Sonntag, 17. Dezember 2017

Kriminalstatistik 2010/11 wurde im Gemeimderat vorgestellt.

Nicht wie in der Großstadt, aber auch kein ländliches Niveau

Weinheim, 29. Juni 2012. (red/sap) Polizeioberrat J√ľrgen Helfrich, Leiter des Polizeireviers Weinheim, stellte im Gemeinderat die Kriminalstatistik f√ľr 2010/2011 vor: „Die Zahlen liegen im Trend“. Eine Zunahme der Verst√∂√üe gegen das Bet√§ubungsmittelgesetz ist auff√§llig.

Von Sabine Prothmann

Insgesamt konnte die Weinheimer Polizei eine leichte Zunahme von Straftaten feststellen. Die Zahl stieg von 2046 auf 2095, das sind 49 Taten mehr bzw. ein Anstieg um 2,4 Prozent., erkl√§rte Helfrich. Die Aufkl√§rungsquote dagegen ist leicht, n√§mlich um 2,7 Prozent zur√ľckgegangen, und liegt bei 55,7 Prozent.

Die H√§ufigkeitszahl, das ist die Zahl bekannt gewordener Straftaten auf 100.000 B√ľrger bezogen, liegt bei 4.796 und damit √ľber dem Durchschnittswert des Rhein-Neckar-Kreises (4326). Damit, so Oberb√ľrgermeister Heiner Bernhard, habe man in Weinheim nat√ľrlich kein Niveau wie in der Gro√üstadt, aber nat√ľrlich auch keine l√§ndliche Situation.

Die Zahl der Diebst√§hle habe dagegen im Vergleich zu 2010 wieder leicht zugenommen. Leichte Diebst√§hle, wie Ladendiebst√§hle seien hingegen zur√ľck gegangen. Helfrich macht daf√ľr die Personaleinsparung in den Gesch√§ften verantwortlich, die es gar nicht erm√∂gliche den einzelnen Delikten nachzugehen. Taschendiebst√§hle liegen – typisch f√ľr eine Einkaufsstadt – auf hohem Niveau.

Aber auch die schweren Diebst√§hle haben zugenommen. Das sind Delikte, so Helfrich, bei denen die T√§ter Hindernisse √ľberwinden, wie eine Mauer √ľbersteigen, Fenster einschlagen, Schl√∂sser √∂ffnen oder auch PKWs aufbrechen.

Massive polizeiliche Präsenz stört Einbrecher

Insgesamt gab es 52 Wohnungseinbr√ľche, vermehrt in L√ľtzelsachen und Hohensachsen. Davon handelte es sich bei 14 um Tageseinbr√ľche. Und „viele Wohnungsbesitzer waren leichtsinnig“, sagte der Chef der Weinheimer Polizei. Durch massive polizeiliche Pr√§senz in den betroffenen Gebieten, konnte man dem entgegen wirken.

Erfreulich ist der deutliche R√ľckgang bei Rohheitsdelikten, insbesondere bei K√∂rperverletzung.¬† Zu den Roheitsdelikten z√§hlen neben K√∂rperverletzung, Stalking, Bedrohung und N√∂tigung im Stra√üenverkehr. Bei den Delikten mit schwerer K√∂rperverletzung konnte ein R√ľckgang von 60 auf 45 Taten festgestellt werden. Die Aufkl√§rungsquote liegt hier bei 60 Prozent.

Insgesamt 158 Delikte fielen in den Bereich der strafrechtlichen Nebengesetze.  Dazu zählen: Jugendschutzgesetz (0), Kunsturheberrechtsgesetz (1), Arzneimittelgesetz (1), Aufenthaltsgesetz/Asylverfahrengesetz (6), Waffengesetz (9) und das Betäubungsmittelgesetz (122). Die Rauschgiftkriminalität ist in den vier vergangenen Jahren angestiegen,  und von 97 auf 122 Verstöße, auch wenn 2010 mit 133 Verstößen die Zahl sogar noch höher war, lag sie ein Jahr zuvor nur bei 61. Auch die Handelsdelikte mit Rauschmittel sind auf 17 angestiegen.

„Wenn man hinguckt, wird man auch etwas finden“, sagte Helfrich. Die Weinheimer Polizei sei 2011 „subjektiv“ mit einer steigenden Zahl von H√§ndlern und mit¬† Rauschgiftpartys konfrontiert gewesen.

Stadtrat Hans-Eckhardt Pfisterer (SPD) wollte wissen, ob man davon spreche k√∂nne, dass Weinheim durch Viernheimer Drogen infiltriert w√ľrde.

F√ľr diese Annahme sah J√ľrgen Helfrich keinen Grund und verwies darauf: „Auch in Weinheim haben wir Indooranlagen (Anm. d. Red. f√ľr „Cannabisanbau)“ und Mannheim sei schlie√ülich auch nicht weit.

Tatverdächtigenstruktur

Von den 862 Tatverdächtigen Рbei 2095 insgesamt Taten wird daraus auch ersichtlich, dass es sich teilweise um Mehrfach- bzw. Wiedertäter handelt Рwaren 30 Kinder Рein Drittel davon Mädchen -, 108 Jugendliche, 85 Heranwachsende und 639 Erwachsene. Die größte Gruppe ist mit 486, die der 25 bis 50Jährigen.

743 T√§ter waren schon davor in Erscheinung getreten, 89 Taten geschahen unter Alkohleinfluss und bei 7 wurde eine Waffe mitgef√ľhrt.