Mittwoch, 20. September 2017

Vorbeugen, behandeln, pflegen

Demenztag: „Vergessen geht uns alle an“

Weinheim, 15. Oktober 2014. (red/pm) Am kommenden Sonntag, 19. Oktober, findet der vierte „Weinheimer Demenztag“ statt. Auch seit vier Jahren gibt es den „Runden Tisch Demenz“, in dem sich die Akteure der Stadt, die mit pflegebedĂĽrftigen Personen und Demenzerkrankungen arbeiten, zu einem Netzwerk zusammengeschlossen haben. [Weiterlesen…]

4. Demenztag am 19. Oktober

Weinheim knüpft ein „Netzwerk Demenz“

Weinheim, 18. August 2014. (red/pm) Weinheim knĂĽpft ein „Netzwerk Demenz“: Dieter Gerstner organisiert bereits zum zweiten Mal Schulungen fĂĽr „Demenzpaten“. Der 4. Demenztag findet am 19. Oktober statt. [Weiterlesen…]

Seit vier Jahren PflegestĂĽtzpunkt in Weinheim

Beratung und UnterstĂĽtzung rund um die Pflege

Weinheim, 14. August 2014. (red/pm) Mittlerweile gibt es den PflegestĂĽtzpunkt des Rhein- Neckar- Kreises in Weinheim seit fast vier Jahren. Ratsuchende erhalten dort unabhängige, umfassende und kostenfreie Beratung rund um das Thema Pflege- und UnterstĂĽtzungsbedarf. [Weiterlesen…]

Mehr als ein Dutzend Anbieter sind am kommenden Sonntag vertreten

Riesiges Veranstaltungsangebot beim Demenztag

Weinheim, 10. Oktober 2012 (red/pm) Beratung, Betreuung, Pflege zu Hause oder im Heim, Angebote, die das selbstständige Leben erleichtern. Das Informationsangebot, das der „Runde Tisch Demenz“ beim Zweiten Weinheimer Demenztag am Sonntag, 14. Oktober, 14:00 bis 17:00 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus zusammengestellt hat, ist ein dickes Paket.

Information der Stadt Weinheim:

„Mehr als ein Dutzend von Einrichtungen, Fachfirmen und Institutionen stellen sich im Foyer des Rolf-Engelbrecht-Hauses im Rahmen der Demografiewoche der Metropolregion Rhein-Neckar vor. Es hat sich in den letzten beiden Jahren in der Stadt sehr viel getan bei diesem Thema, seitdem sich auf Anregung des Stadtseniorenrates und seines unermĂĽdlichen Zweiten Vorsitzenden Dieter Gerstner der Runde Tisch Demografie gegrĂĽndet hat. Die Zahl der Beratungsangebote ist gestiegen, neue Therapieformen sind hinzugekommen, das „CafĂ© Zeitlos“ des Deutschen Roten Kreuzes und die Musiktherapie bei der Katholischen Sozialstation beispielsweise.

Indessen stellen sich Gesellschaft, Handel und Industrie auf die steigende Zahl von Demenzerkrankungen ein; es gibt neue Wohnformen und technische Hilfen für das häusliche Umfeld, mehr Informationen, es gibt Bücher und Filme. All das wird am Sonntag beim „Weinheimer Demenztag“ zusammenfließen.

Auch der Pflegestützpunkt des Rhein-Neckar-Kreises mit Sitz in den Büroräumen der Weinheim Galerie hat sein Angebot immer weiter ausgebaut. Das Beratungsspektrum von Carola Marg umfasst die gesamte Breite des Themas. Auch sie steht im Rolf-Engelbrecht-Haus gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Demenz-Experten Dieter Gerstner für Auskünfte zur Verfügung.

PĂĽnktlich zum 14. Oktober wird ĂĽbrigens der neue Info-Flyer der PflegestĂĽtzpunkte auch in tĂĽrkischer und spanischer Sprache vorliegen. Denn Demenz macht an keinen nationalen oder kulturellen Barrieren Halt.“

Dieter Gerstner ist Vorsitzender des Förderverein Alzheimer

Spenden gegen das Vergessen

Weinheim, 09. Oktober 2012. (red/pm) „Der Zweck des Vereins ist die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens, Hilfe für Demenzkranke und deren Angehörige. Der Satzungszweck wird verwirklicht zum Beispiel durch Schulungen und Vorträge, den Aufbau eines ‚Netzwerkes Demenz’, Aufklärungs- und Informationsarbeit in der Bevölkerung.“

Information der Stadt Weinheim:

„So steht es in dem Dokument, das jetzt der GrĂĽndungsversammlung des „Fördervereins Alzheimer Weinheim“ vorgelegen hat, juristisch geprĂĽft und dem Amtsgericht vorgelegt.
Jetzt hat die breite gesellschaftliche Bewegung, die sich in Weinheim seit anderthalb Jahren an einem „Runden Tisch Demenz“ trifft und am Sonntag, 14. Oktober ihren zweiten Weinheimer Demenztag veranstaltet, einen Förderverein, der „ausschlieĂźlich und unmittelbar gemeinnĂĽtzige Zwecke“ verfolgt und die Gabe von Spenden aus der Bevölkerung erleichtert. Motor der VereinsgrĂĽndung war, wie so oft beim Thema Demenz, Dieter Gerstner, der Vize-Vorsitzende und Pflegeexperte des Stadtseniorenrates.

Bei seinen Projekten in den letzten Monaten hat der früher hauptamtliche Pflegedienstleiter immer öfter merken müssen, dass trotz ehrenamtlichem Einsatz immer wieder finanzielle Mittel erforderlich sind, um effektiv vorgehen zu können. Der Runde Tisch Demenz als Netzwerk aller mit dem Thema beschäftigten Akteure in der Stadt ist dazu aber nicht in geeigneter Weise aufgestellt. Deshalb suchte Gerstner Mitstreiter und bereitete eine Satzung vor; zu den Gründungsmitgliedern zählt auch die Stadt Weinheim, die am Runden Tisch Demenz mit Claus Hofmann vom Amt für Jugend und Soziales und Pressesprecher Roland Kern vertreten ist.

Elf anwesende Gründungsmitglieder wählten nun Dieter Gerstner als Vorsitzenden und Dora Jakob zu seiner Stellvertreterin. Peter Dierl wird – wie im Stadtseniorenrat – als Schatzmeister fungieren, Christian Rupp, Pflegedienstleiter im Bodelschwingh-Heim als Schriftführer. Beisitzerinnen sind Elisabeth Merkert und Rosemarie Sowada, Rechnungsprüfer Daniel Schwöbel und Hasso Sieverling.

Weitere Infos zum Förderverein Alzheimer beim Vorsitzenden Dieter Gerstner unter 06201 / 64578. Er steht auch beim Weinheimer Demenztag am Sonntag, 14. Oktober (14:00 bis 17:00 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus) fĂĽr Fragen zur VerfĂĽgung.“

2. Weinheimer Demenztag

Mit moderner Technik besser leben

Mit modderner Technik besser leben. 2. Weinheimer Demenztag. Bild: DRK e.V., Fotograf: Andre Zelck, Essen.

 

Weinheim, 08. Oktober 2012. (red/pm) „Für ein selbstbestimmtes Leben zu Hause“ – so lautet das Motto des 2. Weinheimer Demenztages, der am Sonntag, 14. Oktober, 14:00 bis 17:00 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus stattfindet. Organisatoren sind der Stadtseniorenrat und der „Runde Tisch Demenz“. Am 2. Weinheimer Demenztag sind halbstündlich interessante Vorträge zu hören.

Information der Stadt Weinheim:

„Für ein selbstbestimmtes Leben zu Hause“, diesem Thema widmet sich auch ein Vortrag, den um 15:30 Uhr Horst Seibert vom Deutschen Roten Kreuz halten wird. Er ist dort Projektbeauftragter „AAL“. Diese drei Buchstaben erklären eigentlich die englische Bezeichnung „Ambient Assisted Living“, was sinngemäß soviel bedeutet wie „Altersgerechte Assistenzsysteme“ im Haushalt, also unterstützende Technik im Wohnumfeld. Das kann der klassische Hausnotruf sein, das können aber weitere technische Geräte sein, die dem alten und pflegebedürftigen Menschen helfen, zu Hause zurechtzukommen. Die Möglichkeiten reichen sogar bis zu einem Mobilruf mit GPS-Ortung und dem so genannten „Geofencin“, mit der die Kontrolle verwirrter Menschen möglich ist.

Nach der Eröffnung um 14:00 Uhr durch Hans Mazur vom Stadtseniorenrat und Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner, wird es im Saal des Rolf-Engelbrecht-Hauses jede halbe Stunde einen interessanten Kurzvortrag geben. „AAL-Beauftragter“ Horst Seibert spricht um 15:30 Uhr. Weitergehende Infos und praktische Beispiele werden am Stand des DRK im Foyer geboten.

Um 14:30 Uhr widmet sich Christian Rupp, Pflegedienstleiter am Bodelschwingh-Heim, dem Thema Biographiearbeit bei dementen Menschen. Er erklärt: „Da in der Regel das Kurzzeitgedächtnis nicht mehr funktioniert, sind wir auf den Erfahrungsschatz des Langzeitgedächtnisses angewiesen. Viele demente Menschen können auf das darin vorhandene Potential relativ lange zurĂĽckgreifen. Sie konfrontieren sozusagen uns als Angehörige oder Betreuungspersonal mit dem Gestern der eigenen Lebensgeschichte.“ Der Vortrag will Möglichkeiten aufzeigen, wie man dementen Menschen unter BerĂĽcksichtigung der Biographie begegnen kann, um eine wertschätzende Haltung einzunehmen und letztendlich das GefĂĽhl des Verstandenseins zu geben. Hierbei wird Rupp immer wieder auf Praxisbeispiele zurĂĽckgreifen, die auf langjähriger Erfahrung im Demenzbereich des Heimes basieren. Auch das Bodelschwingh-Heim ist im Foyer mit einem Stand vertreten.“

Info: 2. Weinheimer Demenztag am Sonntag, 14. Oktober, 14:00 bis 17:00 Uhr, die Akteure des „Runden Tisch Demenz“ stehen im Rolf-Engelbrecht-Haus für Fragen und Informationen zur Verfügung. Kurzvorträge (etwa 15 Minuten lang) werden halbstündlich gehalten.

Die Vorträge im Einzelnen sind:

14:30 Uhr Heute mit Gestern leben, Biografiearbeit bei Demenz, Christian Rupp, PDL Bodelschwingh-Heim
15:00 Uhr Ambulante Leistungen der Pflegeversicherung für Menschen mit Demenz, Andreas Töpfl, BEK/GEK
15:30 Uhr UnterstĂĽtzende Technik im Wohnumfeld, Horst Seibert, Projektbeauftragter AAL beim DRK
16:00 Uhr Einsatzmöglichkeiten von AlltagsbetreuerInnen, Helen-Keller-Schule Weinheim
16:30 Uhr Ergotherapie und ihr Einsatz bei Menschen mit Demenz, Andreas Kluge, Ergopraxis Kluge

Claus Hofmann ist neuer Leiter des Amts fĂĽr Jugend und Soziales

Ein Mann fĂĽr alle Generationen

Claus Hofmann – Der neue Leiter des Weinheimer Rathausamtes fĂĽr Jugend und Soziales

Weinheim, 29. September 2012. (red) Das Soziale liegt ihm am Herzen, egal ob nach außen oder nach innen. Wenn Claus Hofmann, der neue Leiter des Weinheimer Rathausamtes für Jugend und Soziales, von den Schwerpunkten seiner Arbeit spricht, dann kommt er schnell auf die Kolleginnen und Kollegen. „Wir sind ein super Team, jeder schätzt den anderen und wir helfen uns gegenseitig“, sagt er. Seine Wertschätzung ist hoch: „Meine Leute haben eben meistens mit Menschen zu tun, denen es – zumindest vorübergehend – nicht gut geht, und diese Aufgabe meistern sie ausgezeichnet, jeden Tag.“

Von Roland Kern

„Meine Leute“ – so kann er es nun ausdrücken, denn der 53-jährige Diplom-Verwaltungswirt im Range eines „Stadtoberamtsrats“ ist in dieser Woche im Weinheimer Gemeinderat zum neuen Leiter des Amtes für Jugend und Soziales gewählt worden – verbunden mit viel Lob und Anerkennung für das bisher Geleistete.

Denn Claus Hofmann ist in Verwaltung und Kommunalpolitik beleibe kein unbeschriebenes Blatt. Schon seit 1985 war er Leiter der Abteilung Jugendamt und seit einigen Jahren Stellvertreter von Amtsleiter Heiner Amann, der im FrĂĽhjahr in den Ruhestand getreten ist.

Mit seiner ruhigen und überlegten Art hat er sich im Amt und bei seinen Partnern in der Stadtgesellschaft in den letzten Jahren hohes Ansehen erworben. Zu seinen Aufgabengebieten gehörten bislang schon so zentrale Jugendamtsbereiche wie die Führung von Amtsvormundschaften, die wirtschaftliche Jugendhilfe und die Prozessführung in Amtshilfeverfahren.

Hofmann, der in Weinheim das Wirtschaftsabitur ablegte und in Birkenau wohnt, steht seit zwei Jahren als Person aber auch für die Wahrnehmung wachsender Aufgaben im Fachamt, das sich durch die Abgabe der Jugendhilfeverwaltung an den Landkreis strukturell verändert hat. Im Zuge des voranschreitenden Demografischen Wandels sind weitere Tätigkeiten hinzugekommen. So ist Hofmann aktuell auch kraft Amtes beratendes Mitglied im Stadtseniorenrat. „Es geht darum, in einer Stadt, das soziale Miteinander der Generationen zu stärken“, beschreibt er.

Der neue Amtschef gehört außerdem zu den Akteuren des Runden Tisch Demenz, des Runden Tisch Demografie in der Weststadt und Gründungsmitglied eines gerade erst ins Leben gerufenen Fördervereins Alzheimer. Auch bei der Organisation des nächsten Weinheimer Demenztages am Sonntag, 14. Oktober, ist er mittendrin. Ohne, wie er betont, die anderen Protagonisten der Stadtgesellschaft – die Jugend – aus den Augen zu lassen.

Angedockt an seinem Amt sind auch der Stadtjugendring und das Mehrgenerationenhaus. Ist der Spagat nicht zu groß? „Nein“, sagt Claus Hofmann, „das ist die Chance, die Generationen zu verbinden und füreinander Verständnis zu wecken.“

Anmerkung der Redaktion: Roland Kern ist Pressesprecher der Stadt Weinheim.

Veranstaltung der Metropolregion Rhein-Neckar

Weinheim ist Teil der Demografie-Woche

Weinheim, 05. Juni 2012. (red/pm) Der nächste „Weinheimer Demenztag“ findet am 14. Oktober 2012 statt und ist Teil der Demografie-Woche. Weitere Anmeldungen möglich.

Information der Stadt Weinheim:

„Klar, dass Weinheim dabei nicht fehlen darf. Der Runde Tisch Demenz, zu dem auch die Stadt Weinheim gehört, wird sich an der Demografie-Woche der Metropolregion Rhein-Neckar im Oktober beteiligen. Das bestätigten jetzt Dieter Gerstner als Sprecher des Runden Tisch Demenz und Claus Hofmann vom Weinheimer Amt fĂĽr Jugend und Soziales.

Die Fakten stehen bereits fest und wurden bei der letzten Sitzung des Runden Tisch Demenz im Bodelschwinghheim festgezurrt. Am Sonntag, 14. Oktober, wird es im Rolf-Engelbrecht-Haus den 2. Weinheimer Demenztag geben, wieder nachmittags von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr mit Anbietern und Dienstleistern aus der Stadt.

Das Motto lautet diesmal: „Mit Demenz länger zuhause leben.“

Im Foyer stellen sich Einrichtungen, Pflegedienste und Firmen vor, die das Leben mit Demenz erleichtern können.

Es geht dabei zum Beispiel im Begegnungsangebote, Hilfsmittel fĂĽr den Alltag, Beratungsangebote, UnterstĂĽtzung von Therapie und Literatur zum Thema.

Kaffee und Kuchen werden angeboten.

Veranstalter ist der „Runde Tisch Demenz“, der sich in Weinheim vor zwei Jahren auf Anregung von Dieter Gerstner vom Stadtseniorenrat gegründet hat.

In dieser Arbeitsgruppe sind alle Einrichtungen vertreten, die in Weinheim mit dem Thema Demenz zu tun haben, unter anderem das Deutsche Rote Kreuz, der PflegestĂĽtzpunkt des Rhein-Neckar-Kreises, sowie die Heime und Betreuungseinrichtungen und das GRN-Krankenhaus. In diesem Jahr sind neue Akteure hinzugekommen, zum Beispiel die Pflege- und Hauswirtschaftsabteilung der Helen-Keller-Schule.

„Das ist sehr wichtig“, freute sich Dieter Gerstner über den Zuwachs, „denn es wird künftig entscheidend sein, wie viele Menschen angemessen qualifiziert in die Pflegeberufe eintreten“.

Insgesamt soll es beim zweiten Demenztag diesmal mehr Zeit fĂĽr individuelle Gespräche und Beratungen geben als bei der Premiere vor einem Jahr.“

Info: Große Info-Veranstaltung „Mit Demenz länger zuhause leben“, am Sonntag, 14. Oktober, Rolf-Engelbrecht-Haus, 14 Uhr bis 18 Uhr, mit Vorträgen und Info-Ständen. Der komplette Überblick und die Möglichkeit zur Anmeldung ist bei der Metropolregion Rhein-Neckar möglich unter www.demografie-mrn.de/demografie-woche. Rückfragen werden gerne unter 0621-10708-47 oder nadine.petry@vrrn.de beantwortet. Was die Weinheimer Veranstaltung angeht, ist Dieter Gerstner Ansprechpartner (06201-64578).

Jahreshauptversammlung

Stadtseniorenrat ist ganz schön rüstig

Weinheim, 03. Mai 2012. (red/pm) Hans Mazur und sein Team blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurĂĽck – Jubiläum 2013. Der „Runde Tisch Demenz“ wurde 2011 gegrĂĽndet.

Information der Stadt Weinheim

„Der Stadtseniorenrat wird nur auf dem Papier älter. Im nächsten Jahr feiert die Interessensvertretung der Weinheimer Senioren ihr 30-jähriges Bestehen – und gehört damit zu den ältesten ihrer Art im ganzen Land. Zu den aktivsten sowieso.

Es war fast schon ein Parforceritt durch die aktuellen seniorenpolitischen Themen, den Vorsitzender Hans Mazur jetzt bei der Jahreshauptversammlung hinlegte. Das Tempo und die Fülle der Aktivitäten im Jahr 2011 waren enorm.

Da war das Modell-Programm „Aktiv im Alter“, in das der Stadtseniorenrat aufgenommen worden war. Aus dieser Bewegung ist mittlerweile unter anderem die Weinheimer Ehrenamtsinitiative WEI entstanden, die ehrenamtlich und bürgerschaftlich tätige Einrichtungen bündelt. Die WEI arbeitet als eine Art Ehrenamtsbörse. Seitens des Stadtseniorenrates gehören Peter Dierl und Christine Münch der Initiative an.

Das Jahr 2011 war aber auch der Einstieg und die Gründung des „Runden Tisch Demenz“, der unter Vorsitz von Dieter Gerstner tagt, dem „Vize“ des Stadtjugendrings. Höhepunkt war dabei ein „Weinheimer Demenztag“ im Juni mit mehr als 500 Besuchern.

Am „Tag der älteren Generation“ hatte der Stadtseniorenrat die baden-württembergische Sozialministerin Karin Altpeter zu Gast – im Goldenen Buch der Stadt hat sie sich wohlwollend über das gelungene Zusammenleben der Generationen in Weinheim verewigt. Dazu kamen die Routine-Angebote wie Beratungen und Sprechstunden – ein volles Programm also.

Teilnehmer und Gäste der Versammlung lobten die Arbeit der Weinheimer Seniorenvertretung, deren Vorsitzender Hans Mazur für seine Verdienste neulich sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen hat. „Wir sind stolz darauf, solch engagierte Männer in unserer Stadt zu wissen“, bescheinigte Bürgermeister Dr. Torsten Fetzner, der versprach, dass sich die Stadt noch mehr als bisher gemeinsam mit den Ehrenamtlichen um eine „kommunale Strategie im demografischen Wandel“ bemühen werde.

Da der Stadtseniorenrat als Verein organisiert ist, waren bei der Jahreshauptversammlung auch Formalien erforderlich, aber nach dem Kassenbericht von Peter Dierl gab es keine Einwendungen gegen die Arbeit des Vorstandes, dem die Mitglieder einstimmige Entlastung erteilten. Hans-Georg Junginger hatte zuvor eine einwandfreie Vereinsführung bescheinigt. Er wird die Kasse auch im nächsten Jahr zu prüfen haben, dann gemeinsam mit Klaus Rippel von der Volkshochschule.

Im Anschluss an die Tagesordnung informierte Katja Hahn von der Betreuungsbehörde des Rhein-Neckar-Kreises ĂĽber Neuigkeiten in Pflege- und Betreuung.“

Projekt „Alter und Migration“

Weinheim, 23. Januar 2012 (red/pm) Runder Tisch Demenz plant Neuauflage am 20. Oktober 2012. Diesmal ist das Projekt „Alter und Migration“ vorgesehen.

Information der Stadt Weinheim:

„So etwas gibt es in dieser Form weit und breit nicht.“ Sagt Dieter Gerstner, Pflege- und Demenzexperte im Weinheimer Stadtseniorenrat und Gründer des Runden Tisch Demenz in Weinheim – und er muss es wissen. Gerstner meint mit dieser Einschätzung den Runden Tisch Demenz, der sich vor einem Jahr gegründet hat und jetzt mit einem gewissen Stolz eine erste erfolgreiche Bilanz gezogen hat. Der Arbeitskreis setzt sich aus allen Einrichtungen und Stellen zusammen, die sich in der Stadt mit dem Thema Demenz beschäftigen, es sind mehr als ein Dutzend.

Beim ersten Treffen im neuen Jahr ist nun die Helen-Keller-Schule zum Runden Tisch gestoßen. Wie Annette Mütze-Gopp erklärte, expandiert der Pflegeausbildungsbereich der Schule und das Thema Demenz nehme dabei einen immer höheren Stellenwert ein. Die übrigen Teilnahmer war sich einig, dass die Hauswirtschafts- und Pflegeschule eine wertvolle Bereicherung am Runden Tisch ist.

Wichtigste Frage: Soll es nach der großen Resonanz auf die Premiere im letzten Jahr auch in 2012 einen „Weinheimer Info-Tag Demenz“ geben? Auch hierbei herrschte Einigkeit: Ja, soll es! Rund 500 Besucher hatten im letzten Jahr den Weg ins Rolf-Engelbrecht-Haus gefunden, wo es eine Fülle von Angeboten, Beratungen und Informationen gab, dazu hochkarätige Referenten und Experten.

So soll es wieder sein, wenn am Samstag, 20. Oktober, wieder im Rolf-Engelbrecht-Haus der „2. Weinheimer Info-Tag Demenz“ stattfindet, Oberbürgermeister Heiner Bernhard wird Schirmherr sein.

Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich schon melden. Die Teilnehmer am Runden Tisch vereinbarten auch, noch weiter zusammenzurücken, um die Veranstaltungen der Partner zur gemeinsamen Präsentation zu nutzen. Das soll im Juni so sein, wenn das Bodelschwingh-Heim zwei Tage der offenen Tür veranstaltet, im September bei der Eröffnung der Erweiterungsbauten auf dem Gelände der GRN-Klinik, aber auch bei der internationalen Woche der Demenz Ende September, wenn Aktionen auf der Fußgängerzone geplant sind.

Eine davon: Die Betreuung von pflegebedĂĽrftigen Senioren mit Migrationshintergrund. „Stichwort multikulturelle Pflege“, wie Dieter Gerstner betonte. In Zusammenarbeit mit Alexandra Raquet, der kommunalen Beauftragten fĂĽr Chancengleichheit, und Vertretern der Migrantengruppen seien erste Konzepte entwickelt worden.

Zum Beispiel sollen fĂĽr die Pflege- und Gesundheitseinrichtungen feste Kontaktpersonen eingesetzt werden, die sprachliche Barrieren ĂĽberwinden helfen und kulturell oder religiös bedingte Befindlichkeiten beachten helfen. Grundsätzlich geht man davon, dass Migranten von den Begleiterscheinungen des Alterns noch häufiger betroffen sind als im Umfeld verwurzelte Menschen, weil Sprachprobleme und Heimatlosigkeit noch eher zur Isolation fĂĽhren.“

Info: Runder Tisch Demenz, Ansprechpartner ist Dieter Gerstner beim Stadtseniorenrat Weinheim, Telefon 06203-64578, für das Projekt „Alter und Migration“ ist auch Alexandra Raquet, Beauftragte für Chancengleichheit, Ansprechpartnerin, Telefon 06201-82 363 oder chancengleichheit@weinheim.de

„Er wurde immer seltsamer“

Guten Tag!

Weinheim, 20. September 2011. Eine betroffene Frau schildert das Leben mit ihrem demenzkranken Ehemann – Runder Tisch Demenz strebt Patenschaftsmodell an

Von Roland Kern

"Gesichter der Demenz". Plakat zum Welt-Alzheimertag 2011. Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V..

Die Tränen treten ihr so plötzlich in die Augen, als hätten sie sich lange angestaut. „Ich habe in meinem Leben nie Schulden gemacht“, schluchzt Martha Mayer (Name von der Redaktion geändert), „und jetzt muss ich wohl bald von Sozialhilfe leben“.

Sie braucht eine Weile im Gespräch ĂĽber ihre Lebenssituation, bis sie auf die finanziellen Umständen zu sprechen kommt. Alle anderen Sorgen nennt sie offen und ehrlich, und die 62-jährige FrĂĽhrentnerin meistert ihr Leben – und das ihres Mannes irgendwie mit.

Der demenzkranke 68-jährige Weinheimer lebt seit jetzt drei Wochen in einem Altenpflegeheim im vorderen Odenwald. Martha Mayer ist froh, dass sie den Platz gefunden hat. Doch so schnell. Im Sommer musste ihr Mann von heute auf morgen in die Psychatrische Klinik in Wiesloch eingeliefert werden. Das Leben zuhause wurde für das Paar zu schwierig, auch zu gefährlich. Es ging einfach nicht mehr.

Im Gespräch mit uns und Dieter Gerstner, dem Demenzexperten und Vorsitzenden des Runden Tisch Demenz in Weinheim, schildert Martha Mayer zum heutigen „Weltalzheimertag“ das Leben mit ihrem demzkranken Mann.

„Für uns kam leider jede Hilfe zu spät.“

Gerstner hat die Familie Mayer in den letzten Wochen begleitet und stand immer wieder mit Ratschlägen und Tipps zur Seite. „Ich kann nur jedem Menschen in dieser Lage raten, diese Angebote in Anspruch zu nehmen“, sagt Martha Mayer. Und fügt hinzu: „Für uns kam leider jede Hilfe zu spät.“ Die Familie hat keine Hoffnung mehr, dass der Ehemann und Vater jemals wieder in sein Reihenhäuschen in der Weinheimer Weststadt zurückkehren wird.

Die Verdrängung findet von alleine statt. „Wenn ich ihn im Heim besuche“, schildert Martha Mayer, „dann sitzt dort ein hilfsbedürftiger Mensch, aber mein Mann, nein das war ein anderer“. Das war der gelernte Elektriker, der sich lange in seinem Beruf fortgebildet hat, mit Ende 40 nochmal die Schulbank drückte, der nach seinem vorzeitigen Ruhestand Jahre lang das von der Mutter geerbte Häuschen renovierte und schick herrichtete. „Wir haben unser Leben lang keinen Handwerker gebraucht, er konnte alles alleine“, blickt sie zurück und muss schmunzeln.

Vor drei Jahren, er war 65, merkte sie, „dass mit meinem Mann etwas nicht stimmte“. Er begann Sätze zu sprechen, die im verbalen Wirrwarr endeten. Er war zunehmend lustlos und übellaunig, brach zu ziellosen Spaziergängen auf, begann die Körperpflege zu vernachlässigen. „Er wurde immer seltsamer“, erzählt Martha Mayer. Der eigene Zerfall war ihm nur zeitweise bewusst. „Was stimmt mit mir nicht?“, fragte er manchmal. Andererseits weigerte er sich, einen Arzt aufzusuchen. Bis zuletzt. Bis es nicht mehr ging, und dann war die Diagnose schon vorher klar. In dieser frühen Phase war die Frau hilflos, wusste nicht so recht, an wen sie sich wenden konnte. Heute macht sie sich Vorwürfe: „Vielleicht hätte man da noch etwas tun können.“

Die Lebenslage des Ehepaars wurde immer schlimmer. Bald konnte Martha Mayer ihren Mann nicht mehr alleine lassen, selbst eine stundenweise engagierte Betreuung war schlieĂźlich ĂĽberfordert. Einmal stahl er sich davon und fingerte am Sicherheitskasten herum. Nur durch ein Wunder ist nichts Schlimmes passiert.

Dieter Gerstner und seine Mitstreiter vom Runden Tisch Demenz in Weinheim wollen künftig eine frühere Hilfsbereitschaft für Demenzbetroffene organisieren. Gerstner, der früher hauptberuflich als Pflegedienstleiter tätig war, strebt ein Patenschaftsmodell an, bei dem Familien ehrenamtliche Helfer zur Seite stehen. Erste positive Resonanz hat er schon erhalten.

„Es wäre eine gewaltige Erleichterung für mich gewesen, so einen Menschen in der Nähe zu wissen, denn oft braucht man eine spontane Hilfe“, erklärt Martha Mayer. Sie hat erfahren müssen: „Als demenzbetroffene Familie ist man oft alleine.“ Auch viele Bekannte hätten in dieser Zeit den Kontakt abgebrochen, schildert sie. Die eigene Tochter wohnt nicht in Weinheim und konnte selten einspringen, wenn Hilfe nötig war.

Im Moment muss Martha Mayer erfahren, dass auch der Staat mit seinem Regelwerk für Pflegefälle keine Kompromisse kennt. Seit zwei Jahren ist ihr Mann mit Pflegestufe eins ausgestattet. Die Rente reicht gerade dafür aus. Wenn die Pflegestufe erhöht wird, was bei dem Zustand des Patienten möglicherweise unvermeidlich wird, klafft eine Lücke. Beim Sozialamt habe sie sich deshalb schon erkundigt, berichtet sie. Wenn der Staat als Bezahler einspringe, heißt es, könne sie zwar ihr Haus behalten. Allerdings werde eine Grundschuld eingetragen und im Gegenzug der Hartz-IV-Satz als Lebensgrundlage eingeräumt. „Ich habe richtige Existenzangst“, beichtet Martha Mayer mit Tränen in den Augen.

Anmerkung der Redaktion:
Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim

Service

Demenzberatung in Weinheim

In Weinheim bietet der PflegestĂĽtzpunktes des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadtseniorenrat Weinheim jeden zweiten Donnerstag, 14.30 Uhr bis 17 Uhr am PflegestĂĽtzpunkt in der Weinheim Galerie eine Demenzberatung an (3. OG, Zimmer 317), Telefon 06221-5222620 (Anmeldung erforderlich) oder karola.marg@rhein-neckar-kreis.de. Infos zum Runden Tisch Demenz und weiteren Angeboten fĂĽr Demenzbetroffene erteilt der Stadtseniorenrat (Telefon 06201 / 18 43 90, mail: stadtseniorenrat-weinheim@web.de oder alle dem Runden Tisch angeschlossenen Einrichtungen.

Weltalzheimertag: Am 21. September 2011 im Bodelschwinghheim

Die Woche vom 19. bis 26. September ist bundesweit der Demenzerkrankung gewidmet. Heute, am 21. September, dem „Weltalzheimertag“, bietet das Bodelschwingh-Heim am Weinheimer Schlosspark zwei öffentliche Vortragsveranstaltungen an, jeweils im Kultur- und Begegnungszentrum des Hauses mit Kaffee und Kuchen. Um 15 Uhr wiederholt Leiterin Heidi Zieger ihren bereits am Demenztag im Juni gehaltenen Vortrag „Demenz – Validation nach Naomie Feil“.

„Heute mit gestern leben“, heißt ein sich anschließender Vortrag von Pflegedienstleiter Christian Rupp um 16.30 Uhr. Am Samstag, 25. September, wird die Weinheimer Autorin Antonia Scheib Berten am Buchladen Schäffner in der Fußgängerzone einen Infostand mit Materialien der Alzheimergesellschaft Baden-Württemberg betreuen, gerne auch Bücher signieren und zu Gesprächen bereit stehen, ebenso wie Dieter Gerstner selbst und Karola Marg vom Weinheimer Pflegestützpunkt.