Mittwoch, 24. April 2019

Wahlrecht ab 16

Die Qual der Wahl

buergerentscheid

Weinheim, 08. August 2013. (red/ae) Bei den Kommunalwahlen 2014 dĂŒrfen Unter-18-JĂ€hrige zum ersten Mal wĂ€hlen. Am 06. November 2012 beschloss das Kabinett der grĂŒn-roten Landesregierung eine Änderung des Kommunalwahlrechts: Das Mindestwahlalter bei kommunalen Wahlen wurde von 18 auf 16 Jahre gesenkt. Der eingereichte Gesetzesentwurf wurde am 11. April im Landtag mit grĂŒn-roter Mehrheit verabschiedet. WĂ€hrend die SPD und die GrĂŒnen sich dem Ziel nĂ€her sehen, Jugendliche an die Politik heranzufĂŒhren, sind die Oppositionsfraktionen CDU und FDP skeptisch. [Weiterlesen…]

OB Bernhard stellt Projekte beim Bildungskongress vor

Weinheim bei den Bildungs-HauptstÀdten

Weinheim, 11. November 2012. (red/pm) Weinheim spielt bei den deutschen HauptstĂ€dten der Bildung in der Bundesliga mit. OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard, in persona auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative, stellt die Projekte und AktivitĂ€ten seiner Stadt in diesen Tagen gleich zweimal in wichtigen Kongressen und Gremien vor. Dort ist er jeweils eingeladen, um aus der Bildungsregion Weinheim zu berichten – und damit Beispiele fĂŒr andere Kommunen und Regionen zu geben.

Information der Stadt Weinheim:

„Mit seinem BildungsbĂŒro, der Weinheimer Bildungskette und seiner kommunalen Steuerung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben sowie seiner Stellung in der bundesweit vernetzten AG „Weinheimer Initiative“ genießt Weinheim im Kreis von Bildungsexperten einen besonders guten Ruf. Am Donnerstag und Freitag gehörte der Weinheimer Rathauschef beim Bildungskongress des Deutschen StĂ€dtetages in MĂŒnchen zu den Gastrednern und Moderatoren eines Workshops
„Übergangsmanagement Schule-Beruf“. Außer Heiner Bernhard saßen Waltraud Bonekamp, StadtrĂ€tin fĂŒr Schule, Jugend und Familie der Stadt Dortmund, sowie Roland Matzdorf, Abteilungsleiter Berufliche Bildung im Arbeitsministerium von Nordrhein-Westfalen, auf dem Podium.

Bernhard beschrieb dort unter anderem: „Nach unseren Erfahrungen gelingt der Übergang am Besten im Rahmen einer integrierten Gesamtstrategie. Sie betrachtet den Übergang Schule-Beruf nicht als isolierte Gestaltungsaufgabe, sondern gestaltet Förderkonzepte und Angebote entlang der Bildungsbiografie des Kindes und des Jugendlichen, also von der frĂŒhkindlichen Bildung und Erziehung bis zu einer stabilen Integration in die Arbeitswelt.“ Er wĂŒnschte sich dabei aber auch einen verbesserten „Kommunen-Land-Dialog auf Augenhöhe“. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Kommune und Land sei eine Kernbedingung fĂŒr gelingende Übergangsgestaltung. Der OB kam ĂŒbrigens direkt aus der Praxis beim Bildungskongress an. Am Mittwochabend leitete er im Rathaus noch den Kinder- und Jugendbeirat, der sich unter anderem mit den Weinheimer Projekten der frĂŒhkindlichen Bildung beschĂ€ftigte – noch am gleichen Abend ging der Zug nach MĂŒnchen.

In der kommenden Woche ist Weinheims OB nochmal auf „Tour de Bildung“, diesmal in Reutlingen. Dort tagt der Bildungsausschuss des StĂ€dtetages Baden-WĂŒrttemberg, und Bernhard wurde fĂŒr ein Kurzreferat angefragt. Dabei geht es um die Position der Großen Kreisstadt Weinheim, die – wie Wertheim am Main – das Impulsprogramm „Bildungsregionen in Baden-WĂŒrttemberg“ unterhalb der Kreisebene umsetzt. Diese Erfahrungen können eventuell bei der Entwicklung eines neuen Landesprogramms nĂŒtzlich sein. Heiner Bernhard wird davon berichten, dass diese Zuordnung durchaus positive Folgen hat. „Die Angebote können dadurch aus der unmittelbaren Bedarfsperspektive des Kindes entwickelt werden.“

Stoppt Nordrhein-Westfalen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag?


Vorerst wird es keinen JMStV geben

Weinheim, 15. Dezember 2010. (cm) Wie die GrĂŒnen sowie die SPD in Nordrhein-Westfalen heute erklĂ€rt haben, wird der Landtag am 16. Dezember geschlossen gegen den novellierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrag stimmen. Der Staatsvertrag ist somit erst einmal vom Tisch.

Von Christian MĂŒhlbauer

Nach der heftigen Kritik am Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) in den vergangenen Wochen ist dieser nun vorerst gescheitert. Nachdem die CDU in Nordrhein-Westfalen erklĂ€rt hatte, gegen den JMStV zu stimmen, haben sich heute auch die SPD sowie die GrĂŒnen angeschlossen.

Am 01. Januar 2003 ist die erste Version des Staatsvertrags als Gesetz in Kraft getreten. Die nun gescheiterte Novelle sollte den JMStV eigentlich fit fĂŒr das Internetzeitalter machen.

Gelungen ist dies jedoch nicht. Stattdessen erntete das Gesetz scharfe Kritik. Mit Alterskennzeichnung oder Sendezeiten wollte man das Netz „jugendkonform“ gestalten. Dabei ging man davon aus, dass das Internet wie der normale Rundfunk funktioniert. Ein Trugschluss, der dadurch verschĂ€rft wurde, dass der Staatsvertrag selbst undurchsichtig formuliert war.

Einige Blogger hatten bereits angekĂŒndigt, ihre Blogs zum 01. Januar 2011 zu schließen. Zu unsicher sei die Rechtslage.

Ein Beitrag des Juristen Udo Vetter versuchte die Hysterie zu lindern. Zwar sei der JMStV problematisch, doch es werde wohl nicht so schlimm kommen, wie befĂŒrchtet.

Auch wir haben mit Rechtsanwalt Udo Vetter gesprochen und das Thema in einem Artikel behandelt.

Plötzlicher Sinneswandel

Bisher traf der JMStV bei den konservativen Parteien in allen BundeslĂ€ndern auf große Akzeptanz. Umso ĂŒberraschender ist nun der Wandel der CDU in Nordrhein-Westfalen. Diese stellten sich – gemeinsam mit der FDP – ĂŒberraschend gegen den JMStV. Nach kurzem Zögern schlossen sich auch die SPD sowie die GRÜNEN an.

Nach Angaben der Parteien hĂ€tten formale GrĂŒnde sowie eine mangelnde Mehrheit im Landtag zu diesem Entschluss gefĂŒhrt. Aber auch inhaltliche GrĂŒnde hĂ€tten ihren Beitrag dazu geleistet. Wie SPD und GRÜNE erklĂ€rten, sei man nicht bereit „die Kohlen aus dem Feuer zu holen“, indem man doch fĂŒr den JMStV stimme.

Alle Parteien des Landtags Nordrhein-Westfalen (Linke, FDP, GRÜNE, SPD, CDU) werden bei der Abstimmung am 16. Dezember gegen den JMStV stimmen.

Medienkompetenz statt Verbote

Auch wenn der JMStV in dieser novellierten Form gescheitert ist, bedeutet dies keineswegs das Ende. Die Parteien mĂŒssen jetzt vielmehr zurĂŒck ans „Zeichenbrett“ und die Punkte umsetzen, die von Medienexperten und Netzaktivisten bemĂ€ngelt wurden. Statt PrĂŒf- und Alterskennzeichnungspflichten oder dem Streben nach „Sendezeiten“ fĂŒr das Internet, muss man praktische Maßnahmen ergreifen.

Die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, aber auch Eltern sowie erziehendem Personal mĂŒsse verstĂ€rkt werden. Wie der IT-Fachanwalt und Blogger Thomas Stadler bereits im Februar 2010 anmerkte, mĂŒsse der Jugendmedienschutz insgesamt auf einen PrĂŒfstand.

Dies wird in den kommenden Monaten das Ziel der Parteien sein. Der JMStV ist somit also keinesfalls vom Tisch. Die Novellierung ist lediglich aufgeschoben.

Wieso der JMStV wegen Nordrhein-Westfalen scheitert

Das Grundgesetz ermöglicht es den einzelnen BundeslĂ€ndern eigene Gesetze auf Landesebene zu erlassen. Dies ermöglicht ihnen außerdem eine Zusammenarbeit ĂŒber die jeweiligen LĂ€ndergrenzen hinweg. Diese Kooperationen werden hĂ€ufig in sogenannten StaatsvertrĂ€gen geregelt. Der Rundfunkstaatsvertrag ist ein Beispiel hierfĂŒr.

Sobald die Regierung einen solchen Staatsvertrag ausgehandelt hat, mĂŒssen die jeweiligen Landesparlamente zustimmen. Nur wenn alle beteiligten Landesparlamente zustimmen, kann ein Staatsvertrag in Kraft treten. Stimmt auch nur ein beteiligtes Parlament dagegen, scheitert der Vertrag.