Freitag, 15. November 2019

Ralf Mittelbach, Rolf Tilger und Thomas Keller für 5 Jahre im Amt

Gemeinderat bestätigt Wahl von Mittelbach und Co.

(von links) Stellvertreter Rolf Tilger, der frühere Kommandant Patrick Müller, der neue Kommandant Ralf Mittelbach und Stellvertreter Thomas Keller.

 

Weinheim, 14. März 2013. (red/aw/ms) Die Wahl zum neuen Feuerwehrkommandanten Weinheims hat Ralf Mittelbach schon am 16. Februar gewonnen. Damit das Ergebnis jedoch gültig und Mittelbach ist seinem Amt offiziell ist, bedurfte es noch der Zustimmung des Gemeinderats. Diese erfolgte in der Sitzung gestern einstimmig. [Weiterlesen…]

Jahreshauptversammlung der Abteilung Stadt der Feuerwehr Weinheim

Ralf Mittelbach ist neuer Kommandant

Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr, Abteilung Stadt.

 

Weinheim, 18. Februar 2013. (red/zef) Ralf Mittelbach (32) ist mit einem überzeugen Ergebnis zum neuen Kommandanten der Feuerwehr Weinheim, Abteilung Stadt, gewählt worden. 50 Mitglieder stimmten für ihn, zwei enthielten sich, es gab eine Gegenstimme. Sein Vorgänger Patrick Müller war fünf Jahre im Amt und trat aufgrund persönlicher Enttäuschungen, die er nicht näher erläuterte, nicht wieder an.

Text: Ziad-Emanuel Farag, Fotos: Sebastian Singer

Patrick Müller, scheidender Abteilungskommandant, eröffnete die Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag mit einem Paukenschlag:

Während meiner Amtszeit traten mir Neid und Hinterlist entgegen, die sogar auf die Familien außerhalb der Feuerwehr übergriffen. Ich werde die betreffenden Kollegen künftig meiden, in Einsätzen kann ich ihnen nicht mehr vertrauen. Das waren jedoch einzelne. Der überwiegende Anteil zog auch in meiner Amtszeit an einem Strang. Dafür bedanke ich mich bei allen, aus familiären Gründen trete ich zurück.

Patrick Müller stellte sich zwar nicht erneut zur Wahl, bleibt jedoch aktiv. Viele seiner Kollegen, die zur Veranstaltung gekommen waren, begrüßten seinen Einsatz.

Mittelbach ist einziger Kandidat

Als Nachfolger stellte sich nur ein Kandidat zur Wahl: Pressewart Ralf Mittelbach, 32 Jahre alt, geboren in Sulzbach und gelernter Schreiner. Er ist Oberbrandmeister und hauptamtlicher Gerätewart der Feuerwehr Weinheim. Er kann also sein  Ehrenamt mit seiner beruflichen Tätigkeit bestens verbinden. Bereits sein Vater und Großvater waren in der Feuerwehr Weinheim aktiv:

Ich komme aus einer eingefleischten Feuerwehrfamilie. Gerade deshalb wurde auf mich kein Druck ausgeübt, der Feuerwehr beizutreten. Ich sollte es aus eigener Überzeugung tun. Mit 17 Jahren war ich dann soweit – seitdem bin ich überzeugter Feuerwehrmann.

Es folgte eine steile Laufbahn in der Feuerwehr: 2003 wird er Stadtjugendwart und ist seitdem auch für die Öffentlichkeitsarbeit als Pressewart tätig. Er sieht sich als Teamplayer: Auf eine große Selbstinszenierung vor der Wahl verzichtet Ralf Mittelbach:

Ich bedanke mich bei Patrick Müller für die gute Vorarbeit. Raum für Verbesserungen besteht nach wie vor. Es geht für mich nicht darum, was ich verändere, sondern was wir gemeinsam schaffen.

Dass zwei Stellvertreter gewählt wurden, stellt auch eine Neuerung dar. Bisher gab es nur einen. Für dieses Amt kandidierten Rolf Tilger und Thomas Keller. Alle drei wurden mit großer Mehrheit gewählt: Thomas Keller erhielt 47 Stimmen, Rolf Tilger 49 und Ralf Mittelbach 50 Stimmen von den 53 Anwesenden. Insgesamt gibt es 78 Aktive.

Aus freien Stücken bei der Feuerwehr

Mit einem solchen Wahlergebnis hat Mittelbach selbst nicht gerechnet,

weil ich immer meine Meinung vertrete und nicht alles aus Bequemlichkeit lassen will, wie es ist.

Das Vertrauen ist für ihn und seine Stellvertreter aber sehr hoch, Gegenkandidaten stellten sich keine zur Wahl.

Ich und meine Stellvertreter arbeiten gleichberechtigt. Sie müssen mich ja vertreten können, wenn ich ausfalle. Nur in seltenen Fällen habe ich den Hut auf und muss eine Entscheidung treffen”,

erklärte der Teamplayer Mittelbach nach seiner Wahl. An der Pressearbeit der Feuerwehr soll sich mit Ralf Mittelbachs Wahl nichts ändern. Er bleibt Pressewart für die Feuerwehr Weinheim – geht es um die Abteilung Stadt soll ein Kollege übernehmen. Die neuen Kommandanten müssen noch in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen offiziell bestätigt werden.

(von links) Stellvertreter Rolf Tilger, der frühere Kommandant Patrick Müller, der neue Kommandant Ralf Mittelbach und Stellvertreter Thomas Keller.

 

Fehlalarme durch Rauchmelder

Auch fernab von Personalrochaden war viel los bei der Feurwehr Weinheim: 142 Technische Hilfeleistungen, 68 Brände. 12 Tierrettungen, 31 Notfalleinsätze und 78 sonstige Einsätze, bei denen insgesamt 68 Personen gerettet wurden, sind eine hervorragende Bilanz des vergangenen Jahres. Besonders heikel war ein Zimmerbrand im Mai, bei dem ein Mensch starb und ein großer Gebäudebrand im Langgassenweg am 30. Dezember, bei dem zwei Insassen und zwei Feuerwehrleute verletzt wurden. Besonders ärgerlich sind jedoch für die Ehrenamtlichen 90 Fehlalarme.

Die meisten Einsätze gehen jedoch auf Rauchmelder zurück. Doch auch böswillige Alarme sind dabei,

sagte Mittelbach. Hinzu kam noch das 150-jährige Jubiläum der Stadtfeuerwehr Weinheim und das 50-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr.

300 Euro für Kinderfeuerwehr

Gerade im Jugendbereich liegen nun die Herausforderungen

Heute reicht zur Nachwuchsrekrutierung eine Jugendfeuerwehr nicht mehr aus. Die Kinder und Jugendlichen von heute haben sich im Alter von zehn Jahren bereits entschieden, wo sie ihre Freizeit verbringen. Wir brauchen wie die Kollegen des Stadteils Sulzbach eine Kinderfeuerwehr, um auch künftig genügend Aktive zu haben

Dr. Torsten Fetzner, Erster Bürgermeister der Stadt Weinheim und Feuerwehrdezernent, sieht das ähnlich:

Einer Kinderfeuerwehr werde ich 300 Euro spenden. Ich möchte hiermit deren Gründung anstoßen.

Die Feuerwehr soll darüber gemeinsam entscheiden, sagte Ralf Mittelbach auf den Vorschlag:

Wenn ich das vorgebe und nicht alle Kameraden dahinter stehen, ist das zum Scheitern verurteilt.

Goldene Ehrenmedaille der Stadt zum 60. Jubiläum

Um die Jugend haben sich jedoch schon einige Feuewehrleute verdient gemacht, in ihrer Rolle als Ausbilder, Pädagogen und Vermittlern von Werten: Hannes Hartmann und Jens Mendel erhielten hierfür die Ehrenmedaille in Bronze der Jugendfeuerwehr Rhein-Neckar. Eine zentrale Rolle soll für Mittelbach bei der Ausbildung die Altersmannschaft spielen,

Ihre Erfahrung ist für die Ausbildung eine regelrechte Goldgrube.

Außerdem möchte er einen Förderverein gründen, damit künftig die Bürgerinnen und Bürger Weinheims die Chance haben, die Feuerwehr finanziell zu unterstützen.

Stichwort Finanzen: Der Kassierer wurde entlastet, damit ist das Jahr 2012 für die Feuerwehr Weinheim auch finanziell abgeschlossen. Zum Oberfeuerwehrmann wurde Tino Meier befördert. Manuel Schmidt wird Oberlöschmeister. Für ihr 20-jähriges Jubiläm in der Feuerwehr wurden Stefahl Kohl und Tanja Neitzel mit einem Gutschein geehrt.

Roland Breitenfeld und Gerhard Kautz erhielt eine Ehrung zu seinem 30-jährigen Jubiläum. Wolfgang Eberle, Fritz Pfrang und Markus Wissing wurden für 40 Jahre Mitgliedschaft von Bürgermeister Fetzner mit der Ehrenmedaille der Stadt Weinheim ausgezeichnet. Werner Rettenberger erhielt die Auszeichnung in Gold für sein 60-jähriges Mitwirken in der Feuerwehr Weinheim.

 

Geehrte für langjährige Feuerwehrzugehörigkeit.

 

Stadtbrandmeister Albrecht mit Kommandant Mittelbach.

 

Der neue Kommandant Ralf Mittelbach hat gut lachen: Mit 50 von 53 abgegebenen Stimmen hat er ein überzeugendes Wahlergebnis erhalten.

 

Feuerwehrdezernent Dr. Torsten Fetzner ehrt Mitlieder.

 

Geschenk vom Stadtbrandmeister an den früheren Kommandanten mit herzlichem Dank.

 

Jahreshauptversammlung.

 

Der stellvertretende Jugendwart Hannes Hartmann zieht Bilanz.

 

53 von 78 aktiven Feuerwehrleuten waren zur Jahreshauptversammlung gekommen.

 

Bewohner vorsorglich in Klinik verbracht - ein Zimmer vollständig ausgebrannt

Brand im Langgassenweg

Sieht aus wie Kino – ist aber ein echter Katastropheneinsatz. Die Feuerwehr Weinheim bekämpft unter anderem über die Drehleiter den Brand im Langgassenweg.

 

Weinheim, 30. Dezember 2012. (red) (Aktualisiert, 30. Dezember, 18 Uhr) Kurz nach Mitternacht ist heute ein Brand im ersten Stock eines Einfamilienhauses im Langgassenweg ausgebrochen. Die Feuerwehr bekam das Feuer schnell in den Griff – um 0:40 Uhr war es aus. Die Bewohner, ein Ehepaar, wurden vorsorglich wegen einer möglichen Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Ein Feuerwehrmann erlitt Brandverletzungen 2. Grades. Das Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen ist, ist zerstört. Durch das umsichtige Eingreifen der Feuerwehr könnte ein größerer Schaden verhindert worden sein.

Von Hardy Prothmann

Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht war einer der ersten vor Ort: „Die Bewohner waren sehr vernünftig und haben das Haus verlassen. Ich habe die Erstbetreuung übernommen.“ Wegen einer möglichen Rauchgasvergiftung wurde das Ehepaar in eine Klinik verbracht.

Der Einsatzleiter wirkt konzentriert, aber ruhig. Sein Blick wandert immer wieder über die Szenerie:

Wir haben die Lage im Griff.

Im Langgassenweg ist kurz nach Mitternacht die Nachtruhe um. Über ein Dutzend Einsatzwagen blockieren den Weg, direkt vorm betroffenen Haus ist die Drehleiter postiert. Aus den Fenstern im ersten Stock und unterm Dach steigt immer noch dicker, schwarzer Qualm auf. Immer wieder gehen Feuerwehrleute unter Atemschutz ins Gebäude.

Kohlrabenschwarz nach Einsatz.

Nach dem Einsatz: Der verformte Helm und das kohlrabenschwarze Visier hatten heute ihren letzten Einsatz.

 

Jetzt kommen zwei raus, die mittendrin waren. Ihre sonst eierschalenfarbenen Helme sind schwarzbraun verfärbt. Die Visiere kohlrabenschwarz. Sie nehmen den Atemschutz und die von der Hitze verformten Helme ab. Klitschnass verschwitzt sind sie. Die Backen sind fleckig gerötet, die Augen glitzern. Man sieht ihnen den Stress an. Sie haben vollen Einsatz gegeben und sind für heute „fertig“. Kameraden übernehmen.

Das Zimmer dürfte hin sein,

sagt einer. Der andere fasst sich an die Brust. Irgendwas juckt ihn. Er öffnet die Jacke, greift darunter. Ein kurzes Stöhnen ist zu hören. Er öffnet die Jacke weiter. Jetzt sieht man diffus kleine Hautfetzen abstehen. Sieht aus wie ein heftiger „Sonnenbrand“. Aber es ist natürlich eine Brandwunde. Trotz Schutzkleidung.

Eben noch Held – jetzt Patient.

Der Feuerwehrmann wird sofort von einem Kollegen zu den Sanitätern gebracht. Eigentlich will er nicht, aber er muss, zuckt die Schultern und geht mit. Eben noch Held, jetzt Patient. Vermutlich spürt er noch keinen Schmerz, zu hoch ist noch der Adrenalinspiegel. Der Feuerwehrmann hat vorbildlich alles gegeben. Er ist einer der Helden des Abends, aber doch nur ein Mensch – verletztlich und auf andere angewiesen.

Viele Leute können sich das nicht wirklich vorstellen, was bei so einem Feuer abgeht. Das ist wie ein Kaminofen. Da hat es schnell mal 800 oder 900 Grad Hitze,

sagt Ralf Mittelbach, Pressewart der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim. Er betreut die Medienvertreter und wenn er das nicht muss, schleppt er auch Gerät und Schläuche und guckt, wo er gebraucht wird.

Szenenwechsel: Ab 0:21 Uhr ist die Abteilung Sulzbach alarmiert und übernimmt die Bereitschaft im Feuerwehrhaus der Stadt, da die Kameraden im Einsatz sind. Zur Not würden sie weitere Atemschutzgeräteträger schicken – soweit kommt es aber nicht. Aber man ist vorbereitet.

Szenenwechsel: Vor Ort sind 40 Feuerwehrleute im Einsatz, dazu Polizei und Sanitäter.

Sich selbst, Leib und Leben, Hab und Gut schützen.

Kurz vor 0:30 Uhr trifft der Erste Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner ein, um sich ein Bild der Lage zu machen. Er schaut besorgt, erkundigt sich, wird informiert und hält sich zurück. Schaut zu, was die Experten machen, mehr kann er nicht tun. Dass er da ist, wird sehr wohlwollend von den Feuerwehrleuten aufgenommen. „Feuerwehr“ gehört zu seinem Aufgabenbereich.

Konzentriert im Team gegen das Feuer.

 

Auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh ist, wie so oft, vor Ort und aktiv am Geschehen beteiligt. Die Führungsleute vom Einsatzleiter über Zug- und Gruppenführer sind im ständigen Austausch. Das erste Ziel ist der Selbstschutz. Kontrolle zu haben. Das eigentliche Ziel ist klar die Brandlöschung – aber nur unter „sicheren“ Umständen.

Überall am Rande stehen Anwohner und schauen auf das Geschehen. Am Einsatzort draußen geht es geschäftig, aber konzentriert ruhig zu. Keine lauten Rufe oder irgendein „Stress“ sind hier zu bemerken. Und obwohl überall Schläuche liegen und ständig Gerätschaften hin- und hergetragen werden, wirkt die Szenerie nie hektisch, sondern nur sehr geschäftig unter dem Blaulicht der Einsatzfahrzeuge und den Scheinweifern, die das Haus erleuchten.

Löschen und erhalten.

Von außen erhascht man manchmal einen Blick auf Feuerwehrleute, die am Fenster vorbeikommen. Es ist ein ständiges Rein und Raus in das Gebäude: „So wie es aussieht, ist ein Raum ausgebrannt. Mit etwas Glück konnten wir den Schaden begrenzen, zumindest, was das Erdgeschoss angeht“, sagt Ralf Mittelbach. Man hört die Ventilatoren brummen, die das Haus entrauchen. „Ein Teil der Kameraden ist rein und hat sich um Brandbekämpfung gekümmert. Die anderen haben unten alles zu gemacht.“ Dann guckt er ernst und sagt entschuldigend:

Vermutlich werden wir unsere Spuren im Flur und über die Treppe hinterlassen haben, aber das geht natürlich nicht anders.

Für die Bewohner ist der Brand sicher eine schlimme Katastrophe. Aber sie haben sich gut verhalten und ihr Leben gerettet, statt sich unnötig zu gefährden. Und sie hatten „Glück“ mit der Uhrzeit, so komisch das klingt:

Meine Leute mussten sich durch keinen Berufsverkehr kämpfen und waren deshalb von zuhause aus schnell vor Ort,

bilanziert Einsatzleiter Reinhold Albrecht. An einem „normalen“ Arbeitstag mit viel Berufsverkehr sind die Kräfte oft auf der Straße „gebunden“ und wertvolle Zeit verrinnt.

Die Partner müssen sich verlassen können – man sieht die Anspannung und Konzentration in den Augen.

 

Was genau die Ursache des Brandes ist, werden Brandsachverständige feststellen müssen. Fest steht, es war das Arbeitszimmer – eventuell ist dort ein elektrisches Gerät „durchgebrannt“.

Gegen 1:00 Uhr in der Nacht qualmt es immer wieder heftig. Abteilungskommandant Patrick Müller erklärt das Phänomen:

Das Feuer ist aus – das ist jetzt noch Wasserdampf. Schließlich war es sehr, sehr heiß.

Das Ehepaar kann noch in der Nacht die Klinik verlassen. Ebenso der Feuerwehrmann – er hat sich bei seinem Einsatz eine etwa handteller-große Verbrennung zweiten Grades auf der Brust eingehandelt.

Vor Ort verbleibt bis zum frühen Morgen eine Brandwache, um eventuell auftretende Glutnester zu bekämpfen.

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Aktualisierung

Information der Feuerwehr Weinheim:

„Kurz nach 24 Uhr meldete die Feuerwehrleitstelle Rhein Neckar einen Zimmerbrand im Langgassenweg. Die Feuerwehr Weinheim rückte unter der Einsatzleitung von Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht und Abteilungskommandant Patrick Müller mit dem Löschzug zur Einsatzstelle in die Nordstadt aus.

Die Wohnungsinhaber, ein älteres Ehepaar hatte bereits mit den Löschmaßnahmen begonnen, mussten diese dann aber aufgrund der starken Rauchentwicklung abbrechen. Bereits auf der Anfahrt war der Feuerschein weithin sichtbar. Auch die Leitstelle teilte den Einsatzkräften mit, dass es weitere Notrufe gebe und vermutet wird, dass sich der Brand bereits auf das Dachgeschoss ausgeweitet hatte. Bei Ankunft der Weinheimer Feuerwehr waren bereits alle Personen aus dem Gebäude.

Ein Zimmer, im ersten Obergeschoss des Einfamilienhauses, stand bereits im Vollbrand und die Flammen loderten meterhoch aus dem Balkonfenster auf den Dachstuhl. Im ersten Obergeschoss, hatte der dicke schwarze Brandrauch, bereits die komplett Sicht zwischen Decke und Boden genommen. Dadurch konnte sich die Feuerwehr nur noch mit einer Wärmebildkamera orientieren. Das Feuer breitete sich rasant aus und der erste Angriffstrupp hatte durch die massive Wärmestrahlung Probleme sich zum Brandherd vorzukämpfen.

Während ein Trupp das Feuer mit einem Rohr im Innenangriff bekämpfte, baute ein zweiter Trupp eine Riegelstellung von außen auf und konnte dadurch das Übergreifen auf den Dachstuhl verhindern. Weitere Trupps bauten die Wasserversorgung auf und versuchten durch schließen von Fenster und Türen die Ausbreitung des Brandrauchs zu verhindern.

Die Drehleiter wurde mit einem Wenderohr vor dem Gebäude in Stellung gebracht und die Einsatzstelle ausgeleuchtet. Das Ehepaar wurde vorsorglich durch den Rettungsdienst versorgt und zur weiteren Kontrolle in ein Krankenhaus eingeliefert. Dieses konnten Sie noch in der Nacht verlassen.

Vor Ort unterstützte der stellvertretende Kreisbrandmeister Axel Schuh die örtliche Einsatzleitung. Der erste Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Dr. Torsten Fetzner machte sich persönlich vor Ort ein Bild der Lage und bot seine Hilfe an.

Während des Einsatzes wurde die Abteilung Sulzbach auf Bereitschaft alarmiert. Vor Ort mussten die Feuerwehrangehörigen aus Sulzbach nicht mehr in den Einsatz gebracht werden. Die Abteilung Stadt, die mit vierzig Einsatzkräften vor Ort war, konnte den Brand gegen 0:40 Uhr unter Kontrolle bringen. Die Abteilung Sulzbach stellte in dieser Zeit den Brandschutz mit sechzehn Feuerwehrangehörigen im Stadtgebiet sicher und konnte gegen 2 Uhr aus dem Einsatz entlassen werden.

Nachdem das Feuer unter Kontrolle war, musste die abgehängte Decke mit Strohmatten entfernt werden, da sich hier auch das Feuer rein gefressen und Glutnester gebildet hatte. Auch viele verbrannte Bücher, Unterlagen und Regalteile mussten ins Freie gebracht und dort abgelöscht werden. Hier wurden die immer wieder auflodernden Glutnester gelöscht. Auch mehrere Lüfter sorgten dafür, das der Brandrauch aus dem Gebäude gedrückt wurde.

Ein Feuerwehrmann des ersten Trupp, der zur Brandbekämpfung vorgegangen war zog sich am Oberkörper, trotz der speziellen Einsatzkleidung eine handgroße Verbrennung zweiten Grades zu. Diese wurden von den Rettungssanitätern vor Ort erstversorgt und im Krankenhaus weiterbehandelt. Er konnte noch in der Nacht das Krankenhaus verlassen, muss seine Verbrennung weiter behandeln lassen.

Gegen 3 Uhr konnte die Feuerwehr Weinheim mit den meisten Fahrzeugen einrücken. Der Gerätewagen Licht und das Tanklöschfahrzeug blieben bis am nächsten Morgen um 6 Uhr vor Ort für eine Brandwache. Die Einsatzstelle wurde an die Polizei Weinheim übergeben.

Zur Schadenshöhe und Brandursache können keine Angaben gemacht werden.“

Ergänzung: Wie die Feuerwehr am Abend informierte, hatte sich ein weiterer Feuerwehrmann am Auge verletzt. Die Verletztung konnte amulant behandelt werden.

Information der Polizei:

„Aufgrund eines implodierten Fernsehgerätes kam es in der Nacht von Samstag auf Sonntag kurz nach Mitternacht zu einem Wohnungsbrand im Langgassenweg. In der Dachgeschosswohnung des Einfamilienhauses hatte gerade das 71-jährige Ehepaar fern geschaut, als es plötzlich eine Verpuffung gab und das Gerät in Flammen aufging. Das Feuer griff schnell auf das Inventar über, konnte jedoch schnell von der alarmierten Feuerwehr aus Weinheim gelöscht werden.

Das Ehepaar wurde vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht da sie die schädlichen Gase eingeatmet hatten, wurde nach einer ambulanten Behandlung jedoch wieder entlassen. Der entstandene Schaden beträgt mehrere 10.000 Euro. Das Haus ist derzeit nicht bewohnbar.“

Jubiläumswochenende mit Festakt und Tag der offenen Tür

„Feuerwehrleute sind unbezahlbar“

Großer Zapfenstreich beim festakt mit OB Heiner Bernhard. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 15. Mai 2012. (red/pm) Weinheimer Feuerwehr feierte ihr Jubiläumswochenende mit Festakt und Tag der offenen Tür. OB Heiner Bernhard begrüßte und Landesbranddirektor Herman Schröder hielt die Festrede.

Information der Stadt Weinheim:

„Für Hermann Schröder, den obersten Feuerwehrmann des Landes, war es eine Selbstverständlichkeit, alle anderen Termine zwischen Konstanz, Aalen und Weil am Rhein abzusagen. „Es gehört sich einfach“, erklärte der Landesbranddirektor der Stuttgarter Landesregierung, „dass man zu diesem Jubiläum persönlich kommt“.

Landesbranddirektor Hermann Schröder. Foto: Stadt Weinheim.

Schröder, ein Dossenheimer und der Weinheimer Feuerwehr lange verbunden, war Ehrengast und Festredner beim Festbankett zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr. Dieses Jubiläum feierte die Wehr mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen: Einer Totenehrung, dem Festbankett mit feierlichem Großen Zapfenstreich in der Stadthalle, einer Stadtrallye der Jugendfeuerwehr, einem Treffen der Altersmannschaften und am Sonntag mit einem Tag der offenen Tür am neuen Feuerwehrzentrum in der Bensheimer Straße.

Die beiden Feuerwehrseelsorger Agnes Seyferth und Tomas Knapp eröffneten dieses Fest für die Bevölkerung mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dann standen ein großer Flohmarkt mit 50 Ständen, eine Fahrzeugschau mit vielen Sonderfahrzeugen der Region, spezielle Gerätewagen, Drehleiter, Löschfahrzeuge, und historische Fahrzeuge den Besuchern zur Verfügung. Geboten wurde auch eine Schauübung der Jugendfeuerwehr. Es gab Fahrradcodierung durch die Polizei. Die Resonanz auf alles war erfreulich gut.

„Der ehrenamtliche Dienst am Nächsten, nicht selten unter eigener Gefährdung, ist in unserer Stadt von unermesslichem Wert. Und deshalb ist es heute mein besonderes Anliegen, Ihnen im Namen von Verwaltung und Gemeinderat, aber ich denke auch im Sinne der gesamten Bürgerschaft, ein herzliches Dankeschön zu sagen“, so begrüßte Oberbürgermeister Heiner Bernhard die Feuerwehrleute und deren Gäste am Festbankett.

Die Stadt müsste enorme Summen aufwenden, wenn sie diese Dienste bezahlen müsste. Aber der OB war sich sicher:

Ich denke, dass man mit reiner Aufrechnung der Dienstauffassung und der Ehre unserer Feuerwehrleute nicht gerecht wird – sie sind, so wie sie sind, unbezahlbar.

Die Weinheimer Feuerwehr sei gut aufgestellt, lobte der Rathauschef. Es freue ihn, dass es die Kommune – gerade in den letzten zwei Jahren – geschafft habe, trotz einer nach wie vor schwierigen kommunalen Finanzlage, die Wehr für ihre schwierigen Einsätze angemessen auszustatten. Bernhard: „Wohlgemerkt, ein neues Feuerwehrhaus oder auch ein neuer Einsatzwagen werden nicht zum Privatvergnügen oder gar Spaß der Feuerwehrleute angeschafft. Es ist das Handwerkszeug, das gebraucht wird, um Schaden von Leib und Leben der Weinheimer Bürger abzuwenden. Das war die ganzen 150 Jahre lang so.“

Eingangs des Abends hatte Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht die Ehrengäste in der Stadthalle begrüßt. Abteilungskommandant Patrick Müller bezeichnete die Freiwillige Feuerwehr als „die wichtigste Bürgerinitiative in der Geschichte der Stadt Weinheim“.

Als Schirmherr erinnerte der Weinheimer Unternehmer und Zeitungsverleger Dr. Volker Diesbach an die lange und abenteuerliche Geschichte des Brandschutzes und des Feuerwehrwesens. Er bescheinigte der Wehr eine „vorausschauende Führung und eine innere Stabilität.

Einige teilweise hochkarätige Ehrungen wurden am Festabend verliehen, bevor die Trachtenkapelle Ober-Abtsteinach und der Spielmannszug Sulzbach mit Unterstützung aus Laudenbach gemeinsam den Großen Zapfenstreich anstimmten. Vom Land wurden für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt: Patrick Müller und Marco Vetter, für 40 Jahre Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht sowie für 50 Jahre Günther Eberle und Karl Kreis. Von der Wehr für zehn Jahre Jens Mandel, Daniel Paradiso, Simon Pflästerer, Daniel Schneider, Sebastian Singer. 20 Jahre: Martin Kotula, Stephan Priebe und Jörg Scherer. 40 Jahre: Werner Thielking, Hans Kasper, Gerhard Clemens. 50 Jahre: Günther Eberle, Dieter Pfenning und Alfred Röhling.“

Hochwasser: Die Lage an der Weschnitz hat sich vorerst entspannt


Guten Tag!

Weinheim/Rhein-Neckar, 14. Januar 2011. (red) Am Abend hat sich die Situation entlang der Weschnitz in Weinheim leicht entspannt. Der Höchststand war nach 17:00 Uhr mit 2,22 Meter erreicht worden und liegt nun unterhalb von zwei Metern. Das Rekordhochwasser von 1970 hatte einen Pegelstand von 2,26 Metern. Gegen 23:00 Uhr sind rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Bauhofs, des THW und der DLRG vor Ort und sichern den Weschnitzdamm auf einer Länge von rund einem Kilometer ab.

Von Hardy Prothmann, Fotos: local4u

„Der Damm ist sehr weich geworden“, sagt Einsatzleiter Patrick Müller von der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim, „hier und da ist klares Wasser ausgetreten. Diese Stellen sichern wir jetzt mit Kies, Folien und Sandsäcken ab.“

Überdimensionale "Pflaster" für den Damm, der aufgeweicht ist. Foto: local4u

Klares Wasser ist ein gutes Zeichen. Wäre es schmutzig, wäre das ein Hinweis darauf, dass Material abgetragen wird. Das wäre kein gutes Zeichen.

Wir stehen auf einem Bauhofgelände in der Weidsiedlung. Hinter Einsatzleiter Müller zieht sich der Damm. Feuerwehr und THW haben überall Lichtquellen installiert und leuchten die Einsatzstelle aus. Die Dieselaggregate brummen vor sich hin.

Bagger und Lkw mit Schüttgut rangieren und bringen das Material aus. Mit anderen Fahrzeugen werden die Sandsäcke an die Stellen gefahren, an denen der Damm butterweich geworden ist.

Wenn man drauf läuft, merkt man, wie vollgesogen das Erdreich ist. Es schmatzt beim Laufen und man sinkt leicht ein. Über die Straße rinnt das Wasser auf den daneben gelegenen Acker.

Strömungsretter“ der DLRG Rhein-Neckar stehen bereit, falls oben auf dem Damm gearbeitet werden muss. Sie sichern dann die anderen Hilfskräfte ab.

Die Weschnitz selbst ist gegen 21:00 Uhr nur weniger als einen Mater von der Deichkrone entfernt. Die Fließgeschwindigkeit ist sehr schnell. Das Wasser rast gleichsam durch den Kanal. Es stehen ein paar Schulustige herum.

Zunächst gingen die Einsatzkräfte davon aus, dass sie gegen Mitternacht fertig mit den Sicherungsarbeiten sein könnten. „Wenn wir Pech haben, dauert das die ganze Nacht“, sagt Patrick Müller, Abteilungskommandant der Abteilung Stadt.

Bis 20.30 Uhr hatte die Feuerwehr mit weiteren Hilfskräften der DLRG, des städtischen Bauhofs und des THW im Stadtgebiet 17 Einsätze zu bewältigen, insgesamt waren dabei rund 50 Personen im Einsatz.

Die Weschnitz in der Stadt - tobendes Wasser. Foto: local4u

Glücklicherweise ist es nicht kalt und es regnet nur leicht. Trotzdem ist die Arbeit mit den Sandsäcken kräftezehrend. Immer wieder wird der Damm von Einsatzkräften abgelaufen, die mit Handlampen nachschauen, wo die Rinnsale aus dem Damm herauslaufen.

Auf dem Gelände des Bauhofs hat die Feuerwehr ihre Einsatzleitung im AB-Mehrzweck (Abrollbehälter Mehrzweck) eingerichtet. Hier wird koordiniert und die Einsatzkräfte werden versorgt.

Sobald die Lkw das Material abgeladen haben, wird es mit einem Bagger verteilt. Grobes Material, braun und schmutzig. Auf dem Feldweg stehen die Schlammpfützen.

Das-  Material wird gut 20 Zentimeter dick angedrückt und wirkt wie schmutzige Pflaster auf den Wunden des Damms. Vor allem im unteren Bereich wird es ausgebracht, um den vollgesogenen Damm zu beschweren. Der muss gerade viel aushalten. Die Wassermassen drücken.

Zwischendurch müssen die Männer warten, bis der nächste Laster anrückt und seine Ladung ablädt. So wird das noch Stunden gehen. Die Fahrzeuge können nicht wenden, sie würden im ebenfalls komplett aufgeweichten Acker einsinken.

Immerhin ist soviel sicher: Das Weschnitzhochwasser ist zurückgegangen, der Pegelstand liegt gegen 23:00 Uhr unter zwei Meter. „Damit entspannt sich die Lage deutlich“, sagt Einsatzleiter Patrick Müller und stiefelt davon. Er will sich-  einen aktuellen Lageüberblick verschaffen.

Fotostrecke: local4u

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