Dienstag, 19. September 2017

Stadtwerke Weinheim und weitere Partner beteiligen sich an Solarpark der EnBW

Ein Drittel vom Solarpark Königsbronn

Weinheim/Stuttgart, 02. Dezember 2014. (red/pm) Zu einem Drittel gehört der rund 200 Kilometer entfernte Solarpark Königsbronn im Landkreis Heidenheim jetzt den Stadtwerken Weinheim. Gemeinsam mit der Stadt Marbach und den Stadtwerken Esslingen haben die Stadtwerke bereits am vergangenen Mittwoch, 26. November, in Stuttgart jeweils Anteile an der Solarpark Königsbronn GmbH von der EnBW Energie Baden-Württemberg AG übernommen. [Weiterlesen…]

Kommune und Stadtwerke gleichen CO-2-Emissionen aus

Stadt heizt jetzt klimaneutral

Weinheim, 13. Mai 2014. (red/pm) Die Stadt heizt nun klimaneutral. Die Kommune und die Stadtwerke gleichen die CO2-Emissionen aus und fördern ein Ökostromprojekt im Ruhrgebiet. [Weiterlesen…]

Stromwechsel per Postkarte

Rhein-Neckar, 12. Dezember 2012. (red/ld) Die EEG-Umlage vermiest die Weihnachtsstimmung. Zum Jahreswechsel steigt sie auf 5,28 Cent pro Kilowattstunnde. Damit bezahlen die Verbraucher ihren Anteil am Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Stromproduzenten geben diese Erhöhung gerne an ihre Kunden weiter, im Gegensatz zu den derzeitigen Preisentwicklungen am Strommarkt. Die bleiben ihnen aber auch treu. Trotz der Liberalisierung des Energiemarkts 1999 und vielen Konkurrenten am Strommarkt haben nur wenige Haushalte den Anbieter gewechselt. Dadurch lässt sich bares Geld sparen. Worauf man dabei achten muss, verrät Eckhart Benner von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Strom wird teurer, aber nur wenige wechseln ihren Anbieter. Foto: Wikipedia, MdE, CC-BY-SA 3.0

Interview Lydia Dartsch:

Die Strompreise steigen jedes Jahr. Jetzt haben 614 Stromanbieter angekündigt, ihre Preise erneut anzuheben. Gibt es einen Unterschied zwischen kleinen Anbietern oder großen Konzernen?

Eckhard Benner: Ein Unterschied ist nicht zu erkennen. Sowohl kleine als auch große Stromversorger erhöhen die Strompreise.

In den Medien wird berichtet, der Strompreis steige auf über 30 Cent pro Kilowattstunde. Ist das so?  

Benner: Ob die Preise irgendwann auf 30 Cent pro Kilowattstunde steigen werden ist im Moment reine Spekulation. Mit solchen Zahlen sollen wohl eher die Verbraucher für weitere Preissteigerungen weichgekocht werden.

Wie hoch sind die Strompreise im Moment? 

Benner: im Durchschnitt etwa zwischen 24 und 25 Cent pro Kilowattstunde. Ab 2013 liegt er etwa bei 26-27 Cent.

„Man kann der Preiserhöhung kaum entgehen.“

Kann man der Preiserhöhung mit einem Wechsel entgehen? 

Benner: Richtig entgehen kann man ihr derzeit kaum. Mit dem Wechsel wird man zu einem Energieversorger wechseln, dessen Preiserhöhung noch nicht so hoch ausfällt, wie bei anderen.

Worauf sollte man beim Wechseln achten? 

Benner: Man sollte keine Vorkasse leisten und keine Strompakete kaufen. Verträge mit Vorkasse bergen die Gefahr, dass bei einer Insolvenz des Stromversorgers der schon bezahlte Betrag verloren ist und man für den noch benötigten Strom ein zweites Mal bezahlen muss. Strompakete lohnen nur dann, wenn der Verbrauch exakt der gekauften Strommenge entspricht. Andernfalls zahlt man für nicht benötigten Strom oder muss noch benötigten Strom teuer zukaufen.

Wie lang sollte denn der neue Vertrag laufen?

Benner: Je kürzer die Vertragsbindung, umso flexibler ist der Stromkunde. Empfehlenswert sind Vertrags­laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr, damit man relativ schnell auf aktuelle Preisentwicklungen reagieren und eventuell zu einem neuen Anbieter oder in einen anderen Tarif wechseln kann. Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat betragen.

Und was ist mit der Preisgarantie, die manche anbieten?

Benner: Die Preisgarantie sollte über die gesamte Laufzeit, ein Jahr, gelten. Nicht immer gewähren Stromanbieter eine Preisgarantie über die gesamte Laufzeit des Vertrages, auch wenn sie diese anpreisen.

Man sitzt nicht im Dunkeln

Wie funktioniert der Wechsel? 

Benner: In der Regel dadurch, dass man den neuen Versorger mit dem Wechsel zum gewünschten Termin beauftragt. Dies geht auch per Postkarte. Dem neuen Versorger sind dabei Zählerstände und Zählernummer mitzuteilen. Grundsätzlich sind dabei Kündigungsfristen und Vertragslaufzeiten zu beachten . Bei Preiserhöhungen haben Verbraucher in der Regel ein Sonderkündigungsrecht zum Termin der Preiserhöhung. Stromkosten kann man aber oftmals schon senken, wenn man bei seinem derzeitigen Energieversorger in einen günstigeren Tarif wechselt – insbesondere wenn man noch einen so genannten Grundversorgungstarif besitzt.

Eckhard Benner ist Referent für Verbraucherpolitik in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Foto: Verbraucherzentrale

Eckhard Benner ist Referent für Verbraucherpolitik in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Foto: Verbraucherzentrale

Was könnte zu Problemen führen? 

Benner: In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass nicht jeder Stromversorger die Kapazität hat, den Anbieterwechsel auch termingerecht auszuführen. Auch kommt es vor, dass der alte Versorger die zuviel gezahlten Abschlagsbeträge einbehält. Bei solchen Problemen kann man sich an die Verbraucherzentrale wenden.

Was passiert, wenn der neue Stromversorger den Wechsel nicht rechtzeitig ausführen kann? Sitzt man dann im Dunkeln?

Benner: Nein, man sitzt nicht im Dunkeln. Der Stromversorger vor Ort, meist das Stadtwerk, hat die gesetzliche Pflicht, die Stromversorgung zu gewährleisten – als so genannte Ersatzversorgung. Man zahlt aber dann einen höheren Strompreis.

Ökostrom ist nicht unbedingt öko.

Ist Ökostrom automatisch teurer als konventioneller? 

Benner: Nein. Insbesondere Grundversorgungstarife können teurer sein als „Ökostrom-Tarife“

Sie scheinen da so skeptisch. Bekommt man denn tatsächlich Ökostrom, wenn man den beziehen möchte? 

Benner: Es gibt keine gesetzliche Festlegung, was genau unter „Ökostrom“ zu verstehen ist. Daher werden die unterschiedlichsten Angebote als „Ökostrom“ verkauft. Dies kann soweit gehen, dass „Ökostrom“ nur auf dem Papier, auf den RECS-Zertifikaten, steht.

Wie kann man bei der Auswahl des neuen Anbieters erkennen, ob der Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde? Worauf sollte man da achten?

Benner: Das ist für den Verbraucher sehr schwierig. Echter Umweltnutzen ensteht erst, wenn durch den „Ökotarif“ konventioneller Strom vom Markt verdrängt wird und erneuerbare Energien ausgebaut werden. Die Stiftung Warentest hat dazu in Testheft 2 aus diesem Jahr eine Untersuchung durchgeführt.

Stromfresser abschalten

Abgesehen von einem Wechsel: Wie kann man im Haushalt oder beim Kauf von Geräten Strom sparen? Wie erkennt man Stromfresser? 

Benner: Standby ausschalten, eine alte Heizungspumpe durch eine neue effiziente ersetzen. Alte Elektrogeräte wie Kühlschank und Waschmaschine verbrauchenviel Strom, im Vergleich zu neuen Geräten der höchsten Effizienzklasse (A++). Die gibt bei neuen Geräten den Stromverbrauch an und müssen bei Haushaltsgeräten angegeben werden. Um Stromfresser im eigenen Haushalt zu kennen, ist es ratsam den Stromverbrauch einzelner Geräte zu messen.

Wie misst man den Stromverbrauch von Geräten im Haushalt?

Benner: Dazu kann man sich ein Strommessgerät ausleihen, etwa bei der Verbraucherzentrale oder einer regionalen Energieagentur. Diese Messgerät schließt man an das Elektorgerät an, dessen Verbrauch man erheben möchte.

Gemeinderatssitzung am 27. Juni 2012

100 Prozent Ökostrom für Weinheim

Weinheim, 28. Juni 2012. (red/sap) Der Weinheimer Gemeinderat stimmte der Vergabe der Stromlieferung für die Stadt Weinheim an die Stadtwerke Weinheim GmbH ab Januar 2013 einstimmig zu. Weinheim wird 100 Prozent Ökostrom beziehen und übernimmt damit eine Vorbildfunktion.

Von Sabine Prothmann

Weinheim wird ab 2013 komplett auf Ökostrom umsteigen. Das betrifft die öffentlichen Gebäude, Straßen und Plätze.

Dies wurde in der gestrigen Gemeinderatssitzung mit großer Mehrheit entschieden. Dagegen stimmte Dr. Günter Bäro (Freie Wähler) und eine Enthaltung kam von Günter Breiling (FDP).

Die Stadt Weinheim zahlt pro Jahr rund eine Million Euro für Strom, das sind rund 6800 Megawattstunden, die für die öffentlichen Gebäude benötigt werden, und das wird auch in den kommenden zwei Jahren wohl auch so bleiben.

Der Preis für Ökostrom mit 22,2 Cent pro kWh bedeute einen geringen Aufpreis von rund 0,9 Cent pro kWh gegenüber „Normal“strom, der 21,3 Cent koste, erläuterte Stadtrat Wolfgang Schäfer (Freie Wähler).

Auf das Jahr wird das in etwa 700 Euro ausmachen.

Die Firma „Enerko Energiewirtschaftliche Beratung GmbH“ war mit Ausschreibungsverfahren beauftragt.

Ein Fachingenieur von Ernerko erläuterte das Zustandekommen der Angebote. Die reinen Stromkosten machten nur rund 40 Prozent des Gesamtpreises aus. Die restlichen 60 Prozent setzen sich aus Steuern, EEG-Umlage, Netzentgelte und Konzessionsabgaben zusammen.

Sechs Bieter hatten sich um den Stromauftrag bemüht, darunter auch ein indisches IT-Unternehmen. Alle sechs erfüllten die Qualifikationskriterien wie zum Beispiel Ökostrom und Zulassung zum Stromhandel. Doch das günstigste Angebot, mit großem Abstand, gaben die Stadtwerke Weinheim (SWW) ab.

Ein „sportlicher Preis“, meinte der Ingenieur.

Der Vergabe an die Stadtwerke Weinheim (SWW) wurde einstimmig zugestimmt.

Die Stadträte aller Fraktionen erklärten, die Stadt könne mit der Umstellung auf Ökostrom ihre Vorbildfunktion für die Energiewende zeigen.