Mittwoch, 20. September 2017

Viele Waffen, kaum Kontrollen: Drei Tote in Dossenheim, zwei in Eberbach, drei in Sinsheim und ein √ľberfordertes Landratsamt

Tödliches Risiko РSWR-Film kritisiert zu lasche Waffenkontrollen

Mannheim/Stuttgart/Rhein-Neckar, 23, Juli 2013. (red) Der Amoklauf in Dossenheim, das Beziehungsdrama in Eberbach, drei Tote in Sinsheim ‚Äď alle Taten wurden mit legalen Schusswaffen ausge√ľbt. Insbesondere die Gr√ľnen kritisierten zu lasche Kontrollen, sind jetzt aber selbst am Ruder und die Kontrollen bleiben lasch. Der SWR-Autor Claus Hanischd√∂rfer zeigt eine √ľberforderte Beh√∂rde, traumatisierte Opfer und stellt viele Fragen, auf die es wenn, dann oft nur unzureichende oder fassungslos machende Antworten gibt. Klar ist: Waffen sind nicht nur Sport-, sondern auch T√∂tungsger√§te. Bessere Kontrollen k√∂nnten mehr Schutz bieten – bis dahin bleibt ein t√∂dliches Risiko. Filmtipp heute Abend, 20:15 Uhr, SWR-Fernsehen. [Weiterlesen…]

Gr√ľne rufen zur freiwilligen Abgabe von Waffen auf

Rhein-Neckar, 12. M√§rz 2014. (red/pm) Der Mord in Birkenau ist noch kein Jahr her. Gut ein Jahr ist der Doppelmord von Eberbach her. In Dossenheim gab es im vergangenen Sommer drei Tote bei einer Schie√üerei. Damit sich Bluttaten, wie auch der Amoklauf in Winnenden nicht wiederholen, rufen die Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl und Charlotte Schneidewind-Hartnagel (B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen) zur freiwilligen Abgabe von Waffen auf. [Weiterlesen…]

Besondere Heimt√ľcke festgestellt - Opfer starb durch sieben Sch√ľsse

Lebensl√§nglich f√ľr „eiskalten Mord“ im Saukopftunnel

Birkenau/Weinheim/Rhein-Neckar/Darmstadt, 13. November 2013. (red) Das Landgericht Darmstadt hat zwei 31 und 22 Jahre alte Weinheimer wegen Mordes an einem 56-j√§hrigen Mannheimer zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Sch√ľtze hatte dem Opfer bei einer Fahrt durch den Saukopftunnel sieben Mal in den R√ľcken geschossen (wir berichteten). [Weiterlesen…]

Ein dritter Verdächtiger wurde nach vorläufiger Festnahme wieder entlassen

Umfangreiche Durchsuchungen zum Mordfall Birkenau

polizeisuedhessenlogoWeinheim/Birkenau/M√∂rlenbach/F√ľrth, 05. Juli 2013. (red) Im Mordfall Birkenau haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mehrere private und gewerbliche Objekte und zahlreiche Fahrzeuge mit Hilfe des Zolls durchsucht, um Beweismittel zu finden. Ein 22-j√§hriger Deutscher aus F√ľrth wurde vorl√§ufig festgenommen, nach dem Verh√∂r aber wieder frei gelassen. [Weiterlesen…]

Musste das Opfer wegen 25.000 Euro sterben?

Mordfall Birkenau: Schuldeneintreibung als Motiv?

auto sta darmstadt

In diesem Opel Astra wurde ein 56 Jahre alter Mannheimer Opfer eines Mordes. Tatverdächtig sind ein 22-jähriger Kosovo-Albaner und ein 30-jähriger Libanese mit deutschem Pass. Foto: Staatsanwaltschaft Darmstadt

 

Weinheim/Birkenau/Darmstadt/Mannheim, 07. Mai 2013. Aktualisiert. (red/pro) Nach Informationen unserer Redaktion handelt es sich bei dem zweiten Tatverd√§chtigen um einen 22-j√§hrigen Kosovo-Albaner. Der Mann soll sich aus Angst vor dem zweiten Tatverd√§chtigen, einem 30-j√§hrigen Libanesen mit deutschem Pass, der Polizei in Weinheim gestellt haben. [Weiterlesen…]

Beim NSU-Prozess wird auch der Journalismus verhandelt werden

Täter, Opfer, Verhandlung, Berichterstattung

Beate Zschäpe (38) ist die Hauptangeklagte im "NSU-Prozess". Quelle: BKA

Beate Zsch√§pe (38) ist die Hauptangeklagte im „NSU-Prozess“. Quelle: BKA

Rhein-Neckar, 06. Mai 2013. (red/pro) Heute beginnt der Prozess gegen Beate Zsch√§pe sowie vier weitere Mitangeklagte vor dem Oberlandesgericht M√ľnchen. Der „NSU-Prozess“ hat gigantische Dimensionen, was die Zahl der Opfer und Nebenkl√§ger, die Anklageschrift, die Zeugen oder die Zahl der Verhandlungstage angeht. Und vor allem das Interesse der Medien. Vor Gericht wird nicht √ľber den Journalismus verhandelt werden – aber jeder von uns wird sich ein Urteil √ľber die Berichterstattung der Medien machen. Zwangsl√§ufig – denn die vertreten die √Ėffentlichkeit im Gericht. [Weiterlesen…]

Ermittlungserfolg der Polizei

Mordfall Birkenau: Zwei tatverdächtige Weinheimer festgenommen

polizeisuedhessenlogoRhein-Neckar/Birkenau/Mannheim/Darmstadt, 03. Mai 2013. (red) Aktualisiert. Das Opfer ist möglicherweise während der Fahrt im Auto erschossen worden. Zwei tatverdächtige Männer aus Weinheim sind gestern im Zusammenhang mit dem Mord an einem 56-jährigen Mannheimer festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Das Opfer war vergangenen Freitag im hessischen Birkenau tot aufgefunden worden. Aktualisierung 03. Mai 11:00 Uhr

Nach Kenntnisstand der Staatsanwaltschaft wurde das Opfer auf der Fahrt von Weinheim nach Birkenau mit mehreren Sch√ľssen get√∂tet. Wie der leitende Oberstaatsanwalt Sebastian Zwiebel auf Nachfrage mitteilte, besteht die Vermutung, dass das Opfer w√§hrend der Fahrt erschossen worden ist. Sicher ist, dass der 56 Jahre alte Familienvater aus Mannheim nicht am Steuer des Autos sa√ü. Zum Tathergang wollte die Staatsanwaltschaft noch keine n√§heren Angaben machen. Die Tatwaffe wird noch gesucht. [Weiterlesen…]

56-jähriger Mannheimer tot im hessischen Birkenau aufgefunden - Zeugenaufruf

Leichenfund in Birkenau: Mehrere Sch√ľsse in den R√ľcken

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Die Polizei sucht Zeugen, die diesen Opel Astra am Freitagnachmittag oder -abend in Weinheim, Birkenau oder Umgebung gesehen haben. Quelle: Staatsanwaltschaft Darmstadt

 

Rhein-Neckar/Mannheim/Birkenau, 01. Mai 2013. (red) Aktualisiert. Ein 56 Jahre alter Mannheimer ist vermutlich in der Nacht von Freitag auf Samstag in Birkenau umgebracht worden, teilte die Staatsanwaltschaft Darmstadt mit. Der Mann war tot in seinem silbernen Opel Astra gefunden worden. Das Fahrzeug war Freitagnachmittag zuletzt in Weinheim gesehen worden. Die Polizei sucht Zeugen, die gesehen haben, wie der Opel von Weinheim nach Birkenau gekommen ist. [Weiterlesen…]

Anklage wegen versuchten Mordes erhoben

Mieter gezielt Rauchgasen ausgesetzt

Mannheim/Weinheim, 10. April 2013. (red/pol) Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen einen 55-j√§hrigen Mann aus dem Hochtaunuskreis Anklage wegen Verdachts des versuchten Mordes erhoben. Der Beschuldigte soll Mitte Januar als Verwalter eines Weinheimer Mehrfamilienhauses den Kamin mittels eines eigens angefertigten Blechs heimlich verschlossen haben. [Weiterlesen…]

Landtagsabgeordneter Uli Sckerl kritisiert Waffenbesitz und -gesetze

Doppelmord in Eberbach: „Das sind zwei Tote zuviel“

Rhein-Neckar/Eberbach, 08. Januar 2013. (red/pro) Der gr√ľne Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl zeigt sich wie alle Menschen tief betroffen vom Doppelmord in Eberbach, bei dem ein Lehrer und Stadtrat sowie seine Ehefrau, eine Kinder√§rztin am vergangenen Freitag erschossen im Wohnhaus aufgefunden worden sind. Der innenpolitische Sprecher der Fraktion B√ľndnis90/Die Gr√ľnen im Stuttgarter Landtag √§u√üert sich im Exklusiv-Interview angesichts der Bluttat kritisch gegen√ľber dem deutschen Waffenrecht und dem Besitz von Waffen.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Sckerl, zwei Menschen sind kaltbl√ľtig im beschaulichen Eberbach umgebracht worden. Die beschauliche Stadt im Odenwald trauert um die Eheleute, zwei engagierte, beliebte und friedliche Mitb√ľrger, die, wie nun feststeht, bereits in der Nacht zum 2. Januar gezielt vom Ex-Freund der Frau erschossen worden sind. Der zweij√§hrige Enkel √ľberlebte vermutlich nur durch Zufall. Wie haben Sie das aufgenommen?

Der Jurist Hans-Ulrich Sckerl ist Landtagsabgeordneter f√ľr den Wahlkreis 39 Weinheim und innenpolitischer Sprecher von B√ľndnis90/Die Gr√ľnen. Er fordert seit Jahren mehr Kontrollen und ein sch√§rferes Waffengesetz. Fot0: privat

Hans-Ulrich Sckerl: Mit Entsetzen wie wohl alle Menschen im Land. Das ist einfach furchtbar. Ich hoffe vor allem f√ľr die Tochter, das Enkelkind und die gesamte Familie, dass sie dieses traumatische Erlebnis irgendwie verarbeiten k√∂nnen.

Sie haben bereits vor drei Jahren in einem Interview mit unserer Redaktion eine verst√§rkte Waffenkontrolle gefordert – jetzt sind die Gr√ľnen an der Macht. Wann kommen die st√§rkeren Kontrollen?

Sckerl: Die sind bereits auf den Weg gebracht, aber es muss noch besser werden. Das Innenministerium hat seit 2011 die Kontrolldichte erhöht und es gibt vermehrt unangemeldete Kontrollen, ob Waffen legal besessen werden und sachgerecht aufbewahrt werden. Aber die unteren Waffenbehörden sind personell zu schwach besetzt und die Kontrollen sind nur ein Teil der Lösung auf dem Weg zu weniger Waffen. Noch wichtiger wäre, das Waffengesetz zu verschärfen. Doch das ist nicht Länder- sondern Bundessache.

„Waffen sollten √ľberhaupt nicht privat aufbewahrt werden d√ľrfen“

Was sollte da geändert werden?

Sckerl: Grunds√§tzlich sind wir gegen den privaten Besitz gro√ükalibriger Waffen. In jedem Fall muss die Aufbewahrung bei allen privaten Waffen neu geregelt werden. Mir w√§re am liebsten, dass Waffen √ľberhaupt nicht privat aufbewahrt werden d√ľrfen, aber das ist sehr schwierig umzusetzen. Auf jeden Fall aber sollten Waffen und Munition getrennt aufbewahrt werden, damit der unmittelbare Zugang deutlich erschwert wird.

Was ist daran schwierig?

Sckerl: Ein Beispiel sind J√§ger, das habe ich lernen m√ľssen. Wenn die einem verletzten Unfalltier den Gnadenschuss geben, h√§ufig nachts, irgendwo im Wald, brauchen die eine Waffe und Munition daf√ľr. Bei einem Sportsch√ľtzen kann ich aber keinen einzigen Grund erkennen, warum Waffen und Munition nicht getrennt aufbewahrt werden sollten.

Das wird die Sportsch√ľtzen nicht freuen.

Sckerl: Ich habe √ľberhaupt nichts gegen Sportsch√ľtzen und will auch nicht, dass sie diesen Sport nicht mehr betreiben k√∂nnen. Aber es gibt zu viele F√§lle, bei denen Menschen durch Waffen von Sportsch√ľtzen umgekommen sind, Erfurt und Winnenden sind besonders dramatische Beispiele.

Die Menschen in Eberbach waren fassungslos. Zun√§chst wusste niemand, warum der Lehrer und die Kinder√§rztin sterben mussten. Die Ermittlungsbeh√∂rden fanden heraus, dass der Exfreund der √Ąrztin vermutlich aus verzweifelten Motiven handelte. Als Sportsch√ľtze hatte er gro√ükalibrige Waffen, die auch das Milit√§r benutzt. Mit einer Pistole erschoss der ge√ľbte Sch√ľtze das Ehepaar kaltbl√ľtig. Beide traf er ins Herz, bei der Frau setzte er einen Nachschuss in den Kopf an.

 

„Hier steht Gesch√§ft gegen ein Recht auf Sicherheit der B√ľrger.“

Warum verschärft die Bundesregierung das Waffengesetz Ihrer Meinung nach nicht?

Sckerl: Da ist eine m√§chtige Lobby am Werk, der es um’s Gesch√§ft geht. Mit Waffen l√§sst sich eben nicht nur in Amerika viel Geld verdienen ‚Äď letztlich auf Kosten der Sicherheit der Bev√∂lkerung. Die Menschen haben ein Recht auf Sicherheit und das wird durch das aktuelle Waffengesetz, eine vielerorts zu lasche Handhabung und durch viele Vollzugsdefizite verletzt.

Was können Sie unternehmen?

Sckerl: Mit dem Innenminister herrscht Einigkeit dar√ľber, dass wir eine Bundesratsinitiative zur Eind√§mmung des privaten Waffenbesitzes einbringen wollen. Aber daf√ľr brauchen wir Verb√ľndete, damit das zum Tragen kommt. Das ist harte √úberzeugungsarbeit gefragt, damit wir an den aktuellen Zust√§nden was √§ndern k√∂nnen.

Was sollte ein neues Waffengesetz regeln?

Sckerl: Wie gesagt, halte ich eine Trennung von Waffen und Munition f√ľr wichtig. Wie man das regelt, muss halt verhandelt werden. Weiter w√ľnsche ich mir eine regelm√§√üigere und strengere Eignungspr√ľfung, ob der Betreffende zum Waffenbesitz auch f√§hig ist. Da viele Menschen zahlreiche Waffen und hohe Mengen an Munition zu Hause lagern, muss der Bedarf sehr kritisch auf den Pr√ľfstand. Bei jemandem, der nicht ernsthaft und pflichtbewusst seinem Sport nachgeht, muss angeordnet werden k√∂nnen, dass er die Waffen abzugeben hat.

„Der Doppemord zeigt alarmierend, dass hier Handlungsbedarf besteht.“

Der Doppelm√∂rder von Eberbach ist 2004 Mitglied in einem Sch√ľtzenverein geworden und ist regelm√§√üig zum Schie√ütraining gegangen.

Sckerl: Das zeigt, dass auch die psychologische Verfassung eines Menschen einen einmal erteilten legalen Waffenbesitz sehr problematisch machen kann. Hier wird zu untersuchen sein, welche √úberpr√ľfungen des Waffenbesitzes es seit 2004 gab, ob eine √úberpr√ľfung der Eignung stattgefunden hat. Im aktuellen Eberbacher Fall war der T√§ter wohl in einer psychisch sehr labilen Verfassung. Gleichzeitig war er ein trainierter Leistungssch√ľtze. So jemand darf aber gar keine Waffe besitzen.

Der Sportsch√ľtze verwendete f√ľr seinen Doppelmord ein deutsches Fabrikat, eine SIG Sauer 9 Millimeter. Die Pistole ist selbstladend und wird vor allem vom Milit√§r eingesetzt. Abbildung √§hnlich. Quelle: Wikipedia, Rama, CC BY-SA 2.0 FR

Er hatte sieben Waffen und eintausend Schuss Munition sowie Jagd- und Kampfmesser.

Sckerl: Das zeigt doch in alarmierendem Umfang, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Wenn jemand so viele Waffen und diese riesige Menge Munition besitzt, dann hat das nach meiner Erfahrung nur noch wenig mit ‚Äěharmlosem Sport‚Äú, aber viel mit einem Waffennarr zu tun.

Der Täter hatte eine weitere Waffe und weitere Munition bei sich. Hätte es noch schlimmer können, wenn beispielsweise eine Polizeistreife ihn angehalten hätte?

Sckerl: Dar√ľber mag ich √ľberhaupt nicht spekulieren. Fest steht, zwei Menschen sind umgebracht worden. Die Familien trauern wie auch die gesamte Eberbacher B√ľrgerschaft um den Verlust dieser ehrbaren Menschen, die in ihrer Heimatstadt √§u√üerst beliebt waren. Angesichts dieser f√ľrchterlichen Trag√∂die will ich mich weiter daf√ľr einsetzen, dass die Menschen ihr Recht auf Sicherheit bekommen. Das Recht auf Waffen geh√∂rt nicht dazu.

Polizei fasst den geflohenen Straftäter Andrej Welz Рgroße Erleichterung


Rhein-Neckar, 09. Mai 2011 (red/pol) Die Polizei hat den fl√ľchtigen Straft√§ter (Mord/Vergewaltigung) Andrej Welz gefasst. Der aus einer Psychatrischen Klinik in Wiesloch entflohene H√§ftling kam auf einem vermutlich gestohlenen Fahrrad nur zw√∂lf Kilometer weit bis nach Zuzenhausen. Der Mann gilt als extrem gewaltbereit und wurde von einem Gro√üaufgebot der Polizei gesucht. Dabei kamen auch Hubschrauber, W√§rmebildkameras und Suchhunde zum Einsatz.

Von Hardy Prothmann

Der als „Taxim√∂rder“ bekannt gewordene Gewaltverbrecher Andrej Welz hatte im vergangenen Jahr eine Taxifahrerin in Hagnau am Bodensee erstochen und eine weitere Taxifahrerin mit einem Messer schwer verletzt und vergewaltigt.

Aus bislang unbekannten Gr√ľnden gelang dem Mann am 07. Mai 2011 gegen 10:30 Uhr die Flucht aus dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch. Die Polizei fahndete mit einem Gro√üaufgebot nach dem als extrem gef√§hrlich eingestuften 29-j√§hrigen Mann.

Am vergangenen Abend fahndeten 40 Einsatzkr√§fte der Kriminalpolizei, der Schutzpolizei und drei Zielfahnder des Landeskriminalamts im Gebiet, „um den Fahnungsdruck zu erh√∂hen“, wie Uwe Ostertag, Polizeif√ľhrer vom Dienst auf Nachfrage sagte. Die Heidelberger Polizeidirektion wurde dabei von zehn Beamten des Mannheimer Polizeipr√§sidiums unterst√ľtzt.

Mit diesem Fahrrad war der entflohene Gewaltverbrecher unterwegs, bis in eine Zivilstreife stoppte. Bild: Polizei

Der „Druck“ wurde aber nicht durch erkennbare „Polizeipr√§senz“ erh√∂ht, sondern eher intern und gleichzeitig √∂ffentlich. Der als extrem gewaltbereit eingestufte Mann wurde nach seiner Flucht selbstverst√§ndlich in der Bev√∂lkerung als hohes Sicherheitsrisiko eingestuft. Der Sondereinsatz der Polizei sollte diese Bedrohung m√∂glichst schnell durch einen erfolgreichen Einsatz beenden.

Im Video erklärt Polizeisprecher Harald Kurzer die Fahnung. Wir zeigen exklusive Bilder vom Straftäter.

Dabei kamen auch Polizeihubschrauber mit W√§rmebildkameras zum Einsatz sowie Suchhunde. Gegen 22:30 Uhr fiel einer Zivilstreife ein Fahrradfahrer in der Horrenberger Stra√üe in Zuzenhausen auf: „Um diese Uhrzeit sind nicht mehr so viele Fahrradfahrer unterwegs“, sagte Polizeif√ľhrer Ostergag gegen√ľber unserer Redaktion. Als die Beamten den Mann verfolgten, zeigte er offensichtlich einen Fluchtimpuls und wurde durch das Polizeifahrzeug durch eine gezielte Kollission gestoppt.

Eine „kniffelige Angelegenheit“ mit hoher Verletzungsgefahr. Andrej Welz kam mit Sch√ľrfwunden davon. Zielfahnder, die mit dem Fall befasst waren, haben den Mann vor Ort identifiziert. Danach wurde er zu einer √§rztlichen Versorgung in eine Klinik nach Heidelberg verbracht und danach nach Wiesloch in das Psychiatrische Zentrum Nordbaden. „Er ist jetzt wieder in Gewahrsam“, sagte Herr Ostertag.

Ob bereits eine Vernehmung stattgefunden hat, konnte nicht beantwortet werden. Die Polizei hatte diverse Warnungen an die √Ėffentlichkeit gegeben – insbesondere an Taxi-Unternehmen.

In der Gegend wurden eine Reihe von Gartenhauseinbr√ľchen gemeldet. Ob Andrej Welz daf√ľr verantworlich ist, wird noch ermittelt. Ebenso, woher das vermutlich gestohlene Fahrrad stammt.

V√∂llig unklar ist bislang, wie der Straft√§ter entkommen und sogar die Fussfesseln entfernen konnte: „Auch das ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagte Polizeif√ľhrer Ostertag.

Soviel steht fest: Die Polizei hat ihre Fahndung erfolgreich beendet – aber das Psychiatrische Zentrum Nordbaden wird sich unangenehme Fragen gefallen lassen m√ľssen. Denn bislang gibt es von dieser Seite keine vern√ľnftige Erkl√§rung, wieso ein psychisch kranker Gewaltverbrecher allem Anschein nach relativ einfach ausbrechen konnte.

Nach Flucht gefasst: Andrej Welz. Bild: Polizei

Spekulationen diverser Medien, ob der H√§ftling „Hilfe“ hatte, d√ľrften sich als absurd erweisen. Die Fragen, wie ein als gef√§hrlich eingestufter Mann relativ einfach entkommen konnte, d√ľften aber sehr dringend sein.

Gemeinsame Mitteilung der Polizeidirektion Heidelberg und des LKA Baden-W√ľrttemberg:

„Zivilkr√§fte der Heidelberger Kriminalpolizei haben den am Samstagmorgen aus der geschlossen Abteilung des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden geflohenen Andrej Welz in der Nacht zum Montag in Zuzenhausen/Rhein-Neckar-Kreis festgenommen.

Welz war mit einem Fahrrad die Horrenberger Stra√üe in Richtung B 45 (Ortsmitte) gefahren, als ihn die Streife gegen 22.35 Uhr erkannte und nach einer kurzen Verfolgungsfahrt festnahm. Zielfahnder des Landeskriminalamtes Baden-W√ľrttemberg, denen Welz aufgrund der Fahndung im vergangenen Jahr pers√∂nlich bekannt ist, identifizierten ihn noch vor Ort.

Welz ist verletzt und wird derzeit unter polizeilicher Bewachung in einer Heidelberger Klinik untersucht.“

Hier wurde der fl√ľchtige Straft√§ter gefasst:

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