Sonntag, 24. September 2017

Am 4. Januar im Schloss

Stadt lädt zum Neujahrsempfang

Weinheim, 18. Dezember 2014. (red/pm) Weinheim begrĂĽĂźt auch das Jahr 2015 mit lauten BöllerschĂĽssen, einer Riesenbrezel, dem Bad’ner Lied und allem, was zu einem zĂĽnftigen Neujahrsempfang gehört. Hierzu lädt die Stadt alle BĂĽrger/innen am 04. Januar ins Schloss ein. [Weiterlesen…]

Stadtverwaltung lädt ein

Neujahrsempfang läutet Jubiläumsjahr ein

Weinheim, 18. Dezember 2013. (red/pm) Wie in jedem Jahr begrĂĽĂźt Weinheim auch das neue Jahr 2014 mit lauten BöllerschĂĽssen, einer Riesenbrezel, dem Bad’ner Lied und allem, was zu einem zĂĽnftigen Neujahrsempfang gehört. In diesem Jahr mit besonderem Nachdruck, schlieĂźlich ist 2014 das Jubiläumsjahr „750 Jahre Stadt Weinheim“. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Franziska Brantner wird hoch gehandelt - aus lokaler Sicht gibt es dafĂĽr bislang genau keinen Grund

Wenn Frau Brantner an der BergstraĂźe ankommen will, muss sie BrĂĽssel verlassen

Weshalb Frau Dr. Franziska Brantner scheinbar hoch in der Gunst steht, hat sie in Schriesheim definitiv nicht bewiesen.

 

Schriesheim/Rhein-Neckar, 04. Februar 2013. (red/pro) Rund zwei Wochen ist der Neujahrsempfang der Bergsträßer GrĂĽnen her. Muss man darĂĽber eigentlich noch berichten? Man muss, denn es ist wichtig. Es war nicht wichtig, aktuell zu berichten, weil es dort nichts aktuelles zu berichten gab. Aber es ist wichtig, weil die Zukunft viele aktuelle Fragen aufwerfen wird. Vor allem fĂĽr Dr. Franziska Branter. Die entscheidende Frage ist, wie und ob sie ihr „auĂźenpolitisches“ Image in ein lokales wandeln kann. Die erste Chance vor Ort hat sie – umgangsprachlich – komplett vergeigt.

Von Hardy Prothmann

Wie geht es einem Journalisten, der etwas berichten will und hinterher auf den Schreibblock schaut und sich fragt, wie man aus keiner Notiz einen Bericht verfassen soll? Man fühlt sich, naja, ein wenig ratlos. Genau das war mein Gefühl, nachdem ich die in Kreisen der Grünen sehr hoch gehandelte Dr. Franziska Brantner beim Neujahrsempfang der Grünen in der Schriesheimer Gaststätte zur Pfalz erlebt habe.

Glatte Note 6. Setzen.

Was hat Frau Dr. Brantner genau gesagt? Sie erklärte internationale Politik anhand eines Kinderbuchs mit roten und schwarzen Fischen (jaja, das ihre Tochter liebt) und wollte irgendwie die Botschaft rüberbringen, dass die Menschen nur solidarisch eine Zukunft haben.

Dann redete sie was von Verantwortung und Mali und Bundesregierung und Ausland und so weiter. Am Ende ihres Vortrags stand eins fĂĽr mich fest und das musste ich nicht aufschreiben: Franziska Brantner hatte es geschafft, rund eine halbe Stunde lang zu reden und mit keinem einzigen Satz, mit keinem Halbsatz, mit keiner Bemerkung auch nur irgendeine Verbindung zu ihrem Wahlkreis Heidelberg-Weinheim herzustellen. Eine solch verblĂĽffende Ignoranz gegenĂĽber den Menschen, die sie kĂĽnftig als Nachfolgerin von Fritz Kuhn (der jetzt OB in Stuttgart ist) vertreten soll, ist bemerkenswert. Thema verfehlt. Das ist eine glatte Note 6. Setzen.

Volles Haus in der Gaststätte Zur Pfalz in Schriesheim.

Rund 130 GrĂĽne und Sympathisanten der grĂĽnen Politik waren gekommen. Sie lauschten, die RĂĽcken gespannt, die Köpfe konzentriert. Die Erwartungen hoch. Franziska Brantner, die junge Hoffnung, die erfolgreiche Europa-Politikerin, verheiratet mit dem TĂĽbinger OberbĂĽrgermeister Boris Palmer redet, lächelt, trägt vor. Es wirkt einstudiert. Und verschwindet genau in dem Augenblick, als der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Dr. Gerhard Schick ihren Vortrag in seiner Rede aufnimmt – sehr freundlich und nett und kollegial. Frau Brantner dreht sich auf dem Weg kurz vorm Ausgang um, lächelt, murmelt ein „Ich muss“. Und ist weg. Husch, husch.

Was muss Frau Brantner?

Dieser Neujahrsemfpang war so etwas wie der inoffizielle Wahlkampfauftakt. Immerhin wird im Herbst gewählt. Frau Brantner ist an der BergstraĂźe nicht angekommen. Sie musste weg. Nach BrĂĽssel. Nach TĂĽbingen. Irgendwohin. FĂĽr einen geselligen Abend, Gespräche mit Wahlkämpfern, mit den Menschen, mit den Wählern hatte sie keine Zeit: „Ich muss“. Sowas ist immer eine Frage der Prioritäten.

Frau Dr. Franziska Brantner muss tatsächlich etwas: In ihrem Wahlkreis ankommen. Um hier Wahlkampf zu machen. Um hier die Menschen vor Ort zu verstehen, sich ihrer Probleme annehmen und sich als integre Person für Lösungen einsetzen, mit denen die Menschen hier vor Ort leben können.

Lokale Kompetenz?

Verstopfte StraĂźen wie die B3, die A5 oder A6? Schulreform? Kommunale Finanzen? Branichtunnel – um in Schriesheim zu bleiben, NeckarbrĂĽcke, RingstraĂźe in Heddesheim – hier gibt es jede Menge Themen, die dringend ein politisches Engagement brauchen. Frau Brantner hat sich fĂĽr jedes drängende Thema bei diesem ersten inoffiziellen-offiziellen Auftritt durch Unkenntnis und/oder nicht Thematisierung disqualifiziert.

Als Fritz Kuhn für den OB-Posten in Stuttgart kandidierte, war die Frage, wer wohl in die Fußstapfen dieses Grünen-Vorkämpfers treten könnte. Irgendwann hieß es, die Brantner. Die ist so jung, so frisch, so kämpferisch. Sie schaut gut aus, ist gescheit und sogar mit dem Boris zusammen.

Wie Frau Dr. Brantner ausschaut und mit wem sie zusammen ist, sollte keine besondere Rolle spielen, um sie zu wählen. Viel eher, dass sie gescheit ist. So hat sie sich aber nicht präsentiert. Vielleicht abgehoben als „Europa-Politikerin“, aber nicht heimatverbunden als lokale Kandidatin. Vielleicht kalkuliert sie wie Kuhn – der ist auch ĂĽber die Landesliste eingezogen und war lokal eher nicht präsent.

Sckerl präsent

Uli Sckerl war souverän – zeugen die Farben von einer neuen schwarz-gelben Koalition?

Ganz anders der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl. Der trägt routiniert Landespolitik vor und kriegt immer wieder die AnknĂĽpfung ins kommunale hin. Sein Bundestagskollege Dr. Schick schieĂźt sich auf die Kontrolle von Versicherern ein und der Star des Abends ist Hans-Peter Schwöbel. Der emeritierte Professor bringt mit Sprachwitz, humorigem Ernst und bösem Witz die Gäste zum Nachdenken, zum Lachen und mit einem glĂĽhenden Nachwort in Wallung. Demokratie. Einmischen. Jetzt. Der Mann ist gesundheitlich angeschlagen, aber im Kopf in Hochform. Er weiĂź, wofĂĽr er einsteht. Sagt es klar und deutlich und bringt lokale, regionale, ĂĽberregionale, nationale, internationale und wenn es sein muss supranationale Phänomene in seiner Performance unter. Grandios. Er hat die Sympathien und den Bonus, als KĂĽnstler vielleicht das ein oder „kĂĽnstlerisch“ sagen zu können.

Viel Arbeit vs. Landesliste

Frau Dr. Brantner bekommt von alldem nichts mit. Sie ist weg. Eventuell auf dem Weg zu wichtigen internationalen Terminen. Frau Dr. Brantner ist sicher klug. Wenn sie das ist, sollte sie dringend, schnell und überzeugend lernen, dass der wichtigste internationale Termin immer irgendwo in ihrem Wahlkreis stattfindet und wenn außerhalb, sie genau weiß, wo auf dieser Welt ihr Wahlkreis ist, wo die Menschen sind, die sie wählen werden.

Vielleicht ist das Frau Dr. Franziska Brantner auch alles egal und der Wahlkreis Heidelberg-Weinheim ist nur eine HĂĽrde in der Karriereleiter, die sie dank Landesliste einfach so nimmt.

Die Menschen hier vor Ort werden das so einfach nicht hinnehmen. Die GrĂĽnen haben viel gewonnen – dank Uli Sckerl, einer sehr engagierten Basis, einer agilen Fadime Tuncer, die den Auftritt von Frau Dr. Brantner organisiert hat und ebenso verwundert zurĂĽckbleibt – wie die meisten anderen anwesenden Gäste.

Frau Dr. Franziska Brantner hat viel Arbeit vor sich – man darf gespannt sein, ob sie sich dieser annimmt.

Und ich entsorge den Zettel, auf dem bislang nix steht. Ins Altpapier. Wohin sonst? MĂĽlltrennung ist schlieĂźlich komplett normal.

Neujahrsempfang im Rathaus

„Wo das Wir mehr gilt als das Ich“

„Bas Gret und Vetter Phillp“ überreichten eine riesige Neujahrsbrezel an Bürgermeister Heiner Bernhard. Foto: Stadt Weinheim.


Weinheim, 07. Januar 2013. (red/pm) Als Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard am Dreikönigstag nach den Böllerschüssen aus der Kanone beim Neujahrsempfang zu seinen Bürgerinnen und Bürgern sprach, da war seine Rede, die aus diesem Anlass traditionell etwas Grundsätzliches hat, mit Daten und Fakten gespickt. Und dennoch lag ein besonderer Schwerpunkt woanders.

Information der Stadt Weinheim:

„Der Schwerpunkt lag auf dem Miteinander in der Stadt, auf dem, was „wir in Weinheim gerne die kommunale Verantwortungsgemeinschaft nennen“ (so der OB), auf „HeimatgefĂĽhl“ und darauf „dass man fĂĽreinander da ist und fĂĽreinander einsteht“, auf einer Stadt, „in der das Wir mehr gilt als das Ich“. Dies sei es, so der OB, was „eine Stadt in ihrem Innern ausmacht“.

Kommunale Verantwortung

Die BĂĽrgerinnen und BĂĽrger reagierten mit spontanem Applaus – und dieses GemeinschaftsgefĂĽhl war in allen Ecken des Rathaussaals zu spĂĽren. Heiner Bernhard erklärte diesen Geist der kommunalen Verantwortung an drei Beispielen, an Begebenheiten, die er selbst in der Weihnachtszeit erlebt hatte, die ihn beschäftigt und aufgewĂĽhlt haben.

Das sei erstens die Entscheidung des Gemeinderats über den Umgang mit über 200 Wohnungen in der Breslauer- und der Stettiner Straße gewesen. „Die Art und Weise wie dabei die sozialen Belange der betroffenen Mieterinnen und Mieter höher gestellt wurden als das Interesse der Stadt daran, möglichst viel Geld einzunehmen, verdient großen Respekt“, findet er.

Die zweite Geschichte handelte von der Typisierungsaktion für den leukämiekranken Jacob aus Mörlenbach, an der sich Tausende Menschen beteiligt haben.

Und drittens gab es noch eine Bitte, ein großer Wunsch einer sozial schwach gestellten und kinderreichen Weinheimer Familie, bescheiden und zaghaft vorgetragen. Zwei Jungs, die sich eine Dachkammer teilen, hatten zu Weihnachten nur einen großen Wunsch: Jeder ein eigenes Bett. Bernhard beschrieb: „Meine Mitarbeiter im Rathaus haben dann sehr schnell eine Spendenaktion in Bewegung gesetzt. Die Resonanz war erfreulich groß und beeindruckend herzlich. Wir als Verwaltung haben unseren Anteil beigesteuert und bald war die Familie mit einem ansehnlichen Geldbetrag im Möbelhaus – die Betten für die beiden Jungs standen unterm Christbaum.“

Der OB: „Ich danke Ihnen dafür, dass wir diese Idee der kommunalen Verantwortungsgemeinschaft zusammen leben können – in dieser Stadt und für diese Stadt. Lassen Sie uns diesen Weg weiter gemeinsam gehen.“

Zuvor hatte der Rathauschef appelliert, auch in Zeiten guter Konjunktur und sprudelnder Steuerquellen nicht euphorisch zu werden. „2012 war für Weinheim ein erfolgreicher Zeitabschnitt, ein Jahr, in dem es mit vielen Projekten entscheidend voran ging und das in mancherlei Hinsicht deutlich besser verlief als geplant, aber wir in den Kommunen dürfen nicht leichtsinnig werden und nicht vergessen, die dauerhafte Ertragskraft unserer Verwaltungshaushalte im Blick zu behalten.“

Es seien gerade die Aufgaben, zu denen sich eine Gemeinde ohne staatlichen Druck bekenne, die freiwilligen Leistungen, die das Profil eines Gemeinwesens, die Lebensqualität einer Stadt ausmachen, ihre Besonderheit: Volkshochschule, Musikschule, Stadtbibliothek, Soziale Vielfalt, Brauchtumspflege, Vereinsleben und Kultur. Bernhard: „Von den Kürzungen der letzten Jahre ist da kein Bereich verschont geblieben. Aber im Bestand gefährden wollen und sollten wir diese Stärken Weinheims nicht.“

Bildung, Integration, Energieeffizienz, BĂĽrgerbeteiligung und Demographischer Wandel

Die zentralen Themen, versicherte er, bleiben auf der Agenda: Bildung, Integration, Energieeffizienz, Bürgerbeteiligung und Demographischer Wandel. Vor allem das Thema Bildung genieße in Weinheim zu Recht einen hohen Stellenwert. Beispiel: Mit dem neuen Schuljahr haben – auf drei Stellen – vier neue Schulsozialarbeiterinnen ihre Tätigkeit aufgenommen. Das Übergangsmanagement, also die Kommunale Koordinierung der Aktivitäten rund um den Übergang von der Schule in die Berufswelt , ist jetzt dauerhafte Aufgabe der Stadt Weinheim.

Besonders erfreulich sei der kürzlich im Gemeinderat gefasste Beschluss zur Schulentwicklung Weststadt. Mit dieser Entscheidung habe man nun die einmalige Chance, Synergien herzustellen und zu nutzen und auf große und damit teure Sanierungsvorhaben in Schulen verzichten zu können. Zugleich könne die Stadt dem Stadtarchiv und der Musikschule gute Lösungen bieten und insgesamt die Zahl der städtischen Immobilien reduzieren. Das senke unterm Strich auf Dauer die Kosten. Bernhard: „Dies wird ein Meilenstein werden hin auf dem Weg zu mehr Effektivität und Effizienz unseres Verwaltungshandelns. Und das sogar mit verbesserten pädagogischen Rahmenbedingungen.“

Die Kommunale Energiewende werde auch in Weinheim mit Eifer vollzogen, berichtete der OB und ergänzte: „Wir kümmern uns um Klimaschutz nicht, weil das chic geworden ist. Nein, wir wollen verantwortlich für unsere Umwelt handeln und Generationengerechtigkeit gewährleisten.“

Bernhard bekräftigte auch seine positive Einstellung gegenüber der Beteiligung von Bürgern in politischen Entscheidungsprozessen.

Wenn es auch – noch – keinen Bürgerentscheid in Sachen Breitwiesen oder Hammelsbrunnen gebe, die Beratung des Themas in einem Bürgerdialogverfahren, die engagierte Arbeit zufällig ausgewählter Bürgerräte, dieses Vorgehen habe die Stadt methodisch und inhaltlich bereichert.

2013 gibt es viel zu tun

Im begonnen Jahr 2013 gebe es viel zu tun. Begonnene Baumaßnahmen stünden vor der Fertigstellung, wie die Neugestaltung der Fußgängerzone und der Bau der Mensa im Werner-Heisenberg-Gymnasium. Auch werde man sich kräftig um den in die Jahre gekommenen städtischen Immobilienbestand kümmern.

Bernhard: „Das ist reine Werterhaltung.“ Die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes mit der Schaffung des Zentralen Omnibusbahnhofs soll nun endlich Wirklichkeit werden. Auch für das Hallenproblem in Lützelsachsen, in Hohensachsen und in Oberflockenbach müsse eine Lösung gefunden werden. Bernhard: „ Diese kann aber nicht darin liegen, dass wir die Gesamtzahl unserer Gebäude, die ohnehin schon hoch ist, immer weiter erhöhen. Dies widerspräche auch Idee und Sinn der Gemeindereform von einst. „Unsere Aufgabe ist es, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, Synergien zu nutzen und bestehende Liegenschaften zur Mitfinanzierung einzusetzen. Dazu müssen die Beteiligten – irgendwann – an einen Tisch.“

Klar bekannte sich der OB auch zur Ausweisung neuer Gewerbegebiete: „Wollen wir für eine auskömmliche Finanzausstattung Weinheims sorgen, ohne die Bürger mit höheren Steuersätzen zu belasten, müssen wir zusätzliche Steuerzahler gewinnen. Dies gelingt über die Einwohnerzahl und über die Zahl der angesiedelten Gewerbebetriebe. Dafür müssen wir dann aber auch ausreichende und passende Flächen anbieten können.“

Die Neujahrsansprache des OB war eingebettet in die traditionelle Zeremonie des Empfangs, in deren Verlauf Heiner Bernhard symbolisch den RathausschlĂĽssel an die BlĂĽtenprinzessin Yvonne I. ĂĽbergab. Die Weinheimer Innungen ĂĽberbrachten dem Rathauschef und der Bevölkerung die besten WĂĽnsche, die BlĂĽten-Symbolfiguren „Bas Gret und Vetter Phillp“ ĂĽberreichten eine riesige Neujahrsbrezel, die Stadtkapelle und das Duo „Martin und Christian“ umrahmten den Empfang musikalisch.“

OB Heiner Bernhard optimistisch beim Neujahrsempfang

„Vieles entscheidend vorangebracht“

Vertreter der Weinheimer Handwerksinnungen ĂĽberreichten in einer traditionellen Zeremonie Wurst, Brot und Wasser an den OB. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 8. Januar 2012. (red/pm) OberbĂĽrgermeister Heiner Bernhard zeigte sich heute in seiner Neujahrsansprache optimistisch. Monika Enzmann ist die neue „Bas Gret“ und löst damit Bärbel Schmitt ab.

Information der Stadt Weinheim:

„2011 in Weinheim war ein Jahr, in dem wir als Stadt gut vorangekommen sind und gut arbeiten konnten. Ein erfolgreicher Zeitabschnitt, in dem viele Projekte entscheidend vorangebracht werden konnten und der in mancherlei Hinsicht deutlich besser verlief als wir es uns eingangs vorgestellt hatten.“ Mit diesem Fazit hat Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard am heutigen Sonntag beim traditionellen Neujahrsempfang eine stattliche Anzahl von Weinheimer Bürgern und Vertreter des öffentlichen Lebens ins neue Jahr geschickt. Seine Neujahrsansprache war von realistischem Optimismus geprägt. „Entspannung ohne Entwarnung“, so lautete seine Einschätzung der finanziellen Situation wie bereits bei der Einbringung des Haushaltes vor wenigen Wochen.

Schwerpunkte der Kommunalpolitik

Gleichzeitig bekannte sich der OB offensiv zu den Schwerpunkten seiner Kommunalpolitik: Bildung und Betreuung, Integration, BĂĽrgerbeteiligung, Ă–ffentlicher Personen-Nahverkehr und Stadtentwicklung, sowie zum kommunalen Klimaschutz und zur kommunalen Begleitung des demographischen Wandels.

Auch die Vertreter der Weinheimer Handwerksinnungen teilten die Vorausschau des Oberbürgermeisters, als sie ihm in einer traditionellen Zeremonie Wurst, Brot und Wasser überreichten. „Das Jahr 2011“, so Schreinermeister Helge Eidt, „hat uns das Vertrauen in die Zukunft zurückgegeben“.

Allerdings und trotz einer sich entspannenden Finanzlage: Von einer ausreichenden Ertragskraft der kommunalen Haushalte zur Finanzierung ihrer Investitionen könne noch längst keine Rede sein, gab Heiner Bernhard zu bedenken. Bisher sei es vor allem die außergewöhnlich positive konjunkturelle Entwicklung, die den Städten und Gemeinden die „Entspannung ohne Entwarnung“ verschafft. Vielmehr seien Städte wie Weinheim strukturell nach wie vor unterfinanziert. Diesem Umstand müsse in Zukunft – konsequenter als bisher – Rechnung getragen werden, unter anderem durch eine Reduzierung eines Teils der kommunalen Infrastruktur, durch das Zurückschrauben von Ansprüchen, durch die weitere Verbesserung der Verwaltungseffizienz, aber auch durch die Ansiedlung neuer Betriebe, die Arbeitsplätze schaffen und das Potential von Gewerbesteuereinnahmen erhöhen, sowie durch das Verhindern des Abwanderns solcher Firmen. Auch eine Erhöhung von Gemeindesteuern schloss der OB nicht mehr aus.

Neubaugebiet „Breitwiesen“ – BĂĽrgerbegehren?

„Weil es direkt zum eben genannten Stichwort Zukunft passt“, so Heiner Bernhard, ging er auch auf das angestrebte Neubaugebiet im Gewann „Breitwiesen“ an der Autobahn ein. Im Moment befinde sich die Stadt gemeinsam mit dem Regierungspräsidium in der Phase der Prüfung, ob ein Bürgerbegehren zulässig ist. Bernhard: „Das ist ohne Wenn und Aber der angemessen sorgfältige Umgang mit diesem Thema. Alles andere wäre oberflächlich. Denn hierbei geht es zunächst einmal um eine rechtliche und nicht um eine politische Fragestellung.“

Falls es zu einem Bürgerentscheid kommen sollte, sei er, Bernhard, aber zuversichtlich, „dass wir die Menschen davon überzeugen können, dass eine Gewerbeentwicklung an diesem Standort und in dieser Größe für Weinheim die sinnvollste ist“. Denn wer Weinheim dauerhaft auf den Feldern Wirtschaftskraft, Gewerbesteuerentwicklung und Arbeitsplätze konkurrenzfähig aufstellen wolle, der müsse akzeptieren, dass die „Breitwiesen“ ökonomisch und ökologisch der beste Standort hierfür seien, verträglicher und zukunftsträchtiger als das bisher angestrebte das Gebiet „Im Hammelsbrunnen“ am Krankenhaus.

Zur künftigen Aufteilung der Aufgaben im Bereich des Jugendamtes zwischen Stadt und Rhein-Neckar-Kreis sagte Bernhard: „Da der Kreis jetzt am Krankenhaus neue Verwaltungsgebäude errichtet, war es sinnvoll, diesen Schritt jetzt zu tun. Damit konnte gewährleistet werden, dass die Aufgaben weiterhin in Weinheim erfüllt werden und somit keine Verschlechterungen für unsere Einwohner entstehen. Auch der Kreis hat gezeigt, dass er ein hohes Interesse daran hat, dass die Leistungen weiterhin in Weinheim erbracht werden. Ich bin deshalb sicher, dass wir insgesamt eine gute Lösung für Weinheim gefunden haben.“

Er begründete auch nochmal die Einschaltung eines externen Beraters, der die Verwaltungs- und Personalstrukturen im Rathaus unter die Lupe nehmen soll: „Weil alle Argumente der Verwaltung nicht zu überzeugen vermochten, entschloss ich mich, dem Gemeinderat vorzuschlagen, einen externen Berater einzuschalten, der insbesondere den Personaleinsatz überprüft.“

Das Thema Bildung nehme zu Recht einen hohen Stellenwert im städtischen Haushalt ein.

Bernhard lobte ausdrücklich die neue baden-württembergische Landesregierung für ihre „konsequente Anerkennung des Konnexitätsprinzips bei der Kinderbetreuung“. Der OB: „Haben wir uns schon bisher mit ganzer Kraft dem Ausbau der Kinderbetreuung gewidmet, können wir nun nochmals aufs Gaspedal drücken.“ Auch sonst nehme das Thema Bildung im städtischen Haushalt zu Recht einen hohen Stellenwert ein.

Monika Enzmann ist die neue "Bas Gret". Foto: Stadt Weinheim.

Die Schullandschaft entwickle sich, werde sich weiter verändern. Darauf müsse auch Weinheim mit Modellen reagieren, die von großer Flexibilität geprägt sind, und zwar über den Bereich von Schule und Betreuung hinaus, hinein in die Stadtgesellschaft. Dies müsse auch bei der Suche nach dem Fahrplan für die Schulentwicklung in der Weststadt beherzigt werden. Bei der jetzt im Moderationsprozess anstehenden Definition der zu untersuchenden Szenarien sollten deshalb pädagogische Varianten im Vordergrund stehen. Auch deshalb – vom immensen Renovierungsbedarf des Rolf-Engelbrecht-Hauses einmal ganz abgesehen – halte er die Vorstellung eines „Bildungs- und Kulturzentrums“ an diesem Standort für reizvoll.

Auch verwies er auf die Integrationsprojekte der Stadt, die Fortschritte bei der Begleitung des demographischen Wandels und den Runden Tisch Energie. Überhaupt müssten neue Wege begangen werden, um die Bürger mehr an Entscheidungen der Kommune zu beteiligen. Der OB: „Wenn S21 im ganzen Land eines gezeigt hat, dann dies: Die Bürger verlangen mehr Mitsprache, und darüber können wir froh sein. Aber die Instrumente, die unser System dafür derzeit hergibt, taugen dazu nicht.“

Einige konkret anstehende Maßnahmen in Weinheim hob Bernhard heraus: Etwa den Ausbau des „Zentralen Omnibus Bahnhof“, sowie die Umsetzung eines neuen Buslinienkonzeptes. In der Fußgängerzone gehe es gleich nach dem Sommertagszug mit der Pflasterung zwischen Reiterin und dem im letzten Jahr fertig gestellten Windeckplatz weiter. Als nächstes gehe es dann – 2013 – an die Gestaltung des Dürreplatzes. Bernhard: „Dann haben wir als Kommune optimale Bedingungen für den Einzelhandel geschaffen, den ein Mittelzentrum unserer Größe und Qualität auch verdient hat.“ Bei der Erschließung des Baugebiets Lützelsachsen Ebene beginne der Endspurt, und im Laufe des Jahres werde die Vermarktung der Grundstücke losgehen. Dann sei dort Wohnraum für Familien mit Kindern in einem modernen ökologischen Umfeld geschaffen.

„Wir leben jedenfalls in einer quicklebendigen Stadt und dürfen froh darüber sein.“

Andere Baugebiete und Projekte seien ein gutes Stück weitergekommen, etwa der Wohnpark Leibnizstraße, das Güterbahnhof-Areal, das Grundstück der Hildebrand’schen Mühle und – ganz aktuell – die Untere Hauptstraße rund um den Rodensteiner Brunnen. Bernhard: „Was mir dabei besonders gefällt: Der Maßstab ist nicht Größe, sondern Qualität.“ Keine Abstriche will der OB allerdings beim Zeitplan für die S-Bahn akzeptieren. Seine Botschaft fürs neue Jahr: „Wir leben jedenfalls in einer quicklebendigen Stadt und dürfen froh darüber sein.“

Traditionell wurde der Neujahrsempfang vom Karnevalverein der Weinheimer Blüten gestaltet, unter anderem verabschiedete sich Bärbel Schmitt, die Jahre lang in die Figur der „Bas Gret“ geschlüpft war. Stattdessen gab Monika Enzmann als Nachfolgerin an der Seite von „Vetter Philpp“ Gerd Buchleiter einen geglückten Einstand.“

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