Samstag, 18. August 2018

WerkstÀtten suchen ehrenamtliche Hilfe

„Man bekommt auch viel zurĂŒck“

Weinheim, 06. Februar 2013. (red/pm) Die junge Frau ist ganz aufgeregt. Die Trommel zwischen den zitternden Knien jauchzt sie vor lauter Vorfreude. Sie kann es kaum erwarten, bis einer der Betreuer das Startzeichen gibt. „We will rock you“, von Queen. Auf Kommando trommeln sie alle los; es sind rund ein Dutzend von Menschen mit Behinderung, die bei den DiakoniewerkstĂ€tten in Weinheim das Tagesangebot der Förder- und Betreuungsgruppen annehmen. Manche sitzen in RollstĂŒhlen, manche können stehen, sogar tanzen. Trommeln können sie alle. Es ist Musikstunde mit Pfarrerin Martina Ade – und alle haben eine große Freude.

Information der Stadt Weinheim:

„Dann ist da noch Christoph, ein junger Mann mit Handicap und großer Energie. „Es geht ihm so viel besser“, erklĂ€rt Josef Achstetter, der Leiter der „Tagesstruktur“ innerhalb der DiakoniewerkstĂ€tten, „wenn er am Tag eine Stunde spazierengehen kann“. Aber ohne Aufsicht ist das nicht denkbar. Diese Betreuungsgruppen befinden sich in einem Haus in der Mierendorffstraße; insgesamt haben die DiakoniewerkstĂ€tten in Weinheim drei Standorte. Die eigentlichen WerkstĂ€tten, in denen Menschen mit Behinderung durchaus produktiv arbeiten, befinden sich in der Daimlerstraße und im Höhnerweg auf dem BetriebsgelĂ€nde der Firma Freudenberg – das wiederum hat historische GrĂŒnde. Die Firma Freudenberg ist seit rund 35 Jahren Auftraggeber fĂŒr die DiakoniewerkstĂ€tten in Weinheim. Die Werkstattleitung Technik im Industriepark obliegt Wolfgang Wild in der Daimlerstraße Andreas Gußmann.

Wer das Angebot in den WerkstĂ€tten nicht annehmen kann, gestaltet seinen Tag mit Betreuung in der Mierendorffstraße. Alle werden „BeschĂ€ftigte“ genannt. Alle haben sie ihren Platz. In Gruppen wird gegessen, gespielt, Umwelt erfahren, gebastelt, sich ausgeruht, MobilitĂ€t trainiert – und gerne musiziert. „Aber unser BetreuungsschlĂŒssel reicht nicht aus, um zu jeder Zeit unseren BeschĂ€ftigten Abwechslung und eine ganz persönliche Zuwendung zu geben“, gibt Josef Achstetter zu. Dabei seien doch gerade Menschen mit Behinderung sehr emotional veranlagt und sehr empfĂ€nglich gegenĂŒber persönlichen Kontakten.

„Klar ist“, sagt Christine MĂŒnch von der Weinheimer Ehrenamtsinitiative WEI, „man braucht hier mehr ehrenamtliche Helfer“. Deshalb sind die DiakoniewerkstĂ€tten die nĂ€chste Einrichtung, die sich am Donnerstag, 14. Februar, von 14 Uhr bis 16 Uhr in der Cafeteria der GRN-Pflege in der Viernheimer Straße beim „CafĂ© VermittelBar“ der WEI vorstellt. Josef Achstetter und Wolfgang Wild werden selbst anwesend sein, um aus ihrer Arbeit zu berichten und ehrenamtliche Helfer zu werben.

TĂ€tigkeiten, die Spaß und Freude bereiten

„Man bekommt sehr viel von diesen Menschen zurĂŒck“, sagt Josef Achstetter. Helfer mĂŒssten als GĂ€ste des Hauses nicht etwa pflegerische Aufgaben erledigen, sondern solche TĂ€tigkeiten, die Spaß und Freude bereiten. Spazierengehen, Vorlesen, Basteln, einen Ausflug begleiten, mal einen Computerkurs geben oder zeigen, wie man ein Fahrrad repariert. „Lebenspraktische Dinge gefallen unseren BeschĂ€ftigten am besten“, beschreibt Achstetter. Ehrenamtliche mĂŒssten sich auch nicht verpflichtet fĂŒhlen. „Jede Stunde ist fĂŒr unsere Leute wertvoll“, sagt er. Und umgekehrt. Aus 35-jĂ€hriger Erfahrung weiß er: „Wir können von Menschen mit Behinderung etwas lernen.“

Info: „CafĂ© VermittelBar“ der Weinheimer Ehrenamtsinitiative WEI am Donnerstag, 14. Februar in der Cafeteria der GRN-Pflege in der Viernheimer Straße, 14 Uhr bis 16 Uhr, diesmal mit Infos aus erster Hand ĂŒber die DiakoniewerkstĂ€tten in Weinheim mit ihren Tagesförderzentrum in der Mierendorffstraße. Gerne stellt die WEI auch außerhalb des „CafĂ© Vermittelbar“ den Kontakt her. Ansprechpartner dort sind der KontaktPunkt der BĂŒrgerstiftung, Telefon 06201-12651, Mail: KontaktPunkt@buergerstiftung-weinheim.de oder die Mailadresse ehrenamt@weinheim.de. Ansprechpartnerin ist auch Christine MĂŒnch vom Tauschring unter Telefon 06201-181229.“