Samstag, 25. November 2017

RNV-Mitarbeiter bekommen mehr Geld

Rhein-Neckar, 13. Mai 2013. (red) Der Tarifstreit zwischen RNV und ver.di ist zu Ende. Gesten Abend erzielte man eine Einigung, heute waren die Gewerkschafter zur Urabstimmung aufgerufen, um den ausgehandelten Vertrag zu bestätigen oder abzulehnen. Es zeichnet sich eine breite Zustimmung ab.

Die Gewerkschaft spricht von einem Erfolg und √ľber zehn Prozent mehr f√ľr die Fahrer – das ist zutreffend, allerdings erh√∂hen sich L√∂hne und Geh√§lter insgesamt nur um durchschnittlich 4,3 Prozent, wie die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH auf Anfrage mitteilte.

Heute streikten die Mitarbeiter noch, weil sich der Streik planungsmäßig nicht mehr verhindern ließ, wie ein Gewerkschaftssprecher mitteilte. Ab morgen sollen Busse und Bahnen wieder geregelt fahren.

Die Details der Tarifverhandlung finden Sie auf dem Rheinneckarblog.de.

Mitarbeiter der RNV streiken heute trotzdem

Einigung im Tarifkonflikt

Mannheim/Rhein-Neckar, 13. Mai 2013. (red/pm) Im Tarifkonflikt zwischen der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und der Gewerkschaft ver.di haben die Verhandlungspartner eine Einigung erzielt, teilte die RNV gestern Abend mit. Trotzdem geht der Streik heute weiter, weil er nach Angaben der Gewerkschaft „nicht mehr aufzuhalten war“. Aktuell stellen ver.di und die RNV Gesch√§ftsf√ľhrung gegen√ľber der Belegschaft bei einer au√üerordentlichen Betriebsversammlung die Ergebnisse vor.

Information der RNV:

Der von ver.di bereits angek√ľndigte Streik findet dennoch ab Montag, 13. Mai 2013, mit Betriebsbeginn um 3.30 Uhr statt. Da ver.di auch nach dem Ende der Betriebsversammlung ab 15.00 Uhr wieder zum Streik aufgerufen
hat, kann der Fahrbetrieb wohl fr√ľhestens wieder am Dienstag, 14. Mai 2013, um 3.30 Uhr aufgenommen werden.

Andreas Kerber, Kaufm√§nnischer Gesch√§ftsf√ľhrer der RNV GmbH, zeigte sich dennoch sichtlich erleichtert zu dem positiven Ausgang der Gespr√§che:

Wir haben es geschafft! Und sind wirklich sehr froh, nun endlich eine Einigung gefunden zu haben – im Interesse unserer Mitarbeiter und unserer Fahrg√§ste, die den √ĖPNV dann ab Dienstag endlich wieder wie gewohnt nutzen k√∂nnen.

RNV Mitarbeiter streiken ab Montag

Ab Montag wieder zu Fuß

Ab Montag hei√üt es wieder Fahrrad fahren, laufen oder im Auto Geduld beweisen, wenn der Stadtverkehr √ľberlastet ist. Busse und Bahnen fahren erstmal keine. Wie lange bleibt abzuwarten.

Ab Montag hei√üt es wieder Fahrrad fahren, laufen oder im Auto Geduld beweisen, wenn der Stadtverkehr √ľberlastet ist. Busse und Bahnen fahren erstmal keine. Wie lange der Streik dauert, bleibt abzuwarten.

 

Mannheim/Heidelberg/Ludwigshafen, 10. Mai 2013. (red/ld) Die Tarifparteien trafen sich heute zu Sondierungsgespr√§chen, um sich wieder anzun√§hern, wie uns die Pressesprecherin der RNV, Susann Becker, mitteilte. Trotzdem steht eines fest: Ab Montag wird wieder gestreikt. Wie lange der Streik diesmal dauern wird, ist noch offen. Die Gewerkschaft hat einen unbefristeten Ausstand angek√ľndigt. Von den Streiks k√∂nnten auch die Teilnehmer und Helfer beim Deutschen Internationalen Turnfest betroffen sein, das in einer Woche startet. [Weiterlesen…]

In eigener Sache: Wartungsarbeiten

Rhein-Neckar, 19. April 2013. (red) Heute streiken die Gewerkschafter von Ver.di und Bahnen und Busse stehen still. Bei uns wird nicht gestreikt, aber es kommt sicher zu Verzögerungen der Berichterstattung. Das hat zwei Gründe: Wir führen Wartungsarbeiten am System durch und bekommen neue Fenster. [Weiterlesen…]

Warnstreiks bringen √Ąrger f√ľr B√ľrgerinnen und B√ľrger

Rhein-Neckar, 05. März 2012. Müllmänner, Busfahrer, Krankenschwestern, Kinderbetreuer sind von der Gewerkschaft verdi zu Warnstreiks aufgerufen werden. Die Folge: Durch den Arbeitskampf leiden die Bürgerinnen und Bürger.

Von Hardy Prothmann

Der Ärger ist kalkuliert und soll Druck ausüben. Die Gewerkschaft rechnet mit mehreren tausend Streikenden. Zehntausende, hunderttausende Bürgerinnen und Bürger werden darunter leiden müssen.

Hintergrund ist die Forderung nach mehr Geld für die fast zwei Millionen Beschäftigten beim Bund und den Kommunen. Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozet mehr Lohn. Die Arbeitgeber forderten, dass die Gewerkschaften ihre Forderungen nach unten anpassen sollten.

Die Gewerkschaftler fassten es als Provokation auf, dass die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt hätten. Nun reichen die Gewerkschaften diese „Provokation“ an die Bürgerinnen und Bürger weiter:

„Beim Auftakt der Tarifverhandlungen am 1. März 2012 in Potsdam haben die Arbeitgeber erneut die Chance verpasst, aus den Fehlern vergangener Tarifrunden zu lernen: Zum wiederholten Male legten sie zu Verhandlungsbeginn kein Angebot vor.“

Ob es auch ein Fehler sein könnte, die Bürgerinnen und Bürger so unter Druck zu setzen, fragen sich die Gewerkschaften nicht. Sie tun das einfach: Und eine Forderung von 6,5 Prozent mehr Gehalt ist utopisch hoch. Will man am Ende die Provokation?

Dabei haben die Verhandlungern erst am 01. März begonnen, heute, am 05. März wird schon gestreikt, die nächste Verhandlungsrunde soll am 12. März stattfinden.

Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes haben klar ein recht auf Streik, wenn die Arbeitsbedingungen unzumutbar oder im Vergleich sehr viel schlechter sind. Ist das so?

Diese Beschäftigten haben aber eine ungleich höhere Verantwortung als andere Arbeitnehmer, denn sie erhalten ihr Geld über die Steuern von uns Bürgerinnen und Bürgern.

Und diese müssen auch irgendwie rumkommen – allein erziehende Mütter ihre Kinder unterbringen können, Schulkinder müssen transportiert werden und andere ihre Arbeit erreichen.

Man muss von beiden Seiten, Gewerkschaften und Arbeitgebern, mehr Vernunft erwarten dürfen, sonst schwindet das Vertrauen in einen zuverlässigen öffentlichen Dienst.

Zeitungsstreik: Journalismus heißt, Fragen zu stellen

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Redakteure beim MM stehen unter Druck – einerseits durch die Forderungen der Verleger. Aber ganz immens auch, weil das Produkt Zeitung nicht mehr ankommt. 1.500 Abos hat der MM im zweiten Quartal verloren. Die Auflage ist im Sinkflug. Auch das Anzeigengesch√§ft leidet. Der Vertrauensverlust der Leserinnen und Leser ist enorm. Angeblich streiken die Redakteure f√ľr „Qualit√§t“ und fordern „Solidarit√§t“. Man muss fragen, was sie damit meinen.

Von Hardy Prothmann

Dass ich insbesondere den Mannheimer Morgen massiv kritisiere, ist bekannt. W√ľrde ich in Stuttgart, in Mosbach, in Heidelberg, in Karlsruhe, in Bruschal, in Ludwigshafen oder Neustadt an der Bergstra√üe leben, w√ľrde ich mir andere Zeitungen kritisch anschauen.

Vermutlich w√ľrde ich im Sinne der Leserinnen und Leser meiner Blogs auch an anderen Orten und damit Verbreitungsgebieten von Monopol-Zeitungen viel Kritik an der Berichterstattung √ľben k√∂nnen. Denn der Lokaljournalismus befindet sich in einer tiefen Krise.

Tats√§chlich kann ich aber am besten die Zeitungen beurteilen, deren Nachrichten ich durch eigene Recherchen √ľberpr√ľfen kann. Das sind der Mannheimer Morgen, die Weinheimer Nachrichten und die Rhein-Neckar-Zeitung. Und alle kommen oft nicht gut weg, wobei klar gesagt werden muss, dass der MM besonders problematisch ist.

Meine Kritik an der Zeitung ist massiv, aber sie ist auch begr√ľndet.

Aktuell haben streikende MM-Redakteure Kommentare gel√∂scht – denn Kritik oder andere als „gewogene“ Nachrichten sind nicht erw√ľnscht. So einfach kommen die streikenden Redakteure nicht davon. Sie k√∂nnen nicht so tun, als ob sie kritisch w√§ren und gleichzeitig Informationen l√∂schen oder ignorieren.

Sie fordern Solidarit√§t, schlie√üen aber nicht gew√ľnschte Meinungen aus. Das geht so nicht.

Wer f√ľr Meinungsfreiheit und Qualit√§t der Berichterstattung vorgeblich eintritt, muss selbst auch aushalten k√∂nnen, sich der Kritik stellen und transparent informieren.

√úber verschiedene Kontakte erhalte ich abenteuerlichste Informationen, was die MM-Redakteure von meiner inhaltlichen Kritik halten. Auf einen anonymen Kommentar habe ich dem Dumpfsinn entsprechend, aber trotzdem umfangreich geantwortet.

Die in dem anonymen Kommentar √§u√üerst dumm unterstellten „Motive“ sind haneb√ľchen.

Ich habe mich deshalb in einem Kommentar auf Facebook an einen Redakteur gewandt, von dem ich eine hohe Meinung habe und davon ausgehe, dass er sich Fragen und Kritik stellt.

Es ist der Versuch eines Dialogs. Sicher nicht ohne Provokation. Aber mit der Möglichkeit zu Antworten, die die Zeitung und alle MM-Redakteure den Leserinnen und Lesern lange und längst schuldig sind.

Der Redakteur wurde von mir ausgewählt, weil ich vor zwanzig Jahren gut mit ihm zusammen gearbeitet habe und ich seine damals kritische Haltung schätzte. Und er ist aktiv am Streik beteiligt. Man kann ihn auf Fotos sehen und er postet auf Facebook.

Seit siebzehn Jahren haben wir nichts mehr miteinander zu tun. Wie gesagt, es ist ein Experiment – ich wei√ü nicht, wie der Mann heute „tickt“, aber ich habe Hoffnung.

Denn eigentlich w√ľrde ich mir w√ľnschen, dass der MM eine st√§rkere Konkurrenz bietet, eine gr√∂√üere Herausforderung.

Der MM und meine Blogs haben eine Schnittmenge – also Menschen, die sowohl die Zeitung lesen, als auch die von mir verantworteten Blogs. Die Leserinnen und Leser, die nur meine Blogs lesen, wissen nicht, was in der Zeitung berichtet wird und umgekehrt.

Ich habe √ľberhaupt keine Probleme, auf gute Stories im MM zu verweisen – sie m√ľssen aber gut sein. Dann w√ľrde ich sogar empfehlen, die Zeitung zumindest tagesaktuell zu kaufen. Daf√ľr muss ich aber √ľberzeugt sein, dass sich das f√ľr meine Leserinnen und Leser lohnt.

Hier sind die Fragen. Der Name ist unkenntlich gemacht, weil er nicht viel zur Sache tut. Jeder mit Facebook-Zugang wird ihn schnell recherchieren können, was vollkommen O.K. ist, da er ja unter Klarnamen öffentlich sichtbar dort schreibt.

Vielleicht ist das ein Ansatz, um einen Austausch √ľber „qualitativen Journalismus“ in Gang zu bringen. Vielleicht auch nicht.

Viele Fragen - ob es Antworten geben wird?

Ergänzung

Heute hat Thorsten Hof reagiert. Er schreibt folgendes:

Facebook informiert per email √ľber einen Kommentar - weil die streikenden MM-Redakteure sich abschotten, ist eine direkte Antwort nicht m√∂glich.

Ich h√§tte ja gerne darauf reagiert. Da aber mittlerweile nicht nur f√ľr meinen Hardy Prothmann-Account der Zugang zur „Streikmorgen“-Seite gesperrt ist, sondern die Pinnwand f√ľr alle „Nicht-Freunde“ gesperrt wurde, kann ich leider nicht auf Facebook darauf reagieren.

Die „Vorgeschichte“, die Herr Hof anspricht, meint den Kommentar „Das Drama der journalistischen Prostitution“, den ich im Februar 2010 auf dem http://heddesheimblog.de ver√∂ffentlicht habe. Thema des Textes war die Kritik an einer dauerhaft unkritischen, gef√§lligen Berichterstattung durch die Redakteurin Anja G√∂rlitz.

Gegen diesen Text ist Frau G√∂rlitz juristisch vorgegangen. Insgesamt habe ich rund 5.000 Euro Anwalts- und Gerichtskosten bezahlen m√ľssen. Ein Versuch der „g√ľtlichen“ Regelung wurde nicht unternommen.

Der Anwalt von Frau G√∂rlitz wollte zudem ein Ordnungsgeld von 3.000 Euro gegen mich durchsetzen, das Gericht hat das zur√ľckgewiesen und ein Ordnungsgeld von 300 Euro verh√§ngt.

Der Hintergrund: Zun√§chst wurde ich √ľber meine Privatadresse abgemahnt. Die weitere Post ging aber an mein Mannheimer B√ľro, dass ich damals f√ľr mehrere Wochen nicht besucht hatte. Daher hatte ich s√§mtliche Einspruchfristen verpasst und mich entschieden, aus Kostengr√ľnden die mittlerweile erlassene Einstweilige Verf√ľgung zu akzeptieren. Der Anwalt von Frau G√∂rlitz hat das Maximum an Geb√ľhren angesetzt und der Versuch mit dem Ordnungsgeld zeigen eindeutig, dass es weniger um die „Ehre“ ging als darum, einen wirtschaftlichen Maximalschaden zu erzielen.

Interessant ist die Haltung von Herr Hof schon: Ein einziger Text vor eineinhalb Jahren ist ihm Grund genug, die Haltung der MM-Redakteure zu rechtfertigen. Das zeigt sehr sch√∂n den Korpsgeist dieser Bagage (danke f√ľr den Hinweis auf den Tippfehler, ist korrigiert).

Statt mit eigenen Leistungen zu gl√§nzen, sucht man Tippfehler, baggert den Graben aus und erh√∂ht den Schutzwall auf Facebook. Auch nicht schlecht. ūüėČ

 

Streikende MM-Zeitungsredakteure: Wer oder was nicht passt, wird gelöscht

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. √úberall im L√§ndle streiken Zeitungsredakteure. Durchaus mit unterschiedlichem „Berufs“ethos. W√§hrend die einen unzutreffende Informationen korrigieren, l√∂schen die anderen zutreffende Informationen, die ihnen nicht passen. Was wiederum aber zum Image dieser speziellen „Redakteure“ passt. Wer sich Gedanken macht, ob er wirklich „Solidarit√§t“ mit den streikenden Redakteuren beim Mannheimer Morgen haben kann, sollte wissen, welche Haltung diese „Journalisten“ vertreten. Schade f√ľr die gutgl√§ubigen K√ľnstler wie Xavier Naidoo, die auf die Verlogenheit hereinfallen.

Von Hardy Prothmann

Nochmal zur Erinnerung. Zeitungsredakteure sind im Ausstand, weil Berufseinsteiger nicht mehr mit rund 3.000 Euro Gehalt bei 14 Monatsgeh√§ltern und einer 35-Stunden-Woche beginnen sollen, sondern mit bis zu 25 Prozent weniger. Und andere auf das Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten sollen, was rund f√ľnf Prozent weniger bedeutet.

Ich habe heute gegen 17:30 Uhr zwei Kommentare auf der Facebook-Seite der streikenden MM-Redakteure gepostet:

Auch die ARD hat im Morgenmagazin √ľber den Streik berichtet. http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video953858.html

Und kurz darauf:

Weitere Hintergr√ľnde zu meiner Haltung hier. http://istlokal-medien.de/heddesheimblog/2011/08/02/in-eigener-sache-reaktionen-auf-den-beitrag-im-ard-morgenmagazin/

Die Kommentare waren nur f√ľr Stunden zu sehen, bis sie getilgt worden sind.

Gegen 19:30 Uhr waren nicht nur die beiden Kommentare verschwunden, sondern scheinbar die komplette Facebook-Seite. Zumindest f√ľr mich, denn ich wurde „geblockt“. Als geblockte Person ist die Seite nicht mehr aufrufbar. Das Zeichen war ein eindeutig. Kommentare von Hardy Prothmann sind auf der Seite der MM-Redakteure offensichtlich nicht erw√ľnscht.

Kommentare gelöscht - Nutzer blockiert. So sieht Meinungsvielfalt und Transparenz in den Augen der streikenden MM-Redakteure aus.

„Gef√§llt mir sehr, toll, unterst√ľtzenswert, super“ als Kommentar bleibt erlaubt.

Die Erkl√§rung ist vermutlich einfach: In den vergangenen zwei Jahren habe ich die Zeitung immer wieder mit Verfehlungen konfrontiert. Der MM an sich ist mir egal, aber ich kritisiere schlechte Recherche, unterschlagene Meldungen oder abgepinselte Pressemitteilungen. Oder thematisiere die st√§ndige Bratwurstberichterstattung, die nichts weiter tut, als mit verschwurbelten Texten √ľber Wetterg√∂tter zu fantasieren. Schlechte Zust√§nde zu kritisieren, sollte eine journalistische Grundtugend sein. Und es darf keine „Bei√ühemmung“ gegen√ľber √§u√üerst schlechtem „Journalismus“ geben.

Das passt nat√ľrlich √ľberhaupt nicht zum Selbstbild, denn immerhin streiken die MM-Redakteure ja f√ľr „Qualit√§tsjournalismus“ (zumindest, was sie darunter verstehen) und f√ľr eine entsprechende Bezahlung.

Die MM-Redakteure behaupten sogar, dass es um die „Zukunft des Qualit√§sjournalismus“ ginge:

Auf der Blogseite liest sich das etwas ehrlicher – da gehts √ľberwiegend ums Geld und ganz zum Schluss ein bisschen um „die Demokratie“. Und angeblich streiken sie auch f√ľr „unsere Leser“.

Um was geht es? Um Demokratie? Eher doch ums Geld.

Tats√§chlich halten die streikenden MM-Redakteure aber „unseren Lesern“ missliebige Informationen vor. Oder warum l√∂schen sie sonst Kommentare, die weder beleidigend noch anst√∂√üig sind? Sondern zus√§tzliche Informationen enthalten, mit den sich Leserinnen und Leser eine eigene Meinung bilden k√∂nnen? Mal abgesehen davon, dass es in beiden verlinkten Informationen gar nicht „direkt“ um die streikenden MM-Redakteure selbst ging und ich im ARD-Interview sogar die Verlegerseite ordentlich kritisiert habe?

Oder darf-¬† nicht Meinung sein, was nicht der Meinung der streikenden MM-Redakteure entspricht? Oder d√ľrfen die keine Stimme haben, die man nicht leiden kann? Ist es das, was diese Redakteure mit „wir streiken f√ľr unsere Leser“ meinen? Unter Transparenz, Meinungsvielfalt? Unter „Kritik“ und streitbarem Journalismus?

MM-Streiker vs. Tagblatt-Streiker

Ganz anders der Umgang bei den Streikenden vom „Schw√§bischen Tagblatt“. Die verlinken von sich aus auf den ARD-Beitrag, allerdings mit einer fehlerhaften Information und nennen mit einen „bloggenden Ex-Redakteur“. Ich korrigiere das h√∂flich und verlinke ebenfalls zwei Texte, die aus Sicht der Zeitungsredakteure sicher nicht „angenehm“ sind.

Die Reaktion ist anständig: Der Kommentar wird frei geschaltet, der Fehler korrigiert. Auch wenn ich nicht weiß, wie die Berichterstattungsqualität des Schwäbischen Tagblatts ist, habe ich zumindest durch diese Verhalten einen positiven Eindruck gewonnen. Das ist das einzig zu erwartende Verhalten.

Die Streikenden beim Schwäbischen Tagblatt haben Kritik zugelassen.

Immerhin: Man k√∂nnte auch annehmen, dass vielleicht nur die MM-Streikenden f√ľr die „L√∂sch-Aktion“ verantwortlich sind, die die Facebook-Seite betreuen. Aber das w√§re nur eine billige Ausrede f√ľr die Gesamt-Bagage.

Wer einen Funken Ehre im Leib hat, was ich bei vielen nicht vermute, m√ľsste sofort auf diese Aktion reagieren und sein Missfallen ausdr√ľcken. Das aber ist doch mehr als unwahrscheinlich. (Ich bin fast sicher, dass sich niemand f√ľr diese „L√∂sch“-Aktion entschuldigt oder sie kritisiert.)

Leider haben die MM-Redakteure im Ausstand noch nicht verstanden, dass sie l√§ngst nicht mehr alleine „Meinungen bilden“, also nicht mehr bestimmen k√∂nnen, √ľber wen und was sie wie informieren oder was sie lieber „unterdr√ľckt“ sehen wollen.

Das Internet macht die Welt transparenter. Und zeigt, wie dumm oder hilflos manche Journalisten, die eigentlich daran mitwirken sollten, reagieren.

Absurd wird es, wenn dieser Haufen das Wort „Qualit√§tsjournalismus“ f√ľhrt. Sie stehen weder f√ľr Qualit√§t noch Journalismus noch f√ľr die Kombination aus beidem.

Ich unterst√ľtze die Forderungen der Verleger kein bisschen – aber im Fall der MM-Streikenden w√§re ich sogar mit der ein oder anderen fristlosen K√ľndigung vollkommen einverstanden.

Es wäre sicher kein allzu großer Verlust.

Denn die MM-Redakteure fordern Solidarität, die sie selbst nicht bereit sind zu geben. Dieser Kommentar wartet immer noch auf Freischaltung.

Solidarität mit dem journalistischen Prekariat, den "Freien"? Nicht bei den streikenden MM-Redakteuren.

P.S.
Das Internet l√§sst sich nicht so einfach kontrollieren, „verehrte Kollegen“, wie ihr das denkt. Und das ist gut so. Schlecht ist: Das habt ihr leider noch nicht verstanden und vermutlich werdet ihr das auch nicht verstehen.

Zeitungsstreik: Solidarität? Wieso, weshalb, warum?

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Zeitungsredakteure fordern Solidarit√§t ein. Denn ihnen drohen Lohnk√ľrzungen und schlechtere Arbeitsbedingungen. Doch ist deren „Emp√∂rung“ wirklich nachvollziehbar? Haben sie sich „Solidarit√§t“ verdient?

Von Hardy Prothmann

Es gibt sie noch, die sehr guten Redakteure. Vereinzelt. Aber deren Einfluss ist gering. Sie haben schon l√§ngst keine Lobby mehr und im Zweifel finden die, die kritisch berichten und die Folgen tragen m√ľssen, keine Solidarit√§t bei den „Kollegen“. Der Gesamtzustand der Branche ist desolat.

Ob der Kommentar jemals frei geschaltet wird? Knapp acht Stunden nach dem Erstellen auf der MM-Streikseite wartet er immer noch auf "Freischaltung".

Es gibt genau eine Perspektive, unter der man die Empörung der streikenden Zeitungsredakteure verstehen kann: Noch verdienen die meisten Verlage satte Renditen, häufig im zweistelligen Bereich. Wenn die Arbeitgeber vor diesem Hintergrund bis zu 25 Prozent unter dem bisherigen Tarif Berufsanfänger beschäftigen wollen, dann ist das skandalös und grob sittenwidrig. Damit endet die eine Perspektive.

Honorardumping ist der Normalzustand

Die anderen sehen so aus:

Skandal√∂se „Auftragsverh√§ltnisse“ sind der „Normalzustand“, mit dem man die Einkommensituation von vielen freien Journalisten oder „Mitarbeitern“ beschreiben kann.

Deswegen hat es sich auch schon mit meiner Solidarit√§t gegen√ľber den Zeitungsredakteuren. Ich werfe den meisten von ihnen Kumpanei, Mitt√§terschaft, Honorar-Dumping, Untertanentum, Eitelkeit, √úberheblichkeit, Weltentr√ľcktheit und Respektlosigkeit vor. Sie sind Teil eines mafiosen Systems und haben solange still gehalten, solange sie ihren Teil der Beute abbekommen haben. Jetzt sind sie im Streik, weil ihnen ihr „Anteil“ zu klein scheint.

Und ich wei√ü, wovon ich rede. Denn ich bin seit 20 Jahren freier Journalist und meine „Abnehmer“ waren √ľber 18 Jahre lang Redakteure. Mit vielen davon habe ich sehr gut zusammengearbeitet. Fr√ľher. Doch die Zeiten haben sich ge√§ndert. Die Zusammenarbeit wurde immer schwieriger – nicht unbedingt, aber auch inhaltlich. Vor allem aber wirtschaftlich.

HorrorHonorargeschichten

1994 bin ich nach drei Jahren mit meinem Universit√§tsabschluss vom lokalen in den √ľberregionalen Journalismus gewechselt. Denn nur dort waren einigerma√üen gute Honorare zu erwirtschaften.

Was ich niemals erlebt habe, war ein „Bonus“ f√ľr eine au√üergew√∂hnlich gute Arbeit, der mir einfach angeboten oder √ľberwiesen worden w√§re. Was ich ab und an erleben durfte, waren ein klein wenig h√∂here Honorare, wenn ich diese mit guten Argumenten nachgefordert hatte. Was ich meistens erlebt habe, waren „Honorare“ die ihrem Namen keine Ehre machten. Die Zeilen- oder Beitragshonorare waren niemals √ľppig, selten gut, oft „gingen sie grad so“, meist waren sie nicht akzeptabel. Jedenfalls, wenn man davon leben wollte.

Beim Mannheimer Morgen habe ich 55 Pfenning (27 Cent) die Zeile „verdient“. Brutto. Ein mittlerer zweispaltiger Bericht mit 80 Zeilen ergab demnach 44 Deutsche Mark. Rechnete man im Schnitt eine Stunde Wegstrecke, 1,5 Stunden Schreiben, 1,5 Stunden vor Ort, eine Stunden Vor- und Nachbereitung, kam man auf einen Stundenlohn von 8,80 Deutsche Mark.

In den drei Jahren beim MM habe ich rund 1.000 Artikel geschrieben. Ich war als „freier Mitarbeiter“ damit ganz gut „im Gesch√§ft“. Einwandfreie Qualit√§t wurde selbstredend immer erwartet. Alle Artikel wurden ver√∂ffentlicht. Manchmal waren 100 Zeilen bestellt, 70 wurden abgedruckt und nur 70 wurden zun√§chst bezahlt. Weil ich gut war und gebraucht wurde, hatte meine Intervention Erfolg – ich bekam die bestellten und abgelieferten Zeilen bezahlt, sollte dazu aber gegen√ľber anderen Mitarbeitern stillschweigen.

In diesen drei Jahren ist es mir in einem einzigen Monat gelungen, 1.700 Deutsche Mark zusammenzuschreiben. Der Grund: Viele Redakteure waren in Urlaub, also gab es mehr als sonst zu tun und es gab ein paar spannende Themen und viele Vereinsfeste. Damals war ich 25 Jahre alt. Im Schnitt habe ich rund 800 Mark mit meinem freien Journalismus verdient. Brutto.

„Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Davon musste ich ein Auto unterhalten, ein B√ľro, Computer, Telefon. Irgendeine „Kostenpauschale“ stand nicht zur Disposition. Ein paar Redakteure bestellten ab und an zehn Zeilen mehr als sie f√ľr den Abdruck vorgesehen hatten. Die 5,5 Mark waren sowas wie ein „Anerkennung“, weil ich immer einsatzbereit war.

Termine kamen aus der Redaktion, die meisten Themenvorschl√§ge von mir. Meist wurden sie angenommen, aber immer wieder h√∂rte ich den Satz: „Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Ab 1994 √§nderten sich meine Verh√§ltnisse mit einem Artikel f√ľr Die Zeit. Dort erhielt ich 2,8 Mark die Zeile und sogar ein Fotohonorar von 150 Euro. Zusammen waren das f√ľr einen „Job“ 430 Euro. Das war sensationell. Fortan konzentrierte ich mich auf gr√∂√üere Zeitungen, Wochenzeitungen, Magazine sowie √ľberwiegend den ARD-H√∂rfunk, der am l√§ngsten ganz gut bezahlte und auch heute noch akzeptable Honorare bietet.

Und ich habe oft „Angebote“ ausgeschlagen, die immer wieder angefragt wurden, weil ich den „Markt“ nicht kaputt machen wollte. Unter 350 Mark habe ich keine Magazinseite geschrieben. Niemals unter einer Mark eine Zeile (au√üer f√ľr die taz, die 70 Pfenning die Zeile zahlte).

Dazu habe ich an Zeitschriftenentwicklungen mitgewirkt, das brachte am meisten Geld, Redaktionsvertretungen gemacht, Vorträge und Seminare gehalten.

Um auf das Einstiegsgehalt eines Zeitungsredakteurs von damals rund 4.000 Mark Brutto zu kommen, musste ich rund 6.000 Mark verdienen und zus√§tzlich Geld f√ľr die „Infrastruktur“ wie Auto, Telekommunikation, Computer, Kamera. Manchmal hat das funktioniert, manchmal nicht.

Nochmal zur Verdeutlichung: Bei 55 Pfenning pro Zeile und 150 Zeilen täglich wäre ich bei einer 5-Tage-Woche auf 1.650 Mark gekommen. Rechnet man noch sechs Wochen Urlaub ein, wären rund 1.440 Mark brutto geblieben. Krank durfte man nicht werden, Nein sagen auch nicht. Und es gab damals Zeitungen, die nur 25 Pfenning pro Zeile zahlten.

Durch meinen Wechsel in die „h√∂here Honorarliga“ war ich in der gl√ľcklichen Lage, nicht jeden Mist machen zu m√ľssen, sondern mir Themen und Auftr√§ge aussuchen zu k√∂nnen.

Die meisten Kollegen versuchten, irgendwie eine Festanstellung zu bekommen. Nicht, um journalistisch interessanter arbeiten zu können, sondern um versorgt zu sein.

Doch die „T√∂pfe“ f√ľr „Honorare“ wurden zunehmend geringer. Viele Kollegen klagten nur noch, schlugen sich mehr schlecht als recht durch, auch ich hatte Einbu√üen, aber es ging noch ganz gut.

FAZ: 70 Cent pro Zeile sind „normal“

Als ich 2003 einen exklusiven Text mit einem enormen Rechercheaufwand geschrieben hatte, bekam ich 70 Euro √ľberwiesen. F√ľr einen 100-zeiligen Artikel. Also 70 Cent pro Zeile. Ich habe mich daraufhin beim Herausgeber Schirrmacher beschwert, der mir zur√ľckgeschrieben hat, dass dies einem „durchaus √ľblichen Honorar“ entspr√§che, ich aber eine Nachzahlung von 90 Euro erhielte. Eine weitere Zusammenarbeit war nicht mehr gew√ľnscht.

Als ich 2004 zuf√§llig zum Tsunami auf der thail√§ndischen Insel Phuket war, berichtete ich 18 Tage lang f√ľr mehrere deutsche Medien. Darunter Spiegel, Spiegel Online, Spiegel TV, Focus, Handelsblatt, Zeit, tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Welt, SWR und noch ein paar andere. In knapp drei Wochen habe ich rund 15.000 Euro Umsatz gemacht.

Ich war 16-20 Stunden im Einsatz, habe am Tag nach der Katastrophe 600 Leichen gez√§hlt, um die Zahl der Opfer absch√§tzen zu k√∂nnen, habe unter anderem eine Reportage √ľber die Arbeit der DVI-Teams (Desaster Victims Identification) geschrieben, Tage im Krankenhaus verbracht und √ľber das Leid und die Hoffnung berichtet.

5.000 Euro die Woche? Kein schlechtes „Honorar“. Doch zu welchem Preis? F√ľr welchen Einsatz? H√§tte ich ein „psychologisches“ Problem bekommen, einen Unfall erlitten – wer h√§tte f√ľr mich gesorgt? Es gibt f√ľr freie Journalisten selten eine Kostenerstattung und so gut wie nie eine Absicherung durch die „Auftraggeber“. Aber es gibt noch Jobs f√ľr alle die, die „gut“ verdienen wollen – √ľberall da, wo es gef√§hrlich ist. Denn da gehen die Redakteure nicht hin.

Tagessätze von unter 250 Euro habe ich niemals akzeptiert. Mein Normalsatz waren 350 Euro. Heutzutage sind 75 Euro kein Ausnahmefall.

Lokalberichterstattung ist Ausbeutung auf höchstem Niveau

Im „Lokalen“ sieht es am bittersten aus. Da bleiben f√ľr Freie meist nur die „Krumen“. Feste und Vereine. Eben alles das, wof√ľr sich die Redakteure meist zu schade sind. Plus Abend- und Wochenendtermine, weil die meisten Redakteure dann frei haben. H√§ufig sind das Rentner, die nicht unbedingt dazu verdienen m√ľssen oder Hausfrauen. Oder ehemalige Praktikanten wie ich, die dann f√ľr Hungerl√∂hne Zeilen schinden und anfangen, irgendwas blumig zu erdichten.

Zeitungsredakteure geben das in Auftrag, nehmen es ab und ver√∂ffentlichen diesen Schund. Diese Bratwurstberichterstattung √ľber Wetterg√∂tter, allgemeine Zufriedenheit, k√ľhlen Gerstensaft und leckere Bratw√ľrste. Sie suchen die N√§he der „M√§chtigen“ und schreiben den meisten nach dem Maul – au√üer, der Herr Verleger oder der Chefredakteur haben jemand „auf dem Kieker“ – der wird dann „runtergeschrieben“. Ansonsten dient man sich an.

Redakteure bilden den unsolidarischst-vorstellbaren Haufen

Es gibt keinen unsolidarischeren Haufen als diese Zeitungsredakteure, die sich einen Dreck drum scheren, wie es „ihren“ freien Mitarbeitern geht. Meist erlebt man Arrogantlinge, die vor Selbst√ľberheblichkeit kaum noch laufen k√∂nnen und mit ihrer Schere im Kopf st√§ndig bem√ľht sind, keinen √Ąrger zu bekommen, statt „Anwalt des Lesers“ zu sein und „Missst√§nde aufzudecken“. Sie halten sich f√ľr „unabh√§ngig“ – wie wenig sie das sind, zeigt ihr Streik.

Redakteure, die es genie√üen, hoffiert zu werden, die selbstverst√§ndlich immer ihre „Extra-Wurst“ einfordern, sich auf Reisen einladen lassen, sich beschenken lassen und „Presserabatte“ einfordern. Und ihr Sal√§r gerne mal mit einer „Moderation“ aufarbeiten und gar nicht so selten in ihrer Freizeit „Berichte“ f√ľr Unternehmen oder Politiker schreiben, die sie als „Pressemitteilung“ dieser Unternehmen oder Politiker dann als „Grundlage“ f√ľr ihre „journalistischen Berichte“ verwenden.

Sie agieren dabei genauso, wie viele Chefredakteure und Redaktionsleiter, die in teure Hotels zu wichtigen Konferenzen eingeladen werden, wo Unternehmen, Politiker, Verb√§nde und Lobbyisten dann „Themenstrecken“ und Anzeigenbuchungen aushandeln. Und vor allem, √ľber was nicht berichtet wird.

Man kann vermuten, dass einige Redakteure bei Tageszeitungen journalistisch auch einfach zu inkompetent sind, um dieses Zusammenhänge verstehen zu wollen, geschweige denn zu sehen. Man liegt aber auch richtig, wenn man annimmt, dass viele dies schweigend zur Kenntnis nehmen und wissen, was sie und was sie nicht zu berichten haben.

Transparenz √ľber die Hintergr√ľnde ihrer Arbeit findet man von den Redakteuren in den Zeitungen so gut wie niemals.

Und diese Leute fordern nun Solidarität. Also einen Zusammenhalt, eine Haltung?

Arrogante Verlogenheit

Wer sich und andere √ľber Jahrzehnte selbst bel√ľgt, kann wahrscheinlich die eigene Verlogenheit irgendwann nicht mehr erkennen.

Mit dem Blick von au√üen sehe ich aber keinen Grund, mich mit diesen Leuten zu solidarisieren, von denen ich und die allermeisten freien Journalisten in Deutschland niemals „Solidarit√§t“ erfahren haben.

Und wenn Leserinnen und Leser w√ľssten, wie respektlos und despektierlich sich „Redakteure“ oft √ľber ihre Kunden auslassen – sie w√§ren entsetzt. „Die da drau√üen“ sind f√ľr viele Redakteure einfach nur dumme Leute. Solange es kaum eine M√∂glichkeit gab, die „Kontrolleure“ zu kontrollieren, mussten die Leute „glauben, was in der Zeitung steht“.

Das Internet hat das ver√§ndert – heute gibt es so viele Quellen und so viele M√∂glichkeiten sich per email, Facebook oder anderen Medien zu informieren und auszutauschen. Und es gibt viele Redakteure, die ihre Verachtungshorizont auf das Internet ausgeweitet haben, wo man angeblich „nur Dreck findet“. Und es gibt nicht wenige, die stolz darauf sind, dass sie das Internet nicht benutzen.

Darin unterscheiden sie sich nicht von denen, gegen die sie gerade streiken – die Verleger als Arbeitsgeber.

Nachtrag:
Alle Redakteure, mit denen ich gut zusammengearbeitet habe und dies weiterhin tue, schließe ich selbstverständlich aus und hoffe, dass sie ihren schweren Stand weiter halten können.