Freitag, 22. September 2017

Deutlicher Anstieg der Kirchenaustritte in den meisten Gemeinden

„Tebartz-Effekt“ auch in der Metropolregion

kirche

 

Rhein-Neckar, 08. November 2013. (red/ms) Nach aktuellen Recherchen der Deutschen Presse Agentur ist die Anzahl der Kirchenaustritte vergangenen Oktober sprunghaft angestiegen. Hauptursache sei laut der ARD die Aff├Ąre um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Ist dieser bundesweite Trend auch in unserem Berichterstattungsgebiet festzustellen? Eine deutliche Tendenz nach oben ist zu beobachten. Allerdings nicht ├╝berall: W├Ąhrend sich etwa die Anzahl der Austritte in Laudenbach im Monatsvergleich mehr als versechsfacht hat, ist beispielsweise in Heddesheim kein Anstieg festzustellen. [Weiterlesen…]

Nach Rechtsstreit zur├╝ck ins Unternehmen

Trotz Einigung bleibt der bittere Nachgeschmack

Weinheim, 17. Dezember 2012. (red/aw) Noch einem monatelangem Rechtsstreit hat der fristlos gek├╝ndigte Betriebsrat Helmut Schmitt nun einen vermeintlichen Sieg erzielt. Er darf seine Arbeit im Unternehmen und im Betriebsrat wieder aufnehmen. Allerdings d├╝rfte das Verh├Ąltnis zwischen Schmitt und seinem Arbeitgeber sowie den anderen Betriebsratkollegen dauerhaft besch├Ądigt sein.

Kommentar: Alexandra Weichbrodt

Der Streit zwischen dem gek├╝ndigten Betriebsrat Helmut Schmitt und der nora systems GmbH ist beendet. Die Parteien erzielten in der vergangenen Woche einen Vergleich. Jetzt darf Helmut Schmitt wieder bei der nora systems GmbH arbeiten und sogar seine T├Ątigkeit im Betriebsrat wieder aufnehmen. Ein vermeintlicher Sieg f├╝r den langj├Ąhrigen Arbeitnehmer des Weinheimer Unternehmens.

Die Anschuldigungen gegen Schmitt wogen schwer:

St├Ârung des Betriebsfriedens, Versto├č gegen die Geheimhaltungspflicht, Verletzung von Pers├Ânlichkeitsrechten.

Vorw├╝rfe, die nun nach dem Vergleich so nicht mehr kommuniziert werden (d├╝rfen). ├ťber den genauen Vergleichsinhalt wurde Stillschweigen vereinbart. Allerdings machte Schmitt bereits im Vorfeld deutlich, dass er einem Vergleich nur zustimme, wenn die Anschuldigen vorbehaltslos zur├╝ckgenommen w├╝rden.

nora macht R├╝ckzieher

Das hat die nora systems GmbH wohl getan. Denn auch die sofortige Wiedereingliederung in das Unternehmen wurde Helmut Schmitt mit dem Vergleich zugesichert. Die nora macht also einen R├╝ckzieher und gesteht damit Fehler ein. Die Frage ist nur: Mit welchem Hintergedanken?

Vielleicht war es f├╝r das Unternehmen ein bisschen zu viel mediale Aufmerksamkeit. Ein eigentlich unk├╝ndbares Betriebsratmitglied fristlos zu entlassen, sorgt nicht f├╝r die beste Presse. Schon gar nicht, wenn man auf der Suche nach einem K├Ąufer ist. Schmitt vermutete schon im November einen Zusammenhang zwischen einem m├Âglichen Vergleich und dem geplanten Verkauf. Es bleibt also ein bitterer Nachgeschmack. Nicht Einsicht f├╝hrte zum Vergleich, sondern Gesch├Ąftsinteressen.

Es ist davon auszugehen, dass Schmitt weiterhin ein Kritiker der Unternehmensleitung bleibt, wenn es um den geplanten Verkauf der nora systems GmbH geht. Schmitts Kritik an einem erneuten Verkauf des Weinheimer Unternehmens war der Anlass zum Streit mit dem Betriebsrat. Er┬á bem├Ąngelte vor allem den Umgang mit Belegeschaftsinteressen und einen m├Âglichen Stellenabbau im Falle eines Verkaufs.

Der Betriebsrat schloss ihn daraufhin Ende Juni diesen Jahres aus dem Betriebsrat aus, weil Schmitt „die Verhandlungen der Gesch├Ąftsleitung ├╝ber einen m├Âglichen Verkauf systematisch blockiert und sabotiert“ habe. Es folgte die fristlose Entlassung aus dem Unternehmen.

Inhalt des Streits immer noch aktuell

Das Thema „Verkauf“ ist allerdings nach wie vor aktuell. Die nora systems GmbH sucht immernoch einen K├Ąufer. Die Bef├╝rchtungen eines Stellenabbaus sind immer noch pr├Ąsent. Das Verh├Ąltnis zwischen Schmitt und nora bleibt daher vermutlich, trotz „Einigung“, angespannt. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass das Betriebsrat-Gremium Helmut Schmitt einen besonders warmen Willkommens-Empfang bereitet.

Eine gro├če Auseinandersetzung hat Helmut Schmitt gewonnen. Jetzt kann Helmut Schmitt wieder f├╝r die Belegschaft im Unternehmen t├Ątig sein. Ob das dem restlichen Betriebsrat gef├Ąllt und wie die „Zusammenarbeit“ mit diesem zuk├╝nftig aussehen wird.

 

Streit zwischen gek├╝ndigtem Betriebsrat und nora noch nicht beendet

Richter schl├Ągt Vergleich vor

Helmut Schmitt heute morgen im Arbeitsgericht in Mannheim: „Noch ist nichts entschieden.“

 

Weinheim/Mannheim, 15.11.2012. (red/aw) Der f├╝r heute angesetzte Termin vor dem Mannheimer Arbeitsgericht zwischen dem gek├╝ndigten Betriebsratmitglied Helmut Schmitt und der nora systems GmbH wurde abgesagt. Der vorsitzende Richter Wolfgang Gruber hatte gestern beiden Parteien einen Vergleich vorgeschlagen. Helmut Schmitt ist f├╝r einen Vergleich offen. Vorausgesetzt die Formulierung stimmt.

Abwarten. Es ist noch nichts in trockenen T├╝chern.

Helmut Schmitt wollte heute morgen die Euphorie ├╝ber den m├Âglichen Vergleich noch in Grenzen halten. Zahlreiche Unterst├╝tzer waren trotz Absage um 8:30 Uhr zum Arbeitsgericht nach Mannheim gekommen, um dem gek├╝ndigten Betriebsrat bei der Verhandlung beizustehen. Die Nachricht ├╝ber einen m├Âglichen Vergleich hatte in der K├╝rze der Zeit noch nicht alle erreicht. Erste Gratulationen wies Schmitt zur├╝ck. Der Vergleichsvorschlag vom Richter lasse hoffen und sei ein gutes Zeichen. Allerdings m├╝sse man den end├╝gltigen Vergleichsinhalt abwarten.

In dem Rechtsstreit geht es um Schmitts Ausschluss aus dem nora-Betriebsrat und die darauf folgende Entlassung aus dem Unternehmen. Ein G├╝tertermin im August diesen Jahres scheiterte bereits. Das Unternehmen wirft Helmut Schmitt die St├Ârung des Betriebsfriedens vor. Er habe zudem Pers├Ânlichkeitsrechte verletzt und gegen die Pflicht der Geheimhaltung versto├čen. Daraufhin hatte die Betriebsratmehrheit von nora systems Ende Juni beschlossen, den langj├Ąhrigen Arbeitnehmer aus dem Gremium auszuschlie├čen. Am 02. Juli wurde Helmut Schmitt entlassen:

Seitdem bin ich offiziell arbeitslos.

Helmut Schmitt selbst bestreitet die Vorw├╝rfe und ist nicht bereit, Eingest├Ąndnisse zu machen. Der genaue Inhalt des Vergleichs stehe aber noch nicht fest, so Schmitt. Es ginge jetzt darum, dass alle Parteien die genaue Formulierung miteinander abstimmen. Er werde einem Vergleich nur zustimmen, wenn die get├Ątigten Anschuldigungen zur├╝ckgenommen werden und er seine Arbeit – im Unternehmen und im Betriebsrat – wieder aufnehmen d├╝rfe:

Ich fordere Gerechtigkeit und habe nichts zu verlieren.

Von Seiten der nora systems GmbH wurde auf Anfrage nur best├Ątigt, dass eine gemeinsame Presseerkl├Ąrung zu dem angestrebten Vergleich beabsichtigt sei. Am Vormittag konnte der Leiter der Kommunikation Martin Koch jedoch noch nicht absehen, ob diese „heute noch erscheint“.

Helmut Schmitt schlie├čt nicht aus, dass die nora systems GmbH dem Vergleich zustimmt, um weitere Aufmerksamkeit zu vermeiden. Der Streitfall hatte in der Vergangenheit zu zahlreichen Solidarit├Ątsbekundungen gef├╝hrt und gro├čes mediales Aufsehen erregt. Da die nora systems GmbH aber gerade dabei ist, einen K├Ąufer zu suchen, k├Ânne da durchaus ein Zusammenhang bestehen, vermutet Schmitt.

Der Verkauf von nora wurde von Helmut Schmitt damals stark kritisiert. Seine Betriebsratkollegen hatten ihm vorgeworfen, die Verhandlungen der Gesch├Ąftsleitung ├╝ber einen m├Âglichen Verkauf systematisch blockiert und sabotiert zu haben.

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