Mittwoch, 15. August 2018

Polizeireform: Das "PrÀsidium Kurpfalz" in Mannheim, Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis mit am besten ausgestattet

Mannheim bleibt PrÀsidium, Heidelberg bekommt Kriminaldirektion

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar/Stuttgart, 27. MĂ€rz 2012. (red/pm) Heute hat Innenminister Reinhold Gall die Eckpunkte der zukĂŒnftigen Polizeistruktur vorgestellt: Danach wird das neue PolizeiprĂ€sidium fĂŒr Nordbaden in Mannheim sitzen, ebenso ein Kriminalkommissariat. Heidelberg wird Sitz der Kriminaldirektion. Mit 2.330 Polizeivollzugsbeamten haben die Stadtkreise Mannheim und Heidelberg, sowie der Rhein-Neckar-Kreis die zweithöchste PersonalstĂ€rke nach Karlsruhe im Land.

Hinweis: Den kompletten Artikel zur Reform, mit Video und weiteren Informationen finden Sie bei uns auf dem Rheinneckarblog.

Die Polizeireform soll bei gleicher Personalausstattung eine effizientere Polizeiarbeit möglich machen und die Polizei fĂŒr die Zukunft stĂ€rken. Wir das gelingen? Diese Frage hat in den vergangenen zwei Monaten, seit die ersten Informationen herauskamen, viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger beschĂ€ftigt.

Heute wurde der neue Zuschnitt der nunmehr 12 PolizeiprĂ€sidien bekannt gegeben. 37 Polizeidirektionen fallen damit weg – unter anderem Heidelberg. Mannheim bleibt PrĂ€sidium und bekommt Heidelberg dazu. Umgekehrt bekommt Heidelberg die Kriminaldirektion und in Mannheim wird ein Kriminalkommissariat eingerichtet. Die Polizeireviere bleiben, ebenso die Posten. Insgesamt hat die Reform zur Folge, dass die Hierarchien flacher werden und vor allem im Mittelbau und bei den FĂŒhrungskrĂ€ften neu strukturiert wird. Die frei werdenden KrĂ€fte sollen dem Dienst vor Ort zugute kommen.

Nordbaden mit am grĂ¶ĂŸten

Das PolizeiprÀsidium Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis wird nach Karlsruhe landesweit die meisten Polizeivollzugsbeamte (2.330) haben. Auch relativ auf die Einwohnerzahl umgerechnet liegt das neue PrÀsidium mit einem Vollzugsbeamten auf 374 Einwohner auf dem zweiten Platz hinter Stuttgart, wo es nur 234 Einwohner sind. Aber schon im PrÀsidiumsbereich Karlsruhe kommen auf einen Beamten 439 Einwohner, in Freiburg 473 und in Heilbronn gar 519.

Von außen betrachtet, Ă€ndert sich fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zunĂ€chst also erstmal nichts. Kritik und Sorgen gab es wegen der Schließung der Kriminalaußenstellen, die durch Kriminaldauerdienste ersetzt werden. Wie sich das in der Praxis auswirkt, muss man abwarten.

OB nimmt Stellung

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard kommentierte die PrĂ€sentation am Nachmittag folgendermaßen:
„Mit der heutigen Bekanntgabe der Grundsatzentscheidung zur Polizeireform mĂŒssen wir wohl akzeptieren, dass es die Kriminalaußenstellen im Rhein-Neckar-Kreis in der bisherigen Form nicht mehr geben wird. Wir haben uns das – wie die meisten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger unserer Kommune – anders vorgestellt und haben fĂŒr eine andere Umsetzung gekĂ€mpft. Ich möchte mich daher in erster Linie bei der engagierten BĂŒrgerbewegung bedanken, die sich aus sehr hehren GrĂŒnden, nĂ€mlich der Sicherheit unserer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, fĂŒr die Erhaltung der KAST in Weinheim eingesetzt hat. Ihre Einmischung ist auch als verdiente WertschĂ€tzung gegenĂŒber der hervorragenden Arbeit der Weinheimer KAST zu sehen.
Die Grundsatzentscheidung sehe ich jetzt als Aufgabe, in den BemĂŒhungen um die optimale Sicherheit in der FlĂ€che des Kreises und insbesondere in der grĂ¶ĂŸten Stadt des Rhein-Neckar-Kreises im nördlichen Grenzgebiet zu Hessen nicht nachzulassen.
Die Landesregierung hat dem Verantwortlichen Leitenden Polizeidirektor Detlef Werner offensichtlich aus gutem Grund einen Spielraum zugestanden, wie  das Kreisgebiet außerhalb der GroßstĂ€dte kriminalpolizeilich versorgt wird. Meines Erachtens muss Weinheim wegen seiner GrĂ¶ĂŸe, seiner Struktur als Bildungsregion im Land und seiner geographischen Lage dabei eine BerĂŒcksichtigung als kriminalpolizeilicher StĂŒtzpunkt finden. Ich sehe da positive Signale und eine realistische Chance. Ich appelliere an den Polizeidirektor und an die zustĂ€ndigen Politiker, die örtlichen Stellen, die Kommunalverwaltungen und engagierten BĂŒrger einzubeziehen und bei weiteren Entscheidungen mitzunehmen, denn ohne Akzeptanz auf der kommunalen Ebene und in der Bevölkerung wird die Reform nicht gelingen. Wir werden sehr rasch gemeinsam mit der BĂŒrgerinitiative den Kontakt zu den Entscheidern suchen und unsere Argumente vorbringen.“