Freitag, 17. November 2017

Immer mehr Menschen nutzen die klassischen Medien online

79 Prozent der Deutschen √ľber 14 Jahre online

Frankfurt am Main/Rhein-Neckar, 10. September 2014. (red/ld) Je mobiler internetf√§hige Ger√§te werden, desto h√§ufiger sind die Menschen online. Rund 79 Prozent der B√ľrger/innen √ľber 14 Jahre in Deutschland greifen mittlerweile im Internet auf Daten zu oder kommunizieren dar√ľber miteinander – sei es mit dem fest installierten PCs zuhause oder handlichen Smartphones unterwegs. Dabei wird das Internet vor allem f√ľr Dinge genutzt, die man fr√ľher offline erledigt hat. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: √úber Blabla, TV-Duell und andere Blasen

Manche sagen so, manche so

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Das TV-Duell hat Chefredakteur Hardy Prothmann nicht geguckt – trotzdem weil er viel dar√ľber, denn manche sagen so, manche so.

Rhein-Neckar/Berlin, 2. September 2013. (red) Geh√∂ren Sie zu den rund 12 Millionen Fernsehzuschauern, die sich gestern Abend 90 Minuten Blabla reingezogen haben? Oder zum mehrheitlichen Rest? Vollkommen egal. Die Deutsche Presseagentur (dpa), Hauptlieferant f√ľr √ľberall gleiche Inhalte in deutschen Tageszeitungen stellte die Sensation fest: Das TV-Duell war das meistgetwitterte Thema weltweit. Gesten. Keine Ahnung, was Twitter ist? Dann lesen Sie weiter. [Weiterlesen…]

Hessische Polizei warnt vor falschen Geb√ľhrenbescheiden

Neue Betrugsmasche im Namen der GEZ

Rhein-Neckar/Gießen, 28. März 2013. (red/aw) Die hessische Polizei warnt vor gefälschten Schreiben im Namen der ehemaligen Gebühreneinzugszentrale (GEZ). In der Hauswurfsendung werden die Empfänger aufgefordert, den quartalsmäßig fälligen Beitrag zu überweisen. Sollten Sie dieser Tage Post vom neuen ARD, ZDF und Deutschlandradio-Beitragsservice erhalten, schauen Sie besser genauer hin! Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise zu den Verteilern. [Weiterlesen…]

GEZ: Geb√ľhren√§nderungen zum 01.01.2013

Haushaltspauschale f√ľr alle

Rhein-Neckar, 05. November 2012. (red/aw) Ab dem 01. Januar 2013 sind alle gleich: Jeder Haushalt muss dann eine Geb√ľhrenpauschale f√ľr den theoretischen oder praktischen Empfang √∂ffentlich-rechtlicher Sendungen zahlen. Egal, ob man will oder nicht. Egal, ob man das Angebot nutzt oder nicht. Was sich die Politik von dieser „Rundfunkgeb√ľhren-Reform“ verspricht und was sich f√ľr uns Geb√ľhrenzahler √§ndert, wem sie n√ľtzt? Wir erkl√§ren es.

Von Alexandra Weichbrodt

Viele Menschen in Deutschland √§rgern sich √ľber GEZ-Geb√ľhren:

Ich schaue kein √∂ffentlich-rechtliches Fernsehen und h√∂re nie Radio. Warum soll ich also f√ľr etwas bezahlen, dass ich nicht nutze?

Gute Frage. Aber keine, auf die man eine andere Antwort bekommt als:

Du zahlst trotzdem – ob Du willst oder nicht.

Und ab Januar gilt das f√ľr alle.

Eine Wohnung, ein Beitrag

Mit der Reform des Rundfunkbeitragsstaatsvertrags (PDF) wird ab dem 01. Januar 2013 eine Haushaltspauschale f√ľr die Nutzung von Empfangsger√§ten eingef√ľhrt. Diese soll vieles vereinfachen, verspricht weniger b√ľrokratischen Aufwand und schert aber letztlich nur alle B√ľrgerinnen und B√ľrger √ľber einen Kamm. Denn ab 2013 wird nicht mehr pro Ger√§t mit dessen Besitzer abgerechnet, sondern pauschal pro Wohnung. Unabh√§ngig davon, ob im jeweiligen Haushalt ein Empfangsger√§t vorhanden ist und dieses genutzt wird.

F√ľr Haushalte mit mehreren Mitgliedern verspricht diese neue Regelung auf den ersten Blick Entlastung. Erwachsene Kinder oder Oma und Opa, die mit in der Familie leben, werden nicht mehr zus√§tzlich zur Kasse gebeten. Pro Haushalt wird dann der Betrag von 17,98 Euro f√§llig. Die Anzahl der Ger√§te spielt keine Rolle mehr.

Mehr Transparenz, weniger Kontrolle?

Kurt Beck (Quelle: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz)

Als einer der gro√üen Pluspunkte der Reform wurde nach ihrem Beschluss im Jahr 2010 der Fakt genannt, dass mit dem neuen Modell ja nicht mehr kontrolliert werden m√ľsse, wie viele Ger√§te und Personen sich tats√§chlich in einem Haushalt befinden.

Der Vorsitzende der Rundfunkkommission und rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck formulierte es, nach dem Beschluss der Ministerpräsidenten 2010, so:

Ziel der L√§nder ist es, die Finanzierung f√ľr den Rundfunk auf eine zeitgem√§√üe Grundlage zu stellen, die Kontrollbed√ľrftigkeit innerhalb des Systems deutlich zu reduzieren und vor allem auch die Privatsph√§re der Rundfunkteilnehmer zu schonen.

Auch GEZ-Verwaltungsrat-Vorsitzender Hans F√§rber sieht darin eine ‚ÄúChance f√ľr das¬† √∂ffentlich-rechtliche Modell – weg von der Kontrolle hin zu mehr Transparenz und Service f√ľr die B√ľrgerinnen und B√ľrger‚ÄĚ.

Die GEZ-Schn√ľffler w√§ren also zuk√ľnftig √ľberfl√ľssig. Der b√ľrokratische Aufwand w√ľrde sinken, da keine Ger√§teauflistungen und ihre An- und Abmeldungen mehr vorgenommen werden m√ľssten. Auch die ‚ÄúKontaktpersonen‚ÄĚ zur GEZ, die Beitragszahler werden insgesamt weniger, da nur noch jeder Haushalt und nicht jeder Besitzer erfasst werden muss.

‚ÄúAlter Wein in neuen Schl√§uchen‚ÄĚ

Doch wer glaubt, dass damit die Besuche der GEZ-Kontrolleure aufhören, könnte sich täuschen, denn die Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern sehen das anders. Bereits 2010, nach dem Beschluss der Reform, teilten sie in einer Stellungnahme ihre Bedenken mit:

Die bestehenden Befugnisse bei der Geldeintreibung werden beibehalten und teilweise sogar noch erweitert.

Der baden-w√ľrttembergische Landesdatenschutzbeauftragte J√∂rg Klingbeil h√§lt das neue Finanzierungsmodell gar f√ľr ‚Äúalten Wein in neuen Schl√§uchen‚ÄĚ.

Die Geb√ľhrenreform soll die Finanzierung der √∂ffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland neu regeln. Hinter dem Begriff ‚Äú√∂ffentlich-rechtliche Sender‚ÄĚ verbergen sich elf Rundfunkanstalten mit mehr als einem Dutzend Haupt- und Spartensendern im Fernsehen und gut 70 Radiowellen.

Besonders in Zeiten des Internets will der Gesetzgeber durch die neue Reform die √∂ffentlich-rechtlichen Sender absichern. Die technische Entwicklung habe dazu gef√ľhrt, dass die Erhebung der Rundfunkgeb√ľhr nicht mehr plausibel sei.

Aus GEZ wird AZDBS

ARD-Vorsitzender Peter Boudgoust (Quelle: SWR/Rafael Krötz)

Ab 2013 wird aus der GEZ der AZDBS – ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservice. Klingt das charmanter als „Geb√ľhreneinzugszentrale“? H√∂rt sich vielleicht im ersten Moment weniger bedrohlich an, die kontinuierliche „Beitreibung“ wird es weiterhin geben – und das viel einfacher als fr√ľher, denn per Definition geht es nicht mehr darum, ob man ein Empfangsger√§t hat. Das wird einfach unterstellt.

Die √∂ffentlich-rechtlichen Sender begr√ľ√üen den neuen Rundfunkbeitragsstaatsvertrag. ARD-Intendant Peter Boudgoust findet die neue Geb√ľhrenreform ‚Äúeinfach gerecht‚ÄĚ und auch der fr√ľhere ZDF-Intendant Markus Sch√§chter betonte, dass der neue Rundfunkbeitrag einfacher und effektiver sei und so f√ľr mehr Beitragsgerechtigkeit sorge.

Allerdings verbirgt diese neue Finanzierungsform f√ľr die √∂ffentlich-rechtlichen Sendeanstalten auch eine nicht zu untersch√§tzende Mehrverantwortung. Denn sie werden mit Inkrafttreten des neuen Rundfunkbeitragsstaatsvertrag mit Kultur- und Bildungsg√ľtern, wie Schulen, Universit√§ten und Theatern, gleichgestellt. Und f√ľr die kommt nach gesellschaftlichem Konsens die Allgemeinheit auf.

ARD und ZDF ab 2013 Kultur- und Bildungsgut

Damit h√§tte Deutschland ab 2013 so etwas wie eine Rundfunksteuer. Kritiker mahnen, dass √∂ffentlich-rechtliche Sender zum Staatsfunk avancieren und trotzdem, weil es ja in der Verfassung vorgeschrieben ist, das Etikett der Staatsferne behalten d√ľrfen.

Kritiker bem√§ngeln au√üerdem die St√§rkung der √Ėffentlich-Rechtlichen und eine weitere Verschiebung zum Nachteil der Verleger und Privatsender. Versch√§rft werde das Problem durch das nach wie vor fehlende Werbeverbot bei ARD, ZDF & Co. Durch Werbung treten die √Ėffentlich-Rechtlichen in direkte Konkurrenz zu den Privatsendern. Eine zus√§tzliche Einnahmequelle, die die Wettbewerbsf√§higkeit langfristig deutlich beeinflussen kann.

Anlass zur Kritik gibt auch die neue Regelung der Geb√ľhrenbefreiung. Der wohl gr√∂√üte Nachteil der GEZ-Reform f√ľr B√ľrgerinnen und B√ľrger: Es wird so gut wie keine GEZ-Befreiungen mehr geben. Wer weder Fernseher noch Radio besitzt muss genauso viel zahlen wie der Nachbar mit Zweit-Fernseher, K√ľchenradio und Laptop.

Zuk√ľnftig werden nur noch die „finanziell Schwachen“ vom Rundfunkbeitrag befreit. Empf√§nger von Sozialleistungen sowie Studierende und Auszubildende, k√∂nnen sich mit einem Nachweis wie bisher von der Geb√ľhr befreien lassen.

Was muss ich jetzt tun?

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der √∂ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammengeschlossenen Sender, des ZDF und des Deutschlandradio erfolgt die Umstellung f√ľr B√ľrgerinnen und B√ľrger auf den neuen Beitrag gr√∂√ütenteils automatisch. F√ľr √ľber 90 Prozent der B√ľrgerinnen und B√ľrger bedeute dies, dass sie ab 2013 genauso viel oder weniger zahlen als zuvor. Von Unternehmen und Institutionen seien zuk√ľnftig einige zus√§tzlichen Angaben erforderlich, hei√üt es.

Der neue Rundfunkbeitrag mache allerdings auch vieles einfacher f√ľr Unternehmen und Institutionen wie Beh√∂rden oder Verb√§nde, so die Arbeitsgemeinschaft der √∂ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Der neue Geb√ľhrensatz ergibt sich dann aus der Zahl der Betriebsst√§tten, der Besch√§ftigten und der Kraftfahrzeuge. Wer welche Rundfunkger√§te bereith√§lt, spielt zuk√ľnftig keine Rolle mehr.

F√ľr „Einrichtungen des Gemeinwohls“ wie Schulen oder gemeinn√ľtzige Vereine und Stiftungen sowie Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Zivil- und Katastrophenschutz gelten ab 2013 gesonderte Regelungen. Es ist maximal ein Rundfunkbeitrag von monatlich 17,98 Euro pro Betriebsst√§tte zu zahlen. Es spielt also keine Rolle mehr, √ľber wie viele Radios, Fernseher und Computer eine Einrichtung verf√ľgt.

Finanzcheck bei der GEZ

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der √∂ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (KEF) sch√§tzt ‚Äď mit Hinweis auf die Chancen und Risiken des neuen Einnahmemodells ‚Äď, dass die Geb√ľhreneinzugszentrale (dann: AZDBS) zwischen 2013 und 2016 rund 29,6 Milliarden Euro einnehmen wird.

GEZ-Geb√§ude in K√∂ln (Quelle: Geb√ľhreneinzugszentrale)

Pro Jahr w√§ren das etwas 7,4 Milliarden Euro f√ľr die √∂ffentlich-rechtlichen Anstalten, davon bekommt die ARD 5,4 Milliarden f√ľr Radio und Fernsehen, das ZDF 1,8 Milliarden, das Deutschlandradio knapp mehr als 190 Millionen.

Laut dem GEZ Gesch√§ftsbericht 2011 beliefen sich die Gesamtertr√§ge im Jahr 2011 von ARD, ZDF und Deutschlandradio ohne Anteile der Landesmedienanstalten auf rund 7,39 Milliarden Euro. Insgesamt summierten sich die Geb√ľhrenerl√∂se der ARD auf 5,373 Milliarden Euro, das ZDF konnte 2011 1,824 Milliarden Euro verbuchen, das Deutschlandradio etwa 193,4 Millionen Euro.

Treffen die Berechnungen der KEF ab 2013 zu, werden sich die Mehreinnahme der AZDBS gegen√ľber den GEZ-Zahlen von 2011 in Grenzen halten. Wenn es √ľberhaupt zu welchen kommt. Derzeit f√ľhrt die GEZ knapp 42 Millionen Teilnehmerkonten, die Zahl der Haushalte, die f√ľr 91 Prozent der GEZ-Einnahmen stehen, liegt knapp √ľber 40 Millionen. Die KEF erwartet damit trotz der neuen Erhebungsgrundlage kein deutliches Plus bei den Einnahmen.

Das neue Modell scheint also keines zum Geld scheffeln zu sein. Trotzdem wird der ein oder andere¬†Geb√ľhrenzahler nicht das Gef√ľhl loswerden √ľber den Tisch gezogen zu werden.

Dieser Mann ist in diesem Amt nicht mehr tragbar

Die „Wulff-Aff√§re“ ist ein Schlag ins Gesicht der Demokratie

Rhein-Neckar/Berlin, 04. Januar 2012. (Aktualisiert, 05. Januar, 16:10 Uhr, 22:10 Uhr) Heute Abend hat Bundespr√§sident Christian Wulff (CDU) den √∂ffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF ein Interview unter dem Titel „Bundespr√§sident Wulff stellt sich“ gegeben. Das ist der vorerst makaberste H√∂hepunkt in der mittlerweile mehr als unappetitlichen Aff√§re Wulff. Denn ein Staatsoberhaupt stellt sich nicht. Ein Bundespr√§sident gibt keine Rechtfertigungsinterviews oder macht sonstige Kinkerlitzchen. Der Bundespr√§sident repr√§sentiert das deutsche Volk und Christian Wulff macht uns sch√§men.

Von Hardy Prothmann

Die Details der Geschmacklosigkeit dieses Auftritts sind so zahlreich, dass man nicht ins Detail gehen muss.

Der noch amtierende Bundespr√§sident Christian Wulff (CDU) hat sich um Kopf und Kragen geredet und man muss bef√ľrchten, dass er selbst diese √∂ffentliche Pein als Best√§tigung seiner selbst sehen wird.

Geld, Freundschaften, Amt

Herr Wulff glaubt tatsächlich, dass ein solcher Satz Verständnis erzeugt:

Ich möchte nicht Präsident in einem Land sein, in dem man sich nicht von Freunden Geld leihen kann.

Klar, das versteht jeder, der sich mal Geld in der Kneipe leiht oder ein paar hundert Euro f√ľr eine „Investition“ oder sogar ein paar tausend, wobei das nur wirklich gute Freude locker machen (k√∂nnen).

Die Freunde eines Herrn Wulff sind sehr unterschiedlich zur Lebenssituation der allermeisten Deutschen.¬†Wor√ľber Herr Wulff spricht, √ľber Freundschaft und Unternehmergeld, sind in seinem Fall 500.000 Euro – die er zu Konditionen erhalten hat, von der andere noch nicht mal tr√§umen k√∂nnen.

Und man stelle sich die Angestellten, Arbeiter, Aushilfen vor, die eineinhalb Jahre nach Antritt des Jobs im √∂ffentlich-rechtlichen Fernsehen vor einem Millionenpublikum feststellen, „dass man keine Karenzzeit“ hatte, sondern ins kalte Wasser geworfen worden ist:

Hey, Leute, sorry, wir sind doch alle Menschen Рniemand hat mich auf den Fließbandjob vorbereitet.

Protokoll und Probezeit

Immerhin hat Herr Wulff seinen „Fehler“, die Pressefreiheit zu bedrohen, eingestanden. Vermutlich denkt er, damit sei das Thema „abgehakt“. Protokollnotiz: „Entschuldigung abgehakt“ – n√§chstes Thema.

Ist das so? Beim besten Willen nicht. Der Bundespr√§sident ist das Protokoll. Er ist der Repr√§sentant unsere Staates, unserer Verfassung. Und ein Bundespr√§sident verletzt das nicht und sagt hinterher: „Tschuldigung, ich muss das noch lernen.“

Das ist nicht mehr nur „peinlich“, das ist peinigend.

Der Vorg√§nger Horst K√∂hler hat aus seiner Perspektive heraus gedacht, dass Wirtschaftskriege legitim seien. Als er belehrt wurde, dass er mit solchen √Ąu√üerungen gegen die Verfassung, also die innere Verfasstheit, die innere Haltung des Staatswesens verst√∂√üt, hat er den „Kindergarten“ sofort und konsequent verlassen. Der Mann war Unternehmer und hat entschieden. Seine ge√§u√üerte Haltung war inakzeptabel, sein R√ľcktritt zu respektieren.

Taktieren als Normalzustand

Christian Wulff ist Berufspolitiker und taktiert. Das ist nicht zu respektieren. Aber aus seiner Sicht ist das der Normalzustand und es ist zu bef√ľrchten, dass er die Aufmerksamkeit auch ein wenig genie√üt, denn die vergangenen eineinhalb Jahre registrierte kaum jemand, wo er sich gerade wieder hat fotografieren lassen. Dass er nach seinen Verfehlungen auch noch behauptet, das Amt gest√§rkt zu haben, macht einen fassungslos.

Und hier kommt der gro√üe Schaden ins Spiel. Nicht f√ľr Wulff – der hat sich selbst den gr√∂√ütm√∂glichen Schaden zugef√ľgt. Sondern f√ľr das Amt, die Verfassung, die Verfassheit der Deutschen. F√ľr die gro√üe Frage, ob eigentlich alles geht, wenn man nur dreist genug ist.

Eitles Aussitzen

Der Bundespr√§sident Christian Wulff schickt sich an, durch sein „Vorbild“ dem deutschen Volk und seinem Staatswesen den gr√∂√ütm√∂glichen Schaden zuzuf√ľgen – aus purer Eitelkeit -, weil er gerne f√ľnf Jahre im Amt sein m√∂chte. Egal, was ist. Das will er aussitzen.

Angeblich habe sich das Amt des Bundespräsidenten verändert. Dem ist nicht so. Die Amtsinhaber haben sich verändert und nach einem Rau und einem Köhler folgt nun ein Wulff Рund diese Entwicklung nimmt keinen guten Lauf.

Die ZDF-Journalistin Bettina Schausten stellt die Schlussfrage:¬†„‚Ķhei√üt, dass Herr Christian Wulff, ein Bundespr√§sident auf Bew√§hrung vorerst bleibt?“ Die Antwort ist bezeichnend:

Die Begrifflichkeit finde ich v√∂llig daneben, weil wir diesen Begriff kennen, wenn gegen Gesetze versto√üen wurde. Ich habe weder jetzt im Amt als Bundespr√§sident gegen irgendein Gesetz versto√üen, noch vorher. Es geht nicht um Rechtsverst√∂√üe, sondern es geht um Fragen von Transparenz, von Darlegung, von Erkl√§rung und dazu nutze ich auch diese Gelegenheit, um zu erkl√§ren, was ist und was war, aber ‚Äďwie gesagt – den Begriff der Bew√§hrung halte ich f√ľr abwegig, sondern ich bin jetzt schweren Herausforderungen ausgesetzt, aber man muss eben auch wissen, dass man nicht gleich bei der ersten Herausforderung wegl√§uft, sondern dass man sich der Aufgabe stellt, und auch wei√ü, wem es in der K√ľche zu hei√ü ist, der darf nicht Koch werden wollen, wie es Harry S. Truman gesagt hat, und deswegen muss man offenkundig auch durch solche Bew√§hrungsproben hindurch.

Wie absurd ist das? Christian Wulff hat als Staatsoberhaupt versucht, Transparenz zu verhindern und stellt sich nun dar, dass er diese verteidigen und retten wolle?

Sollte Christian Wulff (CDU) damit durchkommen, wird er als historisches Beispiel in der Geschichte als der Bundespr√§sident „gew√ľrdigt“ werden m√ľssen, der die Bundesrepublik Deutschland offiziell in eine Bananenrepublik √ľberf√ľhrt hat.

Grundlegendes Missverständnis

Es gibt viele, die glauben, dass Deutschland l√§ngst nicht mehr weit weg ist von Frankreich oder Italien. Christian Wulff schickt sich an, den Beweis zu f√ľhren, dass er es mit Sarkozy und Berlusconi aufnehmen kann.

Leider fehlt ihm auch daf√ľr jegliches Format.

Am Ende wird er verlangen, dass man ihm auch noch daf√ľr dankbar sein muss.

Das aber ist das grundlegende Missverst√§ndnis der allermeisten deutschen Politiker in diesem Land: Nicht die Menschen m√ľssen dankbar sein, einen dieser „Amtsinhaber“ zu haben, sondern die „Amtsinhaber“ m√ľssten dankbar und willens sein, dass sie die Verantwortung √ľbernehmen d√ľrfen.

Doch das ist zu theoretisch wie einen vom Schlage Wulff.

Weitere Informationen:

Tagesschau.de

Komplette Abschrift bei netzpolitik.org

Themenseite bei Spiegel.de

Wikipedia-Eintrag zu Christian Wulff

Wikipedia-Eintrag Bundespräsident

Aktualisierung, 05. Januar, 16:40 Uhr:

Bild-Chefreakteur Kai Diekmann hat Bundespr√§sident Wulff gebeten, den Inhalt der Mailbox-Nachricht √∂ffentlich machen zu d√ľrfen, nachdem dieser im Interview eine von der Bild-Darstellung abweichende „Einsch√§tzung“ √ľber den Inhalt gemacht hatte und „Transparenz“ versprochen hat. Wulff hat in einem offenen Brief auf die Anfrage geantwortet:

Sehr geehrter Herr Diekmann,

f√ľr Ihr heutiges Schreiben danke ich Ihnen. Meine Nachricht vom 12. Dezember 2011 auf Ihrer Telefon-Mailbox war ein schwerer Fehler und mit meinem Amtsverst√§ndnis nicht zu vereinbaren. Das habe ich gestern auch √∂ffentlich klargestellt. Die in einer au√üergew√∂hnlich emotionalen Situation gesprochenen Worte waren ausschlie√ülich f√ľr Sie und f√ľr sonst niemanden bestimmt. Ich habe mich Ihnen gegen√ľber kurz darauf pers√∂nlich entschuldigt. Sie haben diese Entschuldigung dankenswerterweise angenommen. Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben. Es erstaunt mich, dass Teile meiner Nachricht auf Ihrer Mailbox nach unserem kl√§renden Telefongespr√§ch √ľber andere Presseorgane den Weg in die √Ėffentlichkeit gefunden haben. Es stellen sich grunds√§tzliche Fragen zur Vertraulichkeit von Telefonaten und Gespr√§chen. Hier haben die Medien ihre eigene Verantwortung wahrzunehmen.

Wie ich gestern auf Nachfrage im Fernsehinterview sagte, ging es mir darum, der Bild-Zeitung meine Sicht darzulegen, bevor sie √ľber eine Ver√∂ffentlichung entscheidet. Da ich mich auf Auslandsreise in der Golfregion mit engem Programm befand, konnte ich das aber erst nach meiner R√ľckkehr nach Deutschland am Abend des Dienstag, 13. Dezember, tun. Wie sich aus der Ihrem Schreiben beigef√ľgten Mail ergibt, hatte deshalb mein Sprecher den recherchierenden Redakteur der Bild-Zeitung um Verschiebung der Frist zur Beantwortung des differenzierten Fragenkatalogs zu meinem Eigenheimkredit gebeten. Der Redakteur hatte aber nur Verl√§ngerung bis zum Nachmittag des Montag, 12. Dezember, zugesagt. Es gab f√ľr mich keinen ersichtlichen Grund, warum die Bild-Zeitung nicht noch einen Tag warten konnte, wo die erfragten Vorg√§nge schon Jahre, zum Teil Jahrzehnte zur√ľckliegen.

Das habe ich nach meiner Erinnerung auf der Mailbox-Nachricht trotz meiner emotionalen Erregung auch zum Ausdruck gebracht.

Angesichts der Veröffentlichung Ihres Schreibens an mich mache ich auch meine Antwort öffentlich.

Mit freundlichem Gruß

Aktualisierung, 05. Januar, 22:10 Uhr:

Der Bundespr√§sident hat wertvolle Begriffe wie Menschenrechte, Freundschaft und Pressefreiheit in seinen Rechtfertigungszusammenhang gebracht, den man nur als tief verst√∂rend empfinden kann.¬†Dass das Staatsoberhaupt in Zeiten der √Ėkonomisierung von allem und jedem zwischen Freundschaft und Gesch√§ftsbeziehung nicht zu unterscheiden vermag, die interesselose Freundschaft betont, wo es ihm nutzt, und sich gleichzeitig als interessantes Anlageobjekt f√ľr ebendiese Freunde empfiehlt, um deutlich zu machen, dass es eben keine freundschaftlichen Gr√ľnde waren, die Frau Geerkens leiteten – das ist widerspr√ľchlich, falsch und missbraucht Begriffe sozialer Identit√§t, die sich dem politischen und √∂konomischen Zugriff jenseits von sizilianischen Patenbeziehungen bislang entzogen haben.

-Frank Schirrmacher, FAZ

ZDF frontal21 berichtet heute Abend √ľber verschwiegene Kosten zu „Stuttgart 21“

Rhein-Neckar/Stuttgart, 22. November 2011. Das Fernsehmagazin frontal21 berichtet heute Abend √ľber interne Regierungspapiere, die belegen sollen, dass der fr√ľhere Ministerpr√§sident G√ľnter Oettinger (CDU) auf einen „schnellen Abschluss der Finanzierungsvereinbarung gedr√§ngt haben soll, um das „Projekt unumkehrbar“ zu machen.“

Das ZDF schreibt ihn seiner Programmank√ľndigung:

Somit sei die parlamentarische Entscheidung f√ľr Stuttgart 21 unter „Vorspiegelung falscher Tatsachen“ getroffen worden, r√ľgen Kritiker. Sie halten die heute offiziell angegebenen Baukosten von 4,5 Milliarden Euro f√ľr „sch√∂n gerechnete Zahlen, um das Projekt durchzusetzen“.

Weiter soll der Stresstest thematisiert werden. Wesentliche „reale“ Parameter seien Kritikern zufolge nicht einberechnet worden und somit das Ergebnis verzerrt worden, hei√üt es beim ZDF-Magazin.

So wird auch die „wirtschaftliche Betriebsqualit√§t“ in Frage gestellt.

ZDF, 22. November 2011, 21:00 Uhr.

Link zur Sendung

Geprothmannt: Mit „klassischen Medien“ werden Sie aus zweiter Hand informiert. Pr√§dikat: „mangelhaft“.


Guten Tag!

07. Februar 2011. Haben Sie mitbekommen, dass in der arabischen Welt eine Revolution stattfindet? Ja? Wie haben Sie sich dar√ľber informiert? √úber ARD und ZDF? In Ihrer lokalen Tageszeitung? Dann sind Sie leider vermutlich sehr schlecht informiert. Oder haben Sie sich online informiert? Dann k√∂nnten Sie besser informiert sein, wenn Sie die richtigen Quellen kennen.

Von Hardy Prothmann

Wer sich in Deutschland √ľber die Revolution in den arabischen Staaten informieren m√∂chte, ist denkbar schlecht beraten, wenn er daf√ľr ARD und ZDF oder „seine Zeitung“ benutzt und darauf vertraut, umfassend, hintergr√ľndig und aktuell informiert zu werden.

Informationen? Klar – gibts im Ausland.

Tatsache ist: Man ist viel besser informiert, wenn man die Programme von Al Jazeera, CNN oder BBC einschaltet. Oder die Berichterstattung der amerikanischen New York Times, der spanischen El Pais, der französischen Le Monde oder des britischen Guardian verfolgt.

Das Problem dabei ist: Man muss schon einigermaßen gut Englisch können, um die Nachrichten der Sender und Zeitungen zu verfolgen. Oder ausreichend Spanisch oder Französisch. Gute arabische Sprachkenntnisse wären noch mehr von Vorteil Рdenn dann könnte man viele Originalmeldungen verstehen.

Begrenzte Globalisierung.

Das gr√∂√üte Problem: Wenn man das nicht kann, ist man auf die Angebote von ARD und ZDF oder der Lokalzeitungen im wahrsten Sinne des Wortes „begrenzt“ – und das in Zeiten der Globalisierung.

Sie k√∂nnen sicher davon ausgehen, dass weder der Mannheimer Morgen, noch die Rhein-Neckar-Zeitung und schon gar nicht die Weinheimer Nachrichten irgendeine eigene redaktionelle Leistung zur Lage anbieten wollen oder k√∂nnen. Was Sie auf den Titelseiten lesen, sind ganz √ľberwiegend „Agenturmeldungen“.

Die erscheinen auch in Dutzenden anderen Zeitungen. 1:1. Das sind Berichte, die wie industriell gefertigte Tielk√ľhlpizzen vervielf√§ltigt werden. Ohne „eigenes Rezpt“, ohne eigene „Experten“, ohne eine eigenst√§ndige Leistung der jeweiligen Redaktion.

Vor Ort ist immer lokal.

Unser Anspruch ist die lokale und regionale Berichterstattung – aber immer, wenn die Nachrichtenlage es erfordert, bringen wir auch die „Weltnachrichten“ zu unseren Leserinnen und Lesern. Denn wir alle leben vor Ort, interessieren uns aber auch daf√ľr, was woanders passiert.

Hardy Prothmann schreibt seine Meinung auf. Die ist "geprothmannt". Bild: sap

Unser Interview mit Christoph Maria Fr√∂hder, einem der erfahrensten und besten deutschen Krisenreporter der vergangenen Jahrzehnte auf dem Rheinneckarblog hat Wellen geschlagen. ARD und ZDF waren „not amused“ √ľber die klaren Worte und die eindeutige Kritik. „Intern“ haben wir erfahren, dass das ZDF „stinksauer“ auf uns ist.

„So what“, sagen wir und sind ebenfalls „stinksauer“ – √ľber die unzureichende und schlechte Berichterstattung der mit Milliarden an GEZ-Geb√ľhren „gepamperten“ Sender, von denen wir und unsere Leserinnen und Leser zu Recht mehr als diese schwachen Leistungen erwarten.

√úber das Interview mit Herrn Fr√∂hder hinaus haben wir uns um exklusive Nachrichten bem√ľht und „berichten“ anders, als das √∂ffentlich-rechtliche Sender und Zeitungen tun. Wir verlinken Quellen und kommentieren diese auf Facebook und Twitter. Zwei Internet-Dienste, die mit daf√ľr verantwortlich gemacht werden, dass die „arabische Revolution“ gegen den Terror und die Diktaturen √ľberhaupt m√∂glich geworden ist.

Es gibt durchaus eine Verbindung zwischen den arabischen L√§ndern und Deutschland. Wer sich hier wie dort auf die „klassischen Medien“ verl√§sst, erh√§lt immer nur gefilterte Nachrichten.

Zweifel an der Qualit√§t m√ľssen immer m√∂glich sein.

ARD und ZDF sind ebenso wie Lokalzeitungen sicherlich nicht mit der Rolle von staatlich gesteuerten Medien in Diktaturen zu vergleichen Рaber man darf durchaus Zweifel an der Qualität ihrer Produkte haben. Vor allem dann, wenn man vergleicht, was das Produkt, in diesem Fall Journalismus, leistet.

W√ľrde man den Journalismus vieler deutscher Medien mit der Autoindustrie vergleichen, st√§nde unumst√∂√ülich fest, dass deutsche Medien deutlich weniger Komfort, Leistung, Innovation bieten als „ausl√§ndische Anbieter“, dass das Preis-Leistungsverh√§ltnis ebenso wie die „Pannenstatistik“ und auch der „Service“ katastrophal sind und unterm Strich einfach nur ein „mangelhaft“ √ľbrig bleibt.

Das gilt selbst f√ľr den „gelben Faktor“, also die so genannte „Yellow-Press“. Alle interessanten „Nachrichten“ und „Infos“, die man hierzu in Deutschland lesen kann, sind nur ein „Ab-„Klatsch internationaler Meldungen und werden in Deutschland „wiederverwertet“. Ausnahmen liefern ab und an Bild und Bunte, die „Promis“ aus der vorletzten Reihe irgendwie „interessant“ machen.

Die Umbr√ľche in der arabischen Gesellschaft zeigen einen desastr√∂sen Zustand des deutschen Journalismus. Wo lesen, h√∂ren, sehen Sie die Berichte von vor Ort √ľber das, was Muslime hier erleben, wenn diese die Nachrichten in Tunesien und √Ągypten verfolgen? Wo sind die Berichte, wie Deutschland sich mit seiner weltweit einzigartigen „Erfindung“ des Mauerfalls als Partner f√ľr europ√§ische Nachbarl√§nder (und das sind alle Mittelmeer-Anreiner-Staaten) einsetzen k√∂nnte?

Geduld? hat die Welt nicht mehr.

Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel diskreditiert sich v√∂llig, wenn sie zur „Geduld“ mit einem Diktator wie Husni Mubarak aufruft. √úbersetzt hei√üt das: „Habt Geduld mit mir, denn ich habe keine Ahnung, wie ich mit der Situation umgehen soll.“

Was haben Tunesien und √Ągypten nun mit unserer lokalen und regionalen Berichterstattung zu tun?

Sehr viel mehr, als heute, hier und jetzt auf den ersten Blick klar sein mag.

Zuk√ľnftig werden Entscheidungen und Entwicklungen, die in Bayern oder Schleswig-Holstein fallen, auch in Nordbaden ein Rolle spielen.

Warum? Weil man hier vor Ort erfahren kann, was dort vor Ort passiert oder passiert ist.

Facebook und Twitter schaffen Demokratie. Absurd? Nein. Real.

Man kann diese Informationen verwenden, um den Schaden, der woanders entstanden ist, abzuwenden. Und noch viel besser: Man kann das, was woanders gut oder sehr gut „gelaufen ist“ einfach √ľbernehmen. Gut informiert – mit allen „problematischen“ und allen „positiven“ Erfahrungen.

Das ist ein Erfolg der „Facebook“-Generation, der freien Medien oder auch nur der „Handy-Revolution“, wie Beobachter √Ągypten einordnen. Man verbindet sich, man kommuniziert miteinander, man tauscht sich aus, man hat mehr als eine Quelle der Information.

Das ist die Basis f√ľr friedliche „Revolutionen“ – die √§gyptischen Regime-Gegner sind nicht als Brandschatzer und Gewaltverbrecher aufgefallen, sondern durch ihren Willen zur Demokratie – sehr zur Verwirrung „gepr√§gter“ Meinungen, die sich schwer tun, eine Muslim-Bruderschaft als notwendige Organisation anzuerkennen.

Das ist neu, das ist einzigartig, das gibt Hoffnung.

Von den Medien darf man erwarten, dass sie Mubarak einen alten Mann sein lassen. Der 82-j√§hrige Diktator soll sich in Heidelberg behandeln lassen d√ľrfen. Egal, was das kostet. G√∂nnen wir ihm den „goldenen Abgang“ – der Mann ist so reich und hat sein Volk so sehr betrogen. Bringt irgendein „Tribunal“ eine Besserung f√ľr seine „Untaten“?

Eher nicht.

Tunesien und √Ągypten sind beliebte Reisel√§ner der Deutschen – und mal ganz ehrlich? Lohnt es sich nicht, f√ľr einen entspannten Urlaub unter afrikanischer Sonne, ein wenig f√ľr Demokratie, gerechte L√∂hne und stabile Verh√§ltnisse einzutreten?

Der „Service“ w√ľrde sicher davon profitieren. Oder auch unserer aller Bekenntnis zur Demokratie.

Deswegen: Nutzen Sie die neue Medien. Verfolgen Sie, was passiert.

Schreiben Sie Ihre Meinung auf. Schreiben Sie an die Programmbeiräte von ARD und ZDF. Stellen Sie Forderungen. Schreiben Sie an die Zeitungen und fordern Sie mehr Informationen.

Die Menschen in √Ągypten und Tunesien und anderswo tun das auch. Weil sie gerne in einer freiheitlichen Ordnung leben w√ľrden.

Diese Menschen gehen dabei ein hohes Risiko ein – wir haben die M√∂glichkeit, ohne Risiko f√ľr Menschenrechte, Freiheit und Demokratie einzutreten.

Tun wir das nicht, wächst das Risiko, dass wir das irgendwann nicht mehr ohne Risiko können.

Anmerkung der Reaktion:
Unsere „allererste“ Aufgabe, die lokale Berichterstattung mag etwas „gelitten“ haben – wir hoffen, Sie sehen uns das nach, angesichts der Belastung. Wir sind nur ein kleines Team. Sie k√∂nnen sicher sein, dass wir an den Themen vor Ort dranbleiben.

„Geprothmannt“ erscheint im Wechsel mit anderen Kolumnen immer montags.

49 Millionen Deutsche sind online – Print verliert

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Guten Tag!

Heddesheim, 11. Dezember 2010. (cm) Immer mehr Deutsche sind online aktiv. Das hat die Onlinestudie 2010 des ARD/ZDF hervorgebracht. F√ľr die Stichprobe wurden insgesamt 2.577 Erwachsene befragt. Besonders beliebt bei Internetnutzern: Multimediale Anwendungen wie Videos oder Podcasts.

Die ARD/ZDF Onlinestudie 2010 zeigt, wohin der Trend geht. Immer mehr Deutsche sind online. In absoluten Zahlen sind es nach der Studie 49 Millionen Menschen in Deutschland. Quer durch alle Altersschichten.

Besonders bemerkenswert: Alle Jugendlichen bis zu einem Alter von 19 Jahren sind mindestens gelegentlich online. Das ist eine Quote von 100 Prozent.

Die Generationenkluft ist daf√ľr nach oben gewandert. Personen unter beziehungsweise ab dem 65 Lebensjahr sind am seltensten im Internet anzutreffen.

Dabei ist gerade dieser Personenkreis eine „gewichtige Gruppe“, da mehr als 20 Millionen Bundesb√ľrger dazugeh√∂ren. Sie nehmen (noch) nicht am Internet und den Informationsm√∂glichkeiten teil.

Der Gro√üteil der Nutzer greift √ľber das Notebook auf Onlineangebote zu. Die mobile Internetnutzung ist bislang aber kaum anzutreffen. Auch bei der angeblich „vernetzten“ Jugend ist sie nur sp√§rlich vorhanden. So halten gerade einmal 10 Prozent der Teenager „mobiles Internet f√ľr unverzichtbar“.

Onlinezeiten steigen – Nachrichten wichtigste Inhalte

Der durchschnittliche Internetnutzer ist t√§glich 83 Minuten online. In dieser Zeit werden die verschiedensten Dinge erledigt. Von Sozialen Netzwerken bis hin zu E-Mails. Insbesondere aktuelle Informationen werden dabei h√§ufig genutzt. So haben im Jahr 2010 rund 90 Prozent der Nutzer das Internet f√ľr aktuelle Nachrichten und Informationen verwendet.

mediennutzung

Mediennutzung 2010: Print verliert, Radio/TV stabil, Internet legt zu – Quelle: ARD/ZDF Langzeitstudie Massenkommunikation

Zeitung und sonstige Printprodukte erreichten im selben Erhebungszeitraum nur ein Zeitfenster von 23 Minuten, also nur und ein Viertel der Zeit, die f√ľrs Internet aufgewendet wird. Printprodukte wie Zeitungen verlieren gleichzeitig immer mehr Nutzer.

Im Hinblick auf die gesamte Mediennutzungszeit liegt das Internet jedoch nicht an der Spitze. Radio und Fernsehen nehmen hier nach wie vor zwei Drittel der gesamten Mediennutzungszeit ein. Vor allem das Radio ist als „Nebenbeimedium“ (Auto, Arbeitsplatz, K√ľche) immer noch etabliert.

Multimedia nimmt zu РWettbewerbsverhältnis nicht ersichtlich

Besonders beliebt bei Nutzern aller Altersklassen sind Multimedia-Angebote. Also Video- sowie Audiobeiträge. Insbesondere die Möglichkeit, Beiträge zeitversetzt zu sehen, begeistert viele Nutzer.

Einen „Verdr√§ngungswettbewerb“ zwischen den Medien sieht die Studie von ARD und ZDF trotz des enormen Zuwachses in Richtung „online“ nicht. Statt eines „entweder – oder“ gibt es vielmehr ein „sowohl als auch“. Auf Anbieter- sowie auf Nutzerseite. Insgesamt betrachtet steige der Medienkonsum weiter an.

Weitere Informationen zum Thema gibt es bei Media Perspektiven. Die Studie kann hier im Detail (PDF) eingesehen werden.

‚ÄúOh, oh, oh-‚ā¨¬Ě – schwerer Unfall w√§hrend ZDF-Sendung ‚ÄúWetten, dass-‚ā¨¬¶-‚ā¨¬Ě

zdfunfall

"Saalwetten"-Kandidat bleibt regungslos liegen.

Guten Tag

Rhein-Neckar/D√ľsseldorf, 04. Dezember 2010. W√§hrend der heutigen ZDF-Sendung „Wetten, dass…“ ist es offenbar zu einem schweren Unfall bei einer Wette gekommen. Kurz darauf wurde die Sendung unterbrochen.

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Laut heute.de ist der Zustand von Samuel Koch kritischer als erhofft. Der 23-J√§hrige habe eine komplexe Halswirbels√§ulenverletzung, so der √§rztliche Direktor der Uniklinik D√ľsseldorf, Prof. Wolfgang Raab. Auch der Spiegel hat inzwischen einen ausf√ľhrlichen Artikel ver√∂ffentlicht.
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Aktualisierung: Am 05. Dezember 2010 ab 15:00 Uhr wird es in der D√ľsseldorfer Uniklinik eine Pressekonferenz geben. Diese wird nicht live √ľbertragen. N24 berichtet ab 16:30 von der Pressekonferenz. Das ZDF will sofort nach Beendigung der Pressekonferenz Informationen ver√∂ffentlichen, hei√üt es auf deren Twitter-Account.
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Im Internet √ľberschlagen sich zur Zeit die Meldungen – verifizierte Informationen hat aber so gut wie niemand.

Soviel ist klar: Der 23-j√§hrige Wettkandidat Samuel Koch ist nach einem waghalsigen Sprung √ľber Autos mit „Sprungfedern“ an den Beinen gest√ľrzt und liegengeblieben.

. K√∂nnen nicht mehr heiter sein. […].““]

156 Meldungen bei Facebook innerhalb von 13 Minuten. Über 300 Facebook-Nutzer klicken "Gefällt mir" - Millionen Fernsehzuschauer sind ohne Informationen.

Ein √ľberforderter Moderator Thomas Gottschalk reagierte mit: „Oh, oh, oh“. Jemand rief einen Arzt. Gottschalk fragte: „Ja?“.

Kurz darauf wurde die Sendung unterbrochen und „Archivmaterial“ ausgestrahlt.

Beim ZDF dauerte es gut zehn Minuten, bis die Regie in der Lage war, ein Laufband einzublenden.

Erste Videos wurden bei youtube.de Videos hochgeladen, zu denen das ZDF „L√∂schaufforderungen“ sendete.

Sofort kamen via des Kurznachrichtendienst „Twitter“ mittlerweile zehntausende von Meldungen. Wir geben einen √úberblick. Eine Verifikation ist zur Zeit und unter diesen Umst√§nden nicht m√∂glich.

Wir bitten unsere Leser um Mithilfe. Links zu Nachrichten können Sie senden an: redaktion@weinheimblog.de

Danke an unsere Leserinnen und Leser f√ľr die Hinweise per E-Mail!
(siehe Anmerkung der Redaktion am Ende des Artikels)

Wir berichten fortlaufend.

Die Redaktion

Anmerkung der Redaktion:
Wir haben uns spontan entschlossen, die Nachrichtenlage im Internet nach dem tragischen Unfall des „Wetten, dass…“-Kandidaten ausschnittsweise zu dokumentieren.
Wir bedanken uns bei unseren Leserinnen und Lesern f√ľr die vielen Hinweise.
Bei der Auswahl der Quellen und Links haben wir uns √ľberwiegend auf „gro√üe“ Medien und bekannte Portale gest√ľtzt.
Wir hoffen, dass der junge Mann sich nicht schwer verletzt hat und sind in Gedanken bei ihm und seiner Familie, so wie viele andere Menschen in Deutschland auch.