dann ĂŒber den aktuellen Stand des ILEK-Projektes, das an der Bergstraße ĂŒber eine verbesserte Landschaftspflege, Naturschutzmaßnahmen, Investitionen in den Wegebau und eine Forcierung der Flurneuordnung umgesetzt wird. Interessante und durchaus schon konkrete Themen sind geplant, wie der Ausbau des Burgen- und BlĂŒtenweges zum zertifizierten „QualitĂ€tswanderweg“ oder eine „GrundstĂŒcksbörse“. Minister Bonde sprach das „magische Dreieck“ an, mit dessen Hilfe MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann immer die optimale Nutzung von Landschaft beschreibe: Aspekte des Naturschutzes mĂŒssten genauso gehegt werden wie der Landwirtschaft und des Tourismus.

„Mit diesen Instrumenten arbeiten Sie hier schon vorbildlich“, bescheinigte der Landwirtschaftsminister, der sich entsprechend im Goldenen Buch der Stadt Weinheim verewigte: „Weiter viel Erfolg mit ILEK und der blĂŒhenden Bergstraße“, so steht es dort oberhalb seiner Signatur zu lesen. Einen Appell von Stadt- und Tourismusmanagerin Maria Zimmermann und Landrat Dallinger nahm der Politiker noch mit: Mit der geplanten touristischen Zusammenfassung unter dem Begriff „Nördliches Baden-WĂŒrttemberg“ können sich die Touristiker vor Ort nicht anfreunden. „Wir werben mit unseren Sonnenstunden und dem mediterranen Flair, da passt der Begriff Norden nicht“, fand Maria Zimmermann. „Lassen Sie uns die bestens eingefĂŒhrten Labels“, wĂŒnschte sich der Landrat.“

Hauptversammlung der Linken

„Beton erzeugt kein Brot“

Weinheim, 18. Juli 2012. (red/pm) Am Dienstag fand die Hauptversammlung der Weinheimer Linken statt. Zu Beginn der Versammlung richtete der stellvertretende Vorsitzende des Weinheimer Bauernverbandes, Karl BĂ€r, ein Grußwort an die Anwesenden. Er bedankte sich bei den Linken fĂŒr die tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung der BĂŒrgerinitiative zum Schutz der Breitwiesen: Die Linke habe entgegen den etablierten Parteien die Problematik des Landverbrauchs erkannt. Jedes Jahr gingen in Deutschland wertvolle AckerflĂ€chen verloren, indem sie zugebaut werden. Jedoch: „Beton erzeugt kein Brot“, so BĂ€r. Die Landwirtschaft sei ökologisch, ökonomisch und sozial ein nachhaltiger Wirtschaftsfaktor, der dringend erhalten werden mĂŒsse.

Information des Ortsverbandes Weinheim:

„Jeder Schritt wirkliche Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme“

Im Anschluss stellte der Linken-Vorsitzende Carsten Labudda den TĂ€tigkeitsbericht der letzten zwei Jahre vor. Dabei verwies er auf seinen Stellvertreter JĂŒrgen Gulden, der vor fĂŒnf Jahren die Losung ausgegeben habe: „Wir wollen durch KontinuitĂ€t ĂŒberzeugen.“ So biete die Linke in Weinheim seit Jahren einen monatlichen Stammtisch, einen kommunalen Arbeitskreis und zahlreiche Veranstaltungen an, die stets fĂŒr alle interessierten BĂŒrger offen seien und von diesen auch immer wieder gern genutzt werden, um ihre Anliegen vorzubringen.

Es habe sich in der Stadt herumgesprochen, dass das „KĂŒmmern um die Belange der Menschen“ im Mittelpunkt der politischen Arbeit der Linken stehe. Gemeinsam mit den engagierten BĂŒrgern der Stadt habe man auch als kleine Partei tolle Erfolge erringen können. Labudda erinnerte an die Eröffnung des stĂ€dtischen BĂŒrgerbĂŒros in der Weststadt und die Erhöhung des Zuschusses fĂŒr die TagesmĂŒtter. Ebenso habe die Linke dazu beigetragen, dass die Planung der Eichelberghalle wieder in den stĂ€dtischen Haushalt aufgenommen wurde.

„Bewegung“ wichtiger als „Programme

Dass die Verwaltung ihren Haushaltsentwurf bereits mit der Einbringung auf der Website der Stadt zum Download anbiete, so dass die BĂŒrger sich von Anfang an detailliert ĂŒber die Planungen informieren können, sei ebenfalls ein Verdienst der Linken. Mit vielen kleinen Schritten habe die Linke bei den BĂŒrgern Weinheims an Akzeptanz und Vertrauen gewonnen: „Die Menschen wissen, dass sie mit ihren Anliegen zu uns kommen können, weil wir sie Ernst nehmen“, so Labudda. Dann erinnerte er unter dem Beifall der Genossen an den Philosophen Karl Marx, der mit Blick auf die Parteien einst sagte: „Jeder Schritt wirkliche Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme.“

Bei der Anschließenden Vorstandswahl wurde Stadtrat Carsten Labudda von den Genossen einstimmig als Vorsitzender bestĂ€tigt. Der bisherige Stellvertreter JĂŒrgen Gulden zog sich aus gesundheitlichen GrĂŒnden aus der Vorstandsarbeit zurĂŒck. Die Linken bedankten sich mit großem Applaus fĂŒr seine engagierte Arbeit. An seiner Stelle wird kĂŒnftig Matthias Hördt im Vorstand vertreten sein. Die bisherigen Beisitzer Ernst Ihrig und Cemal Demirci wurden wieder gewĂ€hlt.“

Landwirtschaft und BĂŒrgerbeteiligung sind die Themen

Spaziergang in die Breitwiesen

Strahlender Sonnenschein in den Breitwiesen und zahlreiche SpaziergÀnger: Die Natur soll erhalten bleiben! Quelle: Privat.

 

Weinheim, 20. Juni 2012. (red/pm) Neues Gewerbegebiet in der Feldflur? Fragen und Antworten zum Thema Naturschutz und dem aktuell von der Stadt Weinheim geplanten Gewerbegebiet wurden den zahlreichen interessierten SpaziergĂ€ngern bei der Begehung im Hammelsbrunnen und in den Breitwiesen nĂ€her gebracht. Bauern und Mitglieder der BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen‘“ klĂ€rten auf – die Fertigstellung des helfenden „BĂŒrgergutachtens“ indes lĂ€sst noch auf sich warten.

Von Elisabeth Kramer

Die Mitglieder der BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen‘“ strahlten mit der Sonne um die Wette: Über 80 SpaziergĂ€ngerInnen waren gekommen, um sich im Hammelsbrunnen und in den Breitwiesen umzusehen und ErlĂ€uterungen dazu zu hören. Schließlich will die Spitze der Stadt Weinheim ein Gewerbegebiet in der Feldflur ermöglichen, und das wiederum missfiel der Gruppe beim Wandern immer mehr.

Landwirtschaft und Brutraum vs. neue ArbeitsplÀtze?

Viele Fragen gab es und reichlich Antworten von den Bauern Karl BĂ€r und Fritz Pfrang, war doch die Landwirtschaft das große Thema. Der Unterschied zwischen Körner- und Silomais hat sich zwar nicht allen erschlossen, deutlich war aber die Vielfalt der Feldflur, wo neben diesen ĂŒppigen GrĂ€sern auch GrĂŒnland, Weizen, Luzerne, Gerste und Hafer (siehe Foto) zu bewundern war. ErklĂ€rt wurde, warum in Weinheim nirgends bewĂ€ssert werden muss: Die hochwertigen Böden der ehemaligen Weschnitz-Aue halten die Feuchtigkeit besser als die Sandböden der Umgebung. Und genau diese guten Böden sind sowohl im Hammelsbrunnen, wie in den Breitwiesen zu finden, wobei letztere dank der Flurbereinigung die grĂ¶ĂŸeren AckerflĂ€chen bieten und damit leichter zu bewirtschaften sind. Auch der Naturschutz kam zu Wort: Siegfried Demuth erklĂ€rte, warum nicht nur der Hammelsbrunnen schĂŒtzenwert sei, also die FlĂ€che mit den vielen GĂ€rten direkt am Krankenhaus.

Erhöht das Gewerbegebiet wirklich die Weinheimer LebensqualitÀt? Quelle: Privat.

 

So bieten die großflĂ€chigen Felder in den Breitwiesen unter anderem der Feldlerche Brutmöglichkeiten. Und ĂŒberhaupt zieht der Naturschutz sogar intensive Landwirtschaft einem Gewerbegebiet vor. Dann hĂ€tte die Natur hier gar keine Chance mehr. Beim Gang durchs GelĂ€nde kam auch das große Inserat des Dr. Peter Schuster zur Sprache. Warum setzt sich ein Mitglied der Familie Freudenberg so vehement ein fĂŒr ein Gewerbegebiet in den Feldern? Warum beklagt er den Verlust von Weinheimer ArbeitsplĂ€tzen, wenn dies doch hauptsĂ€chlich im Bereich eben dieser Firma geschah? Wie kann er nur behaupten, dass die LebensqualitĂ€t in Weinheim erhöht werde – ausgerechnet durch ein Gewerbegebiet in den Breitwiesen?

Auch das weitere Verfahren der BĂŒrgerbeteiligung war natĂŒrlich ein Thema. Verwundert nahm das große Publikum zur Kenntnis, dass erst Mitte Juli eine Kurzfassung des „BĂŒrgergutachtens“ fertig sein soll, die ausfĂŒhrliche Fassung dann am 24. August. Dabei hĂ€tten wir schon lĂ€ngst einen BĂŒrgerentscheid und damit unseren Frieden haben können!

Durchhaltevermögen zeigte sich aber schon beim Weg durch die Felder: Der gemĂŒtliche Gang bei schönsten Wetter schien alle nur zu bestĂ€rken, weiterhin auf dem Schutz der Feldflur zu bestehen. Es gibt Alternativen. Falls wirklich FlĂ€chen gebraucht werden, mĂŒssen endlich die vorhandene Potentiale genutzt werden – statt den leichten Weg zu gehen und uns Beton vor die Stadt zu setzen.

BĂŒrgerentscheid fĂŒr den Naturfrieden: Vorraussichtlich erst Ende August eine ausfĂŒhrliche Entscheidung. Quelle: Privat.

 

Anm. d. Red.: Elisabeth Kramer ist eine der Sprecherinnen der BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen“ sowie StadtrĂ€tin der GAL Weinheim.

 

Wer fĂŒr was steht

Dossier Breitwiesen: Die Akteure

Weinheim, 17. MĂ€rz 2012. (red) Im Streit um den FlĂ€chentausch Breitwiesen gegen Hammelsbrunnen stehen sich zwei Seiten gegenĂŒber. Doch hinter den zwei Seiten gibt es viele Standpunkte.

Pro FlÀchentausch

Die Sichtweise von OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard ist klar: Er will das wesentlich einfacher zu erschließende Areal Breitwiesen im FlĂ€chennutzungsplan haben, um große Firmen nach Weinheim locken zu können. 43 Hektar plane FlĂ€che sind ein wirklich großes GrundstĂŒck – ideal geeignet fĂŒr beispielsweise Logistikbetriebe.

Der Gedanke dahinter: Gewerbeansiedlung bringt Gewerbesteuer und ArbeitsplĂ€tze und eventuell auch einige der als dringend gesehenen ZuzĂŒge von rund 1.500 NeubĂŒrgern nach Weinheim, damit die Stadt finanziell ihren Verpflichtungen nachkommen kann.

Zur Seite steht dem OB bislang die Mehrheit des Gemeinderats, der den FlĂ€chentausch im Oktober 2011 beschlossen hat. Die BefĂŒrworter halten neue Gewerbegebiete fĂŒr erforderlich, um Steuereinnahmen zu erzielen. FlĂ€chenverbrauch und VerĂ€nderungen des Landschaftsbildes interessieren sie als Argumente kaum.

Kontra FlÀchentausch

Dagegen steht die BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen“.

Hier versammeln sich ganz unterschiedliche „Lager“: Die GrĂŒnen-StadrĂ€tin Elisabeth Kramer, die CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher, der Linke-Politiker Matthias Hördt sowie der Bauernverband und der Naturschutzverband BUND.

Die Sichtweise der Bauern ist verstÀndlich: Sie wollen nicht auf wertvolles Ackerland verzichten, das ihrem Broterwerb dient. Die Breitwiesen sind intensiv nutzbar, Hammelsbrunnen hingegen nicht.

Der BUND will weder Hammelsbrunnen noch Breitwiesen entwickelt sehen und ist grundsĂ€tzlich gegen einen weiteren FlĂ€chenverbrauch. Eigentlich eine Position, die die neue und sogar die alte Landesregierung vorgegeben haben. Und der BUND steht auch der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung skeptisch gegenĂŒber, wĂŒnscht sich mehr ökologischen Landbau.

Die StadtrĂ€tinnen sind gegen die Verschandelung der Natur und fĂŒr ein Umdenken der Politik: Sie fordern neue Wege in der Ansiedlungspolitik von Unternehmen und der Förderung von Wirtschaft.

Weitere Akteure wie die RechtsanwĂ€ltin Ingrid Hagenbruch teilen diese Positionen und bringen weitere Argumente ein, beispielsweise die AttraktivitĂ€t der Stadt Weinheim als Siedlungsort fĂŒr NeubĂŒrger zu erhöhen und so den notwendigen Zuzug zu erreichen.

Alle zusammen wollen mehr BĂŒrgerbeteiligung.

Die BĂŒrger

Und dann sind da noch die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die mit fast 4.700 Stimmen deutlich gemacht haben, dass sie gegen ein Gewerbegebiet Breitwiesen sind. Sie sind eine breite StĂŒtze der BI in der Bevölkerung, die die Stadtverwaltung nicht vorweisen kann. Diese spricht nur abstrakt von der Gruppe der BefĂŒrworter. Wer das außer dem OB und der Mehrheit im Gemeinderat ist, bleibt offen.

BĂŒrgerinitiative zum Erhalt der Weinheimer Breitwiesen wartet auf Gutachten

„BĂŒrgerferne des OB absolut Ă€rgerlich und unverstĂ€ndlich“

Die BĂŒrgerinitiative bei der Übergabe von mehr als 5.000 Überschriften. Ganz links: OB Bernhard, Mitte: Fritz Pfrang.

Weinheim/Rhein-Neckar, 20. Januar 2012. (red/pm) Die BĂŒrgerinitiative „Rettet die Weinheimer Breitwiesen“ meldet sich abermals zu Wort und kritisiert das Verhalten von OB Heiner Bernhard. Der halte ein durch Steuergelder finanziertes Gutachten zurĂŒck. Die Initiative hat selbst ein Gutachten mit Spendengeldern erstellen lassen, dass in KĂŒrze veröffentlicht werden soll.

Presseinformation:

„Die BĂŒrgerinitiative zum Erhalt der Breitwiesen ist schwer enttĂ€uscht ĂŒber die mehr als bĂŒrgerferne Art und Weise, wie OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard mit dem BĂŒrgerbegehren umgeht. Sechzehn Prozent der wahlberechtigten Weinheimer Bevölkerung haben ihr Recht wahrgenommen und fordern ĂŒber dieses Thema in einem BĂŒrgerentscheid abzustimmen und der OB blockt jede öffentliche Diskussion darĂŒber mit dem Hinweis auf Geheimhaltung ab.

„Diese Haltung zeugt von BĂŒrgerferne und ist absolut unverstĂ€ndlich“

, Ă€ußerte der Vorsitzende des Bauernverbands Fritz Pfrang, einer der Initiatoren des BĂŒrgerbegehrens. Falls er glaube, damit den Elan und die Entschlossenheit der Bauernschaft erlahmen zu können, tĂ€usche er sich gewaltig.

„Die konspirative Strategie des OBs lasse vermuten, dass das von ihm in Auftrag gegebene Gutachten nicht dem entspricht, was er gerne hĂ€tte“, meinte Matthias Hördt. Anders sei nicht erklĂ€rlich, weshalb alle die davon Kenntnis haben zur Verschwiegenheit verpflichtet wurden. FĂŒr die Initiative ist aber klar, dass die Bevölkerung ein Anrecht habe, umgehend ĂŒber Inhalte des Gutachtens in Kenntnis gesetzt zu werden.

Schließlich habe der OB dieses nicht selbst bezahlt, sondern mit Geldern aus dem öffentlichen Haushalt, also Steuergeldern der Weinheimer Bevölkerung, sagte Ingrid Hagenbruch. FĂŒr sie zeigt der OB mit seiner Haltung nicht die erforderliche SouverĂ€nitĂ€t, mit der ein kompetenter Verwaltungschef mit so einem berechtigten Wunsch der Bevölkerung normalerweise umzugehen habe.

Die Zeiten, in denen ein BĂŒrgermeister wie ein LokalfĂŒrst regieren könne, seien nun einmal vorbei. Und wenn aus der Bevölkerung so deutlich der Wunsch geĂ€ußert werde, zu einer Entscheidung mehr eingebunden zu werden, so mĂŒssten Verwaltung und Gemeinderat alles tun, um dies zu organisieren.

Laut StadtrĂ€tin Susanne Tröscher hĂ€tte der OB insbesondere zu akzeptieren, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht bereit sei, seine Theorien ĂŒber die ZusammenhĂ€nge von Wachstum, Wirtschaftsstruktur, Bevölkerungsentwicklung und interkommunalem Wettbewerb zu teilen; zumindest nicht ohne ausfĂŒhrliche Diskussion. Vor solch entscheidenden Weichenstellungen fĂŒr die Zukunft, mĂŒsse unabdingbar das Votum der Bevölkerung eingeholt werden.

StadtrĂ€tin Elisabeth Kramer sieht durch die schon eingegangenen Spenden aus der Bevölkerung bereits deutlich bestĂ€tigt, dass es dieser sehr ernst ist. So wurde ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben, welches bald der Bevölkerung, dem Gemeinderat, dem RegierungsprĂ€sidium und dem OB zur VerfĂŒgung gestellt werde.“

Internet:
http://breitwiesen.blogspot.com/

Breitwiesen: Juristische „AufrĂŒstung“

16 Prozent der BĂŒrgerschaft haben fĂŒr ein BĂŒrgerbegehren unterschrieben: Der OB lĂ€sst das extern juristisch prĂŒfen.

Weinheim, 05. Dezember 2011. (red) Die Initiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen“ kritisiert in einer Pressemitteilung das Verhalten von OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard: Nach Auffassung der Initiative verhĂ€lt sich Bernhard „konfrontativ“ statt „kooperativ“ und gegen die Interessen von Gemeinderat und BĂŒrgerschaft.

Von Hardy Prothmann

Bei der Übergabe von 5.056 Unterschriften fĂŒr ein BĂŒrgerbegehren in Sachen „Breitwiesen“ kĂŒndigte OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard nicht nur die PrĂŒfung der Listen an, sondern auch die Beauftragung von externen Juristen, um die ZulĂ€ssigkeit des angestrebten BĂŒrgerbegehrens prĂŒfen zu lassen. [Weiterlesen…]

„Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten“


Der Sprecher des Weinheimer Bauernverbands, Fritz Pfrang (2. von links), kritisiert den FlĂ€chenfraß.

Guten Tag!

Heddesheim/Weinheim, 21. Oktober 2011 (red) Der Heddesheimer Gemeinderat und UmweltschĂŒtzer Kurt Klemm prangert in seinem Gastbeitrag die Verantwortungslosigkeit Heddesheimer Landwirte an und lobt die Entschlossenheit Weinheimer Bauern, ihr Land zu verteidigen. Er fĂŒhlt sich bei der Entwicklung „Breitwiesen“ in Weinheim an „Pfenning“ in Heddesheim erinnert. Seit Fazit: „Beton kann man nicht essen.“

Leserbrief: Kurt Klemm

Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten, die den rigorosen FlĂ€chenverbrauch in unserer Region anprangern. Die Worte von Fritz Pfrang, Weinheimer Bauernverband, dass man sich nicht der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten berauben lassen will und man sich der Verantwortung fĂŒr die nĂ€chste Generation durchaus bewusst ist, muss in den Ohren einiger Heddesheimer Bauern und besonders der Spitze des Bauernverbandes, wie blanker Hohn klingen.

Gerade in einem Dorf wie Heddesheim, wo landwirtschaftliche Tradition Hunderte von Jahren zurĂŒckreicht, wird mit angeblich halbherzigem Bedauern, bestes Ackerland einer Gemeinde und damit ungewisser Zukunft geopfert.

Versprechungen von 1.000 ArbeitsplĂ€tzen, hohen Gewerbesteuern und vieles mehr sind seit ĂŒber einem Jahr nur Traumgespinste von CDU, SPD und FDP und eines BĂŒrgermeisters.

Selbst die Weinheimer CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher sieht die Ansiedelung von Pfenning auf Heddesheimer Grund als eine Investition auf wackeligen FĂŒĂŸen. Ob sie recht hat?

Erinnerungen an die AnfĂ€nge der Pfenninggeschichte, als eine Heddesheimer CDU-GemeinderĂ€tin den immensen FlĂ€chenverbrauch anprangerte und prompt Ärger mit der eigenen Fraktion bekam, kommen da wieder.

Bleibt zu hoffen, dass dieser tapferen Frau aus Weinheim nicht gleiches widerfÀhrt. Bauer Fritz Pfrang prangerte die VorgÀnge als einen ruinösen Wettkampf der Gemeinden, zulasten ihrer FlÀchen an, ja sogar von undurchsichtiger Politik innerhalb der Verwaltung ist die Rede. Wie sich doch die Praktiken der Kommunen gleichen.

Ich hoffe nur, dass dieser Protest nicht nur in Weinheim wahrgenommen wird, denn alle, die gegen diesen sinnlosen Verbrauch bester AckerflĂ€chen sind, sollten sich angesprochen fĂŒhlen.

Beton kann man noch nicht essen.

Dokumentation:
Vor der Sitzung des Weinheimer Gemeindrats fuhren 23 Landwirte vor dem Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den FlĂ€chenfraß“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hielt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine kĂ€mpferische Rede: „Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Zur Zeit steht in Heddesheim die erneute Aufgabe von Ackerland zur Debatte – Edeka plant ein neues GetrĂ€nkelager, Dutzende von Hektar Ackerland werden dieser zum Opfer fallen. Der Rat hat dafĂŒr den Weg frei gemacht.

Im Heddesheimer Gemeinderat sitzen zwei Vollerwerbslandwirte, Reiner Hege und Volker Schaaf (beide CDU), die die Entwicklung begrĂŒĂŸen. Kritik am FlĂ€chenverbrauch Ă€ußern die Heddesheimer Landwirte nicht. Angst um ihre Zukunft scheinen sie auch nicht zu haben. Mehrere andere Gemeinderatsmitglieder haben familiĂ€r einen landwirtschaftlichen Hintergrund – auch hier ist keine Kritik zu hören.

Ganz im Gegenteil Ă€ußerte sich einer der beiden CDU-Landwirte gestern in der Pause der Gemeinderatssitzung in Heddesheim im GesprĂ€ch: „Wenn einer schon 150 Wohnungen hat, dann kĂ€mpft es sich leicht fĂŒr irgendsoeinen Acker. Ich sage jetzt nicht, dass das so ist, ich kenne die VerhĂ€ltnisse nicht, aber das kann man ja annehmen, dass das so sein könnte. Man muss das immer im VerhĂ€ltnis sehen.“

Fast 400 Artikel zu „Pfenning“ finden Sie hier.

Dokumentation: Die Rede des Fritz Pfrang gegen den FlĂ€chenfraß „Breitwiesen“ – „Der OberbĂŒrgermeister beleidigt die BĂŒrger.“


Landwirt Fritz Pfrang (mitte) ist stinksauer - er und seine Kollegen wollen ihre Äcker nicht aufgeben. "Wir sind nicht bereit zu verkaufen. Wir bezichten bewusst auf ein einmaliges, vermeintlich lukratives GeschĂ€ft, weil der Schaden nicht zu verantworten wĂ€re."

Guten Tag!

Weinheim, 20. Oktober 2011. (red) Die Weinheimer Bauern sind auf Konfrontation eingestellt. Sie wollen, so der Sprecher Fritz Pfrang gestern vor der Gemeinderatssitzung im Rolf-Engelbrecht-Haus, unter keinen UmstĂ€nden ihre Äcker preisgeben. Immerhin 7,93 Hektar im Gewann Breitwiesen gehören den Bauern, also ein gewichtiger Teil von rund 18 Prozent der FlĂ€che, die zum Gewerbegebiet werden soll. Was die Bauern fordern und weswegen sie das Land nicht preisgeben wollen, haben wir im ungeschnittenen Video dokumentiert.

23 Landwirte fuhren mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den FlĂ€chenfraß“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hilt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine kĂ€mpferische Rede.

„Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das Weinheimblog.de

Dokumentation: Fast 2.000 Unterschriften gegen „Breitwiesen“ – Stellungnahmen


Susanne Tröscher (CDU), Fritz Pfrang (Bauernverband), Elisabeth Kramer (GAL) bei ihrer Pressekonferenz zum Thema "Gewerbegebiet Breitwiesen" - im Anschluss haben die drei Gegner rund 2.000 gesammelte Unterschriften an OB Heiner Bernhard ĂŒberreicht.

Weinheim, 19. Oktober 2011. Am Montag haben Gegner der Breitwiesen-Ansiedlung zunĂ€chst in einer Pressekonferenz Argumente vorgestellt und im Anschluss rund 2.000 Unterschriften gegen die geplante Ausweisung als Gewerbegebiet an den OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard ĂŒberreicht.

Die StadtrĂ€tinnen Elisabeth Kramer (GAL) und Susanne Tröscher (CDU) sowie der Landwirt und Vorsitzende des Bauernverbands Fritz Pfrang prĂ€sentierten am Montag bei einer Pressekonferenz ihre Argumente gegen die von der Stadtverwaltung angestrebte Entwicklung der „Breitwiesen“ als Gewerbegebiet.

Fritz Pfrang bemĂ€ngelte den Verlust von AckerflĂ€chen und Zukunftsperspektiven fĂŒr die verbliebenen 15 Vollerwerbsbauern. Frau Trescher bezeichnete die Planung als „Verrat an der Schöpfung“, Frau Kramer sieht trotz der Schuldenlast kein Argument fĂŒr die Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen „auf Teufel komm raus“: „Wir haben eine deutlich niedrige Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent in Weinheim.“

Im Anschluss an die Pressekonferenz ĂŒbergaben die drei Gegner rund 2.000 Unterschriften an OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard, der diese zur Kenntnis nahm und auf die Unterzeichner „beizeit“ zugehen wolle. Die Unterschriften wurden innerhalb von gut fĂŒnf Wochen gesammelt.

Wir dokumentieren die ErklĂ€rungen wĂ€hrend der Übergabe.

OB Heiner Bernhard

StadtrÀtin Elisabeth Kramer

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„Vor wem soll man sich fĂŒrchten? Vor den Umweltheinis oder Monsanto & Co?“ Alexander Spangenberg im Interview ĂŒber leckere Produkte und notwendige Handlungen


6. BĂŒrgenland Regionalmarkt - sehr gut besucht dank schönem Wetter, aber auch großem Interesse der Besucher.

Ladenburg/Rhein-Neckar, 26. September 2011. (red) Alexander Spangenberg ist eine Art Aktivist. Er kĂ€mpft mit anderen zusammen fĂŒr eine gentechnikfreie Region. Er ist Vorsitzender des BUND Ladenburg und einer der MitbegrĂŒnder von „BĂŒrger fĂŒr eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz“, kurz „BĂŒrGenLand“.

Er ist aber auch Unternehmensberater und Stadtrat in Ladenburg. Aktuell haben wieder rund 20 Aussteller beim 6. Regionalmarkt „BĂŒrgenland“ Produkte aus der Region angeboten – nicht alles ist „Bio“, aber vielleicht auf dem Weg dahin. WĂ€hrenddessen arbeiten finanzkrĂ€ftige Industrien mit weitreichendem Einfluss am Gegenteil davon, wie ein ARTE-Dokumentationsfilm zeigt.

Interview: Hardy Prothmann

Der 6. BĂŒrgenland Regionalmarkt hatte im Vergleich zum vergangenen Jahr GlĂŒck mit dem Wetter. Wie lief es sonst aus Ihrer Sicht, Herr Spangenberg?

Alexander Spangenberg: Wir haben viel Zuspruch bei der Bevölkerung und viel Lob erhalten. Vor allem haben wir die Kosten reinholen können, was auch sehr positiv ist.

Die Aussteller kommen aus der Region – ist die Nachfrage groß?

Spangenberg: Anfangs war es sehr mĂŒhsam, vor allem hier vor Ort bei den landwirtschaftlichen Betrieben aus Ladenburg. Das sind konventionell wirtschaftende Betriebe, die wohl Sorge hatten, dass die „Umweltheinis“ wieder Ärger machen. Mittlerweile hat sich diese Skepsis in eine gute Kooperation verwandelt. Aktuell haben wir 20 Aussteller und weiten gerne aus, sofern qualitĂ€tsvolle Produkte angeboten werden. BĂŒrgenland ist nicht einfach nur lecker – sondern notwendig.

Der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen) wurde von Ihnen zur Landwirtschaftspolitik der neuen Regierung befragt. Sie fragten zur gentechnikfreien Zone, zur Landschaftspflege und zur Förderung von neuen Biobetrieben sowie zu Biogasanlagen. Was denken Sie ĂŒber die Antworten?

Alexander Spangenberg am Mikro: Informieren ist alles.

Spangenberg: Herr Sckerl versicherte, dass die Regierung alles tun wird, um gentechnikfreie Zonen zu realisieren, was uns natĂŒrlich zusagt. Was fehlt, sind verbindliche KreistagsbeschlĂŒsse und konkrete Förderungen. Wir werden sehen, was daraus wird.

Was die Landschaftspflege angeht, hat Uli Sckerl eine Umschichtung der entsprechenden Budgets zugesichert – im Rahmen der Möglichkeiten.

Die Entwicklung bei „Biogas“ gefĂ€llt uns ĂŒberhaupt nicht.

Das Thema Biogas treibt uns sehr um. Einerseits ist Biogas eine nachhaltige Form der Energieerzeugung, andererseits gefĂ€llt uns die Entwicklung ĂŒberhaupt nicht. Es kann nicht sein, dass Felder nur noch fĂŒr den Maisanbau genutzt werden, der dann in die Anlagen geht. Diese „Vermaisung“ der Landschaft fĂŒhrt zu einer Bedrohung der Artenvielfalt und zu Monokulturen, was wir definitiv ablehnen. Auch hier will Sckerl gegensteuern: Da bin ich aber sehr skeptisch. Hier ist AufklĂ€rung Ă€ußert wichtig und auf Bundesebene eine VerĂ€nderung der „EinspeisevergĂŒtung“ fĂŒr den erzeugten Strom.

Sie sind in engem Kontakt mit den Besuchern, die man durchaus als sehr interessiertes Publikum bezeichnen kann. Was hört man denn von denen?

Spangenberg: Vor allem sehr viele GlĂŒckwĂŒnsche zu den von uns bis hier erreichten Ergebnissen, wie dem Anbaustopp von MON810, dem genverĂ€nderten Mais des Monopolisten Monsanto vor unserer HaustĂŒr. Die haben wir aus der Region vertreiben können.

Das bedeutet aber nicht, dass wir uns in Ruhe zurĂŒcklehnen können. Allein bei der europĂ€ischen Kommission in BrĂŒssel sind ĂŒber zwanzig GVO-Konstrukte (Gentechnisch verĂ€nderter Organismus) in der Zulassung. Darunter wiederum MON810.

Was können BUND und BĂŒrgenland dagegen tun?

BĂŒrgenland wird von Umweltaktivisten getragen: Hier im Bild Alexander Spangenberg und Anke Antary, Mitglied der GrĂŒnen in Heddesheim.

Spangenberg: Informationen sammeln und weitergeben. Druck auf Abgeordente ausĂŒben und nicht locker lassen. Das sind bescheidene Mittel, die aber enorme Auswirkungen haben können. In Bayern musste beispielsweise ein Imker seine komplette Honig-Ernte vernichten, weil sie mit Pollen von MON810-Mais verunreinigt waren.

Der Imker hat sich erfolglos durch alle Instanzen in Deutschland geklagt, erst vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof hat er Recht und damit Anspruch auf Schadensersatz fĂŒr die verseuchte und dann vernichtete Ernte bekommen . Es braucht leider viele von diesen tapferen VorkĂ€mpfern, um gegen die Gentechnik-Lobby aus Landwirtschaft und Politik etwas ausrichten zu können.

Über 80 Prozent der europĂ€ische Bevölkerung lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Das ist eine starke Basis – leider steht dagegen der weltweit vernetzte Lobbyismus.

Nach dem Regionalmarkt ist vor dem Regionalmarkt. Was macht BĂŒrgenland sonst?

Spangenberg: Wir informieren kontinuierlich die Kommunen und werben fĂŒr unsere Ideen. Um die Jugend zu erreichen gehen wir zu den OberstufenschĂŒlern der Gymnasien der Region. Denn der Lobbyismus der großen Konzerne dringt bereits bis in die Schulen vor.

So schickt die BASF zum Beispiel einen Bus in die Schulen, genannt Gen-Lab, hier wird fĂŒr Gen-Technik geworben und die Gefahren werden selbstverstĂ€ndlich klein geredet. Am Beispiel des Amflora-Skandals wird das deutlich. Die als Industriekartoffeln verĂ€nderte Pflanze wurde zunĂ€chst nur als StĂ€rke-Pflanze zugelassen. Eine Verunreinigung lĂ€sst sich aber nicht verhindern.

Die genverĂ€nderte Kartoffel „Amflora“ wĂ€chst auch da, wo sie nicht hingehört.

So wĂ€chst die Amflora-Kartoffel auch da, wo sie nicht hingehört. Aus diesen GrĂŒnden hatte die BASF eine zweite Zulassung als Nahrungsmittel nachgeschoben. Geradezu mantraartig wird der Begriff der „Koexistenz“ dahergebetet, also die Behauptung, gentechnisch verĂ€nderte und konventionelle Pflanzen könnten problemlos bei ausreichendem Abstand angebaut werden.

TatsĂ€chlich ist die BASF noch nicht mal in der Lage, in ihrem Kartoffelkeller Ordnung zu halten – dort wurden zwei GVO-Kartoffeln einfach mal verwechselt. Die Gefahr des Dilletantismus kommt zu den unabwĂ€gbaren Risiken hinzu.

GemĂŒse aus der Region: GemĂŒsebauerin Christiane Ernst bedient Kunden.

Was hat BĂŒrgenland in Zukunft vor?

Spangenberg: Ein heißes Thema ist das ebenfalls von Monsanto entwickelte Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat. Das ist das derzeit weltweit meist verkaufte Herbizid – viele von Monsanto entwickelte Genpflanzen sind resistent gegen dieses Gift. So schließt sich fĂŒr Monsanto die Verwertungskette – man verkauft eine GVO-Pflanze plus das passende Herbizid.

Inzwischen hĂ€ufen sich aber alarmiernde Meldungen, dass das Gift in Tieren und Menschen nachgewiesen werden kann und schwere GesundheitsschĂ€den sind nicht ausgeschlossen. DarĂŒber wollen wir verstĂ€rkt aufklĂ€ren.

BĂŒrgenland dient allen.

Wer kann Mitglied bei BĂŒrgenland werden?

Spangenberg: Alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, alle Kommunen, alle Organisationen – unser Anliegen dient schließlich allen. Wir sind als Verein in der GrĂŒndung – bislang reicht eine formlose ErklĂ€rung zur Teilnahme und UnterstĂŒtzung. MitgliedsbeitrĂ€ge gibt es noch nicht. Wir freuen uns also ĂŒber Zuschriften.

Dokumentation:
„BĂŒrGenLand“ ist bislang eine Arbeitsgemeinschaft, die sich fĂŒr eine gentechnikfreie Landwirtschaft einsetzt. Informationen finden Sie hier: BĂŒrgenland. Mitglieder kommen aus der gesamten Region.

Information von Greenpeace ĂŒber Monsanto und Gentechnik.

Arte-Film ĂŒber Monsanto: Mit Gift und Genen

Kreisbrandleitung sieht Waldbrandgefahr im Rhein-Neckar-Kreis entspannt


Guten Tag!

Rhein-Neckar-Kreis, 29. April 2011. (red) Die anhaltende Trockenheit im Rhein-Neckar-Kreis macht nicht nur den Landwirten zu schaffen. In einigen Gebieten steigt nach drei Wochen Trockenheit auch die Gefahr von BrĂ€nden und das nicht nur in Waldgebieten. In Belgien hat ein Großbrand aktuell rund 1.000 Hektar Naturschutzgebiet vernichtet. Im GesprĂ€ch mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Axel Schuh wird klar, dass nicht nur das trockene Wetter die Gefahrenlage verschĂ€rft.

Von Christiane Eisele

Unser GesprĂ€ch mit Axel Schuh beginnt ĂŒberraschend. Auf unsere Bitte, mit uns ĂŒber die vermehrten GrasnarbenbrĂ€nde im Kreis und die vielerorts vermeldete erhöhte Brandgefahr zu sprechen, reagiert Herr Schuh in bezug auf Nordbaden nĂ€mlich eher entspannt: „Es gibt derzeit keine erhöhte Brandgefahr. Durch die Regenschauer der letzten beiden Tage hat sich Lage zudem deutlich entspannt“.

Im Internet könne man das leicht selbst recherchieren, erklĂ€rt er und verweist uns auf das Angebot des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das er auch gleich selbst aufruft. Dort stellt der DWD wĂ€hrend der Waldbrandsaison (MĂ€rz — Oktober) tĂ€glich aktualisierte Waldbrandgefahrenprognosen fĂŒr Deutschland bereit. DafĂŒr muss man allerdings genau wissen, wo man suchen soll: DWD, Spezielle Nutzer, Landwirtschaft, Agrarwetter, Waldbrandgefahrenindex.

Regionale Parameter.

Die Prognose erfolgt mittels des sogenannten M-68-Modells, das international gĂŒltig ist und die WaldbrandgefĂ€hrdung in Stufen von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr) darstellt. FĂŒr die Prognose nach dem M-68-Modell spielt außer meteorologischen Parametern auch der Vegetationsstand eine wesentliche Rolle.

Visualisierte GefÀhrdung. Quelle: DWD

Dass der aktuelle Gefahrenstand beim DWD im Rhein-Neckar-Raum mit 3-4 (mittlere bis hohe Gefahr) angeben wird, beunruhigt Herrn Schuh nicht ĂŒber GebĂŒhr: „Es gibt dabei regionale Unterschiede, die man berĂŒcksichtigen muss. Im Westen des Rhein-Neckar-Raumes ist die Brandgefahr etwas höher, durch die leichten Sandböden trocknen die Pflanzen schneller aus und sind dadurch leichter entflammbar.“

Auch sei es von Bedeutung ob es „einen grĂ¶ĂŸeren Nadelwaldbestand gibt, der naturgemĂ€ĂŸ am Boden einen höheren Anteil organisches Material hat, das sich leichter entzĂŒnden kann.“

Im Rhein-Neckar-Raum gibt es auch einige kleinere AnbauflĂ€chen Miscanthus (Schilfgras) das „da es in pelletierter Form zu Heizmaterial verarbeitet und in Biogasanlagen verwendet wird, leichter austrocknet und dann auch potentiell leichter entzĂŒndlich ist, bei der Beurteilung der Brandgefahr eine Rolle spielt“.

5-10 GrasnarbenbrÀnde pro Woche.

Axel Schuh ist stellvertretender Kreisbrandmeister im Rhein-Neckar-Kreis. Bild: Feuerwehr

Herr Schuh betont aber, dass seitens der Feuerwehr keine erhöhte Alarmbereitschaft besteht, „es bewegt sich alles noch in einem fĂŒr dieses Jahreszeit normalem Rahmen“

Dass es bei der derzeitigen Trockenheit zu deutlich mehr GrasnarbenbrĂ€nden kommt, ist fĂŒr Herrn Schulz aus Sicht der Feuerwehren auch nicht besorgniserregend. „Wir haben hier derzeit etwa 5-10 GrasnarbenbrĂ€nde pro Woche. Normal sind im Zeitraum April-Mai etwa 1-2 BrĂ€nde. Aber diese vermehrten BrĂ€nde verteilen sich auf 106 Abteilungen und sind deshalb fĂŒr uns kein Problem“.

Verursacher werden meist nicht identifiziert.

Die Ursachen der BrĂ€nde, die auf den GrĂŒnstreifen und Feldern neben Landstraßen und Autobahnen aufflammen, sind bekannt: „Meistens sind das achtlos aus den Autofenster geworfene Zigarettenkippen. Oder Weißglasflaschen, deren Scherben wie BrennglĂ€ser gerade gemĂ€hte FlĂ€chen mit trockenem Pflanzenmaterial entzĂŒnden.“-  Die Verursacher solch fahrlĂ€ssig verursachter BrĂ€nde werden aber so gut wie nie identifiziert.

Einige BrĂ€nde entstehen auch als Unfallfolgen, “ wenn kleine Scherben aus geborstenen Scheiben im Feld neben den Autostraßen zurĂŒckbleiben.“ Nicht immer entstehen solche BrĂ€nde also aus Unachtsamkeit, „auch SelbstentzĂŒndung kommt hin und wieder vor“.

Die Gefahr von WaldbrĂ€nden in der Waldbrandsaison (MĂ€rz bis Oktober) steigt ebenfalls mit der Dauer der Trockenheit. Um prĂ€ventiv gegenzusteuern gibt es die Landeswaldgesetze der einzelnen BundeslĂ€nder. „Dort ist geregelt, dass offenes Feuer nur im Abstand von mehr als 100 Metern zur Waldgrenze entzĂŒndet werden darf und rauchen im Wald nicht gestattet ist.“

Appell an die Vernunft.

Axel Schuh rĂ€t, Raucher und ZĂŒndler, die sich im Wald nicht an diese Bestimmungen halten, anzusprechen und an Ihre Vernunft zu appellieren. „Sollten die sich trotzdem nicht an die Vorschriften halten, sollte man das Forstamt informieren. Oft ist es allerdings schwierig da jemanden zu erreichen, dann bleibt nur ein Anruf bei der Polizei.“ Die Feuerwehr ist in solchen FĂ€llen nicht zustĂ€ndig: „Wir sind erst zustĂ€ndig, wenn es brennt.“

Wer sind denn diese Leute, die so unvernĂŒnftig mit offenem Feuer im oder in der NĂ€he des Waldes hantieren? „Das sind zum Großteil normalerweise pflichtbewusste BĂŒrger, denen gar nicht bewusst ist, welche Gefahren ihr Handeln mit sich bringt. In einigen wenigen FĂ€llen spielt auch Alkohol eine Rolle, wenn so sorglos unachtsam gezĂŒndelt wird.“

Kein Problem sieht Axel Schuh an Orten, an den zum Beispiel das Grillen mit offenem Feuer erlaubt ist. „Besondere Vorkehrungen mĂŒssen an diesen Orten nicht getroffen werden. Gartenfeuer, zum Beispiel das Verbrennen von Schnittgut, mĂŒssen angemeldet werden.“ Grillfreunde sind also an öffentlichen GrillplĂ€tzen auf der sicheren Seite.

Trotz der anhaltenden Trockenheit ist im Rhein-Neckar Raum also nicht von einer besorgniserregenden Gefahrenlage auszugehen. Und wenn sich jeder an die Vorschriften hĂ€lt, seine Zigarettenkippen und Flaschen nicht in Feld Wald und Flur entsorgt und sich zum Grillen an die dafĂŒr vorgesehen PlĂ€tze begibt, dann muss auch die Feuerwehr selbst bei dieser Trockenheit nur selten ausrĂŒcken.