Samstag, 14. Dezember 2019

GĂ€rten an der Bergstraße beispielhaft im Land

Land zeichnet SchulgÀrten in der Region aus

Rhein-Neckar, 11. August 2014. (red/pm) Die Landesregierung zeichnete im Rahmen der Schulgarteninitiative „Lernen fĂŒr die Zukunft – GĂ€rtnern macht Schule“ vier SchulgĂ€rten aus. [Weiterlesen…]

Vierter Freiwilligentag am 20. September

Auch Weinheim „schafft wieder was“

Weinheim/Rhein-Neckar, 24. Juni 2014. (red/pm) Die Stadtverwaltung ruft am 20. September zum vierten Mal zur Beteiligung am Freiwilligentag der Metropolregion auf. [Weiterlesen…]

Jetzt auch mit eigener Internetseite

Runder Tisch Energie startet mit neuen Themen ins Jahr

Weinheim, 27. Januar 2014. (red/pm) Der Runde Tisch Energie startet mit neuen Themen ins Jahr 2014. Zu einer öffentlichen Veranstaltung am 03. Februar sind alle Interessierten eingeladen. [Weiterlesen…]

Freiwillige Feuerwehren in Baden-WĂŒrttemberg

107.500 Menschen ehrenamtlich im Einsatz

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Die Feuerwehr hilft heutzutage nicht nur bei BrĂ€nden, sondern ist ein Soforthelfer in Not- und UnglĂŒcksfĂ€llen.

Rhein-Neckar, 19. November 2013. (red/fw) Damit die Feuerwehr eine hohe SicherheitsqualitĂ€t gewĂ€hrleisten kann, braucht sie viele ehrenamtlich tĂ€tige EinsatzkrĂ€fte. In Baden-WĂŒrttemberg bieten ĂŒber 107.500 Menschen in den Gemeindefeuerwehren ihre Hilfe an. [Weiterlesen…]

Unterlagen bis zum 08. August zur Einsicht ausgelegt

Dritte Fahrspur auf der B38

Weinheim/B38, 09. Juli 2013. (red/pm) Die Westtangente soll im Verlauf der B38 auf einer LĂ€nge von rund 1,3 Kilometern dreispurig ausgebaut werden. Damit sollen kĂŒnftig die regelmĂ€ĂŸig auftretenden Staus im Saukopftunnel verhindert werden. [Weiterlesen…]

Aktion „Zukunftsbaum“ auch in Weinheim verwurzelt

Eine Silberlinde fĂŒr den Marienplatz

Weinheim, 17. April 2013. (red/pm) Es regnete, und danach kam die Sonne. Besser kann es einem Baum bei seiner Pflanzung gar nicht gehen. Die Silberlinde, die der Stadt jetzt vom Weinheimer Bauunternehmen Kirch-Wohnungsbau GmbH, gespendet worden ist, konnte gleich so richtig Wurzeln schlagen. [Weiterlesen…]

GesundheitsschÀden durch Kohlekraftwerke

Keine gesundheitlichen Auswirkungen fĂŒr unmittelbare Nachbarn

Das Großkraftwerk Mannheim ist mit seinen Emissionen bundesweit fĂŒr 71 vorzeitige TodesfĂ€lle verantwortlich. Allein fĂŒr den Block 9 rechnen Forscher mit 48 FĂ€llen. Er geht 2015 ans Netz.

 

Mannheim/Rhein-Neckar, 04. April 2013. (red/ld) Wer nahe am Kohlekraftwerk wohnt, lebt lĂ€nger. Eine Studie der UniversitĂ€t Stuttgart im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace, die gestern vorgestellt worden ist, sorgt fĂŒr Aufregung. Daraus geht hervor, dass Kohlekraftwerke mit giftigen Feinstaubemissionen die Lebenszeit der Deutschen jedes Jahr um 33.000 Lebensjahre verkĂŒrzen. Das entspricht 3.100 Menschen pro Jahr, die frĂŒhzeitig sterben. FĂŒr 71 davon ist das kohlebetriebene Großkraftwerk Mannheim verantwortlich. Die gesundheitsschĂ€dlichen Auswirkungen zeigen sich aber erst in weiter Umgebung der Kraftwerke. [Weiterlesen…]

BUND kritisiert PlÀne der Region Rhein-Neckar

Ausbau der Windenergie steht auf der Kippe

Heidelberg/Rhein-Neckar, 26. Februar 2013. (red/pm) Der Verband Region Rhein-Neckar will die Windenergie aus dem einheitlichen Regionalplan herausnehmen. Grund seien die unterschiedlichen Regelungen zum Ausbau der Windenergie in den drei LĂ€ndern Baden-WĂŒrttemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Information des Bundes fĂŒr Umwelt und Naturschutz Deutschland:

„Der BUND Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald fordert von den beteiligten Landesregierungen eine zĂŒgige Harmonisierung der Regelungen. Zudem muss der Verband Region Rhein-Neckar den Prozess auf der aktuellen Rechtsgrundlage weiter vorantreiben um den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region zu garantieren.

„Die Landesregierungen mĂŒssen sich jetzt an einen Tisch setzen und die Hindernisse zum Ausbau der Windenergie aus dem Weg rĂ€umen“, sagt Richard Landenberger, Vorsitzender des BUND Regionalverbands Rhein-Neckar-Odenwald. [Weiterlesen…]

Vorbildliches Projekt in der Grundschule LĂŒtzelsachsen

Immer mehr Kinder gehen zu Fuß

Kleine Kinder ganz groß: Die Kinder gehen zu Fuß nach Hause. Zur Belohnung gibts Obst

Weinheim, 25. Oktober 2012. (red/pm) Es gab Stunden in den letzten Tagen, da waren die SchĂŒler der Grundschule LĂŒtzelsachsen mehr in den Straßen ihrer Ortschaft unterwegs als in den Klassenzimmern. Da wurden Schulwege abgelaufen, KreidefĂŒĂŸe an gefĂ€hrliche ÜbergĂ€nge gemalt, Luftballons an HaustĂŒren gepinnt und Fotos vor der HaustĂŒr aufgenommen.

Information der Stadt Weinheim:

„Auf groß kopierten OrtsplĂ€nen hatten die SchĂŒler der einzelnen Klassen ihre Schulwege eingezeichnet und diese PlĂ€ne in den Fluren der Schule aufgehĂ€ngt. Das hatte seinen Grund.
Seit zwei Jahren laufen immer mehr Weinheimer GrundschĂŒler zu Fuß zur Schule. Das ist in den ersten vier Klassen wegen der Einteilung in Schulbezirke meistens gut möglich – es ist auch gesund, sozial, sicherer und umweltfreundlich, wie jetzt Stephan Fischer, Stadt- und Verkehrsplaner im Amt fĂŒr Stadtentwicklung betonte. Fischer koordiniert die Projekte „Kinderraupe“ und „Zu Fuß zur Schule“. In LĂŒtzelsachsen geht man geradezu vorbildlich mit dem Thema um, das Kollegium dort hat den laufenden Schulbesuch zum richtigen Projekt gemacht. „Absolut lobenswert“, findet Fischer.

Konkret sieht es so aus: Alle acht Klassen, insgesamt 160 SchĂŒler, nutzen einen groß kopierten Stadtplan. Auf diesem wurden die Wohnorte der einzelnen SchĂŒler gesucht, eingetragen und mit Klebepunkten markiert, so dass die Schulwege auf den ersten Blick erkennbar sind. Es gibt auch einen Plan, auf dem jede Klasse jeden Tag eingetragen hat, wieviele Kinder zu Fuß und wieviele Kinder mit dem Auto gekommen sind. Die Umsetzung erfolgt altersgemĂ€ĂŸ. Die Klassen Eins und Zwei sind beispielsweise die Schulwege der Kinder abgelaufen, haben vor den HaustĂŒren der Kinder Fotos gemacht und diese in den Stadtplan eingeklebt. Außeredem wurden beim Ablaufen der Wege an StraßenĂŒberquerungspunkten oder an gefĂ€hrlichen Stellen KinderfĂŒĂŸe mit Straßenkreide aufgemalt. Andere Klassen bezogen den Lehrplan des FĂ€cherverbands „Mensch-Natur-Kultur“ mit dessen Inhalten „Sicherer Schulweg, Verhalten im Straßenverkehr“ ein.

Zum Projekabschluss waren jetzt die PlĂ€ne aller Klassen im Flur der Schule aufgehĂ€ngt, so dass alle SchĂŒler die Fußwege oder Wohnorte ihrer MitschĂŒler sehen konnten. Schließlich wurde sogar ein Wettbewerb daraus, weil jede Klasse durch das Erlaufen ihrer Schulwege Punkte sammeln konnte. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung lobte Schulleiterin Sabine Keuthen-Brandt die teilnehmenden Kinder, aber auch deren Eltern und die engagierten Lehrerinnen. Als Belohnung erhielt jede Klasse eine gesunde, gut gefĂŒllte Obstkiste – gesponsert von der Firma Marktkauf.

Das Projekt macht in Weinheim immer mehr Schule. „Erfreulich, dass sich dieses Jahr erstmals auch an der Eltern bereit gefunden haben, eine Kinderraupe zu organisieren“, so Stephan Fischer. Vom neuen Wohngebiet Elserstraße ĂŒber die Cavaillonstaße und die FußgĂ€ngerbrĂŒcke sind es insgesamt zehn Kinder, die in wechselnder Besetzung und jeweils von einer anderen Mutter begleitet, eine Laufgruppe bilden. Kinderraupen gibt es außerdem an der Albert-Schweitzer-Schule, an der Pestalozzischule, aber auch an den anderen Schulen sind es inzwischen mehr als 70 Prozent der Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen. Fischer: „Sie tun sich damit etwas Gutes, weil es gesund ist und sie im Schulunterricht konzentrationsfĂ€higer sind. DarĂŒber hinaus entlasten sie damit ihre Eltern und die Umwelt, weil sie nicht mit dem Auto fahren.“

Weinheim Energietag

Umweltfreundliche Fortbewegungsmittel im Mittelpunkt

Neben Hybrid-Autos werden auch E-Bikes vorgestellt.

Neben Hybrid-Autos werden auch E-Bikes vorgestellt.

Weinheim, 22. September 2012. (red/pm) Am kommenden Sonntag, 30. September 2012, findet der Weinheimer Energietag statt. Neugierige können sich vor Ort ĂŒber verschiedene Hybridfahrzeuge mit Elektromotor informieren.

Information der Stadt Weinheim:

„Sie stinken nicht und machen keinen Krach – Elektrofahrzeuge sind so leise wie der Wind. Wer sich selbst ein Bild machen will, kann dies am Weinheimer Energietag tun.
Vertreten am Sonntag, 30. September sind dieses Jahr das Radhaus Wild und das Autohaus Sporer als Gastgeber – denn der Energietag findet am LĂŒtzelsachsener Ortseingang statt. Diesmal werden auch besonders umweltfreundliche Fortbewegungsmittel vorgestellt werden. Unter anderem prĂ€sentier das Autohaus Sporer den Elektro-Hybrid Wagen Opel „Ampera“, der ausschließlich elektrisch angetrieben wird, dazu dient kleiner Motor dem Aufrechterhalten des Ladezustandes der Batterie. Mit dieser Technik kommt das Fahrzeug bis zu 500 Kilometer weit.
Vollkommen elektrisch angetrieben wird auch das fĂŒnftĂŒrige Familienfahrzeug Nissan „Leaf“. So schafft der Wagen eine Strecke von bis zu170 Kilometern, bis er nachgeladen werden muss.
Auch umweltschonend ist der Stadtflitzer Renault „Twizy“, den das Autohaus vorstellen wird. So oft wie möglich sollen Probefahrten oder Mitfahrgelegenheiten bei solchen angeboten werden, dass die Besucher nicht nur ĂŒber die Zukunft der Automobile mitreden können, sondern sie schon jetzt an eigener Haut erfahren. Auch die Freudenbergschule, unter anderem zustĂ€ndig fĂŒr die Ausbildung der zukĂŒnftigen Kfz-Mechatroniker, prĂ€sentiert mit Stolz ein eigenes, unter Anleitung der Lehrer umgebautes Elektrofahrzeug.
Ebenso will das Autohaus Einblicke in seine Werkstatt und in viele weitere Fahrzeuge gewÀhren. Abrunden will das Autohaus Sporer seinen Beitrag noch mit ElektrofahrrÀdern und Elektrorollern.
Interesse an ElektrofahrrĂ€dern will auch das Radhaus Wild wecken. So stellt das Radhaus beim Energietag Victoria E-bikes und Pedelecs vor, beides elektrisch betriebene FahrrĂ€der. Ebenso werden die EigenbaurĂ€der „Wild Hog“ prĂ€sentiert. Auch NachrĂŒstungen von FahrrĂ€dern bietet das Radhaus an. Wer mehr zum Thema erfahren will, trifft Mitarbeiter vom Radhaus Wild und dem Autohaus Sporer beim Energietag am 30. September.
Info: Energietag 2012 in Weinheim am Sonntag, 30. September, 11 Uhr bis 17 Uhr im Autohaus Sporer an der B 3-Ortseinfahrt LĂŒtzelsachsen. Unternehmen, Dienstleister, Berater, Experten und andere Akteure stehen zur VerfĂŒgung, um interessierte Besucher zu informieren und zu beraten. Angeboten werden unter anderem Probefahrten mit E-Bikes, E-RĂ€dern und E-Rollern. Außerdem ist „Tag der offenen TĂŒr“ bei der Biogas-Anlage des Bauernhof Großhans. Von 12 bis 16 Uhr werden dort stĂŒndlich FĂŒhrungen angeboten, bei denen interessante Einblicke in die spannende Technik der Biogas-Anlage gegeben werden. Es wird ein Shuttlebus-Service von der Feuerwehr Weinheim zwischen dem Autohaus-GelĂ€nde und dem Bauernhof Großhans angeboten. Es gibt Essen und Trinken und ein Kinderprogramm. „

Wie aus dem Heddesheimblog ein Netzwerk geworden ist

Mit einer Recherche hat alles angefangen…

Das war das "erste" Heddesheimblog - als Unterseite von blogger.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Mai 2012. (red) Vor drei Jahren ist das Heddesheimblog.de gestartet. ZunĂ€chst als privates Blog, auf dem der Journalist Hardy Prothmann als BĂŒrger seine Gedanken und Recherchen wegen einer umstrittenen Logistik-Ansiedlung veröffentlicht hat. Das Heddesheimblog hat sich in der Branche schnell einen Namen gemacht – als Zukunftsmodell fĂŒr einen modernen Lokaljournalismus. Mittlerweile ist daraus ein Blog-Netzwerk geworden – nicht nur in Nordbaden.

Von Hardy Prothmann

Im FrĂŒhjahr 2009 war aus Sicht des Mannheimer Morgens die Welt mehr als in Ordnung. Das Viernheimer Logistik-Unternehmen „Pfenning“ plante eine angebliche 100-Millionen-Euro-Investition in dem beschaulichen Dorf. Bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze, Gewerbesteuer in HĂŒlle und FĂŒlle, ein glĂŒcklicher BĂŒrgermeister – die (bis dato nicht gefĂ€hrdete) Zukunft des Dorfes ist gerettet. So die Botschaft der Zeitung.

Schlechter Zeitungsjournalismus als Anlass

Mir ist selten eine so unkritische Hofberichterstattung untergekommen. Kritische Fragen? Recherchen? Nichts davon war bei dieser Jubelberichterstattung zu erkennen, geschweige denn zu erahnen.

Auch die ARD ist bereits auf das Heddesheimblog aufmerksam geworden. (Klick auf das Bild fĂŒhrt zum Artikel)

Weil ich als BĂŒrger in Heddesheim selbst vom starken Verkehrsaufkommen betroffen war, fing ich an, ein wenig zu recherchieren. Als erstes im Archiv des Mannheimer Morgens – so wie eigentlich ein Redakteur der Zeitung eine Recherche beginnen sollte. Und ich wurde fĂŒndig: Rund drei Dutzend Artikel gab das Online-Archiv her. Alle negativ ĂŒber dieses „Familienunternehmen Pfenning“, das ohne jeden Bezug zu den kritischen Berichten als „Heilsbringer“ fĂŒr Heddesheim gefeiert wurde.

Wohin mit meinen Recherchen? Dem Mannheimer Morgen als „Thema“ anbieten? Sicher nicht. Ich habe meine Texte zunĂ€chst bei blogger.de (siehe Foto oben) eingestellt. Der erste Text erschien am 28. Aprl 2009: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?“ Und ist nach wie vor sehr lesenswert.

Großes Interesse – wachsende Zugriffszahlen

Die Zugriffszahlen gingen binnen weniger Tagen so schnell nach oben, dass die Seite oft nicht erreichbar war. Ich mietete deswegen eigenen Speicherplatz und veröffentlichte auch andere lokale Nachrichten.

Auch das fand Interesse und Anklag und nach wenigen Wochen reifte die Idee, ob es nicht möglich wĂ€re, eine eigene Lokalzeitung im Internet zu grĂŒnden. Ich hatte schon von Ă€hnlichen Projekten gehört, aber das waren oft nur „Versuche“.

Ich versuchte mit. Die erste Erfahrung war: „Mein“ Journalismus war in der nordbadischen Provinz eine Zumutung. Es enstanden schnell zwei Lager: Die einen jubelten, die anderen kotzten. Auch, weil ich kurz nach dem Start vom Heddesheimblog in den Heddesheimer Gemeinderat gewĂ€hlt worden war – diese Funktion habe ich nach einem Umzug nach Mannheim aufgeben mĂŒssen.

Auch wir sind Gegenstand von Berichterstattung - gut 300 Berichte wurden ĂŒber das Konzept und die Macher vom Heddesheimblog bereits verfasst.

Kritische Nachfragen? Meinungsstarke Kommentare? Investigative Recherchen? Das war man im Verbreitungsgebiet der Monopolzeitung Mannheimer Morgen nicht gewohnt. Die Zugriffszahlen stiegen rasant und auch bundesweit wurde das Heddesheimblog in der Journalistenbranche ein Begriff. „Was macht der Prothmann da?“, wurde gefragt. Ist das ein Ego-Projekt eines beißwĂŒtigen Journalisten oder vielleicht ein Zukunftsprojekt fĂŒr einen neuen Lokaljournalismus?

Zahlreiche Branchenberichte

Ende 2009 wĂ€hlte mich eine Jury in der Kategorie „Regionales“ auf Platz 3 unter die 100 Journalisten des Jahres 2009. Seit dem Start des Heddesheimblogs wurde ich als Redner, Seminarleiter oder Podiumsteilnehmer engagiert. Bei der Initiative Tageszeitung, dem Deutschen Journalistenverband, dem Bayerichen Journalistenverband, auf Kongresse, an Hochschulen, zu Unternehmer-Workshops.

Mittlerweile gibt es Dutzende von journalisten Studien- und Masterarbeiten, die das Heddesheimblog und andere lokale Internetmedien zum Thema gemacht haben und rund 300 Presse-Veröffentlichungen mit Bezug auf diese Form von Lokaljournalismus. Spiegel Online, FAZ, SĂŒddeutsche, taz, Welt, ARD, NDR, Tagesspiegel, Berliner Zeitung – die Liste der „bekannten“ Medien, die ĂŒber den Journalismus in der Provinz geschrieben haben, ist lang. Auch bei den Nachdenkseiten oder fefes Blog ist das Heddesheimblog Thema.

Oder das Prinzip. Das Heddesheimblog ist lĂ€ngst ĂŒber den Ort hinausgegangen. Ende 2009 kam das Hirschbergblog.de dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog.de, Ende 2010 das Weinheimblog.de, Anfang 2011 das Rheinneckarblog.de, das Viernheimblog.de und seit Anfang 2012 sechs weitere Gemeinden des Wahlkreises Weinheim.

Netzwerk weitet sich aus: istlokal

Mit dem Unternehmer Peter Posztos habe ich im Herbst 2011 die Firma Istlokal Medienservie UG gegrĂŒndet, weil wir unsere Erfahrungen auch anderne zur VerfĂŒgung stellen wollen. Peter Posztos macht die Tegernseer Stimme, ebenfalls eine lokale Zeitung im Internet. Seit Anfang 2012 vermarkten wir unser Produkt Istlokal OS und haben schnell neue Partner gefunden – beispielsweise in Bretten, Schweinfurt oder Weiterstadt.

DarĂŒber hinaus gibt es ein Netzwerk von weiteren lokal arbeitenden Journalisten, wie Stefan Aigner in Regensburg oder Hubert Denk in Passau. Auch Philipp Schwörbel in Berlin hat mit seinen Prenzlauer Berg Nachrichten schon viel Aufmerksamkeit erlangt.

Immer mehr Lokaljournalisten grĂŒnden Blogs und nutzen beispielsweise wie wir die Istlokal OS-Software.

 

Uns alle vereint, dass wir guten, seriösen und vor allem kritischen Journalismus anbieten wollen. Einen Journalismus, der sich traut, Fragen zu stellen und nicht nur vorgefertigte Informationen zu erhalten. Keine WohlfĂŒhl-Schwurbelei, sondern eine fĂŒr die Demokratie herausragende Aufgabe zu erfĂŒllen. Meinungen durch Informationen zu ermöglichen. Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist die GeschĂ€ftsgrundlage.

Um diese Arbeit zu finanzieren, setzen wir auf Werbeeinnahmen – wie eh und je bei den Medien. Wir erzeugen Aufmerksamkeit und verkaufen diese. Das ist ein seriöses GeschĂ€ft.

Kleines, engagiertes Team

Zur Zeit arbeitet ein festes Team von sieben Mitarbeitern fĂŒr die „Rheinneckarblogs“ – dazu weitere freie Journalisten, Kolumnisten und freundschaftlich verbundene Kollegen. Im Vergleich zur Personalausstattung der anderen Medien im Berichtsgebiet sind wir sehr klein aufgestellt – im Vergleich mit anderen setzen wir aber immer wieder Themen, die Thema sind.

Im Herbst 2011 beispielsweise mit der Fischfutter-AffĂ€re. Der grĂŒne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Ströbele hatte uns fĂŒr einen Bericht abgemahnt. SĂ€mtliche Berliner Zeitungen berichteten ĂŒber den Skandal, viele weitere Zeitungen und auch der NDR. Insgesamt wurde unser Bericht innerhalb weniger Tage gut 140.000 Mal aufgerufen, anfangs stĂŒrzte gar der Server wegen der massiven Zugriffe ab.

Zuletzt mahnte uns der GrĂŒnen-Bundespolitiker Hans-Christian Ströbele ab - und zog die juristische Attacke wieder zurĂŒck. Quelle: Die Welt

 

Die lokalen Zeitungen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung hielten sich „zurĂŒck“, denn aus deren Sicht gibt es uns nicht. Die Fischfutter-AffĂ€re mitten im Berichtsgebiet? Kein Thema fĂŒr die „unabhĂ€ngigen“ Printjournalisten.

Aus unserer Sicht gibt es die Zeitungen – und vor allem viel schlechten Journalismus. Was wir immer wieder thematisieren, wenn deren geschönte und klientelabhĂ€ngige „Berichterstattung“ skandalös wird. So werden umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Berichte ausgegeben oder noch schlimmer – Themen hĂ€ufig gar nicht berichtet, wenn sie den Zeitungen nicht „passen“. Und das betrifft beim besten Willen nicht nur uns. Was nicht berichtet wird, ist auch nicht passiert.

Juristische Attacken

FĂŒr mich persönlich hat diese Arbeit auch viele Nachteile gebracht. Seit nunmehr 21 Jahren arbeite ich als Journalist, 18 Jahre ohne jegliche juristische Streitigkeiten. In den vergangenen drei Jahren habe ich 11 Abmahnungen erhalten. Einmal habe ich eine Einstweilige VerfĂŒgung wegen widriger UmstĂ€nde „akzeptiert“, einen Vergleich geschlossen, 9 Mal konnte ich die Abmahnung abwehren. Unterm Strich haben diese Prozesse gut 20.000 Euro gekostet, weil man nicht wollte, das publik wird, was öffentlich sein sollte. Und diese Prozesse kosten auch viele Nerven.

Sehr erfreulich ist der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern. Viele unserer Artikel entstehen, weil wir Hinweise bekommen. Beobachtungen, Gedanken, Erfahrungen von Menschen, die sich Anteil haben und nehmen an unserer Gesellschaft und nicht gleichgĂŒltig sind. Diesen möchte ich stellvertretend fĂŒr das Team danken.

Ebenfalls erfreulich ist die Zusammenarbeit mit vielen Behörden, die die Meinungsfreiheit hoch achten. Explizit möchte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei loben und in weiten Teilen auch mit den Feuerwehren. In unserem Berichtsgebiet sind zwei Namen erwĂ€hnenswert, BĂŒrgermeister Manuel Just in Hirschberg und BĂŒrgermeister Rainer Ziegler in Ladenburg, die sich kommunikativ sehr hervortun. Auch BĂŒrgermeister Lorenz in Dossenheim möchte ich gerne als neuen Kontakt erwĂ€hnen, der uns beim Antrittsbesuch sehr freundlich empfangen hat. In den anderen Orten beginnen wir die Arbeit erst und die Kontakte stehen noch bevor.

Den Heddesheimer BĂŒrgermeister Micheal Kessler muss ich leider nach wie vor als ausgewiesenen Feind der Pressefreiheit besonders hervorheben. Sein AmtsverstĂ€ndnis kommt in diesem Bericht sehr eindeutig zur Sprache: „Ich bin die Gemeinde.“

UnabhÀngige Berichterstattung

Wie unabhĂ€ngig wir tatsĂ€chlich arbeiten, erkennt jeder, der unsere Berichterstattung verfolgt. Wir kritisieren „GrĂŒne“ ebenso wie „Schwarze“, scheuen uns nicht vor „Rot“ oder „Geld“ oder „Orange“. Aber auch hier bieten wir Meinungen an: Ganz verallgemeinernd stellen wir fest, dass die CDU, die SPD und die FDP in der Region unserer Berichterstattung nicht wohlgesonnen sind.

Explizit die Ladenburger und Weinheimer CDU möchten wir lobend ausnehmen – nicht weil diese mit unser Berichterstattung „zufrieden“ sind, sondern weil sie gesprĂ€chsbereit sind. In Hirschberg explizit die Freien WĂ€hler und in Weinheim explizit Herrn Carsten Labudda (Die Linke) und Weinheim Plus. Die genannten Personen und Parteien suchen den Ausstausch und die Kritik – was gut ist. Explizit muss auch der GrĂŒne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl erwĂ€hnt werden – trotz kontrĂ€rer Meinungen haben er und seine Mannschaft sich immer korrekt auf unsere journalistischen Anfragen hin verhalten.

Mit Recherchen zum Logistik-Zentrum "Pfenning" hat das Heddesheimblog angefangen - unsere Berichte konnten den Bau des Klotzes nicht verhindern, aber zur AufklÀrung beitragen. "Das hab ich nicht gewusst", kann keiner mehr sagen.

 

Unentschieden ist noch das VerhĂ€ltnis zum Landratsamt. Nachdem wir dem stellvertretenden Landrat (Jurist) erst unter Verweis auf ein Bundesverfassungsgerichtsurteil klar machen konnten, dass wir „Presse“ sind, gibt es mittlerweile mit Stefan Dallinger (CDU) einen neuen, sehr kommunikativen (und fraktionsĂŒbergreifend gelobten) Landrat, der sich aber unser Ansicht nach noch ein wenig scheut, aktiv ĂŒber unsere Blogs mehr in Kontakt mit der Bevölkerung zu treten. Wir werden herausfinden, wie es wirklich ist.

Der Kontakt zum Mannheimer OberbĂŒrgermeister Dr. Peter Kurz basiert auf einer gemeinsamen Vergangenheit – als freier Mitarbeiter fĂŒr den Mannheimer Morgen habe ich den damaligen Stadtrat als sehr engagierte Persönlichkeit kennengelernt und ihn vor seiner Wahl zum OB portrĂ€tiert. Zuletzt hat sich dessen Engagement bei der Gegendemo zum NPD-Aufmarsch bestĂ€tigt (Hierzu unsere Reportage auf dem Rheinneckarblog: „Warten auf den rechten Pöbel„). Zu seinem Kollegen WĂŒrzner in Heidelberg besteht noch kein persönlicher Kontakt, aber das wird sich Ă€ndern.

Vernetzter Journalismus vor Ort

Die miteinander vernetztenden Ortsblogs haben ein Konzept: Wir veröffentlichen Nachrichten, die fĂŒr die Menschen vor Ort wichtig sind. Und wir zeigen auf, wie die Gemeinden miteinander vernetzt sind – auf vielfĂ€ltige Weise. Ob zu Verkehrs- oder Umweltschutzthemen, gemeinsamen VerbĂ€nden und VertrĂ€gen – unsere Gemeinden im Berichtsgebiet sind vielfĂ€ltig verbunden, ebenso die Leserinnen und Leser.

Vielleicht vermisst man die ein oder andere Nachricht – da bitten wir um Nachsicht. Unsere Redaktion arbeitet sehr engagiert und wir mĂŒssen manchmal den Mut zur LĂŒcke haben, weil wir (noch) nicht jeden Termin besetzen können.

Sicher ist es auch Zeit, sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. Überbordende Berichte in den Zeitungen ĂŒber Vereinsfeste haben BedĂŒrfnisse geweckt, die fraglich sind. Was ist die Nachricht? „FĂŒrs leibliche Wohl wurde gesorgt?“ Meinetwegen: Der Satz erzĂ€hlt die gesamte Geschichte. Es gab zu Essen und zu Trinken. Und wenn das nicht reicht, ruft man auch höhrere Instanzen dazu: „Der Wettergott war den GĂ€sten gnĂ€dig, der kĂŒhle Gerstensaft floß in Strömen und die Luft war erfĂŒllt vom Duft leckerer BratwĂŒrste“.

Gegen die Bratwurst-Berichterstattung

Das ist fettigster Bratwurst-„Journalismus“ und hat mit Journalismus nichts zu tun. Ganz klar ist es wichtig und richtig ĂŒber Feste zu berichten. Wir machen das auch – bei Vereinsfesten oft nur mit kurzen Texten (Ein Fest hat stattgefunden), dafĂŒr aber mit vielen Fotos. Die erzĂ€hlen die Geschichte besser als zusammengeschwurbelte Nonsens-„Berichte“.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, können aktiv daran teilhaben, das „Produkt“ Journalismus zu bewerten. Bringen Sie sich ein – schreiben Sie uns und anderen, was gefĂ€llt und was nicht. Journalismus muss man nicht hinnehmen, man kann seit dem Internet daran teilhaben. Sie können Kommentare schreiben und viel einfacher als frĂŒher die Redaktion direkt erreichen, sich mit Hinweisen, VorschlĂ€gen und Kritik einbringen. Jedenfalls bei uns.

Wir freuen uns ĂŒber die Beliebtheit unserer Montagskolumnen, der ausgewĂ€hlten Tipps & Termine und der regen Teilnahme ĂŒber Kommentare auf den Blogs oder bei unseren Facebook-Seiten.

Herzlichen Dank an die Leser und Kunden

Nach drei Jahren Heddesheimblog & Co, möchte ich Ihnen sehr herzlich genau dafĂŒr danken. FĂŒr UnterstĂŒtzung und Kritik – beides gab es zuhauf.

Hardy Prothmann ist seit 21 Jahren als Journalist tÀtig und seit drei Jahren als "Blogger".

FĂŒr die Zukunft wĂŒnsche ich mir noch mehr kritische Anteilnahme, weil wir alle gemeinsam mit unserem Interesse fĂŒr etwas einstehen, was ein absolutes Privileg ist: Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit. Ohne diese ist Demokratie nicht möglich. Da ich viel im Ausland gelebt habe und auch von dort berichtet, weiß ich unser freiheitliche Grundordnung uneres Heimatlandes sehr zu schĂ€tzen.

Deswegen freue ich mich mit Ihnen und dem Team, wenn Sie uns weiter gewogen bleiben, uns mit Interesse und Informationen unterstĂŒtzen. Den anderen „Heddesheimblogs“, egal, ob am Tegernsee, im Prenzlauer Berg, in Regensburg, in Weiterstadt oder Bretten oder Schweinfurt oder in vielen anderen Orten wĂŒnschen wir viel Erfolg, immer den richtigen journalistischen Riecher und einen erfolgreichen Aufbau ihrer Angebote.

In diesem Sinne möchte ich mich bei allen Mitwirkenden bedanken, selbstverstĂ€ndlich sehr besonders bei meiner Frau und der Familie, fĂŒr das Engagement, das VerstĂ€ndnis, das Interesse und die aktive Teilnahme.

Im ersten Interview zum „Heddesheimblog“ hat mich der Kollege Thomas Mrazek gefragt, warum ich das mache, was meine Motivation ist?

Meine Antwort: Ich habe den Spaß meines Lebens.

Das gilt bis heute.

Herzlichst Ihr

Hardy Prothmann

Neubaugebiet „LĂŒtzelsachsen Ebene“ wird mit Biogasanlage verbunden

Weinheim, 07. Dezember 2011. (red/pm) Die Stadtwerke Weinheim verlegen zur Zeit eine rund 900 Meter lange FernwĂ€rmeleitung zum 18 Hektar großen Neubaugebiet „LĂŒtzelsachsen Ebene“. KĂŒnftig sollen die hier entstehenden HĂ€user mit der FernwĂ€rme einer Biogas-Analage bezeizt werden.

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Nehmen Sie die VogelfĂŒtterung wieder auf, damit es keinen stummen FrĂŒhling gibt


Das Usutu-Virus hat der Amsel schwer zu schaffen gemacht.

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Dem Heddesheimer Vogel-Experten Kurt Klemm wurden allein in diesem Sommer rund 300 tote Amseln gemeldet, die vermutlich ĂŒberwiegend durch das Usutu-Virus eingegangen sind. Deshalb hatte der VogelschĂŒtzer im Sommer dazu aufgefordert, keine Vögel zu fĂŒttern, um eine gegenseitige Infektion an Futterstellen zu vermeiden. FinkenbestĂ€nde wurden durch einen Einzeller dezimiert.
Die Vögel, die durchgehalten haben und ĂŒberwintern, dĂŒrften infektionsfrei sein, denn der HauptĂŒbertrĂ€ger, die StechmĂŒcke, fĂ€llt als ÜbertrĂ€ger aus. Deshalb ruft Kurt Klemm zur VogelfĂŒtterung ĂŒber den Winter auf, denn viele Vögel finden in der freien Natur lĂ€ngst nicht mehr genug Nahrung.

Von Kurt Klemm

Der Tod vieler drosselartiger Vögel, zu der auch die Amsel gehört, hat alle Vogelfreunde tief erschĂŒttert. Kaum ein melodischer Gesang war in der Natur, vom Sommer bis jetzt, zu hören. Beim morgendlichen Gang durch den Garten herrschte eine gespenstige Ruhe, so dass ein stummer FrĂŒhling im kommenden Jahr nicht auszuschließen ist. Schuld daran ist das Usutu-Virus.

Das Usutu Virus, stammt aus Afrika und verdankt seinen Namen einem Fluss in „Swasiland“. Das Virus kann vermutlich durch infizierte Zugvögel oder durch StechmĂŒcken nach Europa gekommen sein. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts fĂŒr Tropenmedizin (BNI) in Hamburg wurde der Erreger bei einem Schnelltest bei einer Amsel aus Birkenau (Hessen) nachgewiesen. „Wenige Tage danach ist das Virus bei vier Amseln in Mannheim sowie in Dossenheim in Baden-WĂŒrttemberg entdeckt worden, dies bestĂ€tigte das Friedrich-Loeffler-Institut“, laut Wikipedia. „Betroffen sind auch Sperlinge und Eulen.“

Nach den Verlustmeldunge,n die ich alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis erhielt, wurden mehr als 300 tote Amseln aufgefunden.

Aber die aufgefundenen toten Vögel, sind nur die Spitze des Eisberges, da sich die meisten erkrankten Tiere instinktmĂ€ĂŸig im GebĂŒsch verkriechen, so dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Wie hoch genau, das werden wir erst in den nĂ€chsten Jahren erfahren. Es ist offen, inwieweit sich die VogelbestĂ€nde davon erholen werden.

Auch in unseren NachbarlĂ€nder, Österreich (2001-2002), Schweiz (2006), Ungarn (2008) und Italien (2009) hat es in den vergangenen Jahren ein Massensterben unter den Amseln gegeben. Der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Leiter der virologischen Diagnostik, hat daher wenig gute Nachrichten: „So ein Vogelsterben kann mehrere Jahre andauern, bis die Tiere immun sind.“

Das Virus kann auch auf den Menschen ĂŒbertragen werden, so wie es 2009 in Italien erstmals der Fall war. In Deutschland ist bisher kein ĂŒbergreifen auf den Menschen festgestellt worden.

Bei den Singvögeln und hier hauptsĂ€chlich bei den GrĂŒnfinken grassierte ein Einzeller namens „Trichomonas gallinae“ und fĂŒhrte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu großen Verlusten. Dieser Erreger, der von Tauben ĂŒbertragen wird, hat in diesem Jahr auch bei uns in Nordbaden neben den drosselartigen Vögeln, besonders bei unseren Finken große BestĂ€nde vernichtet.

Da beim Usutu-Virus der HauptĂŒbertrĂ€ger StechmĂŒcken sind, dĂŒrfen die Tierliebhaber ihre gefiederten Freunde wieder fĂŒttern, da vom Futterhaus keine Gefahr mehr ausgeht.

Zur Person:
Kurt Klemm ist Heddesheimer und anerkannter VogelschĂŒtzer. Der MitgrĂŒnder des Heddesheimer Vogelparks und Mitglied der Vogelfreunde setzt sich darĂŒber hinaus intensiv fĂŒr den Umwelt- und Naturschutz ein. Er ist Mitglied der Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen im Heddesheimer Gemeinderat.

FĂŒr RĂŒckfragen steht Ihnen Kurt Klemm telefonisch zur VerfĂŒgung: 06203-9585824

PortrÀt Kurt Klemm

Höchste Auszeichnung: AZ-Naturschutzpreis fĂŒr die Heddesheimer Vogelfreunde

VDW-Naturschutzpreis fĂŒr Kurt Klemm