Sonntag, 17. Dezember 2017

Zivilcouragetraining

Fit fĂĽr den Ernstfall

Weinheim, 11. Oktober 2013. (red/pm) Am Montag, den 21. Oktober, bietet die Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar e.V. ein Zivilcouragetraining an. [Weiterlesen…]

Stadt und Polizei ehrten Weinheimer fĂĽr seinen Einsatz

„Er hat echte Zivilcourage gezeigt“

Nicolas Grüber hat echte Zivilcourage gezeigt, als er einen Einbrecher überwältigte. Foto: Stadt Weinheim


Weinheim, 30. Januar 2013. (red/pm)  Zuerst hörte Nicolas Grüber ein angestrengtes Grunzen. Später war ihm klar, dass es von einem Mann herrührte, der immerhin einen meterhohen Zaun überwinden musste. Dann bestätigten aufgeregte Stimmen und andere Geräusche Nicolas’ Ahnung: Ein Einbruch im Hela-Baupark im Weinheimer Westen. Der 24-jährige Weinheimer arbeitet dort und Zeuge des Einbruchs wurde er Ende letzten Jahres beim Eintreffen am Markt in aller Herrgottsfrühe; es war noch dunkel.

Information der Stadt Weinheim:

„Die Täter – es waren zwei – versuchten zu flĂĽchten, als sie den jungen Mann bemerkten. Aber er verfolgte einen von ihnen, ĂĽberwältigte ihn – trotz massiver Bedrohungen – und informierte ĂĽber sein Handy die Polizei. Die Streife war innerhalb weniger Minuten vor Ort und nahm die in flagranti ertappten Täter fest. Erst da fiel die Anspannung von Nicolas GrĂĽber ab. „Ich bin erst mal wieder nach Hause, um in Ruhe zu frĂĽhstĂĽcken“, kann er heute erleichtert schmunzeln. Es hätte auch anders ausgehen können. Die beiden Täter, ebenfalls jung an Jahren, waren durchaus polizeibekannt. Zwei Kriminelle.

„Alle beklagen mangelnde Zivilcourage“, lobte jetzt Weinheims OberbĂĽrgermeister Heiner Bernhard bei einem Empfang fĂĽr Nicolas GrĂĽber im Rathaus, „er hat sie gezeigt“. FĂĽr seinen mutigen Einsatz wurde GrĂĽber jetzt von der Stadt, der Polizei und dem Verein „Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar“ durch dessen GeschäftsfĂĽhrer Kriminalhauptkommissar GĂĽnter Bubenitschek geehrt. Auch GrĂĽbers Vorgesetzter im Hela-Baupark, Jochen Senger, schloss sich dem Dank an den jungen Kollegen an. Obwohl er zugab, zunächst entsetzt gewesen zu sein. SchlieĂźlich hatte sich dieser auch in Gefahr begeben. Dennoch: „Ich habe groĂźen Respekt vor diesem Handeln, und es kann passieren, dass man in solchen Momenten rasch reagiert ohne groĂź nachzudenken“, äuĂźerte Bubenitschek Verständnis. Er verwies dabei auf zahlreiche Aktivitäten und Seminare, bei denen unter dem Motto „Aktion TU WAS“ Initiative fĂĽr Zivilcourage gefördert werde. Mehr Infos dazu unter www.praevention-rhein-neckar.de.“

Rathaus-Mitarbeiter lieĂźen sich von der Polizei schulen

Wegschauen gilt nicht

Rathaus-Mitarbeiter lieĂźen sich von der Polizei schulen. Foto: Stadt Weinheim.

Weinheim, 18. Mai 2012. (red/pm) Rathaus-Mitarbeiter ließen sich von der Polizei schulen. Auch die Volkshochschule bietet einen Kurs zum Thema „Zivilcourage“ an.

Information der Stadt Weinheim:

„Kleine Gesten sind manchmal wirkungsvoller als Worte. Wie selbstbewusst man auf jemanden zugeht, wie laut oder leise man ihn anspricht. Wie man dasteht spielt eine Rolle im Konfliktfall.

Wie man hilft, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen – das war jetzt das Thema eines Seminars in Zivilcourage, das Präventionsexperten der Polizei jetzt für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Weinheimer Stadtverwaltung angeboten haben. Auch die VHS Badische Bergstraße hat sich jetzt dem Thema mit einem Kurs gewidmet.

Solche Aktionen in Partnerschaft zwischen Polizei und der Stadt haben in Weinheim Tradition. Die Zusammenarbeit im Verein Kommunale Kriminalprävention Rhein Neckar sei vorbildlich, bestätigten jetzt Günther Bubenitschek, der Geschäftsführer des Vereins, und Markus Böhm, der Leiter des Weinheimer Bürger- und Ordnungsamtes.

Anschaulich, ernsthaft aber unterhaltsam führten Bubenitschek und die Heidelberger Theaterpädagogin Stefanie Ferdinand durch das Seminar und schulten die städtischen Mitarbeiter aus allen Ämtern und Arbeitsebenen in den Details des Umgangs.

Dabei stützten sie sich im Wesentlichen auf die Erkenntnisse, die auch in die bundesweite Polizeiaktion „Tu was“ eingeflossen sind.

Diese Aktion animiert die Menschen, sich mit offenen Augen durch ihr Umfeld zu bewegen, um nicht unätig zu sein, wenn sie Zeugen einer Straftat werden. Denn oft genug komme eine solche Untätigkeit vor, erklärt Präventionsexperte Bubenitschek.

„Was geht’s mich an?“, „Was kann ich schon tun?“ und: „Gibt es da nicht andere, die fĂĽr so etwas zuständig sind?“ Es seien immer die gleichen Fragen und Einwände, mit denen sich „Weggucker“ rechtfertigen, die untätig Zeuge einer Straftat geworden sind.

Die Aktion „Tu was“ baut auf sechs praktischen Regeln auf. Erstens: „Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.“ Zweitens: Ich fordere andere aktiv und direkt zut Mithilfe auf.“ Drittens: Ich beobachte genau, präge mir Tätermerkmale ein.“ Viertens: Ich organisiere Hilfe.“ Fünftens: Ich kümmere mich um Opfer“. Sechstens: „Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.“

Kriminalhauptkommissar Bubenitschek beschrieb: „Im Ernstfall sind Sie mit Aufregung und Herzklopfen als direkt Betroffener oder Beobachterin mittendrin. Das Seminar bietet Ihnen ein Handlungsrepertoire, aus dem Sie schöpfen können. Sie erlangen mehr Klarheit und Sicherheit im Verhalten als Beobachter, Helfer und Betroffener in Gewaltsituationen. Das Seminar macht Mut und vermittelt neue Impulse für lösungsorientiertes Handeln.“

Der Verein Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar bietet fĂĽr Gruppen, zum Beispiel aus Vereinen und Firmen verschiedene Zivilcourage-Seminare an.“

Infos: Prävention Rhein-Neckar e.V., Telefon 06221/99-1241, Fax: 06221/99-1247
mail: info@praevention-rhein-neckar.de, Internet : www.praevention-rhein-neckar.de.

OberbĂĽrgermeister Bernhard: „Ihre Zivilcourage verdient Respekt.“

Guten Tag!

Weinheim, 07. Dezember 2010. (pm) OberbĂĽrgermeister Bernhard und Polizeirevierleiter JĂĽrgen Helfrich ehrten das besonders couragierte Verhalten zweier Weinheimerinnen und lobte deren „Tatkraft und Aufmerksamkeit“. Als Geste der Anerkennung wurden BlumensträuĂźe an die Damen ĂĽberreicht.

Von Roland Kern

Als Claudia Reusch gemeinsam mit ihrem Freund am diesjährigen Kerwefreitag den Marktplatz überquerte, spürte sie, dass etwas nicht stimmte. Im oberen Bereich des Platzes war aufgeregtes Geschrei zu hören, Schaulustige bildeten eine Menschentraube. Das sah nicht gut aus. „Ich habe nicht lange überlegt, sondern instinktiv gehandelt und habe mich bis nach vorne durchgedrängt“, schilderte die 42-jährige Krankenschwester jetzt im Rathaus dem Weinheimer Polizeichef Jürgen Helfrich und Oberbürgermeister Heiner Bernhard.

Der Eindruck täuschte nicht. Auf dem Marktplatz lag ein Mann bewusstlos am Boden, seine blaue Gesichtsfarbe verriet akute Erstickungsgefahr, es ging um Leben und Tod. Ein weiterer Helfer hatte bereits mit der Herzmassage begonnen. Aber aus ihrer beruflichen Erfahrung am Operationstisch des Viernheimer Krankenhauses wusste Claudia Reusch, was dem Patienten fehlte: Luft!

Fachmännisch setzte sie an der Luftröhre die Beatmungsgeräte ein, die das zwischenzeitlich herbeigerufene Rote Kreuz keine Sekunde zu spät an den Einsatzort brachte. Es hatte auf dem Marktplatz fast kein Durchkommen gegeben. Langsam aber sichtlich bekam der 51-jährige Weinheimer wieder Luft. Claudia Reusch setzte die künstliche Beatmung fort, bis der Mann vom Notarzt übernommen werden konnte.

Revierleiter JĂĽrgen Helfrich, Elke Rutz, OberbĂĽrgermeister Bernhard, Claudia Reusch. Bild: Stadt Weinheim

„Als ich ein paar Tage später die Nachricht erhielt, dass er lebt und keinen Schäden davonträgt, habe ich eine Gänsehaut bekommen“, erzählte die Krankenschwester jetzt im Dienstzimmer des OB. Selbst für die routinierte Fachkraft waren der Einsatzort und die widrigen Umstände der lebenserhaltenden Hilfeleistung eine enorme Stress-Situation. „Ihnen gilt mein großer Respekt und mein herzliches Dankeschön, diese Zivilcourage müsste in jedem von uns wohnen“, lobte Heiner Bernhard.

Die Stadt und die Polizei nutzten die Adventszeit, um sich kurz vor Jahresende bei zwei aufmerksamen und hilfsbereiten Bürgerinnen für besondere Hilfeleistungen im Jahr 2010 zu bedanken. Claudia Reusch, die an der Kerwe einem Mann höchstwahrscheinlich das Leben gerettet hat, war eine davon.

Die andere ist Elke Rutz. Die 54-jährige gebürtige Weinheimerin wohnt am Käsackerweg und wurde in einer Septembernacht Zeugin eines Diebstahls, der dank ihrer Geistesgegenwärtigkeit vereitelt und noch in der gleichen Nacht aufgeklärt werden konnte.

Zwei junge Männer hatten sich auf dem Parkplatz der Firma Naturin an zwei dort abgestellten Motorrollern zu schaffen gemacht. Die benachbart wohnende Elke Rutz hörte verdächtige Geräusche und rief bei der Weinheimer Polizei an, die Telefonnummer 10030 hängt bei ihr auf einer „Notrufliste“ überm Telefon.

„Vorbildlich“, lobte Heiner Bernhard. Innerhalb weniger Minuten war die Polizei vor Ort und konnte die Täter in flagranti ertappen. „Sie haben genau richtig gehandelt“, bescheinigte Polizeichef Jürgen Helfrich, „Sie haben uns sofort informiert, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“. Die beiden Roller-Diebe waren übrigens keine unbeschriebenen Blätter und hatten schon Schäden in beträchtlicher Höhe verursacht.

So aufmerksame und wachsame Bürger wie Elke Rutz trügen, so Helfrich, „wesentlich zur Sicherheit und zum Sicherheitsgefühl in unserer Stadt bei“.

OB Bernhard lobte die „Tatkraft und Aufmerksamkeit“ der Bürgerin. Dass Weinheim im Vergleich zu ähnlichen Städten weniger Kriminalität aufweisen muss, sei auch das Verdienst solcher Bürger. Helfrich: „Das stimmt und wird vor allem von Tätern, die sich von außerhalb eine Stadt als Ziel suchen, durchaus wahrgenommen.“

Anmerkung der Redaktion:
Roland Kern ist Journalist und Pressesprecher der Stadt Weinheim