Mittwoch, 15. August 2018

Die Polizeistationen in Heidelberg und Mannheim halten eine Vorbereitung auf einen kritischen Ausnahmefall fĂŒr nicht notwendig

Gasautos in der Metropolregion: (K)eine Zeitbombe?

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar, 13. März 2013. (red/zef). Ein vermeintlich ungefährlicher Auffahrunfall ereignete sich am 29.08.2012 in Passau: Niemand wurde schwer verletzt. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge war gering, betrug zwischen 30 und 40 km/h. Aber eines der Fahrzeuge war ein Gasauto und der Tank wurde beschädigt. In kürzester Zeit bildete sich ein explosives Gas-Luft-Gemisch, was von der Polizei aber nicht erkannt worden ist. Gesichert wurde die Unfallstelle erst, nachdem die Feuerwehr angerückt und die gefährliche Situation erfasst hatte. Vorbereitet war man darauf allerdings auch bei der Passauer Feuerwehr nicht. Die Gefahrenstelle konnte nicht unmittelbar entschärft werden. Wie sind die Feuerwehren und Polizeistationen in der Metropolregion auf solch einen Fall vorbereitet? [Weiterlesen…]

Glatteis fĂŒhrte in der letzten Nacht zu 25 UnfĂ€llen

Heidelberg/Sinsheim/Rhein-Neckar, 16. Januar 2013. (red/pol) Die starken SchneefĂ€lle und die damit einhergehende StraßenglĂ€tte fĂŒhrten im Rhein-Neckar-Kreiszwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen zu 25 VerkehrsunfĂ€llen, acht davon in Sinsheim. Bei den UnfĂ€llen wurde eine Person verletzt, insgesamt entstanden rund 68.000 Euro Sachschaden. Zu Anfang des Winters haben wir bereits Tipps zum Fahren bei Glatteis gegeben.

Information der Polizeidirektion Heidelberg:

„Ein Leichtverletzter und ein Gesamtschaden von etwa 68.000 Euro ist die Bilanz von insgesamt 25 witterungsbedingten VerkehrsunfĂ€llen in der Zeit zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen. Die UnfĂ€lle ereigneten sich infolge der plötzlich eingetretenen starken SchneefĂ€lle und der damit einhergehenden StraßenglĂ€tte.

Ein Schwerpunkt der Unfallserie war der Raum Sinsheim, wo insgesamt acht UnfĂ€lle gemeldet worden waren.“

Zeugen gesucht

GefÀhrlicher Eingriff in den Bahnverkehr

Weinheim, 02. November 2012. (red/pol) Wegen des Verdachts des GefÀhrlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt das Weinheimer Polizeirevier gegen einen bislang unbekannten TÀter. Zeugen gesucht.

Information der Polizeidirektion Heidelberg:

„Der Gesuchte stellte am frĂŒhen Freitagmorgen einen Einkaufwagen der Fa. Kaufland auf den OEG-Gleisen zwischen den Haltestellen Blumenstraße und Freiburger Straße ab. Ein Zug der Linie 5 konnte gegen 00.20 Uhr trotz Notbremsung einen Zusammenstoß mit dem Einkaufswagen nicht mehr verhindern. Der Sachschaden kann noch nicht nĂ€her beziffert werden. Zum Zeitpunkt des Unfalls waren nur vier FahrgĂ€ste in der OEG, die zum GlĂŒck nicht verletzt wurden. Zeugen, die sachdienliche Hinweise zur Tat geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Weinheim, Tel.: 06201/1003-0 in Verbindung zu setzen.“

Geprothmannt

Eskalierende Berichterstattung

Ein Jugendlicher zerstört eine Scheibe und die RNZ suggeriert aufgrund einer „Zeugenaussage“, die Polizei sei schuld, weil zu „rabiat“. Gehts noch?

 

Rhein-Neckar/Schriesheim, 15. Oktober 2012. (red/pro) In Schriesheim gab es vor kurzem so etwas wie Chaostage. Rund 250 zum Teil heftig besoffene Jugendliche treffen sich einer „Abrissparty“. Rund 50 eilig herbeieilende Polizisten bekamen die Lage aber in den Griff. Die „QualitĂ€tspresse“ sieht das anders. Und pumpt einen 20-jĂ€hrigen Chaos-Beteiligten zum „Kronzeugen“ auf.

Von Hardy Prothmann

Nein, ich mache jetzt keine Namensanspielungen zum Beitrag von Carsten Blaue in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 09. Oktober 2012 mit der Überschrift:

Sorgte die Polizei fĂŒr eine Eskalation?

Aber ich frage mich sehr wohl, was den RNZ-Journalisten dazu treibt, eine solche Überschrift zu formulieren und einen Beitrag zu verfassen, der jeden aufmerksamen Leser vollstĂ€ndig erschĂŒttert zurĂŒcklĂ€sst: Ist dieser Artikel ein Beispiel fĂŒr den angeblichen QualitĂ€tsjournalismus der Tageszeitungen?

Abriss“birnen“

Zur Sachlage: Am Abend des 05. Oktobers 2012 finden sich in Summe rund 250 Jugendliche in Schriesheim zusammen, um an einer „Abrissparty“ teilzunehmen. Sie rotten sich in Gruppen zusammen, saufen mitgebrachte Alkoholika, werden auffĂ€llig und die Polizei reagiert. Insgesamt rund 50 Streifenbeamte der Polizeidirektion Heidelberg, unterstĂŒtzt durch das PolizeiprĂ€sidium Mannheim treffen in Schriesheim ein, errichten Kontrollpunkte und versuchen die Lage zu klĂ€ren.

Die Mannheimer Beamten kennen sich vor Ort nicht aus – das geht auch vielen Heidelberger Polizisten so. FĂŒr einen Einsatzplan bleibt keine Zeit. Der Einsatz kommt ĂŒberraschend. Und man „jagt keine Verbrecher“, sondern betrunkene Jugendliche, die unter der Woche sicher Mamas und Papas Liebling sind. Brave Kinder im Alkoholausstand.

Chaos-Nacht in Schriesheim

Die Jugendlichen zerdeppern Flaschen auf der Straße (welche, spielt keine Rolle, es hĂ€tte ĂŒberall sein können), vermĂŒllen den Platz vor einem frĂŒheren Handelsmarkt, demolieren zwei Autos, schlagen die TĂŒrscheibe einer Bahn ein, gröhlen, beleidigen und provozieren Beamte.

Die Jugendlichen werden abgeschirmt, begleitet, in kleinen Gruppen in die Bahnen gesetzt. Nach vier bis fĂŒnf Stunden ist der Spuk am Freitagabend kurz vor Mitternacht vorbei. Die Lage ist beruhigt.

In der Folge schreibt ein 20-jĂ€hriger eine email an die Rhein-Neckar-Zeitung. Die Zeitung nennt den Namen des email-Schreibers, sein Alter und seinen Wohnort. Dass sie dabei gegen jede Grundregel des Quellenschutzes verstĂ¶ĂŸt, ist Redakteur Carsten Blaue scheinst, vollstĂ€ndig egal.

Quellenverbrennung

Guter Journalismus bewahrt „Quellen“ auch vor Selbstschaden. Den hat der junge Mann jetzt. Denn er wird fĂŒr einen vermeintlichen „Scoop“ (journalistische Aufdeckung) glasklar missbraucht. Es gibt journalistisch ĂŒberhaupt keinen Grund, Namen, Alter und Wohnort und „Status“ des Informanten als „Beteiligten“ zu nennen – außer die Folgen fĂŒr den Informanten sind einem RNZ-Journalisten einfach nur egal. Jeder „Informant“ sollte es sich genau ĂŒberlegen, ob man dieser Zeitung trauen kann.

Die Rhein-Neckar-Zeitung stellt tatsĂ€chlich wegen der Behauptung eines einzelnen, jungen „Erwachsenen“ den Einsatz der Polizei in Frage. Fragen zu stellen, ist journalistisch absolut legitim. Geradezu notwendig. Aber welche Fragen wurden gestellt?

Jugendliche in Abrisslaune randalieren, die Polizei bekommt die Lage in den Griff und die Zeitungsberichterstattung „eskaliert“.

 

„Blaues Sicht“ – null Recherche

Der junge Mann behauptet, die Polizei sei „rabiat“ gewesen. Hier muss man nachhaken. Was meint das? Hat die Polizei etwa klare Ansagen gemacht? Oder auch ein bisschen „gedrĂ€ngelt“?

Der junge Mann behauptet laut der Zeitung aber auch, die Polizei sei „gewalttĂ€tig“ gewesen. Und spĂ€testens hier ist Schluss mit lustig. Gewalt hat Konsequenzen: HĂ€matome, blaue Augen, Platzwunden, Verletzungen eben.

Sind Verletzungen dokumentiert? Nein. Wurde die Polizei befragt, ob es Festsetzungen gab, Schlagstock- oder TrÀnengaseinsatze? Nein.

Denn das hĂ€tte ja „den Aufreger“ zunichte gemacht.

Wurde im Ansatz von Herrn Blaue und der Redaktion ĂŒber die Lage vor Ort nachgedacht? Über die Einsatzwirklichkeit der Polizei?

LÀcherliche Polizei vs. blödsinnige Meinung

50 Beamte stehen 250 mehr oder weniger alkoholisierten Jugendlichen gegenĂŒber, die in „Abrissparty-Laune“ sind. Ohne jegliche Vorbereitung. Glaubt der Journalist tatsĂ€chlich, dass die Polizei so dumm ist und durch falsches Verhalten diesen schon sichtbar aggressiven Mob noch mehr zu reizen?

Die Einsatzwirklichkeit von Polizeibeamten beschreibt der Pressesprecher Harald Kurzer so:

Wir sind teilweise das Gespött der Stammtische. FĂŒnf Beamte waren nötig, um einen ausrastenden Betrunkenen unter Kontrolle zu bringen – ja, haben die gar nix drauf?

Gute Frage, nĂ€chste Frage. Sollen die Beamten knĂŒppeln oder gar schießen? Um eine ausrastende Person zu „stabilisieren“, braucht es mindestens zwei, eher drei oder sogar fĂŒnf Beamte. Vor allem, um die Person vor Verletzungen zu bewahren, die sonst umungĂ€nglich wĂ€ren. Die Methode „Schlagstock ĂŒber den SchĂ€del ziehen“ wird ĂŒberwiegend nur noch in Diktaturen angewandt, nur Herr Blaue hat das noch nicht mitbekommen.

Gehts noch?

Konkret vor Ort hieße das, die Polizei hĂ€tte nicht mit 50 Beamten, sondern mit 500 oder besser 750 Beamten vor Ort sein mĂŒssen. Wegen einer blöd-besoffenen Abrissparty-Laune, die ĂŒber Facebook „organisiert“ wurde? Gehts noch? Denkt ein Herr Blaue abgesehen von der AbsurditĂ€t der Vorstellung auch mal ĂŒber die Kosten fĂŒr den Steuerzahler nach?

Geht Herr Blaue davon aus, dass am Wochenende hunderte von Polizisten in Einsatzbereitschaft sind, um dem feierwĂŒtigen Nachwuchs klar zu machen, dass man sich mal eben nicht irgendwo trifft, um zu saufen und was kaputt zu machen? Und wenn dies so wĂ€re, berichtete die RNZ dann ĂŒber „PolizeistaatsverhĂ€ltnisse mitten in Deutschland“?

Blödsinniger kann man tatsĂ€chlich nicht „berichten“, als die Rhein-Neckar-Zeitung das im Fall der „Schriesheim-Flashmobs“ getan hat. Ohne Recherche, ohne Sinn, ohne Verstand.

Falsches Ticket

Ich fĂŒr meinen Teil hoffe, dass die Beamten vor Ort den besoffenen Jugendlichen so deutlich wie möglich klar gemacht haben, dass es niemanden interessiert, ob man in die falsche Bahn gesetzt wird und einmal umsteigen muss, nachdem man sich verabredet hat, sich die Birne aufzuweichen und was kaputt zu machen.

Jeder, der an diesem Freitagabend mit dieser Stimmung nach Schriesheim gefahren ist, war „mit dem falschen Ticket“ unterwegs.

Und die Schriesheimer Bevölkerung kann sehr dankbar sein, dass die Polizei dafĂŒr gesorgt hat, dass die Situation vor Ort nicht eskaliert ist und niemand wirklich zu Schaden kam. Den TĂŒreinschlager hat man festgestellt, er wird zur Verantwortung gezogen. Wer noch finanziell (Party-Veranstalter oder Facebook-Einlader) fĂŒr den Einsatz aufkommen muss, wird noch geprĂŒft. Die Besitzer der demolierten Autos haben hoffentlich eine Vollkasko, sonst bleiben sie vermutlich auf dem Schaden sitzen. Alle anderen Autobesitzer sind der Polizei dankbar.

Die friedliche und kĂŒnstlerische Idee des „Flashmobs“ wurde ebenfalls beschĂ€digt, die vielen tollen Möglichkeiten der sozialen Medien ebenso, denn fĂŒr Zeitungen ist alles mit Internet sowieso „igitt“.

Eskalation vs. gute Polizeiarbeit

Die „Eskalation“ hat im Kopf eines Zeitungsschreibers stattgefunden, der journalistische Standards nicht beherrscht, sondern selbst auf Krawall aus ist. Flankiert von einer Zeitung, die an Standards offensichtlich nicht interessiert ist. GewĂŒrzt mit einer (zeitungsredakteursimmanenten) Panikstimmung gegenĂŒber dem Internet. Und der verlorenen Hoffnung, vielleicht irgendeinen blöd-besoffenen Jugendlichen, der eh keine Zeitung liest, fĂŒr die Zeitung zu interessieren.

Es könnte sein, dass die Rhein-Neckar-Zeitung den ein oder anderen Polizisten als Abonnenten verloren hat, der sich solche Berichte „einfach nicht mehr geben muss“.

Dokumentation: Die Berichte in der Rhein-Neckar-Zeitung können Sie hier nachlesen (sofern sie nicht gesperrt werden)

Sorgte die Polizei fĂŒr eine Eskalation?

Mit jeder Bahn kamen mehr Jugendliche?

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung „politisch berichtet, können Sie hier nachlesen:

Politische „Berichterstattung“ bei der RNZ

 

 

 

 

Polizei nimmt Hinweise entgegen

Einbruch in PKW

Weinheim, 24. September 2012. (red/pm) Handtasche wurde wÀhrend eines Friedhofbesuchs aus dem geparkten PKW gestohlen. Polizei nimmt Hinweise entgegen.

Information der Polizeidirektion Heidelberg:

„WĂ€hrend sich am Samstagnachmittag die EigentĂŒmerin zwischen 17:15 Uhr und 17:30 Uhr auf dem Friedhof befand nutzte ein bislang unbekannter TĂ€ter die Gelegenheit, um die Scheibe ihres in der Bergstraße vor dem Friedhof abgestellten Pkws einzuschlagen und ihre Handtasche zu entwenden. Die Tasche war zur Tatzeit auf der RĂŒckbank abgelegt. Es entstand ein Gesamtschaden von mehreren hundert Euro. Hinweise auf die TĂ€ter bitte an das Polizeirevier Weinheim, Tel.: 06201/10030).“

Polizeireform: Projektarbeit hat begonnen

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar, 10. Mai 2010. (red) Der Umbau des PolizeiprÀsidiums Mannheim und der Polizeidirektion Heidelberg hat begonnen. Auf einer Pressekonferenz stellten heute die Projektleiter Detlef Werner und die PolizeiprÀsidentin Caren Denner die Eckpunkte vor.

Soviel steht fest: Das nach Stuttgart zweitgrĂ¶ĂŸte PrĂ€sidium Mannheim-Heidelberg wird 2.700 Menschen beschĂ€ftigen, 2.300 im Vollzugsdienst und 400 Angestellte. Der Sitz wird in L6 in Mannheim sein. Hier ist auch das FĂŒhrungs- und Lagezentrum angesiedelt. Ein Name ist noch nicht gefunden.

Die Kriminaldirektion mit rund 500 Beamten wird in Heidelberg in der Römerstraße angesiedelt, ebenso Kriminaltechnik und Kriminaldauerdienst. Der Standort fĂŒr die Verkehrspolizei ist noch offen. Reiterstaffel und Wasserschutzpolizei gehören kĂŒnftig zum PrĂ€sidium Einsatz und werden von Göppingen aus gesteuert. Ob der „Stall“ in Mannheim-Straßenheim bleibt, liegt nicht in der Entscheidungskompetenz des neuen PrĂ€sidiums.

Die Reviere und Posten bleiben bestehen – die Kriminalpolizei Außenstellen werden ĂŒberwiegend nach Heidelberg verlagert. Ausnahmen seien möglich. Mannheim wird ein Kriminalkommissariat mit voraussichtlich 30 Mitarbeitern erhalten.

Insgesamt gibt es sechs Projektteams, die Teilbereiche der neuen Struktur bearbeiten. Diese Aufteilung gilt landesweit. Koordiniert werden die Planungen ĂŒber „Querschnittsprojekte“, die auf die Einhaltung der Standards des Eckpunktepapiers achten.

Bis Dezember sollen die neuen Strukturen entworfen sein, ab Mitte 2013 könnte die Strukturreform dann greifen.

Einen umfassenden Artikel zum Thema können Sie hier lesen.

Polizeireform: Das "PrÀsidium Kurpfalz" in Mannheim, Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis mit am besten ausgestattet

Mannheim bleibt PrÀsidium, Heidelberg bekommt Kriminaldirektion

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar/Stuttgart, 27. MĂ€rz 2012. (red/pm) Heute hat Innenminister Reinhold Gall die Eckpunkte der zukĂŒnftigen Polizeistruktur vorgestellt: Danach wird das neue PolizeiprĂ€sidium fĂŒr Nordbaden in Mannheim sitzen, ebenso ein Kriminalkommissariat. Heidelberg wird Sitz der Kriminaldirektion. Mit 2.330 Polizeivollzugsbeamten haben die Stadtkreise Mannheim und Heidelberg, sowie der Rhein-Neckar-Kreis die zweithöchste PersonalstĂ€rke nach Karlsruhe im Land.

Hinweis: Den kompletten Artikel zur Reform, mit Video und weiteren Informationen finden Sie bei uns auf dem Rheinneckarblog.

Die Polizeireform soll bei gleicher Personalausstattung eine effizientere Polizeiarbeit möglich machen und die Polizei fĂŒr die Zukunft stĂ€rken. Wir das gelingen? Diese Frage hat in den vergangenen zwei Monaten, seit die ersten Informationen herauskamen, viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger beschĂ€ftigt.

Heute wurde der neue Zuschnitt der nunmehr 12 PolizeiprĂ€sidien bekannt gegeben. 37 Polizeidirektionen fallen damit weg – unter anderem Heidelberg. Mannheim bleibt PrĂ€sidium und bekommt Heidelberg dazu. Umgekehrt bekommt Heidelberg die Kriminaldirektion und in Mannheim wird ein Kriminalkommissariat eingerichtet. Die Polizeireviere bleiben, ebenso die Posten. Insgesamt hat die Reform zur Folge, dass die Hierarchien flacher werden und vor allem im Mittelbau und bei den FĂŒhrungskrĂ€ften neu strukturiert wird. Die frei werdenden KrĂ€fte sollen dem Dienst vor Ort zugute kommen.

Nordbaden mit am grĂ¶ĂŸten

Das PolizeiprÀsidium Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis wird nach Karlsruhe landesweit die meisten Polizeivollzugsbeamte (2.330) haben. Auch relativ auf die Einwohnerzahl umgerechnet liegt das neue PrÀsidium mit einem Vollzugsbeamten auf 374 Einwohner auf dem zweiten Platz hinter Stuttgart, wo es nur 234 Einwohner sind. Aber schon im PrÀsidiumsbereich Karlsruhe kommen auf einen Beamten 439 Einwohner, in Freiburg 473 und in Heilbronn gar 519.

Von außen betrachtet, Ă€ndert sich fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zunĂ€chst also erstmal nichts. Kritik und Sorgen gab es wegen der Schließung der Kriminalaußenstellen, die durch Kriminaldauerdienste ersetzt werden. Wie sich das in der Praxis auswirkt, muss man abwarten.

OB nimmt Stellung

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard kommentierte die PrĂ€sentation am Nachmittag folgendermaßen:
„Mit der heutigen Bekanntgabe der Grundsatzentscheidung zur Polizeireform mĂŒssen wir wohl akzeptieren, dass es die Kriminalaußenstellen im Rhein-Neckar-Kreis in der bisherigen Form nicht mehr geben wird. Wir haben uns das – wie die meisten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger unserer Kommune – anders vorgestellt und haben fĂŒr eine andere Umsetzung gekĂ€mpft. Ich möchte mich daher in erster Linie bei der engagierten BĂŒrgerbewegung bedanken, die sich aus sehr hehren GrĂŒnden, nĂ€mlich der Sicherheit unserer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, fĂŒr die Erhaltung der KAST in Weinheim eingesetzt hat. Ihre Einmischung ist auch als verdiente WertschĂ€tzung gegenĂŒber der hervorragenden Arbeit der Weinheimer KAST zu sehen.
Die Grundsatzentscheidung sehe ich jetzt als Aufgabe, in den BemĂŒhungen um die optimale Sicherheit in der FlĂ€che des Kreises und insbesondere in der grĂ¶ĂŸten Stadt des Rhein-Neckar-Kreises im nördlichen Grenzgebiet zu Hessen nicht nachzulassen.
Die Landesregierung hat dem Verantwortlichen Leitenden Polizeidirektor Detlef Werner offensichtlich aus gutem Grund einen Spielraum zugestanden, wie  das Kreisgebiet außerhalb der GroßstĂ€dte kriminalpolizeilich versorgt wird. Meines Erachtens muss Weinheim wegen seiner GrĂ¶ĂŸe, seiner Struktur als Bildungsregion im Land und seiner geographischen Lage dabei eine BerĂŒcksichtigung als kriminalpolizeilicher StĂŒtzpunkt finden. Ich sehe da positive Signale und eine realistische Chance. Ich appelliere an den Polizeidirektor und an die zustĂ€ndigen Politiker, die örtlichen Stellen, die Kommunalverwaltungen und engagierten BĂŒrger einzubeziehen und bei weiteren Entscheidungen mitzunehmen, denn ohne Akzeptanz auf der kommunalen Ebene und in der Bevölkerung wird die Reform nicht gelingen. Wir werden sehr rasch gemeinsam mit der BĂŒrgerinitiative den Kontakt zu den Entscheidern suchen und unsere Argumente vorbringen.“
OB Bernhard fĂŒr den Erhalt der Kripo-Außenstelle

„Ein Affront gegen die BĂŒrger“

Weinheim/Rhein-Neckar, 03. Februar 2012. (red/pm) Weinheims OB Heiner Bernhard setzt sich fĂŒr den Erhalt der Kripo-Außenstelle in Weinheim ein. Gleichzeitig spricht sich Bernhard auch gegen eine Fusion der Polizeidirektion Heidelberg und dem PolizeiprĂ€sidium Mannheim aus.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Straftaten werden weiterhin vor Ort stattfinden, die EinbrĂŒche an der HaustĂŒr, die ÜberfĂ€lle auf der Straße, die Verbrecher werden sich bestimmt nicht zentralisieren, und die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger haben ein Recht darauf, dass es auch vor Ort schlagkrĂ€ftige kriminalpolizeiliche Einheiten gibt“, sagt Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard.

Er macht keinen Hehl daraus, dass er sich – gemeinsam mit seinen BĂŒrgermeisterkollegen der Bergstraße – fĂŒr den Erhalt der Kriminalaußenstelle der Polizeidirektion Heidelberg in Weinheim einsetzen wird. Die Statistik der letzten Jahre aber auch andere örtliche Bedingungen sprĂ€chen, so der OB, klar fĂŒr die Bedeutung und den Erhalt der Außenstelle in Weinheim als nördlichem Außenposten an strategisch entscheidender Stelle.

Mehr als 440 FĂ€lle seien hier allein im Jahr 2011 bearbeitet worden, dazu mehr als 40 Vermisstenfahndungen und mehr als 30 Todesermittlungsverfahren, die statistisch nicht erfasst werden.

„Mammutbehörde“ zu unflexibel

Gleichzeitig sprach sich der OB – wie seine Kollegen – vehement gegen eine von der Landesregierung ins GesprĂ€ch gebrachte Fusion der Polizeidirektion Heidelberg und dem PolizeiprĂ€sidium Mannheim aus. Eine „Mammutbehörde“ mit 2600 Beamten könne der Sicherheitslage in der Region nicht gerecht werden, sie wĂ€re viel zu unflexibel.

Der Abzug der Kripo-Außenstelle aus Weinheim werde sich direkt auf das Sicherheitsempfinden aber auch konkret negativ auf die Sicherheitslage in der Stadt
und den Nachbarkommunen auswirken.

Besonders bei RauschgiftkriminalitĂ€t, bei der AufklĂ€rung von Sexualdelikten und RaubĂŒberfallen seien Orts- und Personenkenntnis fĂŒr eine erfolgreiche Polizeiarbeit unerlĂ€sslich, so Bernhards Erfahrungen. Die Schließung wĂŒrde die PrĂ€senz deutlich verschlechtern, fĂŒrchtet der OB. Die Schutzpolizei könne dies nicht auffangen.

Gerade angesichts einer HĂ€ufung von Einbruchsdelikten in den Ortsteilen wĂ€re eine Schließung der Kripo-Außenstelle „ein Affront gegen die BĂŒrger“.

Die Fahndungserfolge der letzten Jahre hĂ€tten gezeigt, „wie wichtig es ist, wenn die Kripo die örtlichen VerhĂ€ltnisse und die Szene kennt“. Diese ĂŒber Jahre erworbenen Qualifikationen wĂŒrde man geradezu fahrlĂ€ssig verschwenden, so der OB. Die Grenzlage Weinheims mache außerdem eine funktionierende Kooperation mit Polizeidienststellen in Hessen erforderlich.

Eine zentrale Kripo in Heidelberg könne das schon aus EntfernungsgrĂŒnden nicht leisten. „Überall versuchen wir dem BĂŒrger entgegenzukommen, aber hier wĂŒrde
das Gegenteil passieren“, argumentiert Weinheims Rathauschef.  Anzeigen von Kriminaldelikten, die an der Bergstraße begangen werden, mĂŒssten in Mannheim oder Heidelberg aufgegeben werden.

Weinheimer Außenstelle arbeitet effizient

„Man wĂŒrde kleine, sehr effektiv arbeitende Organisationseinheiten ohne Not zerschlagen“, kann Bernhard nicht verstehen. Die Außenstellen der Kriminalpolizei Heidelberg hatten in den letzten Jahren mehr als die HĂ€lfte aller FĂ€lle der Kripo im Einzugsbereich der PD bearbeitet. Das beweise die Effizienz.

Der OB verweist auch auf eine sehr gute Kooperation der Stadt und ihrer Partner mit den Beamten der Kripo-Außenstelle. „Der kurze Draht ist fĂŒr uns aber zum Beispiel auch fĂŒr unsere Schulen ein entscheidender Sicherheitsfaktor“, so Bernhard.

Auch sei die Lage der Kripo am Hauptbahnhof strategisch optimal. Es sei außerordentlich verwunderlich, wie man einen solchen Standort aufgeben könne. Die Auflösung ergebe nicht mal ein Sparpotential fĂŒrs Land, da die Kripo ja im GebĂ€ude des Weinheimer Polizeireviers untergebracht sei.“

Aktion „Sicherer Schulweg 2011“


Heidelberg, 06. September 2011. (red) Die Polizeidrektion Heidelberg – Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis – mahnt zu RĂŒcksicht im Straßenverkehr gegenĂŒber SchĂŒlern. VerstĂ€rkte Polizeikontrollen zum Schulanfang.

Achtung Schulanfang! Quelle: PD Heidelberg.

Information der Polizeidirektion Heidelberg:

„Sommerferien ade – die schönste Zeit des Jahres fĂŒr Tausende von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern ist in wenigen Tagen vorbei. Mit dem Schulanfang am 12. September 2011 beginnt das neue Schuljahr und damit verbunden sind wieder neue Risiken fĂŒr die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, da sich die Verkehrsteilnehmer und SchĂŒler erst wieder aufeinander einstellen mĂŒssen. Insbesondere die ErstklĂ€ssler, die sich eine Woche spĂ€ter zum ersten Mal auf den Weg zur Schule machen, aber auch zahlreiche GrundschĂŒler, die auf weiterfĂŒhrende Schulen gewechselt haben, sind Gefahren auf dem oft noch unbekannten Schulweg ausgesetzt.

In besonderem Maße wird von Eltern die Gefahr von Verletzungen von Kindern als Mitfahrer im Auto unterschĂ€tzt. Deshalb muss gerade bei den „Eltern-Taxis“ auf die korrekte Sicherung im Kindersitz – auch auf noch so kurzen Strecken – geachtet werden.

Auch die Heidelberger Polizei hat sich mit der Schwerpunktaktion „Sicherer Schulweg – Gib acht auf mich“ auf den Schulanfang eingestellt. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und gleichzeitig mit Beginn des Schuljahres starten intensive Überwachungsmaßnahmen.

Eines vorweg – die Unfallzahlen in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis sind in den letzten Jahren konstant auf niedrigem Niveau.

Dies ist besonders auf die AktivitĂ€ten der kommunalen und staatlichen Stellen sowie von VerbĂ€nden und Organisationen zurĂŒck zu fĂŒhren, die sich mit Verkehrssicherheit befassen.

Unfallzahlen: Im Bereich der Polizeidirektion Heidelberg ereigneten sich im Jahr 2010 insgesamt 26 SchulwegunfĂ€lle (Vorjahr 33), bei denen 26 Personen verletzt wurden. Zwölf UnfĂ€lle wurden dabei von SchĂŒlern, dreizehn UnfĂ€lle von anderen Verkehrsteilnehmern und einer von beiden Beteiligten verursacht. Damit ist die Zahl der SchulwegunfĂ€lle und der hierbei Verletzten rĂŒcklĂ€ufig und etwa auf dem Niveau von 2008.

Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der VerkehrsunfÀlle mit Kindern leicht auf 198 (196). Hierbei wurden 157 Kinder (138) leicht, 27 Kinder (31) schwer verletzt und ein Kind getötet.

In der vergleichenden Halbjahresbetrachtung 2010/2011 setzt sich die positive Entwicklung bei den SchulwegunfĂ€llen fort, aber auch bei den VerkehrsunfĂ€llen mit Kindern zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Bei bislang 12 SchulwegunfĂ€llen (Vorjahr 16) wurden 11 SchĂŒler leicht (Vorjahr 12) und ein SchĂŒler (Vorjahr vier) schwer verletzt. Bei den 78 VerkehrsunfĂ€llen mit Kindern (Vorjahr 82) wurden im 1. Halbjahr 2011 zwar neun Kinder schwer (Vorjahr acht), aber fĂŒnf weniger als im Vorjahr (58) und damit 53 leicht verletzt.

Oberstes Ziel – Gefahren minimieren und Verkehrssicherheit erhöhen

Das oberste Ziel der Heidelberger Polizei ist, Gefahren fĂŒr Schulkinder weiter zu minimieren und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei wie in den Vorjahren den neuen „Abc-SchĂŒtzen“ die beim Schulanfang oft erstmals mit den neuen Erfahrungen im Straßenverkehr konfrontiert werden.

Um dieses Ziel zu erreichen wird die Polizeidirektion Heidelberg folgende Konzepte anwenden:

  • Gezielte Überwachung an Schulen und Schulwegen, insbesondere an FußgĂ€ngerĂŒberwegen/-furten sowie von FußgĂ€ngern gemeinsam genutzten VerkehrsflĂ€chen. Auch die Beobachtung des Radverkehrs gehört zum Konzept.
  • Geschwindigkeitskontrollen, insbesondere an Stellen mit erhöhter Unfallgefahr fĂŒr Kinder durch den Einsatz von Laser-HandmessgerĂ€ten und Geschwindigkeitsmessungen mit Anhaltekontrollen.
  • Ein großes Augenmerk gilt Autofahrern – oftmals Eltern – die ihre Kinder vor Schulen im Haltverbot, auf FußgĂ€ngerĂŒberwegen und unmittelbar davor sowie auf FußgĂ€ngerfurten an Ampeln, aber auch auf Geh- und Radwegen ein- und aussteigen lassen
  • ÜberprĂŒfung der technischen Einrichtungen an FahrrĂ€dern.
  • Viele SchĂŒler erreichen die Schulen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In zahlreichen FĂ€llen verhalten sich Autofahrer an Haltestellen von Bussen und Bahnen falsch.
  • Neben der notwendigen Überwachung und entsprechenden Sanktionen steht aber auch die AufklĂ€rung – vor allem durch verkehrserzieherische GesprĂ€che – der Kinder, der Eltern, aber auch anderen Kraftfahrern im Vordergrund. Dabei soll vor allem auf verkehrsgerechtes Verhalten zur Vermeidung von UnfĂ€llen wie z.B. die Benutzung von RĂŒckhaltesystemen fĂŒr Kinder, die Gurtanlegepflicht sowie auf die Benutzung von Radwegen hingewiesen werden.

Die Heidelberger Polizei ist guter Dinge, mit der bislang so erfolgreichen Einsatzkonzeption „Sicherer Schulweg“ die Unfallzahlen weiterhin zu reduzieren und die Kraftfahrer fĂŒr ein rĂŒcksichtsvolles, verkehrsgerechtes und besonders vorsichtiges Verhalten zu gewinnen.

Die Polizei ist aber auch auf die Mithilfe der Eltern angewiesen.

Diese können insbesondere mit den SchulanfĂ€ngern, ein Schulwegtraining durchfĂŒhren. Es hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, mit den Kleinen den Schulweg mehrfach abzugehen und die Kinder hierbei auf Gefahren- und Problemstellen hinzuweisen.“