Montag, 20. November 2017

Viele Waffen, kaum Kontrollen: Drei Tote in Dossenheim, zwei in Eberbach, drei in Sinsheim und ein ĂŒberfordertes Landratsamt

Tödliches Risiko – SWR-Film kritisiert zu lasche Waffenkontrollen

Mannheim/Stuttgart/Rhein-Neckar, 23, Juli 2013. (red) Der Amoklauf in Dossenheim, das Beziehungsdrama in Eberbach, drei Tote in Sinsheim – alle Taten wurden mit legalen Schusswaffen ausgeĂŒbt. Insbesondere die GrĂŒnen kritisierten zu lasche Kontrollen, sind jetzt aber selbst am Ruder und die Kontrollen bleiben lasch. Der SWR-Autor Claus Hanischdörfer zeigt eine ĂŒberforderte Behörde, traumatisierte Opfer und stellt viele Fragen, auf die es wenn, dann oft nur unzureichende oder fassungslos machende Antworten gibt. Klar ist: Waffen sind nicht nur Sport-, sondern auch TötungsgerĂ€te. Bessere Kontrollen könnten mehr Schutz bieten – bis dahin bleibt ein tödliches Risiko. Filmtipp heute Abend, 20:15 Uhr, SWR-Fernsehen. [Weiterlesen…]

BĂŒhnenaufbau zur Tour de LĂ€ndle in vollem Gange

„DJ Ötzi“ ist gut beschirmt

LĂ€ndle_Schirm

Ca. 200 Helferinnen und Helfer sind im Einsatz, um die Ankunft der rund 2000 Tour-de-LĂ€ndle-Teilnehmer, deren Versorgung und letztlich deren geordnete Abfahrt am Samstagmorgen zu organisieren. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 26. Juli 2013. (red/pm) Heute Abend tritt der Schlagerstar „DJ Ötzi“ anlĂ€sslich der Tour de LĂ€ndle in Weinheim auf. DIe Vorbereitungen sind schon im vollen Gange. Seit Mittwoch steht die BĂŒhne im Weinheimer Sepp-Herberger-Stadion. [Weiterlesen…]

"Anton aus Tirol" in Weinheim

„DJ Ötzi“ kommt zur „Tour de LĂ€ndle“

DJ Pressefotos Es ist Zeit (2012) - CMS Source

DJ Ötzi singt zur „Tour de LĂ€ndle“. Foto: Stadt Weinheim

 

Weinheim, 19. Juli 2013. (red/pm) DJ Ötzi ist ist schon lange im GeschĂ€ft und sehr bekannt. Zur Freude von Weinheim singt er zur „Tour de LĂ€ndle“ am Freitag, 26. Juli, im Weinheimer Sepp-Herberger-Stadion. Der Eintritt ist frei. [Weiterlesen…]

Rund 230.000 Menschen sahen am Freitag die Landesschau „total regional“

Der SĂŒdwesten schaute nach Weinheim

Weinheim, 11. Juni 2013. (red/pm) „Hallo und guten Abend vom nördlichsten Marktplatz Italiens.“ Mit dieser gewagten geographischen These begrĂŒĂŸte am Freitagabend kurz nach 18:00 Uhr Moderator Tommy Miltner die Fernsehzuschauer im SĂŒdwesten der Republik. Die erste Pointe des bekennenden KurpfĂ€lzers saß schon mal bei der Landesschau-Liveschaltung „Total regional“ vom Weinheimer Marktplatz. [Weiterlesen…]

Landeschau des SWR Fernsehens sendet am 7. Juni aus Weinheim

Das Land blickt auf den Marktplatz

Kopie von MarktplatzFruehling

Einer der schönsten PlÀtze zwischen Bodensee und Hessengrenze: Der Weinheimer Marktplatz. Foto: Stadt Weinheim

 


Weinheim, 20. Mai 2013. (red/pm) Nicht nur bei der eineinhalbstĂŒndigen Live-Sendung zum Auftakt der „Tour de LĂ€ndle“ am 26. Juli schaut das Land Baden-WĂŒrttemberg auf Weinheim – bereits am Freitag, 7. Juni, sind die Kameras auf die Zweiburgenstadt gerichtet. [Weiterlesen…]

Spielfilmproduktion spielt teilweise in Weinheim

„Zeit der Helden“ sorgt fĂŒr Aufsehen

Weinheim, 27. MĂ€rz 2013. (red/pm) Seit Montagabend lĂ€uft in dieser Woche – jeden Tag bis Karfreitag – eine Spielfilmserie von SWR und ARTE mit dem Titel „Zeit der Helden“, die zum Teil in Weinheim spielt. [Weiterlesen…]

SWR4-Redaktionsleiter Klaus GĂŒlker wandert heute live von Weinheim nach Schriesheim

Um acht geht’s „Raus mit Klaus“

Weinheim/Schriesheim, 08. MĂ€rz 2013. (red/pm) Wer im Land bis jetzt oder spĂ€testens in ein paar Wochen noch nicht weiß, wo Weinheim liegt und wie es dort aussieht, der dĂŒrfte weder ein Radio noch einen Fernseher haben, kein Internet und keine Zeitung. Denn in den nĂ€chsten Tagen und Wochen kann die Stadt mit einer sehr beachtlichen ĂŒberregionalen MedienprĂ€senz aufwarten. [Weiterlesen…]

SWR-Dokumentation fasst die Entwicklung von Stuttgart 21 zusammen

Stuttgart 21 – Eine Chronik

Rhein-Neckar, 24. November 2011. (red) Am Sonntag stimmen die BĂŒrger in Baden-WĂŒrttemberg ĂŒber das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ab. Angeblich liegen Gegner und BefĂŒrworter in etwa gleich auf. Die halbstĂŒndige SWR-Dokumentation von Harald Kirchner und Bernd Schlecker zeigt die „Entwicklung“ von Stuttgart 21 von Ende der 80-Jahre bis heute mit vielen Archivaufnahmen und „klaren“ Aussagen – ein sehenswerter Film.

Sehr prĂ€zise zeigt der Film die Entstehungsgeschichte des Streitfalls Stuttgart 21. Besonders interessant: Immer wieder betonen die BefĂŒrworter, es handle sich um das „bestgerechnetste Bahnprojekt ĂŒberhaupt“ – ĂŒber die Jahre muss aber immer wieder „nachgerechnet“ werden und das Projekt wird Zug um Zug teurer und teurer.

Aktuell stehen die Prognosen schon fast bei sieben Milliarden Euro, der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Hauk hatte im Herbst 2010 in Hirschberg an der Bergstraße gar gesagt: „Es kann Baden-WĂŒrttemberg wurscht sein, ob Stuttgart 21 zehn oder fĂŒnfzehn Milliarden Euro kostet.“ Weiß Herr Hauk mehr als andere?

Nach einem Bericht von frontal21 (ZDF) wusste zumindest der frĂŒhere MinisterprĂ€sident GĂŒnter Oettinger (CDU) mindestens seit 2009 von deutlich höheren Kosten, ließ diese „Erkenntnis“ aber in der Schublade verschwinden und besiegelte das Projekt mit seiner Unterschrift. Er „schaffte damit Fakten“.

Andere Fakten schaffte der Stuttgarter OberbĂŒrgermeister Wolfgang Schuster (CDU). Auch er „leistete“ seine Unterschrift und verhinderte damit ein BĂŒrgerbegehren, fĂŒr das 67.000 Stuttgarter unterschrieben hatten.

Noch erstaunlicher ist das Demokratie-VerstĂ€ndnis des SPD-Politikers Rudolf Drexler (SPD), der den Initiatoren des BĂŒrgerbegehrens die „EnttĂ€uschung der BĂŒrger“ vorwirft, weil „klar war, dass der BĂŒrgerentscheid nicht kommen kann“ (ab Minute 16′).

Die SWR-Dokumentation fasst die Ereignisse ruhig zusammen – „erschĂŒtternd“ ist die Dokumentation trotzdem.

In eigener Sache: Reaktionen auf den Beitrag im ARD-Morgenmagazin


Hardy Prothmann ist seit 20 Jahren Journalist und hat fĂŒr viele große Tageszeitungen, Magazine sowie Hörfunk und Fernsehen von ARD und ZDF gearbeitet. Seit 2009 berichtet er wieder als Lokaljournalist in Nordbaden. Bildquelle: ARD-Morgenmagazin/SWR

Rhein-Neckar, 02. August 2011. (red) Heute hat das ARD-Morgenmagazin einen Beitrag ausgestrahlt, in dem Hardy Prothmann als verantwortlicher Redakteur fĂŒr heddesheimblog.de im Interview zu sehen war. Im Bericht geht es um den Tarifstreit zwischen Gewerkschaften und Verlegern. Gestern wurde in Lampertheim demonstriert. Ein ARD-Team hat uns dazu befragt. Herzlichen Dank fĂŒr die (trotz Ferien) bundesweiten Reaktionen per email, Chat oder Telefon. Wir fassen unsere Antworten zusammen.

Beitrag aus dem ARD-Morgenmagazin vom 02. August 2011, nachzuschauen bei tagesschau.de

Warum seid Ihr so kritisch mit der Zeitung?

Weil die Berichterstattung oft ungenĂŒgend ist. Die meisten Mitarbeiter haben frĂŒher selbst fĂŒr Zeitungen gearbeitet – es tut weh, wenn man sieht, wie das Produkt verkommt. Statt zu lamentieren, haben wir uns entschlossen, selbst eine Redaktion aufzubauen. Und wir stellen uns jeder inhaltlichen Kritik – was man von den Zeitungen leider nicht erwarten kann.

Bedroht das Internet „die Zeitung“?

Nein. Journalistische Angebote im Internet zeigen nur, dass es „Alternativen“ zur Zeitung gibt. „Alternative“ hat dabei nichts mit „grĂŒn“, „links“, „Apo“ oder dergleichen zu tun. Journalistische Internetseiten bewegen sich wie die Zeitungen, das Radio, das Fernsehen auf dem Markt der Aufmerksamkeit ĂŒber angebotene Informationen.

Die Zeitungen mĂŒssen sich wie andere Medien vergleichen lassen. Der Vergleich fĂ€llt leider immer hĂ€ufiger nicht gut aus. Teure Abos bei gleichzeitig mangelhaftem Inhalt sind vermutlich kein „Zukunftsmodell“. Deswegen werden alle Lokalzeitungen, die nicht an der QualitĂ€t arbeiten, mittel- bis langfristig große Probleme bekommen. Zeitungen mit guter QualitĂ€t haben auch eine Zukunft.

Können Blogs eine Zeitung ersetzen?

Warum nicht? Es geht um zutreffende Informationen, kritische Berichterstattung, einordnende Kommentierung, „EnthĂŒllungen“, Unterhaltung. All das können Blogs oder „Internet-Zeitungen“ bieten. Aktueller und umfangreicher als eine aufs Medium Papier begrenzte Zeitung.

Wir empfehlen gerne auch sehr gute Angebote, beispielsweise das DeutschlandRadio, Arte oder 3Sat, um elektronische Medien zu nennen. Das sind ganz hervorragende Angebote. Das Problem: Es sind keine „Lokalmedien“. Wenn man wissen will, was um einen herum „los“ ist, dann braucht man sehr gute Lokalmedien. Zeitungen hatten bis vor kurzem hier ein Monopol – das brökelt zunehmend.

Die meisten neuen journalistischen Internetportale sind noch sehr „jung“ – leisten aber wie das heddesheimblog.de enorm viel fĂŒr die Leserinnen und Leser und decken teils schon mehr Themen ab, als in der Zeitung stehen. Da es so gut wie keine „Verfilzung“ gibt und keine mĂŒden Monopolstrukturen sind die Angebote meist frischer und meinungsfreudiger. Sie bedienen sich zudem einer Technik, die ĂŒberall verfĂŒgbar und zunehmend „selbstverstĂ€ndlicher“ auch fĂŒr Ă€ltere Generationen wird. Die junge Generation liest sowieso so gut wie keine Zeitung mehr.

Wie steht es um die objektive Berichterstattung?

Dazu muss man erstmal definieren, was „objektiv“ ist und ob dies erstrebenswert ist. Die Fakten mĂŒssen stimmen. Das allein reicht aber nicht, sie mĂŒssen interpretiert und eingeordnet werden. Viele Dinge kann man so oder so sehen.

Ein klassisches Beispiel: War Che Guevara ein Terrorist oder ein FreiheitskĂ€mpfer? Ein aktuelles Beispiel: Ist Anders Breivik ein „AmoklĂ€ufer“ oder ein rechtsextremer Terrorist?

Und lokal geht es um Fragen wie: „Können oder wollen wir uns das Hallenbad noch leisten?“ „Wie viel Betreuung muss, kann, soll, will eine Gemeinde fĂŒr Kinder anbieten?“ Dazu lassen sich Fakten zusammentragen, aber auch sehr viele Meinungen.

Unsere Redaktion bietet bewusst einen „subjektiven“ Journalismus an. Unsere Inhalte werden nicht von Maschinen gemacht, sondern von Menschen, die sind nunmal „Subjekte“ und keine Objekte.

Wir arbeiten mit professionellen, journalistisch-handwerklichen Methoden. Wir hinterfragen kritisch und genau und dokumentieren den grĂ¶ĂŸten Teil unserer Quellen – bis auf die, die wir wegen vermuteter Nachteile schĂŒtzen. Unsere Leserinnen und Leser können unsere Informationen ĂŒberprĂŒfen, wir helfen sogar dabei, weil wir das förderlich fĂŒr die „subjektive“ Meinungsbildung halten.

Objektiv heißt fĂŒr uns, transparent und ehrlich zu berichten. Die Leserinnen und Leser erweitern das mit Kommentaren und Links. Artikel 5 spricht nicht von einer „objektiven“ Meinungsfreiheit, sondern von der Freiheit, sich auch öffentlich zugĂ€nglichen Quellen eine Meinung bilden und diese Ă€ußern zu dĂŒrfen. Daran wirken wir mit.

Sehen Sie eine Lösung fĂŒr die Zeitungen?

FĂŒr die allermeisten leider nicht. Das Produkt Zeitung muss mit einem exklusiven Inhalt ĂŒberzeugen. Sobald das nicht mehr der Fall ist, wird die Zeitung beliebig und hat keinen Nutzen mehr. Da die Entwicklung seit gut zwei Jahrzehnten negativ ist und das Internet viele neue Möglichkeiten bietet, hat die Zeitung nur eine Chance – wenn sie sich auf guten Journalismus, exklusive Inhalte und Respekt vor der Leserschaft besinnt.

NatĂŒrlich mĂŒssen Zeitungen auch die BedĂŒrfnisse ihrer Werbekunden möglichst gut bedienen. Da Zeitungen heute aber wie Konservenfabriken von Betriebswirten ohne journalistischen Ehrgeiz gefĂŒhrt werden, ist eine Lösung nicht in Sicht. Der Einfluss der Werbewirtschaft auf die redaktionelle Berichterstattung beschĂ€digt zudem die GlaubwĂŒrdigkeit der redaktionellen Inhalte und der werbenden Unternehmen. Ein VerstĂ€ndnis dieser Wechselwirkungen ist heute leider in ZeitungshĂ€usern kaum noch anzutreffen.

Warum argumentieren Sie fĂŒr die Kollegen bei der Zeitung?

Aus SolidaritĂ€t. Das „Angebot“ der Verleger ist sittenwidrig. Die VerlagshĂ€user haben ĂŒber Jahre hinweg Geld gescheffelt. Renditen von ĂŒber 20 Prozent waren keine Seltenheit. Auf das neue Medium Internet wurde arrogant reagiert und deshalb hat man heute große Probleme.

Bei vielen Zeitungen gibt es nach wie vor gute Leute und es gibt junge Menschen mit viel Enthusiusmus, die diesen wunderbaren Beruf ergreifen wollen. Wenn man, um sich Renditen zu erhalten, die eigenen Leute kaputt spart, ist das der falsche Weg. Zudem nehmen immer mehr ökonomische Interessen Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung. Am Beispiel der Fehl- oder Nichtleistungen der Stuttgarter Zeitung in Sachen Stuttgart21 kann man gut erkennen, wie wenig von der „vierten Gewalt“ ĂŒbrig geblieben ist. HĂ€ufig sind die Zeitungen nur nur SteigbĂŒgelhalter fĂŒr Lobbyisten, InteressenverbĂ€nde, Werbekunden oder die jeweils herrschenden Klassen. Mit kritischer Kontrolle hat das wenig zu tun und das ist schĂ€dlich fĂŒr die Demokratie.

Nicht jeder Journalist ist ein RevolutionĂ€r und packt seine Sachen, wenn er nicht so berichten darf, wie er sollte. „Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing“ gilt auch fĂŒr diesen Beruf. In der Verantwortungskette stehen die Verleger, Chefredakteure und Redaktionsleiter ganz vorne.

Eine Demokratie braucht aber eine kritische Öffentlichkeit und es ist sicher von Vorteil, wenn viele Leser an die Verlage schreiben und mehr Journalismus fordern. Verleger sind Kaufleute – und wenn die Kunden rebellieren, ĂŒberlegen die sich sicher sehr genau, wie sie sich besser nicht verhalten sollten.

Warum sind Radio und Fernsehen nicht so sehr betroffen?

Sind sie. Sowohl Radio als auch Fernsehen sind bereits vom Internet umschlungen worden. In einigen Jahren werden viele Menschen ein GerĂ€t an der Stelle haben, an der der „Fernseher“ stand. DarĂŒber kann genauso Radio gehört werden. Das Radio kann aber ĂŒber sehr einfache GerĂ€te ĂŒberall, vor allem im Auto, als „Nebenbei-Medium“, empfangen werden. Diese Einfachheit wird das Radio als Radio ĂŒberleben lassen. Das Fernsehen als Inhaltelieferant fĂŒrs Internet(fernsehen) bleibt auch erhalten. Ob man Fernsehen auf einem FernsehgerĂ€t oder einem Computerbild schaut, ist mehr oder weniger dasselbe.

Die Papierzeitung hat aber ein Problem: Es ist teuer, sie herzustellen, man muss sie teuer transportieren und bis sie beim Leser ist, vergeht zu viel Zeit. Zudem ist sie im Umfang begrenzt. Man kann sie schlecht archivieren und schon gar nicht verlinken. Die Zeitung ist ein Einbahnstraßenmedium. Das sind echte Nachteile, die zu einer deutlichen Reduzierung der Zeitungswelt in der Zukunft fĂŒhren werden. Nur wirklich exklusive, sehr gute Inhalte werden das abwenden können.

Können Blogs nur von Journalisten gemacht werden?

Gut gemachte Informationsportale sind irgendwann von selbst „journalistisch“. NatĂŒrlich können auch BĂŒrger oder Interessengruppen publizistisch tĂ€tig werden – es ist aber eine verantwortungsvolle und anstrengende Arbeit und wenn man eine gewisse Aufmerksamkeit erreichen möchte, muss man am Ball bleiben. Es sind zudem sehr viele „rechtliche“ Dinge zu beachten.

Insofern sind hauptberufliche Journalisten, die ihr Handwerk beherrschen, eher in der Lage, ein solches Angebot aufzubauen. Das gilt sowohl fĂŒr große Nachrichtenportale wie fĂŒr kleine lokale Angebote. Die QualitĂ€t muss ĂŒberzeugen. Ob die von „Journalisten“ oder „Bloggern“ kommt, ist egal. In Amerika heißen Redakteure „editors“, in der Schweiz Redaktoren – das sind Begrifflichkeiten. Die Inhalte sind entscheidend.

UnterstĂŒtzen Sie uns, wenn wir etwas Ă€hnliches planen?

Vielen Dank fĂŒr das viele Lob, das wir von vielen bekommen haben, nachdem Sie sich auf unseren Seiten umgesehen haben. Wir helfen gerne, wo wir können, haben natĂŒrlich aber unsere eigene Arbeit zu machen. Fragen kostet nichts 😉 .

Weil wir aber davon ĂŒberzeugt sind, dass sich Kooperationen lohnen, haben wir mit Kollegen das Netzwerk http://istlokal.de gegrĂŒndet. Der Verein wird in KĂŒrze angemeldet und hat zum Ziel lokal- und regionaljournalistische Internetangebote zu fördern. Die deutschlandweit rund 50 Mitglieder und Interessenten tauschen sich schon heute zu den Themenfeldern Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht auf der Basis von SolidaritĂ€t aus. Man hilft sich gegenseitig, um das eigene Angebot und das anderer zu verbessern.

Wenn Sie also selbst ein Angebot planen oder als Initiative ein Angebot von jemandem aufbauen lassen wollen, finden Sie hier Ansprechpartner. Wir bieten auch technische, inhaltliche und organisatorische Beratung gegen Honorar an und machen Ihnen gerne ein Angebot.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Die Redaktion von heddesheimblog.de, hirschbergblog.de, ladenburgblog.de, viernheimblog.de, weinheimblog.de, rheinneckarblog.de

istlokal finden Sie hier:
http://istlokal.de

Berichte ĂŒber unsere Blogs finden Sie hier.

In eigener Sache: Berichte ĂŒber unsere blogs

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 18. Mai 2011. (Aktualisiert) heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog, weinheimblog, rheinneckarblog, viernheimblog sind lokal-journalistische Informationsplattformen im Internet. Weder der Journalismus, noch das Internet sind neu. Neu ist die Kombination von kritischem Lokaljournalismus im „weltweiten Netz“. Dazu gibt es viele Meinungen. Was andere ĂŒber uns und unseren Journalismus denken – lesen Sie hier. Wir aktualisieren diese Liste seit November 2009 fortlaufend.

sueddeutsche

sueddeutsche.de interviewt Hardy Prothmann.

Der Anspruch ist ein einfacher: Bester Journalismus fĂŒrs Lokale. Seit Mai 2009 berichtet das heddesheimblog ĂŒber Heddesheim und manchmal ĂŒber die Gemeindegrenzen hinaus. Seit Dezember 2009 gibt es das hirschbergblog, seit Februar 2010 das ladenburgblog, seit November 2010 das weinheimblog, seit Januar 2011 das rheinneckarblog, seit April 2011 das viernheimblog.

Vorbildfunktion.

Diese Arbeit hat die Aufmerksamkeit vieler Journalisten und Medienmacher ĂŒberall in der Republik auf sich gezogen.

Warum? Ganz einfach.

Obwohl der grĂ¶ĂŸte Teil des Journalismus in Deutschland im Lokalen stattfindet, gilt der Lokaljournalismus als qualitativ minderwertig. Kein Wunder, ruhen sich doch die meist monopolistischen Lokalzeitungen auf ihrer konkurrenzlosen Position aus.

Lokal = spannend.

Unsere Redaktion hĂ€lt dagegen und beweist seit nunmehr zwei Jahren, dass lokale Themen spannende Themen sind. Lokale Berichterstattung ist eine Herausforderung – die viele Zeitungen seit Jahren nicht mehr annehmen – Radio und Fernsehen schon gar nicht.

Unsere Blogs genießen eine hohe Aufmerksamkeit bei den Leserinnen und Lesern – weil sie seriösen, kritischen und meinungsstarken Journalismus bieten. Weil wir recherchieren und nachhaken – die Bratwurstberichterstattung ĂŒberlassen wir anderen.

Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass es wichtig ist, das kommunale „Zeitgeschehen“ abzubilden. Überall auf der Welt leben die Menschen lokal – die Nachrichten ĂŒber das lokale Leben sind der exklusivste Inhalt vor Ort.

Lokal = exklusiv.

Wir berichten auch ĂŒber große Themen der Republik, wir holen diese aber ins Lokale. Wir sind im engen Kontakt mit unseren LeserInnen – ganz persönlich aber auch ĂŒber neue „Social Media“-Plattformen wie Twitter und Facebook oder Wer-kennt-wen.

„Wir“ sind eine kleine Redaktion mit freien Mitarbeiter, die alle eins verbindet – hohes Engagement.

Über die Kommentarfunktion bringen sich die LeserInnen zudem ein und bereichern (meistens) die Berichterstattung. Aktiver Austausch von Fakten, Argumenten und Meinungen ist wichtig fĂŒr das Zusammenleben in der Gemeinde.

Finanziert wird unsere Arbeit durch Werbung und die Beratung von Firmen und Institutionen zum Einsatz von Blogs und „Social Media“ – modernes Marketing ist lĂ€ngst mehr als die langweilige, teure und passive Zeitungsanzeige. WĂ€hrend Print kontinuierlich verliert, gewinnt das Internet rasant. Immer mehr Menschen lesen und informieren sich online – alle Markstudien belegen diese Tatsache.

dctp

dctp-Journalist Philip Banse interviewt Hardy Prothmann.

Unsere Blogs bieten also aktiven Journalismus. Und die Arbeit der Redaktion ist transparent.

Seit Anfang Mai 2011 haben wir uns mit anderen Internet-Zeitungen deutschlandweit zusammengeschlossen: istlokal.de ist ein Netzwerk von lokalen Internetmedien, die sich gegenseitig unterstĂŒtzen. Zu: Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht. Rund 50 Angebote machen derzeit mit.

Kritik = konstruktiv.

Unsere kritische Haltung gefĂ€llt nicht jedem – weil viele durch die unkritische Berichterstattung der „etablierten“ Medien nicht mehr mit Kritik umgehen können.

Kritik bedeutet aus unserer Sicht nicht, dass wir „jemanden schlecht machen“, sondern dass wir aufzeigen, wo es „nicht gut lĂ€uft“, wo etwas zu verbessern ist.

Kritik heißt, sich mit einer Sache oder Personen auseinanderzusetzen und kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Falsche RĂŒcksichtnahmen sind in unseren Augen die Garantie dafĂŒr, dass sich nichts verĂ€ndert.

Wir „kritisieren“ aber auch immer gerne „positiv“, wenn es „gute“ Nachrichten zu berichten gibt.

Zukunft des Lokaljournalismus.

Deswegen orientieren sich viele andere Journalisten und Redaktionen bereits an unserer Arbeit – die lokale Berichterstattung im Internet gilt vielen als die Zukunft des Lokaljournalismus.

Hardy Prothmann, verantwortlicher Journalist fĂŒr diese neue Form des Lokaljournalismus, ist gern gesehener Gast bei Medientagungen. Ob beim Frankfurter Tag des Onlinejournalismus auf Einladung der Evangelischen Kirche Deutschland und des Hessischen Rundfunks, beim katholischen ifp (Institut zur Förderung publizistischen Nachwuches e.V.) oder bei der Hochschule Darmstadt-Dieburg, um nur drei Beispiele zu nennen.

Diese Zukunft machen wir schon heute. Nachfolgend lesen Sie Artikel, Interviews, BeitrĂ€ge von anderen Medien ĂŒber unsere Blogs.
Neueste BeitrĂ€te wie ĂŒblich oben.

evangelisch

PortrÀt bei evangelisch.de

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Die Redaktion heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog

FrĂ€ulein Baumann kommt ins Fernsehen… und ist am Samstag live in Heddesheim


Guten Tag!

Weinheim, 16. Februar 2011. Die Weinheimer Comedian sind schwer auf Tour im Moment. Die Fernsehmacher im SĂŒdwesten und anderswo sind in diesem Jahr besonders auf eine Dame scharf, die gerade in die besten Jahre gekommen ist: FrĂ€ulein Baumann. „Die“ tritt am 27. Februar 2011 im SWR live auf – am 19. Februar aber „hautnah“ in Heddesheim bei der Prunktsizung der „Grumbe“.

Von Roland Kern

Seit einigen Jahren schlĂŒpft der Weinheimer Zauberer, Comedian, Schauspieler, Kabarettist und Spitzklicker Dr. Markus Weber (im richtigen Leben Apotheker) nicht unter, sondern in den Rock des betagten spitzzĂŒngigen Weinheimer FrĂ€uleins.

FrĂ€ulein Baumann im ?? FrĂŒhling...

Und, je Ă€lter desto besser: In den letzten Wochen dreht FrĂ€ulein Baumann nochmal so richtig auf, sei es nun der vierte, fĂŒnfte oder sechste FrĂŒhling . . . Im November 2010 trat sie im Quatsch Comedy Club in Berlin auf. Und jetzt rein in die Fernsehfastnacht.

Die Fastnacht ist ja bekanntlich vor einer ungewissen Zahl an Jahren die Wiege von FrĂ€ulein Baumann gewesen. Ihre Auftritte mit wedelnden BrillenglĂ€sern und der prĂ€gnanten Aussprache waren zunĂ€chst komödiantische Höhepunkte des Weinheimer Faschingsvereins „Weinheimer
BlĂŒten“.

Seit einigen Jahren tourt FrĂ€ulein Baumann durch die renommierten Prunksitzungen der Region und hat zahlreiche Fans in der Kurpfalz und darĂŒber hinaus gewonnen.

Sie kann sich herrlich selbst auf den Arm nehmen, wenn sie sich so ihre Gedanken ĂŒber ihre Generation macht (mit Johannes Heesters war sie in der Krabbelgruppe, sagt sie), ĂŒber die hinter ihr liegende und die nachfolgenden. Lustig sind auch die Erlebnisse mit ihrer Leib- und Magen-Freundin Lisbeth.

FrÀulein Baumann ist die Comedy-Antwort auf den demographischen Wandel und eine Kleinkunst-Botschafterin ihrer Heimatstadt Weinheim.
Kein Wunder also, dass die Unterhaltungsprofis des Dritten Fernsehprogramms des SWR jetzt auch auf die alte Dame aufmerksam geworden sind.
„Ich hĂ€tte vor Freude unseren Großherzog kĂŒssen können“, erklĂ€rte FrĂ€ulein Baumann jetzt ihren Fans (natĂŒrlich auf der eigenen Facebook-Seite), „als die MĂ€nner vom Fernsehen angerufen haben“. Die Redakteure des SWR hatten den Comedy-Allrounder aus Weinheim neulich bei einer Prunksitzung in Ludwigshafen entdeckt und im Redaktionsteam vorgeschlagen.

So kommt es, dass FrĂ€ulein Baumann am Sonntag, 27. Februar, bei einer der großen SWR-FernsehĂŒbertragungen ihren Auftritt hat: Bei der Badisch-PfĂ€lzischen Fastnacht, die live und in Farbe von 20.15 Uhr bis 23.30 Uhr im Dritten Programm ausgestrahlt wird, diesmal aus Frankenthal. Dabei steht das „alte FrĂ€ulein von Weinheim“ an der Seite von bekannten Fastnachtern wie GĂŒnter Dudenhöffer, Andreas Franz und Werner Strobel.

Anmerkung der Redaktion:
Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim

Lesen Sie auch unseren Bericht im heddesheimblog: Noch gibt es Karten fĂŒr die Prunksitzung der Grumbe

Weiter Videos.

Noch gibt es Karten (11 Euro) im Vorverkauf ĂŒber die Fahrschule Göhner: 06203/ 44 3 49 oder an der Abendkasse.
BĂŒrgerhaus. Einlass ist um 18:11 Uhr, Beginn um 19:11 Uhr.

Behörden-Fernsehen – der SWR und sein Dilemma


Guten Tag!

03. Februar 2011. Der SĂŒdwestdeutsche Rundfunk (SWR) will ein TV-Duell zwischen MinisterprĂ€sident Stefan Mappus und „seinem Herausforderer“ Nils Schmid veranstalten. Dabei zeigen Umfragewerte, dass der GrĂŒne Winfried Kretschmann der „vermutliche Herausforderer“ ist. Doch die Umfragewerte, die sonst so gerne wichtig berichtet werden, bezeichnet SWR-Chefredakteur Michael Zeiß als „flĂŒchtig“. Die Frage ist, wovor Herr Zeiß und der SWR auf der Flucht sind.

Kommentar: Hardy Prothmann

GrĂŒnen-Spitzenkandidat will sich "duellieren" - der SWR will die "MachtverhĂ€ltnisse" einhalten. Journalistische Fragen spielen fĂŒr SWR-Chefredakteur Michael Zeiß nur eine "flĂŒchtige Rolle". Quelle: BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen

Wer sich ein wenig fĂŒr Medien interessiert, ist nicht wirklich ĂŒber das Dilemma erstaunt, in dem sich der SWR gerade befindet und das er selbst provoziert hat.

Am 15. MĂ€rz 2011 will der SWR ein „TV-Duell“ zeigen, in dem MinisterprĂ€sident Mappus mit dem SPD-Spitzenkandidaten Schmid diskutieren soll. Seit Monaten zeigen allerdings Meinungsumfragen, dass BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen mit ihrem Spitzenkandidaten Winfried Kretschmann vermutlich zweitstĂ€rkste Kraft im Stuttgarter Landtag werden könnten. Und deren Landesvorsitzende Silke Krebs und Chris KĂŒhn beschwerten sich nun in einem offenen Brief an die Intendanten Peter Boudgoust: „Das geht an der RealitĂ€t vorbei.“

Politischer SWR-Proporz.

Der SWR sieht die RealitĂ€ten anders und orientiert sich nicht an einer möglichen neuen „Machtverteilung“, sondern an der bestehenden. Danach ist die CDU die stĂ€rkste Partei, gefolgt von der SPD und dann den GrĂŒnen.

Ein „Angebot“ von Mappus, in je ein Duell mit je einem der Kandidaten einzusteigen, lehnte der Sender ab, weil Mappus dann „bevorzugt“ wĂŒrde.

Das klingt auf den ersten Blick vernĂŒnftig, tatsĂ€chlich muss man sich fĂŒr dumm verkauft vorkommen.

Denn diese so „schlagkrĂ€ftige“ Argument, mit dem der Sender und Herr Zeiß scheinbar so tun, als verhalteten sie sich „journalistisch einwandfrei“, ist logisch falsch.

Zu Ende gedacht, sollte man das Angebot von Herrn Mappus annehmen. Statt einem oder zwei „Duellen“ sollten drei stattfinden: Auch eines zwischen Herrn Schmid und Herrn Kretschmann.

Jeder gegen jeden wÀre spannender.

Jeder Kandidat hÀtte dann mit je einem anderen Kandidat diskutiert. Das wÀre sogar journalistisch spannend.

TatsĂ€chlich steht das SWR-Fernsehen unter TV-Chefredakteur Michael Zeiß eher nicht fĂŒr guten Journalismus, wie die Ägypten-Berichterstattung, fĂŒr die der SWR „federfĂŒhrend“ ist, eindrĂŒcklich belegt.

Der SWR zeigt sich unbeweglich wie eine Behörde, die er letztlich auch ist. Mit GEZ-GebĂŒhrengeldern fein ausgestattet, werden die politischen „Ist“-ZustĂ€nde bedient.

Es ist lĂ€ngst kein Geheimnis mehr, dass die wichtigen Posten in den Sendern streng nach Parteien-Proporz besetzt sind. Einmal schwarz, einmal rot, ein bisschen gelb und grĂŒn ist bislang, wenn ĂŒberhaupt besetzt, dann eher fĂŒr die Berichterstattung von der Wiese.

Hier werden im Hintergrund mit großer Wahrscheinlichkeit „Strippen“ gezogen. Oder anders: Der Kampf um die Macht in der Politik ist auch ein Kampf um die Macht im Sender.

Denn wenn die GrĂŒnen tatsĂ€chlich zweitstĂ€rkste Kraft im Land werden sollten, wird sich auch beim SWR viel verĂ€ndern, sobald die VertrĂ€ge von altgedienten „beamteten“ Journalisten auslaufen. Dannn werden Posten neu besetzt. Streng nach Proporz.

Doch halt. Vielleicht auch nicht. Wenn man die GrĂŒnen ernst nimmt, könnte es dazu kommen, dass nicht der Parteiproporz, dem so gut wie alle „fĂŒhrenden Journalisten“ beim SWR und anderen Sendern ihre „Funktion“ zu verdanken haben, in Zukunft entscheidet, sondern viel eher die journalistische Kompetenz und Aufrichtigkeit.

Verkorkste VerhÀltnisse.

Wie verkorkst es mit dem Journalismus beim SWR schon lange steht, erkennt man an der Argumentation der „MachtverhĂ€ltnisse“, die man vorgeblich „abbilden“ will.

Journalismus hat nicht die Aufgabe, gegebene oder vermutete „MĂ€chte“ zu bedienen, sondern zu berichten.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird fĂŒr diese Arbeit mit Milliarden an GebĂŒhrengeldern finanziert, um eine unabhĂ€ngige Berichterstattung zu gewĂ€hrleisten.

Der SWR-Intendant Peter Boudgoust hatte einen VorgĂ€nger, Herrn Peter Voß. Der hatte 35 Jahre lang ein CDU-Parteibuch und stand zu dieser persönlichen Entscheidung und wird als Journalist und Intendant aufgrund seiner unabhĂ€ngigen Haltung bis heute respektiert.

Politische Einflussnahme auf vermeintlich unabhÀngige Sender.

Peter Voß hat im Dezember 2009 sein Parteibuch nach der Kampagne gegen den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zurĂŒckgegeben. Brender, eine ebenfalls herausragende Persönlichkeit, wurde durch den ehemaligen hessischen CDU-MinisterprĂ€sidenten Roland Koch geschasst.

SWR-Intendant Boudgoust hat sich nicht geĂ€ußert und sein Chefredakteur Zeiß versteckt sich hinter dem Hinweis auf die Meinung von „Sender-Juristen“: „Die Frage aller Fragen beim Duell lautet: Wer ist die stĂ€rkste Regierungspartei – und wer ist die stĂ€rkste Oppositionspartei. Diese StĂ€rke bemisst sich nicht anhand von Umfragen, die ja immer nur ein momentanes, flĂŒchtiges Bild abgeben, sondern sie lĂ€sst sich eindeutig an Wahlergebnissen festmachen. Das ist die juristische Grundlage fĂŒr unsere Entscheidung, und demnach ist es fĂŒr uns ganz eindeutig, dass MinisterprĂ€sident Mappus von der CDU hier auf den Spitzenkandidaten der SPD trifft, die auch im Landtag die Opposition anfĂŒhrt.“

WĂŒrde der Mann journalistisch denken, mĂŒsste er die Konsequenzen aus seiner eigenen Analyse ziehen: „ErgĂ€nzend ziehen wir auch noch einen journalistischen PrĂŒfungsmaßstab an: Wir haben uns bei dieser Entscheidung durchaus auch kritisch gefragt, ob diese Rolle der stĂ€rksten Oppositionspartei inhaltlich mittlerweile womöglich den GrĂŒnen zugefallen ist. Klares Ergebnis dieser PrĂŒfung: Sowohl die SPD, als auch die GrĂŒnen decken alle Politikfelder mit Positionen ab, die zum großen Teil in Opposition zur Regierungslinie stehen.“

Juristische statt journalistische Bewertung.

Doch Herr Zeiß weiß einen Fluchtweg, den der SWR ĂŒber eine Pressemitteilung streut: „Abgesehen von dem derzeitigen Umfragehoch der GrĂŒnen, das im engen Zusammenhang mit den Themen Umwelt- und Verkehrspolitik steht, ist daraus aber keine VerĂ€nderung der Auswahl zu begrĂŒnden, wie sie sich aus der juristischen Bewertung ergibt.“

Das liest sich nicht wie eine journalistische Überzeugung, sondern wie ein Amtsbescheid mit Stempel.

Man muss deshalb vermuten, dass es dem SWR nicht um seine Kernaufgabe – die unabhĂ€ngige journalistische Information der Öffentlichkeit – geht, sondern um die Einhaltung des Proporz. Deswegen spielt die FDP auch ĂŒberhaupt keine Rolle. Die ist zwar mit der CDU an der Regierung beteiligt, kommt aber noch nicht einmal „theoretisch“ in Frage fĂŒr ein „Duell“.

Gebenzte Berichterstattung – wie der MM seine Leser tĂ€uscht

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Guten Tag!

Mannheim, 31. Januar 2011. Die seit Tagen andauernde Berichterstattung des Mannheimer Morgens (MM) in Sachen „Benz“ hat gute GrĂŒnde. Erstens gibt es viel Werbung und zweitens versucht die Zeitung verzweifelt, sich als lokalpatriotische Stimme aufzuspielen. Ein ernstzunehmender Journalismus bleibt dabei auf der Strecke.

Von Hardy Prothmann

„Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“, zitiert der MM-Redakteur Martin Tangl den SĂ€nger Xavier Naidoo. Das gilt auch fĂŒr diesen Artikel, Martin Tangl, Xavier Naidoo und den SWR. Und auch fĂŒr die Leserinnen und Leser und Zuschauer des SWR.

Bunte Geschichten

Ich kenne den MM-Redakteur Martin Tangl noch aus meiner Zeit als Student und Freier Mitarbeiter beim Mannheimer Morgen (1991-1994). Er hat sich gerne als erfahrener Journalist dargestellt, aber irgendwie hat er mich schon damals nicht besonders beeindruckt.

Das dauert bis heute an, denn Martin Tangl hat ein „buntes StĂŒck“ geschrieben, in dem es sehr „bunt“ zugeht. Vor allem mit den Fakten, dem Können und der journalistischen Haltung.

Beispielsweise zur Person „Xavier Naidoo“. Der sei ein „leidenschaftlicher Autofahrer“, schreibt Tangl und dass „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“, auch den Autoerfinder Carl Benz meinen könnte.

Denn Herr Tangl berichtet ĂŒber einen Film im SWR-Fernsehen, der heute Abend um 18:15 Uhr in der „Landesschau unterwegs“ lĂ€uft: „Unser Benz! Der Autoerfinder bewegt die Kurpfalz.“ Autor: Eberhard Reuß.

Pop-Berichterstattung

Wieso Herr Reuß auf die Idee gekommen ist, einen notorischen Schnellfahrer, der ĂŒber lange Jahre den FĂŒhrerschein wegen wiederholter Vergehen abgenommen bekommen hat und wegen Fahrens ohne FĂŒhrerschein und Drogenbesitz vor dem Richter gestanden hat, ist klar.

Benz-Titelseite vom MM. Quelle: MM

Herr Reuß wollte den Film „aufpeppen“ oder auch „aufpoppen“. Mit dem „zur Zeit wohl bekanntesten Sohn Mannheims“. Und der ist halt ein „leidenschaftlicher Autofahrer“. Diese Verbindung reicht heute im SWR-Fernsehen, um einen Zusammenhang herzustellen.

Herr Reuß lĂ€sst Herrn Naidoo dann mehrmals „Mercedes Benz“ der Rock-Star-Legende Janis Joplin (1943-1970) singen, die auf der Überholspur des Lebens mit 27 Jahren an einer Überdosis Heroin gestorben ist. Drei Tage, bevor der Song „Mercedes Benz“ veröffentlicht wurde: „Oh Lord, won-€ℱt you buy me a Mercedes Benz?“ – „Oh Gott, willst Du mir keinen Mercedes Benz kaufen?“ Die Zeile geht weiter: „My friends all drive Porsches, I must make amends“ – „Meine Freude fahren alle Porsche und ich muss aufholen.“

Der Joplin-Song ist eine massive Kulturkritik am Prestigedenken – dem Gegenteil also, was man mit einem „Mercedes Benz“ oder Porsche oder auch „Farbfernsehen“ verbindet, das damals noch ein Luxus war („So oh lord won’t you buy me a color TV“). FĂŒr den SWR ist das nicht wichtig. Schließlich hat Joplin „Mercedes Benz“ gesungen und Herr Naidoo lĂ€sst sich dazu auch animieren. Und ist man nicht auch „color TV“? Also Luxus? Passt also.

„Eine wunderbare Erfindung von Benz, dafĂŒr danke ich ihm“, sagt der Pop-Star nicht nur einmal im SWR-Film. Da Naidoo sonst gerne ĂŒber „Gott“ singt, und das sehr dankbar, gibt es da sicher aus Sicht von Herrn Reuß wieder irgendeine Verbindung.

Propaganda-Rolle

Bei der Premiere des Films am 28. Januar 2011 im Ladenburger Carl-Benz-Museum war Herr Preuß jedenfalls mĂ€chtig stolz. Das konnte man nicht ĂŒbersehen.

Der Film funktioniert wie eine Propaganda-Rolle. Carl heißt nicht Karl Benz, ist der Erfinder des Autos und nicht „der Daimler“, die Kurpfalz ist den Schwaben voraus und ein „Youngtimer-Sammler“ hat viele Kinder und ein Hobby: Mercedes Benz. Der Clou – er arbeitet fĂŒr Porsche. Dazu gibt es hĂŒbsche Bilder und Werbespots von „Benz“ aus frĂŒheren Zeiten.

Verkauft wird das als „Dokumentation“.

Das muss sich einfach irgendwie alles zusammenfĂŒgen und dann wird die Urenkelin von Benz noch mehrfach ins Bild gesetzt und das Carl-Benz-Museum in Ladenburg und dessen Kopf Winfried Seidel.

Der freut sich auch – dabei mĂŒsste ihm die Freude angesichts des laschen Filmchens im Kontrast zu seiner harten Museumsarbeit vergehen. Seidel leistet herausragende Arbeit und ist ein akribischer Mensch. Aber natĂŒrlich freut er sich ĂŒber die PopularitĂ€t. Das ist auch sein gutes Recht.

ZurĂŒck zu Martin Tangl. Den freut nicht die PopularitĂ€t, sondern der muss eine bunte, schöne Geschichte schreiben und kommt zum Ende:

„Dass in Mannheim Omnibusse und Lkw-Motoren produziert werden, hĂ€tte Carl Benz gefallen, wie Jutta Benz erzĂ€hlt: „Er hat sein Augenmerk aufs Transportwesen gerichtet, Carl Benz wollte Lieferwagen bauen.“ Und bei der Geschwindigkeit seien dem Ur-Großvater 50 km/h genug gewesen. Ob das allerdings Xavier Naidoo gefallen hĂ€tte? Berichtet er doch, dass ihm einmal wegen zu schnellen Fahrens der FĂŒhrerschein abgenommen wurde.“

Die LĂŒge

Diese unkritische Übernahme der Filmbotschaft wird als LĂŒge in der Zeitung fortgesetzt: „Berichtet er doch, dass ihm einmal wegen zu schnellen Fahrens der FĂŒhrerschein abgenommen wurde.“

Naidoo - Leidenschaft Auto - Hauptsache, alles bunt. Quelle: MM

Herr Tangl stellte sich vor 20 Jahren schon gerne als „erfahrener Journalist“ dar und sollte die Zeit genutzt haben, um „Erfahrungen“ zu sammeln. Eine ist: „Schau ins Archiv, um mindestens zu wissen, was schon berichtet worden ist.“

Am 16. Mai 2009 berichtet der Mannheimer Morgen:

„Naidoo ĂŒbersteht einen jahrelangen Rechtsstreit mit Pelham, einen dramatischen Drogenprozess und jede Menge FĂŒhrerschein-Schlagzeilen. Erst der absolute Höhepunkt seiner PopularitĂ€t, als „Dieser Weg“ zur Hymne des Fußball-SommermĂ€rchens 2006 wird, bringt die Schattenseiten des Ruhms ans Licht: Genervt zieht sich der glĂŒhende Lokalpatriot aus der Öffentlichkeit und teilweise auch aus Mannheim zurĂŒck.“

Am 02. Juni 2007 berichtet der Mannheimer Morgen:

„Die Amtsanwaltschaft Frankfurt bestĂ€tigte gestern, dass gegen den SĂ€nger ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden ist. Ihm wird vorgeworfen, einen angemieteten Porsche Cayenne an einen Freund weitergegeben zu haben, der selbst keinen FĂŒhrerschein besaß. Der Mann war im MĂ€rz 2006 in MĂŒnchen von der Polizei erwischt worden. Naidoo hĂ€tte sich als Halter des Wagens vom Vorhandensein einer Fahrerlaubnis ĂŒberzeugen mĂŒssen, so der Vorwurf. Nun drohe ihm eine Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft.“

Am 15. August 2006 titelt der Mannheimer Morgen:

„Xavier Naidoos FĂŒhrerschein liegt bei den Akten
Zwei Monate Fahrverbot wegen GeschwindigkeitsĂŒberschreitung / Gibt es eine „Lex Popstar“?“

Am 27. Juli 2006 schreibt der Mannheimer Morgen:

„Popstar Xavier Naidoo (34) soll beim DrĂ€ngeln auf der Autobahn in eine Radarfalle gerast sein. Nun könnte ihm ein erneuter FĂŒhrerscheinentzug drohen. Der Mannheimer sei mit seinem Porsche auf der A 5 in Richtung Karlsruhe zu dicht aufgefahren, bestĂ€tigte die Mannheimer Anwaltskanzlei Naidoos gestern entsprechende Medienberichte.“

Bis zum Jahr 2000 lassen sich ausweichlich des Archivs keine Berichte finden, aber im November 2000 schreibt der MM:

„Dass er im Dezember 1999 mit einem Porsche 944 der Mannheimer Polizei ins Netz gegangen war, hatte dem Autonarren schon eine Vorstrafe eingetragen: fĂŒnf Monate auf BewĂ€hrung. Seinen FĂŒhrerschein hat Naidoo seit einer Alkoholfahrt im Jahr 1993 nicht mehr – obwohl er zwischenzeitlich eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung bestanden hat. „Warum haben Sie nicht einfach den FĂŒhrerschein wieder gemacht?“, wunderte sich Offermann. „Keine Zeit“, ließ ihn der Angeklagte wissen.“ Angeblich sollte Naidoo bis zu 21 Monate Haft drohen, heißt es in dem Artikel.

AbhÀngige Berichterstattung

„Berichtet er doch, dass ihm einmal wegen zu schnellen Fahrens der FĂŒhrerschein abgenommen wurde“, ĂŒbernimmt Martin Tangl die Informationen aus dem SWR-Film. Ohne kritische PrĂŒfung, ohne Recherche, ohne journalistische Verantwortung.

Das ist auch wenig erstaunlich. Die „Benz“-Feier beim Mannheimer Morgen ist durch viel Werbung begleitet. Da weiß die Redaktion, wo das Geld herkommt und was sie zu tun hat.

Gemeinhin nennt man das „Hofberichterstattung“. „Man beißt die Hand nicht, die eine fĂŒttert“, sagen andere.

Herr Martin Tangl muss sich als verantwortlicher Redakteur des Mannheimer Morgens fragen lassen, ob er und seine „unabhĂ€ngige Zeitung“ mittlerweile auf das Niveau von miserablen AnzeigenblĂ€ttern abgestiegen sind.

Dabei geht es nicht um eine „Archiv-Schau“ oder darum, Herrn Naidoo seine Verfehlungen ewig nachzutragen. Der Pop-Star hat einen „harten Weg hinter sich“, seit ein paar Jahren scheint er „sauber“ zu sein und auch ein KĂŒnstler hat ein Recht auf Privatleben. Dann lĂ€sst man das aber auch privat.

Wenn Herr Naidoo aber die Öffentlichkeit sucht und das in einem „Umfeld“, mit dem er ĂŒber lange Jahre „große Schwierigkeiten“ hatte, muss die Öffentlichkeit auch im Kern ĂŒber „wesentliche Informationen“ informiert werden.

Das unterlĂ€sst Herr Tangl. Garantiert gegen besseres Wissen. Und wenn ers nicht besser wĂŒsste, sollte er den Job sofort aufgeben.

Der SWR-Film bedient das Publikum, das auch zur Premiere erschienen ist. Überwiegend etwas gesetzter. Man findet den Film „schÀÀ“, trinkt einen Prosecco, „der ist umsonst“ und knabbbert Brezeln, die als „B“ fĂŒr „Benz“ gebacken sind. Nachdenken muss man beim „Benz-Film“ nicht.

Sondern bei der „Premiere“ dabei sein, so, als sei das ein wirklich wichtiges Ereignis.

So ist das Fernsehen leider oft.

Nachdenklich muss man allerdings werden, wenn der „Lokalpatriot“, als der sich der Mannheimer Morgen darstellen will, frei von Recherche und Fakten eine Geschichte wider besseren Wissens „nacherzĂ€hlt“ und dabei journalistisch versagt.

Denn wenn man nachdenkt, wird man wissen, dass sowohl der Film als auch viele der Berichte dazu, nicht wirklich informieren, sondern nur gefallen und verklÀren wollen.

Werbung will gefallen. Das ist ihr Recht und nicht zu beanstanden.

Journalismus hat eine andere Aufgabe. Und das Versagen von Herrn Preuß und Herrn Tangl ist sehr wohl zu beanstanden.

Denn sie werden dem, was sie vorgeben, in keinster Weise gerecht: UnabhÀngig, faktentreu und zutreffend zu berichten.