Montag, 23. September 2019

Weinheim Plus ist Geschichte - Weinheimer Liste neue Fraktion im Gemeinderat - Linke nun zwei Mandate

Die Abrechnung: CDU, SPD, Freie WĂ€hler und FDP verlieren

Weinheim, 27. Mai 2014. (red) Diese Gemeinderatswahl wird den „etablierten“ Parteien im GedĂ€chtnis bleiben: CDU (-3), SPD (-1), Freie WĂ€hler (-2) und FDP (-2) verlieren, die GAL (6) hĂ€lt sich, Die Linke (2) gewinnt ein Mandat dazu und die Weinheimer Liste (4) zieht als neue Fraktion in den Gemeinderat ein. Die Zahl der GemeinderĂ€te reduziert sich von 43 auf 38. [Weiterlesen…]

Gemeinderat verdreifacht Investition in Straßenbeleuchtung

Debatte erhellt kaum – Beschluss umso mehr

Damit den Weinheimern das Licht nicht ausgeht, beschloss der Gemeinderat gestern eine Verdreifachung der Mittel fĂŒr Straßenlaternen.

Damit den Weinheimern das Licht nicht ausgeht, beschloss der Gemeinderat gestern eine Verdreifachung der Mittel fĂŒr Straßenlaternen.

 

Weinheim, 21. November 2013. (red/ld) In Weinheim soll es heller werden – finden Verwaltung und Gemeinderat und beschlossen einstimmig dreimal so viel Geld fĂŒr die UmrĂŒstung der Straßenbeleuchtung auszugeben. Dadurch wird es dann halt dĂŒsterer im Geldbeutel.  Die Debatte ĂŒber Licht und Schatten hingegen war nicht erhellend, amĂŒsierte aber durch Wortspiele. [Weiterlesen…]

Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt beschließt Bebauungsplanauftstellung fĂŒr Nordanbindung Industriepark

„Mir gebet nix!“

Weinheim, 10. Mai 2013. (red/ld) Die Nordanbindung an den Industriepark kommt. Die BahnbrĂŒcke am Langmaasweg muss bis 2014 abgerissen werden. Das sieht der Bebauungsplanvorentwurf vor, den der Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt am Mittwoch beschlossen hat. Besonders kritisch betrachteten die StadtrĂ€te die Kostenverteilung zwischen der Firma Freudenberg und der Stadt. Nach ihrer Meinung profitiert hauptsĂ€chlich das Unternehmen von dem Bebauungsplan. Die grĂ¶ĂŸten Anteil der Kosten trĂ€gt aber die Stadt. [Weiterlesen…]

CDU und SPD stellen Antrag auf Vertagung ĂŒber ZulĂ€ssigkeit des BĂŒrgerbegehrens

Dossier Breitwiesen: Gemeinderat ist unfÀhig zur Entscheidung

Alle ZusatzantrĂ€ge bis auf die Vertagung der Entscheidung ĂŒber die ZulĂ€ssigkeit des BĂŒrgerbegehrens wurden abgelehnt. Die Verwaltung hat ihre Vorlage durchbekommen - aber ist sie damit weiter? Die Gegner meinen: Ja - auf Konfrontationskurs.

 

Weinheim, 21. MĂ€rz 2012. In seiner heutigen Sitzung hat der Gemeinderat nicht ĂŒber die ZulĂ€ssigkeit des BĂŒrgerbegehrens fĂŒr einen BĂŒrgerentscheid entschieden. Was als „ausgestreckte Hand“ bezeichnet wird, ist ein taktisches Manöver.

Von Hardy Prothmann

Gemeinhin können SPD und CDU nicht so gut miteinander. In Weinheim ist das anders. Heute haben beide Fraktionen den mehr oder weniger selben Antrag gestellt, die Entscheidung ĂŒber die ZulĂ€ssigkeit des BĂŒrgerbegehrens zu vertagen.

Die SPD ist sowieso geschlossen fĂŒr die Entwicklung von Breitwiesen, die CDU mehrheitlich, die Freien WĂ€hler auch. CDU und SPD proklamieren fĂŒr sich, diese Lösung gefunden zu haben. Ob man das glauben soll?

Klage umgangen?

Egal, wie der Gemeinderat heute entschieden hĂ€tte – es wĂ€re auf eine Klage hinausgelaufen. HĂ€tte man das BĂŒrgerbegehren abgelehnt, hĂ€tte die BĂŒrgerinitiative geklagt. HĂ€tte man zugestimmt, hĂ€tte OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard sein angekĂŒndigtes Veto ausgeĂŒbt. Auch dieser Weg wĂ€re letztlich vor Gericht gelandet.

Winkelzug

Der neuerliche Winkelzug, einfach nicht zu entscheiden und so einem Verfahren zu entgehen, ist reine Taktiererei und zeigt deutlich, wes Geistes Kind der OB und große Teile des Gemeinderats sind. Sie wollen keine Entscheidung durch die BĂŒrger – oder erst, wenn diese schön weichgekocht worden sind.

Ein Hinweis darauf waren Bemerkungen, dass man sich vorstellen könne, die Entscheidungsfrage anzupassen. Die BĂŒrgerinitiative hat das Begehren mit der Frage eingereicht:

„Sind Sie dafĂŒr, dass im Bereich Breitwiesen die Ausweisung von GewerbeflĂ€chen unterbleibt?“

Die Fragestellung haben immer fast 4.700 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger unterschrieben.

Kommen nun zwei BĂŒrgerentscheide?

Sicherlich wird schon heftig ĂŒberlegt, wie die neue Frage lauten könnte. Paradox: Durch die Vertagung und gleichzeitige Entscheidung fĂŒr einen „BĂŒrgerrat“ mit sich anschließendem BĂŒrgerentscheid stehen mit einem Male zwei BĂŒrgerentscheide an. Der der BI, der im Gemeinderat noch nicht abgestimmt worden ist und ein zweiter, der sich aus der BĂŒrgerbeteiligung entwickeln könnte. Man kann aber in der Sache nicht zwei Mal entscheiden und das BĂŒrgerbegehren der BI kam zuerst.

Eine Klage droht trotzdem: Die BI könnte eine UntĂ€tigkeitsklage einreichen, damit der Gemeinderat ĂŒber das BĂŒrgerbegehren entscheiden muss. Die Frage ist, ab wann der Gemeinderat untĂ€tig ist? Aktuell nach drei Monaten schon? Oder erst spĂ€ter? Und ist er untĂ€tig? Er hat in der Sache ja ein Verfahren beschlossen, an dessen Ende ein BĂŒrgerentscheid stehen soll. Einer oder dieser – ist die nĂ€chste Frage.

FDP spricht sich fĂŒr Breitwiesen und fĂŒr einen BĂŒrgerentscheid aus

Große Überraschung: Stadtrat Dr. Wolfgang Wetzel stellte Antrag, den Austellungsbeschluss vom Oktober formal aufzuheben. Innerhalb von sechs Wochen solle ein Weg fĂŒr einen BĂŒrgerentscheid gefunden werden. Dem schloss sich Stadtrat Uli Sckerl (GAL) an. Dessen Antrag, auch die Entscheidung ĂŒber die BĂŒrgerbeteiligung zu vertagen, wurde abgelehnt.

CDU-Stadtrat Christian Botz sagte: „Aber wenn die BI das Verfahren nicht akzeptiert, dann werden bei einer Beschlussfassung dazu die GrĂ€ben nur noch tiefer. Ich stelle den Antrag, sich mit der BI zusammenzusetzen und eine Lösung fĂŒr das Verfahren zu finden. Wenn wir wie in der Vorlage entscheiden, haben wir keine GrĂ€ben zugeschĂŒttet.“

Die Linke-Stadtrat Carsten Labudda sagte: „Ich beantrage den letzten Satz, das Verfahren ruhen zu lassen zu Ă€ndern in: Um die Ergebnisoffenheit zu gewĂ€hren, wird der Aufstellungsbeschluss zurĂŒckgenommen.“

Mehrheit folgt der Verwaltung

Auch diese beiden AntrĂ€ge wurden abgelehnt. Die Mehrheit des Gemeinderats folgte klar der Verwaltungsvorlage, die nunmehr eine BĂŒrgerbeteiligung ĂŒber zufĂ€llig zu bildende BĂŒrgerrĂ€te, organisier durch Professor Lietzmann von der Uni Wuppertal bringen wird.

Die BĂŒrgerinitiative „SchĂŒtzt die Weinheimer Breitwiesen“ ist nun unter Zugzwang. Man hatte angekĂŒndigt, sich an dem Verfahren nicht zu beteiligen, weil es dafĂŒr zu spĂ€t sei. Die andere Seite wird der BI eine Verweigerungshaltung vorwerfen – das ist sicher. Die Frage, warum sich der Gemeinderat verweigert, ĂŒber das BĂŒrgerbegehren zu entscheiden, soll damit verdeckt werden.

Alles hĂ€ngt an der Entscheidung vom Oktober und dem dort genehmigten Aufstellungsbeschluss. OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard hatte den Gemeinderat enorm unter Druck gesetzt, weil er sagte, dass man jetzt entscheiden mĂŒsse, sonst sei man aus der Planung raus.

Bewusst Druck aufgebaut oder verschlafen?

Die eigentliche Frage, wieso dieser Aufstellungsbeschluss nicht schon frĂŒher zwischen der ATU-Sitzung im Sommer 2007 und der Oktobersitzung 2011 getroffen worden ist, bleibt offen. Hat man bewusst bis zur nach Angaben des OB „letzten Chance“ zugewartet, um Druck aufbauen zu können? Oder die Sache verschlaffen? Beide Varianten zeugen kein gutes Bild der Planungsarbeit der Verwaltung. Ein Grund, warum die Causa Breitwiesen nicht schon frĂŒher verhandelt worden ist, wurde niemals benannt.

Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die fĂŒr ein BĂŒrgerbegehren unterschrieben haben, dĂŒrften die jetztige EntschlussunfĂ€higkeit der Mehrheit des Gemeinderats mit Unmut zur Kenntnis nehmen.

FĂŒr die BĂŒrgerinitiative Ă€ußerte sich RechtsanwĂ€ltin Ingrid Hagenbruch, als sie ein Mal Rederecht in der Sitzung erhalten hatte: „Ich bin entsetzt ĂŒber das DemokratieverstĂ€ndnis hier im Gemeinderat. Die BĂŒrger haben nach fĂŒnf Monaten ein Recht auf Entscheidung. Ich sehe Ihr Dilemma und ich sehe auch wie Sie sich durch eine einseitige Vorlage in diese Position gebracht haben.“

Vertagung ist kein Ausweg

Applaus bekam die RechtsanwĂ€ltin zum Ende ihres Beitrags aus dem Publikum fĂŒr diese Äußerung:

Ich halte einen BĂŒrgerrat fĂŒr gut – aber vorher. Sie ziehen hier ein Parallelverfahren mit 30 BĂŒrgern auf und vergessen, dass fast 5.000 BĂŒrger ihre Stimme bereits abgegeben haben. Eine Vertagung bringt Sie nicht weiter.

Die Verwaltung und die Mehrheit im Gemeinderat sehen das noch anders. Wie die 4.700 Unterzeichner des BĂŒrgerbegehrens das sehen und welche Meinung sie sich ĂŒber den OberbĂŒrgermeister, die CDU, die SPD und die Freien WĂ€hler bilden, wir spĂ€testens 2014 bei der Gemeinderatswahl deutlich werden.

Anmerkung der Redaktion: Wir protokollieren die Gemeinderatssitzungen hĂ€ufig mit – unsere Notizen finden Sie auf unserer Facebook-Seite.

Personalausschuss des Gemeinderates soll externes Gutachten begleiten – Fraktionen können neu benennen

OB Bernhard reagiert auf Kritik: Gemeinderat behÀlt angeblich Steuer in der Hand

Guten Tag!

Weinheim, 13. Dezember 2011. (red/pm) Auf die in „gebotener Höflichkeit“ geĂ€ußerte Kritik von mehreren StadtrĂ€ten hat nun OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) mit einer Pressemitteilung reagiert. Und die ist interessant zu lesen.

OB Bernhard erklĂ€rt, dass die Verwaltungsvorlage eine „ungenaue Formulierung“ enthalten habe, die man durch den Ältestenrat habe „prĂ€zisieren“ wollen. Inhaltlich hĂ€lt er daran fest, dass der Personalausschuss das aus seiner Sicht geeignete Gremium sei, denn der sei „ĂŒberschaubar und kompetent“.

In der morgigen Gemeinderatssitzung darf man eine spannende Diskussion erwarten. Ebenfalls spannend wird sein, wie sich die Fraktionen gegenĂŒber den kritischen StadtrĂ€ten verhalten – ob deren Vorschlag fĂŒr ein eigenes, projektbezogenes Gremium angenommen wird oder ob die Fraktionsvorsitzenden Mehrheiten gesammelt haben, um OberbĂŒrgermeister Bernhard den RĂŒcken zu stĂ€rken.

Information der Stadt Weinheim:

„Der Gemeinderat behĂ€lt in allen Phasen der Untersuchung das Steuer in der Hand.“ Mit dieser Zusicherung hat sich Weinheims OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard gestern noch einmal an die Mitglieder des Gremiums gewandt und gleichzeitig erlĂ€utert, wie die kommunale Begleitung des externen Personalgutachtens aussehen kann.

„In der Gemeinderatssitzung vom 23. November“, so der OB, „herrschte Konsens darĂŒber, dass die externe Analyse transparent und nachvollziehbar gestaltet werden soll“. Ohne EinschrĂ€nkungen stehe er zu dem Beschluss, den der Gemeinderat im November gefasst hat.

Das Gremium hatte entschieden, so der Wortlaut des Beschlusses, dass „der Gemeinderat bzw. Vertreter in den Ablauf und in die Berichterstattung des Projekts einbezogen werden“. Um diese ungenaue Formulierung zu prĂ€zisieren, sei der Ältestenrat befasst worden. In diesem Zusammenhang sei der Personalausschuss ins GesprĂ€ch gekommen, weil es sich dabei um ein bereits bestehendes und nach d’Hondt zusammengesetztes und legitimiertes Gremium des Gemeinderates handelt.

Laut der Hauptsatzung der Stadt Weinheim ist der Personalausschuss sogar ausdrĂŒcklich fĂŒr die „Beratung von wesentlichen Personalmaßnahmen und lĂ€ngerfristigen Perspektiven der Personalpolitik“ zustĂ€ndig. Der Personalausschuss sei, so der OB, als gemeinderĂ€tliches Gremium â€žĂŒberschaubar und kompetent“.

Der OB hat den Fraktionen im Gemeinderat darĂŒberhinaus gestern erneut die grĂ¶ĂŸtmögliche FlexibilitĂ€t fĂŒr eine kurzfristige Umbesetzung des Personalausschusses eröffnet. „Jede Fraktion kann im Vorgriff auf eine Gemeinderats-Entscheidung Fraktionsvertreter neu benennen“, so der OB.

So könne jede Fraktion fĂŒr sich entscheiden, ob sie den Mitgliedern der fraktionsĂŒbergreifenden Gruppe der so genannten „Personalvergleicher“ einen Sitz ĂŒberlasse, oder ob sie den Fraktionssprecher oder andere Gemeinderatsmitglieder in den Ausschuss entsende. „Diese Entscheidung sollte unserer Ansicht nach innerhalb der Fraktion getroffen werden“, so der OB.

Bernhard verwies darauf, dass es schon Fraktionen gebe, die pragmatisch auf dieses Angebot eingegangen sind. Auch könnten selbstverstÀndlich alle Mitglieder des Gemeinderates, auch wenn sie nicht im Personalausschuss vertreten sind, als GÀste an allen Sitzung teilnehmen.

FĂŒr die so genannte „Kick-Off“-Veranstaltung am 19. Dezember sei daher auch der Große Sitzungssaal des Rathauses frei gehalten. Der Termin selbst sei allerdings keineswegs fĂŒr erste Weichenstellungen oder Richtungsentscheidungen geplant, sondern stelle lediglich den Arbeitsbeginn dar. arf-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Horst Körner werde in der Sitzung sein Vorgehen darstellen.

Generell appellierte Bernhard, die Frage nach dem begleitenden Gremium nicht zum Grundsatzproblem hochzustilisieren. Jede Zwischen-Berichterstattung und jede Beschlussfassung werde natĂŒrlich stets im Gesamt-Gemeinderat erfolgen, weil der Personalausschuss ja nur ein beratendes Gremium sei. Dennoch seien alle GemeinderĂ€te, die im Personalausschuss vertreten sind, natĂŒrlich gewĂ€hlte Mitglieder und damit qualifiziert, die Interessen des Gemeinderats in vollem Umfang im Rahmen ihres Mandats zu vertreten.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das weinheimblog

Die gutachterliche PrĂŒfung der Personalausstattung der Stadtverwaltung sorgt fĂŒr Streit.

StadtrĂ€te lehnen sich „mit gebotener Höflichkeit“ gegen OB Bernhard auf

Weinheim, 09. Dezember 2011. (red) In der Novembersitzung hat der Gemeinderat beschlossen, einen Gutachter zur PrĂŒfung der Personalausstattung der Stadt zu beauftragen. Aus Sicht vieler StadtrĂ€te ist die nĂ€mlich zu ĂŒppig und damit zu teuer. Andere StĂ€dte sollen sehr viel schlanker aufgestellt sein. Die PrĂŒfung soll natĂŒrlich unabhĂ€ngig erfolgen – doch daran gibt es vermehrt Zweifel.

Von Hardy Prothmann

Ob ihm am 14. Dezember das Lachen vergeht? Verschiedene StadtrĂ€te sind ĂŒber das Vorgehen in Sachen "Personal-Gutachter" sauer auf OB Bernhard. Foto: Stadt Weinheim

Der Brief hat es in sich – auch wenn er mit „aller gebotenen Höflichkeit“ geschrieben worden ist. TatsĂ€chlich sind die Verfasser stinksauer. Die Verfasser sind StadtrĂ€te, die seit einem Jahr versucht haben, die Personalausstattung der Stadt zu prĂŒfen und wegen „einer nicht sonderlich hohen Kooperationsbereitschaft“ letztlich erreichten, dass der Gutachter per Beschluss beauftragt worden ist.

Unter dem Tagesordnungspunkt 8 wurde am 23. November der Antrag „Beauftragung eines Beratungsunternehmens“ verhandelt und bei nur einer Gegenstimme angenommen. Ein externer Gutachter (arf Gesellschaft fĂŒr Organisationsentwicklung mbH, NĂŒrnberg) soll demnach die Personalausstattung in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Verwaltung untersuchen.

Wie man aus den Reihen der GemeinderĂ€te hört, soll OberbĂŒrgermeister Bernhard zunĂ€chst ein „GefĂ€lligkeitsgutachten“ versucht haben. Dies sei am Widerstand auch des Gutachters gescheitert.

Nun wurde der Antrag beschlossen und im „Ältestenrat“ besprochen – dort wurde die „Zusammenarbeit“ an den „Personalausschuss“ delegiert. Das Problem: Der Ältestenrat kann keine BeschlĂŒsse fassen und auch niemanden beauftragen.

„Das muss weg vom Personalausschuss“, hat uns ein Stadtrat informiert, der befĂŒrchtet: „Sonst mauscheln die das wieder unter sich aus, stellen keine kritischen Fragen und am Ende ist das Geld weg, das Gutachten taugt nix und alles ist beim Alten.“

Stattdessen sollen aus dem Gemeinderat Vertreter gewĂ€hlt werden, die den Gutachter begleiten. Und obwohl es sonst teils heftige Meinungsverschiedenheiten zwischen den Fraktionen gibt, sollen Linke und Weinheim plus ausdrĂŒcklich beteiligt werden, um alle Positionen im Gemeinderat abzubilden – mit dem Personalausschuss wĂ€re das nicht der Fall.

Die StadtrĂ€te erinnern den OB in ihrem Schreiben an dessen Worte: „Der Gemeinderat ist und wird selbstverstĂ€ndlich immer Herr des Verfahrens sein“. Zudem fordern die StadtrĂ€te ein „Höchstmaß an Transparenz“.

FĂŒr OB Bernhard könnte es damit in der Sitzung vom kommenden Mittwoch ungemĂŒtlich werden: Sofern ein Viertel der Gemeinderatsmitglieder dies verlangt, können diese die Wahl eines Beratungsausschusses in der Sitzung verlangen und sich natĂŒrlich vor der Abstimmung zur Vorgehensweise des OB Ă€ußern.

OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard wird dann mit Sicherheit auf seine Rolle hingewiesen: Er ist Leiter der Verwaltung und leitet die Gemeinderatssitzungen. Und er hat die BeschlĂŒsse des Gemeinderats als oberstem Gremium der Stadt umzusetzen – und nicht umgekehrt.

Dokumentation der email an den OB:

Sehr geehrter Herr OberbĂŒrgermeister,
nach der Hauptausschusssitzung am vergangenen Mittwoch wurden wir von verschiedenen Mitgliedern des Ältestenrates darĂŒber informiert, dass nach dem Willen dieses Gremiums der Personalausschuss die gemĂ€ĂŸ Beschluss vom 23.11.2011 begleitende Arbeit im Zusammenhang mit der Arbeit des Beratungsunternehmens arf erledigen solle. Dieses Vorgehen hat uns in höchstem Maße erstaunt.
Wir können den „Gremiumsfindungsprozess“, den die Verwaltung zu diesem Beschluss eingeschlagen hat, nicht nachvollziehen. Im Punkt 1 des mit großer Mehrheit (bei lediglich einer Gegenstimme) gefassten Beschlussantrages 121/11 vom 23.11.2011 eindeutig vom „Gemeinderat (bzw. Vertreter)“ die Rede. Da in der Sitzung am 23.11.2011 keine Vertreter gewĂ€hlt wurden, besteht die unverĂ€nderte Beschlusslage, dass der Gemeinderat die begleitende Arbeit erledigt oder Vertreter bestimmt. Im ĂŒbrigen haben wir mit Email vom 28.11.2011 genau auf diese Problematik hingewiesen. Es wĂ€re also noch genug Zeit gewesen, diesen Punkt auf die Tagesordnung der GR-Sitzung am kommenden Mittwoch zu setzten.
Des Weiteren wurde uns mitgeteilt, dass zwischenzeitlich schon ein Kick Off Termin, der fĂŒr den Verlauf und das Resultat der Beratung von grĂ¶ĂŸer Bedeutung ist, vereinbart wurde. Wir mĂŒssen feststellen, dass weder Zeitpunkt noch Zeitraum fĂŒr dieses sehr wichtige OrganisationsgesprĂ€ch im Einvernehmen mit dem Gemeinderat erfolgt ist. Einen Termin an einem Montag um 11.30 Uhr anzuberaumen und dafĂŒr 30 min. zu veranschlagen, steht in keinem VerhĂ€ltnis zu der Aufgabe und der Aufgabenstellung, die uns im Zusammenhang mit dieser Beratung bevorsteht.
Wir möchten in diesem Zusammenhang mit aller gebotenen Höflichkeit Ihre Worte aus der Gemeinderatsitzung vom 23.11.2011 zur Vorlage 121/11 wiedergeben: „Der Gemeinderat ist und wird selbstverstĂ€ndlich immer Herr des Verfahrens sein“. Leider können wir diesen Worten keine Taten folgen sehen, da der Ältestenrat gemĂ€ĂŸ § 4 der Hauptsatzung nur beratende Funktion hat, was Ihnen als Vorsitzender des Gemeinderates bekannt sein dĂŒrfte.
Der Beratungsprozess der arf erfordert im ĂŒbrigen ein Höchstmaß an Transparenz, damit alle Beteiligte am Ende der Beratung die aufgeworfenen Lösungen mittragen, verstehen und umsetzten können. In diesem Zusammenhang ist es auch nicht zu verstehen, warum Weinheim plus und Die Linke nicht aktiv an der Begleitung der Beratung beteiligt sind bzw. den zwei Gruppierungen eine aktive Begleitung nicht ermöglicht werden soll.
Wir möchten Sie nun dringend bitten, die oben aufgeworfenen Fragen bis Montag 12.12.2011 zu beantworten, damit wir bei den Fraktionssitzungen die Thematik besprechen können !
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Thomas Bader
Dr. Alexander Boguslawski
Christian Botz
Klaus FlĂ¶ĂŸer
Constantin Görtz
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