Mittwoch, 20. September 2017

Wegen großer Nachfrage: Zweite gefĂŒhrte Wanderung entlang der Weschnitz

An Allerheiligen zu den MĂŒhlen

Weinheim, 16. Oktober 2014. (red/pm) Sechs MĂŒhlen, Industrie- und KulturdenkmĂ€ler vergangener Jahrhunderte, und ein wild-romantisches Tal erleben: Das können Weinheimer sowie Besucher aus der Region in diesem Jahr noch einmal an Allerheiligen, am Samstag, 01. November. [Weiterlesen…]

Artenschutzgutachten zur Windenergie Vögel und FledermÀuse

Mit FlĂŒgeln gegen WindmĂŒhlen

Die Mopsfledermaus (Barbastellus Barbastella) ist neu in Weinheim und könnte mit Windkraftanlagen in Konflikt geraten. Foto: Wikipedia CC-BY-SA 3.0; C. Robiller/Naturlichter.de

Die Mopsfledermaus (Barbastella Barbastellus) ist neu in Weinheim und könnte mit Windkraftanlagen in Konflikt geraten. Foto: Wikipedia CC-BY-SA 3.0; C. Robiller/Naturlichter.de

 

Weinheim. 27. November 2013. (red/ld) Das Artenschutzgutachten zum TeilflĂ€chennutzungsplan „Windenergie“ werde Windkraftanlagen in Weinheim nicht verhindern, sagte Erster BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner gestern bei dessen Vorstellung. Das sei ein zu schwaches Instrument. Trotzdem löste die Anwesenheit der verschiedenen Fledermaus- und Vogelarten bei den 35 Besuchern Aufregung aus. [Weiterlesen…]

Initiative bleibt wachsam

Ruhe im Steinbruch

Weinheim, 19. Oktober 2013. (red/pm) Seit drei Monaten ist es ruhig im Steinbruch der Wachenberg. Die Chancen, dass der Porphyrabbau fĂŒr immer gestoppt wurde, sind hoch. Dennoch bleibt die BĂŒrgerinitiative wachsam. [Weiterlesen…]

BĂŒrgerinitiative “Rettet den Wachenberg” froh ĂŒber das Urteil des VGH

„Ein Sieg fĂŒr die Demokratie“ vs. Trumpf der Angst

Die Kuppe des Wachenbergs sollte durch weiteren Gesteinsabbau abgetragen werden. „Nicht mit uns“, dachten sich engagierte BĂŒrgerinnen und BĂŒrger aus Birkenau und Weinheim und grĂŒndeten die BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“.

 

Weinheim/Hirschberg/Schriesheim, 11. Februar 2013. (red/aw) Elisabeth Kramer, Gisela Schmitt, Gunda Krichbaum und Willy Welti sind erleichtert. Ihr ehrenamtliches Engagement zur Rettung des Wachenbergs hat sich ausgezahlt. Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-WĂŒrttemberg vom 29. Januar 2013 haben sie einen Meilenstein zur „Rettung des Wachenbergs“ erreicht. Es war ein langer Weg bis zu diesem Punkt, doch am Ziel sind sie noch nicht.

Von Alexandra Weichbrodt

Das Urteil ist glasklar und grandios,

findet Elisabeth Kramer, Weinheimer StadtrĂ€tin und ehrenamtlich Engagierte der BĂŒrgerintitaitve „Rettet den Wachneberg“. Das VGH urteilte:

Der FlĂ€chennutzungs- und Bebauungsplan der Stadt Weinheim ĂŒber das Gebiet des Steinbruchs sind zulĂ€ssig.

Alles dokumentiert: Bereits Anfang der 90er wurden Unterschriften zum Erhalt des Wachenbergs gesammelt.

Ein PrĂ€zedenzfall, denn hier werden BauleitplĂ€ne zum Schutz vor VerĂ€nderungen aufgestellt und genehmigt. Die Stadt Weinheim darf die Landschaft ihrer Bergstraßen-Silhoutte mit einem Bebauungsplan schĂŒtzen.

Bereits seit den 80er Jahren stehen Auseinandersetzungen mit den Pophyrwerken im Raum. Elisabeth Kramer berichtet und dokumentiert seit ĂŒber drei Jahrzehnten die Arbeitsweise im Steinbruch am Wachenberg. Anfang der 90-er Jahre wurden schon einmal Unterschriften gegen einen erweiterten Abbau des bekannten Wahrzeichens Weinheims gesammelt. Nach Ansicht der BĂŒgerinitiative wurden die industriellen BedĂŒrfnisse lange Zeit mehr berĂŒcksichtigt als die Anliegen der Bevölkerung.

Anstoß der Initiative kam aus Birkenau

Willy Welti hĂ€lt das Urteil fĂŒr:

Einen Sieg fĂŒr die Demokratie.

Das Urteil zeige, dass auch BĂŒrger zu ihrem Recht kommen können. Willy Welti war es damals, vor ĂŒber acht Jahren, der das Thema auf die Agenda brachte.

Er ist Mitglied im Ortsverein des BUND (Bund fĂŒr Umewelt und Naturschutz in Deutschland) in Birkenau, und hörte damals von den Vorhaben der Porphyrwerke. Nach einem Hangrutsch im Jahr 2003 hatten die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim einen Antrag auf „Hangsicherung“ gestellt, der eine AbbauflĂ€che von insgesamt 7,2 Hektar innerhalb von 30 Jahren vorsah. Ein Vorhaben, welches Willy Welti nicht ohne weiteres durchgehen lassen wollte. Er wand sich mit ĂŒber 20 offenen Fragen an die Birkenauer Gemeindevertretung und stieß auf offene Ohren.

Im Rahmen der Agenda21, einem Arbeitskreis fĂŒr Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Naturschutz, fand eine erste öffentliche Anhörung statt. Das Interesse der Bevölkerung war groß. Auch Weinheimer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger nutzen die Gelegenheit sich zu informieren. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Birkenau hatte es damals einfacher, denn sie waren nicht an der Planung beteiligt oder in der Verantwortung. Dort sagte man einfach: Unsere Landschaft soll erhalten werden.

Weinheim hingegen war in einem gewissen Zwiespalt. Die Stadt wollte den Unternehmern zunĂ€chst natĂŒrlich auch das Recht auf Ressourcenabbau gewĂ€hren. GrundstĂŒckseigentĂŒmer war die Stadt ohnehin nicht, das ist die Gemeinde Hirschberg. Diese verpachtet das GelĂ€nde an die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim.

Deckmantel „Hangsicherung“ – Trumpf der Angst

Nach der Großrutschung im Jahr 2003 spielten die Porphyrwerke dann den Trumpf der Angst aus. Aus Sicht der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim sei der Ausbau nötig, um Sicherheitsmaßnahmen gegen FelseinstĂŒrze vorzunehmen. Gisela Schmitt erkennt darin KalkĂŒl: „Diese Großrutschung kam den Porphyrwerken sehr gelegen. Zu diesem Zeitpunkt wĂ€re die Abbaugenehmigung von 1983 nĂ€mlich eigentlich ausgelaufen. Durch die Rutschung aber hatten sie die nötigen Argumente fĂŒr eine weitere Sicherung und AbbautĂ€tigkeit.“

Das ist ein bekanntes Druckmittel von Pophyrwerken,

weiß auch Willy Welti. So wolle man der Bevölkerung weiß machen, dass der ganze Berg runterkommen könne und kein Weg an der Hangsicherung vorbei fĂŒhre. Die ersten Zweifel daran kamen aber schnell als man sah, dass die Mitarbeiter nach wie vor – in dem ja eigentlich so Einsturz gefĂ€hrdetem – Steinbruch arbeiteten.

Die haben sogar noch gesprengt. So gefÀhrlich konnte es also nicht sein,

erinnert sich Gunda Krichbaum, die in unmittelbarer NĂ€he zum Steinbruch in Höhe der Fuchs’che MĂŒhle wohnt. Aussagen und Handlungsweise der Steinbruch-Betreiber waren also Ă€ußerst widersprĂŒchlich.

„Landratsamt ist seiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen.“

WidersprĂŒche gab es auch zwischen den in der Abbaugenehmigung von 1983 erteilten Auflagen und den tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrten Maßnahmen. Lange Zeit war der genaue Inhalt der Abbaugehnehmigung der BĂŒrgerinitiative nicht bekannt. Erst nach dem Fund der Original-Genehmigung aus dem Jahr 1983, hatte die Initiative etwas in der Hand, mit der sie die Handlungen der Porphyrwerke beim Landratsamt abmahnen konnte. Dort zeigten sich die ZustĂ€ndigen allerdings nur wenig kooperativ.

Die Aufsichtsbehörde, das Landratsamt, hat es unseres Erachtens nach versĂ€umt genĂŒgend Aufsicht zu betreiben. Da gab es starke Auseinandersetzungen zwischen uns und dem Landratsamt,

kritisiert Elisabeth Kramer. „Dort arbeiten ja auch keine Spezialisten fĂŒr Gesteinsabbau“, ergĂ€nzt Willy Welti. Bereitgestellte Informationen von Seiten der BĂŒrgerinitiative wurden allerdings auch nicht wirklich in die Thematik einbezogen. Viele Auflagen seien nachweisbar nicht eingehalten worden. Der Hinweis darauf wurde von Seiten des Landratsamt aber nur wenig beachtet oder bagatellisiert:

Die Reaktionen vom Landratsamt waren schon arrogant. Immer, wenn wir auf die Differenzen zwischen der Genehmigung und den wirklichen TĂ€tigkeiten hingewiesen haben, wurden wir abgewatscht. Das sei doch alles nicht so schlimm.

Das ganze ging dann soweit, bis man eine offizielle Beschwerde ĂŒber das Landratsamt eingereicht habe, so Kramer.

Wendepunkt im Mai 2007

Von Anfang an mit dabei: Elisabeth Kramer und Willy Welti.

Nach dem Großrutsch 2003, dem Antrag zur Hangsicherung 2005 und der anschließend gegrĂŒndeten BĂŒrgerintitiative dauerte es noch einmal gute zwei Jahre, bevor ein beschlussfĂ€higer Antrag vor dem Gemeinderat der Stadt Weinheim vorgebracht werden sollte. Die erste Fassung des Antrags mit einer AbbauflĂ€che von 7,2 Hektar, war bereits vom Landratsamt abgelehnt worden, nachdem die BĂŒrgerinitiative rund 2.400 Einwendungen bei der Stadtverwaltung vorbrachte und diese sich daraufhin gegen den Ausbau aussprach. Ein darauffolgender Antrag, mit einer AbbauflĂ€che von 4,8 Hektar, sollte 2007 den Erhalt der Kammkuppe garantieren.

Die BĂŒrgerinitiative traute der Sache nicht und prĂŒfte den Antrag genauer. „VorsĂ€tzliche TĂ€uschung“, habe man da festgestellt, denn die Kammkuppe wĂ€re bei einer solchem FlĂ€chenabbau auf keinen Fall zu halten gewesen. Auch diesem Antrag wollte die BĂŒrgerinititative also so nicht durchgehen lassen.

„Geniale Arbeit vom Amt fĂŒr Stadtentwicklung“

Sie begannen die breite Öffentlichkeit zu informieren, traten an GemeinderĂ€te, Parteien und Abgeordnete heran. Sie aktivierten noch einmal die Bevölkerung, sammelten Unterschriften und Einwendungen. Über 3.000 Dokumente konnten im FrĂŒhsommer 2007 an die Stadtverwaltung ĂŒbergeben werden. Doch die Beschlusskraft hatte der Gemeinderat. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Die Gemeinderatsstitzung im Mai 2007 war wohl die spannendenste in meiner Geschichte als StadtrĂ€tin. Der Beschlussvorschlag las sich zunĂ€chst sehr „Pro“ Porphyrwerke. Doch am Sitzungsabend prĂ€sentierte die Stadtverwaltung kurzfristig einen neuen Beschlussantrag. Einen, der unserem Anliegen vollkommen nachkam.

Das, in letzter Minute, ausgearbeitete Konzept der Stadtverwaltung sei „genial“ gewesen. Die Mitarbeiter vom Amt fĂŒr Stadtentwicklung konnten anhand eines Bebauungsplans einen Ausbau der AbbautĂ€tigkeiten verhindern. Der Beschlussantrag fiel zu Gunsten der BĂŒrgerinitiative aus und verhinderte die Zustimmung des gestellten Antrags der Porpyhrwerke.

Sven-Patrick Marx hat hervorragend reagiert. Mit Hilfe des Bebauungsplans konnte die Stadt festlegen, wo abgebaut werden darf und wo nicht.

Ab diesem Zeitpunkt „gemeinsam aktiv“

Bis dahin war es ein langer Prozess, immer wieder musste sich die BĂŒrgerinitiative Gehör verschaffen und ein Bewusstsein fĂŒr ihr Anliegen schaffen. Nur mit kontinuierlicher Bearbeitung habe man das erreicht. Da steckte viel Arbeit drin, es wurden viele Klinken geputzt. Manch einer dachte sich bestimmt:

Da kommen wieder die nervigen Weiber von der BĂŒrgerinititative,

beschreibt Gunda Krichbaum das langjÀhrige Engagement.

Aber es sollte sich am Ende auszahlen. Nach der Ablehung des Antrags im Gemeinderat wusste die BĂŒrgerinititative nun auch die Stadtverwaltung auf ihrer Seite. Die anschließende Zusammenarbeit mit der Stadt und ihrem Ämtern sei „hervorragend“ und „toll“ gewesen, so Krichbaum. Auch der Erste BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner habe sich nach seinem Amtsantritt stets sehr fĂŒr die Anliegen der Initiative eingesetzt.

Doch so ausgefuchst die Idee, mit einem Bebauungsplan den weiteren Abbau zu verhindern, auch war, die Porpyhrwerke wollten sich nicht so einfach geschlagen geben. Denn ein gewisses Risiko ging man mit dem Bebauungsplan, der eigentlich ein Verhinderungsplan war, schon ein. Denn ein solcher Verhinderungsplan ist laut dem Bundesemissionsschutzgesetz nicht zulÀssig. Eine Tatsache, die Willy Welti nicht verstehen kann:

Das Bundesemissionsschutzgesetz ist sehr industriefreundlich. Doch so machen wir unsere Natur kaputt.

Die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim reichen gemeinsam mit der Gemeinde Hirschberg Klage gegen den Bebauungsplan der Stadt Weinheim ein. Es kommt zum Showdown vor Gericht. Der wohl nervenaufreibenste Höhepunkt in acht Jahren Engagement fĂŒr die BĂŒrgerinitiative.

Beim Prozess haben wir richtig gebibbert. Wir wussten bis zuletzt nicht wie es ausgeht,

schildert Gunda Krichbaum ihre Empfindungen. Das sei „richtig spannend“ gewesen. Man habe schon „gezittert“, wie das Gericht den Bebauungsplan der Stadt nun bewertet. HĂ€tten sie ihn als Verhinderungsplan anerkannt, wĂ€ren die BemĂŒhungen der BĂŒrgerinitiative sowie der Stadtverwaltung umsonst gewesen. Waren sie aber nicht. Das Gericht wies die Klage ab.

Das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu schĂŒtzen ist zulĂ€ssig.

Der Plan der Stadt, das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu schĂŒtzen, sei

zulÀssig, wirksam und verwirklichbar,

urteilte der 3. Senat des VGH in Mannheim. Das Amt fĂŒr Stadtentwicklung hat zudem ĂŒber ein Fachgutachten nachweisen können, dass die Erhaltung des Landschaftsbildes einer Sicherung des Steinbruchhanges nicht entgegen stehe. Die Planung sei daher den Anforderungen fĂŒr eine fehlerfreie AbwĂ€gung der öffentlichen und privaten Belangen gerecht geworden. Ohne jedoch die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens unangemessen zu kĂŒrzen.

Neben der BĂŒrgerinitiative zeigt sich auch die Stadtverwaltung erleichtert ĂŒber das Urteil. BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner begrĂŒĂŸte die Entscheidung:

Heute ist ein guter Tag fĂŒr Weinheim, denn unsere bekannte Berglinie mit den beiden Wahrzeichen, unseren Burgen, kann erhalten werden.

Momentan ist das Urteil des VGH nur bedingt rechtskrĂ€ftigt. Denn gegen die Nichtzulassung der Revision kann binnen vier Wochen nach Zustellung des Urteils Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden. Diese wĂŒrde jedoch nur erfolgreich sein, wenn beispielsweise Verfahrensfehler festgestellt werden oder unrichtige richterliche Entscheidungen nachgewiesen werden können. Erfolgt keine Beschwerde von den Porphyrwerken Weinheim-Schriesheim sowie der Gemeinde Hirschberg ist das Urteil nach Ablauf der vier Wochen engĂŒltig rechtskrĂ€ftig und in Stein gemeißelt.

Werden auch in Zukunft ein wachsames Auge auf die Arbeiten am Steinbruch haben: Gisela Schmitt, Willy Welti, Gunda Krichbaum und Elisabeth Kramer. (v.l.n.r.)

 

Die Arbeit der BĂŒrgerinitiative ist noch lĂ€ngst nicht zu Ende.

Das Urteil bedeutet nicht, dass der Abbau eingestellt wird, sondern lediglich, dass keine VerĂ€nderungen an der Kuppe vorgenommen werden dĂŒrfen. Weiter wird das Unternehmen ĂŒber Jahre hinweg Renaturierungsmaßnahmen betreiben mĂŒssen. Dass diese auch tatsĂ€chlich durchgefĂŒhrt werden, bleibt weiterhin zu beobachten. Denn die BĂŒrgerinitiative kennt die Arbeitsweise des Porpyhrwerks Weinheim-Schriesheim nach jahrelanger Beobachtung nur allzu gut.

Hier mĂŒssen wir weiter wachsam sein und die Einhaltung der Auflagen kontrollieren,

formuliert Gisela Schmitt die weitere Vorgehensweise der BĂŒrgerinitiative. Auch das bereits im GrĂŒndungsprotokoll vom 21. Februar 2005 formulierte Ziel, eine „Stillegung des Steinbruchs“ zu erreichen, sei nach wie vor aktuell. SteinbrĂŒche wĂŒrden ĂŒberall in Deutschland stillgelegt, warum nicht auch in Weinheim?

Wir feiern das Urteil, weil es eine ganz wichtige Station auf dem Weg zu unserem Ziel ist. Aber unsere Arbeit ist noch nicht beendet,

verspricht Elisabeth Kramer. Denn so lange der Wachenberg durch Gesteinsabbau gefÀhrdet ist, machen sie weiter. Zum Schutz der Natur, der Anwohner und des Landschaftsbildes.

Weinheim darf seine Bergstraßen-Silhouette schĂŒtzen – Planer haben sorgfĂ€ltig gearbeitet

„Ein guter Tag fĂŒr Weinheim“

Jetzt ist es „amtlich“ – der VGH Mannheim bestĂ€tigte heute per Urteil die Bauleitplanung der Stadt Weinheim: Im Ergebnis heißt es weiterhin „Finger weg von der Kuppe“ des Wachenbergs. Quelle: Stadt Weinheim

 

Weinheim/Hirschberg/Schriesheim, 29. Januar 2013. (red/pm/pro) Das Urteil ist rechtsgĂŒltig und eine Revision wird nicht zugelassen: Sowohl der FlĂ€chennutzungs- als auch der Bebauungsplan der Stadt Weinheim ĂŒber das Gebiet des Pophyr-Steinbruchs sind zulĂ€ssig. Damit hat der Verwaltungsgerichtshof Mannheim (VGH) einen PrĂ€zedenzfall entschieden, ĂŒber den BauleitplĂ€ne auch zum Schutz vor VerĂ€nderungen aufgestellt werden können.

Der Wachenberg in Weinheim darf so bleiben wie er ist, denn die Stadt Weinheim darf mit einem Bebauungsplan die Landschaft ihrer Bergstraßen-Silhouette schĂŒtzen.

Der erste Satz der Mitteilung der Stadt zeigt die Erleichterung und die Freude ĂŒber das Urteil des 3. Senat des Verwaltungsgerichtshofes Baden-WĂŒrttemberg, das heute am Nachmittag bekannt gegeben worden ist.

Mit dieser Entscheidung wies der VGH die Klagen der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim und der Nachbargemeinde Hirschberg zurĂŒck. Beide wollten den Bebauungsplan rĂŒckgĂ€ngig machen, um weiter Gestein im Hangbereich abbauen zu können. Die Pophywerke als wirtschaftlicher Nutzer und die Gemeinde Hirschberg ebenfalls aus wirtschaftlichen GrĂŒnden – verpachtet sie doch ihren Grundbesitz auf Weinheimer Gemarkung an das Unternehmen. Nach unseren Informationen kommen hier jĂ€hrlich gut 30.000 Euro in die Gemeindekasse. Bei einer vermuteten Abbauzeit von gut 20 Jahren kommt also eine gute halbe Million Euro zusammen.

Die PlĂ€ne des Unternehmens sahen eine Abflachung des Steinbruchhanges vor – das hĂ€tte die Kammlinie zwischen der Wachenburg und der Wachenbergkuppe verĂ€ndert. Die Planungskonzeption der Stadt, die das Landschaftsbild nun in der jetzigen Form schĂŒtzt, sei „zulĂ€ssig, wirksam und verwirklichbar“, urteilte der VGH:

Die beiden BauleitplĂ€ne schaffen die planungsrechtlichen Voraussetzungen fĂŒr den Schutz des Landschaftsbildes und – als dessen Bestandteil – den Erhalt der Kuppe des Wachenbergs sowie der Sicherheit vor weiteren großflĂ€chigen Hangabrutschungen.

Das Weinheimer Amt fĂŒr Stadtentwicklung habe ĂŒber Fachgutachten nachweisen können, dass die Erhaltung des Landschaftsbildes einer Sicherung des Steinbruchhanges nicht entgegenstehe, so die Stadt. Der vorsitzende Richter fĂŒhrte aus:

Die Planung ist den Anforderungen an eine fehlerfreie AbwÀgung der öffentlichen und privaten Belange gerecht geworden.

Die wirtschaftlichen Interessen der Porphyrwerke seien „nicht unangemessen verkĂŒrzt“. Der Senat hat keine Revision zugelassen. BĂŒrgermeister Dr. Torsten Fetzner kommentierte:

Heute ist ein guter Tag fĂŒr Weinheim, denn unsere bekannte Berglinie mit den beiden Wahrzeichen, unseren Burgen, kann erhalten bleiben.

Dr. Fetzner verwies auf den großen Konsens in der Weinheimer Politik und in der Bevölkerung. „Diese bekannte Ansicht liegt den Weinheimern am Herzen“, schilderte er und betonte, dass die Stadt bei diesen Interessen auch sehr eng und kooperativ mit einer BĂŒrgerinitiative zusammenarbeite. Die klare Haltung des Senats, sei zudem auch eine „hohe WertschĂ€tzung“ fĂŒr das Fachamt fĂŒr Stadtentwicklung, das diesem Verfahren sehr akribisch und professionell zur RechtsbestĂ€ndigkeit verholfen habe, so die Stadt in einer Pressemitteilung.

Das Gericht sieht ferner die wirtschaftlichen Belange der Porphywerke Weinhei-Schriesheim ausreichend berĂŒcksichtigt. Das Urteil bedeutet nicht, dass der Abbau eingestellt wird, sondern lediglich, dass keine VerĂ€nderungen an der Kuppe vorgenommen werden dĂŒrfen. Weiter wird das Unternehmen ĂŒber Jahre hinweg Renaturierungsmaßnahmen betreiben mĂŒssen. Porphyrstein wird als Werkmaterial vor allem im Straßenbau fĂŒr Schotter und Splitt verwendet, aber auch als Dekostein, beispielsweise KĂŒchen-Arbeitsplatten.

Herbstwanderung durch das wild-romantische Sechs-MĂŒhlen-Tal

Von „Wino“ bis zur Stromerzeugung

Lust auf eine romantische Herbstwanderung im Sechs-MĂŒhlen-Tal?


Weinheim, 03. Oktober 2012. (red/pm) Eine FĂŒhrung durchs Sechs-MĂŒhlen-Tal ist wie eine rasante Zeitreise. Kaum eine Strecke ist so geschichtstrĂ€chtig wie das Sechs-MĂŒhlen-Tal in Weinheim: vom frĂŒhen Mittelalter bis zur modernen Wasserkraft-Technologie. Irgendwo am Zusammenfluss von Grundelbach und Weschnitz dĂŒrften sich im sechsten Jahrhundert die ersten FrankenstĂ€mme niedergelassen haben.

Information der Stadt Weinheim:

„Geopark-FĂŒhrer Franz Piva nimmt die Teilnehmer mit auf seiner Reise durch die Geschichte der Franken mit der GrĂŒndung des Dorfes „Winnenheim“ (wohl nach einem Franken namens „Wino“ benannt) und der Peterskirche. Die Weschnitz mit ihren reizvollen MĂŒhlkanĂ€len aus der GrĂŒnderzeit der MĂŒhlen, mit der geheimnisvollen „Unteren Hildebrand MĂŒhle“ deren GrĂŒndung noch im Dunkeln liegt, sind ebenfalls Thema der FĂŒhrung.

Neben dem Wachenberg, ein alter Vulkanschlot, vor etwa 250 bis 290 Millionen Jahren entstanden, findet auch die Geschichte von den ehrbaren MĂŒllern, die den Weg vom Korn zum Brot bereiteten und Weinheim einst zur „Stadt der MĂŒhlen“ machten und eine enge Verbindung zu Weinheim und seinen Gerbern herstellten, findet ErwĂ€hnung. Aber auch von FreischĂ€rlern und RĂ€ubern, die hier hausten, ist die Rede.

Die „Untere Fuchs`sche MĂŒhle zeigt sich bei der FĂŒhrung mit Armin Krichbaum als Schatzkammer und Fundgrube alter MĂŒhlentechnik. FĂŒr weitere Höhepunkte sorgt in der „Oberen HildebrandmĂŒhle“ Walter Fuchs, heute Herr der Weschnitz. Er lĂ€sst den MĂŒhlkanal leer laufen und informiert, damit die Neuzeit nicht zu kurz kommt, ĂŒber die Wasserkraft zur heutigen, aktuellen Stromerzeugung.

Der RĂŒckweg fĂŒhrt abseits der Straße ĂŒber den „Unteren Heckenpfad“, entlang am rauschenden Wasser. Hier liegen die MĂŒhlen wie im Dornröschenschlaf und lassen die Geschichte der MĂŒller wieder lebendig werden.

Die nĂ€chste öffentliche FĂŒhrung findet am Samstag, den 6. Oktober um 14 Uhr statt. Treffpunkt ist der Vorplatz der Peterskirche. Die FĂŒhrung dauert etwa drei Stunden und 6 Euro pro Person, Schulkinder bis 12 Jahre zahlen 3 Euro. Nur mit Voranmeldung beim . unter Telefon 06201 / 874450 oder info@weinheim-marketing.de.“

Vom Wachenberg zur Pestalozzischule

Beim Schulweg auf Nummer Sicher

Beim Schulweg auf Nummer Sicher - ĂŒber den Steg vom Wachenberg zur Pestalozzi-Schule. Foto: Stadt Weinheim.

 

Weinheim, 29. Mai 2012. (red/pm)Vom Wachenberg zur Pestalozzischule muss nun die Grundelbachstraße nicht mehr ĂŒberquert werden.

Information der Stadt Weinheim:

„Ein Schulweg ohne Ampeln verlĂ€uft nun auch offiziell zwischen der Pestalozzi-Grundschule in der Weinheimer Innenstadt und den Straßen und Gebieten rund um den Wachenberg.

Nachdem nun endgĂŒltig alle Bauarbeiten auf den Schlossbergterrassen abgeschlossen sind, hat sich das Weinheimer Tiefbauamt mit der Familienheim eG abgesprochen, die Verbindung durch das Areal als offiziellen Schulweg zu empfehlen.

„Sicherer geht es nicht“, erklĂ€rt Karl-Heinz Bernhardt, der Leiter des Weinheimer Tiefbauamtes. Denn Schlossbergterrasse und Steg fĂŒhren direkt in die FußgĂ€ngerzone und von dort in die Institutstraße, dann sind es auf einem breiten Gehweg nur noch wenige Meter bis zur Schule.

Nach den Pfingstferien wird dann auch die Behelfsampel auf der Grundelbachstraße (Höhe Lindenstraße) nicht mehr erforderlich sein und abgebaut werden.“

"Porphyrwerke wollen Fakten schaffen"

Weiterhin Sorge um den Wachenberg

Weinheim, 02. April 2012. (red/pm) Der Abbau im Steinbruch am Wachenberg durch die Porphyrwerke schreitet noch immer voran. Die BĂŒrgerinitiative “Rettet den Wachenberg” wandte sich mit der Bitte um genauere Nachfragen an den Landtagsabgeordneten Uli Sckerl. Hintergrund ist der Abbau an Randzonen des Steinbruchs sowie an bereits renaturierten Steilbereichen.

Update 15:15 Uhr: Nach Auskunft des Landratsamtes des Rhein-Neckar-Kreises handelt es sich bei den „AbbautĂ€tigkeiten“ um die Neuanlage von Wegen sowie das Versetzen bestehender Begrenzungen um Vermessungsarbeiten durchzufĂŒhren. Über die „Baumleichen“ sei nichts bekannt, man werde die Sachlage jedoch erneut prĂŒfen.

Information der BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“:

„Ebenso wenig wie der Steinbruch am Wachenberg zu Ruhe kommt, ergeht es auch der BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“.

Sie sieht mit Sorge, dass an Randzonen des Steinbruchs, auch an bereits renaturierten Steilbereichen, ein Abbau erfolgt und wandte sich deshalb erst kĂŒrzlich mit der Bitte um genauere Nachfragen an den Landtagsabgeordneten Uli Sckerl.

„Unsere Fragen an das Landratsamt sind leider nur ausweichend beantwortet worden, deshalb wenden wir uns jetzt an eine andere Ebene“, begrĂŒndet Gisela Schmitt diesen Schritt.

TatsÀchlich hatte es einen kleinen Hoffnungsschimmer gegeben:

Landrat Stefan Dallinger habe eine sofortige PrĂŒfung zugesagt, berichtet Gunda Krichbaum, GrĂŒndungsmitglied der BĂŒrgerinitiative:

Im Vorfeld des entscheidenden Prozesses um die Zukunft des Steinbruchs ist die genauere PrĂŒfung des gegenwĂ€rtigen Zustands immens wichtig, auch um GrenzĂŒberschreitungen der noch gĂŒltigen Genehmigung zu verhindern. Offenbar wollen die Porphyrwerke nach wie vor Fakten schaffen.

Damit bezieht sich die BĂŒrgerinitiative auf weitere AbbautĂ€tigkeiten, meist ohne Sprengungen, im Bereich unterhalb der Wachenburg und auch auf Erweiterungen im nördlichen Steinbruchbereich in Richtung Birkenau.

„In beiden Bereichen sind auch inzwischen bewaldete FlĂ€chen zerstört worden, die rĂŒcksichtslose Bearbeitung hat viele Baumleichen zurĂŒckgelassen“, wie auch Willy Welti von der Initiative beanstandet hat.

Erstaunlich schnell hat nun das Landratsamt auf die Eingabe von Sckerl reagiert – allerdings, wie die Initiative bedauert, mit einer oberflĂ€chlichen PrĂŒfung ohne grĂŒndlichere Recherchen.

So hĂ€tten in der Erwiderung die zerstörten BĂ€ume gar keine ErwĂ€hnung gefunden und die Erweiterung nach Norden wĂ€re ohne BegrĂŒndung gelassen und einfach abgetan. Die Initiative bestĂ€tigt, dass seit Dezember zwar keine Sprengungen mehr stattgefunden hĂ€tten. Allerdings sei mit schwerem GerĂ€t direkt im Steilbereich immer mehr Material gelockert worden, so dass nun befĂŒrchtet werden mĂŒsse, dass weitere AbbrĂŒche und eine unzulĂ€ssige Versteilung erfolgen werden.

Immerhin zeigt sich die Initiative froh ĂŒber den geplanten Begehungstermin mit dem Landtagsabgeordneten, dem Landratsamt und der Stadtverwaltung Weinheim, allerdings kĂ€me der Termin erst im Mai.

Dabei mĂŒssten dann auch die strittige Grenzziehung ĂŒberprĂŒft werden. Die Initiative hofft sehr, „dass bis dahin die Zerstörungen im Steinbruch nicht noch weitergehen“.“

BĂŒrgerinitiative "Rettet den Wachenberg" wirft Behörde "Inkompetenz" vor

Massive Kritik am Landratsamt

Weinheim/Rhein-Neckar, 09. Dezember 2011. Die BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“ teilt mit, dass sie dsa „Vertrauen in das Landratsamt eindeutig verloren“ hat. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung zwischen der Stadt Weinheim und dem Landratsamt zur „Sicherung“ des Steinbruchs, der von den Pophyrwerken wirtschaftlich genutzt wird. Nutznießer ist die Gemeinde Hirschberg, da sie von dem Steinbruchunternehmen Pacht bezieht. Die Initiative will einen weiteren Abbau verhindern.

Presseinformation der BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“:

„Die Auseinandersetzung der BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“ mit dem Landratsamt geht in eine weitere Runde. Nachdem die Initiative nun beim Landrat Dallinger endlich Antworten auf schon im August gestellte Fragen zum Steinbruchbetrieb angemahnt und nunmehr neue Fragen gestellt hatte, gab es schließlich doch Antworten aus dem Amt fĂŒr Gewerbeaufsicht und Umweltschutz.

Allerdings zeigt sich die Initiative mit den Sprecherinnen Gisela Schmitt und Gunda Krichbaum bitter enttĂ€uscht: „Diese sehr spĂ€ten und zudem verwaschenen Antworten zeugen von keinem guten Umgang mit Fragen von besorgten BĂŒrgern. Inzwischen muss wirklich die Kompetenz und Verantwortlichkeit dieser Behörde in Zweifel gezogen werden.“ Leider sei diese oberflĂ€chliche Vertröstung durch die Behörde inzwischen allzu vertraut.

An einem weiteren Briefwechsel hat die Initiative daher das Interesse verloren: „Weder unsere Sorgen noch unsere genauen Fragen werden ernst genommen, daher hat eine Erwiderung derzeit wohl wenig Sinn“, so die herbe Zusammenfassung nach einem langen Briefwechsel.

Zumal, wie durch die Presse zu erfahren war, das Landratsamt in der Wartezeit in Korrespondenz stand mit dem Landtagsabgeordneten Uli Sckerl und dem OberbĂŒrgermeister der Stadt Weinheim. Hier ging es insbesondere um die Frage der Verantwortlichkeit fĂŒr die Sicherheit im Steinbruch.

Dabei kann die Initiative nur den Antworten an die Aufsichtsbehörde zustimmen: „Der Versuch, die Verantwortung an die Stadt Weinheim abzuwĂ€lzen, zeugt von deutlicher Fehlbewertung der Situation. Leider bestĂ€rkt die Behörde damit unsere Zweifel an ihrer Kompetenz.“ Schließlich habe das Landratsamt den staatlichen Auftrag zur Fachaufsicht, nehme ihn aber wohl nicht in ausreichendem Maße wahr.

Weiterhin stellt die Initiative fest, dass immer noch ein Widerspruch besteht zwischen der Behauptung der Porphyrwerke als Steinbruchnutzer und den Beobachtungen der Initiative: Zwar sollen bestimmte Bereiche im Steinbruch rutschungsgefĂ€hrdet sein, „andererseits, “ berichtet die Initiative, „ist immer wieder von der Wachenbergstraße aus zu beobachten, dass Fahrzeuge direkt unterhalb der Wand fahren.“

Abriegelungen einzelner Bereiche, wie vom Landratsamt behauptet, seien nicht zu erkennen, offenbar auch gar nicht notwendig. „Geht die Behörde tatsĂ€chlich so nachlĂ€ssig um mit den Fragen der Sicherheit oder sind wir als Initiative keiner prĂ€zisen Antwort wert?“ fragt sich die Initiative nicht zum ersten Mal.

Sehr erstaunt sind WachenbergschĂŒtzer weiter ĂŒber die neue Behauptung des Landratsamtes, dass es keine Überschreitung der genehmigten Abbaugrenzen gĂ€be. Vorhanden seien lediglich „im Rahmen des Genehmigungsverfahrens von 1983 falsch kartierte Genehmigungs- und Abbaugrenzen“, so die Formulierung der Behörde.

Das wiederum findet die Initiative mehr als merkwĂŒrdig: „Nicht einmal die obere Kerbe als Folge der Großrutschung von 2003 soll die Grenzen ĂŒberschritten haben, dabei ist zumindest das doch selbst fĂŒr uns Laien offensichtlich.“

Auch die anderen Antworten aus dem Landratsamt lassen nach Ansicht der BĂŒrgerinitiative „Rettet den Wachenberg“ eine bedenkliche OberflĂ€chlichkeit erkennen. „Ob es um die Messungen der ErschĂŒtterungen als Folge von Sprengungen geht oder um die GefĂ€hrdung des Steinbruchs durch weitere massive AbbautĂ€tigkeit auch in letzter Zeit: Wir bekommen keine klaren Antworten weder zu den Messorten und -methoden noch zu den Ergebnissen.“

Auch bei den Fragen zum Fledermausschutz und zu den Gefahren durch Splitterflug sei kaum ein Interesse an qualifizierter Überwachung zu verspĂŒren und auch kein VerstĂ€ndnis fĂŒr die Fragensteller.

Das Vertrauen in das Landratsamt als Aufsichtsbehörde fĂŒr den Steinbruchbetrieb mag bei den Streitern fĂŒr eine intakte Kuppe des Wachenbergs gestört sein, auf den Rechtsstaat bauen sie weiterhin: „Ein Gerichtsverfahren wird die zukĂŒnftige Entwicklung klĂ€ren.

Es darf keinen Abbau mit noch massiveren Eingriffen am Wachenberg geben, unsere Landschaft vertrĂ€gt keine weitere Verschandelung.“ Und auch darauf vertraut die Initiative: „Dieses Gerichtsverfahren wird wie das Vorverfahren der Bevölkerung recht geben, im Sinne des Landschaftsschutzes und des Schutzes der BĂŒrgerschaft vor den Folgen der Sprengungen.“

Vermisster Mann tot aufgefunden


Guten Tag!

Weinheim/Heidelberg, 04. MĂ€rz 2011. Die Polizei fahndete im Waldgebiet Wachenberg seit gestern Abend mit einem Großaufgebot und einem Hubschrauber nach einem vermissten Mann. Die Person wurde in diesem Gebiet gesucht, weil das Auto dort abgestellt aufgefunden worden war. Am Vormittag wurde der Mann tot aufgefunden.

Die Polizeidirektion machte auf Nachfrage keine weiteren Angaben zur Person wegen „Persönlichkeitsrechten“.

Aus dem Polizeibericht:

„Seit dem spĂ€ten Donnerstagabend fahndete die Polizei im Waldgebiet Wachenberg nach einem vermissten Mann.

Nachdem sein Fahrzeug auf dem Parkplatz Wachenburg gefunden worden war, wurde das angrenzende Waldgebiet mit allen verfĂŒgbaren PolizeikrĂ€ften und einem Polizeihund, sowie einem Mantrailer-Hund der Rettungsstaffel nach dem Vermissten abgesucht. Gegen 2 Uhr am Freitagmorgen wurde zusĂ€tzlich ein Polizeihubschrauber mit WĂ€rmebildkamera eingesetzt.

Gegen 4 Uhr musste die Suche unterbrochen werden; das schwer zugĂ€ngliche Gebiet auch im Bereich des Steinbruchs gestaltete sich im Hinblick auf die absolute Dunkelheit als zu gefĂ€hrlich fĂŒr die RettungskrĂ€fte.

Am Freitagmorgen wurde die Suche nach dem Vermissten gegen 9 Uhr mit einem Großaufgebot der Polizei und einem Polizeihubschrauber fortgesetzt.

Um 10.45 Uhr konnte die Hubschrauberbesatzung die Fahnder in ein Waldgebiet oberhalb des Steinbruchs lotsen, wo sie eine leblose Person ausgemacht hatten.

Der Tote konnte schnell als der Vermisste identifiziert werden.

Nach den ersten Ermittlungen schließt die Weinheimer Kriminalpolizei Fremdverschulden und einen UnglĂŒcksfall aus.“