Dienstag, 21. August 2018

Externe Defibrillatoren als Erste Hilfe Maßnahme

Gemeinsam im Kampf gegen den plötzlichen Herztod

Dr. Frank H√∂ltermann erl√§utert in seinem Vortrag¬† die Ursachen f√ľr pl√∂tzlichen Herztod, Foto: Ralf Mittelbach


Weinheim, 21. November 2012. (red/fw) Jedes Jahr sterben in Deutschland √ľber 100.000 Menschen am pl√∂tzlichen Herztod. Die Weinheimer Feuerwehr hat, der mit Abstand h√§ufigsten Todesursache, den Kampf erkl√§rt. Seit dem letzten Jahr haben die Brandsch√ľtzer die Aktion: ‚ÄěWeinheim rettet leben ‚Äď Kampf dem pl√∂tzlichen Herztod‚Äú gestartet. Inzwischen haben sich der Kampagne auch weitere Unterst√ľtzer angeschlossen. Gemeinsam mit der Weinheimer Feuerwehr setzen sich die GRN-Klinik Weinheim, das Deutsche Rote Kreuz Weinheim, die DLRG Weinheim, die Johanniter Unfallhilfe Bergstra√üe und der Stadtseniorenrat f√ľr die Sache ein.

Von Ralf Mittelbach

„Im letzten Jahr hat die Feuerwehr Weinheim mit dem Aufbau eines dichten Netzes von AED Ger√§ten begonnen. Mit diesen automatisch externen Defibrillatoren kurz AED, kann die Erste Hilfe Ma√ünahme bei einem pl√∂tzlichen Herzstillstand mit einem Stromsto√ü erg√§nzt werden um dem Patient zu helfen. Aktuell versucht die Feuerwehr das AED Netz im Weinheimer Stadtgebiet weiter auszubauen und die B√ľrger mit dem Ger√§t vertraut zu machen. Daher fand dieser Tage ein Informationsabend zu den AED Ger√§ten im Feuerwehrzentrum statt. Ralf Michael von den Feuerwehrsanit√§tern stellte den 70 Besuchern das AED Projekt und die Kooperationspartner vor.

Im Anschluss referierte Dr. Frank H√∂ltermann von der GRN-Klinik Weinheim zum pl√∂tzlichen Herztod. H√∂ltermann berichtete, das in den meisten F√§llen eine akute Herzrhythmusst√∂rung (95%), zumeist sogenanntes Kammerflimmern (75 ‚Äď 80%) ausl√∂st. H√∂chstens 5 Prozent der Patienten √ľberleben dieses Ereignis. Mit dem AED Ger√§t und der sofort eingeleiteten Wiederbelebungsma√ünahme k√∂nnte dieses Ergebnis erheblich verbessert werden. H√∂ltermann vermutet, dass die √úberlebenschancen der Patienten auf bis zu 50 Prozent steigen k√∂nnten. Das solche Zahlen durchaus realistisch sind, zeigt auch die ‚ÄěCasinostudie in Las Vegas‚Äú bei der solche Ger√§te in Spielkasinos verteilt wurden und bei Menschen mit einem Herzstillstand zum Einsatz kamen. Da das Ger√§t auch f√ľr Laien sicher und schnell bedienbar ist und dem Patient das Leben retten kann, unterst√ľtzt H√∂ltermann und die GRN-Klinik die von der Feuerwehr angesto√üene Aktion.

Im zweiten Teil seines Vortrags erl√§uterte H√∂ltermann auch die Ursachen f√ľr den pl√∂tzlichen Herztod. In 80 Prozent der F√§lle sind durch akute Durchblutungsst√∂rung oder eine Narbe, nach einem √ľberstandenen Herzinfarkt daf√ľr verantwortlich. Herzmuskelerkrankungen liegen bei 15 Prozent. Eher selten, mit f√ľnf Prozent, ist die angeborene Neigung zu gef√§hrlichen Herzrhythmusst√∂rungen. Die Ausl√∂ser f√ľr den Herztod sind meistens gro√üe k√∂rperliche Anstrengung, Aufregung oder Stress. Wenn es zu so einem medizinischen Notfall kommt, ist die Zeit ist der wichtigste Faktor, denn das Gehirn kann h√∂chstens f√ľnf Minuten einen pl√∂tzlichen Herztod ohne Sch√§den √ľberleben. Daher ist die Herzdruckmassage mit 30 Mal auf die Mitte des Brustkorbs dr√ľcken und danach zwei Atemspenden √ľber Mund zu Nase bei √ľberstreckten Kopf, eine wichtige Wiederbelebungsma√ünahme bis der Rettungsdienst eintrifft. Wenn ein AED Ger√§t zur Verf√ľgung steht, unterst√ľtzt es die Ma√ünahme sinnvoll.

H√∂ltermann erkl√§rte auch, wie es nach so einem Ereignis weitergeht. Nachdem der Patient dann in der Klinik angekommen ist, erfolgt die weitere Behandlung auf der Intensivstation. Zun√§chst erfolgt √ľber 24 Stunden eine sogenannte Hypothermie. Durch die K√ľhlung wird der Schaden im Gehirn verhindert oder zumindest begrenzt. Anschlie√üend erfolgt dann die Behandlung der Ursachen, zum Beispiel die Wiederer√∂ffnung eines verschlossenen Herzkranzgef√§√ües mittels Herzkatheter. Sollte danach weiter die Gefahr f√ľr erneute Rhythmusst√∂rungen bestehen bleiben, wird ein Defibrillator implantiert, der neben der Funktion eines Herzschrittmachers auch lebensrettende Schocks abgeben kann. In der Weinheimer GRN-Klinik werden jedes Jahr etwa 20 bis 25 Ger√§te bei sonst zus√§tzlich 80 ‚Äď 100 Herzschrittmachern implantiert. Zum Schluss der Infoveranstaltung erkl√§rten die Erste Hilfe Ausbilder des Deutschen Roten Kreuz Weinheim und der Johanniter Unfallhilfe Bergstra√üe die Benutzung eines AED Ger√§tes an einer √úbungspuppe. Jeder Teilnehmer hatte die M√∂glichkeit die Anwendung des Ger√§tes zu √ľben.

Informationen zur AED Kampagne der Weinheimer Feuerwehr erhalten Sie per Mail unter aed@feuerwehr-weinheim.de oder telefonisch bei Ralf Mittelbach 06201 / 25 806 73 Mit der Kampagne wurde die Feuerwehr Weinheim auch f√ľr die Feuerwehr des Jahres nominiert. Wenn Sie der Feuerwehr Weinheim ihre Stimme geben m√∂chten, k√∂nnen Sie dies auf http://www.feuerwehrwelt.de/award/abstimmen tun.“

Gemeinsame "AED-Aktion" der DLRG, DRK und Feuerwehr

Leben retten kann jeder, man muss nur wissen wie

Im Notfall bleibt nur wenig Zeit f√ľr die Ersthilfe. Da sollte jeder Handgriff sitzen. Fotos: Ralf Mittelbach

 

Weinheim, 20. August 2012. (red/rm) Es passiert pl√∂tzlich, unerwartet und es kann jeden treffen ‚Äď der pl√∂tzliche Herztod. Der pl√∂tzliche Herztod oder auch Sekundentod genannt ist ein medizinischer Fachausdruck f√ľr einen pl√∂tzlich und unerwartet eingetretenen Tod kardialer Ursache. Der Tod ist hierbei meist Folge eines anhaltenden Kammerflimmerns, dem durch Wiederbelebungsma√ünahmen und Fr√ľhdefibrillation entgegen gewirkt werden kann.

Von Ralf Mittelbach

Die Weinheimer Feuerwehr hat im letzten Jahr dem plötzlichen Herztod den Kampf angesagt und das sogenannte AED-Projekt ins Leben gerufen. AED-Geräte sind automatisch externe Defibrillatoren, die nur in Verbindung mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Elektroschocks Störungen in der Herzrhytmik beheben können. Der große Vorteil an dem Gerät ist, das es von jedem Laien bedient werden kann und dem Ersthelfer Anweisungen gibt, welche Maßnahmen zu tun sind um dem Patient zu helfen.

Der Kopf der ganzen Aktion sind die Feuerwehrsanit√§ter Ralf Michael, Sven Hufnagel und Ralf Mittelbach, die Unterst√ľtzung und medizinische Beratung von den √Ąrzten Dr. Arnd Bublitz und Dr. med. Frank H√∂ltermann von der GRN-Klinik Weinheim bekommen. Das Projekt ist inzwischen gewachsen und so konnten noch weitere Hilfsorganisationen f√ľr die Sache gewonnen werden. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Weinheim, der Johanniter Unfallhilfe (JUH) Bergstra√üe und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Weinheim stehen die Hilfsorganisationen Seite an Seite, um die Zahl der 100.000 Herztoten, die j√§hrlich in Deutschland sterben, deutlich zu verringern.

AED-Geräte bedienen ist kinderleicht

Durch die AED-Aktion in Weinheim konnte seit Beginn der Initiative zahlreiche AED-Ger√§te angeschafft und im Stadtgebiet verteilt werden. Allerdings ist nicht nur das Vorhanden sein der Ger√§te wichtig sondern auch die Information der B√ľrger. Daher informierten DLRG, DRK und Feuerwehr am vergangen Samstag zeitgleich zwischen 11 und 14 Uhr am Waidsee, dem Waldschwimmbad und am Alten Rathaus auf dem Weinheimer Marktplatz um viel B√ľrger √ľber den Nutzen des Ger√§tes aufzukl√§ren.

Die Aktion war vorher von den Hilfsorganisationen geplant und durchgesprochen, damit auch an allen Stationen das gleiche Wissen vermittelt werden konnte. So gab es an allen Stationen einen Weinheimer Stadtplan, auf dem die Ger√§te eingezeichnet sind. Auch ein √úbungs-AED und eine √úbungspuppe standen zur Verf√ľgung, damit die Interessierten auch mal in der Praxis die Wiederbelebungsma√ünahmen in Verbindung mit einem AED-Ger√§t √ľben konnten. Die Resonanz war durch weg positiv, das war der Tenor aller Beteiligten nach Abschluss der Infoveranstaltung. An allen Standorten konnten jeweils zwischen drei√üig und vierzig Personen jeden Alters begr√ľ√üt und informiert werden. Auch einige Kinder waren dabei und konnten schnell beweisen, dass die Bedienung mit den Anweisungen des Ger√§tes kinderleicht ist.

Person ist bewußtlos Рwas tun?

Simon Stauffert und Mareike M√ľnch erkl√§rten, was zu tun ist, wenn man einen Bewu√ütlosen findet.

Simon Stauffert und Mareike M√ľnch von der DLRG Weinheim erkl√§rten an ihrem Stand die wichtigsten Ma√ünahmen beim Auffinden einer bewusstlosen Person. So muss man zun√§chst Ruhe bewahren und √ľberpr√ľfen, ob der Patient wach und ansprechbar ist. Ist dieser bewusstlos, sollte man auf sich aufmerksam machen, Umherstehende bitten mit zu helfen und den Notruf √ľber die Nummer 112 absetzen.

Als n√§chstes ist die Atemkontrolle wichtig. Hier muss man den Kopf des Patient nach hinten in den Nacken neigen und mit dem eigenen Ohr so dicht wie m√∂glich √ľber den ge√∂ffneten Mund des Patienten und sehen, h√∂ren und f√ľhlen ob der Patient atmet.

Auch bei den Feuerwehrsanitäter Sven Hufnagel, Lukas Gärtner und Ralf Michael, die den Stand im Weinheimer Waldschwimmbad betreuten gab es diese Tipps. Auch sie informierten wie man mit einem Notfallpatient umgeht. Sollte dieser nach der Atemkontrolle normal atmen, legt man ihn in die stabile Seitenlage.

Korrekte Notfallhilfe

Peter Fath und Martina Schwindt informierten am Alten Rathaus auf dem Weinheimer Marktplatz √ľber das Auffinden von Notfallpatienten. Sollte der Patient nicht mehr atmen, so ist sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen. Der Patient muss auf dem R√ľcken liegen und die Kleidung vom Brustkorb des Patienten entfernt werden. Der Handballen des Ersthelfers muss auf das untere Drittel des Brustbeins des Patienten und die zweite Hand auf die erste gelegt werden. Dann muss der Ersthelfer die Arme durchstrecken, kr√§ftig und m√∂glichst gleichm√§√üig 30 Mal den Brustkorb niederdr√ľcken in einem Zeitabstand von ein bis zwei Sekunden.

Anschlie√üend ohne Verz√∂gerung Mund zu Nase beatmen. Daf√ľr muss man den Kopf des Patienten in den Nacken neigen, dabei den zur Unterlippe neigenden Daumen gegen die Oberlippe dr√ľcken und den eigenen Mund √ľber die Nase des Patienten legen und abdichten. Selbst tief einatmen und die eigeatmete Luft zweimal in die Nase des Patienten blasen.

Vorsicht vor dem Elektroschock

Parallel dazu sollte ein weiterer Ersthelfer versuchen ein AED-Ger√§t zu besorgen. Das AED-Ger√§t w√§hrend der Wiederbelebungsma√ünahmen einschalten und den Anweisungen des Ger√§tes folgen. W√§hrend der Ansagen die Wiederbelebungsma√ünahme nicht unterbrechen. In dem AED-Ger√§t sind Klebeelektroden die nach Anweisung und Abbildung auf dem K√∂rper des Patienten angebracht werden. Das AED-Ger√§te wird mitteilen, dass es am Patient eine Analyse durchf√ľhrt.

W√§hrend dieser Zeit darf der Patient nicht ber√ľhrt werden. Sollte das Ger√§t einen Elektroschock empfehlen, die blinkende Schocktaste bet√§tigen und darauf achten, dass niemand Kontakt zum Patient hat. Diese Ma√ünahmen sind bis zum Eintreffen des Rettungsdiensts durchzuf√ľhren.

Nach dem Herzstillstand bleiben nur drei Minuten

Solche Infoveranstaltungen wie am vergangen Wochenende sind wichtig, da der der pl√∂tzliche Herztod mit mehr als 100.000 Betroffenen eine der h√§ufigsten Todesursachen in Deutschland au√üerhalb von Kliniken ist. Vielen ist diese Tatsache gar nicht bewusst. Der h√§ufig vermeidbare Tod so vieler Mitb√ľrger ist eine gesellschaftspolitische Herausforderung unserer Zeit. Die Betroffenen haben nur eine Chance, wenn sofort mit der Herzdruckmassage und der Anwendung eines Defibrillators begonnen wird.

Zum schadensfreien √úberleben bleibt nur ein Zeitfenster von drei bis f√ľnf Minuten. Die Hilfsfrist des Notarzt- und Rettungsdienstes in Baden-W√ľrttemberg betr√§gt 15 Minuten. Die Hilfe innerhalb dieses Zeitfensters ist also weder von Not√§rzten noch von Rettungsdiensten machbar. Deshalb ist es wichtig, die Bev√∂lkerung zu schulen und zu informieren um viele Ersthelfer zu haben. Allerdings ist diese Tatsache in der √Ėffentlichkeit nicht bekannt und auch von der Politik bisher nicht thematisiert worden. Laut der Statistik der Bj√∂rn-Steiger-Stiftung sterben t√§glich 274 Menschen an einem pl√∂tzlichen Herztod. Das ist der Ansporn f√ľr die Weinheimer Hilfsorganisationen dem entgegenzuwirken.

„Weinheim rettet Leben“ startet

Die Initiatoren der Weinheimer Feuerwehr werden auch weiterhin versuchen in Gespr√§chen weitere sinnvolle Standorte f√ľr AED-Ger√§te zu finden und anzubringen. Auch soll in den kommenden Wochen die Internetseite www.weinheim-rettet-leben.de an den Start gehen und ein Informationsflyer entstehen. Auch weitere √∂ffentliche Veranstaltungen sind geplant. So wird es am Mittwoch den 14. November eine Infoveranstaltung im Feuerwehrzentrum Weinheim geben.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: Feuerwehr Weinheim, Ansprechpartner Herr Mittelbach 06201 / 25 806 73, E-Mail: sani-info@feuerwehr-weinheim.de. Den Film zum Weinheimer AED Projekt finden Sie im Internet auf Youtube.

Anmerkung der Redaktion: Ralf Mittelbach ist Pressereferent der Freiwilligen Feuerwehr Weinheim

Herzinfarkt-Studie: In Las Vegas liegt die √úberlebensrate bei √ľber 50 Prozent

Weinheim, 01. Dezember 2011. (red/mh) Im Weinheimer Feuerwehrzentrum fand am Dienstag eine Kooperationsveranstaltung der freiwilligen Feuerwehr Weinheim, der GRK-Klinik Weinheim und der Johanniter Unfallhilfe rund im das Thema Herzinfarkte und zum Einsatz von mobilen Defibrillatoren statt.

Zahlreiche Weinheimer B√ľrgerinnen und B√ľrger waren gekommen und verfolgten gespannt den Vortr√§gen der Experten. [Weiterlesen…]

H√§tte der Einsatz eines Defibrillators den „Pony-Mann“ retten k√∂nnen?


Guten Tag!

Weinheim, 26. Januar 2011. Kurz vor Weihnachten erlitt ein Mann am Rande der Weinheimer Fu√üg√§ngerzone einen Herzinfarkt und verstarb. Einige Meter weiter ist im B√ľrgerb√ľro ein AED, ein automatischer Defibrillator vorhanden, der auch von Laien bedient werden kann. H√§tte der Einsatz des Ger√§ts das Leben des Mannes retten k√∂nnen? Zumindest h√§tte man es versuchen k√∂nnen. Doch offenbar wusste niemand am Ort von dem Ger√§t.

Leserbrief: Ralf Michael

In den Tagen vor Weihnachten war in den Nachrichten die tragische Geschichte des Ponybesitzers zu lesen, der im Bereich der Fussg√§ngerzone/ Weinheim Galerie einen Kreislaufstillstand erlitt, doch trotz sofortiger Hilfe durch Passanten leider nicht √ľberlebte.

Bei dieser Geschichte sind mir persönlich zwei Dinge aufgefallen:

Erstens: Es gibt tatsächlich noch Menschen, die in den Tagen vor Weihnachten Zeit haben, anderen zu helfen und anscheinend ihr Wissen aus den Erste-Hilfe Kursen nicht ganz vergessen haben bzw. sich zumindest trauen, etwas zu tun.

Hätte der Einsatz eines solchen AED den "Pony-Mann" retten können? Quelle: Wikipedia, Stevenfruitsmaak

Zweitens: Vor einigen Jahren wurden im Zuge der Aktion ‚Äě Weinheim rettet Leben‚Äú die ersten AED (Automatisierte Externe Defibrillatoren) im Stadtgebiet installiert. Diese AEDs zur Therapie von Kammerflimmern durch gezielte Elektroschocks befinden sich unter anderem bei der Feuerwehr und eines sogar im B√ľrgerb√ľro.

Das B√ľrgerb√ľro ist nur wenige Meter vom Notfallort entfernt gewesen, der AED wurde meines Wissens aber nicht eingesetzt.

√úber den Sinn und Zweck einer fl√§chendeckenden Installation solcher Defibrillatoren und die Anwendung durch ‚Äěmedizinische Laien‚Äú gibt es seit einigen Jahre unz√§hlige Studien und Fachbeitr√§ge, die alle zu einem Schluss kommen: Es ist sinnvoll!

Selbst nicht ausgebildete oder unterwiesene Personen k√∂nnen durch die Sprach- und Symbolanleitung nahezu alle auf dem Markt befindlichen Ger√§te sinnvoll einsetzen. Dies haben Studien mit der Anwendung der Ger√§te durch Sch√ľler der Mittelstufe gezeigt.

Mittlerweile finden sich viele dieser Geräte an öffentlichen Plätzen bzw. Orten mit größeren Menschenansammlungen wie Flughäfen, Bahnhöfe, Theater, Einkaufszentren, etc. mit wachsendem Erfolg.

Warum in dem beschriebenen Fall des Ponybesitzers dieses Gerät nicht zur Anwendung kam, ist mir nicht bekannt. Ich könnte vermuten, dass es an der fehlenden Popularität lag, da die Installation schon einige Jahre her ist und nicht mehr im Bewusstsein der Bevölkerung verankert war.

Ob der leider verstorbene von der Anwendung des Ger√§tes profitiert h√§tte, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Es h√§tte aber allemal seine Chancen zu √ľberleben erh√∂ht.

Wir als Feuerwehr haben dieses traurige Ereignis zum Anlass genommen das Vorhandensein und die Anwendung von AEDs regelm√§√üig in Erinnerung zu rufen und die Ger√§tedichte in Weinheim nach M√∂glichkeit zu erh√∂hen, damit bei einem nat√ľrlich nicht gew√ľnschten n√§chsten Mal vielleicht ein Leben gerettet werden kann.

Anmerkung der Redaktion: Ralf Michael ist Feuerwehrmann.