Samstag, 16. Dezember 2017

Wie ticken Jugendliche?

Der „Macher“ der Sinus-Studie

Diplom-PÀdagoge Peter Martin Thomas erklÀrt, wie Jugendliche ticken. Foto: Stadt Weinheim


Weinheim, 05. Februar 2013. (red/pm) „Die Förderangebote der Weinheimer Bildungskette sollen sich eng an dem individuellen Entwicklungsprozess von Jugendlichen ausrichten“, findet Dr. Susanne Felger, die Leiterin des kommunalen BĂŒros fĂŒr das Übergangsmanagement Schule/Beruf in Weinheim. Das setze allerdings voraus, „dass wir die Jugendlichen, mit denen wir arbeiten, gut kennen und sie in ihrer Vielfalt wahrnehmen“.

Information der Stadt Weinheim:

„Also: Wen erreichen die Förderangebote ĂŒberhaupt, wie findet man eine gemeinsame Sprache? Fragen, vor denen PĂ€dagogen tĂ€glich stehen. Es gibt noch weitere: Was interessiert Jugendliche? Wie denken sie ĂŒber sich und die Zukunft? Und ĂŒber Erwachsene? Wie kommt man an schwierige Jugendliche „dran“, wenn man ihnen helfen will? Also: „Wie ticken Jugendliche?“ Diese Fragen will am Donnerstag, 21. Februar in einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Kino „Modernes Theater“ in Weinheim der Diplom-PĂ€dagoge Peter Martin Thomas beantworten.

Thomas gilt als einer der profundesten Experten zum Verhalten von Jugendlichen in ihren sozio-kulturellen Milieus. Unter anderem war er an der aktuellen Sinus-Milieustudie beteiligt. Er ist Leiter der Sinus-Akademie. Die Fachveranstaltung, die vom „Übergangsmanagement“ in Kooperation mit dem Stadtjugendring und dem Weinheimer UnterstĂŒtzerkreis Berufsstart WUB organisiert wird, richtet sich an interessiertes Fachpublikum und Akteure aus der Weinheimer Bildungskette, aber auch an alle interessierte Personen.

Junge Menschen haben ganz unterschiedliche soziale und ökonomische Voraussetzungen und orientieren sich an ganz verschiedenen Milieus und Wertkulturen. Die Sinus-Milieustudie geht genau auf diese unterschiedlichen Startpositionen ein, berichtet ĂŒber Lebensstil, Bildungsziele, SehnsĂŒchte und ZukunftswĂŒnsche. Sie erklĂ€rt vieles, wie der heute 43-jĂ€hrige Stuttgarter erlĂ€utern will. Thomas ist als Diplom-PĂ€dagoge auch Organisationsberater und Supervisor. Vor zwei Jahren war er in Weinheim an gleicher Stelle schon einmal zu Gast – und hat seine Zuhörer begeistert. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, der Vortrag beginnt um 18 Uhr, in der Pause gibt es GetrĂ€nke und Brezel. Gefördert wird der Abend durch den Generali Zukunftsfond. Anmeldungen bitte bei s.klemm@weinheim.de

UnterstĂŒtzerkreis bietet ehrenamtliche Hilfe fĂŒr Jugendliche

Der „WUB“ sucht neue Paten

Berufspaten – „eine persönliche Bereicherung“. Foto: Weinheimer UnterstĂŒtzerkreises WUB.

Weinheim, 15. Oktober 2012. (red/pm) UnterstĂŒtzerkreis bietet ehrenamtliche Hilfe fĂŒr Jugendliche beim Übergang in den Beruf – „Eine persönliche Bereicherung“. Der WUB sucht dringend mehr Paten, da viele SchĂŒler auf eine Betreuung durch die ehrenamtlichen Begleiter warten.

Information des Weinheimer UnterstĂŒtzerkreises WUB:

„Manch einem Jugendlichen fĂ€llt der erste Schritt in das Berufsleben nach der Schule nicht leicht. Mal fehlt die Orientierung, mal sind die Noten nicht gut genug, um PlĂ€ne verwirklichen zu können. Die Schule leistet „Berufsorientierung“, ein Lehrer kann jedoch nicht langfristig intensiv mit einem einzelnen SchĂŒler oder einer SchĂŒlerin sprechen. Diesen wichtigen Kontakt pflegen in Kooperation mit dem Lehrer die ehrenamtlichen Paten des „Weinheimer UnterstĂŒtzerkreises Berufsstart – WUB“.

Es gibt die Lern-Paten, die den SchĂŒler (oder die SchĂŒlerin) in den einzelnen SchulfĂ€chern unterstĂŒtzen, um ihm mehr Chancen fĂŒr den Übergang in den Beruf mit besseren Noten zu geben, wobei das GesprĂ€ch oft auch Fragen der beruflichen Zukunft streift. Dann gibt es die Berufs-Paten. Sie versuchen Interessen, StĂ€rken und Neigungen auszuloten. Sie vermitteln ein Praktikum, in dem FĂ€higkeiten entdeckt werden können, werten diese Erfahrungen aus und versuchen den richtigen Ausbildungsplatz zu finden.

Der WUB sucht dringend mehr Paten, da viele SchĂŒler auf eine Betreuung durch die ehrenamtlichen Begleiter warten. Die Johann-Philipp-Reis-Schule, die kaufmĂ€nnische berufliche Schule in Weinheim, ist in diesem Schuljahr mit in die Betreuung des WUB aufgenommen worden. Auch die Schillerschule – Werkrealschule in Hemsbach möchte eine eigene Initiative grĂŒnden, die der WUB unterstĂŒtzt.

Mit neuen Paten fĂŒhren die Verantwortlichen von WUB und der regionalen Jugendagentur Job Central zuerst ein ausfĂŒhrliches GesprĂ€ch, in dem herausgefunden werden soll, welche Interessen des Paten zu welchen Aufgaben des WUB am besten passen. Sabine Beckenbach von Job Central unterstĂŒtzt den WUB mit professionellen RatschlĂ€gen.

Ein Training hilft neuen Paten, wie man am geschicktesten einen ersten Kontakt mit SchĂŒlern aufnimmt, die bisher wenig BerĂŒhrung mit der Erwachsenenwelt oder der Arbeitswelt hatten.

Paten sind sehr unterschiedlich in ihren beruflichen oder familiĂ€ren Erfahrungen. Gefragt sind Menschen, die sich auf die oft andere Vorstellungswelt der Jugendlichen und jungen Erwachsenen einlassen können. „Wie ticken Jugendliche?“ ist also ein stĂ€ndiges Weiterbildungsthema fĂŒr Paten.

Die Motive, Pate beim WUB zu werden, sind sehr unterschiedlich,

erklĂ€rt WUB-Sprecher Prof. Dr. Hansjörg Weitbrecht. Es mag die eigene schwierige Schullaufbahn sein, die zu dem Wunsch fĂŒhrte, Jugendlichen heute Hilfestellung zu geben. Manche haben die eigenen Kinder gut auf den Weg gebracht und möchten nun andere unterstĂŒtzen. Oder Paten wollen ihre eigenen Kenntnisse in Mathematik oder Englisch lebendig halten und sind als Lernpaten tĂ€tig. Immer wieder betonen Paten, so Weitbrecht, dass sie selbst durch ihre PatentĂ€tigkeit gewinnen und dazulernen.

Nicht zuletzt ist es Anerkennung durch anderen Paten oder von Bekannten. Positive RĂŒckmeldung gibt es von Eltern und gelegentlich auch explizit von SchĂŒlern. FĂŒr Paten ist es eine Belohnung, wenn eine Schulnote sich verbessert, der Übergang in eine weiterfĂŒhrende Schule oder – das eigentliche Ziel des WUB – in ein Praktikum und eine Ausbildung positiv verlaufen.

Anerkennung kommt aber auch von der Stadt fĂŒr den WUB als Teil der Bildungskette, in der Kinder und Jugendliche begleitet werden, mit Sprachunterricht, Nachhilfe und Berufsorientierung, von der KindertagesstĂ€tte bis zum Übergang in den Beruf. Dr. Susanne Felger koordiniert die BemĂŒhungen im Übergang Schule-Beruf (www.uebma-weinheim.de) im Auftrag des OberbĂŒrgermeisters. Weitbrecht: „Es ist ein gutes GefĂŒhl, mitzuwirken an einer Initiative, die als vorbildlich gilt in der Bundesrepublik.“

Der WUB sei besonders stolz, dass inzwischen fĂŒnf StadtrĂ€te als Paten mitwirken. Sie bringen ein Netzwerk an Kontakten in die Arbeit des WUB ein. StadtrĂ€tin Uschi Heil hat zusammen mit Stadtrat JĂŒrgen Hohmann jahrelang an der Karrillon-Werkrealschule SchĂŒler und SchĂŒlerinnen erfolgreich in Praktika und Ausbildungsstellen vermittelt. Jetzt bauen beide die Arbeit des WUB an der Johann-Philipp-Reis-Schule auf, wo ihnen wieder ihre Verbindungen in die Stadt und in die Weinheimer Wirtschaft helfen.

Stadtrat Otfried Ramdohr arbeitet im Team der Dietrich-Bonhoeffer-Werkrealschule mit und StadtrĂ€tin Stella Kirgiane-Efremidis in der Helen-Keller-Schule, der beruflichen Schule fĂŒr pflegerische und sozialpĂ€dagogische Berufe. Stadtrat Dr. Ditmar Flothmann ist Mitglied im Leitungsgremium Sprecherkreis des WUB und hat engen Kontakt zur Hans-Freudenberg-Schule, der beruflichen Schule mit technischer Ausrichtung.

Weitbrecht setzt eine hohe Marke: „Mehr BĂŒrger in Weinheim sollen den WUB kennen und bereit sein, als Pate mitzuwirken, im Unternehmen einen Praktikumsplatz zur VerfĂŒgung stellen oder einzelne Projekte unterstĂŒtzen. So kann unser Ziel, dass kein Jugendlicher verloren geht, erreicht werden.“

Kommunale Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf fasst zeigt, was Schule und Wirtschaft erreichen können

Gemeinsam „Lust am Beruf“ wecken

Weinheim, 12. Oktober 2012. (red/pm)  Mehr individuelle Förderung, mehr Ausprobieren und praktisches Tun, mehr realistische Einblicke in die Arbeitswelt – das sind die Ziele vielfĂ€ltiger Aktionen zur Berufsorientierung, die Schulen, die Wirtschaft und weitere Partner gemeinsam realisieren. Zahlreiche vorhandene AktivitĂ€ten fasst die kommunale Koordinierungsstelle „Übergang Schule-Beruf“ jetzt in einer neuen BroschĂŒre zusammen.

Information der Stadt Weinheim:

„Dessen Netzwerk ist beeindruckend: Zahlreiche Schulen und Firmen, VerbĂ€nde und Kammern, Staatliche Schulamt und die Arbeitsagentur, der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB, die Metropolregion, Serviceclubs, die Diakonie, die Stadt Weinheim und das Land, die Jugendagentur Job Central, die ehrenamtlichen Paten vom WUB, die Freudenberg Stiftung – alle tragen bei zur „Bildungsregion Weinheim“.

Die neue BroschĂŒre gibt einen Überblick. Im Zentrum stehen dabei Praxisbeispiele aus der Kooperation von Schulen und Unternehmen. „Es ist beeindruckend, was es da alles gibt. Die Vielzahl, Vielfalt und der Ideenreichtum ist enorm“, findet Dr. Susanne Felger, die Leiterin der Kommunalen Koordinierungsstelle.

„Die Kooperationen sollen so gestaltet sein, dass Jugendliche, Schulen und Firmen gleichermaßen profitieren. Dass sie sich gegenseitig kennenlernen, neue Partner und Mitarbeiter gewinnen und jeder das einbringt, was er besonders gut kann.“ Jedes Projekt sei ein Praxisbeispiel, zur Nachahmung und Weiterentwicklung ausdrĂŒcklich geeignet und empfohlen, betonen Dr. Susanne Felger und Gerhard Gölz vom Staatlichen Schulamt Mannheim, in ihrem Vorwort.

Als SchĂŒler im Berufsleben schnuppern

Da geht es um Bildungspartnerschaften, Langzeitpraktika, Praxisprojekte, Werkstatttage, Planspiele, Azubis, die berichten, um Bildungspartnerschaften, Lernortkooperationen und andere Möglichkeiten, Jugendliche wĂ€hrend der Schulzeit ins Berufsleben hineinschnuppern zu lassen. In der BroschĂŒre wird erneut die Vorbildfunktion Weinheims deutlich – rund 40 Seiten mussten es dafĂŒr schon sein. Ein kleiner Flyer reicht fĂŒr die Bandbreite nicht mehr aus. AusdrĂŒcklich danken die Herausgeber allen Akteuren fĂŒr ihr Engagement, ihren Ideenreichtum und den langen Atem, der fĂŒr die Realisierung oft nötig ist.

„Gemeinsam ist allen Projekten, dass sie jungen Menschen die Gelegenheit geben, sich mit der Arbeitswelt und der eigenen beruflichen Zukunft zu befassen.“ Felger und Gölz wissen nur zu gut: Trotz ersten Anzeichen fĂŒr einen Lehrlingsmangel, gibt es zu viele Jugendliche, die mit der Schule eigentlich abgeschlossen haben und trotzdem noch nicht bereit sind fĂŒr eine . Sie gehen lieber möglichst lange zur Schule und meiden die Arbeitswelt. Susanne Felger: „Das schmerzt, sind doch die Zeiten des Ausbildungsplatzmangels deutlich vorbei. Umso wichtiger, frĂŒhzeitig Gelegenheiten zu schaffen, die Arbeitswelt zu erleben, sich zu orientieren und eigene Talente und Interessen zu entdecken.“

Jugendlichen mit guten Schulleistungen stĂŒnden meistens viele Optionen fĂŒr den Übergang ins Berufsleben zur VerfĂŒgung. Doch anders sei es bei Jugendlichen mit weniger guten AbschlĂŒssen. Der Übergang in die Berufswelt erweise sich fĂŒr SchĂŒler aber auch fĂŒr deren Lehrer als große Herausforderung. Um den Jugendlichen bei dieser HĂŒrde zu helfen, arbeitet das Weinheimer BĂŒro Übergangsmanagement Schule-Beruf als kommunale Koordinierungsstelle eng mit den Partnern aus Bildung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft zusammen.

Die Jugendagentur Job Central hilft Jugendlichen und Eltern ganz praktisch, einen Berufswegeplan zu entwickeln und eine Lehrstelle zu finden. „Wichtig ist, ihnen Lust auf Ausbildung und Beruf zu machen und sie zu begleiten, den Schritt in die zunĂ€chst fremde Arbeitswelt zu wagen. DafĂŒr mĂŒssen Schulen, Jugendhilfe, Eltern und Betriebe eng zusammenarbeiten“, betonen Felger und Gölz. DafĂŒr wurde in Weinheim dieses umfangreiche Netzwerk geknĂŒpft, das so umfassend nur in wenigen StĂ€dten zu finden ist.

Info: Die BroschĂŒre und andere stehen außerdem auf www.weinheim.de/Bildung/Übergangsmanagement zum Download bereit.

Bildungs-StaatssekretÀr Dr. Frank Mentrup in Weinheim

Das Erfolgsmodell Weinheim ĂŒbertragen

Von links nach rechts: Ulrike SĂŒĂŸ, StaatssekretĂ€r Dr. Mentrup, OB Bernhard, Dr. Kruse und Dr. Susanne Felger. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 17. Juli 2012. (red/pm) Bildungs-StaatssekretĂ€r Dr. Frank Mentrup (MdL) informierte sich ĂŒber die „Weinheimer Initiative“. Bildungsregion Weinheim gilt als „Pilot“ fĂŒr das ganze Land.

Information der Stadt Weinheim:

„Ich bin ein Fan des Kommunalen“, sagt Dr. Frank Mentrup, der Bildungsexperte und StaatssekretĂ€r im baden-wĂŒrttembergischen Kultusministerium.

Und dass ein Übergang der Jugendlichen von der Schule ins Berufsleben am besten unter einer kommunalen Koordinierung gelingen könne, das sei „sehr gut nachvollziehbar“.

Die Stadt und Bildungsregion Weinheim, sowie die bundesweit tĂ€tige Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ könnte dabei als Erfolgsmodell durchaus Pate stehen, findet der gelernte Arzt, der in Mannheim viele Jahre selbst in der Kommunalpolitik engagiert war.

Die Vertreter des Kommunalen Übergangsmanagements in Weinheim trafen auf offene Ohren und viel Aufgeschlossenheit, als der BildungsstaatssekretĂ€r jetzt zu einem HintergrundgesprĂ€ch das Weinheimer Rathaus besuchte.

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard als Sprecher der „Weinheimer Initiative“ informierte gemeinsam mit dem Dortmunder Sozialforscher Dr. Wilfried Kruse, dem Koordinator der Initiative, ĂŒber die neuesten Erkenntnisse und Entwicklungen am „Übergang Schule-Beruf“.

An dem GesprĂ€ch nahmen außerdem Dr. Susanne Felger, die Leiterin des kommunalen Übergangsmanagement in Weinheim, teil, dazu Ulrike SĂŒss als Leiterin des BildungsbĂŒros und Andreas Salewski, der das Kommunale Übergangsmanagent in der Stadtverwaltung Mannheim betreut und auch in der „Weinheimer Initiative“ vertritt.

Mannheim, Weinheim, Freiburg und Stuttgart sind die baden-wĂŒrttembergischen StĂ€dte, die in der Arbeitsgemeinschaft neben rund 40 weiteren Kommunen und Landkreisen vertreten ist.

Als wissenschaftlich begleitete kommunale Interessensvertretung findet die „Weinheimer Initiative“ bundesweit Beachtung.

Im Februar 2013 findet die nĂ€chste Jahrestagung der Initiative in Freiburg statt – zum ersten Mal in Baden-WĂŒrttemberg. Die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft und StaatssekretrĂ€r Dr. Mentrup waren sich sofort einig, dass auch das Land diese Tagung von nahmhaften Bildungsexperten aus der ganzen Republik nutzen sollte, um sich als bildungsfreundlicher Standort zu zeigen.

Dabei könne die Stuttgarter Landesregierung die Kompetenz der „Weinheimer Initiative“ gut nutzen, um landesweit Fachdiskussionen um gelingende ÜbergĂ€nge zwischen Schule und Beruf zu fördern. „Um mit einer kommunalen Koordinierung Bildung vor Ort zu gestalten brauchen die StĂ€dte die RĂŒckendeckung vom Land“, warb indessen OB Bernhard um UnterstĂŒtzung.

Die Bildungsregion Weinheim mit den sorgfĂ€ltig begleiteten Bildungsbiografien von der KiTa bis zum Berufseinstieg (der „Weinheimer Bildungskette“) und dem starken unterstĂŒtzenden bĂŒrgerschaftlichen Engagement könne als „Pilot“ fĂŒr das ganze Land gelten.

Dr. Frank Mentrup sicherte zu, die Ideen und Erkenntnisse der „Weinheimer Initiative“ in den zustĂ€ndigen Ministerien vorzubringen.“

NÀchste Stufe des "World Café"

Moderation ist „sinnvoll und gut“

Moderationsprozess zur Schulentwicklung in der Weststadt. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 15. Mai 2012. (red/pm) Schulentwicklung in der Weststadt wird von der Bevölkerung breit getragen – „Keine Verlierer“. Es soll weiterhin zwei Grundschulstandorte, aber nur eine Werkrealschule in der Weststadt geben.

Information der Stadt Weinheim:

„FĂŒr Margit Rechkemmer, Elternvertreterin an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, ist der Moderationsprozess zur Schulentwicklung in der Weststadt „sinnvoll und gut“. Gudrun Aisenbrey, die Schulleiterin, findet, „er stellt die Weichen und berĂŒcksichtigt, dass sich Lernen verĂ€ndern kann“. Und Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard nannte den Moderationsprozess nach der nĂ€chsten Stufe des „World CafĂ©â€œ am Samstag „besonders wertvoll“.

Gerade in den letzten Wochen nach den Diskussionen in den Schulen und den Parteien. „Da sind wirklich neue Ideen gekommen“, so der OB, der die rund 60 Teilnehmer der großen Runde im Rolf-Engelbrecht-Haus vor den Diskussionen begrĂŒĂŸte. Er nutzte die Gelegenheit, um sich bei den Teilnehmern des „World CafĂ©â€œ – Lehrer, Eltern, Kommunalpolitiker sowie weitere Betroffene und Interessierte – fĂŒr das hohe bĂŒrgerschaftliche Engagement zu bedanken. Damit sei man im Moderationsprozess „in nahezu allen Punkten entscheidend weitergekommen“, betonte der OB.

Nach vier Stunden Gruppenarbeit an der besten Lösung bestĂ€tigte das „World Cafe“ die Szenarien, die auch schon die Konzeptgruppe vor drei Wochen priorisiert hatte. Diese sehen vor, dass es in der Weststadt nach wie vor zwei Grundschulstandorte geben wird: Einer, wie bislang, am Dietrich-Bonhoeffer-Schulverbund und der zweite in einem Komplex mit einem neuen Rolf-Engelbrecht-Haus und dem SchĂŒlerhort am Stadion – dieser zweite Standort soll die heutige Albert-Schweitzer-Schule ersetzen, deren Sanierung technisch und wirtschaftlich nicht darstellbar ist und abgerissen werden soll.

Die Variante nur eines einzigen Grundschulstandorts wurde bislang in allen Runden verworfen; eine solche Grundschule wĂ€re zu groß und unĂŒbersichtlich, die Schulwege auch zu weit.

Anders wurde die Entwicklung bei den Werkrealschulen diskutiert, wo sich die Beteiligten einig sind, dass kĂŒnftig ein Standort an der DBS ausreichen wird. Die Integration, das gemeinsame Lernen und das Vermeiden einer Stigmatisierung sei im Schulverbund besser möglich, hieß es.

Allerdings legte man Wert darauf, dass die Karrillonschule sehr behutsam in die DBS aufgenommen werden sollte. Dr. Susanne Felger, Leiterin des Kommunalen Übergangsmanagementes Schule- Beruf, sprach davon, „dass man die SchĂ€tze beider Schulen erhalten muss“.

OB Bernhard versprach, „die Wege so sanft es geht abzufedern“. FĂŒr den Rathauschef mit seiner bekannten AffinitĂ€t zu Bildungsangelegenheiten steht fest: Wir mĂŒssen unbedingt darauf achten, dass sich hinterher keiner als Verlierer fĂŒhlt.“

Einig war man sich in der großen Runde, die wieder von Marc Pfeiffer moderiert wurde, dass die Johann-Sebastian-Bach-Förderschule ebenfalls sehr gut in ein neues Kultur- und Bildungszentrum mit SchĂŒlerhort am Stadion integriert werden könnte. Wichtiger positiver Nebeneffekt: Dadurch könnte die Stadt als SchultrĂ€ger und Bauherr neben dem Areal der Albert-Schweitzer-Schule ein weiteres GelĂ€nde zur Wohnbebauung umwandeln und damit Einnahmen erlösen, um den Neubau zu stemmen.

Durch den Wegfall von zwei SchulgebĂ€uden seien außerdem deutliche Einsparungen bei der GebĂ€udeunterhaltung möglich. Im Juni soll sich jetzt ein „Konzepttreffen“ mit den nun konkreteren VorschlĂ€gen befassen, kurz darauf werden Mitglieder des Gemeinderates in einem Kompakt-Workshop mit dem aktuellen Sachstand befasst, das Gesamtgremium soll im September eine Entscheidung treffen. OB Bernhard betonte, dass er eine rasche Realisierung fĂŒr sinnvoll hĂ€lt. Die Planungen könnten schon im Haushalt 2013 dargestellt werden.“

Sitzung des Kinder- und Jugendbeirats

„Weinheimer Bildungskette“ hĂ€lt stabil

Weinheim, 03. Mai 2012. (red/pm) Die Stadt widmet sich mit großem Engagement der besseren Chancengleichheit von Kindern – Überregional bedeutend. Bundesweit werden die beiden Worte Bildungsförderung und Weinheim oft in einem Atemzug genannt.

Information der Stadt Weinheim

„Einen möglichst chancengleichen Zugang zur Bildung zu ermöglichen, besonders auch fĂŒr Kinder mit Migrationshintergrund, ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. In Weinheim ist man bei diesem Thema weiter als anderswo, das wurde jetzt einmal mehr bei der Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates deutlich. Im Rahmen der Sitzung erfuhren die Verantwortlichen der Weinheimer Bildungsregion und der „Weinheimer Bildungskette“ großes Lob fĂŒr ihre Konzepte, Projekte und ihre Netzwerkarbeit in der Kommune.

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard betonte, dass die Arbeit, die in Weinheim fĂŒr Kinder und Jugendliche aus schwierigem sozialem Umfeld geleistet wird, bundesweit auf große Beachtung stĂ¶ĂŸt. Wegen der FĂŒlle an Angeboten und seit Jahren gewachsenen Strukturen war Weinheim im Januar 2011 zur Bildungsregion ernannt worden – damals als erste Große Kreisstadt in ganz Baden-WĂŒrttemberg.

In der sprichwörtlichen „Weinheimer Bildungskette“ sind ein ganzes BĂŒndel von Projekten, Angebote und Maßnahmen zusammengefasst, die Kindern in Weinheimer Familien und Einrichtungen frĂŒh die TĂŒren zur Bildung öffnen. Das beginnt mit frĂŒher Sprachförderung in den KindergĂ€rten, einer individuellen Lernförderung am Übergang zur Schule, weiteren Förderprogrammen unter Einbeziehung von Eltern und Elternbegleiterinnen, Bildungspartnerschaften mit Schulen, Jugendsozialarbeit, Berufsorientierung und einem kommunal gesteuerten „Übergangsmanagement“ am BildungsĂŒbergang von der Schule ins Berufsleben. FĂŒr diese Übergangsarbeit setzt sich Weinheim gemeinsam mit rund 40 weiteren StĂ€dten und Gemeinden auch bundesweit in einer „Weinheimer Initiative“ ein. Außerdem gibt es eine erfolgreiche Kooperation mit der ehrenamtlichen Organisation „Weinheimer UnterstĂŒtzerkreis Berufsstart“ WUB.

Bundesweit, so hieß es immer wieder im Ausschuss, werden die beiden Worte Bildungsförderung und Weinheim oft in einem Atemzug genannt. FĂŒr die Stadt sei dieser Schwerpunkt Programm, betonte OB Bernhard. In Weinheim werde der Begriff der „Kommunalen Verantwortungsgemeinschaft“ gelebt. Die „Weinheimer Bildungskette“, in der ein Glied ins andere greift, sei weit ĂŒber die Region hinaus ein Begriff. Das Motto „Kein Kind darf verlorengehen“ weise auf die lokale Gesamtstrategie in Weinheim hin.

Ulrike SĂŒĂŸ als Leiterin des BildungsbĂŒros und Dr. Susanne Felger als Leiterin des kommunalen Übergangsmanagements legten dem Gremium ausfĂŒhrliche Berichte ĂŒber die einzelnen Aktionen vor und konnten auch auf konkret messbare Erfolge verweisen. Zwei Drittel der Bewerber fĂŒr Ausbildungsstellen konnten jetzt in eine Ausbildung vermittelt werden.

Vier von fĂŒnf WerkrealschĂŒler hatten 2011 nach der neunten Klasse eine positive Ausbildungsperspektive. Was die Übergangsquoten, gerade auch bei Kindern mit Migrationshintergrund, in weiterfĂŒhrende Schulen angeht, sei Weinheim auf einem sehr guten Weg. Es gebe mittlerweile einen klaren Trend zu steigenden Gymnasialquoten und erfolgreichen ÜbergĂ€ngen ins Berufsleben.“

BĂŒndnis zur kommunalen Berufsförderung Tagt in Kiel

OberbĂŒrgermeister Bernhard eröffnet Jahresforum der „Weinheimer Initiative“

OB Bernhard (mitte) und Dr. Susanne Felger mit Dr. Wilfried Kruse, dem wissenschaftlichen Koordinator der Stiftung. Bild: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 01. Februar 2012 (red/pm) Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard eröffnete heute in Kiel das Jahresforum der bundesweit vernetzten „Weinheimer Initiative“. Die Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Bildungsfragen besteht aus Bildungsexperten aus sĂ€mtlichen Bereichen von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Auf der Tagung diskutieren die Teilnehmer ĂŒber weitere Wege zur kommunalen Förderung von Aus- und Weiterbildung.

Information der Stadt Weinheim:

Ich davon ĂŒberzeugt, dass dieses Jahresforum von Kiel 2012 ein Meilenstein in der jetzt fĂŒnfjĂ€hrigen Geschichte der Weinheimer Initiative sein wird.

Mit diesen Worten hat Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard am Mittwoch das Jahresforum der „Weinheimer Initiative“ in Kiel eröffnet und rund 170 Bildungsexperten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft begrĂŒĂŸt.

Die „Weinheimer Initiative“ ist eine bundesweit vernetzte Arbeitsgemeinschaft aus StĂ€dten und Landkreisen, die den Übergang ihrer Jugendlichen ins Berufsleben kommunal steuern. Sie fußt auf einer „Weinheimer ErklĂ€rung“, die 2007 von der Freudenberg-Stiftung angestoßen worden ist. OB Bernhard ist einer der Sprecher. Er nimmt an der Jahrestagung gemeinsam mit Dr. Susanne Felger, der Leiterin des Kommunalen Übergangsmanagements, teil.

In diesem Jahr beschĂ€ftigt sich das Jahresforum mit einem akuten Thema. Der FachkrĂ€ftemangel kommt ĂŒber Deutschland. Jeder vierte Betrieb konnte im letzten Jahr seine AusbildungsplĂ€tze nicht komplett besetzen, weil ihm die Auszubildenden fehlen.

Gleichzeitig liegt die Quote der jungen Menschen, die nach der Schule keinen Übergang ins Berufsleben finden, weiterhin bei ĂŒber 20 Prozent.

„Es gibt immer noch zu viele Jugendliche, die definitiv nicht in der Arbeitswelt ankommen“, bestĂ€tigte Gerwin Stöcken, zustĂ€ndig fĂŒr Bildung und Arbeit im Rathaus der Landeshauptstadt Kiel, bei einer Pressekonferenz vor der Tagung.

Die Botschaft der „Weinheimer Initiative“ lautet: Eine kommunale Steuerung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben kann effektiv gegen den Mangel an Auszubildenden und FachkrĂ€ften helfen. „Das Ankommen in der Arbeitswelt ist ein ganz akutes Thema aus der Sicht der Kommunen“, bekrĂ€ftigte Dr. Wilfried Kruse eingangs der Tagung. Kruse ist Sozialforscher an der TU Dortmund und wissenschaftlicher Koordinator der „Weinheimer Initiative“.

Die Kommunale Koordinierung des Berufseinstiegs werde zum entscheidenden Faktor fĂŒr die Zukunft eines Standortes, betonte Kruse. „Es ist entscheidend, aus schwachen Menschen starke zu machen“, beschrieb der Kieler OberbĂŒrgermeister Torsten Albig, der die hochkarĂ€tig besetzte Arbeitsgemeinschaft ebenso in Kiel begrĂŒĂŸte wie der schleswig-holsteinische Arbeitsminister Dr. Heiner Garg.

Die Landeshauptstadt Kiel ist seit letztem Jahr Mitglied in der „Weinheimer Initiative“ und steuert die Berufsorientierung junger Menschen – wie Weinheim auch – mit einem BĂŒro im Rathaus.

„Eine zentrale kommunale Aufgabe unserer Zeit“, so Albig. In Kiel ist es nach Angaben von Gerwin Stöcken gelungen, die Zahl der SchĂŒler ohne Berufsanschluss innerhalb eines Jahres von rund 27 Prozent auf rund 20 Prozent zu verringern.

Damit spare die Stadt unterm Strich einen Millionenbetrag an sozialen Transferleistungen. Die Kieler Jahrestagung steht im Zeichen der Vernetzung der Weinheimer Initiative mit Vertretern der Wirtschaft. „Die Sicherung von FachkrĂ€ften ist zum zentralen Thema in den Betrieben geworden“, bestĂ€tigte auch Hans Joachim Beckers, GeschĂ€ftsbereichsleiter der IHK Kiel. FĂŒr Heiner Bernhard ist klar:

FĂŒr mich ist es jetzt nicht nur verstĂ€ndlich, sondern eine SelbstverstĂ€ndlichkeit, dass die wachsende Zahl an Partnern aus Bildung und Wirtschaft die kommunale Koordinierung erfordert.

Die „Weinheimer Initiative“, so der OB in Sichtweite zur Kieler Förde, sei mit dieser ManövrierfĂ€higkeit auf dem richtigen Kurs. Mit der Hinwendung zum Thema FachkrĂ€ftesicherung, mit der ErgĂ€nzung des frĂŒheren Mottos: „Niemand darf verloren gehen“ durch „Jeder wird gebraucht“ erweitere man auch die politische Dimension der Diskussion. Bernhard:

Damit verzahnen wir endgĂŒltig den bildungs- und sozialpolitischen Ansatz mit dem wirtschaftspolitischen. Wir wollen damit die Chance wahrnehmen, mit unseren Erkenntnissen und Zielen weitere Kreise zu ziehen und damit Aufmerksamkeit und Wirksamkeit zu erhöhen.

Jedes zweite Unternehmen wolle sich stĂ€rker in der Ausbildung engagieren, allerdings seien Auszubildende mit der nötigen Reife zu schwer zu finden. Sowohl in den Schulen mĂŒsse die Berufsorientierung gestĂ€rkt werden als auch in den Betrieben, fĂŒr die Dr. Kruse eine „bessere Willkommenkultur“ forderte. Der Wissenschaftler:

Klar ist auch, dass beim Ankommen in der Arbeitswelt die Kommunale Koordinierung noch stĂ€rker als bisher auf enge Kooperation mit Betrieben, Kammern, Gewerkschaften, mit Berufsschulen und der Agentur fĂŒr Arbeit angewiesen ist.

Die „Kieler ErklĂ€rung“ der Arbeitsgemeinschaft bringe dies unmissverstĂ€ndlich zum Ausdruck. Darin heißt es:

Kommunale Koordinierung und Berufsausbildung und deren Gremien hatten bisher zumeist wenig miteinander zu tun. Dies muss sich Ă€ndern – von beiden Seiten.