Montag, 23. Juli 2018

Kriminalstatistik 2010/11 wurde im Gemeimderat vorgestellt.

Nicht wie in der Großstadt, aber auch kein lĂ€ndliches Niveau

Weinheim, 29. Juni 2012. (red/sap) Polizeioberrat JĂŒrgen Helfrich, Leiter des Polizeireviers Weinheim, stellte im Gemeinderat die Kriminalstatistik fĂŒr 2010/2011 vor: „Die Zahlen liegen im Trend“. Eine Zunahme der VerstĂ¶ĂŸe gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz ist auffĂ€llig.

Von Sabine Prothmann

Insgesamt konnte die Weinheimer Polizei eine leichte Zunahme von Straftaten feststellen. Die Zahl stieg von 2046 auf 2095, das sind 49 Taten mehr bzw. ein Anstieg um 2,4 Prozent., erklĂ€rte Helfrich. Die AufklĂ€rungsquote dagegen ist leicht, nĂ€mlich um 2,7 Prozent zurĂŒckgegangen, und liegt bei 55,7 Prozent.

Die HĂ€ufigkeitszahl, das ist die Zahl bekannt gewordener Straftaten auf 100.000 BĂŒrger bezogen, liegt bei 4.796 und damit ĂŒber dem Durchschnittswert des Rhein-Neckar-Kreises (4326). Damit, so OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard, habe man in Weinheim natĂŒrlich kein Niveau wie in der Großstadt, aber natĂŒrlich auch keine lĂ€ndliche Situation.

Die Zahl der DiebstĂ€hle habe dagegen im Vergleich zu 2010 wieder leicht zugenommen. Leichte DiebstĂ€hle, wie LadendiebstĂ€hle seien hingegen zurĂŒck gegangen. Helfrich macht dafĂŒr die Personaleinsparung in den GeschĂ€ften verantwortlich, die es gar nicht ermögliche den einzelnen Delikten nachzugehen. TaschendiebstĂ€hle liegen – typisch fĂŒr eine Einkaufsstadt – auf hohem Niveau.

Aber auch die schweren DiebstĂ€hle haben zugenommen. Das sind Delikte, so Helfrich, bei denen die TĂ€ter Hindernisse ĂŒberwinden, wie eine Mauer ĂŒbersteigen, Fenster einschlagen, Schlösser öffnen oder auch PKWs aufbrechen.

Massive polizeiliche PrÀsenz stört Einbrecher

Insgesamt gab es 52 WohnungseinbrĂŒche, vermehrt in LĂŒtzelsachen und Hohensachsen. Davon handelte es sich bei 14 um TageseinbrĂŒche. Und „viele Wohnungsbesitzer waren leichtsinnig“, sagte der Chef der Weinheimer Polizei. Durch massive polizeiliche PrĂ€senz in den betroffenen Gebieten, konnte man dem entgegen wirken.

Erfreulich ist der deutliche RĂŒckgang bei Rohheitsdelikten, insbesondere bei Körperverletzung.  Zu den Roheitsdelikten zĂ€hlen neben Körperverletzung, Stalking, Bedrohung und Nötigung im Straßenverkehr. Bei den Delikten mit schwerer Körperverletzung konnte ein RĂŒckgang von 60 auf 45 Taten festgestellt werden. Die AufklĂ€rungsquote liegt hier bei 60 Prozent.

Insgesamt 158 Delikte fielen in den Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze.  Dazu zĂ€hlen: Jugendschutzgesetz (0), Kunsturheberrechtsgesetz (1), Arzneimittelgesetz (1), Aufenthaltsgesetz/Asylverfahrengesetz (6), Waffengesetz (9) und das BetĂ€ubungsmittelgesetz (122). Die RauschgiftkriminalitĂ€t ist in den vier vergangenen Jahren angestiegen,  und von 97 auf 122 VerstĂ¶ĂŸe, auch wenn 2010 mit 133 VerstĂ¶ĂŸen die Zahl sogar noch höher war, lag sie ein Jahr zuvor nur bei 61. Auch die Handelsdelikte mit Rauschmittel sind auf 17 angestiegen.

„Wenn man hinguckt, wird man auch etwas finden“, sagte Helfrich. Die Weinheimer Polizei sei 2011 „subjektiv“ mit einer steigenden Zahl von HĂ€ndlern und mit  Rauschgiftpartys konfrontiert gewesen.

Stadtrat Hans-Eckhardt Pfisterer (SPD) wollte wissen, ob man davon spreche könne, dass Weinheim durch Viernheimer Drogen infiltriert wĂŒrde.

FĂŒr diese Annahme sah JĂŒrgen Helfrich keinen Grund und verwies darauf: „Auch in Weinheim haben wir Indooranlagen (Anm. d. Red. fĂŒr „Cannabisanbau)“ und Mannheim sei schließlich auch nicht weit.

TatverdÀchtigenstruktur

Von den 862 TatverdĂ€chtigen – bei 2095 insgesamt Taten wird daraus auch ersichtlich, dass es sich teilweise um Mehrfach- bzw. WiedertĂ€ter handelt – waren 30 Kinder – ein Drittel davon MĂ€dchen -, 108 Jugendliche, 85 Heranwachsende und 639 Erwachsene. Die grĂ¶ĂŸte Gruppe ist mit 486, die der 25 bis 50JĂ€hrigen.

743 TĂ€ter waren schon davor in Erscheinung getreten, 89 Taten geschahen unter Alkohleinfluss und bei 7 wurde eine Waffe mitgefĂŒhrt.