Donnerstag, 21. September 2017

Architektenwettbewerbe f├╝r Oberflockenbach und L├╝tzelsachsen

„Fortschritte bei Hallenplanung“

Weinheim, 06. November 2014. (red/pm) Die Sporthallen in L├╝tzelsachsen und Oberflockenbach sind Millionenprojekte. Die Stadt informiert ├╝ber den aktuellen Stand der Planungen.┬á [Weiterlesen…]

Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt beschlie├čt Wettbewerbsverfahren

Sporthallen am liebsten vom regionalen Architekten

Weinheim, 10. Juni 2014. (red/ld) Das Architektenb├╝ro f├╝r die Sporthallen in L├╝tzelsachsen und Oberflockenbach sollte aus der Region kommen – zumindest, wenn es nach den W├╝nschen der Ausschussmitglieder geht. Geht es aber nicht. Der Architektenwettbewerb muss EU-weit ausgeschrieben werden. Beauftragt wurde damit das B├╝ro B├Ąumle Architekten/Stadtplaner aus Darmstadt. In der Ausgestaltung k├Ânnte der Wettbewerb aber regionale Firmen bevorzugen. [Weiterlesen…]

Kleinkind beim Spielen verletzt

Kind im Fahrradst├Ąnder eingeklemmt

Weinheim, 28. Mai 2014. (red/fw) Kurz nach 17:00 Uhr wurde die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt am Sonntagabend in die Mannheimer Stra├če gerufen. Ein Kleinkind hatte sich beim Spielen mit dem Fu├č in einem Fahrradst├Ąnder an einer Sporthalle eingeklemmt. Die Feuerwehr war mit zwei Fahrzeugen und technischem Ger├Ąt vor Ort um das Kleinkind aus seiner misslichen Lage zu befreien. Mit einem Spreitzer wurde das Metallgestell aufgedr├╝ckt, so dass der Fu├č befreit werden konnte. Das Kleinkind wurde dem Rettungsdienst zur weiteren Kontrolle des Fu├č ├╝bergeben. Die Feuerwehr konnte den Einsatz beenden.

Interview mit Stadtrat Carsten Labudda (Die Linke) zur Kommunalwahl

„Stadtrat sein ist geil“

Weinheim, 11. Februar 2014. (red/ld) Im Weinheimer Stadtrat sitzt ein Linker. Carsten Labudda. Man k├Ânnte jetzt meinen, als Linker habe er es schwer. Stimmt. Oft sp├╝rt er den Widerstand gegen seine Reden. Aber noch viel ├Âfter erh├Ąlt er breite Zustimmungen – sogar von der CDU, die respektvoll mit auf den Tisch klopft. Immer dann, wenn es um „Anstandsthemen“ geht. Carsten Labudda ist ein herausragender Redner im Vergleich zu vielen anderen in der Kommunalpolitik. Und er kann Erfolge vorweisen. Hart erarbeitet.┬á [Weiterlesen…]

Beschl├╝sse aus dem Gemeinderat

Hallen im S├╝den, Klimaschutzkonzept, Wegweiserstelen…

Weinheim, 17. Juli 2013. (red) Rund 70 B├╝rger/innen haben heute mehr oder weniger den Gemeinderat „umzingelt“. Der ├╝berwiegende Teil musste entlang der W├Ąnde stehen, um die Verhandlung zum TOP „Hallen Weinheim S├╝d“ zu verfolgen. Das Klimaschutzkonzept wurde auf Antrag der CDU nicht an-, sondern nur zur Kenntnis genommen – der Tourismus soll sich an Stelen orientieren. [Weiterlesen…]

270.000 Euro f├╝r Ladenburg und Weinheim

Land f├Ârdert Sportst├Ątten in Weinheim und Ladenburg

Weinheim/Ladenburg, 25. April 2013. (red/pm) Wie die gr├╝n-rote Landesregierung heute bekannt gab, werden insgesamt 82 kommunale Ma├čnahmen im Sportst├Ąttenbereich mit rund 12,2 Millionen Euro gef├Ârdert. [Weiterlesen…]

Jahresinterview mit OB Bernhard

Hamsterr├Ąder, Gro├čprojekte, Energiewende

Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard und seine Verwaltung haben 2013 jede Menge Arbeit vor sich.

 

Weinheim, 25. Februar 2013. (red/pro/ae/ld) Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard stand uns f├╝r ein umfangreiches „Jahresinterview“ zur Verf├╝gung – mit einem Blick zur├╝ck, aber wichtiger, einem nach vorne. Top-Themen hat das Jahr 2013 genug: Der B├╝rgerentscheid zu Breitwiesen soll gleichzeitig zu den Bundestagswahlen stattfinden, die Energiewende sorgt beim Thema Windenergie f├╝r Aufregung, die Schulentwicklung Weststadt ist ein Megaprojekt und das Ringen um eine Sporthalle f├╝r die Ortsteile noch l├Ąngst nicht entschieden.

Interview Hardy Prothmann

Herr Oberb├╝rgermeister Bernhard, wie ist denn der Stand in Sachen Verkauf der 209 Wohnungen an die Familienheime?

Heiner Bernhard: Diese Sache mit den 209 Wohnungen hat uns wirklich unvorbereitet erwischt. Mich pers├Ânlich hat das sehr belastet. Wir haben die Sache relativ ger├Ąuschlos behandeln und sozialvertr├Ąglich abwickeln k├Ânnen. Jetzt muss der Vertrag ausgehandelt werden, dann geht man zum Notar. Das steht unmittelbar bevor.

Wie f├╝hlt man sich, wenn ein „gro├čer Brocken“ erledigt ist?

Bernhard: Mir fehlt leider oft die M├Âglichkeit, innezuhalten und zu sagen: „Freunde, das haben wir jetzt auch erledigt.“ Dies tun zu k├Ânnen, macht ein St├╝ck Lebensqualit├Ąt aus.

Hamsterrad und Mitarbeitermotivation

Erkl├Ąren Sie das genauer.

Bernhard: Das Hamsterrad dreht sich st├Ąndig weiter und es bleibt keine Zeit, sich zur├╝ckzulehnen. Wir versuchen, bei wirklich wichtigen Dingen das Engagement der Mitarbeiter mit Wertsch├Ątzung zu belohnen. Mir pers├Ânlich ist das noch zu wenig, besser w├Ąre es, wenn man sich zusammen setzt, kurz inneh├Ąlt und das Projekt Revue passieren l├Ąsst. Da m├╝ssen wir uns wirklich etwas einfallen lassen, denn solche gro├čen Themen werden immer mehr, was zu einer gr├Â├čeren Belastung der Mitarbeiter f├╝hrt.

Gibt es ein Thema, das ihnen im vergangenen Jahr am meisten Spa├č gemacht hat?

Bernhard: Mich hat am meisten gefreut, dass der Moderationsprozess „Schulentwicklung Weststadt“ ├╝berraschende Ergebnisse gebracht hat. Insbesondere die Kombination „Grundschule-F├Ârderschule“ hatte ich nicht erwartet. Insgesamt freue ich mich dar├╝ber sehr, weil wir vor drei Jahren bereits zu einem Moderationsprozess eingeladen hatten und damals gescheitert sind.

Chefredakteur Hardy Prothmann im Gespr├Ąch mit OB Bernhard.

 

Wie erkl├Ąren Sie sich das?

Bernhard: Das Thema Inklusion hat dazu gef├╝hrt, dass ├╝ber dieses Thema offener gesprochen wird. Zusammen leben und zusammen lernen von Kindern mit Handicap und ohne wird immer wieder thematisiert. Und dass wir jetzt eine L├Âsung haben, die uns in die Lage versetzt in Zukunft drei Immobilien abzusto├čen, f├╝r deren Unterhalt die Stadt sehr viel Geld zahlt, das ist eine enorme Entlastung.

Die Grundst├╝cke und Immobilien geh├Âren der Stadt?

Bernhard: Zwei geh├Âren der Stadt: Die Bach-Schule, die jetzige F├Ârderschule, und die Albert-Schweizer Schule. Die Musikschule in der Bismarckstra├če ist ein Mietobjekt, das der Firma Freudenberg geh├Ârt . Wenn der Neubau am Rolf-Engelbrecht Haus realisiert wird, dann haben wir diese drei Kostenfaktoren nicht mehr.

Gro├čprojekt Schulentwicklung Weststadt

Wie hoch sind die Kosten?

Bernhard: Das habe ich wirklich noch nicht gerechnet. Um das alles zu ermitteln und Synergien zu berechnen, wird eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das wird in den n├Ąchsten Wochen passieren.

Der energetische Zustand ist vermutlich eine totale Katastrophe.

Bernhard: Beim Rolf-Engelbrecht-Haus ist die Energiesituation eine v├Âllige Katastrophe. Bei den beiden anderen Schulen auch. Da werden wir uns erheblich besser aufstellen, wenn wir neu bauen.

Wenn die verschiedenen Schulen jetzt zusammengehen, hei├čt das nicht, dass es nur ein Rektorat gibt. Das sind schon zwei verschiedene Schultypen. Das ist anders als man es bei einer Grund- oder Hauptschule machen kann.

Bernhard: Ja, aber sie k├Ânnen zum Beispiel mit einem Sekretariat arbeiten. Was die Raumnutzung angeht, ist das sicherlich besser, als wenn man zwei getrennte Schulen hat. Und dann ist die Inklusion bei uns noch in den Kinderschuhen. Ich glaube, dass es nie m├Âglich sein wird, die F├Ârderschule komplett aufzugeben. Aber ich bin sicher, dass sich die Anzahl der Sch├╝ler im Laufe der Jahre reduzieren wird, weil mehr Inklusion stattfinden wird. Durch Beschulung dieser Kinder mit Handicap in „normalen“ Klassen.

Sporthalle als Dauerthema

In der vergangenen Hauptausschusssitzung hat die Freude einen D├Ąmpfer erhalten, mit diesem Abzug der zwei Millionen Euro aus dem 20 Millionenpaket.

Bernhard: Ich glaube, wir k├Ânnen mit den verbleibenden 18 Millionen Euro zumindest das Schulprojekt realisieren. Unsere mittelfristige Finanzplanung ist ja vom Volumen her gleichgeblieben und das wird vom Regierungspr├Ąsidium auch gepr├╝ft. Die Hallen-Thematik wird uns noch Jahre besch├Ąftigen.

Wie lief der Prozess denn bisher ab?

Bernhard: Ich habe in den letzten acht Jahren versucht, eine Diskussion in Gang zu bringen, die allen Akteuren verdeutlichen sollte, dass nicht alles geht, was man sich w├╝nscht. Das hat nicht funktioniert, und deshalb w├╝nscht sich jeder nach wie vor alles. Wir, die Verwaltung, haben eigentlich nie artikuliert, was wir f├╝r eine sinnvolle L├Âsung hielten, weil wir die L├Âsung nicht kaputt machen wollten. Jetzt, wo tats├Ąchlich alles m├Âglichst auf einmal gemacht werden soll, m├╝ssen wir agieren. Da werden wir im ersten Halbjahr im Gemeinderat eine Entscheidung treffen m├╝ssen.

Sechs Millionen Euro soll der Verkauf der 209 Wohnungen in der Stettiner und Breslauer Stra├če bringen. Oberb├╝rgermeister Bernhard war fassungslos ob der un├╝berlegten ├äu├čerung von G├╝nter Breiling. Einige Stadtr├Ąte schielen begehrlich auf das Geld f├╝r eine neue Sporthalle – die Verwaltung braucht es aber f├╝r Sanierungen.

 

Worum geht es in dieser Entscheidung genau?

Bernhard: Wie es mit dem Hallenbad Hohensachsen weitergeht, wird entscheidend sein. Mit dieser Frage werden wir uns nach der Beschlussfassung des Haushaltes wieder einmal besch├Ąftigen. Wir werden den Ausschuss f├╝r Sport und Freizeit einberufen. Der hat in meiner Amtszeit noch nie getagt. Dann werden wir die Ergebnisse der Kosteneinsch├Ątzung vorstellen und einen Vorschlag machen f├╝r das weitere Vorgehen. Das wird eines der gro├čen Themen im Jahr 2013.

Mir ist aber aufgefallen, dass die Ortsteile nicht integriert sind. Wollen sie sich nicht integrieren? Was ist das Problem? Kommen aus den Ortsteilen Sonderw├╝nsche, die mit dem Gesamtwesenk├Ârper Weinheim oft nicht harmonisieren?

Bernhard: Ich habe das Gef├╝hl, dass man sich ├╝ber Jahrzehnte hinweg keine Gedanken ├╝ber dieses Verh├Ąltnis gemacht hat. Es ist in jeder einzelnen Ortschaft mehr geschehen seit der Eingemeindung als in den Stadtteilen der Kernstadt Weinheims. Das hat aber niemand so richtig auf dem Schirm, weil da ein Integrationsbewusstsein fehlt. Wenn ich nur als Oberflockenbacher oder Rippenweirer denke, ist es viel leichter, mich benachteiligt zu f├╝hlen, als mich mit der Stadt zu identifizieren. Daran h├Ątten wir arbeiten m├╝ssen. Das ist aber keine Aktion, die wir jetzt nachholen k├Ânnen. Denn dann w├╝rden wir ja wirklich aufrechnen.

Es wird ja st├Ąndig aufgerechnet.

Bernhard: Es kann nicht unsere Aufgabe sein, aufzurechnen, was wir alles schon f├╝r die Stadtteile gemacht haben. Ich habe die Eingemeindungsvertr├Ąge wirklich alle sehr gr├╝ndlich gelesen: Von einer Halle in Oberflockenbach steht da nichts drin. Wenn man ├╝ber 40 Jahre danach ├╝ber Inhalte des Eingemeindungsvertrags diskutiert, dann ist irgendetwas falsch gelaufen. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Ich habe in der Zeit, in der ich kommunalpolitisch noch nicht unterwegs war, keine Diskussion erlebt, in der es um die Ortschaften und die Kernstadt ging. Man hat das jahrzehntelang nicht als Problem wahrgenommen.

Wann sind die Probleme aufgekommen und warum?

Bernhard: Das Thema ist erst mit dem Hallenbad Hohensachsen vor zehn Jahren aufgekommen, als wir mit dem einstimmigen Hauptausschussbeschluss, das Hallenbad zu schlie├čen, in den Gemeinderat gegangen sind. Der stimmte dann geschlossen gegen die Schlie├čung.

Wie geht das?

Bernhard: Das frage ich mich auch. Nach dem Bekanntwerden dieser Vorentscheidung gab es Aktivit├Ąten. Und innerhalb dieser Woche ist das gekippt. Ich habe das vorher nicht erlebt. Es war mein erstes Jahr als Oberb├╝rgermeister. Dann haben wir dieses Grundst├╝ck in Oberflockenbach gekauft – f├╝r die Halle. Vorher ist bei dem ganzen Thema eigentlich nichts passiert, 30 Jahre lang. Dann haben wir die Feuerwehr gebaut, obwohl in einer ersten Konzeption eigentlich nicht klar war, ob wir ein neues Geb├Ąude ├╝berhaupt brauchen, von der Entfernung her, von den Wegen her. Das war der Kontext, in dem das Thema Ortseile versus Stadt hochkam.

├ťberraschungen

Dass die Entscheidung vom Gemeinderat innerhalb einer Woche kippt, ist doch au├čergew├Âhnlich. Ich habe meistens den Eindruck, dass Sie sich mit den Fraktionsspitzen sehr gut verstehen und im Vorfeld von Entscheidungen verhandelt haben.

Bernhard: Die Absprachen sind weniger geworden; auch deswegen, weil sich die Position der Fraktionsvorsitzenden innerhalb ihrer Fraktion gravierend ver├Ąndert hat. Fr├╝her war es berechenbarer. Das hat aber auch Vorteile. Ich muss nicht strategisch vorgehen, so dass ich immer weniger belastet in solche schwierigen Abstimmungsprozesse rein gehe. Ich muss dann einfach reagieren und sehen wie’s l├Ąuft. Teilweise ist das schon sehr anstrengend, die einzelnen Gedanken einzusammeln und zu formulieren, die sich f├╝r einen durchsetzbaren Beschluss eignen. Toi, toi, toi, bis jetzt gelingt es. Fr├╝her waren Abstimmungsergebnisse schon vorher klarer – heute gibt es immer weniger Absprachen.

Wie gehen Sie damit um?

Bernhard: Wir besch├Ąftigen uns viel weniger mit Sitzungsvorbereitungen als fr├╝her. Daf├╝r aber viel intensiver mit der Vorlage. Das kostet jede Menge Zeit. Je nachdem wie die ├ämter agieren, bekommt man eine Vorlage zu einem komplizierten Thema oft ein paar Wochen vorher als ersten Entwurf. Je nachdem wie das in den Zeitplan passt, kann man das in der Lagebesprechung diskutieren. Das tut eigentlich gut, weil man dann die Materie recht gut kennt, ohne dass man die Vorlage davor so intensiv studiert hat.

In der Haushaltsitzung Anfang Januar war vor allem G├╝nter Breiling sehr aktiv mit Fragen. Wie empfinden Sie das? Es k├Ânnten alle 43 Stadtr├Ąte so viele Fragen stellen wie er, dann h├Ątten sie wirklich lange Sitzungen. Ich habe das Gef├╝hl, dass die Fragen berechtigt waren, aber ich habe auch das Gef├╝hl, dass er sie ├Ąrgern oder vorf├╝hren wollte. Empfinden Sie das auch so?

Bernhard: Ich empfinde das nicht so. Ich kenne Herrn Breiling schon sehr lange. Er hat seine Ansichten, und ist ein sehr akribischer Mensch. Deshalb ist er mit Sicherheit besser vorbereitet als der Durchschnitt der Mitglieder des Gemeinderats. Er liest sehr intensiv und ├╝berlegt, rechnet nach und macht sich Gedanken. Was mich ab und zu ├Ąrgert, ist, dass er die Fragen stellt, die er davor schon Verwaltungsmitgliedern gestellt hat und beantwortet bekam oder dass in teilweise sehr langen Telefonaten Dinge durchgesprochen werden und er sie anschlie├čend erneut in Sitzung fragt. Das ist nicht ├Âkonomisch. Ich m├Âchte mir nicht anma├čen, solches Verhalten zu kritisieren. Das ist seine Art, und ich finde, dass er sich sehr gut auskennt. Er ist f├╝r mich auch den gelegentlich ein Gespr├Ąchspartner, mit dem ich hochkomplexe Dinge vorbesprechen kann. Ich habe z.B. das Thema Wohnungen mit ihm vorher besprochen. Weil ich einfach wusste, dass ich ihm vertrauen kann. Manchmal ist es auch gut, wenn man Leute ins Vertrauen zieht. Das schafft Verb├╝ndete in bestimmten Themen.

Wohin mit dem Geld?

Aber ausgerechnet G├╝nter Breiling hat die sechs Millionen Euro Verkaufserl├Âs ├Âffentlich gemacht. Ihr Blick dabei war filmreif: Zwischen Erstaunen, Entsetzen und Ungl├Ąubigkeit.

Bernhard: Ich konnte mit der Situation nicht umgehen. Deswegen bin ich auch rausgelaufen. Ich sehe das wirklich als Ausrutscher bei ihm. Das kann einmal passieren.

Er hat ihnen ja den Schwarzen Peter zugeschoben.

Bernhard: Das ist wirklich schade. Damit verkauft er sich unter Wert.

Die Stadt braucht das Geld aber f├╝r die eigenen st├Ądtischen Wohnungen, da es dort einen Sanierungsstau gibt.

Bernhard: Richtig. Wir haben in den Wohnungen einen Sanierungsstau.

In den Wohnungen, die ja wieder Geld bringen, wenn sie saniert sind. Im Gegensatz zu einer Halle, die nur kostet.

Bernhard: Das Geld daf├╝r einzusetzen, ist vern├╝nftig. Wir werden das als R├╝cklage einstellen und zusehen, dass wir im Laufe der Zeit unser Geb├Ąudeunterhaltungsprogramm aufstocken. Was aber auch nicht mit einem Schlag geht. Man muss ja auch in der Lage sein, das abzuarbeiten. Wenn der Haushalt beschlossen ist, werden wir das Geld vern├╝nftig einplanen.

Stichwort Haushalt: dieses Jahr sieht es ganz gut aus. Die zwei kommenden Jahre darauf 2014 /15 ist die Haushaltslage, sagen wir mal, ├╝berhaupt nicht mehr lustig.

Bernhard: Das ist eine Konsequenz aus dem Finanzausgleich. Wenn wir ein anderes Finanzierungssystem h├Ątten, w├Ąre das auch nicht so krass, weil durch diese Steuerkraft unsere Zuweisungen in 2014 und 15 geringer werden. Trotzdem ist ja auch bekannt, dass den Kommunen von den h├Âheren Gewerbesteuereinnahmen ungef├Ąhr 25 Prozent bleiben. Der Rest geht ├╝ber die Umlagesystematik wieder weg. Das ist ein altes System, das nur dann Mucken zeigt, wenn die Schwankungen hoch sind. Und das sind sie leider zunehmend.

Angespannte Haushaltslagen

Schauen Sie auch auf andere Gemeinden, beispielsweise Ladenburg vor zwei Jahren? Dort war die Situation „von heute auf morgen“ dramatisch.

Bernhard: Selbstverst├Ąndlich schauen ich auf die Gemeinden in der Nachbarschaft, aber auch weiter. Wenn man so einen Blick ins Land hat, dann misst man das auch mit anderen Ma├čst├Ąben. Sindelfingen hat vor zwei Jahren unterm Strich keine Einnahmen, keine Gewerbesteuereinnahmen mehr gehabt. Jetzt stehen sie wieder gut da. Da wird das System absurd. Ich halte das aktuelle Gewerbesteuersystem f├╝r falsch. Aber es ist das beste, was wir haben. Weil alles andere, das man bisher geh├Ârt hat, nicht in dem Sinn funktioniert, dass die Gemeinden ausreichend finanziert werden.

Sie haben in der Sitzung gesagt, mit Hinweis auf Begehrlichkeiten, dass die Ampel irgendwie auf hellrot umschaltet, wenn zu viel verlangt wird vom Haushalt in den kommenden Jahren. Ab wann wird die Ampel rot vom Regierungspr├Ąsidium aus? Sehen Sie schon einen Amtsverweser anklopfen?

Bernhard: So viele Amtverweser gibt es gar nicht, wie man sie in deutschen Kommunen brauchen wird. Schauen Sie mal nach Rheinland-Pfalz, gucken Sie mal nach Nordrhein-Westfalen: Da haben viele Kommunen einen viel heftigeren Verschuldungsstand.

Was wird stattdessen passieren?

Bernhard: Ich halte es f├╝r realistisch, dass irgendwann die Rechtsaufsicht sagt: H├Ârt zu, ihr wollt jetzt x-Millionen Schulden machen, d├╝rft aber blo├č y. Dieses Delta muss dann halt verkraftet werden. So wird das in der Praxis laufen. Wir werden jetzt bei dem Haushalt 2013 nur den Hinweis darauf erhalten, dass ├╝ber die weitere Verschuldungsentwicklung noch mal intensiv nachgedacht werden muss. Es gab schon eine Entspannung beim Haushalt 2012 verglichen mit den Vorjahren. Ich wei├č aus Gespr├Ąchen mit dem Regierungspr├Ąsidium, dass man unsere Konsolidierungsbem├╝hungen sehr anerkennt. Wenn ich mir aber anschaue, wie verschieden im Gemeinderat Priorit├Ąten diskutiert werden, dann wird deutlich, dass das noch ein schwieriger Weg ist, einerseits konkrete Entwicklungen anzusto├čen und andererseits W├╝nsche f├╝r die Zukunft zu formulieren, die auch realistisch sind.

Die Stadt w├╝rde als Zukunftssicherung gerne die Breitwiesen entwickeln. Ob das m├Âglich sein wird, soll ein B├╝rgerentscheid klar machen. Wann w├Ąre der beste Termin – eventuell zur Bundestagswahl im Herbst? Das w├╝rde eine gro├če Beteiligung bringen und Kosten sparen.

Bernhard: Den September-Termin werden wir dem Gemeinderat vorschlagen.

B├╝rgerentscheid Breitwiesen

In Bayern werden viele gro├če Projekte ├╝ber B├╝rgerentscheide entschieden – wenn ich mir so anschaue, was unser Partnerblog Tegernseer Stimme berichtet, sprechen sich die B├╝rger/innen meist f├╝r die Projekte aus. Sind die Bayern uns voraus?

Bernhard: Dort gibt es ausgepr├Ągtere plebiszit├Ąre Traditionen. Aber offensichtlich auch Klarheit, wo das Geld herkommt – aus der Wirtschaft. Wir sind eine Stadt, die strukturell unterfinanziert ist. Wir haben eine Infrastruktur f├╝r eine Stadt mit 60.000 Einwohnern, die auch von Birkenau und Gorxheimertal genutzt wird. Damit ich jetzt nicht falsch verstanden werde: Alle sind herzlich willkommen – aber wir haben die Kosten. Das muss man im Blick haben.

Protest der Bauern gegen Breitwiesen.

 

Daran k├Ânnen Sie aber nicht viel ├Ąndern, wenn die Birkenauer nach Weinheim zu Baden kommen.

Bernhard: Ich kann versuchen, mehr Einwohner nach Weinheim zu holen, wie jetzt in L├╝tzelsachsen Ebene und auf den freiwerdenden Schulgel├Ąnden – ideale Standorte f├╝r den Wohnungsbau.

Welche Art von Wohnungsbau? Oder k├Ânnen Sie sich auch Gewerbe vorstellen?

Bernhard: Eher Wohnungsbau und auch ├╝ber betreutes Wohnen muss nachgedacht werden.

Nochmal zum Thema Breitwiesen – Amazon war ja mal im Gespr├Ąch, k├Ânnen Sie sich auch kleinteiligere Entwicklungen vorstellen?

Bernhard: Ja klar. Wir haben f├╝r das Gel├Ąnde Interessenten. Das sind Mittelst├Ąndler mit einer extrem hohen Arbeitsplatzdichte und einer Expansionsstory in der Entwicklung ihrer Arbeitspl├Ątze, die ├╝berzeugt. Da spielt Amazon jetzt gar keine Rolle. Manche Unternehmen, die in Weinheim ihren Standort haben, wollen expandieren. Am liebsten in Weinheim, weil nat├╝rlich ihre Mitarbeiter da sind. Wenn Sie aber keine M├Âglichkeit haben, dann ziehen sie weg. Das ist unsere Leitlinie: Bestehende Weinheimer Unternehmen und andere in der Region angesiedelte Unternehmen k├Ânnten auf das Gebiet kommen. Da ist kein Fl├Ąchenfra├č ├á la Amazon oder Pfenning denkbar. Deshalb denke ich, dass wir sehr gut aufgestellt sind und das Interesse gro├č ist.

Das Interesse h├Ąngt sicher von Zusagen ab.

Bernhard: Hier kriegt niemand etwas geschenkt, aber selbstverst├Ąndlich h├Âren wir uns W├╝nsche an. Aber auch wenn der B├╝rgerentscheid pro Breitwiesen ausf├Ąllt, ist da noch eine Menge zu tun.

Wird er denn pro Breitwiesen ausfallen?

Bernhard: Ich bin da sehr optimistisch, weil ich immer wieder aus der Bev├Âlkerung h├Âre: „Macht weiter! Wir brauchen das.“ Was leider noch zu wenig klar ist: Wenn Breitwiesen nicht entwickelt wird, dann wird es der Hammelsbrunnen sein. Das werden wir immer wieder deutlich machen m├╝ssen.

Es gibt auch diese Position: Niemand zwingt die Stadt eines der beiden Gebiete zu entwickeln.

Bernhard: Hammelsbrunnen steht als Gewerbegebiet im Fl├Ąchennutzungsplan. Deswegen muss man den Leuten sagen, wenn ihr gegen die Entwicklung von Hammelsbrunnen seid, dann seid Ihr f├╝r den Fl├Ąchentausch mit Breitwiesen.

Wie sch├Ątzen Sie die Mehrheit f├╝r einen B├╝rgerentscheid im Gemeinderat ein?

Bernhard: Wir werden in der Februarsitzung entscheiden. Im Vorfeld habe ich mir von der notwendigen Mehrheit schriftlich versichern lassen, dass ein B├╝rgerentscheid gew├╝nscht ist. Es kann jetzt wohl nicht sein, dass f├╝r diesen B├╝rgerentscheid weniger Stadtr├Ąte stimmen, als ich Unterschriften habe.

Dem Weinheimer Gemeinderat ist alles zuzutrauen.

Bernhard: Damit rechne ich jetzt wirklich nicht. Die Art und Weise wie man sich jetzt besonnen hat, gibt mir schon Vertrauen, dass diejenigen, die unterschrieben haben, auch daf├╝r stimmen werden.

Windkarte Weinheim. Quelle: Stadt Weinheim

 

B├╝rgerbeteiligung und Windkraft

Mit dem Thema Breitwiesen kam auch das Thema B├╝rgerbeteiligung – was haben Sie daraus gelernt?

Bernhard: Unsere repr├Ąsentative Demokratie wird immer st├Ąrker von politisch-aktiven Gruppen von au├čen dominiert. Das Thema Breitwiesen hat uns fr├╝her als geplant gezwungen, uns damit zu befassen. Wir hatten eigentlich vor, im Jahr 2012 eine Gemeinderatsklausur zur B├╝rgerbeteiligung zu machen. Ich habe, was das B├╝rgerratsthema und die Auswahl ├╝ber den Zufallsgenerator angeht, eine entscheidende Sache gelernt, die ich sehr interessant finde: Dass man Leute, die sich vorher f├╝r die Weltpolitik oder den Euro interessierten, aber nicht f├╝r einen Bebauungsplan, aktiv in die Stadtpolitik zur├╝ckbekommt. Wenn man diese Leute in die Verantwortung nimmt, dann entwickeln sie Ideen, die man gar nicht erwartet h├Ątte.

Wie zum Beispiel?

Bernhard: Ich bin neulich am Bahnhof Weinheim ausgestiegen. Da spricht mich jemand an und sagt: Hallo, ich bin einer von den B├╝rgerr├Ąten. Was wird denn damit jetzt? Ein Mann, der in Baden-W├╝rttemberg als Kaufmann unterwegs ist. Jemand, der lokal vorher nichts wahrgenommen hat und der sozusagen politisch aktiviert wurde. Das ist sehr gut, denn wir brauchen die Mitwirkung der B├╝rger/innen.

Die bringen sich zur Zeit auch ordentlich in Sachen Energiewende, sprich Windenergie ein. Wie beurteilen Sie das?

Bernhard: Hier gibt es viel Streitpotenzial und das haben wir der Gr├╝n-Roten Landesregierung zu verdanken, die die Zust├Ąndigkeit auf die kommunale Ebene herunter delegiert hat. Aber sie m├╝ssen sich mal vorstellen, was das f├╝r ein Verwaltungsakt und Kostenaufwand ist, das alles die Kommunen machen zu lassen. Das halte ich f├╝r falsch. Weil das unn├Âtigerweise dazu f├╝hrt, dass ├╝ber diese Art der Energiegewinnung negativ diskutiert wird. Jetzt haben wir haben den schwarzen Peter und m├╝ssen durch die Untersuchung von Gebieten aktiv steuern. Wenn ich keine Gebiete ausweise, l├Ąsst der Gesetzgeber die Nutzung ├╝berall zu, das wollen wir vermeiden.

Was w├Ąre besser gewesen?

Bernhard: In Rheinland-Pfalz gef├Ąllt mir die L├Âsung der Windenergie sehr gut: Da ist keine Verspargelung der Landschaft in Sicht, weil sie es einfach konzentriert haben. Warum machen Sie das bei uns nicht? In Rheinland-Pfalz wurde das in der Landesplanung gemacht. Wir h├Ątten das wenigstens ├╝ber Regionalplanung machen sollen. Aber der Zug ist abgefahren. Das l├Ąuft jetzt nicht mehr.

Sachschaden gering

K├╝chenbrand in Sportzentrum

Weinheim, 13. Februar 2013. (red/fw) Glimpflich endete ein beginnender K├╝chenbrand im TSG Hector Sportzentrum in der Waidallee. Gegen 13:20 Uhr wurde die Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt zu einem Brandmeldealarm bei der TSG alarmiert. Bei Ankunft der Feuerwehr war das Geb├Ąude bereits ger├Ąumt und der Einsatzleiter wurde von den Mitarbeiter ├╝ber die Lage informiert.

Von Ralf Mittelbach

Die Mitarbeiter hatten vorbildlich gehandelt, so dass auch keine Panik aufkam. Mit einem Feuerl├Âscher hatte ein Mitarbeiter bereits das Feuer, das in einer K├╝chenzeile ausgebrochen war, versucht unter Kontrolle zu bringen. Nach dem L├Âschversuch verlie├č er die K├╝che und schloss die T├╝r. ÔÇ×Durch das Schlie├čen der T├╝r verhinderte der Mitarbeiter nicht nur einen Rauchschaden, sondern sicherte auch den Fluchtweg, denn wenn dieser verraucht gewesen w├Ąre, w├Ąre er nicht mehr begehbar gewesen,ÔÇť so Stadtbrandmeister Reinhold Albrecht. Nach Angaben der TSG Weinheim hielten sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs circa 70 Personen in dem Geb├Ąude auf. Sie alle konnten das Geb├Ąude unverletzt verlassen. Ein Trupp der Feuerwehr ging mit einem Rohr sowie Kleinl├Âschger├Ąt ins Geb├Ąude unter Atemschutz vor.

Die K├╝che befand sich im ersten Obergeschoss, wo die Drehleiter ├╝ber den Multring in Stellung ging. Der erste Trupp setzte einen mobilen Rauchvorhang in den T├╝rrahmen, um eine weitere Rauchausbreitung der komplett verqualmten K├╝che, beim vorgehen zu verhindern. Das Feuer war bereits unter Kontrolle und so mussten lediglich noch kleinere Nachl├Âscharbeiten durchgef├╝hrt werden. Parallel dazu wurde ein Fenster der K├╝che ge├Âffnet und mit einem L├╝fter der Rauch aus dem Geb├Ąude gedr├╝ckt.

Nachdem die Lage unter Kontrolle war und f├╝r die Personen keine weitere Gefahr bestand, wurden die Sportler in einer Sporthalle im nicht betroffenen Bereich des Erdgeschoss untergebracht. Mit der W├Ąrmebildkamera wurde die Brandausbruchstelle, die betroffenen H├Ąngeschr├Ąnke und die abgeh├Ąngte Decke kontrolliert. Mit dieser Ma├čnahme wurde sichergestellt, das sich keine Glutnester gebildet hatten. Die Einsatzstelle wurde an die TSG und die Polizei Weinheim ├╝bergeben. Das Deutsche Rote Kreuz Weinheim war mit einem Rettungswagen vor Ort, musste aber nicht t├Ątig werden.

Anm. d. Red.: Ralf Mittelbach ist Pressewart der Freiwilligen Feuerwehr.

Oberflockenbach und L├╝tzelsachsen bevorzugt

Vorplanung f├╝r Sporthallen beschlossen

Weinheim, 26. September 2012. (red) Der Gemeinderat hat heute zum „Bedarf an Sporthallen“ entschieden. Es wird eine Vorplanung f├╝r Oberflockenbach und L├╝tzelsachsen geben. F├╝r Hohensachsen sollen Sanierungskosten ermittelt werden. Bei allen Beschl├╝ssen machte die Verwaltung aber klar: Eigentlich sind Null Euro f├╝r einen Bau vorhanden. Au├čerdem soll ein Ausschuss ein Hallenkonzept erarbeiten.

(Hinweis: Unsere Live-Dokumentation mit mehr Zitaten lesen Sie auf der Facebook-Seite von Weinheimblog.de)

Die Ortschaftsr├Ąte aus den Ortsteilen sehen kaum sinnvolle M├Âglichkeiten f├╝r Sanierungen. Eine Moderation lehnten sie ab. Das war auch die Haltung des Gemeinderats.

Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard sagte:

Irgendwann wird die Erkenntnis wachsen, dasss nicht alle bestehenden W├╝nsche erf├╝llt werden k├Ânnen.
Die W├╝nsche stehen den Finanzen der Stadt entgegen. Bevor etwas entschieden wird, sollte es einen Entscheidungsfindungsprozess geben. Nach meiner Meinung l├Ąuft es hier auf einen Prozess eines Interessenausgleichs hinaus.

Zuvor hatte es aus Oberflockenbach folgende Stellungnahme gegeben:

Es ist an der Zeit, das gegen├╝ber Oberflockenbach abgegebene Versprechen endlich einzuhalten.“ Forderung: Bis Ende des Jahres soll ein Planungsauftrag fertig sein, die Kosten f├╝r die Halle sollen in den mittelfristigen Haushaltsplan 2014/15 aufgenommen werden.

B├╝rgermeister Dr. Torsten Fetzner sagte:

Wer mich fragt, wieviel Geld zur Verf├╝gung steht. Genau null Euro. Wenn wir Hallen bauen, m├╝ssen wir woanders streichen.

Stadtrat Christian Botz (CDU) forderte die Verwaltung auf, einen Vorschlag zu liefern, was finanzierbar sei, worauf B├╝rgermeister Fetzner sagte, er w├╝rde sich als Stadtrat niemals die Chance nehmen lassen, politisch selbst zu entscheiden. Botz konterte, dass die Entscheidung sehr wohl politisch falle, aber der Gemeinderat nicht f├╝r die Ausarbeitung des Haushalts zust├Ąndig sei.

Stadtrat Carsten Labudda unterst├╝tzte ebenso die Haltung der Verwaltung wie auch Weinheim Plus. Labudda macht als einziger Stadtrat einen konkreten Vorschlag:

Ich m├Âchte auf den Vorsto├č der Gr├╝nen zur├╝ckkommen und die Unternehmen beteiligen. Wir sollten die Gewerbesteuer erh├Âhen, das ist an der Zeit und aus rund einer Million Mehreinnahmen die H├Ąlfte in einen Fonds zur Finanzierung einer Halle und zwar zuerst in Oberflockenbach zu zahlen.

Stadtrat Uli Sckerl (GAL) sagte:

Ich bin Herrn Fetzner dankbar f├╝r die klaren Worten. Der geeignete Zeitpunkt f├╝r Diskussionen ist die Haushaltsplanung. Und Herr Labudda, wir wollen eine Erh├Âhung, aber keine Verbindung mit den Hallen. V├Âllig richtig ist, dass man nicht nur ├╝ber Investitionen, sondern auch ├╝ber die Folgekosten reden muss. Das m├╝ssen wir ausloten, dann kriegen wir vielleicht einen Start hin.

Der Oberb├╝rgermeister fasste die Vielzahl unterschiedlicher Vorschl├Ąge zusammen.

F├╝r Oberflockenbach, L├╝tzelsachsen, Hohensachsen sollen die Kosten ermittelt werden und zweitens die Folgenkosten.

Die Vorplanung f├╝r den Bau einer neuer Halle in Oberflockenbach wird beauftragt. Der Antrag wurde bei vier Enthaltungen und einer Gegenstimme angenommen.

F├╝r die bestehende Gemeindehalle in L├╝tzelsachsen wird wegen des schlechten Zustands keine Ermittlung der Sanierungsplanung beauftragt. Auch f├╝r L├╝tzelsachsen soll eine Vorplanung in Auftrag gegeben.

F├╝r Hohensachsen wird f├╝r Halle und Bad eine gemeinsame Sanierung als Vorplanung beauftragt.

Beide Antrage wurden einstimmig angenommen, ebenso der Antrag, die Folgekosten zu ermitteln.

Au├čerdem stimmte der Gemeinderat mehrheitlich f├╝r einen Ausschuss, der ein Hallenkonzept erarbeiten soll.

 

 

Haushalt beschlossen - Keine Gewerbesteuererh├Âhung 2012 - Dokumentation der Haushaltsreden

Optimistischer Ansatz trotz hoher Schulden

Weinheim, 01. M├Ąrz 2012. Sieben lange Etatreden und 25 Antr├Ąge sp├Ąter ist der Haushalt 2012 der Stadt Weinheim gestern im Gemeinderat verabschiedet worden. Dagegen stimmte Weinheim Plus sowie Die Linke, drei CDU-Stadtr├Ąte enthielten sich. 2012 soll es keine Neuverschuldung geben – der Haushalt basiert auf optimistischen Annahmen des K├Ąmmerers J├Ârg Soballa. Wir berichten zusammenfassend und dokumentieren die Haushaltsreden

Von Hardy Prothmann

Carsten Labudda (Die Linke) stellte neun Antr├Ąge, die alle abgelehnt wurden. CDU und FDP stellten keinen einzigen. Unterm Strich also fast dasselbe Ergebnis f├╝r das konservative und linke Lager. Peter Lautenschl├Ąger (Weinheim Plus) wollte die Verabschiedung des Haushalts auf die Sitzung vor der Sommerpause verschieben, was alle anderen Stadtr├Ąte ablehnten.

Die Musik spielte in der Mitte bei der GAL und der SPD. Aber auch die Freien W├Ąhler konnte ihre Antr├Ąge durchbekommen.

Die Haushaltslage hat sich durch bessere Steuereinnahmen etwas entspannt – allerdings kaum durch Einsparungen, wie die GAL-Stadtr├Ątin Elisabeth Kramer in ihrer Haushaltsrede kritisierte.

Positiv aus Sicht der Stadt: Es soll dieses Jahr keine Neuverschuldung geben. Der Haushalt hat ein Volumen von 105 Millionen Euro. Der Verwaltungshaushalt der laufenden Einnahmen und Ausgaben betr├Ągt 93,5 Millionen Euro. Der Verm├Âgenshaushalt, der investive Teil, bel├Ąuft sich auf nur 11,5 Millionen Euro.

Die Schulden (ohne Eigenbetrieb Stadtentw├Ąsserung) bleiben hoch: 44,1 Millionen Euro waren es Ende 2011, bis 2015 sollen es „nur“ noch 41,5 Millionen Euro sein. Diese Prognose basiert auf der Annahme stetig steigender Gewerbesteuereinnahmen.

Sehr optimistisch sind die Gewerbesteuereinnahmen gesch├Ątzt – 20 Millionen Euro sollen von den Betrieben ins Stadts├Ąckel flie├čen. Das w├Ąren zwei Millionen Euro mehr als 2011.

Und zwar ohne eine Erh├Âhung der Gewerbesteuer – f├╝r den Antrag von Die Linke auf eine ├änderung des Hebesatzes von 350 auf 380 v.H. stimmten nur Peter Lautenschl├Ąger und Carsten Labudda. Die GAL schlug vor, das Thema vor der Sommerpause zu beraten, was Oberb├╝rgermeister Heiner Bernhard zusagte. Der zeigte sich insgesamt sehr auf Seiten der Gewerbetreibenden.

Verschiedene „Philosphien“ ge├Ąu├čerte Philosophien muteten reichlich erstaunlich an: So mutma├čte der Fraktionsvorsitzende der Freien W├Ąhler, Gemeinden mit niedriger Gewerbesteuer seien tendenziell reicher als solche mit hoher Gewerbesteuer. Der Vergleich mit Gro├čst├Ądten hinkt dabei von vorne bis hinten, da Gro├čst├Ądte ganz andere demographische Strukturen haben und Aufgaben bew├Ąltigen m├╝ssen, die kleineren Gemeinden erspart bleiben.

Beispielsweise im sozialen Bereich: Hier gibt es hohe Ausgaben, die auch in Weinheim steigen. Auf Anftrag von GAL und SPD werden drei neue Stellen f├╝r Schulsozialarbeiter geschaffen. Die Mehrheit im Gemeinderat stimmte zu – die meisten CDU-Stadtr├Ąte lehnten aber aus „Kostengr├╝nden“ ab, da die Stellen rund 156.000 Euro j├Ąhrlich kosten. Frau Dr. K├Ânig (CDU) legte besonderen Wert darauf, dass man durch die Ablehnung nicht als unsoziale Partei dastehen wolle. Zudem wolle man die Ergebnisse des Personalgutachtens abwarten.

Auf Nachfrage stellen sich die Kosten so dar: 156.000 Euro f├╝r die drei Stellen. Das Land gibt pro Stelle ein Drittel, also 16.700 Euro dazu. Zwei Stellen in den Werkrealschulen erhalten zudem eine Kreisf├Ârderung von je 8.000 Euro. Der Stadt bleiben damit Personalkosten von 90.000 Euro.

Weitere 100 000 Euro sind als Reserve f├╝r eine m├Âgliche B├╝rgerbeteiligung oder einen B├╝rgerentscheid zum Thema Gewerbe-Entwicklung zur├╝ckgestellt.

F├╝r die Planung neuer Sporthallen in den Ortsteilen Oberflockenbach, Hohensachsen und L├╝tzelsachsen steht auf Antrag der Freien W├Ąhler ebenfalls Geld bereit. Mit 30 000 Euro sollen erste Planungen f├╝r eine Generalsanierung der Mehrzweckhalle in Hohensachsen beginnen, jeweils 10 000 Euro stehen f├╝r Oberflockenbach und und Hohensachsen im Haushalt. OB Bernhard und die GAL stimmte dagegen, die meisten CDU-Stadtr├Ąte enthielten sich.

Die Sanierung der Laufbahn des Sepp-Herberger-Stadions bleibt aus – es werden nur notwendige Reparaturen durchgef├╝hrt.

Die Jugendlichen im neuen Weinheimer Skaterclub ÔÇ×Boardsport e.V.ÔÇť d├╝rfen sich freuen: Der Gemeinderat hat einen Posten von 30 000 Euro f├╝r eine Skateranlage in den Etat eingestellt. Jetzt wird ein nach M├Âglichkeit bereits asphaltierter Platz gesucht.

Etatrede_FWV_2012

Etatrede_SPD_2012

Etatrede_CDU_2012

Etatrede_FDP_2012

Etatrede_GAL_2012

Etatrede_Linke_2012

2012-02-29-Haushaltsrede-Weinheim-Plus2

Sinkende Zusch├╝sse stellen den Vorstand vor eine gro├če Herausvorderung

„Verwaltungstechnisches“ KO f├╝r den TV Oberflockenbach?

Weinheim, 16. Februar 2012. (red/pm) Der TV Oberflockenbach f├╝rchtet um seine Existenz. Der Verein sieht in der K├╝rzung von Zusch├╝ssen durch die Stadt Weinheim ein enormes Problem und eine Benachteiligung gegen├╝ber den Vereinen, die st├Ądtische Sportanlagen nutzen. Von der Stadt Weinheim erwarte man mehr Solidarit├Ąt und Unterst├╝tzung, so beispielsweise den Bau einer Mehrzweckhalle in Oberflockenbach.

Information des TV Oberflockenbach:

„Horrorszenario f├╝r den Vorstand des TVO ÔÇô man stelle sich vor, dass der Vorstand auf das Amt nach Weinheim muss, um den Verein aus dem Vereinsregister streichen lassen zu m├╝ssen und somit den Verein aufl├Âsen muss! So weit wird es hoffentlich nicht kommen, aber die Anzeichen sind da und man darf diese nicht untersch├Ątzen.

Dies h├Ąngt aber nicht mit der F├╝hrung des Vereins zusammen, denn da wird auf jeden Euro und Cent geschaut und hervorragend gearbeitet, als viel mehr an den st├Ąndigen K├╝rzungen der Zusch├╝sse, die Erh├Âhung der Hallengeb├╝hren sowie das immer wieder Verschieben des Baus der Mehrzweckhalle in Oberflockenbach durch die Stadt Weinheim.

Die Erh├Âhung der st├Ądtischen Hallengeb├╝hren bei gleichzeitiger K├╝rzung von Zusch├╝ssen, wie H├Ąrtefallregelung, Jugendarbeit und Unterhaltung der vereinseigenen Sportanlage durch die Stadt Weinheim lassen solch einen kleinen Verein in Existenzn├Âten kommen.

Gerade, aber nicht nur, die K├╝rzung bei der Unterhaltung der vereinseigenen Sportanlage stellt eine grobe Benachteiligung dar. Bei anderen Vereinen, die seit Jahrzehnten st├Ądtische Sportanlagen nutzen, bleiben die Benutzungsentgelte seit 2008 unver├Ąndert und k├Ânnen somit Geld sparen ÔÇô und bei uns wird das Geld gek├╝rzt; wie passt das zusammen?

Ebenso wird der Bau der Mehrzweckhalle in Oberflockenbach von der Stadt Weinheim seit Jahrzehnten hinausgeschoben und somit bleibt dem TVO nichts anderes ├╝brig, als die Trainings- und Heimspiele in den Sporthallen der Kernstadt auszutragen. Dadurch entstehen dem Verein und seinen Mitgliedern j├Ąhrlich Fahrkosten in H├Âhe von 20.000.- EUR, die erst mal durch den Verein aufgefangen werden m├╝ssen.

Mal ganz davon abgesehen, das uns seit Jahren gr├Â├čere Einnahmen durch Zuschauer fehlen, die leider nicht mehr bereit sind zu den Heimspielen nach Weinheim zu fahren.
Wo bleibt hier die Bereitschaft der Stadt zu helfen und zu unterst├╝tzen? Durch die st├Ąndigen K├╝rzungen macht man so kleine Verein wie es der TVO ist systematisch kaputt. Kann dies im Sinne und das Ziel der Stadt sein?

Wir fordern die Stadt auf, hier positiv zu reagieren und vor allem den Bau der Mehrzweckhalle voranzutreiben ÔÇô so kann es nicht weitergehen, denn sonst kann das Szenario schnell Wirklichkeit werden!“